
Andreas’ Nacht – Märchen und Hörbücher zum Einschlafen
Die Märchen vom langen Fluss · 14 neue Märchen zum Einschlafen | Hörbuch deutsch
Sonntag, 4. Oktober 2026 · 4 h 03
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Shownotes
Die Märchen vom langen Fluss – vierzehn neue Märchen zum Einschlafen, gemacht wie die alten. Erzählt mit dem KI-Klon meiner eigenen Stimme.
In jedem steckt eine einzige seltsame Regel, an die sich alles hält. Eine Brücke aus Nebel trägt nur, solange der Name des Gehenden vom anderen Ufer gerufen wird. Ein Krug bleibt voll, solange geteilt wird. Die Bienen bleiben, solange ihnen erzählt wird, was im Haus geschieht.
Alle vierzehn spielen an einem einzigen Fluss, von der Schneequelle unter dem obersten Berg bis hinunter ins Meer, der Reihe nach, flussabwärts. Keines setzt ein anderes voraus: Wer nachts wach wird und mitten hineinhört, hat nichts verpasst.
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⏱️ Kapitel:
() Begrüßung
() Einleitung
() Die Brücke aus Schnee
() Der Krug am Steig
() Die Katze, der niemand dankte
() Die Namen vom Berg
() Der Wald, der nachkam
() Die Mühle der drei Gänge
() Der Regen im Hut
() Die Glocken im Moor
() Die Bienen von Halm
() Der Mantel für den Mond
() Der Korb mit den sieben Wintern
() Der Fährmann, der nicht fragte
() Der zurückgebrachte Stern
() Das Haus, das zum Meer ging
() Ausklang
🌙 Folge dem Podcast, dann findest du jede Nacht zurück.
Hinweis: Diese Folge dient der Entspannung und ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an einen Arzt.
Zur Produktion: Über vier Stunden am Stück könnte ich am Mikrofon nie durchhalten – deshalb erzählt ein Klon meiner eigenen Stimme. Die Märchen sind neu erdacht; die Texte entstehen mit KI-Unterstützung nach meinen Vorgaben, Auswahl, Aufbau und Endredaktion sind von mir.
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Guten Abend, hier ist Andreas mit meiner echten Stimme, bevor dann gleich meinen Stimmklon übernimmt, mach es dir bequem, du musst nichts zu Ende hören. Gute Nacht, die Märchen vom langen Fluss 14 Märchen erzählt, wie Märchen erzählt werden, seit es welche gibt gehört hat sie noch niemand. Alle 14 spielen an einem einzigen Fluss.
Er fängt ganz oben unter einem Schneefeld an, so schmal, dass man mit einem Schritt hinüberkommt, und er hört ganz unten im Meer auf. Dazwischen liegt alles, was ein Land so hat, ein Pass, ein Wald, ein Dorf, eine Mühle, ein Moor, eine Stadt und. Ein Deich jedes Märchen sitzt an einer anderen Stelle und sie kommen der Reihe nach flussabwärts. Sie hängen nicht zusammen, kein Märchen setzt ein anderes voraus.
Wer mitten in der Nacht wach wird und irgendwo mitten hineinhört, hat nichts verpasst. Der erste Satz sagt jedes Mal, wo am Fluss man gerade ist. Alles geht gut aus, es bleibt leise von Anfang bis Ende, und am Schluss ist genau das da, was am Anfang gefehlt hat. Mehr wird nicht versprochen, zu behalten ist nichts, es gibt nichts herauszufinden und nichts mitzudenken. Und wenn du unterwegs nicht mehr zuhörst, geht nichts verloren. Die Märchen sind morgen noch da an derselben Stelle, in derselben Reihenfolge, das erste beginnt ganz oben, dort, wo der Fluss noch aus dem Schnee kommt, erstes Märchen, die Brücke aus Schnee.
Es war in einem Herbst, der früher zu Ende ging, als andere ganz oben unter dem obersten Berg, wo der Schnee auch im Sommer liegen bleibt. Aus einer Spalte im Pfirren lief dort ein dünnes, helles Wasser, kaum breiter als eine Hand, und dieses Wasser war der Anfang vom langen Fluss. Es fiel über den Rand in die Schlucht hinunter und aus der Tiefe stieg Nebel bei Tag und bei Nacht, im Sommer wie im Winter. Über dem Firnfeld Weidete die letzte Herde des Jahres und beide Herde war eine junge Hirtin, die Berget hieß. Sie hatte die Tiere länger oben gelassen, als es sonst einer Tat.
Weil das Gras noch stand und die Luft noch mild war. In der Nacht war der erste Schnee gekommen, still und ohne Wind, und am Morgen war der Steig nicht mehr zu finden, wo der schmale Pfad in den Hang geschnitten lag, war nun eine glatte weiße Fläche und darunter das Geröll, das bei jedem Tritt nachgab. Berget ging den Rand ab, so weit sie kam und stieß mit dem Stock in den Schnee, und überall war es dasselbe zwischen ihr und dem Abstieg ins Hochtal lag die Schlucht und über die Schlucht führte kein Weg mehr, es ging nicht um sie, es ging um die Tiere und um den Winter, der schon in der Luft stand und nicht mehr lange warten würde.
Sie trieb die Herde an die Stelle, wo die Wand drüben am nächsten Stand, und zählte die Tiere. Es fehlte keines, es war noch früh und der Schnee lag ohne eine einzige Spur darin. Der Leithammel mit der dunklen Stirn stellte sich vor die andern und sah über den Spalt hinüber, als kenne er dort etwas.
Bergit legte den Stock quer über die Steine und setzte sich daneben in den Schnee und sah zu, wie der Himmel über dem Grat heller wurde. Der Atem der Tiere stand weiß in der kalten Luft und unten in der Tiefe hörte man das Wasser, das man nicht sah, auf dem Geröll am Rand der Schlucht saß einer, der aus Nebel war. Man sah ihn und man sah durch ihn hindurch und wo er saß, wurde der Stein feucht und dunkel. Er hatte Schnee zwischen den Händen und drehte ihn, wie man Hanf dreht und aus dem Schnee wurden Seile dünn und weiß und ohne Ende und die Seile legte er neben sich in Ringe berget ging zu ihm hin und grüßte, und dann fragte sie ihn wie. Ob er eine Brücke baue?
Er nickte und sagte, das sei das einzige, was er könne, und er könne es überall, wo eine Tiefe sei. Er stand auf und schlug ein Seil über den Spalt und wo es hinfiel, blieb es liegen wie auf festem Grund, dann legte er ein Seil neben das andere, bis eine schmale weiße Bahn über der Tiefe lag. Und der Nebel aus der Schlucht stieg hindurch und blieb darin hängen.
Es sah aus wie gefrorene Milch, und es machte kein Geräusch, bevor Bergit den Fuß darauf setzte, hob er die Hand und sagte eine Brücke aus Nebel trägt, solange der Name des gehenden vom anderen Ufer gerufen wird, Bergit sah hinüber. Auf der anderen Seite lagen Geröll und Schnee und dahinter ging die Wand steil in den Himmel. Und sonst war dort nichts, kein Haus, kein Feuer, kein Hirt, kein Mensch, der einen Namen wusste. Sie sagte es ihm, und er nickte, als habe er es längst gewusst, und setzte sich wieder auf sein Geröll und drehte weiter an seinem Schnee.
Die Brücke lag da und wartete, und der Wind ging leise über sie hin und hob nichts davon auf. Zuerst schickte sie den Leithammel voran, sie Band ihm den Strick ab, klopfte ihm auf die Stirn und trieb ihn auf die Weiße Bahn und er ging voran, ohne sich umzusehen, die Brücke trug ihn, sie trug ihn über das erste Stück. Und der Nebel stand fest unter seinen Klauen, wie Gefrorener Grund.
Bergit blieb am Rand stehen und sah ihm nach, und die Herde hinter ihr wurde still und hörte auf zu scharren. Dann kam der Hammel in die Mitte und in der Mitte rief niemand die Bahn, wurde dünn unter ihm, erst am Rand, dann in der Mitte. Und man sah durch sie hindurch in die Tiefe, wo der Nebel zog.
Der Hammel blieb stehen und hob den Kopf, er ging nicht weiter, und er ging nicht zurück. Berget trat ein paar Schritte auf die Brücke hinaus, packte ihn beim Horn und zog ihn heim, und mit jedem Schritt zurück wurde der Nebel wieder Dichter unter ihnen. Am Rand ließ sie ihn los und er schüttelte sich und trat zu den andern in die Wolle, der im Geröll sah nicht auf. Danach versuchte sie es selbst.
Sie stellte sich an den Rand, wo der Fels am Glattesten war, holte Luft und rief ihren Namen über die Schlucht hinüber, so laut sie konnte Bergit der Ruf lief hinaus und schlug an die Wand drüben. Und kam zurück. Und die Wand sprach ihren Namen aus, deutlich und kalt, als stünde dort jemand im Geröll, der Nebel unter ihr wurde dicht und weiß und die Kälte kam durch die Sohlen herauf, sie setzte den Fuß auf die Bahn und die Bahn trug sie, ging ein Schritt und noch ein und noch ein. Und unter ihr war der Nebel fest wie Firn im Schatten. Beim dritten Schritt hörte das Echo auf, es hatte ihren Namen wiederholt, so oft sie ihn rief, und jedesmal leiser, und dann war es zu Ende, unter ihrem Fuß
wurde die Bahn weich und der Nebel aus der Tiefe zog durch sie hindurch. Und stand ihr kalt an den Waden. Sie ging rückwärts von der Brücke herunter, Schritt für Schritt und stand wieder im Schnee bei den Tieren. Er hatte zugesehen, ohne von seinem Stein aufzustehen, er sagte den Satz noch einmal. Eine Brücke aus Nebel trägt.
Solange der Name des gehenden vom anderen Ufer gerufen wird, dann drehte er weiter an seinem Seil und der Schnee lief ihm durch die Finger und die Weiße Bahn lag über der Schlucht, leer und geduldig und wartete auf eine Stimme, die von drüben kam. Bergit setzte sich zu ihm auf den kalten Stein und sagte Lange nichts. Der Tag ging hin, der Himmel wurde tiefer und der Wind kam von oben herunter und brachte den Geruch von Schnee mit. Bergit trieb die Herde an die Wand, wo der Fels ein Dach machte, Melkte, was zu melken war, und aß von dem harten Brot in ihrem Sack.
Der Frost legte sich auf die Steine und auf die Wolle und. Und auf den Rand des Wassers, das aus dem Firn kam. Und machte dort eine dünne Haut aus Eis. Am Abend hörte sie den langen Fluss unten in der Tiefe, tiefer und ruhiger als am Morgen, in der Nacht lag sie wach unter dem Fels und sah zu dem hinüber, der aus Nebel war.
Er saß auf demselben Geröll wie am Tag und drehte Schnee und nichts an ihm wurde müde, die Tiere lagen dicht beieinander unter der Wand und ihr Atem stand, als eine flache Wolke über der Wolle bergit schlug die Decke von den Knien, stand auf und ging über den frischen Schnee zu ihm hin und an seinem Stein blieb sie stehen und wartete, bis er aufsah.
Der Schnee knirschte nicht, dazu war er zu neu. Sie fragte ihn nach seinem Namen, er hörte aufzudrehen und sah sie an und sagte, er habe keinen, die Schlucht habe keinen und der Nebel habe keinen und er sei aus beidem gemacht. Berget sagte, dann bekomme er jetzt einen. Sie überlegte nicht lange, sie nannte ihn Veit.
Er nahm den Namen an. Über dem Grat stand der Mond, Schmal und hart, und darunter lag die Weiße Bahn quer über der Tiefe, und der Frost ging über die Steine und machte sie hell. Berget bat ihn Hinüberzugehen und drüben am Rand zu stehen. Und ihren Namen zu rufen, solange sie und die Tiere brauchten. Sie sagte ihm, wie viele es seien und wie lange eine Herde über eine schmale Bahn braucht, wenn keines drängt und keines stehen bleibt, und sie sagte ihm den Satz zurück, den er ihr gesagt hatte, eine Brücke aus Nebel trägt. Solange der Name des gehenden vom anderen Ufer gerufen wird. Veit stand auf und sagte, so sei es Veit ging über die Schlucht und die Brücke brauchte er dazu nicht, er ging durch die Luft, langsam und ohne Eile, und
drüben wurde er wieder dicht und stellte sich auf das Geröll am Rand, dann rief er Bergit. Er rief ihren Namen über die Schlucht herüber und seine Stimme war nicht laut, aber sie war da und sie kam vom anderen Ufer und nichts an. Ihr war Echo, der Ruf ging über die Weiße Bahn hin und blieb nicht an der Wand hängen, die Weiße Bahn wurde fest, sie wurde fest bis zur Mitte und über die Mitte hinaus und bis an das andere Ufer. Und der Nebel darin stand still wie Firren, in den lange keiner getreten ist.
Berget nahm den Stock und trieb den Leithammel hinauf, und der Hammel ging, und die Herde ging hinter ihm her. Sie drängten sich nicht und blieben nicht stehn, weil vorn einer ging, dem sie folgten, der Nebel unter ihnen gab nicht nach. Und drüben rief Veit ihren Namen und rief ihn wieder und hörte nicht damit auf.
Die Tiere gingen ruhig, ihre Klauen, machten kein Geräusch auf dem Nebel und keines blieb stehen und keines sah nach unten in die Tiefe. Berget ging als letzte und zählte im Gehn und es fehlte keines, unter der Bahn stieg der Nebel aus der Schlucht herauf. Und ging mitten durch sie hindurch und weiter in den kalten Himmel.
Und tief unten lief das Wasser aus dem Firn seinen Weg dünn und hell dem Hochtal zu und man hörte es bis auf die Bahn herauf, als der letzte Fuß vom Nebel auf den Stein trat, hörte das Rufen auf, Berge, drehte sich um, hinter ihr war die Bahn schon dünn. Und dann war sie nur noch Nebel, der aus der Tiefe stieg und sich im Himmel verlor.
Veit stand da, wo er gerufen hatte, und die Hände hingen ihm leer herunter, weil kein Schnee mehr darin war. Berget dankte ihm bei seinem Namen und erhob die Hand und blieb stehen, wo er stand, der Nebel um ihn her wurde dünner und lichter, und zuletzt war er vom Himmel kaum noch zu unterscheiden. Dann nahm sie den Steig, der auf dieser Seite frei und trocken lag, und trieb die Herde hinunter. Der Weg ging über Geröll und durch die alten Almrosen und an den Sennhütten aus Stein vorbei, die schon leer und verschlossen waren.
Am Nachmittag standen die Tiere im Hochtal auf dem letzten Gras und Bergitsch stand bei ihnen und hörte den Fluss, der hier schon breiter war und langsamer ging. In der Nacht darauf fiel der große Schnee und deckte alles zu. Das Fürnfeld, die Schlucht und den Steig, den nun keiner mehr brauchte.
Am Morgen war die Luft klar und kalt und ohne einen Rauch darin über der Schlucht aber lag ein Streifen Nebel, schmal und lang und. Und quer über die Tiefe gelegt, von einem Rand bis zum andern. Die Sonne kam über den obersten Berg herauf und nahm den Nebel von den Hängen und von den Weiden und aus dem ganzen Tal den Streifen über der Schlucht nahm sie nicht, er lag am Mittag noch dort und am Abend und am nächsten Tag. Im Winter wurde er breiter und im Sommer schmal, aber er ging nicht fort und über ihm stand still und weiß der oberste Berg und darunter in der Tiefe, wo man das Wasser hört und nicht sieht, lief das erste Wasser aus der Spalte im Vieren weiter, wie es immer gelaufen war.
Es fiel ins Hochtal hinunter, sammelte sich zwischen den Steinen und wurde breiter und langsamer und still. Es nahm den Schnee von den Hängen mit, wenn der Schnee im Frühjahr ging und der lange Fluss nahm diese Geschichte mit hinunter von Wehr zu Wehr, durch den Wald und durch das flache Land. Bis sie draußen beim Meer so leise war wie das Wasser selbst. Zweites Märchen der Krug am Steig vor Zeiten führte über den Paß, ein Saumpfad, den sie den Steig nannten, und wer ihnen ging, kam an der höchsten Stelle an ein altes Wirtshaus aus Stein.
Es stand mit dem Rücken an den Fels und hatte kleine Fenster. An der Sonnenseite lief eine Bank entlang und von dieser Bank aus sah man weit hinunter ins Land. Tief unten lag das Hochtal und durch das Hochtal lief der lange Fluss und war von dort oben nicht breiter als ein Faden. In dem Wirtshaus wohnte Marte, die alte Wirtin, den Sommer und den Winter allein in jenem Jahr kam der Winter zu früh.
Er kam, bevor die Saumtreiber das letzte Mal heraufgekommen waren, legte sich mit Schnee über den Pass und blieb liegen. Mate zählte, was in der Kammer stand, Mehl, ein Sack Erbsen, Speck an den Haken, Käse, Rüben in der Kiste und Holz für die halbe dunkle Zeit, es reichte für einen kurzen Winter und dieser Winter war früh gekommen und.
Und würde lang werden und über den Steig kamen trotzdem Leute, denn der Steig war der einzige Weg über den Pass und wer hinüber mußte, ging ihn auch im Schnee. Es kamen Saumtreiber mit Tieren, die kaum noch durchkamen, es kamen Hausierer, es kam ein Hirt, der sein Vieh zu spät heruntergetrieben hatte, alle kamen an die Tür.
Weil hinter der Tür das Feuer war. Mate machte auf, ließ sie herein und stellte etwas hin, und wenn sie Weitergingen, gab sie ihnen mit, was sie brauchten. So wurde die Kammer leerer und der Winter war noch nicht in der Mitte. In diesen ersten Wochen kam einmal auch der Nachbar herauf, der unter dem Pass am Hang saß.
Er hatte Vieh und Holz und einen vollen Keller. Und er kam sonst nie, weil man an dieser Tür etwas hergeben musste. An diesem Tag aber lag der Weg ins Tal. Zu Mate, machte ihm auf und stellte ihm eine Schüssel hin und er aß und wärmte sich die Hände am Ofen, dann ging er wieder den Hang hinunter, mitgebracht hatte er nichts und. Und was auf dem Brett gelegen hatte, nahm er mit. In einer Nacht ging draußen ein Schneetreiben und der Wind fiel von der einen Seite über den Grat, da klopfte es, und vor der Tür stand ein Gast, den Marthe nicht kannte, er hatte keinen Schnee auf den Schultern, obwohl er von draußen kam. Sie ließ ihn ein und stellte ihm hin, was da war, und er rührte es nicht an.
Er aß nichts und trank nichts. Er setzte sich in die Ecke neben den Ofen, wo es am dunkelsten war, und sah zu. In derselben Nacht kamen noch andere über den Steig und Mate teilte aus, was in der Kammer stand und behielt nichts zurück. Der Gast in der Ecke sah zu, wie sie Einschenkte und Hinstellte.
Zuletzt brach sie den Rest vom Brot in Stücke, damit es für alle langte. Er sagte kein Wort dazu, er blieb sitzen, bis die anderen schliefen, und stand auf, als es draußen grau wurde, beim Gehen trug er etwas unter dem Mantel und an der Tür blieb er stehen, er stellte einen Irdenen Krug auf die Bank an der Sonnenseite, Braun und ohne Zeichen.
Mit einem Henkel und einem breiten Rand. Dann drehte er sich um und sagte, der Krug ist voll, solange geteilt wird und leer in dem Augenblick, in dem einer allein trinkt. Danach ging er den Steig hinunter, dorthin, wo der Schnee am tiefsten Lag, Mate sah ihm nach, bis der Hang ihn nahm. Sie holte den Krug herein und nahm das Tuch von der Schulter und deckte ihn zu.
Der Krug war voll, er stand bis an den breiten Rand voll mit etwas weißem und Mate setzte ihn auf den Tisch neben den Herd, dorthin, wo im Sommer der Krug mit dem Quellwasser stand, dann deckte sie das Tuch wieder darüber und ging an ihre Arbeit. In der Kammer lag weniger als am Tag zuvor. Sie zählte das Holz durch und teilte es neu ein.
Draußen ging das Schneetreiben weiter und der Wind fuhr um das Haus und fand keinen Spalt. Am dritten Tag danach kamen 3 Saumtreiber herauf und die Tiere gingen ihnen bis an die Brust im Weißen. Sie setzten sich an den Tisch und sagten nichts, wie Leute nichts sagen, die lange gegen den Wind gegangen sind. Mate nahm das Tuch vom Krug und schenkte ein jedem seinen Becher und zuletzt sich selbst.
Es sah aus wie Milch und roch wie warmes Brot, die 3 tranken und wurden satt davon und sie trank mit sie. Und der Krug stand voll wie zuvor am Morgen füllte sie ihnen noch die Feldflaschen und aus der Kammer nahm sie an diesem Tag nichts. Der Winter setzte sich fest, der Schnee ging bis an die Fensterbänke und das Wasser im Eimer bekam über Nacht eine Haut aus Eis, die man mit dem Knöchel aufstieß. Die Nachtluft am Pass war so kalt, dass sie in der Nase brannte und der Stein der Mauern gab die Wärme des Feuers nicht weiter.
Mate hielt in der Stube ein kleines Feuer und in der Kammer gar keines, und was dort lag, hielt sich in der Kälte. Manche Nacht ging niemand über den Steig, danach kamen Tage, an denen der Pass zu war. Das Schneetreiben stand vom Morgen an über dem Grat, und wo der Steig gewesen war, lag der Schnee glatt und ohne Eintritt. Mate schaufelte die Tür frei und am Nachmittag war sie wieder zugeweht sie trug Holz herein und heizte klein und ging in der Stube auf und ab.
Am dritten Abend hob sie das Tuch vom Krug und das weiße Stand am breiten Rand. Und niemand war da, dem sie hätte einschenken können. Marthe setzte sich an den Tisch, und der Durst saß ihr trocken in der Kehle, sie saß eine Weile so, und im Ofen fiel das Feuer zusammen, dann nahm sie einen Becher vom Brett und schenkte ihn voll, machte die Tür auf und ging durch den Schnee um die Ecke, sie stellte ihn auf die Bank an der Sonnenseite für den. Der in der Nacht über den Pass käme. Danach ging sie hinein, schenkte sich selbst ein und trank im Stehen.
Im Krug war nichts weniger geworden, am Morgen lag Schnee auf der Bank, und im Becher stand das Weiße, gefroren und hell, dann kam eine Nacht, in der ein einziger Gast heraufkam ein sehr alter Mann mit einem Sack über der Schulter. Der kein Wort sagte. Er klopfte den Schnee von den Schuhen, setzte sich an den Tisch, legte die Hände auf das Holz und wartete. Martha hatte an diesem Tag selbst nichts gegessen, sie hatte seit dem Morgen geheizt, Holz hereingetragen und den Weg vor der Tür freigemacht, in der Kammer stand nichts mehr, was man einem Gast hätte hinstellen können, als ein wenig Käse und die letzten Rüben.
Sie nahm den Krug vom Tisch neben dem Herd und stellte ihn zwischen sich und den Alten. Der Krug ist voll, solange geteilt wird und leer in dem Augenblick, in dem einer allein trinkt, der Alte sah den Krug an und rührte sich nicht, er hatte die Hände flach auf dem Holz liegen, die Hände waren Rot von der Kälte und. Und an dem einen Ärmel fehlte der Knopf. Draußen stand die Nacht am Fenster und der Stein der Mauer war kalt bis in die Stube herein. Mate goss zuerst ihm ein, bis der Becher voll war, dann goss sie sich selbst ein, stellte den eigenen Becher hin und rührte ihn nicht an.
Sie setzte sich auf die Bank an der Wand und sah zum Fenster hinaus, wo nichts zu sehen war, als Schwarz und wartete, bis der alte Trank. Es dauerte lange, erhob den Becher erst als das Feuer im Ofen umfiel und funken gab, dann trank er, und als er getrunken hatte, nahm Mate ihren Becher und trank auch. Der Krug blieb voll, er stand auf dem Tisch zwischen ihnen und das Weiße darin stand am Rand, so hoch wie am Abend zuvor. Mate schenkte dem Alten nach und Schnitt vom Käse ab, und der Alte aß und trank und sagte Nichts. Über dem Tisch stand der Dunst von dem, was im Krug war und die Scheibe am Fenster war innen beschlagen. Am Morgen nahm er den Sack und ging über den Pass hinunter und im Schnee vor der Tür blieben
seine Tritte stehen, bis der Wind sie Zudeckte von da an sprach es sich am Steig herum, dass oben am Pass für jeden etwas da stand. Es kamen boten und Hausierer, es kamen Bauern mit Vieh, es kam ein Fuhrmann, der den Weg falsch bedacht hatte, und es kamen die aus den Höfen unter dem Paß, wenn dort das Mehl ausging. Mate schenkte jedem ein und nahm sich zuletzt und der Krug wurde nicht niedriger.
Am Tag stellte sie ihn hinaus auf die Bank an der Sonnenseite, damit ihn sah, wer heraufkam und am Abend holte sie ihn herein. Mitten im Winter kam der Nachbar zum zweiten Mal den Hang herauf, er hatte noch keinem etwas gegeben, er kam nicht in der Nacht wie die andern und nicht im Schneetreiben, sondern am hellen Mittag. Und er ging nicht in die Stube hinein. Er stellte sich vor die Bank an der Sonnenseite, wo der Krug im Licht stand, braun und ohne Zeichen, und sah ihn eine Weile an, dann sagte er, er wolle ihn kaufen und nannte gleich, was er dafür zu geben habe, er bot Geld, und als Marthe nichts sagte, bot er mehr, und dann bot er ein Kalb. Und danach das Kalb und eine Kuh dazu. Er handelte lange hin und her
und der Schnee auf dem Dach begann in der Mittagssonne zu tropfen. Marthe hörte zu und sah dabei ins Tal hinunter, wo der Weg im Weißen lag, ein Tropfen fiel und noch einer, und der Stein wurde dunkel davon, dann schüttelte sie den Kopf und sagte. So gehe das nicht. Sie verkaufe den Krug nicht, sagte sie, sie schenke ihn und sie nahm ihn von der Bank und gab ihn dem Nachbarn in die Hände, mehr hatte sie nicht zu geben, denn in der Kammer stand nichts mehr, was einen Weg wert gewesen wäre, beim übergeben gab sie ihm den Satz weiter, der Krug ist voll.
Solange geteilt wird und leer in dem Augenblick, in dem einer allein trinkt. Der Nachbar nahm den Krug unter den Arm und ging den Hang hinunter, ohne sich umzusehen. Zu Hause stellte er den Krug auf seinen Tisch, schloss die Tür und schob den Riegel vor, dann nahm er einen Becher, schenkte sich ein und trank. Und niemand war bei ihm im Haus.
Was er trank, war gut, aber als er den Becher absetzte und noch einmal einschenken wollte, kam nichts mehr, erhob den Krug und drehte ihn und sah hinein und der Krug war trocken bis auf den Boden, so trocken wie ein Krug, in dem seit dem Sommer nichts gestanden hat. Er stellte ihn in die Ecke und ließ ihn stehen. Einen Tag und noch einen.
Der Krug blieb leer, er wusch ihn aus, stellte ihn in die Sonne, stellte ihn in den Schatten und hängte ihn an einen Nagel. Er blieb leer, in der dritten Nacht stand er auf, machte Licht, nahm den Krug unter den Arm und ging in den Schnee hinaus und den Hang hinauf zum Steig. Der Weg herauf ist steil und.
Und er ging ihn im Dunkeln und oben am Pass brannte hinter dem kleinen Fenster noch das Feuer. Mate machte auf, der Nachbar stand in der Tür, hielt den Krug vor sich hin und sagte, er sei leer geworden. Aus seiner Kammer hatte er mitgenommen, was am nächsten hing, ein Stück Speck in ein Tuch geschlagen, mehr hatte er nicht dabei.
Er legte es auf den Tisch und stellte den Krug daneben. Marthe schlug das Tuch auseinander und dankte ihm und schnitt gleich davon ab und legte ihm ein Stück hin. Der Schnee an seinen Schuhen taute auf den Dielen und machte einen dunklen Ring, da war geteilt, der Krug stand neben dem Brett und wurde schwer vom Boden herauf bis an den breiten Rand. Und das Weiße kam bis unter das Irdene und blieb dort stehen. Marthe holte einen Becher und schenkte ihm ein und schenkte sich selbst und setzte sich zu ihm an den Tisch. Sie redeten nicht viel, das Feuer im Ofen war klein, der Stein der Wand war kalt und draußen ging der Wind über den Grat, der Speck lag aufgeschnitten auf dem Brett und der Nachbar aß davon mit.
Von dieser Nacht an brachte jeder etwas mit der Heraufkam, denn der Nachbar sagte es weiter, wohin er auch kam. Sie brachten wenig, denn es war ein langer Winter und wenig war es, was sie hatten. Eine Handvoll Erbsen, ein Stück Wurst, 3 Eier, ein Bündel Reisig, ein Napfschmalz, aber es wurde geteilt und. Und darum stand der Krug voll auf dem Tisch und die Kammer wurde nicht leer.
Der Steig kam durch den Winter, in diesem Jahr ging keiner hungrig über den Pass, im Frühjahr, als das Wasser von den Dächern lief und der Schnee am Pass zuerst an den Steinen wegging, stellte Marthe den Krug wieder hinaus auf die Bank an der Sonnenseite. Er stand dort im Licht, Braun und ohne Zeichen. Um die Mittagszeit kam der erste den Steig herauf, den man den Sommer schon ansah, und blieb vor der Bank stehen. Von dieser Bank aus sah man weit hinunter ins Land über die Hänge und das Geröll hinweg, ganz unten aber, wo sich das Hochtal öffnet, lag der lange Fluss, schmal wie ein Faden im Grund. Und das Schmelzwasser vom Paß war längst darin und ging mit ihm dahin.
An den Wehren vorbei und weiter dorthin, wo kein Schnee mehr fällt. Drittes Märchen Die Katze, der niemand dankte am steilen Hang über dem langen Fluß stand ein Wald aus Fichten und Buchen, so steil, dass jeder Weg darin in Kehren ging. Und das war in einem Vorfrühling, der lange her ist. Sie nannten ihn den Kohlwald, denn dort brannten die Meiler, und wenn der Wind vom Wasser heraufkam, nahm er den Rauch mit sich den Hang entlang und über die Wipfel weg. Unten in der tiefe Schoß der lange Fluss durch sein Steinbett, noch schmal und kalt vom Schnee. Am Hang aber, auf einem flachen Platz, den einer vor langer Zeit in den Boden getreten hatte, stand eine Hütte aus Reisig und Erde, und darin wohnte ein
Köhler, der Jost hieß. Jost hatte den Meiler gesetzt, wie es sein muss, das Holz aufrecht, um den Schacht in der Mitte, Schicht über Schicht. Dann Reis ich darüber und Laub und Erde, bis der Berg rund und glatt dastand wie ein Brotlaib. Er warf die Glut oben in den Schacht und deckte ihn zu, und von dieser Stunde an galt, was am Meiler immer gilt. 3 Wochen lang durfte der Meiler nicht ausgehen und 3 Wochen lang durfte er nicht offen brennen. Darum musste einer bei ihm bleiben, den Tag hindurch und die Nacht hindurch.
Jost aber war allein am Hang, kein Bruder war da, der ihn ablöste, kein Knecht, dem er die halbe Nacht überlassen konnte, ging der Meiler aus, war das Holz verdorben, schlug eine Flamme durch die Decke, blieb nichts als Asche, also musste einer die Decke abgehen und die Löcher stopfen. Und der Glut die Luft nehmen und geben.
Und das ohne Ende. Jost rechnete es sich am ersten Abend aus, auf dem Stein vor der Hütte die Schaufel zwischen den Knien, einen Tag konnte er halten und eine Nacht und noch eine 3 Wochen wach bleiben konnte kein Mensch, es ging nicht auf, so oft er es auch drehte. Der Rauch stand weiß über dem Rücken des Meilers und darüber wurde der Himmel dunkel und der Wind kam kalt vom Wasser herauf.
Da trat aus dem Wald eine graue Katze, sie kam nicht wie eine, die sich verlaufen hat, sondern wie eine, die einen Weg kennt und ihn zu Ende geht. Sie ging um den Meiler herum, an der Wetterseite entlang. Und setzte sich dort nieder, wo der Rauch aus der Decke trat. Mitten in den dünnen Faden hinein. Dann legte sie den Schwanz um die Pfoten und sah den Meiler an, lange und ohne den Kopf zu wenden. Jost hielt still, er warf ihr nichts hin und rief sie nicht, er sah nur die Katze im Rauch sitzen und der Rauch wurde schmaler.
Der Alte, bei dem Jost das Setzen eines Meilers gelernt hatte und der längst unten im Dorf saß und keine Kohle mehr brannte, hat ihm einmal einen Satz mitgegeben für den Fall, dass eine Katze käme. Die Katze hält das Feuer, solange ihr niemand dafür dankt Jost fragte nicht, wie das zugehe und nicht, woher es komme, er nahm es, wie er das andere genommen hatte. Und ging um den Meiler herum und sah nach den Löchern am Fuß in der ersten Nacht setzte er sich an die Hüttenwand und wollte wachen, wie er es sich vorgenommen hatte, er hörte den Wind in den Fichten und weit unterhalb im Grund das Wasser gehen, und er hörte die Luft kälter werden, dann fielen ihm die Augen zu und er schlief.
Und er schlief die ganze Nacht durch, ohne ein einziges Mal aufzuwachen. Als er aufwachte, war es hell, über dem Meiler stand der Rauch, weiß und gerade und stieg ohne einen Knick in die stille Luft, der Meiler hatte gehalten, Jost ging die Decke ab mit dem Fuß und mit dem Blick. Nichts war Eingesunken, nirgends kroch eine Flamme unter der Erde hervor und die Löcher am Fuß zogen sauber.
Die Katze saß nicht mehr da, sie lag am Rand des Platzes im alten Laub, die Augen halb zu und ließ sich von der Vormittagssonne wärmen. Er trug Erde heran und stach Reisig und holte Wasser vom Bach. Der hinter der Hütte in den langen Fluss Hinunterlief und den ganzen Tag über blieb der Rauch weiß und gerade am Abend kam die Katze wieder an den Meiler und setzte sich in den Rauch und Jost legte sich in der Hütte auf das Laub.
Die Katze hält das Feuer, solange ihr niemand dafür dankt. Am Morgen stand der Rauch wieder weiß über dem Hang. Jost trat die Decke fest und stach neue Löcher und stopfte die Alten zu und die Katze lag im Laub und schlief den ganzen Tag über hatte er ein Wort im Mund und den ganzen Tag über hielt er es zurück, in der Nacht darauf kam der Regen, er kam von Westen über den Grat, erst als ein Rauschen in den Wipfeln.
Dann als ein Schlagen auf der Erde und er hörte nicht wieder auf. Das Wasser lief in Rinnen den Hang hinab und trug den Gruß mit sich. Jost stand auf und ging hinaus, den Sack über dem Kopf, und sah nach der Decke und die Decke war weich und schwer und dunkel vom Wasser. Er stach die Löcher an der Windseite zu und trat die Erde fest, wo sie nachgab und die Erde nahm kein Wasser mehr an. Die Katze saß, wo sie immer saß, an der Stelle, wo der Rauch austrat und der Regen lief ihr über den Rücken und sie ging nicht fort aus der Decke stieg ein dünner Faden, gerade so viel.
Dass man ihn im Dunkeln gegen den helleren Himmel sah und dieser Faden riß die ganze Nacht nicht ab. Jost stand daneben, bis ihm das Wasser in den Ärmeln stand. Gegen Morgen ließ der Regen nach, der Himmel riß über dem Grat auf und an den Fichtennadeln fing jeder Tropfen das erste Licht, der Meiler war warm unter der Hand.
An jeder stelle warm und aus keiner Stelle schlug eine Flamme. Da hatte Jost das Wort schon im Mund. Es lag ihm vorn auf der Zunge, und es wollte hinaus, und er biss es ab, er machte den Mund zu und hielt ihn zu und ging in die Hütte und legte sich hin. Ohne Zurückzusehn draußen tropfte es von den Zweigen und in der Hütte war die Luft so kalt, dass er den eigenen Atem sah. Er lag auf dem nassen Laub und hörte das Wasser vom Dach der Hütte gehn, Tropfen um Tropfen und der Schlaf kam spät und kam doch.
Die Tage darauf waren hell und die Nächte blieben kalt. Der Meiler sagte, Weil das Holz zu Kohle wurde, und Jost stieg mit den Brettern hinauf und trat die Decke fest und stach neue Löcher und stopfte die Alten zu. Er aß, was er hatte, Brot, Rüben, ein Stück Käse und den Speck, der am Balken hing.
Am Bach hinter der Hütte lag morgens Eis, am Rand dünn wie eine Scheibe, und er schlug es mit dem Stiel ein, bevor er den Eimer eintauchte. Und jeden Abend kam die Katze aus dem Laub und setzte sich in den Rauch und jede Nacht schlief Jost, und jeden Morgen stand der Rauch weiß über dem Hang. In der dritten Nacht ging der Wind über den Hang, aber es regnete nicht. Und die Luft war klar und schneidend. Jost hatte am Abend den Speck vom Balken genommen und schnitt sich ab, und dabei sah er die Katze im Rauch sitzen, da nahm er das beste Stück, das er hatte, das mit dem breiten weißen Rand, und ging damit um den Meiler herum und legte es ihr auf einen flachen Stein hin, er sagte kein Wort dabei. Er legte es hin und ging zurück
und setzte sich an die Wand und zog den Sack über die Knie. Die Katze sah das Stück an und sah dann Jost an. Sie rührte es nicht an und über dem Meiler wurde der Rauch an einer Stelle grau, dort wo er weiß gewesen war und die graue Stelle blieb stehen und ging nicht weg. Die Katze hält das Feuer, solange ihr niemand dafür dankt.
Jost stand auf und sah den grauen Streifen an, zurückzunehmen war nichts, was auf dem Stein lag, das lag da, und er hatte es hingelegt, und er hatte gewusst. Warum, also machte er es ganz und richtig, er ging zu ihr hin und. Hockte sich neben den Stein und dankte ihr laut mit dem Wort, das er 3 Nächte lang abgebissen hatte. Er dankte ihr für die erste Nacht und für die Nacht im Regen und für jede Stunde, die er geschlafen hatte, während sie saß, dann sagte er ihr, sie solle nun schlafen gehen, er halte das Feuer selbst, sagte er von dieser Nacht an. Und bis der Meiler abgetragen sei, und sie brauche nicht mehr im Rauch zu sitzen und nicht mehr im Regen. Die Katze stand auf und ging aus
dem Rauch heraus, sie hielt das Feuer von dieser Nacht an nicht mehr und der graue Streifen über dem Meiler blieb grau, so lange die Nacht dauerte, aber sie ging nicht in den Wald zurück, sie ging in die Hütte. Drehte sich dreimal im Laub und legte sich hin. Dorthin, wo es am wärmsten war und schlief bis an den Morgen. Das Stück Speck lag am nächsten Mittag noch auf dem Stein, Jost holte es herein und legte es ihr in der Hütte neben das Laub und dort blieb es liegen, bis sie es nahm, von da an wachte Jost. Er ging in der Nacht um den Meiler herum immer herum und hörte, wie die Glut in der Tiefe arbeitete und stopfte die Löcher an der Windseite und öffnete sie an der andern und wo er sich hinsetzte, um die Hände zu
wärmen, da lag die Katze neben ihm an der warmen Seite im Laub, den Rücken an die Erde des Meilers gelegt. Sie hielt nichts mehr, sie lag nur da. Aber wenn Jost gegen morgen den Kopf sinken ließ, stand sie auf und ging ihm über die Füße. Und dann war er wieder wach. So gingen die letzten Nächte hin und der Meiler kam durch.
Am Ende der 3 Wochen ließ Jost ihn ausdampfen und zog die Decke ab und harkte die Kohle heraus. Und die Kohle war gut, leicht in der Hand, schwarz mit einem blauen Schein darauf, und sie klang hell, wenn ein Stück auf das andere fiel. Er füllte die Säcke, Band sie zu und stellte sie in einer Reihe an die Hüttenwand die Katze saß daneben und sah zu, der Platz lag schwarz und offen. Und über dem Hang stand zum ersten Mal seit 3 Wochen kein Rauch mehr.
Die Luft roch nach nasser Asche und der Wind kam vom Wasser herauf und nahm den Geruch mit. Dann trug er die Kohle zu Tal. Sack für Sack in kehren den Hang hinunter bis an den langen Fluss, wo die Fuhrleute mit den Wagen standen. Sie wogen und nickten und sagten, es sei lange keine so gute Kohle, vom Kohlwald heruntergekommen.
Und als er am letzten Abend wieder Hinaufstieg, saß die graue Katze im Laub und wartete auf ihn. Von diesem früher an war Jost nicht mehr allein am Hang, wenn er den nächsten Meiler setzte, ging die graue Katze mit um den Berg herum, und wenn er sich schlafen legte. Legte sie sich dazu, wo der Meiler gestanden hatte, blieb eine runde schwarze Stelle im Waldboden zurück.
Glattgetreten und ohne einen Halm darauf. Sie blieb dort lange warm, tiefer unten warm, als die Hand es fühlen konnte, und an den kalten Abenden dampfte sie ein wenig, wenn die Luft vom Grat herunterkam. Auf dieser Stelle lag die graue Katze mitten darauf und rührte sich nicht und der Wind ging über sie hin und über den Hang und in die Fichten. Tief unten aber verließ der lange Fluss den Kohlwald, nahm das Schmelzwasser und den Rauchgeruch mit und trug beides weiter über das Wehr hinweg und hinaus in die weite Ebene. Bis er draußen so breit und so ruhig ging, dass man ihm sein gehn kaum noch ansah.
Viertes Märchen Die Namen vom Berg es lebte vor langer Zeit am ersten Wehr des langen Flusses, ein Dorf, das Steinbach hieß, die Häuser hatten Schindeldächer mitten auf dem Platz stand ein Brunnen. Am unteren Ende war die Schmiede und am Oberen eine Kirche ohne Turmuhr. Über den Dächern stieg der Hang auf steil und grau mit Geröll unter der Krone, es war Frühling und das Wasser ging hoch, der lange Fluss kam voll und trüb vom Berg herunter.
Stand am Wehr in einem breiten Bogen und fiel darüber weg und man hörte ihn zu jeder Stunde bis in die letzte Kammer hinein. Am Ufer war er über die untersten Steinstufen gegangen und auf dem Steg stand das Wasser fingerhoch über den Winter aber waren in Steinbach die Namen der Dinge abhanden gekommen, zuerst die Kleinen. Es fing an mit dem Schöpflöffel, der über dem Bottich hing. Dann war der Name für die Türangel fort, dann der für den Wetzstein am Schleifrath.
Verloren ging deswegen noch nichts, man half sich mit den Händen und zeigte, was gemeint war. Danach aber kamen die größeren an die Reihe, das Brot, das Wasser, das Feuer im Herd, die Schwelle, das Wehr. Die Leute standen davor und zeigten mit dem Finger darauf und sagten das da und der andere sah hin und nickte oder sah hin und Begriff nicht. Manches blieb liegen, weil keiner sagen konnte, wohin es gehörte, niemand schrie, niemand lief davon, es wurde nur weniger geredet und am Brunnen standen sie beieinander und kamen nicht weiter als bis zum zeigen.
Der Schmied konnte nicht sagen, was er brauchte. Der Knecht brachte ihm etwas anderes, ging noch einmal und brachte wieder etwas anderes. Die alte am oberen Ende bekam kein Wasser, weil sie nicht sagen konnte, wonach sie verlangte, was einer nicht nennen konnte, das gab er auch nicht her, und so blieb in den Kammern liegen, was in den Kammern lag. In Steinbach wohnte ein Mädchen, das Liese hieß und der eigene Name war eines von den wenigen Wörtern, die bei ihr noch fest saßen.
Sie sah, wie die Leute am Brunnen standen und zeigten, und sie sah, wie die Körbe leer blieben, obwohl in den Kammern etwas lag, oben am Hang, wo der Bach aus dem Geröll kommt, saß im Winter jemand, wo sonst niemand saß und. Man hatte es von unten gesehen an vielen Abenden hintereinander einen dunklen Punkt im Schnee, der sich nicht fortbewegte an einem Morgen, als das Schmelzwasser über die Steine ging, nahm Lisa ein Tuch um die Schultern, sie sagte niemandem etwas, weil es niemandem zu sagen war, und stieg hinauf, wo der Bach aus dem Geröll trat, saß eine Frau auf einem flachen Stein. Vor ihr stand eine Schale breit und niedrig aus grauem Ton und in der Schale lagen die Namen.
Sie lagen darin wie Kiesel, die lange im Wasser gelegen haben, glatt und rund und ohne Zeichen, keiner war wie der andere, wenn der Wind darüber ging, klang sie leise gegeneinander und. Wie Kieselklingen, die eine Welle hebt und wieder fallen lässt. Liese trat heran und grüßte, und die Frau nickte und rückte auf dem Stein zur Seite, damit Platz war. Unter dem Stein ging das Wasser kalt durch die Steine, und wer die Hand hineinhielt, dem wurde sie taub. Die Frau sagte, sie gebe einen her, wenn man ihn nenne. Nennen aber könne man nur, was man noch wisse. Liese sahen die Schale hinunter und suchte, und die Namen lagen still und sahen eine aus wie der andere, solange man sie nicht rief.
Dann hob die Frau die Hand über die Schale und sprach die Bedingung aus, und ihre Stimme wurde dabei nicht lauter. Vom Berg darf an einem Tag nur ein einziger Name heruntergetragen werden. Liese fragte nicht, warum weit unter ihr Lagen die Schindeldächer klein und nass in der Sonne, und sie sah darauf und überlegte, was das Dorf zuerst brauchte, dann nannte sie das Brot, kaum war das Wort gesprochen und. Hob sich einer der Kiesel aus der Schale und lag ihr in der Hand, kühl und schwer wie Stein am Morgen kühl ist sie, schloß die Finger darum und nahm den Weg abwärts ins Dorf. Unterwegs sagte sie nichts und sah nichts an, der Weg war nass, an den Rändern lief das Schmelzwasser und wo der Pfad über den blanken Fels ging,
mußte sie die freie Hand aufsetzen sie. Am Nachmittag kam sie zwischen die ersten Häuser und öffnete die Hand und in der Hand war nichts und im Mund war das Wort. Sie sprach es aus und der erste, der es hörte, gab es weiter. Am Abend konnte das Dorf wieder um Brot bitten, eine sagte es zur andern über den Zaun, die andere ging in die Kammer.
Und brachte einen Leib heraus. Und dann sagten sie es weiter von Tür zu Tür bis an die Schmiede hinunter. Es gab Brot an diesem Abend, in jedem Haus, das einen Ofen hatte und in denen, die keinen hatten, auch, denn nun war zu sagen, was gebracht werden sollte. Am Brunnen standen sie länger beieinander als sonst und sprachen ein einziges Wort und waren froh damit. Und in der Schmiede ließ einer die Tür offen, damit die Wärme auf den Platz kam.
Am nächsten Morgen stieg Liese wieder hinauf und unterwegs rechnete sie, es fehlten so viele Namen, dass ein Frühling nicht reichen würde, wenn jeden Tag nur einer Herunterkam. Der Sommer war kurz und der Herbst lag weit weg, Wasser und Feuer aber gehörten zusammen. Und beides brauchte man im Haus.
Und darum wollte sie beides an einem Tag holen. Oben am Geröll sagte sie es der Frau, und die Frau ließ sie ausreden, dann sah sie in die Schale und sprach die Bedingung noch einmal aus vom Berg, da von einem Tag nur ein einziger Name Heruntergetragen werden. Lise nannte trotzdem beides. Sie nannte das Wasser und der Kiesel kam ihr in die eine Hand.
Sie nannte das Feuer und der andere kam ihr in die andere. Die Frau hielt sie nicht zurück und sagte auch nichts mehr dazu, sondern legte die Hände in den Schoß und sah den Bach an. So ging Liese mit vollen Händen den Hang hinunter. Und weil sie fürchtete, die Wörter zu verlieren, sagte sie beide vor sich hin, immer abwechselnd den ganzen Weg.
Der Pfad war nass und über dem Fels lag eine dünne Haut, Wasser, die man nicht sah und unter dem Schuh spürte, wo der Pfad über den blanken Fels ging, brauchte sie beide Ende, da fielen die Kiesel ins Geröll. Der eine nach links, der andere nach rechts und rollten und waren fort. Und weil sie im selben Augenblick Luft holte, verlor sie auch, was sie im Mund gehabt hatte.
Sie suchte bis in den Abend hinein zwischen den Steinen auf den Knien und hob auf und legte hin und hob wieder auf. Sie fand Kiesel genug, aber es waren alles nur Kiesel, kalt und glatt und ohne ein Wort darin. Als es dunkel wurde, ging sie mit leeren Händen ins Dorf hinunter. An diesem Abend konnte keiner um Wasser bitten und keiner um Feuer, die Eimer standen am Brunnen und in dem Haus, in dem der Herd ausgegangen war, blieb er kalt.
Und man zeigte darauf und sagte das da. Liese setzte sich auf die Schwelle und weinte über dem Wehr ging das Wasser laut wie es geht wenn der Berg abgibt und die Luft kam kühl vom Fluss herauf und über den Platz, dann wischte sie sich das Gesicht am Tuch ab und ging schlafen, denn der Weg hinauf war weit. Und am Morgen musste sie ihn von vorn gehen. Am Morgen stieg sie hinauf und nannte das Wasser und nur das Wasser, der Kiesel lag ihr in der Hand, sie hatte die andere Hand frei für den Fels und den Mund frei für das eine Wort, und am Nachmittag kam sie damit unten an, am Tag darauf holte sie das Feuer, und auch damit kam sie an. Und am Abend brannte in jedem Herd wieder etwas. Dann holte sie den nächsten und
den übernächsten und immer nur einen an einem Tag und der Weg hinauf war jeden Morgen derselbe und ging jeden Morgen leichter. So ging es Tag um Tag den ganzen Frühling lang, sie holte die Schwelle und die Türangel, den Schöpflöffel und den Wetzstein. Das Salz, die Milch, den Faden, das Beil, den Zaun, den Ofen, die wolle und das Wehr. Sie holte den Namen für den Brunnen, den für die Schmiede und den für die Glocke, die zu keiner Uhr gehörte, und den für das Leinen und den für den Steg.
Und jeden Abend gab es im Dorf ein Wort mehr und mit jedem Wort konnte einer um etwas bitten, worum er am Tag zuvor nicht hatte bitten können. Und einer konnte etwas hergeben, das bis dahin liegen geblieben war, die Morgen am Hang waren kalt, das Schmelzwasser kam unter dem Geröll hervor und ging über den nassen Stein. Lag über den Stein ein dünner Reif, der unter dem Schuh knirschte.
Liese saß dann eine Weile bei der Frau auf dem flachen Stein, und sie sagten wenig, und der Atem stand ihnen vor dem Gesicht, die Schale wurde flacher, erst lagen die Namen darin, bis an den Rand, dann bis auf halbe Höhe, dann deckten sie nur noch den Boden und. Und zuletzt lagen noch 3 darin und dann noch ein einziger und dann keiner mehr an einem Morgen im späten Frühling war die Schale leer, Liese sah hinein und sah den grauen Ton und sonst nichts, und sie ging hinunter und ging durch das Dorf und prüfte, ob alles wieder seinen Namen hatte. Der Brunnen hatte einen, die Schmiede hatte einen. Das Brot, das Wasser, das Feuer, der Steg, das Wehr. Nur ein einziger Name fehlte noch im Dorf, und das war ihrer. Wer Liese meinte, blieb stehen
und zeigte auf sie und sagte das da, sie selbst trug ihn bei sich und wusste ihn im Dorf aber war er nicht mehr und in der Schale hatte er nie gelegen. Sie stieg noch einmal hinauf und fragte die Frau danach. Die Frau sagte einen Namen, den man selbst trägt, könne einem niemand geben, der müsse von den andern kommen, dann sprach sie die Bedingung zum letzten Mal aus und sprach sie wie am ersten Tag.
Vom Berg da von einem Tag nur ein einziger Name Heruntergetragen werden. Dieser eine sagte, sie sei nicht herunterzutragen, denn er sei längst unten, er liege im Dorf verteilt, bei jedem ein Stück, und keiner habe ihn ganz und zusammenlegen müssten ihn die, die ihn verloren hätten. Liese ging hinunter und stellte sich an den Brunnen mitten auf dem Platz, dorthin, wo sie den ganzen Winter gestanden und gezeigt hatten. Sie hob die Hand und das Dorf kam. Sie kamen aus der Schmiede und aus den Kammern und vom Steg herauf, alte und Junge, und stellten sich um den Brunnenrand dicht nebeneinander, damit alle Platz hatten. Keiner von ihnen hatte den Namen Gans. Der eine hatte den Anfang, der
andere hatte was in der Mitte stand und eine wusste nur, wie er aufhörte. Sie sagten es der Reihe nach, jeder das Stück, das ihm geblieben war, und keiner sagte es lauter als der andere, so legte sich Stück an Stück, wie die Kiesel in der Schale nebeneinander gelegen hatten. Und über dem Brunnenrand war der Name ganz.
Liese hörte ihn und antwortete, und die letzte, die gesprochen hatte, sagte ihnen noch einmal von vorn, und nun wusste ihn jeder von dieser Stunde an hatte in Steinbach alles seinen Namen und keiner musste mehr zeigen und das da sagen. Am selben Abend bat die Nachbarin über den Zaun um den Schöpflöffel und bekam ihn und einer bat um Feuer und trug es in einem Topf nach Hause und am Brunnen wurde geredet bis in die Dunkelheit hinein, oben am Hang, wo der Bach aus dem Geröll kommt, blieb die Schale stehen, die Frau war fort und die Schale stand leer auf dem flachen Stein.
Und wenn es regnete, füllte sie sich mit Regenwasser bis an den Rand. Dann lief sie über der Bach, nahm das Wasser auf und ging darüber hinweg und weiter den Hang hinunter über das Geröll und durch die nassen Steine wie an jedem anderen Tag. Unten am ersten Wehr aber stand das Wasser breit und ruhig über der Kante.
Und wo der lange Fluß darunter weiterging, war der Name des Dorfes schon in ihm von Ufer zu Ufer und von wer zu wer und weiter als das Dorf selbst je gekommen war. Fünftes Märchen der Wald, der nachkam am Feldrand vor dem alten Eichwald stand ein Haus allein. Mit der Tür nach Süden und einem Brunnen daneben.
Und das war vor so langer Zeit, dass niemand mehr das ja weiß. Der Eichwald selbst lag weit drüben, jenseits der Äcker, alt und flach, mit weit auseinanderstehenden Bäumen und Farn zwischen den Stämmen von Dorther kam am Morgen die kühle Luft über das Land. In dem Haus lebte eine alte Frau, die Enne hieß. Weiter unten, wo der Boden abfiel, ging der lange Fluss zwischen Erlen vorbei auf das Wehr und die Mühle zu, und bei Tag hörte man ihn nicht und bei Nacht schon über dem Haus aber stand die Sonne den ganzen Tag und nichts hielt sie auf, kein Baum stand am Zaun.
Kein Ast lag über dem Dach und der Giebel war heiß bis in die Kammer hinein. Das Feld vor der Tür gab immer weniger her, die Halme blieben kurz und der Boden lag hell und leer bis an den Zaun der Brunnen aber, der am tiefsten war und am längsten gehalten hatte, führte fast kein Wasser mehr. Ann ließ den Eimer hinunter und hörte ihn erst spät aufsetzen.
Und wenn sie ihn heraufholte, stand kaum fingerbreit Wasser darin Schatten und Wasser aber hielt der Wald unter den Eichen blieb der Boden feucht, auch in der Hitze, und wer dort am Morgen hineinging, ging in eine andere Luft hinein. Nur lag der Wald weit drüben, jenseits der Äcker, so weit, dass man mit einem Eimer nicht hin und zurück kam.
Ann hatte ihr Brot, sie hatte ihre Ziege, sie hatte die Tür nach Süden. Am Abend saß sie auf der Schwelle und sah zu, wie das Licht über den Feldern flach wurde. Sie hatte nur dieses eine. Kein Schatten über dem Dach und kaum noch Wasser im Schacht. In diesem Sommer wurde es früh heiß und blieb es, die Wege lagen staubig bis über den Knöchel und über dem Feld stand die Luft mittags still. Anne hängte ein nasses Leinen vor das Fenster nach Süden, wenn es trocken war, tauchte sie es wieder ein, und so hielt sie die Kammer aus.
Am Nachmittag setzte sie sich an die Nordseite des Hauses, wo die Wand einen schmalen Schatten warf, gerade breit genug für einen Schemel, und rückte mit dem Schatten mit, wie er weiterging. Der Stein am Brunnenrand war die einzige kühle Stelle im ganzen Hof, und darauf legte sie die Hände vom Haus aus lief eine Furche über das Feld, schnurgerade. Und sie zeigte auf den Wald.
Sie war flach geworden mit den Jahren, doch man sah sie noch, wenn das Licht schräg stand, als eine dunklere Linie im Boden, und der Pflug hatte sie nie ganz genommen. Wer mit dem Wagen vorbeikam, hielt sie für einen alten Grenzstrich und fragte nicht danach, n. Wusste, woher die Furche kam. Sie kam von einem Nachmittag her, der so lange zurücklag, dass außer ihr keiner mehr davon wusste. Als Anne ein Kind war, saß an dem Feldrain ein alter Mann, den keiner im Land kannte, er hatte einen Sack neben sich und in dem Sack waren Eicheln, braun und glatt und schwer erhob eine heraus, hielt sie gegen das Licht und sagte. Ein Gesäter Wald zieht dem nach, der ihn gesät hat, sein Leben lang.
Dann zeigte er dem Kind, wie man mit dem Absatz eine Furche zieht, vom Haus aus gerade auf den Wald zu, wie man die Eicheln hineinlegt, so tief wie ein Finger lang ist und die Erde darüber festdrückt Anne Tat es an einem einzigen Nachmittag, bis der Sack leer war. Am Abend warf sich der Alte den leeren Sack über die Schulter und ging den Weg am Rhein weiter und keiner sah ihn wieder. Danach dachte sie lange nicht mehr daran, sie wuchs auf, sie arbeitete das Feld, sie holte Wasser, sie deckte im Herbst das Dach nach und die Furche wurde flach und blieb. Erst als sie eine junge Frau war, fiel ihr an einem Morgen der Satz wieder ein und sie ging vor die Tür und Maß. Sie setzte den Fuß an die
Schwelle und ging über das Feld immer der Furche nach und zählte die Schritte, einen nach dem andern, bis sie beim ersten Baum stand. Es waren viele, es waren so viele, dass sie sich beim Zählen verlor. Und noch einmal von vorn anfangen musste. Am Waldrand war es kühl, auch mitten im Sommer, der Boden roch nach Laub, die Steine im Farn waren an der Unterseite nass und über dem Moos hing die Nachtluft bis in den Vormittag hinein.
Ann riss einen Streifen von ihrem Tuch und Band ihn um den Stamm des ersten Baumes, damit sie die Stelle wiederfände. Dann ging sie über die Äcker zurück. Sie tat ihre Arbeit und der Sommer ging und der Winter kam. Und im nächsten Jahr sah der Wald aus wie im Jahr davor. Der Streifen hing am Stamm, wo sie ihn hingebunden hatte, und der Baum stand am Rand und dazwischen war kein Unterschied zu sehen. Es kam Jahre mit Regen und Jahre ohne und alle waren einander ähnlich.
Ann Band im Frühjahr die Ziege an den Pflock, im Sommer trug sie das Heu ein, im Herbst grub sie das Feld um, im Winter saß sie am Herd und drehte Docht, wenn sie über die Äcker sah, lag das dunkle Band drüben, wo es immer gelegen hatte und von einem Jahr zum nächsten war daran nichts zu sehn. Einmal in diesen Jahren ging sie doch hinüber, ohne zu zählen und fand den Streifen aus ihrem Tuch nicht mehr am Rand, sondern ein Stück weit drinnen zwischen den Stämmen.
Er war grau geworden und schmal, und der Waldrand stand davor, der Weg dorthin war ein halber Vormittag, hin und zurück, ein ganzer Tag und. Und ein Tag war viel für einen Eimer Wasser und einen Arm voll Schatten. Die Jahre gingen, wie sie im flachen Land gehn, ohne dass einer sie zählt. Ein Gesäter Wald zieht dem nach, der ihn gesät hat, sein Leben lang, so hatte es der alte Mann am Feldrain gesagt, und n Maß nicht mehr nach.
Und ging auch nicht mehr hinüber. Sie hielt das Dach dicht, sie brachte die Ziege im Winter in die Kammer neben der Küche und im Frühjahr wieder hinaus, sie holte das Wasser und teilte es ein, am Abend saß sie auf der Schwelle und über den Feldern stand die Hitze noch lange, wenn die Sonne schon weg war, weiter unten ging der lange Fluss zwischen den Erlen hin. Und bei Nacht, wenn kein Wind mehr über das Feld kam, hörte sie ihn bis ans Haus herauf.
Und dann kam ein Sommer, in dem N. Alt war. Sie ging an einem Morgen vor die Tür, um den Eimer zu holen und blieb am Zaun stehen, am Zaun stand eine Eiche, sie war nicht hoch, aber sie war eine Eiche. Mit dem kurzen krummen Stamm der jungen Bäume und mit dem festen Laub, das im Wind nicht mitgeht. Hinter ihr standen die nächsten kleiner und dahinter in Reihen, die sich verloren, stand der Alte Wald. N legte die Hand an die Rinde und ging einmal um den Baum herum, dann holte sie den Eimer und. Und zog Wasser wie an jedem Morgen vom Zaun bis zum Haus. Aber war noch ein Stück Enne, ging es ab an derselben Furche entlang und zählte, und es waren mehr Schritte, als sie noch Jahre hatte, das Dach lag weiter
in der Sonne, der Schacht blieb weiter trocken. Sie stand am Zaun und sah auf den offenen Boden zwischen dem jungen Baum und der Schwelle. Und der war schmal genug, um ihn mit den Augen zu überspringen. Dann stellte sie den Eimer ab und ging ins Haus und holte die Schürze, ein Gesäter Wald zieht dem nach, der ihn gesät hat, sein Leben lang, so war es gesagt, und so war es gekommen, Schritt um Schritt.
Ohne dass einer dabei zugesehen hatte. N. Aber wartete nicht länger darauf, dass der Wald zu ihr kam. Sie Band sich am nächsten Morgen die Schürze vor und ging ihm entgegen über die Äcker dieselbe Furche entlang in den Wald hinein, wie sie es als Kind getan hatte. Es war früh, unter den Eichen war es kühl, das Moos gab unter dem Fuß nach und die Steine im Farn waren nass und.
Im Laub unter den alten Bäumen lagen die Eicheln vom Herbst, Feucht und kühl und dunkel geworden. Ann kniete nieder und las sie auf eine nach der andern und legte sie in die Schürze, und was hohl war und leicht, ließ sie liegen, als die Schürze schwer war, Band sie sie zusammen und ging über die Äcker zurück.
Und die Sonne kam schon über das Feld und legte sich ihr auf den Rücken. Zu Hause schüttete sie die Eicheln in den Schatten an die Hauswand, nahm auf der Schwelle Platz und aß ihr Brot. Am Nachmittag nahm sie die Hacke und ging an den Zaun, sie zog eine Furche in die Erde, vom Zaun her auf das Haus zu, gerade wie damals.
Legte die Eicheln hinein, so tief wie ein Finger lang ist, und drückte die Erde mit dem Absatz darüber fest. Sie ging dabei rückwärts, damit sie nichts wieder auftrat. Vom Fluss unten holte sie Wasser, weil der Brunnen keines hergab. 3 Gänge mit dem Eimer um den Rhein herauf und goss jede Stelle an, es war heiß und der Boden nahm das Wasser sofort.
Als die Schürze leer war, war der Nachmittag um. Am Abend war in dem Zaun nichts zu sehen, als eine Reihe dunkler Flecken im hellen Boden, dort, wo das Wasser eingezogen war. Ann stellte die Hacke an die Wand und wusch sich die Hände über dem Eimer, dann ließ sie sich auf der Schwelle nieder und vom Wald her strich die Luft kühl über den Hof in der neuen Furche standen Fußspuren. Und es waren ihre eigenen.
Sie gingen rückwärts vom Haus zum Zaun, so wie sie gegangen war. Vom Wald her wurde es dunkel, zuerst unter den Bäumen, dann über den Äckern, zuletzt über dem Feld vor der Tür. Ann sah die Reihe an, solange es hell war, dann ging sie hinein und machte die Tür zu, der Sommer ging danach noch lange. Ann trug weiter Wasser vom Fluss herauf, jeden dritten Tag einen Gang und goss die Reihe am Zaun ab. Und mehr war daran nicht zu tun.
Im Herbst kam der Regen und schlug den Boden glatt und im Winter lag der Schnee flach über dem Feld und die neue Furche stand darunter, als eine lange, kaum merkliche Vertiefung Ann blieb im Haus und. Und hörte den Wind über das Feld gehen. Und als der Boden auftaute, ging sie hinaus und sah nach. Im nächsten Frühjahr kamen sie, erst standen sie als kurze rote Stiele im Gras, dann rollten die Blätter auf breit und gebuchtet und hell, und im Sommer reichten die höchsten davon n ans Knie. N.
Legte Reisig um jeden herum gegen die Hasen und nahm es wieder weg, als die Stämme fest waren. Sie wuchsen nicht wie junge Eichen, wachsen im Jahr darauf reichten sie ihr an die Schulter und im Jahr danach musste sie den Kopf heben, um in ihr Laub zu sehen, und die Rinde war schon rissig wie an alten Bäumen in den Jahren darauf wurden sie zu Bäumen. Sie schlossen sich zu einer Reihe und die Reihe wuchs dem alten Wald entgegen.
Wer vom Fluss her über die Äcker kam, sah das Haus nicht mehr allein am Feldrand stehen, sondern an einem Rand, mittags lag der Schatten über dem Dach, der Giebel blieb kühl bis in die Kammer hinein, auf den Schindeln standen die Umrisse der Blätter und. Und wenn Wind ging, bewegten sie sich und liefen über das Dach und wieder zurück und der Brunnen führte wieder Wasser. Ann ließ den Eimer hinunter und hörte ihn bald aufsetzen, und wenn sie ihn heraufholte, war er voll und außen nass und kalt an den Händen, der Stein am Rand blieb dunkel, auch mittags. Und aus dem Schacht kam die Luft herauf wie aus einem Keller und das Feld vor der Tür trug wieder. Die Halme standen dicht und hoch bis an den Zaun heran und die Erde darunter riss nicht mehr
auf, auch wenn es lange nicht regnete, am Zaun stand nun die junge Reihe gerade und schmal im Stamm mit dem hellen Laub der ersten Jahre. Dahinter, jenseits der Äcker, stand der Alte Wald, dunkel und breit und ohne Ende, und dazwischen lag ein Stück offener Acker, das mit jedem Jahr schmaler wurde. Am Morgen ging der Schatten der jungen Bäume über die Schwelle, mittags über das Dach.
Am Abend über den Brunnen weiter unten aber ging der lange Fluß zwischen den Erlen hin, dem Wehr und der Mühle zu, und wo er still stand, lagen die Eichen der Länge nach in ihm. Und wo das Wasser sich rührte, rührten sie sich mit sechstes Märchen. Die Mühle der 3 Gänge. Es traf sich in einem Hochsommer, der lange keinen Regen brachte, unten am Wehr, wo der lange Fluss über die Steine fällt und eine Mühle steht. Ihr Rad war unter Schlechtig, das Wasser griff es von unten und über das Wehr führte ein schmaler Steg mit einem Geländer aus Holz, in der Mühle wohnte der Müller mit seiner Tochter. Die Greth hieß in diesem Sommer aber stand das Wasser so niedrig, dass man die Steine im Bett zählen konnte und über das Wehr kam nur noch ein Faden
herab, den man eher sah, als hörte. Das Wasser reichte nicht mehr, um das Rad zu treiben, es lief unter den Schaufeln hindurch, ohne sie zu fassen, und das Rad stand. Im Mühlenhaus lag das Korn der Bauern in Säcken an der Wand entlang, Reihe hinter Reihe und wurde nicht zum Mehl. Der Müller war über Land gegangen, weit hinunter, wo die Landstraße durch die Ebene läuft, und er kam nicht zurück, solange die Straße trocken lag und der Staub darüber stand, denn auch die Fähre war eingestellt. Das Wasser stand so flach, dass der Kahn auf dem Grund saß und das Seil schlaff über der Furt hing. So kam Gret allein für die Mühle auf, am Morgen ging sie den Steg entlang und sah nach dem Wehr
und am Abend ging sie ihn zurück, die Bauern kamen und fragten und sie sagte, was zu sagen war, dass das Wasser stiege, wenn es regnete. Und dass es regnen würde, wenn die Zeit dafür käme. Dann gingen sie wieder und die Säcke blieben stehen. Auch der alte Nachbar kam, dem der schmale Acker hinter der Mühle gehörte, und er brachte nichts mit, denn er hatte nichts, er setzte sich eine Weile auf die Schwelle und sah dem Wasser zu und ging dann heim, unter dem Wehr lag der Kolk.
Das Wasser hatte ihn im Lauf der Jahre ausgeschlagen, tief und rund und selbst am Mittag stand die Kühle darüber wie in einem Keller. Am Rand wuchs Minze, und wo der Stein nass blieb, war er grün und glatt, der Mehlstaub aus der Mühle lag auf allem auf dem Geländer, auf der Schwelle, auf den Blättern am Ufer fein und trocken und.
Und rührte sich nicht, weil kein Wind ging in einer solchen Nacht, als es zu warm war zum Liegen, stand Greet auf und ging über den Steg hinunter an den Kolk, da stand einer im Wasser, er stand bis zu den Knien darin, mitten im Kolk, wo es am tiefsten war, und trug einen nassen Kittel, der ihm an den Armen klebte. Es war der Müller vor dem Müller. Er sah Red an wie einer ansieht, der etwas auszurichten hat, und sagte, die Mühle malt dreimal, was man ihr aufgibt, und der dritte Gang muss für einen anderen sein. Dann wandte er sich um und ging tiefer hinein, und wo er gestanden hatte, stand nur noch das Wasser. Gekret ging den Steg zurück und schlief bis in den Morgen. Beim ersten Licht ging sie ins
Mühlenhaus und hob einen Sack von der Wand, sie trug ihn die Leiter hinauf zum Rumpf und schüttete das Korn hinein, wie sie es beim Vater gesehen hatte, und dann ging sie hinunter und zog den Schieber am Gerinne auf, es lief kaum Wasser, kaum mehr als aus einem Krug. Trotzdem rührte sich das Rad. Es tat einen langsamen Zug und noch einen und dann ging es rund und gleichmäßig, als stünde das Wasser hoch wie im Frühjahr der Stein oben nahm den Gang an und aus dem Auge lief das Mehl, es lief warm heraus und weich und es lief den ganzen Tag.
Gret schüttete auf, was an der Wand stand, Sack für Sack und Band zu, was voll war. Am Abend war die Reihe an der Wand leer und vor der Tür stand eine neue Reihe, weiß bestäubt und prall, die Bauern kamen und holten, was ihnen gehörte, und wer kein Karren hatte, trug es auf der Schulter über den Steg.
Im ganzen Dorf hatte an diesem Abend jedes Haus Mehl. Als der letzte Sack fort war, ging das Rad noch 3 Umläufe und blieb stehen, das Wasser im Gerinne Versickerte, das Band über dem Wehr wurde dünner als am Tag zuvor und im Bett lagen die Steine trocken und hell in der Sonne, das Mehl war da. Das Wasser nicht über Land lag, die Straße im Staub.
Die Fähre lag auf dem Grund und der Vater kam nicht. Da wusste Gret, dass der Gang, der nun kam, nicht dem Korn gelten durfte, sondern dem Wasser, das den Stein trug und den Steg und die Fähre. Greet stieg an den Kolb hinunter und sah nach, was dort zu holen war. Wasser war darin, aber wer es schöpfte, schöpfte es aus dem Fluss und gab dem Fluss nichts zurück.
Über dem Kolk jedoch stand in der frühe der Nebel, er kam aus dem kalten Wasser, wenn die Luft darüber warm wurde und lag als weißes Band zwischen den Ufern, Kniehoch und still. Bis die Sonne über den Wald kam. Er stand dort an jedem Morgen, und wenn eine Hand hineinfuhr, kam sie feucht wieder heraus.
Sie holte alle Tücher aus dem Haus, die glatten Leinentücher aus der Truhe und die groben aus der Kammer und trug sie hinunter an den Steg. Vor Sonnenaufgang stieg sie in den Kolk. Das Wasser ging ihr bis an die Knie und war so kalt, dass ihr die Füße taub wurden. Dann zog sie die Tücher durch den Nebel, langsam und flach, wie man den Rahm von der Milch zieht, und der Nebel blieb im Leinen hängen und machte es schwer, wenn ein Tuch schwer war, stieg sie heraus, ging die Stufen hinauf und.
Und drang es über dem Rumpf aus, es tropfte wenig aus einem ganzen Tuch, kam nicht mehr als eine Hand hält und der Rumpf blieb fast leer. So ging sie wieder hinunter und wieder hinauf, die halbe Nacht und in den Morgen hinein, und ihre Hände wurden weiß und wund vom nassen Leinen, und die Füße blieben kalt bis in den Mittag. Die Mühle malt dreimal, was man ihr aufgibt und der dritte Gang muss für einen anderen sein.
Der Nebel hielt, solange die frühe hielt, und als die Sonne über den Wald kam, riß er weg, da stand gret am offenen Kolk mit nassen Tüchern über dem Arm, und der Rumpf war noch nicht voll. In der frühe darauf stand der Nebel wieder über dem Kolk und sie zog die Tücher noch einmal hindurch, als der Rumpf so voll war, wie er sein musste, zog Greet den Schieber auf, wieder rührte sich das Rad, obwohl kaum Wasser lief, und ging seinen ruhigen, runden Gang und der Stein oben nahm den Nebel an, was aus dem Auge kam, war kein Mehl. Es war Wasser, es lief klar und kalt heraus. Erst wie aus einer Rinne, dann breiter, dann in einem Strang, der über die Bohlen schoß und die Stufen hinunterfiel und den Kolk füllte, bis er überging und
über das Wehr trat. Das Wasser lief den ganzen Nachmittag, der Kolk stand voll, das Wehr trug wieder. Und im Bett unterhalb der Mühle sanken die Steine unter den Spiegel einer nach dem andern. Am Abend hörte es auf, so ruhig, wie es angefangen hatte, da hatte der lange Fluss seine Breite zurück und stand hoch an beiden Böschungen und ergriff das Rad von unten und trieb es, ohne dass jemand nachhalf.
Die ganze Nacht ging das Rad, man hörte es im Haus ein gleichmäßiges Schlagen und Rauschen, wie man es immer gehört hatte. Am Morgen war noch Eingang übrig, der Dritte, das Wasser stand, das Mehl war gemacht und die Mühle hatte noch einmal zu geben, was man ihr auftrug, Greet ging ins Haus und nahm den alten Kittel des Vaters vom Nagel neben der Tür und. Und sie trug ihn schon die Leiter hinauf zum Rumpf. Auf halber Leiter blieb sie stehen, dann stieg sie wieder hinunter, hängte den Kittel an den Nagel zurück und strich ihn glatt, und der Rumpf blieb an diesem Morgen leer, denn unten am Zaun stand der alte Nachbar, wie er alle Tage dort stand, sein Acker hinter der Mühle lag, hell und rissig. Und was er im Frühjahr gesät
hatte, war nicht aufgegangen. Er hatte kein Korn mehr im Haus, keines zum Essen und keines zum Säen, und darum hatte er auch nichts, was sich malen ließ, er hatte nur das leere Sacklein unter dem Arm gefaltet, das er in jedem Jahr zur Mühle gebracht hatte, weil er es so gewohnt war. Gret ging zu ihm hinaus und bat ihn um das Leinen.
Er gab es ihr und fragte nicht, wozu sie trug die leeren Säcke ins Haus, stieg die Leiter hinauf und schüttete sie in den Rumpf, Stück für Stück, wie man Korn hineinschüttet und dabei sagte sie laut, was der Müller vor dem Müller im Kolk gesagt hatte, die Mühle malt dreimal, was man ihr aufgibt.
Und der dritte Gang muss für einen anderen sein. Dann ging sie hinunter und zog den Schieber auf und das Rad, das nun im vollen Wasser stand, nahm den Gang an. Der Stein oben lief und aus dem Auge kam Saatkorn, es kam trocken und schwer und rein heraus, Korn um Korn, ohne Spreu und ohne Staub. Und es lief und lief, bis das Leinen des Nachbarn wieder voll war, jeder Sack bis an die Naht.
Es war so viel, dass ein Acker im Herbst bestellt werden konnte, von der Mühle bis zum Rhein, und dass für das Jahr danach noch etwas übrig blieb. Der alte Mann Band zu und trug es hinüber und. Sack für Sack und brauchte dazu den halben Nachmittag. Und er sagte Nichts und Greet sagte auch nichts. In derselben Nacht kam der Vater zurück, er kam über den Steg, den Stock in der Hand und den Staub der Landstraße an den Schuhen und er kam, weil das Wasser wieder lief, die Fähre ging wieder, seit der Fluss den Kahn vom Grund gehoben hatte. Und wer über Land wollte, kam wieder hinüber. Er blieb auf dem Steg stehen und sah dem Rad zu, das im vollen Wasser ging, Schaufel um Schaufel, das Geländer war feucht unter der Hand und über
dem Wehr stand der Lärm des Wassers wie sonst. Dann machte er die Tür auf, er stellte den Stock in die Ecke und ging durch das Haus, wie einer geht, der Nachsieht. Die Wand war leer, wo die Säcke gestanden hatten. Das Gerinne war voll, der Schieber war offen, das Rad ging, auf dem Zaun hingen die Leinentücher steif getrocknet und rochen nach Fluss. Er sah seine Tochter an und sah dann das Rad an, und dann setzte er sich auf die Schwelle und blieb dort sitzen, bis es hell wurde.
Greet setzte sich neben ihn. Und keiner sagte viel. Am Tag danach malte die Mühle wieder für das Dorf, die Bauern brachten das Korn der späten Ernte und der Stein lief und das Mehl kam warm aus dem Auge. Und was in den Rumpf ging, kam, als das wieder heraus, was es war. Die 3 Gänge waren getan, der Kolk unter dem Wehr lag tief und dunkel wie immer. Kühl auch am Mittag und in der frühe Stand der Nebel darüber und ging weg, wenn die Sonne über den Wald kam. Der Rumpf oben stand leer mit dem hellen Rand, den das Korn im Holz gelassen hatte.
Über dem Steg hing der Mehlstaub im Licht, so fein, dass man ihn nur sah, wenn die Sonne schräg durch die Tür kam. Und er sank langsam und legte sich auf das Geländer. Unten ging das Rad gleichmäßig, Schaufel um Schaufel und schöpfte das Wasser von unten und ließ es wieder los, und der lange Fluss ging unter dem Wehr weiter voll und gleichmäßig durch die Ebene und an den Dörfern vorbei.
Und was er hier aufgenommen hatte, gab er erst dort wieder her, wo er kein Ufer mehr hat. Siebtes Märchen der Regen im Hut dort, wo der lange Fluß die weite Ebene durchquert, lief eine Landstraße neben ihm her, gerade und hell und ohne Ende, und über beiden Stand ein Sommer, wie er alle 7 Jahre einmal kommt. Pappeln standen zu beiden Seiten, eine wie die andere, und am Rand lagen Meilensteine ohne Zahlen, grau vom Wetter und halb im Gras fern.
Hinter den Feldern lag er in seinem flachen Bett und war in diesem Sommer schmal geworden, so schmal, dass die Weiden weiter vom Wasser Abständen als sonst und ihre Wurzeln bloß lagen. Auf der Straße ging ein Wanderbursche, der Lenz hieß, und trug einen breiten Hut aus Filz gegen die Sonne. An dieser Straße und an ihren Feldwegen lagen 3 Dörfer und in allen dreien hatte es seit Wochen nicht geregnet, die Brunnen gaben Schlamm, wenn man den Eimer tief genug hinunterließ und man ließ ihn stehen und goß oben das klare ab.
Das Korn stand kurz und hart auf den Äckern und wollte nicht weiter. Der Staub lag Handtief auf der Landstraße und stieg auf, wo ein Fuß hintrat und legte sich auf die Blätter der Pappeln, bis sie so grau waren wie die Steine darunter. Die Leute gingen am morgen vor die Türen und sahen den Himmel an und der Himmel war weiß und leer. Lenz ging die Straße hinunter, wie er sie hinuntergegangen war, seit die Hitze angefangen hatte.
Er ging am Vormittag und am Abend und saß in der Mittagszeit unter einem Baum, wo einer Stand, seine Schuhe waren weiß bis über die Knöchel hinauf, und wenn ein Wagen vorbeikam, hing der Staub noch lange hinter ihm in der Luft. Am dritten Tag kam er an einen Kreuzweg, wo die Landstraße von einem anderen Weg geschnitten wurde.
An diesem Kreuzweg stand ein Bildstock aus Stein, alt und schmal, mit einem flachen Dach aus Schiefer darauf, das Dach warf einen Schatten auf dem Boden und in dem Schatten saß eine Frau mit dem Rücken an den Stein. Der Stein war kühl wie im Sommer, nur Steinkühl ist an denen nie die Sonne kommt und die Frau saß so wie einer sitzt, der lange sitzt. Lenz trat in den Schatten und blieb stehen, sie sah ihn an, streckte die Hand aus und nahm ihm den Hut vom Kopf. Dann hielt sie ihn einen Augenblick hoch. Mit der Öffnung nach oben gegen den weißen Himmel und sagte nichts dabei.
Darauf gab sie ihm den Hut zurück und darin stand Regen. Er stand darin wie Wasser in einer Schale, und er lief nicht über so sehr Lenz den Hut auch neigte, und er ging nicht durch den Filz und der Filz blieb außen trocken. Die Frau lehnte sich wieder an den Stein und sagte, der Regen bleibt im Hut, solange der Träger geht.
Dann sagte sie nichts mehr. Lenz nahm den Hut in beide Hände und trat aus dem Schatten hinaus auf die Straße und als er sich umsah, saß am Bildstock niemand, er ging weiter. Und der Hut wog schwer in seinen Händen, so schwer wie ein Eimer wiegt, den einer vom Brunnen trägt, das Wasser darin bewegte sich nicht, obwohl er ging, und es warf keine Wellen an den Rand, es war kühl, und wenn er die Hand darüber hielt, lag die Kühle an der Handfläche wie an einer Kellerwand, die Straße lief gerade durch die Stoppeln hin.
Und vorn, wo die Pappeln Dichter standen und ein Rauch aufstieg, lag das erste Dorf. Es war ein Dorf mit niedrigen Häusern um einen Anger und mitten auf dem Anger stand der Brunnen und die Erde um den Brunnen war aufgerissen und hart, die Leute standen in den Türen, als er hereinkam, und sahen den Hut in seinen Händen. Und sagten nichts.
Lenz ging bis in die Mitte des Angers, hob den Hut über den Kopf und kippte ihn aus, das Wasser fiel heraus und es fiel länger heraus als in einem Hut Platz hat und als es den Boden traf, war es kein Guss mehr, sondern Regen, der erste Regen traf den Staub. Und der Staub nahm ihn auf und wurde dunkel. Fleck neben Fleck, bis der ganze Anger dunkel war. Es roch, wie es riecht, wenn trockene Erde nass wird und dieser Geruch stand über dem Dorf, ehe noch die Dächer nass waren, dann regnete es ordentlich. Gerade herunter und ohne Wind in den Brunnen hinein und in die Gärten und über das Korn hinter den Zäunen. Es regnete einen Tag und eine Nacht, in der Nacht ging die Luft kalt über die nassen Dächer
und aus den Traufen lief es noch, als der Regen längst aufgehört hatte. Und am Morgen stand das Wasser in den Wagensporen. Lenz war da schon fort, er war noch in der Nacht auf die Straße hinausgegangen, weil ihn nichts hielt, und hatte den leeren Hut an der Krempe getragen. Der Hut aber blieb nicht leer. Während Lenz ging, sammelte sich darin wieder Wasser. Es kam langsam, wie eine Quelle sich sammelt, die man ausgeschöpft hat.
Nach einem Tag Weges stand es Handbreit, am Abend darauf stand es bis an den Rand und der Rand war dunkel und feucht, er wog den Hut in der Hand und wusste, was er trug, dann ging er die Straße hinunter, zwischen den Pappeln hindurch und. Und an den Meilensteinen ohne Zahlen vorbei dem nächsten Dorf zu. Die Sonne stand hoch und sein Schatten lag rund und kurz vor seinen Schuhen.
Das nächste Dorf hatte schon von ihm gehört, ein Fuhrmann war vor ihm dort durchgekommen und hatte erzählt, was er gesehen hatte, und danach hatte es einer dem anderen Weitergesagt. Sie kamen ihm bis an die Pappeln entgegen und nahmen ihm nichts ab. Aber sie führten ihn in den Hof des größten Hauses, wo ein Tisch stand.
Auf dem Tisch war aufgetragen, was sie noch hatten, sie setzten ihn an das obere Ende und stellten den Hut neben seinen Teller, und einer holte eine Fiedel herunter. Und die Kinder standen um die Bänke herum und rührten sich nicht. Lenz saß und aß und hörte zu. Der Abend kam, die Fiedel ging weiter und man rückte die Bänke näher zusammen, ein Licht wurde angezündet und in die Mitte des Tisches gestellt, er dachte an den Kreuzweg und an den kühlen Stein. Und an das, was die Frau am Bildstock gesagt hatte. Der Regen bleibt im Hut, solange der Träger geht, aber er saß gut, es war lange her, dass einer ihm einen Platz hingestellt hatte, und so blieb er sitzen und die Hände lagen ihm still auf dem Tisch, während
er saß, versiegte der Regen im Hut, es geschah ohne ein Geräusch. Es sank nicht und es floß auch nicht ab. Es wurde weniger wie Wasser im Sand, weniger wird niemand am Tisch sah hin und der Hut stand neben dem Teller wie vorher. Spät griff Lenz nach ihm, um ihn auf die Knie zu nehmen, da war er leicht, erhob ihn und sah hinein, der Filz war trocken bis in die Falte am Boden.
Und auf der Krempe lag schon wieder Staub. Da stand er auf und ging. Sie riefen hinter ihm her, sie meinten, es sei die Fiedel gewesen oder der lange Tisch, und einer lief ihm bis an die Pappeln nach und hielt ihn am Ärmel, aber er ging schon und es half nichts, er ging in dieser Nacht und den ganzen Tag darauf und den Tag danach.
Immer geradeaus, der Hut blieb leicht in seiner Hand, die Straße lag weiß vor ihm und die Meilensteine kamen und blieben hinter ihm zurück. Erst am dritten Tag gegen Abend spürte er, dass er wieder zog, da kehrte er um und ging die Straße wieder hinauf, die er heruntergekommen war, 3 Tage lang zurück. Als er in den Hof kam, war der Tisch abgeräumt und über dem Holz lag wieder Staub.
Lenz trat in die Mitte des Hofes und kippte den Hut aus und es regnete über das Dorf einen Tag und eine Nacht. Im Hof standen sie unter den Vordächern und sahen zu und einer schob die Bänke unter den Tisch, damit sie nicht nass wurden. Danach machte er sich wieder auf und diesmal setzte sich keiner zu ihm und keiner hielt ihn am Ärmel fest. Das dritte Dorf lag nicht an der Landstraße. Bei einem Meilenstein ging ein Feldweg ab, schmal und ausgefahren, und er lief weit hinaus, bis er zwischen den Weiden verschwand.
Dort lagen die Häuser. Klein und mit Stroh gedeckt und von den Wänden war der Putz gefallen. Es war das ärmste der 3 Dörfer und lag am weitesten von der Straße ab, und darum war auch keine Nachricht bis dorthin gekommen und niemand kam ihm entgegen, als er den Feldweg Herunterging Lenz ging hinaus, bis er auf dem Platz zwischen den Häusern stand, die Äcker ringsum standen kurz.
Das Gras auf den Weiden war gelb bis in die Wurzel und am Brunnen hing ein Eimer, den seit langem keiner mehr hinuntergelassen hatte. Da kamen sie aus den Häusern und sahen den Hut und sahen ihn an, dann trat der Älteste vor und bat ihn zu bleiben, nicht einen Tag, sagte er, und nicht einen Sommer, sondern für immer, und es stehe ein Haus leer.
Und Sie würden es herrichten bis zum Winter. Lenz stand auf dem Platz und sah über die Zäune weg, die Äcker gingen weit hinaus, dahinter lagen die Weiden, und dahinter fing das offene Land an, er nahm den Hut in die Hände und wog ihn, dann sagte er, was ihm gesagt worden war, der Regen bleibt im Hut, solange der Träger geht.
Und er sagte, er bleibe nicht. Darauf ging er vom Platz weg, aber er ging nicht den Feldweg zurück zur Landstraße, er ging um das Dorf herum, er ging am Rhein der Äcker entlang und außen um die Weiden herum, und wo ein Zaun stand, ging er daran vorbei, und wo ein Graben lag, ging er hinüber und weiter.
Und während er ging, neigte er den Hut ein wenig, immer nur ein wenig. Und was herauskam, kam hinter ihm als Regen herunter, auf die Breite eines Ackers. So ging er den ganzen Tag um das Dorf herum und blieb nicht stehen, und am Abend war der Kreis noch nicht geschlossen und er ging weiter. 3 Tage ging er so, immer im Kreis und immer ein Stück weiter außen. Und der Regen ging mit ihm in der ersten Nacht regnete es über die Gerste, in der Nacht darauf über die Weiden und die Gräben und in der Dritten über die Gärten und über den Platz. Die Leute standen unter den Türen und hörten ihn nicht gehen, aber sie hörten den Regen, und sie hörten, wie er langsam um sie herumzog und.
Von der einen Seite des Dorfes zur anderen und wieder zurück. Am dritten Abend war der Kreis geschlossen, da ging Lenz den Feldweg hinaus zwischen den nassen Rainen hindurch und an den Weiden vorbei bis zu dem Meilenstein auf dem Stein stand ein Krug, zugedeckt mit einem Teller und neben dem Krug lag ein Brot in einem Tuch und. Es stand keiner dabei.
Hinter den Weiden rührte sich nichts und im nassen Gras war keine Spur zu sehen, als seine eigene der Stein war der letzte vor der Landstraße, und wer etwas darauf stellte, musste den Weg vom Dorf hergegangen sein, ehe es hell wurde. Lenz setzte sich an die Kante des Steins und aß und trank. Das Brot war vom Vortag und die Milch im Krug kühl, wie sie aus dem Keller kühl kommt. Er faltete das Tuch zusammen, legte es unter den Teller und stellte den Krug an den Fuß des Steins, wo ihn einer finden mußte, der ihn suchte.
Dann trat er auf die Landstraße und ging sie hinunter und der Hut war leicht in seiner Hand. Und während er ging, wurde er wieder schwer. Hinter ihm lag das Dorf im Regen und der Regen hörte auf, als Lenz weit genug fort war, und danach war es still über den Strohdächern und der Rauch stieg gerade in die Höhe. In allen 3 Dörfern hatte es geregnet, die Brunnen gaben wieder Wasser und der Eimer kam voll und klar herauf. Und man musste ihn nicht mehr stehen lassen, bis der Schlamm sich unten gesetzt hatte.
Das Korn, das kurz und hart gestanden hatte, richtete sich auf, wurde länger und ging in die Ehre und über den Äckern lief der Wind wieder in Wellen, der Staub war fort von der Straße, er lag als dunkle Kruste in den Wagenspuren und. Und wo ein Fuß Hintrat, stieg nichts mehr auf. Die Landstraße lief hinter ihm her, durch die Ebene gerade und ohne Ende zwischen den Pappeln, deren Blätter der Regen wieder grün gewaschen hatte, in der Spur seiner Schritte aber war das Gras aufgegangen, ein schmales, dunkles Band, das mit der Straße Mitlief, so weit er gegangen war.
Und es lief immer noch weiter weit hinten, wo die Äcker aufhörten, war der lange Fluss wieder breit geworden und das Wasser reichte den Weiden am Rand wieder bis an den Fuß. Er nahm auf, was ihm aus der Ebene zulief und führte es mit sich, langsam und ohne einen laut unter den Stegen hindurch und an den Deichen entlang. Bis dorthin, wo das Wasser salzig wird und die Möwen darüber stehn.
Achtes Märchen die Glocken im Moor es geschah in einem Herbst an der Stelle, wo der lange Fluss sein Knie macht und langsamer geht als auf seinem ganzen übrigen Weg, dort liegt das Moor, flach und braun und weit. Mit Birken am Rand und mit Wollgras, das im Wind steht wie heller Rauch über die weichen Stellen, führen Bohlenwege Brett an Brett gelegt und wer darauf geht, hört das Holz unter sich arbeiten. In diesem Moor stach eine Frau Torf, die Hanne hieß, und sie stach ihn, seit sie stark genug war, das Eisen zu führen. Seit dem Anfang des Herbstes hörte Hanne beim Torfstechen Glocken.
Sie kam nicht aus dem Dorf, denn so weit trug kein Dorfgeläut und sie kam nicht von einer Herde, denn die Herden standen längst unten auf den Wiesen, sie kamen aus dem Moor von tief unten und von weit her, zugleich ein dunkles, gleichmäßiges Läuten. Das nicht aufhörte und nicht näher kam. Am ersten Morgen stellte sie das Eisen ab und Horchte.
Am Morgen darauf horchte sie wieder und danach horchte sie nicht mehr, sondern stach weiter und hörte es dabei. Der Torf lag in langen Stichen, offen, schwarz und nass und in den Gruben stand Wasser. Das den ganzen Tag kalt blieb. Hanne stach die Soden ab und stellte sie zum Trocknen auf Sode an Sode mit Luft dazwischen, wie es sich gehört, ihre Ärmel waren nass bis über die Gelenke und ihre Hände rochen nach Moor. Auch am Abend noch, wenn sie sie gewaschen hatte. Das Läuten ging mit durch den Tag. Es war am Morgen da, wenn der Nebel über den Stichen lag, und es war am Abend da, wenn der Nebel wiederkam. Nach 3 Wochen legte sie an einem Morgen das Eisen quer über die Grube und wischte die Hände am
Rock ab. Sie ging den Bohlenweg hinaus, dem Läuten nach, so gut sie es fassen konnte, bis an den Rand, wo die Birken standen. Dort blieb sie stehen und Horchte. Es war nicht lauter als bei den Stichen, sie ging zurück und ging in die andere Richtung, bis das Wollgras aufhörte und der feste Boden anfing, und dort war es auch nicht lauter, also ging sie weiter und suchte die Stelle, an der es sich änderte, über die Glocken sagte man im Moor seit jeher denselben Satz. Er gehörte dorthin wie die Bohlenwege und wie der Nebel über den Gruben, und keiner hatte ihn mitgebracht und keiner nahm ihn fort.
Laut sprach ihn niemand aus, er fiel, wenn einer bei der Arbeit stehen blieb und den Kopf hob, und danach stach man weiter, Hanne hatte ihn gehört, solange sie das Eisen führte und. Er lautete, die Glocken läuten nur für den, der etwas verloren hat und nur er hört sie. Und dazu sagte man, das sei das leichte daran, das Läuten werde lauter, je näher einer dem komme, was er verloren habe, und leiser, wenn er sich davon entferne, so sagten es die im Dorf am Rand des Moores.
Und so sagten es die an den Stichen, und keiner von ihnen hatte je etwas läuten hören. Hanne stellte das Eisen in die Grube und sah über die Stiche hin die Reihen der Soden standen bis an die Birken, dahinter lag der Nebel und weiter hinten war nichts mehr zu sehen, das Läuten kam von überall her gleich laut, am Abend saß Hanne in ihrer Kate.
Und ging durch, was ihr gehörte. Das Torfeisen stand in der Ecke bei der Tür, wo es immer stand, mit dem Stiel nach oben und der Schneide im Lappen, es war nicht verloren, das große Tuch, das sie im Winter um die Schultern nahm, lag in der Lade unter dem Leinen gefaltet, wie sie es gefaltet hatte, es war nicht verloren. Der Ring, der von der Mutter kam, lag in einer Schachtel aus Holz auf dem Sims und in der Schachtel lag er noch. Sie nahm den Ring heraus und hielt ihn gegen die Kerze und das Läuten wurde nicht lauter und wurde nicht leiser, sie legte ihn zurück und schloss die Schachtel, danach ging sie durch das Übrige, den Kamm, das Messer. Die braune Schüssel, den Napf, die Schuhe, die Decke, den Stuhl, an dem eine Sprosse
fehlte. Solange sie denken konnte, alles war da, wo es hingehörte, sie machte die Kerze aus und legte sich hin, und im Dunkeln läuteten die Glocken weiter so gleichmäßig wie am Morgen. Am Tag darauf suchte sie draußen. Sie ging die Stiche ab, an denen sie in den letzten Jahren gearbeitet hatte, und sah in die Gruben hinein, ob dort etwas liege, das ihr einmal aus der Hand gefallen war. Sie fand einen Hufnagel, einen Knopf aus Horn und ein Stück von einem alten Sensenblatt, und nichts davon gehörte ihr. Sie legte es nebeneinander auf eine Bowle, damit es liegen bliebe, falls einer danach fragte. Die Glocken läuteten weiter gleich laut wie vorher, danach ging sie ins Dorf, das am Rand
des Moores lag, wo der feste Boden anfing, sie fragte den Nachbarn, der Reisig fuhr, ob er ein Läuten höre. Er hielt das Pferd an, nahm die Mütze ab und hörte hin. Lange und ehrlich, und sagte dann, er höre den Wagen und den Wind. Sie fragte die Frau am Brunnen und die Frau am Brunnen setzte den Eimer ab und hörte hin und schüttelte den Kopf. Sie fragte den alten Mann auf der Bank vor der Schmiede und. Und der hörte am längsten hin von allen und hörte auch nichts. Damit hatte sie jeden gefragt, den zu fragen war. Hanne dankte ihnen und ging, und keiner im Dorf fragte sie etwas zurück, sie ging aus dem Dorf hinaus und über den Steg und auf das Moor zurück, und der Weg dahin war weit und unterwegs fing es an zu regnen, fein und
ohne Wind. Das Wasser stand auf den Bohlen und lief an den Rändern ab. Als sie beim ersten Stich ankam, war es Abend und der Nebel kam aus den Gruben herauf, wie immer in dieser Nacht saß Hanne auf der Schwelle mit der Decke um die Schultern und sah in das Dunkel über dem Moor hinaus, von den Birken tropfte es. Das Läuten kam durch den Regen so gleichmäßig wie durch die klare Luft.
Es wurde davon nicht dumpfer und nicht heller, die Decke roch nach Rauch und der Stein der Schwelle war kalt durch den Rock hindurch vor der Karte lag Wasser in den Radspuren und gab das wenige Licht zurück, das aus der offenen Tür fiel. Die Glocken läuten nur für den, der etwas verloren hat und nur er hört sie von da an fragte sie niemanden mehr, sie tat etwas anderes, sie hörte hin, wo es lauter wurde und ging dorthin, und wenn sie meinte, sie sei nun richtig, ging sie noch ein Stück weiter, bis es leiser wurde, nur um sicher zu sein, dann kehrte sie um. Dreimal ging sie an diesem Tag so über die Bohlenwege hin und her und die Bretter Klapperten unter ihr und die Vögel gingen vor ihr auf und setzten sich
hinter ihr wieder in das Gras. Beim ersten Mal führte es sie von den Stichen weg, an den Birken vorbei bis dahin, wo der Bohlenweg aufhörte und nur noch bölten waren, und dort war es lauter. Sie ging zurück und es wurde leiser und sie merkte sich die Stelle, an der es umschlug. Beim Gang danach kam sie näher an das Wasser heran und da wurde es wieder lauter und sie ging bis an das Ufergebüsch und wieder heraus und es wurde leiser und wieder lauter, je nachdem wohin sie trat. Beim dritten Gang ließ sie das Eisen stehen und ging nur noch dem Lauteren nach.
Der Weg, den das lautere ihr Wies, ging nicht in das Moor hinein, sondern hinaus dem Wasser zu, er ging über die Bohlen, dann über einen schmalen Torfdamm, den vor vielen Jahren jemand aufgeworfen hatte, danach kam Gras, das ihr bis an die Knie ging und nass war. Die Birken hörten auf, vor ihr lag der lange Fluss, breit und braun, und er machte hier sein Knie und ging so langsam, dass man an den Halmen im Wasser sehen musste, ob er überhaupt ging.
Das Läuten war nun so laut, dass sie stehen blieb am Rand des Wassers lag ein flacher Stein, breit wie ein Tisch. Oben glatt und an den Seiten mit Moos bewachsen und ringsherum stand Schilf, das im Herbst schon braun war. Hier war das Läuten lauter als überall sonst, wo sie an diesem Tag gewesen war. Hanne ging die letzten Schritte durch das nasse Gras und blieb vor dem Stein stehen, das Gras ringsum war nass bis in den Grund, das Schilf tropfte.
Und im Moos an den Seiten stand das Wasser in kleinen Perlen. Oben aber war der Stein trocken, Hanne legte die Hand darauf und nahm sie trocken wieder weg. Auf diesem Stein hatte sie als junge Frau in jedem Sommer gesessen, an den langen Abenden, wenn die Arbeit getan war, und sie hatte dort nichts getan, sie war seit vielen Jahren nicht mehr dort gewesen.
Die Glocken läuten nur für den, der etwas verloren hat und nur er hört sie. Sie setzte sich auf den Stein, wie sie sich immer darauf gesetzt hatte, die Füße nebeneinander und die Hände übereinander, und sah auf das Wasser hinaus, der Stein war kalt unter ihr und wurde nicht wärmer, sie blieb sitzen und die Glocken hatten auf.
Sie hörten nicht mit einem Schlag auf, sondern wie ein Läuten aufhört, das ausklingt. Erst standen die Schläge weiter auseinander, dann wurden sie leiser, dann war zwischen ihnen mehr Stille als Ton, und dann war nur noch Stille auf dem Wasser, trieben Birkenblätter einzeln und mit dem Rand nach oben und drehten sich langsam. Wo es hinter dem Stein einen Zug gab und. Über dem Wasser stand eine Reiher und rührte sich nicht. Am anderen Ufer ging der Wind durch das Schilf und man hörte ihn deutlich, weil sonst nichts mehr zu hören war. Hanne saß, bis das Licht aus dem Wasser ging, der Nebel kam aus dem Moor herüber und legte sich über die Stiche und über die Bülten und blieb an den Birken
hängen. Und die Luft wurde kalt von unten her, vom Wasser. Sie zog die Jacke zu und blieb noch. Erst als sie das andere Ufer nicht mehr sah, stand sie auf und legte die Hand auf den Stein, wie man die Hand auf einen Tisch legt, an dem man gesessen hat. Dann ging sie heim, am nächsten Morgen stach Sie weiter Torf. Sie stach Ihnen den ganzen Herbst, bis der Frost in die Gruben ging und das Wasser darin eine Haut bekam. Und sie setzte die Soden in Reihen und deckte die Reihen ab. Es war dieselbe Arbeit wie vorher, und sie tat sie so gut wie vorher, aber an jedem Abend, wenn sie das Eisen abgestellt hatte, ging sie hinaus an das Knie und. Und setzte sich auf den flachen Stein und blieb dort, solange sie blieb.
Der Stein war jedesmal trocken, auch wenn es den Tag über geregnet hatte, und ringsum hing das Wasser in den Halmen. Sie tat dort nichts, das Moor lag hinter ihr im Nebel und über dem Nebel stand das Wollgras. Dass man im Dunkeln noch eine Weile sieht, wenn man sonst nichts mehr sieht. Vorn waren die ersten Lichter des Dorfes Klein und Gelb und nicht viele, draußen am Knie stand der Tau auf den Halmen und auf dem Schilf und auf den Bülten schwer und dicht und auf dem flachen Stein stand keiner. Und der Stein lag trocken und dunkel am Rand des Wassers. Daneben war der lange Fluss so langsam hier wie nirgends sonst hinter dem Schilf, offen und weit, und dort, wo das flache Land anfing, standen Wasser und
Nebel ineinander, und man sah nicht, wo das eine aufhörte und das andere anfing, neuntes Märchen. Die Bienen von Halm es war einmal im flachen Land ein Hof, der hieß Halm, und er stand da, wo der lange Fluss sich durch die Wiesen zieht und sich Zeit lässt. Wohnhaus, Stall, Scheune und Backhaus standen um den Platz herum und schlossen ihn auf allen Seiten.
Und wer durch das Tor kam, ging über Kopfsteine, die vom vielen Gehen glatt geworden waren. Am Tor standen die Linden an der Südmauer, die von früh bis spät in der Sonne stand, standen die Bienenstände und dahinter stieg der Obstgarten den sanften Rücken hinauf bis an den Zaun. Es war Frühsommer und die Obstblüte ging zu Ende. Auf dem Hof aber geschah nichts mehr, die anderen waren in die Stadt gezogen, weil dort Arbeit war und geblieben war nur Beete, die alte Magd.
Sie tat, was eine allein tun kann, sie molk sie fütterte, sie, kehrte den Platz, und dann war der Tag zu Ende, und geschehen war nichts. So ging ein Tag wie der andere, und weil nichts geschah, hatte sie den Bienen nichts zu erzählen. Vor den Fluglöchern an der Südmauer war es stiller geworden, und aus manchem Korb kam am Morgen keiner mehr heraus.
Ohne Bienen aber setzte die Obstblüte nicht an, und ohne Obst war. War kein Hof in den Deckel des ältesten Korbes, war eine Schrift gebrannt, ungelenk und schief und von so vielen Sommern dunkel geworden, dass man sie mehr mit dem Finger las als mit dem Auge. Die Schrift stand seit jeher in Halm, und niemand wusste mehr, wer sie gebrannt hatte, Beete hatte sie von der Frau gelernt, die vor ihr an dieser Bank gesessen hatte.
Sie hieß, die Bienen bleiben, solange ihnen erzählt wird, was im Haus geschieht. Die Frau vor ihr hatte es sie so gelehrt, am Abend hinsetzen, den Rücken an die warme Wand, die Hände offen im Rock, und dann sagen, was am Tag geschehen war, der Reihe nach und mit allen Einzelheiten damals war das leicht gewesen, da war der Hof voll gewesen.
Da war gebacken und gedroschen und gestritten und gelacht worden. Und wer sich abends an die Bank setzte, kam kaum bis zum Mittag, ehe es dunkel wurde. Die Körbe hatten dabei gesummt, dass man es bis in die Scheune hörte, da hatte das Erzählen kein Ende. Nun aber setzte Beete sich an einem Abend im Frühsommer an die Bank und hatte fast nichts. Sie saß so, wie es ihr gezeigt worden war, und sagte, was gewesen war, dass der Wind am Morgen von den Wiesen hergekommen und in die Linden gegangen sei, dass die Stalltür sich einmal von selbst bewegt und wieder gestellt habe, dass gegen Mittag ein Regen über den Hof gegangen sei, kurz und ohne Wolke dahinter, und dass die Kopfsteine danach gerochen hätten.
Mehr war nicht gewesen. Sie sagte es zu Ende und blieb sitzen. Der Abend war lang, die Körbe hörten zu, das Summen stieg an, als sie zu erzählen anfing, und lag über der Mauer wie ein warmer Streifen Luft, und es ging zurück, als sie fertig war, bis nur noch das Abendgeräusch übrig blieb. So war es immer gewesen.
So war es auch jetzt. Der Hof lag still, Beete stand auf und ging über den Platz ins Haus und die Steinschwelle vor der Tür war kühl unter den bloßen Füßen, wie sie am Abend immer kühl wurde, auch wenn der Tag heiß gewesen war, in der Nacht darauf zog ein Volk fort. Am Morgen stand der Korb am Ende der Reihe still, und als bete ihn anhob, war er leicht wie ein leerer Kessel. Die Waben hingen sauber und trocken darin, und kein Tier war mehr da.
Sie stellte ihn zurück an seinen Platz, weil ein Korb an seinem Platz stehen soll, und dann saß sie lange an der Bank und sah die Reihe entlang. Die Reihe war kürzer geworden, ohne dass ein Korb darin fehlte. Der Platz vor dem Flugloch blieb leer. Am nächsten Abend saß sie wieder an der Mauer und hatte noch weniger zu erzählen als tags zuvor, der Wind war gegangen, die Tür hatte sich nicht gerührt, der Regen war ausgeblieben.
Da hatte sie gar nichts mehr, da fing sie an und erzählte, was nicht geschehen war. Sie erzählte von einer Hochzeit auf Halm, wie im Backhaus geheizt worden sei seit dem Morgen, wie die Bänke rings um den Platz gestanden hätten, wie der Zug durch das Tor gekommen sei und wie die Linden dabei vollwind gewesen seien. Sie erzählte gut, sie hatte Hochzeiten gesehen und wusste, wie eine geht.
Sie erzählte von dem Leinen auf den Tischen, dass noch nach der Bleiche Roch und von dem Faß, das man aus dem Keller heraufgerollt habe, und von einem Spielmann, der gespielt habe, bis es über den Linden hell wurde, und während sie erzählte, ging ihr die Schrift durch den Sinn, an der ihr Rücken lag. Die Bienen bleiben, solange ihnen erzählt wird, was im Haus geschieht.
Sie hielt einen Atemzuglang an, dann erzählte sie weiter, bis die Hochzeit zu Ende war und die Gäste über den Platz und durch das Tor hinausgegangen waren. Das Summen stieg nicht an, es blieb wo es war, gleichmäßig und flach, wie ein Ton, den einer hält. Und nicht ändert. Und vor den Löchern rührte sich nichts.
Bete wartete darauf, dass es käme, es kam nicht, sie saß, bis die Mauer an ihrem Rücken kalt geworden war und die Kühle aus dem Obstgarten über den Platz kam. Und dann ging sie hinein und legte sich hin und schlief schlecht. Und vor Sonnenaufgang stand sie auf und ging hinaus. Der Morgen war klar, die Sonne kam über den Obstgarten herauf und lag bald voll auf der Südmauer und die Blüten standen offen, so weit man sehen konnte, aber kein einziges Tier flog aus, nicht am Morgen, nicht am Mittag. Nicht am Nachmittag.
Die Blüten Wateten, die Körbe standen in der Sonne und schwiegen den ganzen Tag lang und über dem Obstgarten war es still, wie es dort noch nie still gewesen war. In dieser Nacht lag sie wach über ihr arbeitete ein Balken im Dach, und im Stall stand ein Tier auf und legte sich wieder hin. Und vor dem Haus fuhr der Wind durch die Linden am Tor und ließ wieder nach.
Die Bienen bleiben, solange ihnen erzählt wird, was im Haus geschieht, Beete lag und sah zur Decke, und die Nacht war kurz, um diese Zeit des Jahres vor Sonnenaufgang stand sie auf und sie stand früher auf als sonst. Sie ging zuerst ins Backhaus. Die Tür ging schwer und drinnen roch es nach kalter Asche und nach Mehl, das in die Ritzen gegangen war.
Sie räumte den Ofen aus, trug die Asche in den Garten, holte Reisig aus der Scheune und legte Buchenholz darüber und schlug Feuer. Das Feuer nahm an, langsam zuerst, dann mit einem Ziehen im Schlot und. Und als der Ofen heiß war, kehrte sie die Glut heraus und schob das Brot hinein. Es roch bis auf den Platz hinaus, am Nachmittag stand Rauch über Halm, am Abend setzte sie sich an die Bank, den Rücken an die Wand und sagte, was sie getan hatte, sie fing bei der schweren Tür an und hörte bei dem Brot auf. Und sie ließ nichts aus.
Auch nicht, dass ihr die Asche in die Augen geflogen war und dass sie den ersten Span dreimal hatte anzünden müssen. Das Summen stieg an, während sie sprach, und hielt sich oben, und es sank erst, als sie fertig war. Am nächsten Morgen flogen die Tiere aus, sobald die Sonne über den Obstgarten kam. Und über dem Garten stand der Ton wieder, den es dort immer gegeben hatte.
Am Tag darauf nahm sie das Tor vor, sie stieg auf den Schemel, schlug den Rost von den Angeln und ölte sie, bis der Flügel ohne laut ging, und dann machte sie ihn dreimal auf und zu, nur um zu hören, dass er nichts mehr sagte, das Tor ging leicht. Am Tag danach holte sie die Leiter und Schnitt die Linden, das Wasserholz aus den Kronen und die dürren Äste und legte alles am Zaun zu einem Haufen. Und am Tag danach rührte sie Kalk an und weißte die Südmauer von einem Ende der Bank bis zum anderen und an jedem Abend setzte sie sich an die Bank, den Rücken an die Wand. Und erzählte genau das, was sie getan hatte, der Reihe nach und mit allen Einzelheiten.
Sie sagte, wie das Reisig zuerst nur geraucht und dann genommen habe und wie das Brot geklungen habe, als sie mit dem Knöchel darauf klopfte. Sie sagte, dass das Öl am Daumen geblieben sei und wie es gerochen habe. Sie sagte, wo der Kalk zu dünn geraten war und wo er getragen hatte und dass die Linde am Brunnen mehr dürres Holz gehabt habe als die andere. Sie ließ nichts weg und das Summen antwortete, Es stieg an, sobald sie den ersten Satz gesagt hatte, und stand über der Mauer, solange sie erzählte, und es ging mit ihr. Wo sie langsam erzählte, wurde es breit und wo sie rascher erzählte, zog es nach, wenn sie fertig war und die Hände wieder in den Schoß legte, sank es zurück, Stufe um Stufe, bis nur noch der Abend übrig war, das
Vieh im Stall und die Vögel im Obstgarten, kein Volk zog mehr fort. An einem Morgen hing in der Linde am Tor ein fremder Schwarm, dunkel und schwer wie ein nasser Sack. Keiner hatte ihn kommen sehen und auf den Höfen ringsum hatte keiner ein Volk verloren, und eingefangen hatte ihn auch niemand.
Bete holte den leeren Korb vom Ende der Reihe und stellte ihn unter den Ast. Und am Abend war. Saß das Volk darin? Weil aber über Halm wieder Rauch stand, sahen ihn die Leute vom Weg her. Zuerst kam eine Frau ans Tor, die den Rauch gerochen hatte und fragte, ob hier Brot zu haben sei und Beete gab ihr eines und nahm Salz dafür, dann kamen andere, die auf der Straße gingen und den Umweg über den Hof machten.
Und brachten Mehl mit und holten sich Brot dafür. Und weil das Backhaus nun einmal heiß war, backte sie für alle mit am Tor war wieder kommen und gehen und an einem Abend stand einer im Tor, den sie nicht kannte und wartete, bis sie ihn ansah und fragte nicht nach Brot, sondern nach Arbeit, Bete, zeigte ihm den Stall, in dem 3 Stände leer standen und.
Und die Scheune und den Obstgarten. Und sagte ihm, was zu tun sei. Und er hörte es sich an und stellte sein Bündel auf die Steinschwelle er blieb. Bald darauf kam noch eine, die in die kleine Kammer hinter der Küche zog und als Beete sich an diesem Abend an die Bank setzte, hatte sie mehr zu erzählen als an allen Abenden vorher.
Und sie kam nicht bis zum Ende, ehe es dunkel wurde. So geschah auf dem Hof wieder etwas, es wurde gebacken und geölt und geschnitten und geweißt, es wurde geredet am Tisch und geschimpft, im Stall und an jedem Abend war noch etwas übrig, das nicht gesagt war, die Bienen blieben die Reihe an der Südmauer wurde wieder länger.
Korb um Korb und als die Blüte abfiel, saß hinter jeder Blüte ein harter grüner Knopf und die Äste hingen davon schwer bis über den Zaun, und Halm hatte wieder Obst. An den Abenden danach saß Beete an der Bank an der Südmauer und die frischgeweißte Wand gab in ihrem Rücken die Wärme des Tages zurück, langsam und gleichmäßig. Bis weit in die Nacht hinein.
Vor ihr stand die Reihe der Körbe, fing sie an zu erzählen, wurde das Summen lauter, war sie fertig, wurde es leiser, und dazwischen lag der ganze Tag über dem Obstgarten, blieb der Himmel noch lange hell, vom Wasser her zog es kühl herüber, drüben aber, hinter den Wiesen, stand der Abend über dem langen Fluss. Und das Wasser lag darin so breit und so still, dass vom anderen Ufer nur ein Strich zu sehen war. Und weiter unten, wo die Wiesen aufhörten, war auch der Strich nicht mehr da. 10.
Märchen, der Mantel für den Mond es trug sich in einem Winter zu, der früh kam und lange blieb. Drunten in der weiten Niederung, wo ein Weberdorf am langen Fluss liegt. Die Häuser dort standen niedrig mit tief heruntergezogenen Dächern, und unter jedem Haus lag ein Webkeller halb in der Erde, weil das Leinen die feuchte Luft braucht.
Am Ufer lag die Bleiche, ein langer Streifen Gras, auf den man die Bahnen legte und. Damit die Sonne sie weiß machte und ein hölzerner Steg lief in das Wasser hinein. In dem Dorf lebte eine junge Näherin, die Elz hieß. In diesem Winter fehlte im Weberdorf das Licht, der Tag stand nur eine schmale Weile hell über der Niederung, und was danach getan werden musste, wurde bei Talg getan.
Talg aber kostete, und Geld kam ins Dorf. Allein durch das Leinen und Leinen wurde in diesem Winter keines, auch das Garn war ausgegangen, der Flachs hatte im Sommer im Regen gelegen und war auf den Feldern verdorben, und was an Werk in den Scheunen hing, musste erst gebrochen und gehechelt und gesponnen werden, und spinnen ist Nachtarbeit.
So lag die Bleiche leer unter dem Frost und die Webkeller standen still und in den Stühlen standen die Bäume ohne Kette da. Els Nähte für das Dorf Hemden und Säcke, und was Zerriß und zum Nähen brauchte sie wenig, was sie noch hatte, war ein knäuel Garn, nicht größer als eine Faust. Und das lag in ihrer Kammer auf dem Sims.
Der Frost stand in diesem Winter fest über dem Land. Am Morgen hatte das Wasser im Krug eine Haut aus Eis und die Wäsche, die man am Abend hereinholte, war steif wie ein Brett und wurde erst am Feuer wieder weich. Nachts war es still im Dorf, so still, wie es nur dort ist, wo keine Stühle gehen, in einer klaren Nacht mitten im Winter blieb Els nicht liegen. Sie schlug sich das Tuch über und ging hinaus. Der Schnee lag dünn und Knirschte nicht, weil er trocken war und über den Dächern stand, der Himmel offen und ohne eine Wolke.
Sie ging den Weg zwischen den Häusern hinunter, an der Bleiche entlang bis an das Ufer, das Gras war weiß vom Reif und unten ging das Wasser dunkel und ohne Eis. Denn so weit unten fror der lange Fluss nicht zu. Vom Ufer aus lief der Steg hinaus, und auf dem Steg saß einer. Es war der Mond, der da am Ende des Stegs saß, die Füße über dem Wasser, und er hatte kein Gesicht, das man hätte beschreiben können, er saß da wie einer, der lange gegangen ist und sich hinsetzt.
Sein Mantel war fadenscheinig, er war so dünn, dass Ells das Wasser hindurchsah die dunkle Strömung und die Wirbel an den Pfählen und an den Schultern war der Stoff kaum noch Stoff, am Saum hingen die Fäden lose herunter und bewegten sich in der Luft über dem Fluss. Ells setzte sich neben ihn auf die Bohlen. Sie fragte ihn nicht, wer er sei, und sie sagte nichts darüber, dass er da saß.
Sie holte die Nadel aus dem Halstuch und das Knäuel aus der Tasche und nahm den Saum des Mantels auf den Schoß, der Stoff war kalt unter den Händen, kälter als Leinen, das draußen gehangen hat. Sie legte die losen Fäden zurück, wohin sie gehörten, und nähte darüber mit kleinen Stichen, damit der dünne Stoff nicht weiter aufging.
Das Garn aus ihrem Knäuel wurde weniger und war zuletzt zu Ende, als der Mantel geflickt war, stand der Mond auf, er strich den Saum glatt und sah ihn an, und dann sah er über das Wasser. Wo es zwischen den Pfählen durchlief Ells blieb sitzen und wickelte den leeren Faden um den Finger von dem Mantel, den der Mond trägt, kommt jede Nacht ein Faden zurück.
Mehr sagte er nicht, er ging den Steg hinauf und über den Reif der Bleiche und wo das Ufer anstieg, war er nicht mehr zu sehen. Am nächsten Morgen lag auf der Fensterbank in Ells Kammer ein Faden. Er lag da wie ein Faden liegt, den der Wind hingelegt hat, und war heller als Leinengarn und dünner als das, was sie sonst in der Nadel hatte. Ells nahm ihn zwischen die Finger, er war kühl und riß nicht so fest.
Sie zog, sie holte eine Schachtel vom Sims, in der sonst die Nadeln lagen, und. Schüttete die Nadeln in ein Tuch und legte den Faden hinein. Sie stellte die Schachtel ans Fenster und nahm den Rocken wieder auf. In der Nacht darauf lag wieder einer da und in der Nacht danach auch Ells legte sie in die Schachtel, einen zu dem anderen und am Ende der Woche lagen sie darin wie ein Häufchen heller Haare, so leicht. Dass ein Atemzug sie fortgenommen hätte. Sie hob die Schachtel gegen das Licht und wog sie in der Hand und spürte nichts.
Ein Stuhl brauchte für eine Bahn Leinen mehr Garn als in diese Schachtel ging und mehr als sie zählen mochte. Sie stellte die Schachtel zurück ans Fenster und legte den Deckel darauf. Im Dorf brachen sie bei Tag den Flachs so viel, wie das Tageslicht zuließ. Sie schlugen die Stängel und Hechelten das Werk und legten es in Bündeln an die Wand, und wenn es dunkel wurde, hörten sie auf.
Die Tage waren kurz und um die Mittagszeit stand die Sonne so tief, dass sie kaum über die Dächer kamen. In den Webkellern war es dunkel und feucht und still und. Und die leeren Bäume standen in den Stühlen wie Stangen in einem Zaun, an dem nichts hängt. Els sagte niemandem etwas von der Schachtel, von dem Mantel, den der Mond trägt, kommt jede Nacht ein Faden zurück, sie hörte an dem Satz nur noch das eine Wort, Nacht, eine Nacht, ein Faden.
Und der Mantel hing dem Mond um die Schultern, ganz und geflickt und dicht am Saum. Und was ihn zusammenhielt, war ihr Garn. Draußen ging der Frost über die Bleiche und das Gras darunter lag grau und hart und rührte sich nicht. In dieser Nacht schlief sie schlecht, und am Morgen lag der Faden da, wie immer.
Hell und kühl und in einem lockeren Bogen. Dann kam eine Nacht ohne Wolke, in der der Schnee so hell lag, dass man die Zäune bis ans andere Ende des Dorfes sah. Das Licht stand auf den Dächern und auf dem Eis am Ufer und die Schatten der Häuser lagen scharf und blau über dem Gras der Bleiche. Els nahm das Tuch um und ging hinunter, kam aber nicht bis an den Steg.
Am Ufer strich der Wind so scharf über das Wasser, dass sie umkehrte und am Abend darauf war Arbeit im Haus und am dritten Abend nähte sie für die Nachbarin bis spät in jeder dieser Nächte war der Mond schmaler als in der Nacht davor, als sie endlich ging. War der Himmel leer, sie stand am Ufer, wo der Reif auf dem Gras lag, und sah hinaus und der Steg lief in das dunkle Wasser hinein und war leer bis an das letzte Brett. Sie ging ihn ab, Bowle um Bowle, bis das Wasser unter ihr durchlief, sie setzte sich ans Ende, wo er gesessen hatte. Und blieb sitzen, bis ihr die Füße kalt wurden. Über ihr standen die Sterne, einzeln und klein, und dazwischen war nichts, kein Mond, kein Mantel, keiner, der da saß. 3 Nächte lang war nichts
am Himmel, ells ging in jeder dieser Nächte hinunter an das Ufer und der Steg blieb leer. Und das Wasser ging darunter weg wie immer schwarz und ohne Eis. Und an jedem dieser Morgen lag auf der Fensterbank ein Faden. Er lag da, wenn sie hereinkam, hell und kühl, und in seinem lockeren Bogen einer und nicht mehr, ob nun am Himmel etwas stand oder nichts.
Am dritten dieser Morgen legte Ells ihn nicht in die Schachtel, sondern behielt ihn zwischen den Fingern und trat damit ans Fenster und sah auf die Bleiche hinaus. Von diesem Morgen an zählte sie die Fäden nicht mehr, sie hob den Deckel von der Schachtel und nahm heraus, was darin war und legte es auf den Tisch, es war wenig.
Es lag auf dem Holz, wie Reif auf einem Brett, und man sah es nur, wenn man schräg darauf sah. Els strich es glatt und legte die Fäden nebeneinander und Maß mit der Spanne, wie weit sie reichten, dann trug sie das Ganze hinunter in den Keller, wo der schmale Stuhl stand, an dem im Dorf die Borten gewebt wurden. Sie zog die Fäden auf und webte sie ein. Alle, die sie hatte.
Am nächsten Morgen nahm sie den, der auf der Fensterbank lag und webte ihn noch am selben Tag dazu und am Morgen darauf machte sie es wieder so von dem Mantel, den der Mond trägt, kommt jede Nacht ein Faden zurück, was in der Nacht kam. Ging am Tag in das Gewebe, Els sammelte nichts mehr, sie nahm jeden Faden wie er kam und ließ keinen liegen und die Schachtel stand leer und offen am Fenster. So ging der Winter hin, draußen lag der Frost auf der Bleiche und wich nicht das Wasser unter dem Steg blieb dunkel und offen und die Luft roch nach Schnee, der noch nicht gefallen war. Unten im Keller wuchs auf dem schmalen Stuhl ein Tuch, handbreit um Handbreit, so langsam wie Wasser in einem flachen Napf steigt.
Es war nicht breit, man hätte es nicht über einen Tisch decken können, aber über einen Arm ließ es sich legen, Ells Webte am Morgen ein Stück daran und ging danach an ihre Nadel. An einem Abend, als sie den Keller verließ, nahm sie das Tuch vom Baum und legte es sich über den Arm. Da gab es Licht, es war kein Schein wie von einer Flamme, der zuckt und Ruß macht, sondern ein gleichmäßiges, kühles Licht, wie eine Handvoll Schnee es hat, wenn der Mond darauf steht, es reicht über den Arm hinaus bis an die Wand.
Und lag auf den Stufen, als sie hinaufging und auf dem Sims und auf ihren Händen. Els hängte es über die Lehne und sah sich um, in der Kammer waren auch die Ecken hell, in der Nacht darauf trug sie es hinunter und hängte es an den Haken, an dem sonst die Lampe hing, das Licht lag auf dem Stuhl und auf den Bäumen und auf dem gestampften Boden.
Und es war hell genug, dass man die Kette sah und die Fäden, die man mit der Hand aufnahm. Els setzte sich an den Stuhl und arbeitete, bis es draußen grau wurde und kein Talg brannte dabei. Am Morgen hing das Tuch am Haken wie ein Stück Leinen, das einer Vergessen hat, und war nur wenig heller als die Wand dahinter. Die Nachbarin kam als erste, weil sie den Schein durch das Kellerfenster gesehen hatte.
Sie stand in der Tür und sagte Nichts, und dann holte sie ihr Werk und setzte sich dazu in der Nacht darauf kamen die anderen, und als der Keller voll war, nahm Els das Tuch vom Haken und trug es hinüber in den nächsten, so ging es von Haus zu Haus. Eine Nacht hier und eine Nacht dort. Und wo das Tuch hing, wurde gesponnen und gewebt und wo es nicht hing, wurde geschlafen. Über dem Dorf stand der Frost und unter der Erde gingen die Stühle, das Werk an den Wänden wurde weniger und gingen die Spindeln und von den Spindeln auf die Bäume, die Bahnen wuchsen in den Kellern Nacht um Nacht. Und wurden aufgerollt und an die Wand gestellt. Eine neben die andere keiner im Dorf kaufte in diesem Wintertalg sie hatten kein Geld dafür, und
sie brauchten keinen, das Tuch aber wanderte weiter von Keller zu Keller und wurde mit jedem Tag um einen Faden länger, dann wurde der Frost weich. Das Eis ging von den Pfählen ab und trieb davon das Gras auf der Bleiche kam grau und danach grün heraus und die Tage wurden so lang, dass niemand mehr Licht brauchte. Da trugen sie das Leinen hinaus, sie trugen die Ballen aus den Kellern die Stufen herauf und rollten sie auf der Bleiche aus, Bahn neben Bahn.
Den ganzen Streifen am Ufer entlang und begossen sie mit Wasser aus dem Fluss. Am Abend lag die Bleiche voll von einem Ende bis zum anderen, das Leinen lag im Gras, Bahn an Bahn und wurde weiß, langsam und von oben her. Ganz unten am Ufer aber, wo der Steg anfing, lag ein schmales Stück darunter kaum eine Elle breit, und dieses Stück war auch am Tag ein wenig heller als alles andere, so wie ein Fleck Schnee heller ist, der im Schatten liegen geblieben ist.
Über der Bleiche stand die Luft von der Nacht her noch kühl. Und am Steg schlug das Wasser leise gegen die Pfähle. Der lange Fluss aber ging unten am Weberdorf vorbei, breit und dunkel und offen bis an beide Ufer und nahm den Schein von der Bleiche mit auf sein Wasser und trug ihn hinunter. Ein helles Band auf dem dunklen Grund.
Bis weit draußen der Himmel darauf lag und keiner mehr das eine vom anderen schied. 11. Märchen, der Korb mit den 7 Wintern unten am großen Wehr, das der lange Fluss dort treibt, lag eine kleine Stadt, und was hier erzählt wird, geschah dort vor sehr langer Zeit. Giebelhäuser standen um den Markt herum, ein Torbogen führte hinaus zum Ufer und von dort gingen breite Steintreppen hinunter bis unter die Oberfläche des Wassers. Dicht am Wehr, so dicht, dass die Mauer die Nässe zog, stand ein schmales Haus, und darin wohnte eine alte Frau, die Wibke hieß.
Das Rauschen stand in diesem Haus im Hellen wie im Dunkeln und war das erste, was man hörte, wenn man die Tür aufmachte. In jenem Jahr aber wollte der Sommer nicht aus der Stadt gehen, der Herbst kam nicht, die Bäume am Ufer standen Grün, als hätte ihnen niemand gesagt, welche Zeit es war, und über den Giebeln flimmerte es wie über einem Backofen. Das Wasser im langen Fluss ging zurück. Am Wehr hing es nur noch als schmales Band über der Kante und die untersten Steintreppen, die sonst kein Mensch zu sehen bekam, lagen trocken im Licht.
In den Kellern blieb es warm, das Eingemachte stand in den Regalen und verdarb ein Glas nach dem anderen. Und wer die Kellertür aufmachte, roch es schon auf der Schwelle. In dieser Stadt hielt nichts mehr, der Sauerteig schlug um, ehe er in den Ofen kam. Die Milch stand am Morgen sauer in den Krügen, das Fleisch hielt sich keinen Tag im Salz und das Brot vom Vortag zog Fäden, wenn man es brach.
Am Wehr wurde das Band über der Kante schmaler und an den Steintreppen stand der Rand des Wassers. Jeden Morgen eine Stufe tiefer. Die Leute trafen sich am Brunnen und sagten einer zum anderen, wie lange es nun schon so gehe, die Kinder wurden still und saßen im Schatten unter dem Torbogen, und über allem lag das Rauschen vom Wehr, das dünner geworden war und. Als es dort je ein Mensch gehört hatte in dem Haus am Wehr aber stand seit langer Zeit ein flacher Korb aus Weiden. Hinten in der Kammer, wo es am dunkelsten war. Wibke hatte ihn von der Frau bekommen, die vor langer Zeit in dem Haus gewohnt hatte und lange nicht mehr da war, der Korb hatte einen Deckel aus dem gleichen Geflecht. Und er war leichter als ein Korb
sein sollte, in dem etwas liegt. Darin lagen 7 Winter, jeder für sich in Leinen gewickelt, einer über dem anderen, der kleinste zuoberst und nach unten hin wurden sie schwerer und mit dem Korb war eine Regel gekommen, die Frau hatte sie gesagt, als sie den Korb hinstellte. Und sie hatte sie nur ein einziges Mal gesagt. Wer einen Winter aus der Reihe öffnet, gibt ein Jahr dafür her. So lagen sie in der Ordnung, in der sie gewickelt worden waren, der kleinste oben und der größte ganz unten am Boden. Wibke hatte den Deckel in all den Jahren 3 mal abgenommen und jedes Mal wieder aufgesetzt.
Weil kein Jahr so gewesen war, dass es einen Winter aus dem Korb gebraucht hätte. In diesem Jahr nahm sie ihn ab und setzte ihn nicht wieder auf, sie trug den Korb an das Fenster, wo das Licht vom Wasser hereinkam, und hob den Obersten heraus, er war klein und leicht und lag ganz in der hohlen Hand.
Und das Leinen um ihn war alt und weich und roch nach nichts. Wibke wickelte ihn auf Lage um Lage und die letzte Lage klebte ein wenig wie Leinen klebt das im Frost gelegen hat, dann lag der Streifen offen in ihrer Hand, und was darin gewesen war, war schon nicht mehr darin. Draußen über dem Markt stand die Luft still und ohne einen Zug. In dieser Nacht wurde es kühl in der Stadt, die Luft stieg vom Wasser her, über die Steintreppen gingen durch die offenen Fenster und über die Betten hin und die Leute zogen die Decken herauf.
Was seitdem früher keiner mehr getan hatte. Am Morgen lag reif auf den Stufen ein dünner weißer Belag auf jeder einzelnen und am Geländer stand er in kleinen Nadeln. Die Kinder gingen hinunter und zogen Striche hinein, mit dem Finger bis zum Mittag war er fort, am Nachmittag war es warm wie zuvor, der Stadt reichte das nicht. Eine Nacht war eine Nacht, das Eingemachte in den Kellern verdarb weiter das schmale Band.
Am Wehr wurde noch schmaler und in der Nacht darauf war das Wasser über der Kante kaum noch zu hören. Es sprach sich herum, woher die kühle Nacht gekommen war, von der Bank vor dem einen Haus zur Bank vor dem nächsten. Am dritten Tag standen die ersten vor der Tür am Wehr und fragten nach dem Korb. Sie hätten von dem Großen gehört, sagten sie, von dem großen Winter, der tief unten im Korb liege, von einem, der nicht nur eine Nacht halte, sondern durch bis zum Frühjahr, sie sagten es nicht laut und nicht fordernd. Sondern leise und mit langen Pausen dazwischen. Ein Bäcker war dabei, dem der Sauerteig dreimal umgeschlagen war, und eine Frau, die ihre Vorräte schon in den Fluss geschüttet hatte.
Wibke ließ die Tür offen stehen, ging in die Kammer und trug den Korb heraus auf den Tisch, sie nahm den Deckel ab und zählte die Wicklungen ab, eine nach der anderen. Von oben bis auf den Boden zu Oberst lag der nächste Kleine über dem Großen aber lagen die anderen und der große selbst war breit und schwer und in dickeres Leinen geschlagen als alle anderen. Wer ihn nehmen wollte, musste die anderen überspringen. Wer einen Winter aus der Reihe öffnet, gibt ein Jahr dafür her. Die Leute wurden still und sahen auf den Korb, sie legte das Leinen glatt, setzte den Deckel auf und stellte den Korb zurück in die Kammer.
Sie sei alt, sagte sie, und 3 Jahre seien bei einer alten keine kleine Sache, sie werde eine Nacht darüber gehen lassen. Die Leute gingen nicht weit, sie setzten sich auf die Stufen vor dem Haus und auf die Mauer am Wehr, und als es dunkel wurde, blieben sie sitzen. So stand die halbe Stadt die ganze Nacht vor der Tür der alten und war dabei ganz still.
Wibke saß in der Kammer und hörte das Wehr, dieses schmale Band Wasser. Das kaum noch ein Geräusch machte. Sie dachte an die Ordnung im Korb und an das Leinen, das immer von oben genommen worden war, sie dachte an den Bäcker und an die Frau, die ihre Vorräte in den Fluss geschüttet hatte und an die Kinder unter dem Torbogen draußen vor der Tür redete keiner mehr, gegen Morgen stand sie auf, machte kein Licht und.
Und nahm den Korb aus der Kammer. Es war noch grau, als sie durch den Torbogen auf den Markt ging, den Korb vor sich her, mit beiden Händen, die Leute standen von den Stufen auf und gingen mit und es kamen andere aus den Gassen dazu, auf dem Markt stand der Brunnen, ein runder Trog aus Stein mit einem breiten Rand. Auf diesen Rand stellte Wibke den Korb, nahm den Deckel ab und legte ihn daneben.
Dann hob sie den heraus, der oben lag, und wickelte ihn auf Lage um Lage und sagte dabei kein Wort. Wer einen Winter aus der Reihe öffnet, gibt ein Ja dafür her, da ging ein Zug kalter Luft über den Markt. Wie wenn im Sommer eine Kellertür aufgeht und die Nächststehenden zogen die Schultern hoch.
Wibke legte den leeren Streifen auf den Brunnenrand und trat einen Schritt zurück, der erste der Vortrat war der Bäcker, erhob den heraus, der nun oben lag, hielt ihn eine Weile in der hohlen Hand und wickelte ihn auf, dort am Brunnen. Im Grauen des Morgens dann trat der nächste vor und nahm den, der nun oben lag und dann die nächste, und keiner griff tiefer in den Korb hinein und keiner nahm mehr als einen.
Auch der Große kam so heraus, ganz von selbst, als er an der Reihe war und der ihn aufwickelte gab kein Ja dafür her. Das Leinen wurde weitergereicht und auf dem Brunnenrand gefaltet. Lage auf Lage bis der Korb leer war und man das Geflecht auf seinem Boden sah, hell und trocken, ohne einen Halm darin.
7 Winter hatte der Korb gehalten und keiner war übersprungen worden, der Winter kam nicht in einer Stunde und nicht mit einem Stoß das. Er kam erst an den Fingern, dann an den Steinen, dann in der Luft über dem Markt. Um die Mittagszeit beschlugen die Fenster von innen, am Abend stand den Leuten der Atem vor dem Gesicht, in der Nacht ging der Frost über die Dächer und durch die Gassen und die Steintreppen hinunter. Bis an das Wasser.
Es war eine Nacht, in der die Balken in den Dachstühlen arbeiteten, langsam und mit langen Zwischenräumen, wenn der Wind über die Giebel ging am Wehr legte sich Eis an die Steine, wo das schmale Band Wasser noch herunterkam und wuchs von den Seiten her nach innen, bis nur noch eine schmale Rinne offen blieb. In den Häusern brannten die Öfen und über den Öfen hing das Leinen, das die Leute vom Markt mitgenommen hatten, weil sie nicht wussten, wohin sonst damit. Es trocknete langsam und roch nach Frost. So wie Wäsche riecht, die im Freien gestanden hat. Am Morgen lag der Reif nicht nur auf den Stufen. Er lag auf den Giebeln auf dem Brunnenrand und auf dem Pflaster im Schatten des Torbogens.
Er ging durch die Kellerluken hinunter, legte sich auf die Regale und auf die Gläser, und wer die Kellertür aufmachte, dem schlug eine Luft entgegen, die scharf war und rein und nach nassem Stein roch. Das Eingemachte stand kalt hinter dem Glas, was noch gut gewesen war, blieb gut und blieb es bis zum Frühjahr, denn nun war Winter, oben im Bergland fiel Schnee und in den Wäldern darunter fiel Regen. 3 Tage lang und das Wasser lief zusammen und kam herunter.
Dann stand es wieder über der ganzen Breite des Wehrs und ging über die Kante hinunter. Mit dem vollen, gleichmäßigen Ton, der durch die Mauern ging und in jedem Haus der Stadt zu hören war. Und in der Nacht darauf schlief die Stadt, sie schlief in kühlen Kammern, unter schweren Decken und keiner Stand auf und machte ein Fenster auf.
Und am Morgen wussten die meisten nicht mehr, wann sie eingeschlafen waren. Wibke hatte kein Jahr hergegeben, sie war so alt wie sie am Abend zuvor gewesen war, und wurde in dem Winter, der nun kam, nicht älter als jeder andere auch sie ging am Morgen die Steintreppen hinunter, schlug das Eis am Rand mit dem Stiel auf und holte Wasser.
Und gegen Abend rückte sie den Schemel an den Ofen. Es kamen welche an die Tür am Wehr und brachten etwas mit. Ein Brot, ein Bund Holz, ein Glas, das gehalten hatte, sie nahm es an, stellte es auf den Tisch und sagte nichts weiter dazu, der Korb blieb, wo er stand, keiner trug ihn zurück in die Kammer am Wehr. Und Wibke holte ihn nicht.
Er stand auf dem breiten Rand des Brunnens, leer, den Deckel daneben, und das Leinen lag darin, sauber gefaltet, Lage auf Lage, so wie es aus den Händen der Leute gekommen war. Wenn Schnee fiel, fiel er auch in den Korb. Und wenn die Sonne darauf kam, lag der Korb wieder leer. So stand er den Winter über auf dem Markt und die Leute machten einen Bogen um ihn, ohne dass es einer gesagt hätte an der Schattenseite des Torbogens hielt sich der Reif am längsten, dort, wo den ganzen Tag kein Licht hinkam, lag er noch am Nachmittag auf den Steinen. Ein schmaler weißer Streifen am Fuß der Mauer und die Leute gingen vorbei und sahen ihn und gingen weiter. Vom Markt her, führten die Treppen hinunter zum Wasser, eine unter der anderen bis unter
den Rand über dem großen Wehr stand das Wasser wieder von einer Mauer zur anderen und. Und der lange Fluß fiel dort hinunter in den Schatten am Fuß der Mauer, wo es kühl war und nach nassem Stein roch. 12. Märchen der Fährmann, der nicht fragte es begab sich in einem Herbst, in dem der Nebel wochenlang nicht mehr vom Wasser wegging, weit draußen im Ebenen Land. Wo sich der lange Fluss so weit auseinanderlegt, dass keine Brücke ihn mehr überspannt.
An dieser Stelle war eine Fähre, ein Seil lief von Ufer zu Ufer, an dem Seil hing ein flacher Kahn, und wer hinüber wollte, wurde daran Hinübergezogen am Ufer stand ein niedriges Haus mit einer Laterne am Giebel und. Und davor eine Bank aus Eichenholz gezimmert und so alt, dass der Regen Rinnen in das Holz gewaschen hatte. In dem Haus wohnte ein alter Fährmann, der Tevis hieß, das Seil war Alt, Tevis ging jeden Morgen daran entlang, so weit er reichte, und ließ es durch die Hand laufen, an den Stellen, wo es über die Ringe lief.
Hatten sich die Fasern aufgestellt wie das Haar eines nassen Tieres, und wenn er die Hand darüber zog, blieben ihm Fäden daran hängen. Den Sommer hatte es getragen, den Winter würde es nicht tragen, im Winter ging das Wasser hoch und dann zog es schwer am Kahn und schwerer am Seil und wo ein Seil dünn geworden ist, gibt es im Winter nach. Ein neues Seil aber kostete mehr als in seinem Kasten lag. Bei Tag kam jetzt kaum noch einer an das Wasser, denn seit der Nebel lag, sah man das andere Ufer nicht und werden weg, nicht kannte, blieb im Dorf, bei Nacht kamen sie, sie kamen einzeln den Uferweg herunter, standen still bis Tevis den Kahn herangezogen hatte, und stiegen ein. Sie zahlten nicht.
Teves hielt auch die Hand nicht hin, denn an dieser Fähre hatte noch nie ein Fährmann die Hand hingehalten. Vor ihm hatte ein anderer die Fähre gefahren und von dem Waren die Laterne geblieben und ein Spruch, die Laterne hatte der Alte selbst an den Giebel geschlagen, damit man vom anderen Ufer her sah, wo die Fähre liegt.
Den Spruch hatte er mit dem Messer in die Lehne der Bank geschnitten, Buchstabe für Buchstabe, tief genug, dass kein Wetter ihn wegnahm. Da stand der Fährmann, darf jeden fahren, aber keinen Fragen, wohin er will. Teves hatte den Spruch gelesen, als er jung an das Wasser kam, und daran hatte er sich gehalten.
An einem Morgen ging Teves den Uferweg hinauf, zu dem Seiler, der weiter oben am Wasser wohnte. Der Seiler hörte ihn an, ging in den Schuppen und legte ihm ein Stück auf den Tisch, wie es für eine Fähre gebraucht wird. 3 Finger dick, aus Geschlagenem Hanf, hell und trocken und schwer in der Hand, dann nannte er den Preis.
Tevis strich mit dem Daumen über das Ende legte das Stück zurück und sagte, er komme wieder den Weg hinunter ging er langsam und der Nebel stand über dem Wasser wie eine Wand. Zu Hause nahm er den Topf mit dem Talg vom Sins und ging damit an das Seil, er rieb es ein, Spanne für Spanne, soweit er vom Ufer aus kam. Dann setzte er sich in den Kahn und rieb weiter bis in die Mitte des Wassers hinaus.
Der Talg wurde weich in der Hand und roch nach der Küche, gegen den Nebel half es gegen das, was dem Seil fehlte, half es nicht, das wusste er, und er tat es doch an jedem morgen, ehe er das Wasser aufmachte. Die Frau, die ihm das Brot aus dem Dorf Herunterbrachte, sah eines Abends, wie einer den Uferweg herunterkam und sich unten ans Wasser stellte.
Sie blieb in der Tür stehen und fragte, was das für Leute seien, die um diese Zeit noch hinüber wollten. Tewes sagte, es seien Leute, die hinüber wollten, dann trug er das Brot hinein und. Schob es auf die Tischplatte und ging hinaus, um die Laterne anzuzünden. Die Frau ging den Weg wieder hinauf und der Nebel schloss sich hinter ihr, Ehe sie oben war.
In der ersten Nacht kam ein Mann mit einem Korb, der Korb war voll Äpfel, Gelb und rot, mit dem Laub noch dazwischen. Und er trug ihn vor sich her, wie man etwas trägt, das nicht rollen soll. Drüben hinter dem Nebel lag ein Flecken mit einem Marktplatz, und am Morgen darauf fing dort der Herbstmarkt an, das wusste Tewes ohne zu fragen, denn so war es dort in jedem Jahr, er zog den Kahn heran und hielt ihn am Ufer fest, und der Mann stieg ein und setzte den Korb zwischen seine Füße. Der Mann legte die Hand auf den Rand und sagte Nichts. Also sagte Tewes auch nichts und fing an zu ziehn. Das Seil lief durch seine Fäuste nass und kalt und der Kahn ging quer über das Wasser, der Nebel machte alles klein, das Ufer hinter ihnen lag schon im
Grauen. Das Ufer vor ihnen war noch nicht heraus und dazwischen lief das Wasser leise an der Bordwand hin. Drüben stieß der Kahn an den Steg, der Mann nahm den Korb auf, stieg aus und ging den Weg hinauf, der vom Wasser weg in den Nebel führte und ein Apfel fiel ihm dabei aus dem Korb und blieb in nassem Gras liegen.
Am Tag darauf ging der Nebel ein wenig auf und tewis fuhr Leute aus dem Dorf hinüber und drüben am Steg lag der Apfel noch im nassen Gras, gelb und rot und ohne einen Druck. In der zweiten Nacht kam eine Frau mit einem Bündel, das Bündel war ein Tuch, an den Ecken zusammengeschlagen und vor der Brust gehalten, und es war nicht groß.
Sie stieg ein, ohne Stehen zu bleiben und setzte sich auf die vordere Bank mit dem Rücken zu ihm. Tewes legte die Hände an das Seil und zog an, das Wasser war Schwarz und ging ruhig und über dem Wasser lag der Nebel bis auf die Höhe eines Mannes mitten auf dem Wasser drehte die Frau sich um, sie sah an ihm vorbei dorthin.
Wo das Ufer lag, von dem sie gekommen war, und dort war nichts zu sehen als Nebel und der helle Fleck der Laterne. Dann wandte sie sich wieder nach vorn, da stand teves die Frage schon im Mund, und es fehlte wenig, dass er sie ausgesprochen hätte, aber in der Lehne der Bank am Ufer stand geschnitten, der Fährmann darf jeden Fahren. Aber keinen Fragen wohin er will. Also zog er weiter, griff um, Griff. Drüben stand die Frau auf, nahm das Bündel und stieg aus, und dabei nickte sie ihm zu.
Sie ging nicht sogleich, sie trat an die Bank, die auch am anderen Ufer stand, legte etwas auf das Holz und ging dann erst den Weg hinauf. Tevis machte den Kahn fest und sah nach. Es lag eine Münze da, blank und schwer und ohne ein Zeichen darauf, und er nahm sie mit und legte sie zu Hause auf das Fensterbrett.
Am Morgen lag eine Feder, darauf grau und ohne Glanz, wie sie im Herbst auf dem Wasser treiben Tevis ließ die Feder liegen, wo sie lag. Er ging hinaus und prüfte das Seil, soweit er vom Ufer aus kam und an der schlechten Stelle standen die Fasern jetzt auch dann auf, wenn keine Hand darüber ging. Über Nacht war der erste Frost gekommen, auf den Bohlen des Stegs lag ein weißer Anflug und das Gras am Rand Knirschte unter dem Schuh.
Er stand eine Weile und sah auf das Wasser, das dampfte, weil es wärmer war als die Luft darüber. In der dritten Nacht kam ein Mann den Uferweg herunter, alt wie kaum einer, er ging langsam und ohne Stock, blieb unten am Wasser stehen und wartete, bis der Kahn heran war, Tees hielt ihn fest und der Alte stieg ein.
Sicherer, als es nach seinem Gang zu erwarten war, aber er setzte sich nicht, er blieb mitten im Kahn stehen, die Arme unten, das Gesicht dem anderen Ufer zu und stand dort so ruhig, als stünde er auf festem Boden und nicht auf dem Wasser. Tevis zog an, der Kahn ging hinaus, und der alte Stand. Und stand, so hatte noch keiner in diesem Kahn gestanden, solange teves ihn fuhr und die Frage stieg ihm in den Hals.
Der Fährmann darf jeden fahren, aber keinen Fragen wohin er will, also fragte Teves nicht, er nahm einen neuen Griff und das Seil lief nass durch seine Fäuste. Er fing an zu erzählen, er erzählte, woher er gekommen war, aus dem Dorf über dem Uferweg, wo sein Vater Weiden geschnitten und Körbe gebunden hatte, und dass er als Junge das breite Wasser von oben gesehen hatte und immer hinuntergewollt hatte.
Er erzählte, wie er an die Fähre gekommen war und. Und wie der Alte vor ihm ihn hatte stehen und zusehen lassen. Einen ganzen Sommer lang, ehe er ihn an das Seil ließ. Der Kahn ging langsam, der Nebel lag auf dem Wasser wie Rauch, der nicht steigen will, er erzählte, wie lange er nun schon fahre, es waren Jahre, die er nicht mehr zählte, und darum nannte er sie nach den Wintern, der Winter mit dem Eis am Steg, der. Der Winter, in dem das Wasser bis an die Schwelle kam, der Winter, in dem 3 Nächte lang niemand hinüber wollte. Und er erzählte, wie das Seil einmal neu gewesen war, hell wie Stroh und so steif, dass es die Hände aufriss und wie es nach Hand froch, wenn am Mittag die Sonne darauf stand. Der Alte hörte zu, er drehte
sich nicht um und sagte Nichts. Aber er hielt den Kopf ein wenig zur Seite, wie einer, der nichts verlieren will. So ging der Kahn über das ganze Wasser und Tevis erzählte, bis er drüben war, und als der Steg kam, war er gerade fertig, der Alte stieg aus, ehe er ging, legte er die Hand auf das Seil.
Dorthin, wo es über den Ring läuft und ließ sie einen Atemzug lang liegen, dann ging er den Weg hinauf und war im Nebel. Tewes blieb an seinem Ufer, er machte den Kahn fest, blies die Laterne aus und ging hinein, und weil im Ofen noch Glut war, saß er noch eine Weile davor und hielt die nassen Hände über die Platte. Draußen tropfte es vom Giebel auf die Bank, auf dem Fensterbrett lag die Feder im Dunkeln und rührte sich nicht. Er hörte das Wasser gegen die Pfähle des Stegs gehen, gleichmäßig und ruhig, und dann legte er sich hin und schlief ohne Traum bis in den Morgen hinein. Am Morgen ging er zuerst an das Seil. Das Seil war nicht neu, es hatte die Farbe, die es seit Jahren hatte, dunkel vom Wasser und vom
Talg, und die Ringe hatten ihre Rillen hineingelegt. Aber es war ganz, es lag trocken in der Hand, es war dick wie am ersten Tag, und als er es durch die Faust laufen ließ, ging es geschmeidig hindurch und nicht ein Faden blieb daran hängen. Er stand eine Weile damit in der Hand und ließ es dann wieder los. Tewes ging es ab, so weit er vom Ufer aus kam. Dann fuhr er hinaus und ging es weiter ab, Spanne für Spanne bis zum Ring am anderen Ufer, an der schlechten Stelle lag es glatt und rund, er nahm die Hand weg, machte den Kahn los und fuhr zurück.
Und um die Mittagszeit kamen die ersten aus dem Dorf herunter und wollten hinüber. Er fuhr sie hinüber, an diesem Tag ging der Nebel auf und man sah das andere Ufer wieder liegen, braun und flach, mit den Weiden davor, dann kam der Winter, das Wasser ging hoch und stand grau und schwer zwischen den Ufern und zog am Kahn. Dass Teves sich mit seinem ganzen Gewicht in das Seil legen musste, das Seil hielt, es hielt im Eisregen und es hielt, als das Wasser über die unterste Bowle des Stegs ging und die Fähre ging durch den ganzen Winter und keinen Tag lag sie still.
Im Frühjahr stand es über dem Wasser, gespannt und trocken wie am Anfang. An den Abenden hängte Tevis die Laterne wieder an den Giebel und im Nebel stand ihr Schein weich und rund und ohne Rand. Unten lag der Kahn am Ufer und ging mit dem Wasser auf und ab, und über ihm hing das Seil quer über das ganze Wasser mit dem Nebel als kleinen Tropfen darauf, dicht an dicht. Die Tropfen liefen zusammen und fielen einer nach dem anderen und jeder machte einen leisen.in das schwarze Wasser darunter aber zog der lange Fluß dahin, kühl und breit zwischen den flachen Ufern, und was von oben hineinfiel, war darin gleich nicht mehr zu finden. 13.
Märchen der Zurückgebrachte Stern. Kurz vor der Mündung lag die Marsch am langen Fluss flach und offen bis an den Deich und in einem Winter vor vielen Menschenleben lag sie so still, dass man das Gras knacken hörte. Der Frost stand auf den Halmen und der Wind kam von der See her über die Deiche gerade und kalt und ohne Umweg.
Schnee fiel keiner in jenem Winter, die Nächte standen klar und ohne einen Schleier und der Himmel über dem flachen Land war weiter als anderswo und die Pride lagen im Schlick wie dunkle Bänder. Der lange Fluss ging still an der Marsch entlang, nahm das Wasser der Priele auf und trug es hinunter, dorthin, wo das Land aufhört.
Über der Marsch aber fehlte ein Stern. Es war der, nach der man nachts den Priel fand, den Großen Priel, der durch die Marsch zum Fluss führt. Wer ihn im Rücken hatte, ging trocken über das Watt der Priele, wer ihn suchte und nicht fand, blieb stehen, wo er stand. Seit der Stern fehlte, fand in der Dunkelheit niemand mehr den Weg. Und wenn der Abend kam, blieben die Leute auf den Warften sitzen, die Türen gingen zu, ehe es recht dunkel war und die Marsch lag leer und über den Deich stand ein Fleck ohne Licht auf dem Deich hütete ein junger Schäfer, den man Simon nannte. Seine Schafe standen den Winter über auf dem Gras, das der Frost hart und grau gemacht hatte, und er ging bei Nacht die Krone ab und zählte sie am Klang.
Er hatte eine Karte am Deichfuß mit einer Tür nach Osten und eine Grube darin für den Torf neben der Karte stand ein Schlag aus Brettern und darin stand ein weißer Widder, der. Den Simon von Hand aufgezogen hatte, der stieß mit der Stirn gegen das Brett. Sobald er Simons Schritt auf dem Deich hörte, und nahm ihm die Rinde vom Brot aus der flachen Hand in einer der klaren Nächte ging Simon weiter hinaus, als er sonst ging, der Mondstand schmal.
Das Wasser lag ganz unten und der Schlick war an der Kante gefroren und in der Mitte weich. Die Schafe blieben oben am Deich und rührten sich nicht. Simon ging, weil er den Priel wiederfinden wollte, so wie ihn früher jeder gefunden hatte, und weil ihm der leere Fleck am Himmel nicht aus dem Sinn ging.
Der Wind stand von der See, die Halme knackten unter den Schuhen und weiter draußen war nichts zu hören, als das Wasser am Rand des Priels. Wo der Schlick glänzte, lag etwas im Dunkeln und war nicht dunkel. Simon Bückte sich und hob es auf, es war kalt und glatt und so groß wie ein Ei und es gab so viel Licht, dass er die Hand daneben sah, jede Ader und jeden Riss in der Haut, er wischte den Schlick daran am Ärmel ab. Und das Licht lief über den Priel hin und über das gefrorene Gras und bis an den Fuß des Deiches. Der Priel lag von da an in seiner ganzen Länge da, schwarz und blank, zwischen den Rändern, dann steckte er den Stern in die Tasche und stieg den Deich hinauf, oben auf der Krone nahm er ihn wieder heraus und warf
ihn so hoch er konnte. Der Stern stieg, wurde klein, hielt einen Augenblick still und dann kam er zurück und lag wieder in der Hand, kalt und glatt wie vorher. Simon warf ihn noch einmal, und noch einmal fiel er zurück, und beim dritten Mal warf er ihn mit Anlauf, und es machte keinen Unterschied, sooft er ihn warf. So oft lag er wieder in der Hand, da setzte er sich in das steife Gras und legte den Stern neben sich und das Licht stand um ihn her wie ein kleiner Hof, ein Stück weiter, wo der Deich einen Knick macht, saß eine alte und bündelte Reisig neben sich, hatte sie einen Haufen liegen und Band mit Weidenruten, und sie sah nicht auf, als Simon kam. Der Wind strich an ihr vorbei
und rührte nichts an. Kein Zipfel und kein Haar. Das Reisig war Weide und Erle und roch nach nassem Holz. Simon setzte sich in die Nähe und hielt den Stern in beiden Händen, die Alte zog eine Rute fest, drehte das Ende ein und legte das Bündel zu den anderen und der Haufen neben ihr wurde größer. Ohne dass sie schneller wurde.
Dann sagte die Alte, ohne die Arbeit hinzulegen, wer einen Stern zurückbringt, muss etwas verschenken, das ihm lieb ist. Sonst fällt der Stern zurück. Simon fragte, was es denn sein müsse, die Alte sagte, das stehe nirgends geschrieben und nahm die nächste Route, Simon fragte, wer es denn gesagt habe.
Da legte die Alte die Rute hin und sagte, sie habe es von einem gehört, der an derselben Stelle gesessen habe. Vor langer Zeit im Frost mit dem Licht in den Händen. Der habe dasselbe gefragt. Dann nahm sie ein Bündel vom Haufen und legte es Simon in den Arm für den Torf, der nicht ziehen wolle, und Band weiter. In der Kate legte Simon den Stern auf den Tisch und das Licht ging bis in die Ecken.
Der Torf Glomm in der Grube, das Reisig der Alten lag trocken, daneben die Tür nach Osten war zu und durch die Ritze im Holz fiel ein heller Streifen hinaus auf das gefrorene Gras. Simon saß auf der Bank und sah sich um. Was ihm unter die Augen kam, nahm er in die Hand und wog es und legte es wieder hin. Es war nicht viel in der Kate und es dauerte nicht lange, zuletzt deckte er die Hand über den Stern, bis es dunkel war in der Kate über dem Reet stand der Wind die ganze Nacht und Simon hörte ihm zu, bis es morgen wurde. Am Morgen nahm Simon den Stock aus der Ecke. Den er sich aus einem Eschenast geschnitten und in vielen Abenden glatt geschnitzt hatte.
Oben war ein Kopf hineingeschnitten, der wie ein Schafskopf aussah und der Griff war blank von der Hand, er ging damit über den Steg zur Warft hinüber, wo die Häuser stehen, auf der Treppe saß ein junge und trieb einen Reifen mit der bloßen Hand vor sich her. Simon hielt ihm den Stock hin und der Junge nahm ihn und lief damit zwischen den Häusern durch und man hörte den Reifen noch, als er längst hinter dem Stall war. Simon ging zurück auf den Deich, sah nach den Schafen und wartete, bis es dunkel wurde und der Frost wieder anzog, dann nahm er den Stern aus der Tasche und warf ihn hoch. Der Stern stieg 3 Hand breit über die Finger, blieb hängen, als hielte ihn etwas und fiel zurück in die offene Hand. Simon Stand still und sah in den
leeren Fleck am Himmel hinauf, der Wind kam über den Deich und ging durch das steife Gras, und unten lag der Priel und war nicht zu sehen. Der Frost stand jetzt auch auf den Stein. Der Deichtreppe Simon steckte den Stern ein und ging zu seinen Schafen und ging die Krone ab bis an das Ende und wieder zurück.
Am Abend darauf hockte die Alte wieder am Knick des Deiches und bündelte Reisig, Simon setzte sich dazu und sagte. Der Stock sei ihm lieb gewesen, die alte Band eine Rute fest und sagte, das Glaube sie wohl. Der Frost hatte den Weidenruten nichts getan, sie Bogen sich unter den Fingern der alten, als wäre Sommer Simon, sah dem Binden zu und sagte lange nichts weiter, dann sah die Alte zum ersten Mal auf.
Und Simon sah, dass sie helle Augen hatte, hell wie das Wasser über dem Schlick, wenn der Himmel klar darüber steht. Der Wind ging über die Krone und eine Weile sagte keiner etwas, wer einen Stern zurückbringt, muss etwas verschenken, das ihm lieb ist. Sonst fällt der Stern zurück. Simon fragte, ob es das teuerste sein müsse, was einer hat.
Die Alte sagte, von teuer habe sie nichts gesagt, von Groß und klein sagte, die Alte habe sie ebensowenig gesagt. Dann hob sie ein Bündel auf die Hüfte und machte sich um den Deich hinab, und der Wind stand gegen sie und hielt sie nicht auf die Nacht hindurch und noch bis zum Mittag darauf lag Simon der Mantel im Sinn. Der über der Bank in der Käthing er war aus guter Wolle und dicht gewalkt, und wer ihn zuzog, stand im Wind wie hinter einer Mauer unten am Deich im Windschatten des Vorlands hauste ein Mann in einer Hütte aus Brettern und Reet, und er hatte nichts als eine Jacke aus Sacktuch und einen Sacktorf. Der Wind ging durch die Bretter und das Feuer stand klein in einer Schale aus Blech.
Simon ging hinunter und legte ihm den Mantel über die Schultern, ohne ein Wort dazu. Der Mann sagte auch nichts, sondern zog den Mantel zu und rückte näher an das Feuer, die Nacht danach war die kälteste von allen, der Frost stand auf den Steinen der Deichtreppe. Und auf jedem Halm. Und die Luft war so klar, dass die Sterne bis an den Rand des Himmels standen. Simon ging im Hemd und in der Weste oben auf der Krone entlang und warf den Stern, er stieg höher als das Deichgras, höher als ein Mann, und stand ein Atemzuglang über dem Deich, dann fiel er zurück und Simon fing ihn. Und schloss die Hand darum.
Am Schlag stand der weiße Widder und hob den Kopf, als das Licht in der Tasche durch den Stoff schien. Simon hatte ihn von Hand aufgezogen, mit Milch aus einem Napf und einem Lappen, und seither ging er nicht mehr von ihm weg, er kam, wenn Simon pfiff, er legte sich hin, wo Simon sich hinsetzte. Er stand still, wenn Simon die Kletten aus der Wolle zog und ging Simon den Deich entlang.
So ging der Widder mit 3 Schritte hinter ihm, Simon legte die Hand zwischen die Hörner und die Wolle war warm und die Luft darüber war kalt, der Wind stand von der See und über der Marsch war der Fleck am Himmel so leer wie in der ersten Nacht. Wer einen Stern zurückbringt, muss etwas verschenken, das ihm lieb ist. Sonst fällt der Stern zurück.
Drüben auf dem Nachbardeich saß ein Mann, der Schafe genug hatte und keinen Widder. Simon hatte ihn im Sommer über die Priele rufen hören, wenn die Herden auseinanderliefen. Simon machte den Schlag auf und pfiff und der Widder kam heraus und ging neben ihm her. Und so ging sie über die Marsch an den Prielen entlang durch das weiße Gras bis an den Steg und über den Steg hinüber. Der Nachbar kam aus dem Haus, sah den weißen Widder an und sagte lange nichts, Simon sagte, er bringe ihn. Der Nachbar fragte, was er dafür haben wolle, und Simon sagte nichts.
Da machte der Nachbar das Gatter auf und der Widder ging hinein zu den fremden Schafen, blieb stehen und sah zurück und die fremden Schafe rückten zusammen und machten ihm Platz. Simon drehte sich um und ging und der Nachbar machte das Gatter hinter ihm zu. Der Weg zurück über die Marsch war lang und der Frost lag auf dem Gras wie Mehl.
Simon stieg den Deich hinauf und stellte sich auf die Krone, wo er immer stand. Von dort sah er noch einmal hinüber und ganz weit drüben auf dem Nachbardeich ging ein weißer Fleck langsam am Gras entlang und blieb dort stehen, wo die anderen stehen blieben, der. Dann nahm Simon den Stern aus der Tasche und wog ihn in der Hand kalt und glatt und so groß wie ein Ei. Dann warf er ihn hoch, der Stern stieg und wurde klein und wurde kleiner, und er hielt nicht an und er fiel nicht mehr zurück, er blieb oben stehen, wo er Hingehörte über der Marsch und. Ein wenig nach der See hin, sein Licht war klein und ruhig und ging nicht aus.
Noch in derselben Nacht fand ein Mann von der äußersten Warft den Großen Priel wieder, den Priel, der durch die Marsch zum Fluss führt, und ging ihn entlang bis an das Andre Ende und wieder zurück. Von da an gingen die Leute auch nach Einbruch der Dunkelheit wieder über das Watt der Brille und die Türen standen offen bis weit in den Abend hinein am Knick des Deiches lag kein Reisig mehr und die Weidenruten, die dort gelegen hatten, waren fort, der Knick lag da wie sonst und das Gras stand steif darüber.
Simon ging die Krone ab und zählte seine Schafe am Klang. Und die Kälte lag über der Marsch und blieb, wo sie war. Das Licht des Sterns fiel schräg auf das gefrorene Gras und machte es hell und man sah die Halme einzeln stehen, jeden für sich mit dem Frost an der Kante. Weiter unten sammelte sich das Wasser der Brille und zog der Mündung zu.
Die Marsch lag bei Nacht ganz still und der Wind ging leiser als am Tag das Licht des Sterns stand in dem Wasser der Brille in jedem einzelnen und die Brille lagen wie helle Bänder im dunklen Schlick. In der Karte am Deichfuß war die Tür nach Osten zu und drinnen stand die Wärme vom Torf bis unter das Dach, wo die Priele Zusammenliefen, lag der lange Fluss offen zwischen seinen Ufern und das Licht ging auch dort mit dem Wasser mit. Und stand doch die ganze Nacht über an derselben Stelle 14. Märchen.
Das Haus, das zum Meer ging, zu einer Zeit, die keiner mehr zählt, kam der lange Fluss ganz unten aus dem flachen Land heraus und ging ins Meer, dort war er breit geworden und flach, und er hatte es nicht mehr eilig. Zwischen den Sandbänken suchte er sich seinen Weg und die Möwen standen über ihm im Wind. Weiter hinaus war nichts mehr als Wasser und Himmel, hinter dem Deich lag die Marsch, davor lag der Sand und durch den Sand liefen die Priele, die sich bei jeder Flut füllten. Und bei jeder Ebbe wieder leerliefen. Es war Spätsommer und die Abende waren lang und hell und wollten kein Ende nehmen.
An dieser Küste nahm das Meer in jedem Jahr ein Stück Land, das ging schon lange so und es ging leise, es nahm es nicht mit einem Mal und nicht mit Lärm, sondern es leckte an der Kante. Wusch den Sand unter dem Gras weg und legte ihn woanders wieder hin, wo früher ein Weg gelaufen war, lief nun Wasser, und wo früher Häuser gestanden hatten, standen Pfähle im Schlick, die Leute waren Fortgezogen, einer nach dem anderen mit Wagen und Vieh hinter den Deich und weiter hinauf ins Land. Zuletzt stand nur noch ein einziges Haus vor dem Wasser und darin wohnte eine Frau, die Dorte hieß. Alle sagten ihr, sie solle auch gehen, der Mann, der die Deiche nachsah, sagte es, als er das letzte Mal die Kante abging, die Nachbarn sagten es beim