
Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte· Staffel 1· Folge 2222
#2222 Greta und die Weltmeisterschaft im Träumen
Samstag, 26. September 2026 · 16 min
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Shownotes
(WERBUNG) Im Dezember öffnet sich bei uns jeden Abend ein Türchen: 24 Geschichten, die zusammen eine große Erzählung ergeben und an Heiligabend enden. Den Anfang von Türchen 1 könnt ihr schon jetzt kostenlos hören. Alles zum Ab ins Bett Adventskalender findet ihr hier: [Zum Adventskalender] (abinsbett.net/produkt/adventskalender-kinder-h…) (WERBUNG ENDE)
Folge 2222. Vier gleiche Ziffern hintereinander, so eine Zahl bekommt man als Podcaster nicht oft. Ich fand, dazu passt eine Geschichte, in der es um etwas ganz Großes geht: eine Weltmeisterschaft. Allerdings keine im Fußball oder im Weitsprung, sondern im Träumen.
Greta ist neun, hat kurze braune Haare und Wangen, die fast immer ein bisschen rot sind. Sie hat ein Talent, das man von außen gar nicht sieht. Sie denkt sich Träume aus, so selbstverständlich wie andere Kinder zum Buntstift greifen. Heute steht sie auf dem weichen Rasen eines riesigen Traumstadions, über ihr ein tiefblauer Himmel, auf den Rängen Kinder aus aller Welt mit bunten Mützen und dicken Zöpfen. Eine Traumrichterin mit silbernem Haar erklärt die Regeln: Jedes Kind bekommt einen Traumfaden, dünn wie Mondlicht. Wer ihn bis zum Ende träumt, ohne ihn fallen zu lassen, bekommt einen Preis, der weder Pokal noch Medaille ist.
Greta ist als Allerletzte an der Reihe. Und ausgerechnet bei ihr läuft es anders als bei allen anderen. Was mit ihrem Faden passiert und wie Greta damit umgeht, erzähle ich euch lieber im Podcast selbst.
Mir liegt diese Gute-Nacht-Geschichte am Herzen, weil sie ein Gefühl aufgreift, das viele Kinder kennen: dieses Zögern kurz vor einem wichtigen Moment. Bin ich schon so weit? Schaffe ich das? Die Einschlafgeschichte zeigt, dass es in Ordnung ist, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen, und dass Mut oft ganz unspektakulär aussieht. Außerdem wartet in Gretas Traum eine Begegnung mit einem Tier, das ich hier noch nicht verrate. Nur so viel: Es hat einen sehr buschigen Schwanz.
Die Hörgeschichte eignet sich für Kinder zwischen drei und zehn Jahren und dauert knapp zehn Minuten. Sie ist ruhig erzählt, ohne Hektik, mit einem sanften Ende, bei dem die Augen ganz von selbst schwer werden.
Alle bisherigen Folgen und viele weitere Kindergeschichten zum Einschlafen gibt es auf abinsbett.net. Wenn ihr Ab ins Bett unterstützen wollt, damit es auch nach 2222 Geschichten jeden Abend weitergeht, schaut gern hier vorbei: abinsbett.net/support.
Gute Nacht und träumt was Schönes,
euer Marco
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Transkript: Greta und die Weltmeisterschaft im Träumen Ab ins Bett mit Marco König · Folge 2222 · Samstag, 26. September 2026
[00:00] Diese Werbung unterstützt Ab ins Bett dabei, unabhängig zu bleiben. Etwas für die Großen, bevor wir anfangen. Ihr wisst, wie es abends läuft. Normalerweise Zähne putzen, Schlafanzug, noch eine Geschichte. Und im Dezember kommt noch ein Türchen dazu. 24 Abende lang. Eine Geschichte, die am Heiligabend endet. Wie sie anfängt, könnt ihr schon jetzt kostenlos hören. Die ersten fünf Minuten
[00:26] habe ich euch online gestellt auf abinsbett.net, Türchen 1. Noch einmal: abinsbett.net Schrägstrich Türchen 1, Türchen mit U E. Ich würde mich freuen, wenn ihr da einmal reinhört.
[00:49] Hier ist euer Lieblingspodcast, hier ist Ab ins Bett. Ich bin Marco und ich begrüße euch heute Abend zur 2.222. Geschichte. 2.222, eine schöne Zahl. Bevor die kommt, kommt aber das Recken und das Strecken. Nehmt die Arme und die Beine, die Hände und die Füße, und reckt und streckt alles so weit weg vom Körper, wie es nur geht. Macht euch ganz, ganz lang.
[01:18] Und wenn ihr das gemacht habt, dann lasst euch ins Bett hinein plumpsen und sucht euch eine ganz bequeme Position. Und heute Abend bin ich mir sicher, findet ihr die bequemste Position, die es überhaupt bei euch im Bett gibt. Hier ist die 2.222. Gute-Nacht-Geschichte für Samstagabend, den 26. September. Greta und
[01:48] die Weltmeisterschaft im Träumen.
[01:54] Greta ist ein ganz normales Mädchen. Es ist ein ganz normaler Tag. Es kann sogar heute sein.
[02:03] Greta steht auf einem Rasen, riesengroß und weich. Es könnte fast ein Sportplatz sein, aber es ist eher wie ein riesengroßes Stadion, wie ein Traumstadion. Der Himmel darüber ist so tiefblau wie frisch gewaschene Bettwäsche, und die Wolken ziehen langsam vorüber. Auf den Rängen im Stadion sitzen
[02:32] Kinder aus aller Welt. Einige haben bunte Mützen auf, einige haben dicke Zöpfchen und viele leuchtende Augen. In der Luft liegt ein sanftes Summen, das Geräusch von vielen aufgeregten Kindern. Greta dreht sich einmal im Kreis. Sie ist neun Jahre alt, hat kurze braune Haare und immer
[03:02] leicht rote Wangen. Greta kann etwas ganz Besonderes gut. Sie kann sich Träume ausdenken, so wie andere Kinder Bilder malen. Und heute ist ein besonderer Tag, denn heute findet die Weltmeisterschaft im Träumen statt. Eine freundliche Frau mit silbernem Haar und einem Klemmbrett kommt auf Greta zu. Sie ist die Traumrichterin.
[03:31] Sie sorgt dafür, dass alles fair, friedlich und gerecht abläuft. Sie erklärt die Regeln. Jedes Kind bekommt heute Nacht einen Traumfaden. Er ist ganz dünn, so dünn wie Mondlicht. Wer diesen Faden nimmt und ihn bis zum Ende träumt, ohne ihn fallen zu lassen, der gewinnt. Und es gibt einen ganz besonderen Preis zu gewinnen. Nicht irgendeinen Pokal, auch keine Medaille.
[04:01] Es gibt das schönste Gefühl der Welt.
[04:07] Greta ist als Letzte an der Reihe. Das ist aber nicht schlecht, im Gegenteil, der letzte Platz ist ein Ehrenplatz. Greta schluckt ein bisschen. Oh mein Gott, als Letzte. Ob ihr das so recht ist? Alle anderen Kinder empfangen ihren Traumfaden. Er glitzert einmal kurz auf und verschwindet wieder. Und jetzt ist endlich auch Greta dran.
[04:35] Die Traumrichterin hält ihr den allerletzten Traumfaden hin. Er leuchtet hell, so wie der Mond. Greta streckt ihre Hand aus. Dann aber passiert etwas Seltsames. Der Faden beginnt zu zittern. Es ist so, als wäre er sich nicht sicher, ob er wirklich zu Greta will. Nimm ihn einfach, nimm ihn einfach, ruft ein Kind aus dem Publikum. Aber Greta traut sich nicht.
[05:05] Was ist, wenn ich den Faden verliere? Was ist, wenn er nicht gut für mich ist? Was ist, wenn er nicht zu mir will?
[05:14] Die Traumrichterin steht immer noch da und hält den Faden hoch. Fäden warten gern auf jemanden, der wirklich bereit ist, sagt die Traumrichterin. Da beginnt Gretas Herz zu klopfen. Sie kennt dieses Gefühl: Ich bin noch nicht sicher. Und sie weiß nicht, ob sie den Faden nehmen soll, wenn er nicht zu ihr will. Greta tritt von einem Bein aufs andere, dann setzt sie sich auf den Rasen und schließt die Augen.
[05:44] Sie erinnert sich an zu Hause. Zu Hause ist es so einfach mit den Träumen. Zu Hause hat sie sich schon Hunderte Träume ausgedacht. Niemand hat ihr das beigebracht. Eigentlich konnte sie das schon immer. Sie atmet einmal tief ein, tief aus, und dann entscheidet sie sich. Sie steht auf, geht zur Traumrichterin und sagt: Okay, jetzt bin ich bereit.
[06:13] Als sie das sagt, hört der Traumfaden mit einem Mal auf zu zittern. Es ist, als hätte der Traumfaden darauf gewartet, dass Greta wirklich bereit ist, dass sie es wirklich möchte. Und nun beginnt Greta zu träumen. Sie hält den Traumfaden in ihrer Hand, und es fängt wunderbar an. Zuerst steht sie auf einer Wiese.
[06:44] Ein Fluss, der rückwärts fließt, fließt vorbei, und der Himmel ist voller schwebender Laternen. Aber dann wird der Traumfaden dünner und dünner, fast durchsichtig. Greta merkt, sie denkt gerade zu viel nach. Und genau das macht den Faden schwächer.
[07:09] Kurz öffnet sie die Augen, sie blickt sich um, und sie sieht, dass ein Junge neben ihr seinen Faden fast verloren hat. Dann beginnt er aber irgendwie zu lächeln, und der Faden leuchtet wieder. Greta beobachtet den Jungen, und sie versteht etwas. Der Junge denkt gar nicht nach, er fühlt einfach.
[07:33] Greta lässt los, also nicht den Faden, sondern ihre Gedanken. Sie denkt nicht mehr: Bin ich genug, und mache ich das richtig? Sondern sie denkt nur noch: Was kommt als Nächstes im Traum? Und als Nächstes erscheint ein kleines Tier. Es ist ein Fuchs, aber ein Traumfuchs mit einem buschigen Schwanz. Der Fuchs setzt sich neben sie. Er legt sogar seinen Kopf auf ihr Knie,
[08:02] und er schaut sie mit seinen großen, ruhigen Augen an. Greta lächelt. Auch sie fühlt sich wohl. Das ist ein besonderer Traum, und es ist eigentlich ganz einfach. Ich muss gar nicht so viel nachdenken. Ich muss einfach dran glauben.
[08:22] Greta merkt, dass sie müde wird. Es ist aber so eine gute Müdigkeit, die sich schön anfühlt. Die Weltmeisterschaft im Träumen ist eigentlich schon fast vorbei. Es wird kein Preis überreicht, kein Name ausgerufen, keine Gewinnerin bestimmt. Die Traumrichterin geht an den Kindern vorbei. Jedem Kind legt sie die Hand auf die Schulter. Als sie zu Greta kommt, flüstert sie:
[08:51] Du hast richtig gut geträumt. Greta schafft es aber gar nicht mehr zu antworten. Sie schläft schon ein. Und der Traumfuchs, der passt auf sie auf.
[09:10] Greta weiß genau wie du: Jeder Traum kann in Erfüllung gehen, du musst nur ganz fest dran glauben.
[09:22] Und jetzt heißt's, ab ins Bett und träumt was Schönes. Bis morgen ab 18 Uhr auf abinsbett.net. Gute Nacht.
[09:37] Und bitte vergesst nicht, den Podcast zu folgen und zu bewerten. Dankeschön.
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