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Shownotes
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Das sind unsere Themen:
• Der Wochen-Rückblick: Trump rüttelt weiter die Märkte auf, die Bundesregierung probiert ein paar Mini-Entlastungen, verzögert aber große Reformen. (Min ) /
• Wahre Größe: Die SAP-Aktie hat dramatisch an Wert verloren, doch die Geschäfte laufen. Nur: Wie lange noch? (Min ) /
• Das Ganze sehen: Den norwegischen Düngerkonzern Yara International haben viele nicht auf dem Radar – trotzdem sollte er auf die Watchlist. (Min ) /
• Nachgehört: Warum Hannon Armstrong Sustainable Infrastructure (HASI), trotz der aktuellen US-Politik, eine interessante Anlage sein kann. (Min ) /
Um folgende Aktien geht es: SAP (WKN: 716460), Yara International (WKN: A0BL7F) und Hannon Armstrong Sustainable Infrastructure Capital Inc. (WKN: A1T9C5).
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Keine Anlageberatung oder -empfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr, diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung.
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Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis. Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar. Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung. Aktien fürs Leben Der Vermögenspodcast von Capital mit Petra Ahrens und Timo Pache, Hallo und herzlich willkommen. Ja, wir sind zurück aus unserem Osterurlaub.
Und Timo, ich finde, wir hatten ganz gutes Timing, um mal eine Woche Pause zu nehmen. Ich bin heilfroh, dass wir irgendwie eine Woche Pause gemacht haben. Absolut, absolut. Und durch die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran kehren wir ja auch in wieder ein freundlicheres Börsenumfeld zurück.
Die Märkte haben sich kräftig erholt, zumindest bis Freitag letzter Woche. Am Wochenende haben wir dann wieder neue Dinge, die wir gleich noch besprechen können. Aber Timo, was haben wir denn heute für Unternehmen im Gepäck? Magst du beginnen? Wir schauen auf den deutschen Softwarekonzern SAP. Der ist ja so ein bisschen überfällig hier in diesem Podcast.
In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie eine ganz schöne Talfahrt hingelegt. Während die Geschäfte eigentlich ganz ordentlich laufen, hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert. Das ist eine Folge der KI-Unsicherheit, die viele Softwarekonzerne auf der ganzen Welt getroffen hat. Und wir wollen gleich mal diskutieren, wie SAP da aktuell dasteht.
Und danach gehen wir nach Norwegen. Dünger, Energie und die Wette auf Landwirtschaft der Zukunft. Als nächstes Unternehmen haben wir Yara International, einen der weltweit bekanntesten Konzerne in diesem Bereich. Die Entwicklung der Aktie ist spannend, aber auch sehr zyklisch und wir schauen da mal genauer hin.
Und zu guter Letzt gehen wir in die USA und haben hier einen Hörerwunsch, nämlich Hennon Armstrong Sustainable Infrastructure. Ein Unternehmen, das spezialisiert ist als Investor und Financier für nachhaltige Infrastruktur in den USA. Die bauen so Solarparks und investieren in Energieinfrastruktur. Ganz interessanter Player im Energiewende-Bereich, allerdings in den USA ja gerade in einem nicht ganz einfachen Umfeld unterwegs und wir werden diskutieren, was von so einer Aktie zu halten ist.
Und an dieser Stelle wie immer der Hinweis, wer sofort zu einem dieser drei Unternehmen springen möchte, kann dies gerne tun und orientiere sich an den Timecodes in den Shownotes. An dieser Stelle werfen wir einen Blick zurück auf die letzte Woche. Wir haben uns das letzte Mal vor zwei Wochen gehört.
Timo und ich hatten es schon im Vorfeld im Gespräch. Eine Achterbahnfahrt ist gegen das, was wir an der Börse erleben, fast schon ein bisschen wie ein Rosemunder-Pilcher-Film. Man kann überhaupt nicht absehen, was von heute auf morgen passiert. Freitag hatten sich die Börsen noch super toll erholt. Und dann kam am Wochenende die Sperrung der Sperrung in der Straße von Hormuz heute Morgen.
Wie man ja weiß, wir zeichnen immer montags morgens auf, gehen die Märkte wieder runter, der Ölpreis geht wieder hoch. Und Timo, du hattest mich gefragt, was will eigentlich Donald Trump damit bewirken? Und auf diese Frage hatte ich auch keine Antwort. Ja, man fragt sich das. Also wahrscheinlich geht es Ihnen und Euch, liebe Hörer und Hörerinnen, ja so ähnlich.
Man hatte irgendwie den Eindruck, Donald Trump ist angetreten und er hat zwei wichtige Ziele. Das erste Ziel ist, die US-Wirtschaft am Laufen zu halten, im Zweifelsfall noch ein bisschen zusätzlich anzufeuern, weil wenn man ehrlich war, lief die ja ganz ordentlich unter seinem Amtsvorgänger Joe Biden.
Und sein zweites Ziel war irgendwie, ein Feuerwerk an den Märkten und an den Börsen zu entfachen, im Zweifelsfall auch für sein eigenes Depot. Und irgendwie ist ihm beides, also beide Ziele sind ihm so ein bisschen entglitten, habe ich den Eindruck. Und man fragt sich jetzt, Wie kommt er da wieder raus? Natürlich, wir warten alle darauf, aber die ganze Zeit hin und her, jetzt gibt es Friedensgespräche und wir sind da im Gespräch mit den Mullahs und die sind auf einmal ganz interessiert an einem Deal und dann schickt er da sogar seinen Stellvertreter J.D.
Vance hin und der soll das dann da richten in Islamabad. Der verhandelt sogar 20 Stunden und dann reißt man doch wieder ab und sagt, nee, es gibt doch keinen Deal. Jetzt wieder die Eskalation mit der neuerlichen Sperrung der Straße von Hormuz. Jetzt absurderweise durch die USA selber. Also das ist alles irgendwie so ein Hin und Her, was die Situation, glaube ich, immer schwieriger und komplizierter macht. sowohl für die Märkte als auch für Unternehmen, die ja irgendwie einfach mal verlässliche Rahmenbedingungen brauchen.
Und das verstehe ich einfach nicht. Ich verstehe nicht, was in Trump vorgeht. Gut, jetzt kann man sagen, ich war naiv und hättest du besser wissen können, dass der halt komplett irrational ist. Ich hatte immer noch so einen Restfunken Hoffnung, dass er doch irgendwo relativ präzise, Klar berechenbar ist, aber wahrscheinlich weiß er selber wirklich am Ende nicht mehr, was er eigentlich will.
Und ja, wir hängen da nur leider alle mit drin. Das ist wohl so. Ja, also ich weiß auch nicht, ob er wirklich irrational handelt. Ich glaube einfach, dass er mit dem Angriff im Iran einen sehr großen Fehler gemacht hat. Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist, was er damit bezwecken wollte. Ich glaube schon, dass er glaubte, dass er das Mullah-Regime mehr unter Druck setzen kann.
Ich glaube, seine Macht hat er da wirklich völlig, völlig überschätzt und da kommt er jetzt so schnell auch nicht wieder raus. Das Problem ist einfach nur den Krieg, den er begonnen hat. Die Auswirkungen kriegen wir mehr zu spüren als er selbst. Er macht sich die Taschen voll. Und Timo, ich versuche auch gar nicht mehr zu verstehen, was er da macht.
Wir haben ja nicht umsonst einen Podcast, der sich da nennt Aktien fürs Leben. Und der heißt nicht Aktien für die aktuelle Legislaturperiode von Donald Trump. Und da müssen wir erkennen, langfristig anzulegen und zu investieren. Diese kurzfristigen Schwankungen will und werde ich nicht handeln. Das ist mir echt zu nervenaufreibend.
Also müssen wir gucken langfristig, welche Unternehmen werden oder vielleicht gerade nach der Legislaturperiode von Donald Trump profitieren und Wachstum generieren. Und das, denke ich mal, ist auch an dieser Stelle hier unsere Aufgabe. Das ist total richtig, nur auf der anderen Seite verschiebt er ja so sehr das Weltgefüge im Grunde genommen, die Bedingungen zu denen Unternehmen im Grunde genommen für die nächsten drei bis fünf, vielleicht sogar zehn Jahre ihre Geschäfte planen.
Also guck nur alleine im Energiesektor, Infrastrukturbereich, sowohl hier in Europa als auch in den USA, da hängen wir ja alle mit drin und das ist dann eben auch für Aktien fürs Leben irgendwann eine schwierige Perspektive, wenn du das Gefühl hast, der reißt ganz vielen Unternehmen. Im Grunde genommen die Basis permanent weg. Am Ende landest du dann doch einfach nur noch bei Konsumtiteln oder bei irgendwelchen Markenartiklern, wo du sagst, okay, die werden immer laufen, aber es gibt ja nun mal auch ein paar andere spannende Branchen und Industrien da draußen.
Aber auch die werden schwächer laufen. Auch die Konsumtitel werden natürlich vom Energiesektor, von der Ölpreisentwicklung. Deswegen müssen wir hier wirklich fundamental, und darüber unterhalten wir uns ja sehr oft, fundamental hinschauen, was langfristig ein hoher Ölpreis, Trump hat es am Wochenende gesagt, stellt euch auf die hohen Ölpreise mindestens bis November mal ein.
Das wird natürlich auch mit einer Procter & Gamble und mit einer Johnson & Johnson was zu tun haben. Also daher fundamental schauen, welches Wachstum kann hier generiert werden, wie entwickeln sich die Margen, wie sieht Gewinn aus und dann müssen wir schauen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, in die hohen Bewertungen von manchen Unternehmen einzukaufen oder ob wir einfach mal auch ein bisschen die Füße stillhalten, Cash vorhalten und gucken, wann die Märkte günstiger werden.
Kommen wir noch kurz auf Deutschland und Europa zu sprechen. Heute Morgen am Montag wurde gerade in Berlin präsentiert das erste kleine Entlastungspaket, das die Bundesregierung plant für Autofahrer in Deutschland, die von den hohen Spritpreisen im Moment betroffen sind. Es soll eine kleine Entlastung geben über die Mineralölsteuer, die soll gesenkt werden um 17 Cent je Liter.
Das ist ja ganz schön. Das Ganze ist allerdings nur befristet auf zwei Monate. Und darüber hinaus will man Arbeitgebern ermöglichen, bis zu 1000 Euro Steuer- und Abgaben frei als sogenannte Entlastungsprämie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu zahlen. Das kennt man aus der Ukraine-Krise. Damals gab es ja bis zu 3000 Euro, die Arbeitgebersteuer und Abgaben freizahlen konnten.
Jetzt also 1000 Euro, vielleicht auch das ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die Krise vielleicht nicht so groß werden soll. Ich glaube, gemessen an dem, was auf das Land wartet, nämlich ein großes Reformpaket, was die Konsum- und Investitionsbedingungen in Deutschland wieder verbessern würde, Entlastungen für Unternehmen, Entlastungen für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, was insgesamt die Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum in Deutschland mal endlich ankurbeln würde, ist das, glaube ich, viel zu wenig, beziehungsweise gar nichts.
Da haben wir im Grunde genommen heute nur gehört, da soll auch noch was kommen, aber das dauert noch. Und das ist, glaube ich, eher ein enttäuschendes Ergebnis, gemessen an der Aufregung und der Welle, die es in den letzten fünf bis zehn Tagen gegeben hat, oder? Ja, es ist jetzt ein kleiner Schritt für die Bürger.
Es ist überhaupt kein Schritt für Deutschland oder für Europa. Die großen Themen, die wir haben, Bürokratieabbau, Infrastruktur und so weiter, die werden nicht angegangen. Aber natürlich musste die Koalition über das Wochenende hinweg was liefern. Das machen sie heute Morgen. Das hat überhaupt keine Beeinflussung kurz- oder langfristig auf unsere Kapitalmärkte. Da muss mehr kommen.
SAP haben wir hier in diesem Podcast schon einige Male besprochen. Zum Unternehmen muss man selbst wenig nur noch sagen. Es gibt dazu sogar eine eigene Sonderfolge. Einfach mal gucken in den alten Folgen. Wir haben sie im letzten Jahr aufgenommen, da war SAP kurzzeitig sogar das wertvollste Unternehmen Europas.
Einer der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware, im Grunde der Erfinder der Unternehmenssoftware, wenn es um Handel, Finanzen, Einkauf, Personal, Rechnungswesen angeht. Alles wird mit SAP-Software oder kann mit SAP-Software in Unternehmen organisiert werden. Und wenn man ehrlich ist, ist SAP die einzige Unternehmensgründung in Deutschland in der Nachkriegszeit, die es geschafft hat, wirklich zu einer weltweiten globalen Bedeutung.
Und an der Spitze von SAP steht seit jetzt fünf, sechs Jahren ein immer noch sehr, sehr junger CEO, nämlich Christian Klein, der anfangs so ein bisschen skeptisch noch beäugt worden ist, weil er einen wichtigen Strategieschwenk verkündet hat, nämlich weg vom Verkauf von Softwarelizenzen hin zu einem Cloud-basierten Modell mit Abo-Einnahmen.
Das war ein wichtiger strategischer Schwenk, der hat das Unternehmen zeitweilig auch sehr belastet. Aber hat sich in den vergangenen 24 Monaten auch als goldrichtig erwiesen. Wie gesagt, die Aktie im letzten Jahr stand sie bei über 280 Euro kurzzeitig und damit war SAP das wertvollste Unternehmen Europas.
Seither, wir haben es eingangs gesagt, hat sich die Aktie allerdings auch ungefähr halbiert. Sie steht aktuell bei 140 Euro. Ein Grund ist die Unsicherheit, die KI jetzt mit in dieses Geschäftsmodell von SAP bringt und deswegen wollen wir nochmal auf SAP schauen. Petra, ich weiß, du guckst dir die Aktie auch immer ganz genau an.
Es war, glaube ich, eines deiner ersten und deiner erfolgreichsten Investments, wenn ich mir das richtig gemerkt habe. Wie schaust du heute auf die Aktie? Ich finde das Unternehmen, es hat eine Größe und wir kriegen SAP auch nicht aus dem Markt wegdiskutiert. Du hast es eben gesagt, viele Unternehmen, ob Mittelständler oder große Unternehmen, haben deren Software etabliert.
Die gesamte digitale Steuerung über die Firma wird durch SAP abgebildet. Daher finde ich es unglaublich spannend, dass dieser Hype, den wir vorher hatten, also diese Kombination aus Wachstum, aus Margenfantasie und hoher Qualität der Geschäftsmodelle, erst recht in der Umstellung vom Lizenzmodell zum Abo-Modell.
Was noch bis Mai letzten Jahres zu dem Höchstkurs von 280 Euro gesorgt hatte, dass dann plötzlich es News gibt, die eine so große Stärke wirklich um 50 Prozent einbrechen lassen. Daher finde ich es sehr interessant, dass wir das heute an dieser Stelle diskutieren können, weil ich finde einen Einstieg in dieses Unternehmen zunächst einmal äußerst interessant.
Aber die Details werden wir dazu jetzt noch besprechen. Ja, ich meine, die spannende Frage ist doch jetzt, Christian Klein hat es ja letzte Woche auch selber in Zeitungsinterviews schon angesprochen, was bedeutet der Umstieg auf KI für SAP? Zum einen kann man argumentieren, und das tun glaube ich viele an den Märkten offensichtlich, diese neuen KI-Agenten, die selbstständig Prozesse steuern können.
Die machen es für SAP wahrscheinlich immer schwerer, ihre Software oder ihre Software-Abos teuer zu verkaufen, wenn Unternehmen anfangen könnten, nur mal im Konjunktiv gesprochen, anfangen könnten mit Cloud Code oder Cloud Code. Wie diese Agenten dann auch immer heißen, sich selber mal eben eine HR-Software zu programmieren und selbst so HR-Prozesse steuern zu lassen.
Und dann sagt man, okay, nee, da braucht man jetzt gar nicht mehr SAP für. Das ist ja die eine Komponente. Die andere Komponente ist, okay, man hat zwar SAP oder irgendwelche anderen Softwarelösungen im Einsatz, setzt da drauf aber andere KI-Agenten und lässt die das dann steuern. Und dann ist SAP im Grunde genommen fast so ein bisschen abgeschnitten, von den eigentlichen Prozessen, mit denen die Unternehmen dann arbeiten.
Auch das ist ja möglicherweise eine Gefahr für SAP. Und das ist ja einer der Gründe oder der Hauptgrund, warum die Aktie jetzt in den letzten zwölf Monaten oder elf Monaten so abgestürzt ist. Wenn ich mir jetzt die Unternehmenszahlen erstmal anschaue, dann sehe ich, okay, der Umsatz steigt und der wird auch dieses Jahr wahrscheinlich weiter steigen. Der Gewinn ist massiv gestiegen in den letzten 24 Monaten.
So, Christian Klein sagt, naja, wir müssen jetzt wieder irgendwie umbauen. Wir sind vielleicht in einer ähnlichen Situation wie 2021, 2022, als er damals das Unternehmen übernommen hat. Und er dort auch so eine große Umstrukturierung machen musste, eben auf die Cloud. Das wird Investitionen auslösen, hohe Kosten, das wird auf die Marge gehen.
Aber glauben wir wirklich, dass das so nachhaltig sein wird, dass dieser Aktienkurs jetzt richtig den Wert des Unternehmens reflektiert? Wir haben ja unterschiedliche Impacts hier. Also die Aktie reagiert äußerst empfindlich, wenn das Wachstum nur mal leicht hinter den Erwartungen der Analysten bleibt. Das haben wir gesehen.
Du hast es aber eben schon richtig gesagt, SAP generiert weiterhin Wachstum. Und was wir hier sehen konnten im letzten Jahr bei Kursen von 270, 280, das war der Klassiker, Sell on Good News, das war die Reaktion und natürlich auch die entsprechende Enttäuschung auf die Wachstumserwartung, die wir gesehen haben.
Aber wenn wir uns jetzt mal die Bewertung angucken, wir hatten SAP, ich hatte es mir angeschaut, im Mai 2023 in einem unserer ersten Podcasts. Damals stand der Kurs der Aktie bei 125 mit einem 75er KGV. Heute stehen wir bei 140, also nur leicht höher mit einem 19er KGV. Also ich finde schon, wenn wir das mal betrachten und die Welt hat sich geändert, auch für SAP, ist das eine sehr, sehr günstige Bewertung.
Für mich ein historisch einzigartiges KGV. Und wenn wir uns jetzt mal die weiteren Unsicherheiten angucken, ja, wir haben hier natürlich diese infrage gestellte Effizienz im Übergang von Lizenz zum Abo-Modell, aber da befindet sich ja SAP mittendrin und klar, wir werden auch einen hohen Margendruck durch die hohen Investitionen haben, aber was für Investitionen sind das, Timo?
Das sind Investitionen auch in KI, die SAP ja auch als Chance nutzen kann. Und ich muss mir letztendlich die Frage stellen, schafft es Entroffic und Co. Einen weltglobal international ausgerichteten Konzern wie SAP komplett zu verdrängen? Habe ich eine klare Antwort drauf? Nein, werden sie nicht schaffen.
Es wird ein bisschen prickliger werden. Also Klein hat es selbst gesagt, wir werden kurzfristig Schmerzen erleiden. Aber langfristig müssen wir uns mal die Bewertung angucken und die finde ich sehr aussichtsreich. Interessant ist ja, was er auch angekündigt oder zumindest angedeutet hat, dass sie nämlich auch das Erlösmodell wieder umstellen wollen, weg von Abo-Erlösen jetzt hin zu quasi so einer Nutzungsgebühr, dass die Unternehmen künftig mit dem SAP-Abo eine bestimmte Flatrate im Grunde genommen für bestimmte Prozesse und Transaktionen, wie auch immer man das genau bemisst.
Das ist relativ kompliziert, mitkaufen. Und wenn sie dann mehr machen wollen, müssen sie auch extra dafür zahlen. Finde ich ein total spannendes Modell. Und das Zweite, was sie ja in Aussicht gestellt haben, ist, dass Unternehmen künftig, wenn sie andere KI-Assistenten einsetzen wollen, als die SAP-eigenen, dann können sie das zwar tun, müssen dann aber noch mal zusätzlich an SAP etwas dafür zahlen, dass sie die Daten nutzen, die die, Zwar ihnen eigentlich gehören, weil es sind ja ihre Unternehmensdaten, die aber SAP auf eine bestimmte Art und Weise aufbereitet hat und geordnet hat und sortiert hat, auf der wiederum andere KI-Assistenten dann ihre Arbeit aufbauen werden.
Und auch das will sich SAP dann künftig bezahlen lassen. Das finde ich total interessant. Bin ich gespannt, wie die Unternehmen darauf reagieren. Aber es zeigt natürlich schon auch, unter welchem Druck SAP da steht. Also sie selbst nehmen, glaube ich, diese KI-Agenten und Assistenten, die da aufkommen, schon als eine große Bedrohung für eigenes Geschäftsmodell wahr.
Insofern finde ich, naja, diese Bewertung von 140 Euro aktuell im Aktienkurs, ja, die ist irgendwie, die sieht auf den ersten Blick total attraktiv aus, bei einem KGV von knapp 20. Auf der anderen Seite ist das ja so ein bisschen auch der Blick in den Rückspiegel. Vielleicht sehen die Märkte da schon richtigerweise eine fundamentale Veränderung des Marktes, die wir noch nicht in den nächsten ein, zwei Jahren vollumfänglich sehen werden, aber vielleicht in den nächsten fünf bis zehn Jahren.
Und das könnte sich natürlich schon in so einem Aktienkurs jetzt widerspiegeln. Opportunistisch kann es ja immer wieder hochgehen, wenn die Zahlen gut sind, wenn die Rentabilität stimmt und so. Und das würde ich bei SAP jetzt erstmal auch erwarten. Aber ich finde es schon eine sehr, sehr spannende Lage, in der sich der Konzern da befindet.
Nicht nur SAP, das ist die gesamte Technologiebranche, die wir sehen. Und die Softwareunternehmen werden daran zu knapsen haben. Das diskutieren wir ja gerade auch. Wir haben die Hyperscaler, wir haben die Softwareunternehmen. Da wird es eine Veränderung geben. Daher ist fraglich, aber das traue ich natürlich so einem Weltkonzern wie SAP zu, wie schaffen sie es, KI auch in ihre bestehenden ERP-Prozesse zu integrieren?
Wie sieht diese Migration aus? Nochmal Timo, wir haben hier eine starke Marktstellung eines Weltkonzerns, wir haben eine hohe Kundenbindung und als Unternehmen werde ich mir sicherlich dreimal die Frage stellen, hey, switche ich jetzt mal eben meine gesamte Unternehmenssoftware, die Finanzen, die Personal, die Produktion, die Vertrieb macht, mal eben zu einer KI oder setze ich mich lieber auf das bestehende, auf die bestehende Software, die ich von der SAP etabliert und integriert habe in meinem Unternehmen. Wir haben hier natürlich auch Wechselkosten.
Das Personal müsste neu geschult werden. Und deswegen finde ich die Sorge, die hier mittlerweile im Kurs eingepreist ist, wirklich für zu hoch. Ich bin weiterhin davon überzeugt, SAP ist der DAX-Qualitätswert, historisch günstiges KGV, langfristig aussichtsreich. Ja, und wenn es erneute Rückschläge geben sollte, habe ich ja als Anleger die Möglichkeit, das Ganze auch zu verbilligen. Das Ganze sehen.
So, wir gehen nach Norwegen. Yara International ist ein Industriekonzern in Oslo, dessen Geschichte bis ins Jahr 1905 tatsächlich zurückreicht. Damals wurde das Unternehmen Birkeland Nost Hydro gegründet, das mit der Produktion von Stickstoffdünger begann, woraus sich über die Jahrzehnte ein internationaler Düngemittelkonzern entwickelte.
Und heute ist Yara an der Osloer Börse gelistet, beschäftigt weltweit rund 17.000 Menschen und gehört auch noch teilweise dem norwegischen Staat. Also eine gewisse Sicherheit. Das Geschäftsmodell ist klar auf die Landwirtschaft und auf die Chemie ausgerichtet. Yara produziert vor allem Ammoniak und daraus abgeleitete Produkte wie Stickstoffdünger und Nitrate, die als Vorprodukte entscheidend sind für höhere Ernteerträge, was natürlich sehr, sehr wichtig ist, vor allen Dingen für die Zukunft.
Das Unternehmen verdient damit in einem Markt, der natürlich auch stark von den Rohstoffpreisen, Energiepreisen und der globalen Nachfrage nach Agrarprodukten abhängig ist. Damit ist Yara heute ein sehr moderner internationaler Konzern mit Produktion und Vertrieb in Europa, in Asien und auch in Lateinamerika.
Die globale Präsenz ist natürlich dadurch wieder sehr interessant und für viele Investoren gilt Yara als weltweiter Basiswert, wenn ich im Agrarsektor anlegen möchte. Jetzt, Petra, würde ich gerne einen Einschub machen. Ich finde, der Megatrend ... Ernährung, wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel, dadurch auch natürlich größere Herausforderungen für die Landwirtschaft.
Die Ernteerträge abzuliefern, die sie abliefern müssen, damit alle Menschen auf der Erde ausreichend zu essen haben. Alles klar. Ein Riesentrend für die nächsten 10, 15, 20, 50 Jahre. Definitiv. Ein Menschheitsthema im Grunde genommen. Insofern hast du mich sofort mit so einer Aktie, die ich ehrlicherweise bis dahin gar nicht kannte, habe ich mir angeguckt und gedacht, ja, das ist natürlich ein No-Brainer.
So ein Unternehmen, wunderbar. Und dann gucke ich mir deren Unternehmens- und Geschäftszahlen an und denke so, holla die Waldfeder. Es geht aber ganz schön auf und ab dafür, dass das doch eigentlich so ein Megatrend sein sollte, würde ich ja erwarten. Ich habe da so eine relative Ruhe drin und so ein kontinuierliches Wachstum. Jedes Jahr 5 bis 10 Prozent plus.
So, und dann gucke ich mir das an und sehe, das ist jetzt alles in norwegischen Kronen. 11 Kronen sind ungefähr 1 Euro, also alles durch 11 bitte einmal teilen. Dann sehe ich, okay, 2017, 2018, da haben die so um die 100 Milliarden Kronen Umsatz gemacht, also etwas weniger als 10 Milliarden Euro. Dann ging das mal hoch. So, da war ich noch ganz schön in meinem Wachstumstrend drin und dann passiert der Ukraine-Krieg, Stichwort Gaspreise sind explodiert etc.
Und dann donnert bei denen der Umsatz hoch auf 230 Milliarden Kronen, also ungefähr verdoppelt gegenüber 2017, 2018, kommt dann aber auch wieder knallhart runter auf 150 Milliarden 2024 und zuletzt hatten sie jetzt 160 Milliarden Umsatz. Also entsprechend auch große Bewegungen im Gewinn, das könnten mal drei Milliarden Gewinn sein, in Euro jetzt gerechnet, das können aber auch mal nur ein paar hundert Millionen oder weniger sogar sein und da habe ich dann so gedacht….
Das ist aber doch ein ganz schönes Auf und Ab für so eine Aktie, wo ich erwarten würde, ach, das hat so einen kontinuierlichen Megatrend im Rücken. Da sollte nicht viel passieren. Bei dieser Aktie passiert eine ganze Menge. Und das ist auch das größte Risiko, was du ansprichst. Das ist wirklich die Zyklik, die wir hier sehen.
Also ich sehe das Risiko natürlich nicht in dieser strukturellen Herausforderung, die wir zukünftig mit Erntenerträge haben und die ganze Umstellung auf Düngemittel. Das wird ein Thema für unsere Zukunft sein, Ernährung und wie wir das Ganze entsprechend nach oben treiben können. Und auch die letzten Zahlen, die veröffentlicht worden sind, zeigen uns ja, dass das operative Geschäft wirklich wachsen kann und gut läuft.
Aber wir sind hier nicht komplett frei vom Gegenwind. Und der Gegenwind sind halt wirklich die Gas- und Energiepreise, die entsprechend mit den Düngemittelpreisen auch eng zusammenhängen. Und wir sehen es am EBIT. Wir haben einen ganz klaren Anstieg. Im dritten Quartal habe ich hier die Zahlen von 2025, hatten wir einen Anstieg auf 804 Millionen US-Dollar.
Der Umsatz hingegen war aber leicht hinter den Erwartungen. Und das zeigt uns einfach, Yara kann ertragsstark sein, bleibt aber stark von Marktpreisen und Nachfragezykliken abhängig. So, wenn ich mir jetzt die Aktie, den Chart auch noch anschaue, dann sehe ich, zu Jahresbeginn stand die so bei knapp 40 US-Dollar umgerechnet, aktuell steht sie bei fast 60 US-Dollar, bei 58 US-Dollar, da spiegelt sich natürlich ganz stark jetzt die Sperrung der Straße von Hormuz. Richtig.
Weil im persischen Golf nicht nur sehr viel Öl und Gas gefördert wird, sondern auch große Produktionsstätten für Ammoniak und Düngemittel vorhanden sind, weil man die dort sozusagen in der Nähe der Grundstoffe und Rohstoffe, die dafür notwendig sind, für deren Produktion angesiedelt hat. Auch das ist jetzt gerade blockiert, deswegen gehen die Preise für Düngemittel durch die Decke, naheliegenderweise auch die Aktie von Yara.
Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, okay, ich als Aktionär soll ich jetzt in diese Aktie einsteigen, wenn die so bei 58 Dollar gerade notiert, wenn ich mir das langfristig anschaue, ist das fast so eine Art historischer Deckel, der da entsteht. Auf die letzten 10, 15 Jahre hat die Aktie selten höher notiert.
Im Grunde genommen war da immer irgendwie Schluss an der Grenze. Auf der anderen Seite das KGV aktuell bei 10,5. Ziemlich günstig und klar kann ich erwarten bei den Düngemittelpreisen, dass ich dieses Jahr wieder so ein Jahr 2022 reloaded habe. Also sehr, sehr hohe Umsätze mit einem sehr, sehr hohen Gewinn.
Nehme ich das jetzt opportunistisch mit und denke so, ja, super. Trotz des sehr hohen Einstiegskurses aktuell. Oder sollte ich lieber abwarten, Petra? Oder was mache ich überhaupt damit? Also ich finde, das ist einfach ein Investment, eine Investition in die Zukunft. Und wir werden uns alle weiter nachhaltig mit diesem Thema beschäftigen.
Und das ist die Infrastruktur für Ernährung, die wir hier mit Yara International abgedeckt haben. Es ist ein globaler Konzern, obwohl den viele nicht kennen. Ich weiß, was du meinst, wenn ich mir den Chart angucke, bin ich jetzt auch derjenige, der natürlich sagt, auch im Einkauf liegt der Gewinn und hier liegt mir gerade der Kurs an dem oberen Widerstand von 60 US-Dollar.
Ich persönlich würde hier nichts kaufen, weil den letzten Hype, den wir hier sehen, den haben wir wirklich der Schließung der Straße von Hormuz zu verdanken. Und ich glaube, das wird sich dann irgendwann auch wieder etwas entspannen, so hoffe ich zumindest. Aber ich würde mir diesen Wert wirklich auf die Watchlist setzen, Weil langfristig glaube ich an diesen Trend, das ist eine super Story, die wir haben und da ist Yara auch wirklich einer der First Player im Markt, der Agrar- und Energiepreise abdecken wird, Ernährung und so weiter, Düngemittel werden wir brauchen.
So, und wenn wir uns dann das Ganze günstiger einkaufen, haben wir langfristig ein entsprechendes Potenzial in der Aktienkurssteigerung. Wir haben jetzt schon ein günstiges KGV mit 10,5, du hast es gesagt, und wir haben eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent. Ein Rossi von fast 20, also das Unternehmen verdient wirklich Geld.
Daher momentan kurzfristig betrachtet ein bisschen teurer, aber wenn wir hier mal wieder auf die 40 US-Dollar zurückkommen, ist das für mich ein Wert, den ich langfristig gerne im Depot hätte. Dividende, Qualität, Kurspotenzial. An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an einen sehr treuen Hörer unseres Podcasts, Jonas Vorderwühl-Becke, der jetzt uns wahrscheinlich bei seinem sonntäglichen Hausputz hört, was er mir geschrieben hatte.
Dazu würde jetzt natürlich besser passen, ein Unternehmen wie Procter & Gamble, wegen Reinigungsmittel. Das stimmt. Oder Racket Bank Kaiser. Ja, richtig, genau. Aber er hat uns vorgeschlagen, doch mal das Unternehmen Hannon Armstrong Sustainable Infrastructure durchzuleuchten. Wir nennen es mal kurz Hazy, das ist nämlich die Abkurzung oder Hazy, passend zu den Ostertagen, die wir ja gesehen haben. Also Hazy wurde 1981 gegründet und hat den Sitz im US-Bundesstaat Maryland.
Das Unternehmen ist sehr speziell. Es ist ein breit aufgestellter Investor für Infrastrukturlösungen und man finanziert die Energiewende in den USA. Ist jetzt vielleicht unter Trump nicht ganz so ein aktuelles Thema, aber wir betrachten das Ganze auch langfristig. Was macht Hazy? Sie investieren in Solar, in Wind, in die Speicherkapazitäten, also im Grunde genommen in erneuerbare Kraftstoffe und in die Energieeffizienz des Landes.
Und die Investitionen stammen dabei aus unterschiedlichen Töpfen. Das kann Fremdkapital sein, das Unternehmen hat Eigenkapital, man deckt es zum Teil durch Joint Ventures ab und es gibt noch andere Finanzierungsstrukturen. Der Kern des Geschäftes ist im Grunde genommen wie ein Private Equity, langfristig planbare Cashflows zu erzielen und dabei einen messbaren Umweltbeitrag zu liefern, aber genau auch hier diesen Mix für Anleger zu schaffen, diese Infrastrukturcharakter darzustellen, eine gewisse ESG-Ausrichtung und letztendlich die Investoren an den potenziell attraktiven Renditen partizipieren zu lassen.
Ich habe mir dieses Unternehmen angeschaut und erst mal gedacht, holla, die Waldfee, ganz schön kompliziertes Geschäftsmodell. Ich auch. Weil auf der einen Seite klar, Investitionen in Energie, Infrastruktur, Solaranlagen, Netze, Übertragbarkeit von Strom, alles nachvollziehbar in Europa, mit Sicherheit ein riesen Trendthema.
In den USA sicherlich auch ein großes Thema. Auch dort ist die Infrastruktur ja viel, viel schlechter als Donald Trump und die ganzen Jubelmeldungen aus den USA uns das immer so glauben machen wollen. Insofern Bedarf ist da, mache ich einen Haken dran. Dann auf der anderen Seite diese Finanzierung, du hast es angesprochen, über unterschiedliche Vehikel, über Anleihen, bestimmte Kapitalsummen, die man da aufnehmen muss. Das Ganze muss verzinst werden.
Das wird dann investiert am Ende wieder in bestimmte Projekte und liefert dann hoffentlich einen Ertrag, der dann bei Hazy als Umsatz beziehungsweise Gewinn verbucht werden kann. Ja, finde ich nachvollziehbar auf die Distanz hin in den USA, aber auch ganz schön kompliziert, gerade bei solchen Finanzierungsstrukturen und Märkten, die wir vielleicht von hier aus nicht immer perfekt durchschauen.
Ich sage nochmal stupid German money aus den Nullerjahren am US-Immobilienmarkt oder jetzt gerade die vielen Spekulationen über die Werthaltigkeit von Unternehmenskrediten im Private-Credit-Markt. Auch dort sind ja deutsche Investoren durchaus involviert. Also da entsteht bei mir so ein Grundmisstrauen.
Auch wenn ich das Geschäftsmodell nachvollziehen kann. Wenn ich mir jetzt aber den Aktienkurs angucke, finde ich den total interessant, weil die Aktie stand ja mal 2022 im Ukraine-Krieg und kurz davor bei über 60 Dollar. Das war unter Joe Biden, das war das Megathema natürlich von Joe Biden damals, Erneuerung der Energieversorgung in den USA, hohe Investitionen in regenerative Energien. So, dann ist aber ja was passiert.
Der Aktienkurs ist damals schon auf Talfahrt gegangen und zwar dramatisch, im Grunde genommen bis Ende 2024, auf ein Sechstel knapp 13 Dollar die Aktien noch. Warum? Ja wahrscheinlich wegen der Zinssensitivität, weil die Zinsen so stark gestiegen sind im Zuge des Ukraine-Konfliktes und der hohen Inflation in den USA.
Also da sehen wir schon den ersten Knackpunkt. Und ich meine, Inflation ist ja jetzt auch im Zuge des Irankriegs wieder so ein Thema. Und dann aber interessanterweise mit dem Wahlsieg von Donald Trump hat sich die Aktie leicht erholt, obwohl der Präsident auf regenerative Energien erklärtermaßen überhaupt keinen Wert mehr legt. Bock hat. Genau.
Sondern das ist im Grunde genommen alles torpediert. Jetzt aber wahrscheinlich erholt sich die Aktie aufgrund der Aussicht auf sinkende Zinsen. Hat es ja auch schon gegeben. Ist die Frage, wie geht das jetzt weiter? Genau. Wäre ich mir nicht so sicher. Aktie steht jetzt aktuell bei etwa 38 Dollar. Ja, ist irgendwie eine interessante Spekulation. Aber ich wäre so, boah, also ist das jetzt für mich irgendwie eine Aktie, wo ich investieren würde?
Bin ich mir nicht sicher. Du bist hier sehr abhängig vom Management. Die müssen also wirklich gut arbeiten. Und es ist kein klassischer Versorger, obwohl wir hier im Energiesektor sind. Also das ist schon ein sehr spannendes Unternehmen. Und man muss ja als Anleger wirklich zwischen den Zeilen auch lesen.
Und wenn wir zwischen den Zeilen lesen, dann sehen wir schon, dass Hazy, die haben momentan verwaltete Assets von 16,1 Milliarden US-Dollar. Ist jetzt natürlich nicht mit Berkshire Hathaway zu vergleichen, aber wir sind ja auch in einem völlig anderen Segment. Also wir haben hier schon Rekordinvestitionen in den letzten Monaten und Quartalen gesehen.
Was hinzu kommt ist, dass man den Gewinn pro Aktie wirklich sehr schön steigern konnte. Wir waren bei 2,45 US-Dollar pro Aktie im Vorjahr. Wir sind jetzt gestiegen für 2025 auf 2,70 Dollar. Und man hat angekündigt, dass man bereinigt den Gewinn pro Aktie. Auf das Thema bereinigt komme ich gleich noch ein.
Bis 2028, also innerhalb von zwei Jahren, von 3,50 bis 3,60 Dollar steigern will. Das ist wirklich sehr aussichtsreich. So, was wir hierbei beachten müssen und das ist auch so ein kleiner Haken an dem Unternehmen, dass Investoren sehr schnell auf News reagieren, die man hinterfragen muss. So haben wir zum Beispiel für das vierte Quartal 2025 plötzlich einen Gewinn pro Aktie, kein Gewinn, sondern einen Minus von 43 Cent gesehen. Das ist Stört natürlich erstmal die Börsianer. Wenn man dann aber reinschaut, sieht man, dass das Unternehmen stark mit Sondereffekten und Bewertungsfragen natürlich gearbeitet hat.
Bereinigt hatten wir nämlich einen Gewinn von 67 Cent. Das muss man hier alles berücksichtigen. Also das ist jetzt kein Easy-Peasy-Versorger-Unternehmen, wo wir investieren können, sondern die Zahlen müssen hinterfragt werden. Aber wir haben hier natürlich die Chancen auf dieses strukturelle Wachstum der Energiewende, vor allen Dingen, wenn wir auch mal aus der Ära Trump raus sind.
Wir profitieren hier sehr stark davon, dass Staaten und Versorger und Unternehmen natürlich weiter Kapital für erneuerbare Energien, Speicher brauchen und aufnehmen werden. Das Unternehmen hat momentan in der Pipeline mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar, was noch weitere Wachstumschancen bedeutet. Und wir haben hier natürlich eine Chance auf Dividende, weil die Dividende liegt aktuell bei knapp 4,5 Prozent. Das wollte ich auch gerade sagen.
Das Unternehmen ist ja hochrentabel. Also bei einem Umsatz von 400 Millionen machen die fast 200 Millionen Gewinn. Also 185 Millionen US-Dollar. Das muss man auch erst mal hinbekommen. Richtig, genau. Aber jetzt hattest du es eben schon angesprochen, der Kurs hat sich wieder erholt, ist momentan in einem schönen Aufwärtstrend seit, ja, gut zwei Jahren.
Aber was kommt jetzt hinzu? Wir haben natürlich noch als Hemmschuh da dran Donald Trump, der wirklich erneuerbare Energien, das ist jetzt nun mal so gar nicht sein Thema. Trotzdem entwickelt sich das Unternehmen still und heimlich im Hintergrund. Was jetzt aber hinzukommt, ist, dass wir die große Abhängigkeit haben von Zinsen und von Refinanzierungskosten.
Dadurch, weil Haysi halt unglaublich mit Fremdkapital arbeitet. Bedeutet, wenn wir, und das werden wir höchstwahrscheinlich haben, steigende Inflationen in Amerika sehen und wir dadurch nicht mehr diese schnellen Zinssenkungen sehen werden, auf dem Niveau bleiben oder sogar Zinssteigerungen, haben wir hier natürlich direkt einen unglaublichen Anschub in den Refinanzierungskosten.
Das drückt auf die Marge und dann wird der Kurs auch wieder zurückkommen. Das muss man verstehen, aber langfristig, wenn die Zinsen sich wieder dann einpendeln sollten und es gibt eine Ära nach Trump und erneuerbare Energien sind auch für die USA ein Thema, ist das ein super spannendes Unternehmen. Vielen Dank für diese Analyse und für die Aussicht, dass es auch eine Zeit nach Donald Trump geben kann.
Ja, hey. Damit wollen wir schließen. Das war mal wieder Aktien fürs Leben, der Vermögenspodcast von Capital. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir sagen bis nächste Woche. Halten Sie die Ohren steif und bleiben Sie uns gewogen. Bis dann. Tschüss. Bis dahin. Tschüss.