
Reportage: Als Flipperkugel über die Bespoked 2026
Freitag, 18. September 2026 · 1 h 17
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Shownotes
Auf der Bespoked 2026 haben Rahmenbaubetriebe aller Art ausgestellt. Gerolf hat sich von ihnen über die Messe schicken lassen.
() Antritt auf der Bespoked 2026 in Dresden() Jule von idrawonbikes: Kunstwerke von der Radtour() Atelier Wolken: Das Ufo auf drei Rädern() Forma: Präzise Carbonrohre in Aluminiummuffen () Vapor Cycles: Rennrad in V-Form aus Carbon() Stolen Garage: Tallbike zum Pendeln() Norka Bikes: Stahlrahmenbau aus dem Baskenland() Avalanche Cycles: Vom Produktdesign zum Titan- und Stahlrad() La Fraise Cycles: Rahmenbau in Roubaix() Musik: Brian Protheroe – Pinball
I Draw On Bikes (idrawonbikes.com) – Jule macht Kunst auf Fahrrädern und hat Gerolfs Rundreise den ersten Impuls gegeben
Atelier Wolken (atelier-wolken.de) – Sami hat eine vollgefederte, experimentelle Rikscha ausgestellt.
Forma (forma.bike) – Jonathan baut präzise Fahrradrahmen aus selbst gewickelten Carbonrohren und in seinem Workshop gefrästen Aluminiummuffen.
Vapour Cycles (vapourcycles.com) – Valentin baut in Berlin Carbonrahmen und hat ein Rennrad ohne Sitzrohr und Sitzstreben ausgestellt.
Stolen Garage (stolengarage.cc) – Finn und Romain aus Paris haben u. a. ein Tallbike gezeigt, das sie als Pendlerfahrzeug für einen Kunden hergestellt haben.
Norka Bikes (norka-bikes.com) – Norbert hat ein Mountainbike und zwei Randonneure gezeigt und spricht darüber, warum er sich in den Rahmenbau verliebt hat.
Avalanche Cycles (avalanche-cycles.com) – Marie und Laurent bauen Fahrräder aus Stahl, Titan und Edelstahl in Paris und sprechen darüber, warum sie ihre alten Jobs als Produktdesigner verlassen haben und wer ihre Kunden sind.
LaFraise Cycles (lafraisecycles.com) – Andreas aus Magdeburg baut in Roubaix in Frankreich Rahmen, lackiert sie und hat in seinen Kursen schon 300 Menschen das Rahmenbauhandwerk beigebracht.
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Hier geht’s zur Folge mit Jule über Fahrrad und Kunst: detektor.fm/gesellschaft/antritt-jule-borths-u…
Hier geht’s zur Folge mit Jan Heine über MADE und Erfolg: detektor.fm/gesellschaft/antritt-jan-heine-ueb…
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Hier ist der Antritt der Fahrrad Podcast auf detektor.fm mit der dritten September Ausgabe 2026. Mein Name ist Gerolf Meyer und nachdem ich in der letzten Ausgabe mit Jan Heine über die Messe Made in Portland, Oregon, gesprochen habe, eine Messe für handgebaute Fahrräder, bin ich nach Dresden zum Flughafen gefahren. Denn hier findet zum vierten Mal in Folge die Rahmenbaumesse Bespoke statt. Und wie jedes Jahr schaue und höre ich mich hier um. Auch hier geht es vor allem um handgebaute Einzelstücke und Komponenten sowie Bekleidung. Und wie in den vergangenen Jahren habe ich mir überlegt, wie ich diese Messe für euch abbilden kann. Und für dieses Jahr habe ich mir etwas Neues einfallen lassen: Antritt, der
Fahrrad Podcast von detektor.fm. Ich gebe die Kontrolle aus der Hand und in die Hände und Köpfe der Menschen, die hier ihre Produkte ausstellen. Von diesen Menschen lasse ich mir einfach erklären, welches Exponat sie hier beeindruckt hat. Und es gibt nur eine Bedingung: Es darf kein eigenes sein. Ich gehe dann dorthin, wo sie mich hinschicken, und schaue mir das Exponat an. Ich stelle bestimmt die eine oder andere Nachfrage und lasse mich dann zum nächsten Stand schicken. Ob das alles funktioniert, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist diese Ausgabe ja auch ein bisschen so wie ein handgebautes Fahrrad, für das es keine Vorlage gibt. Es wird spannend auf der Rahmenbaumesse und wir gehen rein. Und jede Regel
braucht ihre Ausnahme. Denn ihr habt euch vielleicht gefragt: Wo fängt Gerolf eigentlich an? Ich fange an bei jemandem, die in diesem Podcast schon bekannt ist. Und sie stellt gar kein Fahrrad aus, sondern – oder doch? Sie stellt ein Fahrrad aus, aber sie hat es nicht gebaut. Es ist Jule. Hallo Jule! Hallo, hier bin ich wieder. Jule, ganz kurz, bevor wir über Fahrräder sprechen: Ihr seid zurück vom Desire Path through Italy. Wir hatten im Mai darüber gesprochen. Wie war es? Es war wirklich sehr inspirierend. Wir haben ein ganz anderes Italien kennenlernen dürfen. Wir waren vorher auf der ersten Ausgabe in Norditalien und jetzt in Süditalien.
Es war total anders und hat mich, glaube ich, in meiner ganzen Praxis weitergebracht. Und jetzt stellst du hier auf der Fahrradmesse einfach mal Kunstwerke aus, die aber auf dieser Reise entstanden sind. Wie hat es so funktioniert mit dem Malen, Zeichnen, Kunstmachen auf der Radtour? Das funktioniert super. Wir sind ja ein eingespieltes Team. Arkadi und ich machen das ja schon mehrere Jahre. Und dieses Mal habe ich, ja, das habe ich in deinem Podcast auch erzählt, ich wollte ein bisschen mehr loslassen, ein bisschen mehr rein in den Prozess, auch mehr mit Leuten sprechen. Und das hat alles super geklappt. Ich habe quasi metaphorisch den Helm aufgemacht. Wunderbar! Mit Leuten sprechen ist auch immer eine gute Idee. Jetzt
nehmen wir hier auf am Samstag Nachmittag. Diese Messe ist seit gestern offen. Konntest du dich denn schon ein bisschen umschauen? Ja, auf jeden Fall! Ich war gestern Judge für Best Head Badge und habe dementsprechend einmal alles im Schnelldurchlauf durchgeguckt. Ja, und ich bin schon ganz gespannt, weil ich will dir unbedingt erzählen, wo ich dich hinschicken will. Wir müssen ganz kurz Fachbegriffe übersetzen: Head Badge, das ist das Steuerkopfschild, das was vorne an den Rädern so dran ist. Genau, und Balance Cycles hat gewonnen. Balance Cycles hat gewonnen! Super! Wohin schickst du mich und warum? Ich schicke dich zu Atelier Wolken und der Rahmenbauer dort hat ein Full Suspension Adventure Community Rickshaw gebaut. Es ist quasi ein Fahrrad
mit drei Rädern und obendrauf sind noch mehr Räder. Und dann können zwei Leute hinten sitzen, aber man kann auch ganz viele Sachen raufladen. Und dieses Gefährt ist gestern Abend, als wir hier eine kleine Party veranstaltet haben, durch die Messe gefahren. Und alle Leute sind hinterhergerannt, weil sie es nicht glauben konnten – und ich auch nicht! Sie konnten nicht glauben, dass es fährt. Sie konnten nicht glauben, wie das aussieht, was das ist. Das ist wirklich wie so ein UFO, das auf einmal gelandet ist von Fahrrad. Und diejenige, der dieses Rad so gut gefällt, ist das jetzt die Fahrrad-Jule oder die Künstlerin-Jule oder sind das am Ende sogar die beiden? Also sind beide in einer Person?
Ja, es ist beides in einer Person, weil du wirst es gleich sehen. Es ist wirklich ein Kunstobjekt. Das ist kein Fahrrad mehr. Ich bin super gespannt. Das geht schon gut los, finde ich, allein mit dieser Empfehlung hier. Jule, ich sage dir vielen Dank. Tschüssi! So, jetzt passiert das, was natürlich in diesem Modus passieren kann: Sami ist gerade beschäftigt. Der wird gerade video-interviewt vor diesem Fahrzeug, dessen Dimensionen ich auch jetzt erst so richtig ergreifen kann. Es ist also wirklich, wirklich groß. Es stehen auch auf dem Dach dieser Fully-Dreirad-Rikscha noch ein Faltrad und ein Cargo-Bike. Es ist viel größer, als ich mir vorgestellt habe, und ich bin sehr gespannt, was mir Sami dazu
erzählen kann. Ich sage erst mal Hallo, Sami, und lass uns das mal beschreiben. Hi! Du stehst hier vor einem Turm an Fahrrädern oder vielleicht sogar Fahrrädern. Es handelt sich dabei um eine Rikscha, aber es ist nicht einfach nur irgendeine Rikscha. Es ist nämlich eine mit einem Dachgepäckträger, mit einem Lastenrad oben auf dem Dachgepäckträger und dann noch einem Faltrad auf dem Dachgepäckträger. Und genau, mit einem voll funktionsfähigen Offroad-Fahrwerk.
Also eine Kategorie an Fahrzeug, die nicht so geläufig ist, würde ich sagen. Genau, das habe ich mir von Jule gemerkt aus ihrer Aufzählung, was das alles ist. Also Full Suspension und Rikscha. Und ich mache jetzt einfach mal noch weiter, was mir noch auffällt von dem, was du noch nicht gesagt hast. Ich gehe davon aus, dass hier vorne noch ein E-Bike-Motor drin ist. Dann haben wir eine Nabenschaltung, dann haben wir eine ganz besondere Gabel. Wie nennt man die Bauform?
Ich habe schon dieses Messelhoch im Kopf, dass ich nicht auf den Begriff komme. Ich habe es die ganze Zeit Parallelogramm-Gabel genannt, aber es ist gar keine Gabel, weil sie ist ja einseitig. Also es ist eigentlich ein Parallelogramm-Federbein. Das ist wahrscheinlich so irgendwie das bestbeschreibendste, was es ist. Genau, es ist quasi keine Lefty, aber es ist eine Lefty-Nabe drin. Also diese Kennleergabel, die nur auf der linken Seite das Federbein hat. Ich weiß ja, wo ich hier bin auf dieser Messe, und ich weiß, dass man sich eine Frage stellen kann oder man kann sie sich schenken. Ich stelle sie jetzt einfach mal: Warum? Also ich kann erklären, warum. Dieses federnde Gerät hat eine ganz, ganz eigenartige Geschichte. Und zwar habe ich die jetzt nicht
komplett selber gebaut oder so. Dadurch, dass dieses Projekt, diese Rikscha, zu bauen so lange ging, habe ich immer wieder Teile geschenkt bekommen, die sich hier ganz gut integriert haben lassen. Wie zum Beispiel der VW Käfer-Frontscheinwerfer, den ich da dran habe, den ich vergessen habe in der Aufzählung der Spezialteile. Und das, was man da sieht, ich habe quasi nur diese recht komplex gefrästen, schwarz anodisierten Teile von einem Kumpel bekommen. Und den ganzen Rest muss ich selber bauen. Also die Doppelbrückenstützen, die Träger für den Dämpfer, den Träger, den Dorn für diese Lefty- Nabe, die ganzen Buchsen, das muss ich alles selber passend machen. Und diese schwarz anodisierten Teile, die ich bekommen habe, stammen aus einem
ehemaligen Militär-Prototyp-Fahrrad und hätten verschrottet werden sollen. Und ich vermeide zu sagen, wo ich sie herbekommen habe. Aber naja, auf jeden Fall sind in meinen zivilen Händen Prototyp-Militär-Schrott, der nicht in zivilen Händen sein sollte. Okay, ich stelle mir das gerade so vor: Du kriegst aus allen möglichen Richtungen irgendwelche Teile, die fliegen dir irgendwie zu.
Also wie zum Beispiel so was, diesen Militär-Prototyp. Dann muss es ja irgendwann, zumindest in meiner Vorstellung, den Moment gegeben haben, wo du gedacht hast: Ey, warte mal, ich muss jetzt so einen, wie hast du es vorhin auch genannt, Turm, glaube ich, also so einen Rikscha. Ich muss einen Rikscha-Turm daraus bauen. Wo ist der Kipppunkt? Wann hast du dich dafür entschieden? Das ist schwer zu sagen. Also dieses Rikscha-Projekt hat schon 2018 angefangen. Da habe ich mit einer ganzen Handvoll von Freunden von mir die Rikscha, die das mal war, auf Kleinanzeigen gefunden. Und die war schon nicht mehr fahrfähig, die wurde verkauft als Werbetafel. Und dann haben wir die gekauft und flott gemacht. Und
dann war das einfach lange so ein Party-Mobil in Aachen. Da habe ich noch in Aachen gelebt. Irgendwie war aber immer der Gedanke, da was kann man denn daraus machen? Kann man das ein bisschen umbauen? Das war halt super komplex, weil es alles keine konventionelle Fahrradtechnik gewesen. Die Räder waren gar nicht mal Fahrradfelgen oder so was. Das waren Kutschenfelgen, das waren so gusseiserne Felgen und Narben und so Motorraddurchmesser Speichen, aber in Längen, wie man sie bei Motorrädern auch nicht findet.
Also es war wirklich super schwierig, da rumzuschrauben. Und dann war immer der Gedanke: Eigentlich müsste man die mal komplett umbauen auf Fahrradteile und so was. Die Fantasien waren immer da. Und dann war ich vor drei Jahren in Kolumbien. Und wenn man nach Wandern geht in Kolumbien, ist es so, dass da durch die Wälder und durch den Dschungel, wo man unterwegs ist, einfach dauernd so richtige Geländewagen unterwegs sind. Also nicht so, wie wir es in Deutschland kennen, so ein SUV, mit dem man irgendwie einkaufen geht, sondern halt so echte, richtige Geländewagen, wie sie in Deutschland nie im Leben in einen TÜV zugelassen werden. Weil das waren so alte Fahrzeuge und teilweise unlackiert, dran geschweißte Träger.
Und dann wiederum aber so ein komplett modernes Fahrwerk, was einfach so ultra geil aussieht. Also diese Mischung aus Pragmatismus, Funktionalität, so eine Maschine, die da ist, um wirklich eine dort wichtige Aufgabe zu erfüllen. Also teilweise transportieren die einfach Lebensmittel in Ortschaften im Dschungel, wo du sonst nur zu Fuß hinkommen würdest. Und das ist so eine gewisse Ästhetik, die einfach hängen geblieben ist und die ich halt versucht habe in dem Projekt wieder zu referenzieren. Klingt nach etwas, wo man einfach so Bock dran hat, so das zu machen, weil es irgendwie auch so ein bisschen over the top ist, oder? Ja, genau. Ich meine, ich habe auch nicht unbedingt damit gerechnet, dass es so lange dauern
wird und dass es mich also so viel Zeit, Geld und Nerven kosten wird in meinem Leben. Aber irgendwann hat man halt schon angefangen und kann auch nicht mehr aufhören. Am Ende des Tages muss man auch einfach sagen, dieses Projekt ist halt viel mehr Kunstwerk als wirklich ein Fahrrad. Es ist ja nie wirklich aus einem echten Zweck gebaut worden. Aber der Zweck wird sich schon finden, denke ich. Das heißt, setzt du es irgendwie ein? Also benutzt du es? Ich vermute mal, nicht, dass du Lebensmittel in Dörfer fährst damit. Ne, das tue ich nicht. Also realistisch gesehen ist es so, dass ich die häufigste Anwendung davon habe, Freunde vom Bahnhof in Köln abzuholen, weil es einfach lustig ist. Es ist einfach ein lustiges Fahrzeug. Und ich meine, dadurch, dass
es existiert und jetzt, wo es so langsam anfängt, halt auch an so einen Punkt zu kommen, wo man dem Fahrrad so ein bisschen Vertrauen kann, da finden sich immer mehr und mehr Anwendungen für die Rikscha. Also Leute, es ist ja nicht, dass ich auf Ideen kommen muss. Die Leute checken ja, dass das existiert. Du kannst diese Rikscha ja nicht verstecken. Und Leute kommen auf mich zu mit tollen Ideen.
Also allein jetzt hier auf der Bespoke habe ich die Jule kennengelernt, die Kunst macht und direkt Ideen darüber hatte, wie man mit der Rikscha durch die Natur fahren kann und zu Dörfern fahren kann und da einfach als soziales Projekt gemeinsam mit dieser Rikscha Kunst transportieren und Kunst machen kann. Also genau sowas. Erst war dieses Projekt und danach findet sich der Zweck. Vielleicht hast du ja so eine kleine Ideenkaskade in Gang gesetzt mit deinen Ideen und jetzt kommen andere drauf. Apropos andere Ideen: Hast du schon Zeit gehabt, ein bisschen auf der Messe dich umzuschauen? Schon ein bisschen, aber nicht annähernd so viel, wie ich es gerne hätte. Gibt es irgendwas, bei dem du hängengeblieben bist, gestoppt
hast, wo du gedacht hast: Wow, das ist aber cool, das habe ich nicht erwartet? Super viel! Eine Sache, die ich mir ein bisschen angeguckt habe und die ich mir auch gerne noch mehr angucken möchte, ist Forma unten. Forma ist ein amerikanischer Rahmenbauer, der mit CNC-gefrästen Muffen arbeitet und seine eigenen Karbonrohre selber wickelt und hat wirklich den gesamten Raum, wo er die Muffe hat und wunderschöne Rennräder und Gravelbikes daraus baut. Das sage ich als jemand, der wirklich ausschließlich Stahl fährt und auch sehr verliebt ist in Stahl als Werkstoff.
Wenn es ein Nicht-Stahl-Fahrrad gäbe, was ich wirklich unglaublich gerne hätte, dann wäre es ein Forma. Zum Abschluss, wenn du sagst, wunderschöne Räder und gerade auch welche, die aus Material oder Materialien gebaut sind, mit denen du sonst nicht arbeitest, was macht die für dich wunderschön? Was macht das aus? Ich glaube generell, wenn man sieht, dass Fahrräder vielleicht eine Geschichte haben, dass sie gewisse Einschränkungen hatten, mit denen sie umgehen müssen. Es ist ja oft so, wenn du im konstruktiven Prozess eingeschränkt bist von den Arten, wie du etwas fertigst, wie du an etwas rangehen kannst, dann musst du kreativ werden, um Lösungen zu finden.
Das ist etwas, was ich sehr gerne sehe. Ich bin sehr gespannt. Ich gehe jetzt dorthin. Ich danke dir, Sami, und ich wünsche dir viel Spaß mit dem Rad und mit allen Ideen, die dann noch drumherum entstehen. Vielen Dank! Dir eine gute Zeit noch. Danke! Das finde ich ja schon mal eine ganz coole Abwechslung von der Kunst zum Fully-Rickshaw und jetzt zu dem Rahmenbau aus den USA, der Karbonrohre in selbst hergestellten Muffen verklebt. Schätze ich mal, werde ich jetzt herausfinden, was es genau ist. Jetzt stehe ich hier bei Jonathan von Forma und Jonathan ist aus den USA und er spricht Englisch. Deswegen lege ich jetzt den Schalter um. I'll switch to English. Hello, Jonathan. Nice to meet you. Nice to meet you too. Thanks for having me
on. Jonathan, Sami sent me down here and he told me I should take a look at Forma. So what's Forma about? I'm from Canada, so hence the English. I'm sorry, I just said you're from the US, I guess. In German you said that. Sorry, no, I'm from just outside of Toronto. Okay, so yeah, you're from Canada. Oh man, my bad. No, it's okay. Yeah, I'm a one-person show.
I do everything on the bikes. They are a lug construction with machined aluminum lugs that I anodize in-house and then I produce all the carbon tubing on a filament winder that I built. It's a somewhat idiosyncratic process in that I filament wind and then I transfer it into a mold and I cure the resin under really high pressure in a vacuum. So jetzt gerade zeigt mir Jonathan so ein Karbonrohr und das ist ein bisschen gemein, wenn ich jetzt Deutsch rede. Ich wollte es nur erklären für unsere Zuhörer. I'll try to describe what I see to our listeners. So you said it's filament winding, right? So we have carbon tubes, they have a certain structure or a certain pattern to them, I guess that has something to
do with the woven carbon. Yeah, it's a repeating pattern, so that's a single strand. Okay, each one of these crosses, that's the width of the pipe. Yeah, okay. I describe it like mowing your lawn. You put the lawnmower in one strip and then you come back next to it. Ah yeah, I see. And then it covers this whole panel and it's just laid right beside one another. Also, Jonathan hat mir gerade nochmal das Rohr gezeigt und auch so eine Spule, wo letztlich der Karbonfaden aufgefädelt ist. Und das ist ungefähr vielleicht fünf Millimeter breit. Und es scheint so zu sein, dass er das wirklich alles selber macht. So I just described the tubes and now we need to describe the lugs. You said it's aluminum and you make
them in-house as well? Yeah, they're machined from a solid billet of 7000 series aluminum, so aerospace grade. So this I'm holding now in my hand, a partially machined one. So this would start as a solid block of aluminum and then I cut away the material until I'm left with that form. Seems to me that you must have a pretty impressive machine. I'm a die maker by trade, so I own a machine shop. Okay, a tool and die maker, you said? Yeah, tool and die. Was ist die? Die kann mich nicht erinnern, aber es ist wie Stampe. Also ja, ich mache Möbel für Injektionsmöbel und Fondant, viele verschiedene Prozesse. Also bevor ich das mache, habe ich medizinische Injektionsmöbel für Covid-Einstellungen. Also als die Regierung
in Kanada aufhörte, war die Regierung unser Kunde und sie verkaufte die Covid-Einstellungen. Also habe ich mich als Hobby für Fahrräder gewechselt, fünf Jahre später. Und ich mache das vollzeit. Ja, das ist alles, was ich verbringe. Ich betreibe immer noch den Maschinenmarkt und mache nominale Arbeit für existierende Kunden, aber das ist wo mein Herz ist. Wo ist es? Warum ist dein Herz da? Ich habe immer gefallen für Fahrräder. Ich fahre sie mein ganzes Leben lang und die Art, wie ich sie verarbeiten kann in Bezug auf technische Präzision und das letzte Ergebnis. Es ist eine einfach aussehende Demonstration, aber das hat wahrscheinlich die meisten Leute überrascht. Also ich lasse dich auf diesem Carbon Tube stehen.
Nimm deinen Fuß, um das auf den Boden zu drücken. Also ein Carbonrohr hat er jetzt hingelegt, dass das an rechts und links sind so kleine Blöcke dran, dass das Carbonrohr schwebt und ich soll jetzt drauf stehen. Es geht darum, die Komplizität auf dem Fahrrad zu haben, wo du es willst, aber auch die Stiffheit beim Pedalen.
Also das ist kein Gimmick für die Demonstration, das ist ein eigentliches Seatube. Man sieht, es ist immer noch ein sehr dünner Mast und eine gleichmäßige Maststärke. Ich habe kein extra Material, um es zu stärken. Wenn du so etwas baust, musst du wirklich in das Material, in den Prozess, in die chemischen und physischen Fähigkeiten des Materials. Wo hast du das gelernt? Einigermaßen ist es selbst erlernt als Maschinist. Vor kurzer Zeit, vor der Pandemie, war ich mein PhD in mechanischer Ingenieurwissenschaft an einer lokalen Universität. Und das habe ich nicht beendet. Ich habe mich geändert, um die medizinische Injektionsmoldung für das Regierungsteil zu machen, weil es damals wirklich wichtig war. Wir wollten die Provinz, in der wir
leben, mit Teststoffen unterstützen, wenn sie sie nicht anderswo im Weltraum bekommen konnten. Es war wichtig. Dann am anderen Ende, ich weiß nicht, ob ich das selbe getan hätte, aber es hat mich hier geleitet und ich bin okay damit. Ich bin von oben heruntergekommen, weil Sami mich hier geschickt hat. Ich hatte vorher nicht die Zeit, um wirklich herumzuhauen.
Und ich habe deine Fahrräder zum ersten Mal im echten Leben gesehen. Sie sehen wirklich aus wie Präzisionsgeräte. Es gibt einige Fahrräder und so etwas, das hier auf dem Show gezeigt wird, das vielleicht spielerischer oder artistischer ist. Und das sieht wirklich aus wie eine Maschine, um schnell zu fahren. Du hast gesagt, dass du von medizinischen Zubehören zu diesen Fahrrädern gewechselt hast. Wir waren vorher eine Aerospace Maschinen Shop. Die Hauptindustrie die wir betreuten, war die Ausstattung für Aerospace. Also Magnesium-Jet-Maschinen Komponenten und so. Aerospace und medizinische Zubehöre klingen für mich als hochwertige und es gibt viel Geld dafür. Was ist mit der Fahrradindustrie? Weil
du die Fahrradindustrie kennst, das Klischee. Meine Meinung ist, dass die schnellste Art, 1 Million Dollar zu verdienen, ist, mit 2 zu beginnen und Fahrräder zu machen. Das war genau das, was ich in meinem Kopf hatte. Ja, nach einem Jahr ausziehen. Mein Herz ist in der Maschine, vielleicht ist mein Wallet nicht. Ich mache es, ich habe keine Nachfolger.
Meine Frau unterstützt mich, was ich mache. Und ich habe die Infrastruktur vor Ort. Also die Werkstatt, in der ich bin, habe ich alles bezahlt. Ich habe ein bisschen Raum zum Atmen, aber ich werde sicher nicht reich, wenn ich das mache. Kommst du aus Kanada? Das ist eine lange Reise. Warum kommst du zum Dresden Airport? Viele meiner Kunden kommen aus Europa. Ich verkaufe also nur direkt zum Konsumenten. Ich hatte ein bisschen Medienüberwachung. Meine Firma Forma ist nur ein Jahr alt. Vorher nutzte ich Framework Bicycles als Markennamen. Gibt es europäische Kunden, die nach Dresden fliegen, um dich zu treffen? Ich habe hier einige getroffen. Ja, sie sind Deutsche, also kamen sie nicht zu weit. Ich habe hier
in der Schweiz, in der UK. Die Art, wie ich die Fahrzeuge auf Social Media präsentiere, ist sehr hinter der Szene, technisch. Alles ist darauf verbreitet. Ich bin nicht geheim, wie ich es mache. Ich denke, das attraktiert einen bestimmten Typ Kunden, der Kraftwerkstatt, Präzision, Ingenieurwissen mag. Und das Venn-Diagramm kommt in dieser Teil der Welt. Was ist mit dem Prozess, die Züge zu bauen, die Lagen, die verschiedenen Materialien? Welche Teile des Prozesses sind dein Lieblingsprozess? Wenn es einen Lieblingsprozess gibt, ist es etwas, das du am meisten genießt? Ich würde sagen, welcher Prozess die fließendste Woche läuft. Es war die Menge Forschung und Entwicklung, die ich gemacht habe, um diesen Prozess zu refinieren bis zum Punkt, wo
es ist. Diese Züge kommen nur aus dem Mold, das Level von Gloss und Finish. Ungefärbt oder? Nein, nicht einmal gebufft. Kein Buffing. Das ist noch die Extra Epoxy aus dem Mold. Es ist ein hohes Gloss Surface Finish, das sehr präzise ist. Das ist nicht normal. Das braucht viel Arbeit. Ich mache viele Schraubtüren, um bis zu diesem Punkt zu kommen. Ich habe auch das gesamte ISO-Test-Equipment in meiner Fabrik, das ich gebaut habe. Ich würde sagen, dass die Anteil der Fahrräder, die ich den Kunden verliehen habe, im Vergleich zu denen, die ich in der ISO-Test-Equipment-Fabrik nicht, weil sie schlechte Fahrräder sind, sondern weil ich versuchen sie zu iterieren, ist nahe bei einem zu einem. In meiner Fabrik ist die Wand nur mit Test-Framen
gefüllt. Es war viel Arbeit. Es ist definitiv eine Leidenschaft und nicht unbedingt eine Geschäftslogik. Diese Fahrräder sind extrem teuer. Wie teuer? Ich will meine Grenzen nicht vollständig beurteilen, aber ich würde sagen, dass das Rohmaterial das ich kaufe, um diese Frames zu machen, zwischen 2.000 und 3.000 CAD kostet, nur um die Menge an Epoxy, Fiber, Aluminium zu kaufen. Wir stammeln das Aluminium aus Aerospace-Müllen. Es ist alles zugeschrieben. Ich kaufe nur das höchste Grad Hexel Fiber, das nicht wie manche Leute Toray benutzen. Nicht, dass Toray schlecht ist, aber ich versuche alles zu drängen bis hin zum absoluten Extrem, was man davon bekommen kann. Die Epoxy, die ich benutze, ist nicht normal. Das Tube zeigt
eine Krossseite des Karbons und man sieht, dass es keine extra Resin und Feuchtigkeit gibt. Es ist ein solches schwarzes. Ich weiß nicht, ob es so schlau ist, Toray, aber es sieht präzise aus. Uniform, präzise, keine Sagst du Rindchen? Keine Rindchen, keine Feuchtigkeit, nichts. Keine extra Resin. Viele Male auf einem Karbonradfahrer haben ein Sandwich aus Karbonresin aus dem Vorfahrrad. Aber ich konsolidiere. Der Rind, den ich hier habe, liegt bei ca. 30 Bar, was ungefähr zehnmal höher ist als das, was die meisten Fahrzeuge machen. Zum Beispiel dieses Fahrzeug, das auf dem Sandrad schaut. Wie viel kostet es, wenn jemand es kaufen will? Die Rahmen beginnen bei ca. 8.000 US-Dollar für das Rahmen-Set, was
den Fork beinhaltet. Einige zusätzliche Dinge, die die Leute ausspezialisieren, sind die Stemme und dann die Farboptionen, die Geld dazu geben, wie das farbige Fahrzeug. Die meisten Fahrzeuge, die ich verkaufe, sind die rauen schwarzen Türen und dann die schwarzen Lüften. Und das ist der Grundpreis. Wenn du mit einer Farbe anodieren willst, dann wird es ein wenig erhöht, weil wir in Europa meistens verkaufen. Kaufen die Leute nicht komplette Fahrzeuge von mir. Sie bauen sie hier. Ich verstehe wirklich, warum Sami mich hier eingeschickt hat. Danke! Das zu sehen und zu hören, finde ich wirklich beeindruckend. Ist es etwas auf dem Show, das dich beeindruckt? Oder ja? 00:25:35.000 --> 00:25:37.000 Versuchst du zu verstehen, wo ich dich hinlegen soll? Ja, ja, natürlich.
Ich bin sehr beeindruckt von den Vapour Cycles hier. Ah, und der Carbon-Dreh. Okay. Er ist auch ein Einzelpersonen-Show. Ich glaube nicht, dass ich ihm Worte in den Mund lege, dass es für ihn mehr ein artistisches Endeavor ist. Ein Outlet außerhalb seines Arbeitsfeldes. Er arbeitet im Computerprogramm. Er hat aber auch seine eigene Filament-Wendemaschine gebaut, um viele dieser Formen zu produzieren. Er hat also wirklich einen weichen Ort in meinem Herzen. Ich weiß nicht, ob das eine gute Anzeige ist oder ich nur Favoriten wähle, weil es so ist, wie ich weiß.
Ich will deine Favoriten. Das ist wirklich gut. Vielen Dank, Jonathan. Danke für deine Zeit. Wie bin ich eigentlich draufgekommen, dass er aus den USA ist? Weiß man eben gar nicht, ne? Wenn man Amerika sagt, dann denkt man das oft. Aber was ich wieder gemerkt habe, ist, was für ein präziser Mensch. Also, er scheint eine ganz große Freude daran zu haben, Sachen wirklich präzise zu machen, sich neuen Aufgaben zu stellen.
Aluminium, Carbon auf die Art und Weise. Es ist wirklich toll, was er da macht, wenn man es in der Hand hat. Und es ist anders als bei anderen. Und dann natürlich auch nur eine Kurbel, die dann noch speziell, eigentlich wie eine Narbe, konstruiert ist, in den Rahmen reingebaut ist. Das ist schon wirklich impressive. Und interessant, dass ich von so einer experimentellen Stahl-Rickshaw hier zum beeindruckenden Carbon-Rahmenbauer geschickt wurde. Und jetzt gehe ich schon zum nächsten. Und da stehe ich schon bei Valentin von Vaporcycles. Und Valentin wohnt und arbeitet zwar in Berlin, aber er will lieber Englisch sprechen. Und das machen wir einfach.
Also, es kommt noch eine kurze englische Episode. Switching to English once again. Hello Valentin, Jonathan sent me here. Jonathan from Forma. And he said that he's really impressed with the stuff you do. So, Vaporcycles? Vaporcycles is a kind of a project I started to experiment with 3D printing and manufacturing composites using 3D printing. So over the years it grew a lot. Now I make a bicycle. This bicycle this year is like an evolution of a bike I made two years ago. All about just pure performance and aerodynamics. And we need to describe this a bit, since it's a podcast. So what we're looking at is a road bike, but the road bike without a seat tube. No seats, right? So the V, like the V
from your logo. I don't know if this is intentional. I can imagine that it is. Like the top tube and the down tube they are building a V, a little bit wie this. So it's not an original idea. Back in the 90s, I think they had many beam bikes, beam frame bikes like Zip and… Y Foil. Exactly. But obviously, UCI banned a lot of this. But I kind of wanted to bring it back. I think most people are not really racing in UCI events. And I wanted to have something fun and unique.
But there's like an engineering reason for it also. So the bottom from the head tube to the bottom bracket to the wheels, it's a really stiff, strong tube, like high profile tubes. But the top is actually suspended. So you get the really good power transmission, good steering feel, but also comfort for the rider. And great aerodynamics as well. And you mentioned 3D printing. But looking at the bike, I don't see too much 3D printing here. So what's the process behind this? All the tooling, so the molds and machines are 3D printed.
It's from standard plastic. The actual bike is completely carbon fiber. There is… Yes, there's lug parts that connect tube parts. The tube parts are filament wound from a continuous strand of fiber. And the lug parts, the connection parts, are molded in these 3D printed molds with a bladder. We just took a look at the former bikes with the filament wound tubes and the aluminum lugs. And you have filament wound tubes and carbon fiber lugs. There's a question that sometimes is vielleicht nicht die beste, aber manchmal ist sie sehr, sehr gut. Just the question of why. Warum machst du das? Warum baust du dieses Fahrrad? Ich wollte etwas wie… Jede Show oder jedes Event, zu dem ich gehe, ist jedes Fahrrad irgendwie gleich. Und ich
wollte… Ich wollte etwas anderes sehen. Und ich schätze, ich war müde, darauf zu warten, dass die Leute etwas anderes bauen. Also wollte ich selbst etwas anderes machen, um diese Lücke zu füllen. Und ja, wie gesagt, ich wollte an einem Rennen teilnehmen. Und ich wollte mit meinem eigenen Fahrrad teilnehmen. Also dachte ich, was ist das leistungsstärkste Fahrrad, das ich entwerfen und herstellen kann?
Und das war meine Idee für das beste Fahrrad für, weißt du, schnell fahren. Also ist das etwas, das du hauptsächlich für dich produzierst oder baust du diese Fahrräder für andere Leute? Dieses spezielle Fahrrad will ich bisher für mich selbst machen, obwohl viele Leute von dem vorherigen Modell interessiert waren. Es gibt ein traditionelleres Fahrrad, das ich tatsächlich verkaufe, und ein paar Leute haben es gekauft. Du hast gesagt, du bist aus Berlin. Bauest du diese Fahrräder in Berlin? Ich mache, ja, in meiner Wohnung. Ich empfehle dieses Hobby nicht, wenn du einen sauberen Ort haben möchtest. Aber ja, ich mache es selbst in meiner Wohnung. Wenn du es nicht empfiehlst, aber es trotzdem machst, warum machst du es?
Was genießt du an dem ganzen Prozess? Ich denke, ich habe einfach angefangen, um zu sehen, ob es machbar ist. Und dann, als ich tatsächlich das Fahrrad fuhr, war das Gefühl, etwas zu fahren, das du gemacht hast, so süchtig, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Woher kommt dieser Antrieb, etwas zu verbessern und etwas zu machen, das du jeden Tag benutzen kannst? Hattest du die Zeit, um herumzugehen und die Show zu sehen und einige der Stände zu besuchen? Ja, ja, ich habe, ja.
Hast du ein Produkt gesehen, ein Fahrrad oder etwas anderes, das dich wirklich beeindruckt hat oder das du einfach magst? Ich liebe das gestohlene Tall Bike, das oben ist. Es ist so cool und so lustig. Ich liebe das. Das war mein Favorit. Wunderbar, vielen Dank sehr. Ich werde dorthin gehen. Das ist super interessant, dass der nächste Carbon- Mann mich jetzt zurück zu einem Tall Bike schickt. Das klingt für mich wieder nach Stahl-Experimenten. Ich bin sehr neugierig, wo sie sind. Also und wie es der Zufall will, sprechen die Leute hinter Stolen auch Englisch, zumindest. Also wird der nächste Abschnitt auf Englisch sein.
Das ist einfach so, wenn du wie ein Flipper bist und dich über die Show schnappen lässt. Hi, mein Name ist Gerolf. Wer bist du? Hi, ich bin Finn, einer der Gründer von Stolen Garage. Ich bin einer der Rahmenbauer. Und du bist? Und ich bin Roman, der andere Rahmenbauer. Finn und Roman, was ist dein Name? Wir reden auf Englisch, aber Roman klingt nicht so. Bist du ein englischer Muttersprachler oder woher kommst du? Französisch, basierend in Paris. Okay, sehr schön. Ich wurde hierher geschickt, um über dieses Tall Bike zu sprechen. Erzähl mir von diesem Tall Bike.
Dieses Tall Bike, das ich habe, ist ein Kunde, der zu uns kam und er wollte ein Tall Bike, das ein Alltagsrad, ein Commuter-Bike, Fixed Gear ist. Das war der Plan zu Beginn. Also das war die erste Idee. Jemand, der ein Tall Bike bestellt, um zu pendeln. Ja. Wo lebt er? Seltsame Idee. Er lebt in Paris. Er pendelt, er überquert die Stadt komplett von Nord nach Süd, fast. Zuerst hört man, dass es gebaut wurde, um zu pendeln, könnte man denken, okay, es ist ein bisschen verrückt. Aber dann, wenn man sich das Fahrrad ansieht, habe ich den Eindruck, dass, okay, du sitzt ein bisschen höher. Vielleicht hast du eine bessere Überblick. Bessere Sicht. Bessere Sicht, denke ich. Denn niemand erwartet das auf der Straße. Vielleicht sind die Leute in den Autos vorsichtiger
darüber. Und weil ich es auch ein bisschen gefahren bin, sieht man ein riesiges Lächeln auf den Gesichtern rund um die Stadt. Es ist schön. Es bringt viel Aufmerksamkeit und vielleicht macht es es auch ein bisschen sicherer. Ich weiß es nicht. Es könnte etwas an diesen speziellen Fahrrädern geben, das die Leute im Verkehr lächeln lässt und vorsichtiger macht. Warum kommt jemand zu Stolen, um ein Tall Bike bauen zu lassen? Seid ihr spezialisiert auf den Bau von Tall Bikes?
Nein, das ist unser erstes Tall Bike, weil alle unsere Stolen Bikes maßgeschneidert sind und wir bekannt dafür sind, Dinge zu machen, die vielleicht ein bisschen anders, ein bisschen exzentrisch sind. Also haben wir einige kleine Fahrräder gemacht. Wir haben große kleine Fahrräder gemacht. Und das war unser erstes Tall Bike. Wir haben auch Cargos gemacht. Wir sind sehr stark in der Community involviert. Und wir haben eine Community-Fahrt gemacht und er kam zu uns mit der Idee, dieses Fixed Gear Tall Bike zu machen, nachdem er unsere Werkstatt gesehen hat. Also haben wir einen großen Raum, wo wir ein Café haben und du kannst tatsächlich in die Werkstatt sehen, während du deinen Kaffee trinkst und uns beim Herstellen der Fahrräder
zusehen. Die Frage, die mir in den Sinn kommt, ist, ist das dein Hauptjob? Kannst du von der Herstellung von Fahrrädern in Paris mit einem Café leben? Die Rahmenbau-Seite davon ist, wir haben drei Teile. Ein Teil ist das Café, ein Teil ist die Boutique-Werkstatt und der dritte Teil ist die Herstellung. Und es ist unser Vollzeitjob.
Also machen wir das Vollzeit. Die Herstellung ist im Moment ein bisschen langsam, aber die anderen Teile unseres Geschäfts laufen sehr gut. Was ist besonders am Bau eines Tall Bike-Rahmens? Gibt es etwas Besonderes daran? Ja, du musst die Jig anpassen und sie größer machen. Also das war ein bisschen knifflig. Aber dann, wenn es fertig ist, ist es fast wie ein normales Fahrrad. Nur die richtigen Rohre zu finden und viel Schweißen.
Seit wann habt ihr diese Kombination aus Café und Werkstatt? Und seit wann gibt es Stolen? Also, wir machen die Rahmenbau-Seite schon eine Weile. Wir haben angefangen, Fahrrad-Polo-Rahmen für Freunde zu machen und es ist einfach gewachsen. Und dann haben wir vor drei Jahren ein Café-Bike-Shop eröffnet. Es war die Idee von Anfang an. Es hat nur eine Weile gedauert, bis wir in diesen Raum gekommen sind. Warum wolltest du ein Unternehmen gründen, das Fahrradrahmen baut? Was ist deine treibende Kraft dahinter?
Zunächst einmal ist es die Leidenschaft, einfach mit deinen Händen zu arbeiten und etwas zu schaffen, das lokal ist. Also sehr viel, wie ich schon sagte, basiert auf einer Community und Dinge lokal zu machen und in Frankreich zu machen. Das war ein großer Teil davon. Und was bringt dich nach Dresden zu Bispolt? Wie wichtig ist das für dich? Die Community, die Energie, die Vibes, die wir bekommen. Und wir arbeiten das ganze Jahr hart. Und hierher zu kommen ist einfach wie aufladen, wie mehr Energie bekommen. Wenn wir über Inspiration sprechen, gibt es irgendetwas, ein Fahrrad oder ein Bauteil oder Kleidung oder was auch immer, das du gesehen hast, das einen Eindruck auf dich gemacht hat? Oder das eine Inspiration für dich sein könnte?
Hast du etwas im Kopf? Es ist ein bisschen schwierig jetzt, weil ihr zwei seid. Ich brauche nur einen. Ich denke, wir stimmen beide über die Arbeit von Norca überein. Spanisch aus dem Baskenland. Wunderbar. Das ist, wo ich jetzt hingehe. Vielen Dank. Willkommen. Super interessant. Dinge passieren in diesem Modus, die ich nicht erwartet habe. Dies wird zumindest bis jetzt eine vorwiegend englische Episode dieses Fahrrad-Podcasts sein. Aber so ist es einfach.
Wenn du es dir leisten kannst. Und ich denke, die Varianz ist ziemlich gut. Und ich bin neugierig, was mich jetzt erwartet. Es geht um Leute aus dem Baskenland. Und jetzt bin ich hier am Norca-Stand und ich sehe ein klassisches Mountainbike und zwei sehr schöne, klassisch inspirierte Randonneurs. Wir kennen das Thema: Schutzblech, vorderes Gepäck, klassisch gedämpfter Stahlrahmen. Und ich stehe hier mit Norbert, weil Norbert derjenige ist, der im Baskenland in Spanien unter der Marke Norca Rahmen baut. Ich werde jetzt auf Englisch wechseln, damit du mich verstehen kannst. Norbert, danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir zu sprechen. Wie geht es dir?
Ich bin müde. Offensichtlich. Ich musste von Spanien nach Deutschland reisen und es war wie von einer Seite Europas zur anderen. Ende Europas. Also war es eine sehr, sehr lange Reise. Und ich bin immer noch müde, aber cool. Cool, ich fühle mich gut, weil es hier viele gute Leute gibt. Alle Radfahrer, und ich bin wirklich glücklich mit ihnen.
Warum kommst du zu Bespoke? Weil ich eine Show ausprobieren wollte. Das ist meine erste Show. Ich war noch nie auf einer Show. Ich war beim Concours de Machines im Jahr 2023, aber es ist ein bisschen anders. Letztes Jahr hatte ich ein Fahrrad am Theatre Simano-Stand. Ich fuhr ein Fahrrad, aber ich war nicht physisch dort. Also ist dies das erste Mal, dass ich mit drei Fahrrädern von dem Besten, was ich tun kann, gekommen bin, um es den Leuten zu zeigen, die diese Art von Arbeit schätzen. Wie würdest du beschreiben, was du mit Norca machst?
Was für Fahrräder baust du? Ich würde gerne der Tradition folgen, aber sie an moderne Standards anpassen. Also habe ich angefangen, gelötete Rahmen mit dieser klassischen Bauweise zu machen, weil ich es mag. Es ist schön. Es fügt etwas handwerkliche Arbeit zum Fahrrad hinzu. Etwas, das du dir ansehen kannst und dich gut fühlst.
Also wird demonstriert, dass es dich besser fühlen lässt, wenn du etwas ansiehst, das schön ist. Also ist es wie Therapie, könnte man sagen. Also würde ich gerne dieser Bauweise folgen, aber sie an moderne Standards anpassen. Also Dynamo-Naben, Scheibenbremsen, Durchmesserachsen, Boost-Achsen. All diese modernen Standards, die gut funktionieren und die Qualität des Fahrrads erhöhen und es zukunftssicher machen können. Du hast gesagt, es ist wie Therapie.
Wie kommt es, dass der Bau von Fahrrädern eine Art Therapie sein kann? Was ist an diesem Prozess besonders für dich? Okay, es ist Therapie für mich. Ja, es kann sein. Aber ich meine Therapie für den Kunden. Ich meine, wenn er fährt oder sie fährt das Fahrrad, das ein bisschen schöner ist als ein massenproduziertes Standard.
Zum Beispiel ein Carbon-Fahrrad, das du keine Formen sehen kannst, du kannst keine Blumen sehen, du kannst keine Herzen sehen, du kannst keine natürlichen Kurven sehen oder nichts, das für das Auge schön aussieht. Für mich ist es anders. Also versuche ich, so viele Details wie möglich zu meinen Fahrrädern hinzuzufügen, um meine Kunden langfristig glücklich zu machen. Und warum hast du dich entschieden, ein Fahrradrahmenbauer zu werden? Ich habe mich verliebt, als ich jung war. Ich habe ein Fixie-Bike gemacht. Ich habe einen Bahnrahmen von einem Velodrom gekauft und ich habe die Farbe abgezogen und ich habe die Lötarbeiten gesehen und ich habe mich einfach verliebt. Ich habe beschlossen, dieses Handwerk zu lernen. Aber es ist lange her. Also war ich
wie 10 oder 12 Jahre damit beschäftigt, darüber nachzudenken. Nachdem ich jemanden gefunden habe, der mir beibringen konnte, wie man diese Art von Konstruktion macht, habe ich viel aus dem Internet gelernt. Aber im Grunde genommen ist es, weil es in diesem Moment etwas ist, das du innen fühlst. Du kannst es nicht mit Worten beschreiben. Wenn es 10 bis 12 Jahre gedauert hat, um die Fackel aufzunehmen und es zu versuchen, was hast du in dieser Zeit gemacht?
Und wie hast du den Wechsel gemacht? Was war besser am Bau von Rahmen als alles, was du vorher gemacht hast? Zu dieser Zeit habe ich in der High School in Budapest gelernt. Ich bin Ingenieur. Ich war dabei, meine Karriere als Brandschutzingenieur in Ungarn zu beginnen. Und ich habe damals herausgefunden, dass es eine sehr korrupte Welt war und ich nicht Teil davon sein wollte. Ich mochte Radfahren. Ich bin gefahren.
Ich habe zum Beispiel Downhill-Bikes gefahren. Ich habe zu dieser Zeit als Fahrradkurier mit meinem Fixie-Bike gearbeitet. Ich wollte in der Fahrradindustrie arbeiten. Ich sprach Spanisch, weil ich in einer zweisprachigen spanischen Schule in Budapest gelernt habe. Ich beschloss, zu versuchen, in den Norden Spaniens, ins Baskenland zu reisen, wo ich wusste, dass es ein Radfahrleben gab. Ich begann, als Fahrradmechaniker dort zu arbeiten. Ich machte eine Karriere, weil ich in einem großen Unternehmen arbeitete und sie mich zum Chefmechaniker machten.
Danach war ich Einkaufsleiter für den Fahrradbereich des großen Unternehmens. Ich hatte das Gefühl, dass ich etwas Kreativeres machen wollte. Es waren 20 Jahre, die ich für dieses Unternehmen arbeitete, und ich hatte das als Hobby während dieser Jahre. Also kam ich an einen Punkt, an dem ich eine Entscheidung treffen musste, und ich beschloss, es vollzeit mit dem Bau von Fahrradrahmen zu machen.
Es funktioniert ziemlich gut, um ehrlich zu sein. Ich kann viele lokale Kunden finden, weil es viel Kultur im Norden Spaniens in Bezug auf professionelles Radfahren gibt. Wir haben zum Beispiel viele Romantiker, die wissen, wie ein gut gemachter gelöteter Rahmen aussieht, weil sie mit dieser Art von Fahrrädern geraced sind. Du weißt, dass es nichts Neues ist, und ich habe herausgefunden, dass es einfacher ist, Kunden dort zu finden. Also scheint es, dass du ziemlich glücklich mit dem bist, was du tust. Ja, ja.
Ich liebe es. Ja, ich liebe es, mit Metall zu arbeiten, um ehrlich zu sein. Meine Frau sagt, ich rieche nach Stahl, weil ich den ganzen Tag in der Werkstatt bin und es dort viel Stahlstaub gibt. Aber ja, ich mag es, und ich mag besonders den Teil, wenn ich mit Personen, mit Kunden arbeite. Sie kommen herein und jedes Fahrrad hat eine andere Geschichte.
Also hast du die maximalen Produktionsfahrräder, die für jeden passen können, aber nicht perfekt. Wenn du dein Fahrrad haben möchtest, brauchst du jemanden, der es für dich machen kann, oder du musst sehr gut in Mechanik sein, um eine solche Kombination aus Komponenten und Rahmen zu machen, und dafür kann es nicht nur deinen physischen Bedürfnissen entsprechen, sondern auch deinen spirituellen Bedürfnissen.
Also habe ich den Eindruck, dass du auch über den Bau von Fahrrädern in einer romantischen Weise sprichst. Und hier auf der Show, gibt es etwas, das dich inspiriert hat, das du in einem anderen Stand gesehen hast, wo du dachtest, oh Mann, das ist wirklich cool. Ich habe das nicht erwartet. Gibt es etwas, das dich beeindruckt hat?
Wenn kreative Arbeit nicht etwas ist, das einfach aus der Luft kommt, ist es eine Teamarbeit, die wir als Community machen. Ich denke, alle Rahmenbauer fügen ihre Ideen hinzu und manchmal kopieren wir oder ändern wir kleine Details. Aber wenn du es auf lange Sicht siehst, ist es eine Evolution, die wir als Gruppe von Menschen machen, die Fahrräder herstellen.
Also ja, ich muss hier sein und verschiedene Ideen sehen, nicht nur von Fahrrädern oder Komponenten, sondern auch von anderen Dingen. Hast du eine Empfehlung für mich? Ich brauche einen Stand, einen Hersteller, wo ich jetzt hingehen kann. Ich mag die Arbeit des Avalanche-Paares sehr. Ich weiß nicht, ob du dort warst.
Ich war noch nicht dort, und das ist, wo ich jetzt hingehe. Okay, vielen Dank, Norbert. Danke dir auch. Und wir setzen die englischen Gespräche fort, weil ich zu Avalanche gehe und ich von den beiden weiß, dass sie aus Frankreich kommen. Ich denke, sogar direkt aus Paris. Und das wird auch ein Gespräch auf Englisch sein.
Ich bin jetzt mit Marie und Laurent zusammen. Sie sind aus Frankreich. Ich wechsle zurück zu Englisch. Ich sage Hallo, Marie. Hallo, Laurent. Schön, euch kennenzulernen. Schön, euch kennenzulernen. Ich wurde hierher geschickt von Norbert von Norca und er hat mir gesagt, dass ich eure Fahrräder wirklich sehen sollte. Das ist ein Podcast. Also müssen wir zuerst eure Fahrräder unseren Zuhörern beschreiben. Und vielleicht gibt es etwas, das ihr tun könnt. Ihr kennt eure Fahrräder sehr gut. Wie würdet ihr beschreiben, was ihr macht? Wir machen Stahl-, Edelstahl- und Titanräder. Hauptsächlich für Straße, Gravel und Touring-Bikepacking-Abenteuer.
Und wir machen nur B-Sport-Bikes. Also machen wir etwa 20 Fahrräder pro Jahr. Also nicht viel, aber wir versuchen, alles im Haus zu machen. Vom Bike-Fitting über den Rahmen, die Gabel, den Vorbau, die Stahlstütze, die Zubehörteile, die Lackierungen. Also alles. Deshalb machen wir nicht viel, weil wir nur zu zweit sind.
Also sehe ich hier zwei Hauptmaterialien. Ja, ich schätze, das ist ein Stahlrad. Es ist ziemlich knifflig, weil es eine Mischung aus Stahl und Edelstahl ist. Das vordere Dreieck ist aus Stahl und die Gabel auch. Aber das hintere Dreieck ist aus Edelstahl. Also ist es eine Mischung. Und dort sehe ich ein Titanrad mit Titan-Gabeln, Titan-Vorbau, -Sitzstütze, all das. Sogar Aero-Bars. Und da ist auch ein Titanrad. Und ich sehe etwas, das wie 3D-gedruckte Lugs aussieht. Ist das richtig? Ja.
Wir verwenden einige 3D-gedruckte Teile, hauptsächlich für Titan. Also haben wir die Sitzstützen-Lugs und die Ausfallenden. Ansonsten ist es einfach Rohre, die geschweißt sind, jig-geschweißt. Und es ermöglicht uns, ein anderes Design, einen anderen Ansatz zu haben. Und zum Beispiel haben wir an der nicht-antriebsseitigen Ausfallenden das Rücklicht in das kleine Gehäuse integriert.
Also schützt es das Licht. Wir haben einen sauberen, eleganten Look für das Fahrrad. Und wir lieben es, solche kleinen Details, kleine Designs zu machen, weil wir früher Produktdesigner waren. Also ist das, was wir tun. Ihr habt gesagt, ihr wart früher Produktdesigner. Warum habt ihr gewechselt, um Fahrräder zu machen? Wir sind ein bisschen wieder Produktdesigner. Nur für Fahrräder. Und wir haben nicht wirklich die gleiche Karriere, aber ein bisschen.
Laurent arbeitet viel im Möbeldesign und danach für Luxusmarken. Ich habe hauptsächlich für Luxusmarken gearbeitet. Und für den kreativen Teil, um ehrlich zu sein, war es wirklich schön. Ich war nie frustriert über meine Arbeit, weil es viel Vielfalt gab. Ich konnte einige Duftflaschen entwerfen, aber ich konnte auch Szenografie oder sehr große Läden entwerfen. Aber unser Hauptproblem war die Industrie und die Kunden.
Es waren so große Luxusmarken. Und der Job hat sich für mich sehr verändert in diesen 10 oder 12 Jahren. Am Anfang gab es nicht viele Projekte pro Jahr, aber du hattest wirklich Zeit, den richtigen Hersteller für jedes Projekt zu finden. Weil es eine Luxusmarke war, hattest du viel Geld dafür. Und am Ende war das Budget nicht dasselbe, aber du musstest immer mehr Projekte pro Jahr erstellen. Und das Projekt war oft billiger und du hast einfach wieder das Luxuslabel darauf gesetzt.
Also fühlte ich mich wie ein Betrüger für den Kunden, der dieses Produkt kaufen wollte. Und ich fühlte mich nicht mit diesen Werten im Einklang. Also wollte ich wechseln. Und jetzt bauen wir nicht viele Fahrräder pro Jahr, aber wir versuchen, viel Zeit für jedes Fahrrad zu investieren, weil die Idee ist, dass der Kunde dieses Fahrrad sehr lange behält, weil es Zeit braucht, darüber nachzudenken. Und es braucht Zeit, um über alle Details nachzudenken. Und für mich hatte ich nicht die Luxus, so zu arbeiten, als ich am Ende Produktdesigner war.
Also klingt es für mich so, als wäre der Bau von Fahrrädern für euch eine Art Befriedigung. Da ist mehr Zufriedenheit drin als das, was ihr vorher gemacht habt. Genau. Und ich kann nicht wütend sein, wenn das Design nicht gut hergestellt wird, weil wir das Objekt jetzt selbst machen. Also ja, es ist komplizierter für den wirtschaftlichen Teil, um ehrlich zu sein. Aber für die Werte fühle ich mich im Einklang. Ich denke, ihr seid in Paris, richtig? Ja, wir sind in Paris ansässig. Ihr habt erwähnt, dass ihr etwa 20 Fahrräder pro Jahr baut.
Und ich habe mich gefragt, ob 20 Fahrräder die Rechnungen für zwei Personen bezahlen, um in Paris zu leben. Es klingt nicht so, als würdet ihr damit viel Geld verdienen, aber es muss etwas anderes geben, das euch antreibt. Ja, die Leidenschaft. Die Leidenschaft, denn vielleicht in den ersten zwei oder drei Jahren haben wir immer noch einen kleinen Teil unserer Zeit für Produktdesign als Freiberufler aufgewendet, um die Rechnungen zu bezahlen. Aber in den letzten drei Jahren sind wir jetzt vollzeit mit dem Fahrradprojekt beschäftigt.
Und wir kämpfen nicht, weil wir es ganz gut machen, aber es ist ziemlich schwierig. Aber wir haben es geschafft, die Rechnungen zu bezahlen und ganz gut in Paris zu leben. Also ist es okay. Jetzt hat sich unser Job als Produktdesigner sehr verändert. Wir wussten nicht, als wir es gestartet haben, aber jetzt arbeiten viele Produktdesigner mit KI. Und ich mache diesen Job wirklich nicht mit KI.
Ich möchte nicht den ganzen Tag mit einem Prompt chatten. Und jetzt fragen viele Unternehmen die Produktdesigner, so zu arbeiten. Also habe ich keine Bedauern. Aber das ist ein Lebenswechsel. Gibt es einen Teil des Prozesses, den du am meisten magst? Wo du sagst, okay, jedes Mal, wenn das aufkommt, lächelst du ein bisschen? Nein, weil es kompliziert ist.
Was ich an unserer Organisation mag, ist, dass wir beschlossen haben, die Leute nicht auf einen Teil des Jobs zu setzen. Zum Beispiel denken viele Leute, dass Laurent den Rahmenbau macht und ich die Lackierung. Aber nein, es ist nicht so. Aber im Kopf vieler Leute, weil ich die Frau bin, spiele ich mit den Farben.
Aber nein, wir machen beide den Metallteil und den Lackteil. Und das ist, was wir mögen, denn es ist ein völlig anderer Job. Aber wir lieben die Vielfalt. Wir lieben es, vielleicht eine freie Stunde am Computer zu haben, um das 3D-Design zu erstellen. Und danach springst du einfach in deine Werkstatt und du 00:54:33.000 --> 00:54:37.000 You work on the metal component, and the day after you work on the paint job, and you have the graphic design. So it's what we love. For me, I just don't like the mechanic part.
I don't like to put the components on the final bike. It's the only thing I don't like to do. But for the race, we really love to jump into different activities, even if it's very different. We try not to get bored from the adventure. So yeah, one day it's a bike fitting, the other day it's quotes and emails, and then it's paint. Yeah, it changes a lot. So it's quite fun. For us, it's the difference between a factory. A factory, you are —I don't know the name in English—but a worker, you know?
You are a worker; you are a part of the chain, and you still do the same part of the job. And a craftsman has this kind of diversity. So for me, it's the main difference. Of course, the economic aspect is more difficult, and you save less money with that. But for personal life and for the happiness, it's better. Who are your customers? Yeah, it's mostly men, but mostly from France. And we have some customers from Belgium, Germany, Italy.
And it's interesting you mentioned men with some kind of—if we take a look at these booths here, and for example, the people I'm talking to over the day, it's mainly men. Yeah, it's the same for our customers. Like maybe 90% are men. And to be honest, I didn't know that before too. I didn't think about that before I launched the company with Laurent. I never asked myself this question. People told me, "Do you have ideas about why that is?" I don't know exactly, but I think the bike industry was mainly focused on road bikes a few years ago. And road bikes were like the Tour de France; it was for men. It was like motorsport and stuff like that, which is a world of men.
But we saw some changes over the last years with the gravel bike and the bikepacking community, where there are more and more women. So I think it changes a lot, but it takes time. And I think women spend less money on sports material than men for now in the bike industry. I think they are more afraid to buy like a 10,000 euro bike. But it's changing. It's weird because, for example, it's okay for a lot of people for a woman to put a lot of money in a leather bag or this kind of thing. People are so surprised if a woman puts a lot of money in a bicycle, but puts a lot of money in a leather bag or in fashion accessories. It's okay. You know, in fashion stuff, it's okay for a lot of people for a woman to spend so much money. And it's the opposite for
a man. We are surprised when a man puts a lot of money in this kind of object. So I think it's the same in the sports industry or in the bike industry. But things will change progressively. Yeah, that's my impression as well. Like, it's slowly changing. But if I look at road cycling over the last 10 years, there's quite some change happening. I see way more women on bikes. The big brands now use women for advertising, for ambassadors. So it helps a lot also for women to say, "Yes, I can do the same as men." Yeah, there is a women's Tour de France, and it's very recent. So yeah, I know that you've been exhibiting here at least the last two shows, I guess even the last three shows.
Maybe you've been here from the beginning, or at least from the beginning. Yes, this is the fourth show. Yes. What makes you come back? I mean, Paris is not like—it's not in Germany. Like, it's quite some travel, I guess. It's too far. Yeah, first of all, because it's the biggest handmade show in the world. So it's quite nice to display our bikes and show what we can do to other people, to also other frame builders, to see what they can do to get inspired. Also, talk to brands, which is an important part of our job. And yeah, the vibes are super nice—very friendly. So yeah, we like to learn. There are not a lot of events for bikes where we are sure to have an audience. We know what you make. We don't ask, "Okay, oh,
it's so expensive, so I don't understand what you do." And it's in the most bigger and random bike show. You are just a curiosity in the corner, and you have some public, but people don't really understand what you do here. We never have to explain how we work. So it's a very qualitative public for us. Yes, we have very nice conversations with people. Do you find actual customers here?
Some, but sometimes it's difficult to— No, it's not like we will have a customer next week. It will take time. But some people discover us with this show. So yeah. And because there is a lot of press, some French people read the articles or the blogs or the YouTube channels about this event, and they know us. But with the press, they know us again. And because in France, the random press is not very interested in craft and frame building. So yeah. And you mentioned the community, which is one reason why you come here. Speaking of the community, is there some booth, some product, somebody where you want to send me something I need to see? Yes, I think you should go see and talk to Andreas from La Fraise. He has
very interesting touring bikes, and he works with Team Task Rec for the bikes. Very nice, very nice hikers. Thank you very much, Marie and Laurent. You're welcome. Thank you. To change the subject, it's someone who speaks German again, who has even been on this podcast before. Marie and Laurent sent me to Andreas from La Fraise Cycles. And I'll say hello to Andreas first. Hello, Gerolf. Andreas, you speak German?
Your brand is called La Fraise. Do you just like the French language, or how is that with you? So yes, I like the French language, and I also live in France and have been working there for 12 years. And La Fraise is just my last name. My last name is Behrens, and my friends in Germany call me Behrer. And that's why the strawberry is La Fraise, and that's how the name came about. That's a nice story. How did you come to France and become a frame builder? What's behind it? So France—that's how life plays along. Women have been involved; I don't want to go into that now. But life has taken me there, and I'm not unhappy about it either. It's a beautiful country. It may not be the most beautiful corner of France; now I'm in northern France in Roubaix,
but it has a bit of charm. I'm originally from Magdeburg— also a lot of red bricks and rhubarb fields. We have that too. And the people there are very friendly and have received me very well. So I'm happy to be there and to ride a bike or build a bike. I'm sorry, I just came because I like to ride my bike. I've traveled a lot by bike, and then at some point I learned or noticed that you can build things like that yourself. And then it just grabbed me. Then I tried to explore it and realized that I really enjoyed it. And now I've been doing it for 12 years. I think there are worse places to see from a cycling point of view than Roubaix.
There's a little something about this name. You told me that you have a wonderful fade on this bike, which we see in front of us. So a color gradient that runs really nice and smooth. That you also made this powder coating. And I know from you that you also offer frame construction courses. That means you actually do —if I understand correctly—much more than a classic frame builder. Exactly.
Yes. So I started with the goal, of course, to build bicycles to size, and I did that at the beginning. And then I noticed that people were also interested in learning it themselves. And when I started ten years ago to recruit the first people, that was more like friends and acquaintances at the beginning who built their frame with me. Then I noticed that I really enjoyed it—to bring that over. And that it's also a good variety if you're alone in the workshop all day anyway to have someone with you who you can talk to. There was also this learning curve effect which is a bit steeper than if you just build it for yourself. That I could also benefit from it and show it. And that's why this frame construction course story happened, so by chance. And
then it became the standard because I noticed that there was almost much more demand for it than for normal bicycles. And now I've been doing this for ten years. As I said, 300 people have built their frame with me. That was the 300th in July. You can be a little proud of it. And since I do it every time, or every year, every two years, I also do a little bit of expansion in terms of services. Think about what you can do so new. And four years ago, I started to work my way into powder coating a bit. I really enjoy it. Fortunately, we also had a shop where you can rent it and do it. And now I just wanted to show with the bike that's next to us what powder coating is all about—that it's not just simple, boring, a simple color in the rally code. But that's
a nice shiny pink with an ice blue, a muffled frame where the control tube is also set so that you can see the muffling line well. So I take small vacuum cleaners for that. And then something like that comes out. I've been at this fair for a while now, and I've already talked to one or the other frame builder before. And what comes out of many is this motive: Okay, it's nothing that's totally easy. You don't make a lot of money, but somehow there's something about it. Some people say that there is a certain passion associated with it. There are different ways of describing it, but it seems to do something with the people when they build bicycles themselves. And I imagine now that if you say 300 people have also built frames with you, have come to you,
it could be that what makes this profession somehow attractive for you personally—that you are then quasi the way to the point where people can do it that way. So the entry ticket into this "Hey, I can experience this myself," whatever happens. Yes, I mean, for me it was the same. So when I started back then, I had to look first where can you learn that at all. And there weren't that many opportunities yet. I think there was the Bicycle Academy in England. The Rob in Big Forest has already started. It didn't exist in France yet. And so that was just a good coincidence for me that it was like that and that it was then also accepted that way. But yes, in fact, people come to me from all kinds of motives—also passionate, like all of us
here, I think—who just enjoy building things themselves. But also people who then want to say, "I want to try it and see what it takes to do something like that. Maybe I also enjoy doing my job out of it." There are already some frame builders in France who have built their first frame with me, who have now settled in such a way that they do it professionally. Among other things, from Stolen Garage, the Roman, the frame builder, has also built his first two frames with me and is now the frame builder at Stolen. And of course, I'm a little proud of that.
And some say, "Hey, you're attracting your own competition." But I think we are still so few all over the world that it is actually more acceptable for our profession. The more of us there are, the more people understand that you can do something like that. And the better it is, I think, for our entire industry. So always train nicely and show people how to do something like that and share experiences. I spoke to Jan Heine for the last episode of this podcast about the industry you just mentioned and how it works.
What would you say? How is this frame building, handmade industry niche? How is the mood right now? Well, I think it's relatively tense, but I don't think it's just the frame builder industry; it's the bicycle industry itself. So there is a large frame builder, an old employee, Cifac, in France, who now had to give up his brand to someone where you don't know what he wants to do with it. So they have practically closed. But also bigger La Pierre in France is over. We also know in Germany—I think you also reported in your podcast—that there are some bicycle companies and brands that will no longer exist. And of course, we see that too.
So we are under pressure because we are under great pressure. I'm in the city, or Roubaix is right next to Lille. This is the city of Decathlon. Even those—I know the people who work there say it's not going well right now. They just had huge growth rates. And as it is in this free economy, growth rates follow growth rates. Then it is ordered and built, but there is no longer a market for it at the moment. Then there is also the fact that the money is not sitting so easily for people, and it is looked at where to spend it. Yes, now we are in a position where big companies have to sell their whole stock at lower prices, and someone who wanted to buy an expensive bike from a frame builder says, "Well, I get one for half
the price at a big brand." So it doesn't really help us either. So it's a difficult phase. We have also already talked about it with other frame builders. It's always this degree of migration: How well and efficiently can I still build a beautiful hand-built bike that prices don't explode so much that there is still added value, that people also see, "Okay, I can still invest in something and get a nice product with which I can do what I want to do." Doesn't have to go to a big company. Gasoline prices are too high anyway, so maybe I'll put it on the bike. Maybe that will help us. We now have to somehow, in German, grab our asses together, hold out for two or three years, and then it might get better again. But I see it like here in
Germany; it's exactly the same in France. Everything is under pressure right now, and it's a difficult phase. Now you can assume different things. So who succeeds better to avoid such difficult phases—whether it works out better with the big one or whether it works out better with the small one—there are probably different perspectives on it. Is that also affected by the frame building courses with you? Do you also notice that, for example, a demand for something like that is going down a bit because people just have less money? So I do notice that. So interest is still there; it is being explored, but much less reserved. So I once had times when I had 18 months of lead, and now it's six to eight months. Of course,
that's still comfortable for me. And honestly, I'm almost not that unhappy about it. You can also plan a little different things and have a little more freedom of thought. But it clearly shows that people are thinking carefully about what they want to spend their money on. And yes, it's a difficult thing. I'm not just talking about bicycles.
When I was on vacation, I also see that it was relatively easy to book hotels, campsites, and so on, where everything else is actually booked in southern France or something. And I think all industries that are not about the most necessary feel that right now. So people don't save on food or anything, of course, but when it comes to vacation, leisure activities, and so on, I think we're all a little bit affected right now. How important is Bespoked for you and for this scene? What would you say? So Bespoked is the way I see it. I've never been to the other big ones over the big pond or something. But the quality and the diversity of all these bicycles that are here is extremely impressive. And I
think if you want to achieve something as a frame builder and want to live from it, you have to be here to show yourself, to exchange. The people who come here are looking for inspiration. You yourself find a lot of inspiration. And if I compare it to big exhibitions, I don't know, like Eurobike or around the corner is Velo Follies in Kortrijk in Belgium, that's just the big industry.
You can see a lot of nice bicycles there, but it's still only going in one direction. You see everything electronically, hydraulically, and racing machines and so on. And here I have that, but I also have cargo bikes, and I have old track stories, and I have mini bikes, and I have e-bikes, and I have everything possible.
So the diversity is extreme, and what people think of, what ideas they come up with is just incredible. And that just shows how rich this whole bicycle culture is. And I don't think you can see that on any other exhibition like here at Bespoked. That's what Andreas from La Fraise Cycles says. He doesn't have the privilege of being able to suggest someone else to me now because with Andreas, my round trip ends like a ball of flippers over this fair.
But Andreas also delivered the closing word, and I think that was one thing that ties it together pretty well here. Thank you, and I wish you a lot of fun with the courses, with painting, with building frames at all in Roubaix, Monsieur La Fraise. Thank you very much, Gerolf. And that also ends this edition of this bicycle podcast. I had a lot of fun. I still have to let it all sink a little bit, but I think I've already noticed that I'm probably on the road with a German-speaking filter here or have often been, which of course also simplifies the audibility. I hope that this can be understood well here despite many English conversations.
And yes, I enjoyed being here. The next edition of this bicycle podcast will be available on September 25th. I say thank you for staying tuned, thank you for your support, thank you for your feedback at antritt appdetektor.fm. And if you want, we'll hear from you next Friday or the weekend after. Take care, ciao.
[Musik: Brian Protheroe - Pinball]