Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 60

Schach: Die Geschichte des Spiels der Könige

Freitag, 16. Februar 2024 · 54 min

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Shownotes

Ein kleiner Abstecher in die Schachgeschichte: Warum rufen wir "Schach Matt"? Wann wurde die Dame zur Frau? Wir gehen den antiken Ursprüngen des Brettspiels der Könige in Asien nach und entdecken, warum sich die Figuren so bewegen, wie sie es im Schach tun.
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#antike #früheneuzeit #schach #schachgeschichte #schachmatt
Quellen & Literatur:
• en.wikipedia.org/wiki/Makruk
• web.archive.org/web/20121003051322/http://www.…
• Wilkinson, C. K. (1943). Chessmen and Chess. The Metropolitan Museum of Art Bulletin, 1(9), 271–279. doi.org/10.2307/3257111
• Gamer, Helena M. “The Earliest Evidence of Chess in Western Literature: The Einsiedeln Verses.” Speculum 29, no. 4 (1954): 734–50. doi.org/10.2307/2847098

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Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt. Heute mit Moritz als Gast. Hallo Moritz. Hallo nach da draußen. Und mit Mimi. Wir sind zu dritt heute da, um uns mit der Geschichte des Schachs zu beschäftigen.

Einem Spiel, das die letzten Jahre noch mal viel populärer war, als sich das Leute in den Monskern und Vorstellen konnten. Vor allem durch Internet- und Netflix-Serien. Und Corona. Und Corona, einen enormen Aufschwung erlebt hat. Wir sind alle drei Schachspieler. Mit unterschiedlichen langen Schachgeschichten.

Ich habe damals Mimi ein bisschen zum Schachspielen gebracht. Da bin ich sehr stolz drauf. Und er ist deswegen sehr stolz darauf, wenn er nicht jetzt gewinnt. Aber... Ich bin auch sehr dankbar, dass du da eine alte Liebe entflammt hast. Und Moritz, der das Ganze für sich selber ein bisschen auch entdeckt hat.

Und das dann bei mir wieder, nachdem ich bestimmt anderthalb Jahre gar kein Schach mehr gespielt hat, wieder neu entfacht hat, die Liebe. Und mein Interesse wieder geweckt hat an diesem sehr alten und sehr schönen Spiel. Und ja, die Folge ist ein bisschen meine Ausrede. Oder unsere Ausrede, uns mit Schachgeschichten zu beschäftigen.

Weil das ist was, weil wir alle drei spielen eben als Hobby uns am Herzen liegt. Und gleichzeitig auch ein Themenbereich, der meiner Meinung nach noch ein bisschen zu kurz kam. Ich habe wenige deutsche Podcasts über die Schachgeschichte bis jetzt gehört. Vielleicht gibt es sie irgendwo versteckt und ich kenne sie nur nicht.

Aber mir sind bis jetzt wenige untergekommen. Deswegen versuchen wir heute ein bisschen diese Lücke zu füllen. Und ich werde so ein bisschen den ersten Teil, die erste Folge navigieren, in der wir uns von Ursprüngen bis zur modernen Schach die Entstehungsgeschichte anschauen. Wir werden viel reisen quer durch Asien, bis wir dann irgendwann in Europa landen.

Und Moritz wird danach ein bisschen einsteigen in der Moderne und vor allem die Soziätische Schachschule uns heute anfangen, etwas näher zu bringen. Genau, soviel dazu als kleine Vorgriff. Seid ihr bereit? Können wir anfangen? Aber sicher. Gut. Der Unterricht im Schachspiel machte auf Ski-Ramen einen starken Eindruck. Er wurde milder und ließ das Schachspiel verbreiten, damit alle davon Kenntnis nehmen.

Um sich für die anschauliche Lehre von Lebensweisheit und zugleich Unterhaltung zu bedanken, gewährte er den Brahmanen einen freien Wunsch. Dieser wünschte sich Weizenkörner. Auf das erste Feld eines Schachbretts wollte er einkorn. Auf das zweite Feld das doppelte, also zwei. Auf das dritte wiederum die doppelte Menge, also vier und so weiter.

Der König lachte und war gleichzeitig erboost über die vermeintliche Bescheidenheit des Brahmanen. Als ich Ski-Ramen einige Tage später erkundigte, ob Sisa seine Belohnung in Empfang genommen habe, musste er hören, dass die Rechenmeister, die erforderliche Menge der Weizenkörner noch gar nicht fertig berechnet hätten.

Der Vorsteher der Korn kam er meldete nach mehreren Tagen ununterbrochene Arbeit, dass so viel Weizen im ganzen Reich nicht aufgebracht werden könne. Der Rechenmeister halft dem Herrscher aus der Verlegenheit, indem er ihm Empfang ersolle Sisa eben da hier ganz einfach das Getreide Korn für Korn zählen lassen.

Ja, die Geschichte haben sie ja beide, schätze ich. Nein, ich nicht, aber interessant. Gut, also für alle, die Vimoorets, die nicht kannten, aus dem Matheunterricht, dann damals krank waren oder gefehlt haben. Oder nicht auch, gepasst haben. Genau das ist nämlich die schöne Anekdote, die auf der einen Seite natürlich exponentielles Wachstum verdeutlicht und schön zeigt, wie schnell das dann quasi unglaublich große Zahlen wird.

Und auf der anderen Seite wird es gerne als Analogie benutzt, um zu sagen Schach ist ein Spiel, das auf 8 x 8 Feldern gespielt wird, aber und damit sehr einfach und reduziert wirkt, aber eben sehr viele Möglichkeiten auch bietet. Auf diesen 8 x 8 Feldern kann sehr viel passieren. Und gleichzeitig ein Abbild der Gesellschaft ist mit verschiedenen Figuren, mit verschiedenen Funktionen, mit verschiedenen Möglichkeiten, die die einzelnen Figuren haben und verschiedenen Aufgaben, die ihnen zukommen.

Ja, genau. Ja, das stimmt schon, aber der Ursprung ist wie eine Abbildung der Gesellschaft und damit steigen wir jetzt direkt aus der Legende in den historischen Teil ein. Der Ursprung davon liegt in der Darstellung einer indischen Armee. Also ganz konkret nicht die Durchschnittsgesellschaft und nicht irgendwie die Ordnung zwischen, also die Gesellschaft, die Ordnung wird da irgendwie dargestellt, sondern wie die indische Armee marschiert.

Die Schachforschung geht davon aus, dass das Spiel in Indien entstanden ist und sich allmählich aus einem Würfelspiel entwickelt hat, das auf einem Feld mit 8 x 8 oder 9 x 9 Feldern gespielt wurde. Und das sich dann zu einem Rennspiel entwickelt hat, aus diesem Würfelspiel des Astapada heißt. Und Astapada ist so ähnlich wie Begem und es geht darum so schnell wie möglich auf der anderen Seite anzukommen.

So ganz bärner, man steht sich gegenüber und versucht auf der anderen Seite zu rennen. Und würfels. Je nachdem wie deine Würfe fallen, genau wie beim Begem, kannst du unterschiedlich weitziehen mit deinen Figuren. Und aus diesem Astapada hat sich dann in Indien selber noch eine Art mögliches Brotoschaffentwickel des Chaturanga heißt.

Und Chaturanga bedeutet in Sanskrit so etwas wie vierteilig und bezieht sich damit schon konkret vom Namen her auf die vier Truppengattung, die ein traditionelles indisches Antiges her hatte. Nämlich dem König und sein Berater im Zentrum, das ist noch nicht die Dame, das ist der Berater des Königs und dann die anderen um sie herum angeordneten Armeebestandteile, die Infanterie in der ersten Linie, die da vorne ziehen und bauen.

Dann die Kriegselefanten, die vor allem in Indien eine relevante Kriegskartung sind, im Vergleich zu anderen Orten auf der Welt und die Kauralari als Springer und die Streitwagen als Türme. Also die Kriegselefanten sind hier die Läufer des Equivalents, nicht der Turm. Wie man heute in Indien Schachbrett kauft, dann sind die Türme gerne Elefanten, das hat quasi nicht auf Chaturanga zurück, sondern ist eine Readaption vom europäischen Schach und würde wieder angeglichen kulturell sozusagen.

Was bei Chaturanga auffällt ist, dass wir da noch so Kreuze haben auf dem Schachbrett, die überhaupt keine Rolle bei Chaturanga mehr spielen. Das heißt, dieses Bruttoschach hat noch Zeichen auf dem Brett von den Rennspielen davor, die aber keine eigene Bedeutung mehr haben. Man hat das quasi auch den alten Brettern weitergespielt, so eine Art Multifunktionsbrett, wie du das manchmal in so Spiele-Sammlungen hast, wo du dann eben verschiedene Spiele aufeinander getruckt hast.

Und der Bauer stammt eben, dieses Klassische nach vorne laufen und zur Seite schlagen, geht auf die indischen Rennspiele zurück und war schon im Bruttoschach so angelegt. Wir werden heute, mein Ziel ist es ein bisschen, die Reise des Schachs nachzuverfolgen und dabei die einzelnen Figuren zu entmüsstifizieren und zu erklären, warum die einzelnen Figuren jeweils so laufen.

Also der Bauer läuft so, weil es aus diesem altindischen Würfel-Schach-Rennspiel so stammt und da eben die Art nach vorne gerade zu laufen und zur Seite zu schlagen, das Grundprinzip des gesamten Spiels war. Und das wird jetzt in das neue inkorporiert, aber das Ganze wird komplexer. Wir haben mehr Figurtypen, die angewandt werden und dieses Spiel ist dann mit der goldenen Zeit der indischen Zivilisation, so von 600 vor bis 500 nach Christus, nach Südhausasien gewandert.

Also wir haben den Buddhismus, der sich ausbreitet ab dritten Jahrhundert, vierten Jahrhundert vor Christus, spätestens aus Indien hinaus. Und mit dem Buddhismus, der wird ja, wenn man so von Religionen, die sich verbreiten spricht, dann hört sich das immer so abstrakt an. Der Buddhismus verbreitet sich nach Südhausasien. Tatsächlich sind es Händler, sind das angeheuerte Söldner, sind das angeheuerte religiöse Priester und natürlich auch Leute, die missionarisch unterwegs sind und den Buddhismus verbreiten. Aber das ist ein gesamtes Paket. Du bekommst ja nicht nur die Religion aus Indien, sondern du bekommst auch das Mandala-System für die Herrschaft, wie du deinen Königshof organisierst, sozusagen ähnlich wie im europäischen Feudalsystem. Du bekommst die Legitimation des Herrschers speziell und du bekommst neben Religion eben auch Glücksspiele und andere kulturelle Errungenschaften.

Und das Protoschach wandert damit eben nach Thailand, nach Kampotscha, nach Bali und nach Südviernan. Und wir haben in Angkor Wat zum Beispiel ganz, also religiöse im 12. Jahrhundert, wo Uck gespielt wird. Und Uck habe ich in Kampotscha damals auch gelernt. Und wie ich jetzt bei der Recherche erfahren habe, ist Uck, kampotianische Schach, ähnlich wie das thailändische Schach, eine Übergangsform.

Wir sehen hier das alte Chaturanga auf seiner Reise stehen geblieben, bevor es weiter reisen konnte und die anderen Eigenschaften, die heutzutage Schach ausmachen, ausmachen, kommen. Wie sieht so ein Uck drehend aus? Eigentlich wie ein Schachbrenten. Kurze Zwischenfrage, gibt es in Kampotscha und Thailand auch Schacht-Teilboxen oder Schach-Kmährboxen oder so in Analogie zum Schachboxen hier so?

Es gibt sehr viele Leute, die Kmähr- und Teilboxen machen und Uck oder das thailändische Schach Mak Ruck heißt es in Thailand, Spielen, also Uck oder Mak Ruck. Ich habe noch nie erlebt, dass es die Kombination in einem Wettkampf gibt, das ist da ganz ordentlich getrennt alles. Aber es ist auf jeden Fall beides Nationalsport.

Also auf jeden Fall als Kombination so, ne? Uck, Teilboxen, ja. Was sollten wir pro Mauschen gründen? Genau, Kund, Kmähr und Uck und Mak Ruck und Teilboxen kannst du dann kombinieren in den jeweiligen Ländern. Beim Uck und Mak Ruck fangen die Bauern eine Reihe weiter vorne an. Also das ist eine leere Reihe zwischen deiner ersten und deiner Bauernreihe.

Und beim Uck in Kampotscha heißen die einzelnen Figuren die Bauern heißen Fische. Deine Läufer sind Netze und die Fische werden zu netzen, wenn sie die drittletzte Reihe erreichen, wo die anderen Bauern starten. Netze können sich einfällt diagonal in jede Richtung bewegen. Also wie ein Läufer, aber nur mit wenig Reichweite.

Und es gibt gewisse Regeln, wenn du gewinnst oder solierst, wenn eine gewisse Anzahl von Figuren noch auf dem Brett sind, weil dadurch, dass die Dame kann auch nur einen Zug in alle Richtungen laufen, ähnlich wie der König. Das heißt du hast keine Figuren, außer den Türen, die wirklich weit schlagen können über das Feld und dynamisch schnell ziehen können.

Und dadurch musst du gewisse Regeln einführen, die zum Spielende beitragen, wenn die Leute damit drei Netzen und ihrem König noch noch rum eiern. So, dann kannst du nichts mehr machen. Also diese langsamer Spielart führt zu anderen Regeln des Gewinnens oder des Verlierens. Es gibt dann gewisse Kasse noch so und so viele Züge übrig, ab einer gewissen Anzahl von Figuren noch und so.

Und was ich sehr spannend fand dort, die Figuren sind alles ein bisschen abgesehen davon, dass alles mit Fischerei zu tun hat. Und das eindeutig von Leuten, die den ersten Tag gefischt hatten erfunden wurden und in dieser Lebensrealität spielt, sind die Figuren viel stemmiger und werden von den Spielern mit voller Gewalt auf den Tisch gedämmert.

Wenn du einen Bozzian Schachbrett kaufst oder einen Uckbrett, dann ist es wirklich massiv gebaut, extrem schwer, weil du es auch aushalten musst, dass beide Spieler um den mentalen Terror beim anderen quasi zu verstärken, die Figuren mit maximaler Stärke auf den Tisch donnen. Ich habe Leute gesehen, die da aufgestanden sind, um zu ziehen, um dieses Ding so auf den Tisch zu schmettern.

Und der typische Uckspieler hat so Militärhose getragen, saß oben ohne Nachmittags da und hat die Steine auf seinem Brett gedollert. Das fand ich sehr schön an dieser Schachkultur. Massiv gefertigt dann auch aus Holz oder aus Stein oder aus was ist das? Ich habe sie nur aus Holz gesehen. So Wikinger Schachfiguren, oder?

Es gibt ja dieses berühmte englische Schachbrett, was von Wikingern, oder Schottland, Nordenglern gemacht wurde, was die gleichen Figuren in den Harry Potter-Filmen auftauchen. Heute sind euch an die Harry Potter-Schachfiguren, die sind angelehnt an einen Fund im British Museum, zudem es auch an sich ein super YouTube-Video gibt und die waren auch relativ massiv.

Damit konnte man wahrscheinlich auch ordentlich aufs Brett donnen. Dieses Wikinger Schach mit diesen Holzglötzen, die man umwerfen muss, so ein Parkspiel, so ein Art Bullen, nur... Ah, jetzt habe ich meine Zeit richtig, was da spannend ist am Schaf, ist es dann nicht, dass es in Südostasien hingeblieben ist, weil es gibt viele Spiele, die sich von einem Land ins nächste verbreiten von Neue Regeln mitbekommen.

Aber eine der wirklich spannenden Zusätze hat das Schach dann in China bekommen. Mit dem Buddhismus und mit der buddhistischen Kultur ist es dann über Südostasien wahrscheinlich, auch direkt aus Indien, nach China eingewandert und wurde dann mindestens in China seit dem 6. Jahrhundert vor Christus schon gespielt, sehr früh und hat dort von Go gelernt.

Ihr kennt Go, sagt euch Go was? Ja, weil Bo gespielt. Ich habe es noch nie gespielt, ich fand es aber immer faszinierend. Und da gab es auch so eine coole Doku über die KI, die gegen den besten Go-Spieler der Welt gewonnen hat, noch bevor die ganzen Schach-Engines alles geschafft haben, menschlichen Gegner zu besiegen, das kann dann ja erst später.

Oder kann es später? Ja, hat sie eben so eine KI geschafft, den besten Go-Spieler. Ist da Go was später? Wie viele Felder, wie viele Figuren? Du hast beim Go nur eine Art von Figuren, die Felder, du setzt quasi die, du hast eine Art von Stein, eine kleine Linse, so eine Art Smartie und der eine hat die schwarzen Smarties und der andere hat die weißen Smarties und die werden abwechselnd gesetzt frei, übers ganze Feld verteilt, auf dieses Spielfeld und es geht darum, den Gegner einzuschließen.

Das heißt, jedes Mal, wenn du es schaffst, eine gegnerische Gruppe komplett zu isolieren, also zum Komplett zu umschließen mit deinen Stein, dann wird die zerstört und die Steine werden rausgenommen und kommen zu dir. Und du gewinnst durch geschlagene Steine vom Gegner und über Territorien gewinnen, weil das ist ja Territorium, was du einmal eingeschlossen hast für dich, die Felder, die Punkte, die dazwischen sind, kann der andere nicht mehr besetzen und damit hast du das Territorium für dich gesichert.

Und das ist damit so ein ganz altes Kriegsspiel, was eben trainiert den Geist für die Umschließung des einzigen von Gegnern zu trainieren. Und da hat das Schach, das Schachmat, gelernt, also dass man den König trotzetzen muss, dass der König eingeschlossen sein muss und nirgendwo mehr hin darf. Das alle Felder angegriffen, das ist ein Import aus dem Go, ich forscheine mir die Forschung aus.

Und es gibt in China das Zhangjie, das bei dem die Figuren, genau wie beim Go, nicht auf den Feldern stehen vom Schachbrett, sondern aus den Schnittpunkten, wo die Felder sich berühren. Und im chinesischen Zhangjie hat dann auch im Vergleich zum Chaturanga oder auch zum modernen Schach, gibt es keine Figuren.

So, das ist sehr reduziert, du hast quasi beschriebene Plättchen und auf jedem ist der Name oder das Schriftzeichen die Bezeichnung quasi oben reinkrawiert. Deswegen erkennt man das nicht direkt als Schach, wenn man da vielleicht vorbeiläuft und Leute das Spielen sieht, aber das ist im Endeffekt auch eine Zwischen- oder Vorform des modernen Schachs, was den Einfluss beigesteuert hat, dass der König so behandelt werden muss, als wären die Bauern aus diesem indischen Kontext von den Rennspielen und das Schachmat vom Go.

Das Schach reist quasi bis jetzt so mit dem Buddhismus ein bisschen durch Ostasien und nimmt aus jeder Region von den beliebten Strategiespielen die guten Eigenschaften sozusagen auf. Gleichzeitig können wir nicht davon ausgehen, dass es nur in eine Richtung gewandert ist, wie ursprünglich mal die Theorie war, sondern wir haben eher so eine spiralförmige Ausdehnung aus Indien und dann eine Vermischung von diesen verschiedenen Eigenschaften in Zentralasien.

Aber dazu müssen wir erst mal noch ganz kurz nach Persien reißen, denn das Schachspiel wurde aus Indien auch direkt ohne den Umweg über China und so nach Persien eingeführt und wurde dort der relativ schnell Teil der fürstlichen und höfischen Erziehung des persischen Adels. Ich habe hier mal aus dem Matikani Chattarang, also der Buch des Schachs, ein übersetztes Zitat, wie das Schach anscheinend nach Persien kam, eine andere Legende übersetzt.

Mimi, willst du mal? Eines Tages traf ein Botschafter des Königs von Hindi am Persischen Hof von Kosroes ein und nach einem orientalischen Austausch von Höflichkeiten überrechtert der Botschafter seinem herrscherreiche Geschenke darunter eine kunstvolle Tafel mit kunstvoll geschnitzen Stücken aus Ebenholz und Elfenbein.

Dann forderte er ihn heraus. O großer König, holt eure Weisen und lasst sie die Rätsel dieses Spiels lösen. Wenn sie es schaffen, wird der König von Hindi als Oberherr-Tribut zahlen. Wenn sie aber scheitern, ist das der Beweis, dass die Persen von geringerem Verstand sind und wir werden vom Iran-Tribut verlangen.

Den Höflingen wurde das Brett gezeigt und nach einem Tag und einer Nacht tiefen Nachdenkungslöste, einer von ihnen, wird sorgmehr das Rätsel und wurde von seinem erfreuten Herrscher reich belohnt. Das Rätsel in dem Fall wahrscheinlich zu verstehen, wie das Spiel funktioniert. Um 600 nach wirst du es wohl im sassanidischen Persien, also zur Herrschaftszeit der Sassaniden im Iran, Tchatrang genannt, also aus Tchataranga wird dann Tchatrang und später wird daraus Chantrat.

Das Oberschichtsspiel im Iran, im 6. Jahrhundert passiert was im Iran, bzw. im 7. Jahrhundert, das Jahrhundert danach. Die Sassaniden haben sich über Jahrzehnte hinweg Abnutzungs-Kriege mit den Byzantinern geliefert. Beide haben in der arabischen, woher die Jordanien ist, die arabische Halbinsel und so, eine Pufferzone der Wüste.

Beide Seiten haben jeweils arabische Stämme bezahlt, um für ihre Seite zu kämpfen und die Grenze zu sichern. Ganz lange hatte ich auf beiden Seiten der Kriege immer die angeheuerten arabischen Stämme, die christlichen arabischen Stämme wurden von den Byzantinern angeheuert und die politistischen arabischen Stämme von den zoroastrischen Sassaniden.

So war das ganz ordentlich und sauber aufgeteilt, bis dann irgendwann der Islam kam und dieses ganze Konzept ein bisschen ins Wanken gebracht hat. Und nach Jahrzehnte langen Abnutzungs-Kriegen zwischen diesen beiden Empires, zwischen den Sassaniden und den Byzantinen, hatten dann die arabischen Stämme geeint unter ihrer neuen Religion ein sehr leichtes Spiel, die beiden geschwächten Großreiche zu schlagen bzw. zu gut sichers Sassaniden komplett zu übernehmen und die Byzantiner aus Ägypten und aus der Levante zu verdrängen, als Kurzfassung. Und damit kommt das Schach dann wie ganz viel andere Kultur aus dem Iran in diesem Bereich der neu geschaffenen islamischen Kalifate und damit eben durch Nordafrika bis nach auf die Iberische Halbinsel,

also die Verbreitung quasi durch die ganze Nordafrika. Die Regeln, dass man Schach rufen muss, wenn man den König angreift, Schach, nicht Schach, also Schach, der König Persians, der Herrscher der Sassaniden, wurde übernommen, auch von den arabischen Sprachkirchen und wurde danach weiter Schachmat gerufen, was auf Persisch der König ist hilflos bedeutet. Schachmat ist der hilflose König.

Da haben wir es. Daher kommt der Ausruf Schachmat. Es gab den philosophischen Theologen Al-Ghazali, der das Schachspiel in die Alchemie des Glücks erwähnt, was sich einen großartigen Buchtitel für ein Buch des Um 1100 erschienen ist. Das könnte heute auf der Spiegel Bestsellerliste stehen, wo ein, zwei, ein Zeichen des Glücks. Und er verwendet als spezifisches Beispiel für eine Gewohnheit, die die gute Gesinnung eines Menschen trügen kann.

Und das kann ich sehr bestätigen, wenn es die Gelaul Abends im off-chest.com geht und zwei, drei Partien verlieren, geht es mir genauso. Mimmy, bitte. In der Tat wird ein Mensch, der sich an das Spiel mit Tauben, das Schachspiel oder das Glücksspiel gewöhnt hat, so dass es ihm zur zweiten Natur geworden ist, alle Annehmlichkeiten der Welt und alles, was er hat, für diese Beschäftigungen geben und kann sich nicht von ihnen fernhalten.

Ja, man kann davon ausgehen, es wurde auch um Geld gespielt. Also wenn wir uns diese Reihe auf eine Aufzählung anschauen. Ältesten Schachfiguren, die wir eindeutig als Schachfiguren im modernen Sinn einschätzen sind, stammen spannenderweise aber nicht aus Persien, nicht aus China, sondern aus Zentralasien, nämlich aus der Gegend rund umsammarkant.

Also direkt an der Seitenstraße. Die Funde dort gehen um 761 Los, dann gibt es noch ein paar andere, so 9. und 10. Jahrhundert von wirklich modernen Schachfiguren. Und das Spannende ist daran, dass wir da eben auf der Seitenstraße anscheinend jetzt all diese Traditionen, die ich bis jetzt besprochen habe, wie eine Verschmelzung sehen.

Wir haben das Schachmat aus der persischen Tradition, wir haben das Schachmat-Stellen aus dem chinesischen Go-Kontext und alles läuft dort in Zentralasien an dieser Knotenpunkt, wo all die Kulturen auch zusammenkommen und durchreisen. Entsteht das moderne Schachbrett, wie wir es erkennen würden. Und als solches kommt es dann eben auf drei Wegen nach Europa, nach Westeuropa und Russland.

Über Russland wirst du später noch mehr reden, da werden wir uns ein bisschen rein vertiefen. Und verbreitet sich dann im 9. und 10. Jahrhundert, also im frühen Mittelalter in Westeuropa. Es ist belegt, dass es im 10. Jahrhundert von den Mauern auf der imbärischen Halbinsel mit eingeführt wurde. Und es gibt eben ein spanisches Manuskript aus dem 13. Jahrhundert, das Chantratz-Beghem- und andere Würfelspiele behandelt.

Libro de los juegos, Libro de los juegos. Also das Buch der Spiele, dass die früheste europäische Abhandlung über Schach und europäische Tisspiele überhaupt ist. Damals war Schach aber noch kein dominantes Spiel. Das war eines von ganz vielen Spielen, die eben bekannt waren und gespielt wurden. Die Leute hatten damals noch kein Internet, hatten damals noch kein Mobiltelefon und auch noch nicht mein Buch zu Hause.

Und dementsprechend, wenn man nicht mehr lesen kann, durch den langen Winter, muss man sich das dann eben anders die Zeit vertreiben und deswegen waren Würfelspiele, Kartenspiele und eben Brettspiele extrem wild. Es wird eine der ritterlichen Tugenden. Ich habe ein schönes Bild für euch rein ins Skript kopiert von zwei Tempelrittern, die miteinander Schach spielen.

Die Teilnehmens-Rationalität war auch noch nicht erfunden zu der Zeit. Nein, aber das sieht tatsächlich aus, dadurch sieht es sehr modern aus, weil es aussieht wie so ein Chess.com-Screen. Also die zweite Dementionalität ist nicht notwendig, es ist überhaupt kein Problem. Es funktioniert eigentlich besser und die Symbole, wenn ihr auch mal auf dieses Brett genauer guckt, die Symbole für die Bauern sind schon eins zu eins die modernen Symbole zum Beispiel.

Ja, Springer eigentlich auch, ne? Springer, die Bauern, bei den Läufern und Damen und König, die Türme finde ich sind noch relativ nah dran, aber dann wird schon ein bisschen schwer zu sagen, was jetzt was ist. Und wenn irgendwas im Mittelalter in Europa ankommt, könnt ihr euch einer Sache sicher sein, es gibt eine Reaktion der Kirche da drauf.

Und die Behauptung, dass man es selbst erfunden hat. Genau, das sind zwei Sachen, die immer passieren. Der heilige Petrus Damian rangerte zum Beispiel 1061 den Bischer von Florenz an, weil er Schachspielte, obwohl es sich seiner schlechten Auswirkung auf die Gesellschaft bewusst war. Der Bischer von Florenz verteidigte sich in dem erklärte Schacherfordere Geschicklichkeit und sah daher anders als andere Spiele, keine Glücksspiele und ähnliche Argumente folgten in den folgenden Jahrhunderten.

Das ist der Grund, warum sich Schachspieler heute immer noch den Pokerspielern überlegen fühlen und doppelt natürlich den Roulette-Spielern. Ist auch der Grund, weshalb Schach immer noch als Sport gilt. Ich glaube, keiner hat Lust an alle wissen, dass er jede Argumentation mit einem Schachspieler, wieso Schach keinen Sport, das verlieren würden.

Und diese Diskussion habe ich schon unangenehm oft mit Leuten geführt. Es gab im London des 13. Jahrhunderts dann zwei Vorfälle, bei denen Männer aus Essex beim Schachspiel zur Gewalttätigkeit ein Methodus vorgegriffen, was dann für weiteres Aufsehen, Beunruhigung und so eine kleine moralische Panik führte.

Das Schach war sie jetzt in ganz Europa auf einmal die Leute gegeneinander aufliegele. Kieler spielt das 11. Jahrhundert. Der Counter-Strike-Effekt. Genau, der Counter-Strike-Effekt fiel damals Schach, die große Gefahr. Und diese wachsende Beliebtheit alarmierte die Kirche vor allem, weil das mit Ausschweifung und Gewalt assoziiert wurde.

Also nicht wirklich die Assoziationen, die wir heute im Schach haben. Wenn du im Mittelalter Schachspielst, gehst du als Bad Boy. Und das hat sich auf jeden Fall heutzutage ein bisschen verloren, wenn du im Schachverein in dem, den wir da sehen, anschaue. Gibt es irgendwelche Infos drüber, also ob es auch in einer breiteren Bevölkerung irgendwie verbreitet war?

Oder ist es immer noch ein reines Elitespiel am Hof? Es ist kein reines Elitespiel mehr. Es ist ein höfisches Spiel, aber die Leute, die sich in den Kneipen töten aus Essex, sind keine Adlegen. Okay. Also dann wird auf in anderen Bevölkerungstichen gespielt. Und das Problem ist, wenn du beim Schach verlierst, kannst du eben nicht sagen, dass du keinen Glück holt.

Das ist ja das Deprimierende. Man fühlt sich ja nahe einfach im Südpunkt. Deswegen kann ich schon so verstehen, wenn man die ganze Zeit Würfelspiele gespielt hat, dann anfängt Schach zu spielen, dass man aus der See niemand ermordet. Klar, happens to the best, ne? Volle Solidarität mit den Männern aus Essex.

Und jetzt, aber das ganze waren noch nicht die Figuren, sind das moderne Schach. Wir kennen das ganze, ja, aber die Regeln sind auch nicht die modernen Schachregeln. Wir spielen eigentlich noch thailändisches oder kampuchanisches Schach hier. Also der Läufer kann noch nicht weitziehen. Die Dame hat noch nicht die Fähigkeiten, die wir modernen Schachkauen kennen und ist noch nicht diese overpowered Figur, die so, ne?

Also allein ein Spiel entscheiden kann. Was ich faszinierend fand, waren eben, dass man diese Erfindungen des modernen Schachs mit den modernen Schachregeln, die bis heute dann grob war, grob, dass die Figurenzüge angieg gleichgeblieben sind, auf einen kleinen Kreis von drei oder vier Männern, einen Sitteraten-Zirkel, einen Buchklub sozusagen, er im 15. Jahrhundert zurückverfolgen kann.

Ein Buchklub in Valencia. Ja, der Kapitalismus haben sich auch drei, vier alte weiße Männer ausgedacht, ne? Hat auch funktioniert. Es war, hast du jetzt, weil ich dachte, dass die Dame auch noch eine männliche Figur war eigentlich, also irgendwie eine ritterliche Figur. Im persischen Kontext ist die Figur immer noch der Berater des Königs, der Vesir zum Beispiel dann, genau, es ist immer noch ein Mann.

Und es wird auch wahrscheinlich hier zur Dame. Ich weiß gar nicht, ob ich das ins Kriptrenn hab, deswegen ein ganz kurzer Exkurs hier dazu, warum das überhaupt Dame heißt. Versuchte es gerade, aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, war der Vesir der Vers, der dann zur Varchin wurde im alt-französischen.

Weil sich das für Französisch-Sprecher quasi der Vers der Berater des Königs, der Vesir, der den Titel noch behalten hat, diesen arabischen oder persischen, dann vor Ballhorn wurde durch das Missverstehen der französischen Spieler. Und was sie verstanden haben, ist das eine Jungfrau. Und dann war es klar, welche Jungfrau steht im Zentrum neben dem König und damit wurde in Europa aus dem Berater des Schahs oder des Sultans, wurde dann die Jungfrau bzw. die Edeldame an der Seite des Königs die Dame.

Und gleichzeitig zeigt es ja auch ein bisschen, wie vielleicht ein Bewusstsein entstanden ist, dass es eben auch mächtige weibliche Personen gibt oder nicht. Also stimmt schon, der hätte es keine mächtigen weiblichen Personen gegeben, wäre die Wahl auf eine andere Analogie gefallen. In dem Punkt gebe ich dir recht, aber es war eben nicht so, dass dieses Spiel übernommen wurde, immer gesagt hat, europäische Königinnen werden gar nicht von ihren Beratern beeinflussen, nur von ihren Frauen, sondern es geht eben um die Vorballhornung des Wortes und wenn dessen ein anderes agabisches Wort gewesen wäre, hätte es auch sein können, dass es anders verstanden wird und dass da der Jurist raus wird.

Was ich gefunden habe als Erklärung hat vor allem das literare, die etymologische Verbindung klar gemacht. Aber zur Erfindung der modernen Schachregeln mit der Dame schon auf dem Brett, wir reisen nach Valencia. So einem Mann namens Francesc, Wins-Wasser, Vincent, ich nenne ihn Francesc Vincent. Nichts in diesem Namen stimmt Francesc mit SCH hinten und Vicent ohne...

Ich habe einen ganzen wissenschaftlichen Artikel drüber gelesen, warum dem sein Name so oft anders geschrieben wird. Ich habe... Es gibt von dieser Person einen Haufen unterschiedlichen Namen, weil der eben so eine prägende Figur im Schach war, wurde der dann von Autoren danach immer wieder referenziert und zwar sehr frei, wie das im Mittelalter war.

Und in verschiedenen Sprachen wahrscheinlich auch, oder? Der wurde einfach angepasst und wie das in dieser Zeit im 15. Jahrhundert ist, der verkackte Name steht auch in keinen zwei Büchern gleich drin. Der hat selber seinen Namen unterschiedlich geschrieben, der wurde... Also im 15. Jahrhundert war sowieso Rechtschreibung noch mehr.

Ja, da gab es doch keinen Dunkel. Und dadurch, dass er auch ganz viel dann in Dialektsprache, seinen Lokaldialekt verfasst hat in Valencia, was ist das Valencianisch, wird die Sache noch schwieriger. Das war kein moderne Standard oder Hochspanisch, oder Hofspanisch, sondern das war sein Lokaldialekt und dann schreibt man seinen Namen noch mal anders, wie man ausspricht.

Also, back to Frances Gwinchens life. Man muss es halt auch damit leben, dass er den Namen so ausspricht, wenn er immer anders geschrieben hat, der gute. Der stand im Kontakt mit diesem einem Literaten-Zirkel um Bernat Fenolet, Franci de Castel-Castelvi und Narcis Vignoles. Narcis Vignoles, welche zwischen 1470 und 1490 das Schachgedicht Castamor verfass.

Das ist ein sehr schönes Gedicht, was eine Zugfolge von 40 Zügen im Gedicht mit drin hat, die man nachspielen kann. Ich glaube, eine schottische Verteidigung spielen die und es ist keine echte Partie, sondern eine literarische Partie, die sinnbildlich für das Auf- und Abspiel, was im Gedicht beschrieben wird.

Also ein extrem hochkulturelles, cooles Produkt, das dieses neue Spiel auf eine sehr kreative Art und Weise als Mittel in einem Gedicht mitverwendet hat und als irgendwie auch Motiv des Gedichts und das will alles miteinander verwoben, also ich war extrem beeindruckt davon, als ich lese euch gerne durch, ist es online für südbar.

Und da werden eben die veränderten Zugweise von der Dame, nämlich dass sie dieses Super-Pause hat und in alle Richtungen weitziehen kann und der Läufer, das er auch so weit ziehen kann, im Gegensatz zum bisherigen arabischen Schach beschrieben, traditionell arabisch, weil es eben aus der letzten Station davor der arabische Welt war, davor in Persien, in Indien, in Zentralasien wurde das eben alles so gespielt, dass die Dame und die Läufer nicht diese Super-Seligkeiten haben, sondern eben nur einen Feld in die Richtung können oder zwei, diagonal.

Hast du irgendwelche Infos drüber, was das mit der Spieldynamik gemacht hat, also ob man sich zum Beispiel gelangweilt hat oder so und ist deswegen geändert hat oder wo kommt das her? Ich gehe schwer davon aus, dass es eben von diesen Männern erfunden wurde oder in dieser Zeit erfunden wurde und sie fand es dann so toll, dass sie direkt ein Gedicht drüber geschrieben haben und die ganze Zeit dieses Spiel gezockt haben, also kann auch so sein, weil das es viel natürlich viel dynamischer macht.

Also unser modernes Schach ist gerade deswegen so interessant und spannend, weil es diese Ungleichheit auch zwischen der Dame, die so viel Macht hat und den anderen Figuren gibt. Und ich habe ja in Kamotsha-Uk öfter gespielt, ja, mit meinen Nachbarn und so, und das ist schon was anderes. Also es ist viel mehr hinprositionieren, sich langsam in die Richtung begegnen und bei dem europäischen, bei diesem modernen Schach bist du ja innerhalb von zwei, drei Zügen beim Gegner drüben und du kannst ja, wir wissen alle, wie gefährliche Eröffnung sein können, weil wenn du dich da einmal auf Hals spielwegst, dann hast du direkt riesen Probleme.

Wenn du langsam deine Fische da Schritt für Schritt da vorne schiebst und alles, du hast keine Dame und keine Läufer, dann ist das Spiel halt viel langsamer, viel positionaler nochmal. Das hat im Endeffekt ja zum großen Durchbruch geführt, warum wir heute online Schach spielen und kein Uck oder kein Zhang Ji oder keines der anderen Spiele.

Francesc Vincent war an all diesen Sachen beteiligt und, lauter Meinung von manchen Historikern, der direkte Erfinder des modernen Schachs, weil er derjenige war, der dann das Schachbuch, das erste richtige Schachbuch in Europa, quasi mit dem modernen Schach, veröffentlicht hat, 1495. Also 1495, was war das so los in der Welt?

Weil die Entdeckung Amerikas hat dann, oder so, genau der Fall Konstantin Opels, das ist quasi so in dem Bereich, wo generell der Beginn der Neuzeit angesetzt wird, der Schwunen und das Ende des Mittelalters. Und das Schachspiel wird spannenderweise eben tatsächlich genau an dieser Zeitenwende passenderweise erfunden und ist damit auch so ein bisschen, na also, wir spielen nicht mehr das mittelalterliche Schach, was so den Ritter-Tugenden gehört hat, wir spielen das modernische.

Ja, man erlaubt sich halt auch dann mehr zu denken wahrscheinlich und einfach innovativer zu spielen, so, ne? Das ist davon sicherlich auch ein Ausdruck, also, und der Titel von diesem Buch, den lese ich euch jetzt einmal vor, haltet euch bitte fest. Liebte der Jochspartit der Tzaks, ein Nr. der Hientos, ordinate, compost per mi, Francis Vincent, natte ein la Ciudat der Ceykorb, sie hat eh leci de la insignie, eh Valerosa Ciudat de Valenciat.

Die Sache mit der Titellänge hatten sie noch nicht so raus, die Moderne ist gerade erst losgegangen. Die nächsten hunderten Jahre dienen dazu, Sachen, eh, Suchmaschinen freundlicher zu machen und dieser Titel ist es leider noch nicht. Aber er beschreibt sehr, sehr ausführlich, was in diesem Buch passiert, nämlich er hat genau 100 Schachpartien da drin abgearbeitet und seinen Namen machen, er hat er untergebracht und das hat mit ihm, eh, geht alles auf seine Stadt in Valenciat zurück.

Ja, besser ist es, das ordentlich zu beschreiben, bevor ich da irgendwie 300 Seiten abschreiben muss oder sind es nur 100 und noch gar nicht so genau weiß, was es geht, ne? Der Titel war das Abstrait damals. Ja, schieb, schieb. Leider sind sämtliche Kopien des Originalbuch mittlerweile verschollen. Die letzten bekannten Exemplare befanden sich in der Bibliothekerkommunale des Siena in Italien und in der Bibliothek von Santa Maria de Montserrat, wo sie 1811 während des spanischen Unabhängigkeitskrieges verloren ging, als französische Soldaten die Handschriften als Kanonenfutter missbrauchten.

Wisst ihr, was Kanonenfutter ist, wo das herkommt? Zum Lager, also so, muss nicht irgendwas in die Kanone, das halt nicht das Rohr so stark belastet wird. und reingeschickt werden. Und ursprünglich wurde das aber tatsächlich als Futter für die Kanone, du stopfst es quasi ins Maul, ins Rohr der Kanone, um deinen Schuss vorzubereiten.

Und dafür haben wir einfach gesagt, wir nehmen einfach diese Handschriften aus der... Diese großartigen letzten Handschriften, das ist ein Schachbuch, das nehmen wir dafür. Genau. Aber es gab dann einen spanischen Schachhistoriker, der das Buch enthalten hat und die damals in diesen Auszügen Valencia schon direkt als Schwiege des modernen Schachs bezeichnen.

und der war dann auch von der spanischen Inquisition nach Italien. Der war doch gelehrt, Theologie gelehrt und so, wo er unter der Autorität von der berühmten Borgia und der Schachsinn zu einem Anschluss an diese Entwicklung, an diese Neuerung des modernen Schachs, bildeten sich dann Schachzirke, vor allem erst ab der iberischen Halbinsel, und das war eine sehr wichtige Eröffnung, weil es die waren, die zu der Zeit viel gespielt wurden von diesen Schulen.

Und Rui Lopez ist auch eine Eröffnung. Eine, die auch auf allen, also in allen höchstklassigen Partien gespielt wird, Fabiano Caruana spielte die ganze Zeit, Magnus Carlsen spielte immer wieder. Also es ist auf jeden Fall immer noch, kann man machen quasi. Das kann man immer noch bringen. Zeitlos seit dem 16. Jahrhundert aktuell. Der Rui Lopez hört sich an wie ein komischer Cocktail.

Das hört sich an, als würdest du, wenn du das in der Bar bist, als würde da so ein alter Beton mit einer Spanier kommen und dir von hinten in den Nacken lecken. Einmal den Rui Lopez. Im Jahr 1575 wurde dann das erste internationale Schachtunier der Geschichte am Hof des spanischen Königs, Philipps II. im Matrib ausgetragen und vom Siciliano Giovanni Leonardo di Coutro gewonnen, der im Anschluss auch den besten portugiesischen Spieler, El Morro, schlug, im Prinzip.

Also ganz bald ist es eine Schachgeschichte, da können wir auch viel tiefer an alle coole Namen, hatten alle coole Klamotten an, waren alle aus dem Musketier. W.W.I. des 16. Jahrhunderts, ne? Ja, tatsächlich. Ja, so viel zur Verbreitung, jetzt sind wir quasi, ne? Ab da geht es weiter. Jetzt will ich ein bisschen mit der deutschen Geschichte einsteigen.

Im Jahr 1616 wurde das erste Schachlehrbuch in deutscher Sprache gedruckt, mit dem Titel das Schach- oder Königsspiel von Gustavus Selenus. Gustavus Selenus war natürlich nicht so ein offizieller Name eigentlich, dieser August II. von Braunschweig und war ein Aristograt, was ich da aber dem Schach eben sehr angetan hatte und darüber dann ein Buch publiziert hat. In dieser Abhandlung schreibt er nicht nur über Schach, sondern auch über das Zahlenkampfspiel.

Sagt euch das Zahlenkampfspiel was? Nein, noch nie gehört. Ich habe hier mal das Schachbrett ins Skript reingepackt für euch, weiß nicht ob es sich ausschließlich archämystische Abhandlungen bislang. Es sind acht auf 16 Felder, zwei Schachbretter quasi einander gelegt und du hast statt den typischen Schachfiguren kleine Runde oder dreieckige oder vier-äckige Blättchen mit verschiedenen Zahlen, die darauf beschrieben sind.

Das sind dann wahrscheinlich die Werte der Figuren oder was sollte es sein? Ja, so ähnlich. Du kriegst auch Punkte, indem du dich Figuren schlägst und es geht um Zahlen und Harmonielehre aus der Antike, das ist ein Spiel, das tatsächlich schon aus der Antike stammt und das bis ins 17. oder 18. Jahrhundert relativ beliebter als das Philosophenspiel auch.

Das ist ein Spiel, das heute eigentlich komplett in Vergessenheit geraten ist und dann von der modernen Forschung wiederentdeckt wurde. Das haben quasi neben Schachs so 16, Arsugraten im 15. und 16. Jahrhundert gespielt oder auch irgendjemand im 3. Jahrhundert könnte das spielen. Das ist ein Lehrspiel, wo man Mathematik und Verhältnislehre lernt, auch dabei durch die Regeln. Ganz spannend. Wenn ihr das lernen wollt, gibt es auf Deutsch nichts dazu. Auf YouTube, auch Englisch gibt es gute Tutorials, die erklären, wie man das spielen und sich nachbauen kann, falls ihr da Bock drauf habt, falls ihr eine antike Schachvariante wiederbeleben wollt. Das Zahlenkampfspiel.

Ja, falls man auch ein Spiel mehr in seinem Leben braucht, in dem man nicht besonders gut ist und viel verliert. Wenn ihr im Zahlenkampfspiel, wenn ihr das wiederbelebt in Deutschland, den ersten Zahlenkampfspiel vereinen gründet, dann seid ihr der beste Zahlenkampfspieler Deutschland, weil der letzte wahrscheinlich vor 150 Jahren gestorben ist, maximal, 250.

Von daher gönnt euch. Also wenn ihr einfach der beste irgendwo sein wollt, werdet ihr der beste deutsche Zahlenkampfspiel, das so lange es die Möglichkeit noch gibt. Ja, tausende alte Traditionen, die sich tatsächlich belegen lässt im Vergleich zu den meisten Religionen. Super spannend. Was ich noch gefunden habe, abgesehen vom Zahlenkampfspiel, waren die Ströbecker Schachregeln. Es gibt ein Schachtdorf in Deutschland.

Ströbeck. Und Ströbeck ist für nichts anderes bekannt, außer dass sie das Schachtdorf sind, und zwar seit dem 16. Jahrhundert oder so. Also die haben sich ganz früh auf diesen Schachheib aufgesprungen. Die haben so ein paar frühe Schachregeln, wie man im 16. Jahrhundert in Deutschland Schach gespielt hat.

Bei sich in ihrem Dorf als Lokalüberlieferung erhalten. Und deswegen ist es spannend. Das ist quasi ein kleines Biotop, ein alter Schachgeschichte, die am Leben erhalten wurde. Ich erkläre euch das ganz kurz. Ganz kurze Überblick über die Ströbecker Schachregeln. Nur damit ihr euch vorstellen könnt, wie nah oder fern wir vor 400 Jahren in diesem Land vielleicht ein modernen Schach waren.

Wo ist denn das Dorf? In Sachsen-Anhalt, im Harz. Teilzuhol in Suchenwald. Da war halt schon immer wenig los, ne? Konnte man sich auf so Sachen konzentrieren. Ja, also es gibt die geänderte Anfangsstellung. Die Bauern ziehen aus der Grundstellung nur ein Feld. Also es gibt nicht den ersten Doppelzug. Es gibt keine Rohabe.

Gelangt ein Bauer auf die gegnerische Grundreihe, muss er in drei Freuden springen auf sein Ausgangsfeld zurückkehren, bevor er eine andere Figur umgewandelt wird. Das heißt, du musst damit zu drei Super-Hopsern zurückhopsen, bist du wieder an deinem Ursprungsfeld bist und dann bekommst du sie Dame. So Beispiel aus seinen Bauern.

In drei Zürsen, oder? Es wurde als Freudensprünge beschrieben. Es sind quasi drei große Hüpfers übers Feld. Ne, wir sind... Das dauert drei Züge, ja, okay. Ah, das ist eine gute Frage, ob man für einen Freudensprung einen Zug braucht oder ob ein Zug drei Freudensprünge sind. Sehr gute Frage. Geht raus und alle unsere Ströbecker hören, bitte antworten wir schon uns.

Alle E-Mails direkt an Moritz, der wird am Ende hier das Privatadress hinterlassen und dann könnt ihr da die ganzen Mail-Shows schicken. Und Post und Bomben. Post aus Sachsen-Anhalt will man immer gerne bekommen. Das ist immer was Gutes. In Ströbeck gibt es ein paar spannende Traditionen, die sie erhalten haben.

Zum Beispiel gibt es den Hüldigungsbrauch, der sich bereits im Mittelalter herausgebildet hat, dass im Landesherren zum Regierungsantritt ein silbernes Schachspiel überreicht wird. Und die haben dann ein Schachgespiel gegen Kurfürst Wilhelm von Brandenburg, also 1651, durch ihr Dorf kam. Und alle anderen wichtigen Leute, Friedrich II. war dort und hat Schach gespielt.

Und jeder, der durchkommt und Drang und Namen hat, muss der Hund durch den Schach spielen. Und es gab im 17. Jahrhundert den Brauch, dass ein junger Mann vor der Hochzeit eine Partie Schach gegen den Dorfschulzen spielen musste. Und wenn der Preutigam verloren hat, muss der Strafgeld in die Gemeindekasse zahlen.

Der Brauch ging zwischendurch mal ein bisschen verloren und wurde jetzt 2007 das erste Mal wiederbelebt, als er wieder ein Preutigam gegen den Schulzen gespielt hat. Und spannenderweise ist das auch das einzige Dorf, wo sein 1823 schachobligatorisches Unterrichtsfach durchgehen bis heute. Erstaunlich, dass trotzdem kein Großmeister bekannt ist aus der Gegend, oder?

Ja, die kommen immer noch aus Sachsen an. Also da muss man das Manko, das Defizit ist halt zu groß. Kennt ihr den Schachtürken? Ja. Das war doch dieser Roboter, der anscheinend gegen Menschen gespielt hat, oder? Genau, das war so eine Art Pseudomaschine. Das war, das hatte im 18. Jahrhundert mal so ein österreich-ungalerischer Hofbeamter, der dann ein ganz einiger Wolfgang von Kempelin hieß der, aus Spaß eine Maschine konstruiert, die anscheinend maschinell gegen andere Spielen und Gewinnenkontel, und die hat er eben eingezogen, wie ein Angehörigen des osmanischen Staates.

Also, hat halt so ein Turbahn auf und kauft dann an und so. Und ja, da saß er ein Mensch drin, kurz Variante, davon ist einfach das gern gewesen. Das wurde behauptet, dass da eine Maschine tatsächlich saß da jemand in der sehr, sehr uneingenehmen Körperverhaltung drin und musste Schach spielen den ganzen Tag zur Attraktion von anderen.

Dieser Schachtürke wurde nur deswegen gebaut, weil das zunehmend im 18. und 19. Jahrhundert eben ganz Europa zu einem Spiel wurde, was nicht nur die Adeligen interessiert hat, sondern auch die Bürgerlichen. Und mit dem Aufstieg des Bürgertums wird dann schlussendlich das breite Bildungsspiel mit diesem hohen Standards und Schachverein jeder Stadt, das wir heute kennen.

Und die Regeln haben sich seit dem 19. Jahrhundert spätestens, als es dann wirklich diese Standardregeln durchgesetzt haben mit der Rohate, mit dem Doppelzug der Bauern am Anfang, haben sich nicht mehr groß verändert bis heute. Also, das ist jetzt tatsächlich, haben wir vor 200 Jahren dann den Moment erreicht, spätestens, wo wir eine gewisse Kontingenz in den Spielregeln ausmachen können.

Die heute üblichen Spielfiguren, die wir alle kennen, Standard-Spielfiguren, wenn ihr nicht das her der Ringe schacht zu Hause, haben erheißen Standen und wurden 1849 von Nathaniel Cook kreiert und von dem damals führenden Spieler, den damaligen Weltmeister Howard Stanton propagiert. Deswegen heißen die die Stountens.

Und die wurden dann auch 1924 vom Weltschachverband FIDE übernommen, als der gegründet wurde. Die FIDE haben wir alle und damit für mich in der Standardisierung des modernen Schachs angekommen. Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen in dein Thema schon reingerasselt von den Zeiten, aber ich würde sagen, hiermit können wir den wilden Dritt durch die Schachgeschichte für den ersten Teil beenden.

Ja, oder? Ganz interessant. Und diese Synthese aus ganz vielen verschiedenen Kulturen und Ideen und Einfällen, die dann am Ende zu einem weltweit populären Spiel führt. Ja, super spannend. Wir haben aber so, würde ich sagen, insgesamt doch noch ein Loch von 100 Jahren, in dem viel passiert ist. Im 19. Jahrhundert ist ja ultra viel passiert.

Kann man vielleicht kurz abreißen mit den Schachweltmeistern, Steinhütz, Lasker, Kappa-Blanca. Das sind die ersten drei Hähnen. Unumstrittene Weltmeister seit 1886. Da gab es dann Arten von Weltmeisterschaften, wobei ich tatsächlich gerade nicht sagen kann, wie die sich organisiert haben. Es war am Ende eher eine bildungsbürgerliche Veranstaltung unterstützt von der Aristokratie, die sich gerne angeguckt hat.

Dieser Schachtürke, auch kann man vielleicht noch sagen, so ein Begriff Schachtürke ist viel weniger osmanisch gemeint, denke ich, oder ist, glaube ich, so eher das Bescheißenschummeln, dass daher eine Schachtürke eigentlich kommt. Aber wann war denn angezogen die Türke? Ich habe da ein längeres Video darüber gesehen, wo das recht sinnvoll hergeleitet wurde, aber das habe ich jetzt tatsächlich einfach nicht.

Genau. Cool, dann nehme ich noch ganz kurze übliche Nachricht für alle auf. Vielen Dank fürs Zuhören. Lasst uns in der guten Bewertung bei Spotify, Apple Podcast, wo immer ihr uns hört da. Lasst uns ein Like da und ein Kommentar auf YouTube. Bei Spotify kann man mittlerweile auch kommentieren. Da freuen wir uns auch sehr darüber.

Und ansonsten empfiehlt uns einfach weiter. Wer uns mehr unterstützen will und die erste Premium-Folge hören will, kann uns gerne bei Patreon unterstützen. Da kommen bestimmt auch mehr Patreon-Premium-Folgen dazu in der nächsten Zeit. Und ansonsten bis nächste Woche. Macht's gut. Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal.

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