
Augstein & Blome· Folge 193
Gen Z: Ist das alles nur Selbstmitleid?
Donnerstag, 29. Oktober 2026 · 41 min
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Shownotes
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Elif Eralp hat Angst und Augstein & Blome sind außer Atem. Die Gen Z geht auf die Straße und vier Frauen kämpfen um den Präsidentinnentitel. Augstein fühlt sich in der Zeit zurückversetzt und Blome sprudelt vor Zynismus.
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Augstein, Sie sehen mich außer Atem. Ich bin die Treppen hochgelaufen, schneller als der Aufzug, faster than the speed of sound. Es ist eine Developing-Story in der Stadt, die immer größer wird. Oh, Backeblume, ja, ich weiß schon, worum es geht, aber spielen wir erstmal das Intro und dann mit die Spannung noch ein bisschen weiter steigen.
Ich weiß noch nicht, worum es geht, ich will es jetzt auch wissen. Dann spiel das Intro, Ivy. Ich warte bis aufs Intro. Also Blome, was haben Sie uns denn mitgebracht? Herzlich willkommen zu unserem Podcast erstmal übrigens. Ich habe auch ein herzliches Willkommen mitgebracht und eben die Geschichte von Elif Eralb, der Wahlsiegerin der Linken, anders kann man sie nicht nennen.
Und wenn das hier nach normalen, wie soll man sagen, dem klassischen Weg gehen würde, dann wäre sie demnächst regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt der drittgrößten Volkswirtschaft des Planeten, des bewohnten Planeten. Aber nun hat der Spiegel, herausgebracht, dass sie offenkundig echte Angst hat vor Islamisten, radikalen, gewaltbereiten Palästinenser-Freunden in ihrem eigenen Parteiumfeld.
Namentlich einen Mann, der auch auf der Wahlparty, auf der Siegeswahlparty ihrer Partei dann war und in dem Gespräch, das das Spiegel geführt hat mit Frau Eralb, wollte sie diesen Namen nicht nennen, beziehungsweise hinterher wollte sie den Namen nicht mehr genannt wissen, weil sie offenkundig, wie sich dann aus internen Notizen ergibt, sie Angst vor diesem Milieu hat, Angst vor diesen Menschen hat, Angst um ihre Familie hat und damit finde ich.
Wird offenkundig, wird erkennbar, dass sie aus irgendwelchen Gründen erpressbar ist. Ja, Blume, ich tue mich jetzt ein bisschen schwer mit dieser Geschichte aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Sie ist im Spiegel. Eine ist, ja, ich weiß, sie steht im Spiegel, aber ich finde die Geschichte echt schwierig.
Einigen wir uns doch mal darauf, dass Frau Ehrer ihre Bürgermeisterqualitäten gerade in diesem Fall nicht so besonders unter Beweis gestellt hat. Darin stimme ich ihnen unbedingt zu. Aber es ist vielleicht nicht so sehr wegen ihrer angeblichen Kontakte, ins kriminelle Milieu oder ihrer Angst vor irgendwelchen Bandenmitgliedern oder dem schlimmen, schlimmen Antisemitismus der Linken, sondern es ist die krachende Unprofessionalität, mit der offensichtlich in diesem Haus gearbeitet wird.
Denn was vielleicht eben ganz kurz in ihrem Bericht nicht so ganz deutlich wurde, was man informationshalber für die Zuhörerinnen und Zuhörer sagen sollte, ist, der Spiegel hat ein Interview mit ihr geführt und das wurde dann intern hin und her geschickt auf der Seite von Erev Eralb, mit Anmerkungen versehen und ihre Anmerkungen stehen dann am Rand und dieses Dokument ist zurückgeschickt worden an den Spiegel.
Ich meine, blöder wird es dann auf diesem Planeten ehrlich gesagt nicht mehr. Aber Augstein, jetzt hören Sie doch auf, an der B-Note rumzuholen. Das ist nicht die B-Note, für mich ist das die A-Note. Das ist die B-Note. In der Tat ist das natürlich ein handwerklicher, drastischer Fehler. Aber er legt halt etwas offen. Und ob es jetzt ein Whistleblower ist, ein handwerklicher Fehler oder der Heilige Geist, der so eine Geschichte, einen solchen Zusammenhang offenlegt, ist doch letztlich egal.
Hauptsache die Geschichte stimmt und sie stimmt. Die Frau hat, muss oder warum auch immer Angst vor diesem Milieu, dass ihre Partei selbst gerufen hat. vielleicht hat ihre Partei dieses Milieu auch groß gemacht oder vielleicht hat dieses Milieu ihre Partei auch groß gemacht. Moment, Moment, Moment. Auf alle Fälle hat sie Angst und eine regierende Bürgermeisterin, den Namen eines stadtbekannten Islamisten, von dem man sich gut fragen kann, warum der hier eigentlich noch rumläuft, nicht aussprechen mag, nicht namentlich beim Namen nennen will, die ist offenkundig unter einem solchen Druck, dass sie dann auch keine gute regierende Bürgermeisterin werden kann.
Es geht nicht um ihre Qualitäten, es geht um die Lage. Das ist alles so ausgedacht und so doof und so konstruiert. Natürlich sollen sie den Namen von diesem Mann nicht nennen, weil was soll das? Erstens macht man ihn dadurch wichtiger, als er wahrscheinlich ist. Zweitens rät das BKA, das kann man jetzt ja schon alles nachlesen, in solchen Situationen bei unklarer Bedrohungslage oder ich weiß nicht, ich weiß eh davon ab, Leute namentlich zu nennen, weil das die Sache immer noch schlimmer macht.
Aber es ist einfach eine handwerkliche Frage. Dass sie über sowas so lange nachdenken muss. Sie scheint einfach sehr unerfahren zu sein. Können wir uns darauf einigen, diese Frau ist unerfahren. Ach so, echt? Liegt es vielleicht daran, dass sozusagen die Linken gerade hier auch in Berlin in der letzten Zeit gar nicht so viel Gelegenheit hatten, erfahrenes politisches Personal hervorzubringen, insbesondere erfahren, was Landesregierungen angeht?
Sie haben an mehreren Landesregierungen teilgenommen. Entschuldigung, mich ärgert diese Geschichte echt maßlos. Kann es sein, dass viele Leute die Linkspartei gewählt haben, weil sie eine andere Form von Politik macht, als die bisherigen tollen Mitte-Parteien, die hier immer so gelobt werden? Die Grünen, die SPD und die CDU. Dass die Grünen inzwischen zu den Mitte-Parteien zählen, da würde ich mich so schämen dafür. Aber so ist es halt, selber schuld, kann ich nur sagen.
Und diese Parteien haben doch die Stadt in den Dreck hineingeführt, in dem sie sich befindet. Diese Parteien haben diese Wohnungsmisere hier verursacht, die dann dazu geführt hat, dass so viele Leute die Linkspartei hier gewählt haben. Und Entschuldigung, aber das mediale, und jetzt muss man es dann doch mal so ganz deutlich sagen, das mediale Milieu dieser Parteien tut jetzt, was es kann, um hier diese Linksbürgermeisterin irgendwie so wegzuschießen.
Und zwar ehrlich gesagt wirklich mit fragwürdigen Methoden. Es wird immer auf dem Antisemitismus rumgehackt, der wirklich eine finstere Chimäre ist, ein ausgedachtes Problem, was längst nicht so groß ist, wie hier die Leute tun. Und jetzt wird noch diese in der Tat peinliche, krasse, handwerkliche Panne hervorgeholt, um zu zeigen, dass die Frau nicht fähig ist für dieses Amt.
Wissen Sie, wie man das nennt, Blume? Sie waren mal bei einer Zeitung, die sich damit gut ausgekannt hat. Kampagne, das nennt man eine Kampagne. Also erstens würde ich für das Protokoll gerne festhalten, dass das Antisemitismusproblem der Linkspartei, der bestimmter Teile, wichtiger Teile der Linkspartei in Berlin nicht ausgedacht ist, sondern manifest ist.
Die Partei scheitert gerade daran, die renitenteste Vertreterin dieser Gruppe, dieser Gruppierung, dieses Parteiteils aus der Partei zu werfen, weil man es eben dann doch nicht will. Denn wenn man es wollte, dann würde man es tun. Aber nein, das will man, ein bisschen möchte man, aber dann auch irgendwie nicht.
Und diese Frau möchte ein bisschen eine Erklärung unterschreiben, die sich davon distanziert, von antisemitischen Vorgängen und Vorfällen, aber dann auch wieder nicht. Das ist schon mal eines. Das würde schon lagen zu sagen, ey Leute, wollen wir wirklich das dirigieren? Jetzt kommt noch was Neues hinzu. Wir haben uns doch alle gefragt, warum kommt ein stadtbekannter Islamist und dazu noch ein stadtbekannter Clanchef auf die Wahlparty der Linken?
Wie kommen die da hin und warum? Und die Antwort ist doch jetzt ein ganzes Stück klarer. Also Erkenntnisgewinn durch diese Geschichte, weil die ihr Revier markiert haben. Weil die gesagt haben, ihr gehört jetzt uns. Ach, das sind doch ihre Fantasien. Und nun stellt sich heraus, dieser Verdacht wird erhärtet durch diese Äußerung, diese Selbsteinschätzung von, oh Gott, oh Gott, ich kann das nicht machen, weil dann, fühle ich mich bedroht von der Spitzenkandidatin selber.
Und was das jetzt für die anderen Parteien bedeutet, denn, naja, wenn ich mich richtig erinnere, ah ja stimmt, es waren nur 25 Prozent, die die Frau gewonnen hat, die die Linke hier gewonnen hat. Sie braucht zwei Koalitionspartner. Und wenn die nicht mehr wollen, dann ist das auch demokratisch. Das ist keine Kampagne, das ist der Versuch, eine Regierung zu bilden, die durch die Partei, die die Wahl relativ mit 25 Prozent gewonnen hat, massiv erschwert wird.
Die schießen sich gerade selber die Beine weg. Wissen Sie. Das, was ich so schwierig finde an der Geschichte ist, Sie arbeiten jetzt mit lauter, das sind lauter Begriffe und so Memes, die hier Sie in die Diskussion werfen, von denen Sie so tun, als seien die jenseits jeder Debatte, Tatsachen. Sie tun so, als würden Sie mit Tatsachen handeln.
Ich sehe das anders. Ich glaube, dass der Antisemitismusstreit in der Linken, da geht es nicht darum, ob die Juden mögen oder nicht, sondern da geht es um das Verhältnis zu Israel und zu israelischen Besatzungspolitik und zu israelischen Kriegspolitik, die offensichtlich so schlimm war in Gaza, dass Netanjahu wegen des Verdachts auf Völkermord und Kriegsverbrechen.
Mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wird. Ich verstehe Sie überhaupt nicht, was Sie hier gerade reden. Merken Sie nicht sozusagen, dass die Instrumentalisierung dieses Themas, sie ist sowieso alt, ich kenne das, ich weiß das, das Antisemitismus-Thema wird schon seit Jahren, seit 20 Jahren instrumentalisiert, um linke israelkritische Stimmen in diesem Land zum Schweigen zu bringen.
Okay, daran haben wir uns jetzt gewöhnt. Aber das Ausmaß, das das angenommen hat in Berlin, um jetzt eine linke Regierung hier davon abzuhalten, eine andere Politik in der Stadt zu machen, das ist wirklich erschreckend. Und wenn dann, ich sag's jetzt nochmal, diese Mitte Medien, und das ist ja nicht nur der Spiegel, das sind ja die anderen Zeitungen auch, wirklich versuchen aus allen Rohren zu feuern, um diese Regierung zu diskreditieren, noch bevor sie überhaupt angefangen hat. und zwar immer mit dem Antisemitismus-Vorwurf, dann lesen Sie mal den Artikel.
Frau Iralb hat sich vor allen Dingen darüber aufgeregt, dass offensichtlich die Hälfte dieses einstündigen Interviews zum Thema Antisemitismus ging und gar nicht zum Thema Mieten. Fragen Sie mal die Leute draußen auf der Straße, was die Leute interessiert. Meinen Sie, die Leute interessiert das Verhältnis zu Israel oder interessiert die Leute die Frage, ob sie bezahlbare Wohnungen in dieser Stadt haben?
Aber lieber Kollege Augstein, Sie waren doch auch mal Journalist. Mag ein bisschen her sein. Diese schrecklichen Journalisten fragen das, was sie interessiert und gucken dann und hoffen dann, dass es ihre Leser auch interessiert. Wenn es nicht der Fall ist, dann gehen sie baden, dann wählt die Auflage, sinken die Einschaltquoten, dann haben sie einen Fehler gemacht.
Aber so lange fragen sie, was sie fragen wollen und nicht das, was der Gefragte gerne gefragt werden möchte. Hat die Bild-Zeitung nie Kampagnen gemacht? Hat die Bild-Zeitung immer nur das gemacht, was ihre Leser wollten? Hat sie nie das gemacht, was man sich redaktionell politisch auf die Fahnen geschrieben hat? Lieber Kollege Blome, Sie waren doch auch mal bei der Bild-Zeitung. Sicherlich.
Das beantwortet nur keinerlei der Fragen, die ich gerade gestellt habe. Also, natürlich ist diese Frau, Eralb, weil sie gerade so eklatante Schwierigkeiten haben, eine bekennende Israel-Hasserin aus den Parteireihen zu werfen, obwohl sie es will. Sie selber hätte sie gerne draußen, die Frau Emde, und schafft es nicht.
So, und da geht es übrigens nicht um die Frage von ich weiß nicht was, sondern da geht es sehr konkret um das Existenzrecht des Staates Israel. Nein, es tut nicht, das ist eine Lüge. Entschuldigung, sie hat gesagt, kein Staat hat ein Existenzrecht, Menschen haben ein Existenzrecht. Ja, das betrifft dann aber Dänemark genauso. Hören Sie doch auf, das hat so einen Bart.
Ich habe nicht das Gefühl, dass Frau Emde eine Dänemark-Expertin ist, aber sie ist eine selbst erklärte Nahost-Expertin. Und darum konnotiere ich in der Tat diese Äußerung auf den Nahen Osten und nicht auf den arktischen Polarkreis. Gut, das ist aber Ihre Interpretation, das ist nicht das, was Sie gesagt haben.
Blome, während wir hier unseren, ich möchte sagen, hartnäckigen Kampf um die Wahrheit führen, ist es ja so, dass Frau Eralb selber demnächst vor den Kameras steht. Wir warten jetzt mal ab, was sie sagt und reden vorher über was anderes und kommen dann zu diesem Thema zurück. Das ist total live, was wir hier machen, aktuell. Aber wir betten diesen Streit um Frau Eralb ein in das, womit sie die Wahl gewonnen hat.
Nämlich zum Beispiel ja mit der Mietenfrage, also wie kriegt man das Mietenproblem in dieser Großstadt, in dieser Metropole namens Berlin in den Griff und gewählt wurde die Linke ganz stark auch in den jüngeren Altersjahrgängen, in den jüngeren Kohorten, ich glaube bei den unter 25-Jährigen sogar zu 50%.
Weil sie Bock hatten auf eine richtig radikale Lösung. Ich finde übrigens, dass ein Schuss durch beide Knie in die beiden Füße auch eine richtig radikale Lösung ist. Und es fügt sich am Wochenende, soll hier große Jugenddemo, junge Leute Demo sein, wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Perspektivlosigkeit.
Gut, was ich interessant finde, ist, dass die Debatte, ob hier Enteignung und Vergesellschaftung und so hier total durcheinander läuft, weil die meisten Leute gar nicht wissen, dass das zwei verschiedene Sachen sind und um an seinen Infoauftrag zu sprechen. Mal nachzukommen, sollten wir hier mal ein paar Fakten vielleicht vermitteln.
Also, es ist nicht so, dass alle reichen Leute in Berlin enteignet werden sollen, erstens, ja, also Entwarnung da draußen nach Zehlendorf, Grunewald und so weiter, sondern, wie wir es hier neulich schon gesagt haben, wer über 10.000 Wohnungen sein eigen nennt, der könnte vielleicht, die Vergesellschaftung, das ist was anderes, beide Sachen, Enteignung und Vergesellschaftung, stehen im Grundgesetz, das eine ist Artikel 14 Absatz 3, das andere ist Artikel 15, zwei verschiedene Sachen.
Das Entscheidende... Wollen Sie kurz in zwei Sätzen erläutern, was der Unterschied ist aus Sicht desjenigen, der die Wohnungen hatte? Genau. Enteignet können sie zum Beispiel werden, wenn durch ihre Wohnungen, zum Beispiel angenommen durch ihr Wohnzimmer wird eine Autobahn gebaut, was jetzt nicht mehr so häufig vorkommt, aber es kann dann sein.
Oder es ist praktisch ein Windpark, wird praktisch auf ihr Schlafzimmer oder so. Dann wird ihr einzelner Vermögenswert enteignet, ein bestimmtes Grundstück. Vergesellschaftung ist etwas anders. Dann werden ganze Wirtschaftszweige Produktionsmittel, Grund und Boden, Naturschätze sozusagen werden vergesellschaftet.
Das ist deshalb interessant, weil Aus der Sicht desjenigen, der die Sache hatte, hatte ich gefragt. Das ist deshalb ganz einfach, weil die Enteignung betrifft tatsächlich einzelne Personen, die Vergesellschaftung betrifft meistens. Überindividuelle Körperschaften, Firmen, Institutionen, Konzerne. Ich versuche es jetzt ein allerletztes Mal. Oder nochmal, wenn Sie jemanden haben, wenn Sie jemanden, eine einzelne Person kennen, die 10.000 Wohnungen besitzt, kann es sein, dass der auch betroffen ist.
Ich kenne aber niemanden. Ich versuche es ein allerletztes Mal. Bei der Vergesellschaftung darf ich es behalten und bei der Enteignung bin ich es los oder umgekehrt? Ah nein, los sind sie es in beiden Fällen. Jetzt haben wir es. Los, sind wir jetzt in beiden Fällen. So, und jetzt können Sie weitererzählen.
Es ist wichtig, Entschuldigung, es ist auch gar nicht so lustig. Bei der Enteignung wird normalerweise zu Marktwert. Vergesellschaftenung, Vergesellung. Ich finde es interessant, dass alle Leute immer das Grundgesetz und das ist doch unsere Bibel und das unterscheidet uns von allen anderen, von den Russen und von den Chinesen. Wir haben doch dieses tolle Grundgesetz als Erfahrung, der schlimmen deutschen Vergangenheit. Haben wir das Grundgesetz?
Und jetzt finden sich im Grundgesetz diese Artikel 14 und 15, übrigens relativ weit vorne. Man kann sagen, die stehen verblüffend weit vorne. Meinen Sie, das ist nach Ranking? Ja gut, der Artikel 1, der steht da nicht umsonst von. Vielleicht sollten Sie hier noch wieder mal reingucken. Die stehen da jetzt halt drin, diese beiden Artikel. Aber irgendwie so, ja nee, so richtig und so.
Und nochmal, enteignet wurde in Deutschland immerzu vergesellschaftet, soweit ich weiß, noch nie. Und zwar, großer Unterschied zur Enteignung, die nach Marktwert, Verkehrswert erfolgt, Vergesellschaftung kann, weil es das Allgemeininteresse der gesamten Bevölkerung ist, auch unter Marktwert liegen. Und das ist natürlich das große Thema jetzt hier. Deshalb haben auch die Vertreter dieser Immobilieninteressen und die Vertreter des Kapitals, die haben jetzt alle auch echt Angst, weil sie denken, fuck, dieser Artikel 15 GG, der kann uns hier richtig reinhauen.
Und deshalb hat Alexander Dobrindt jetzt einen Gesetzentwurf gemacht, mit dem im Prinzip dieser Artikel 15 GG ausgehebelt werden soll. Das ist ein Skandal. Nur weil der Artikel 15 da steht, wo er steht, nämlich im Grundgesetz, heißt es ja nicht, man kann ihn jederzeit überall auf alles anwenden und wenn ich morgen meine, ihr Auto gefällt mir, dann wird das halt vergesellschaftet.
Also eine gewisse Herleitung, eine gewisse, wie soll man sagen. Irgendeine Not oder dringende Notwendigkeit, Personen beziehungsweise Firmen, Konzernen ihr Eigentum unter Wert wegzunehmen, muss dann ja wohl schon gegeben sein. Das können sie ja nicht mehr nichts dienstlich einfach so machen. Und was Herr Dobrindt probiert, die Absicht ist erkennbar, aber letztlich verständlich und irgendwie auch naheliegend, ist zu versuchen auszutexten, welche Bedingungen von Notlage müssen eigentlich gegeben sein, damit man zu so einem drastischen Schwert greifen soll.
Und das ist doch normal, das ist doch vernünftig. Naja, sein Gesetzentwurf sagt, es nachgewiesen sein muss, dass alle anderen Maßnahmen wie Investitionen und Wohnungsbauförderung ausgeschöpft sind, erstens, und dass zweitens die Entschädigung unmittelbar in Geld, zum Verkehrswert erfolgen soll. Also beides im Prinzip Punkte, die diese Vergesellschaftung unmöglich machen.
Denn wie wollen sie denn nachweisen, dass tatsächlich alle Maßnahmen ausgeschöpft sind? Das lässt sich sozusagen schlicht nicht nachweisen. Erster Punkt. Und zweiter Punkt, natürlich ist die Entschädigung zum Verkehrswert auch ein echtes Problem. Ich meine, ich habe es hier letzte Woche schon gesagt, ich sage es nochmal, bei der Privatisierung war das ganz einfach. Da hat überhaupt niemand gefragt.
Da wurde einfach verkauft und fertig und aus die Maus. Aber wenn man das sozusagen umdrehen will, dann wird plötzlich alles wahnsinnig schwierig und dann kommt halt ein CDU-Minister, der sich ein Gesetz bastelt, was im Prinzip diesen Artikel 15 aushebeln soll. Die Leute haben den damals nicht umsonst da reingeschrieben. Glaube ich.
Das waren auch keine finsteren Kommunisten, wie man sich vielleicht denken kann. Auf dieser Insel, wo die sich da getroffen haben. Sie erinnern sich. Es hat einen Grund. Weshalb das noch nie angewandt wurde oder vielleicht in ganz, ganz extremen Ausnahmefällen, weil man offenkundig auch nur ganz, ganz, ganz selten oder noch nie in eine Lage gekommen ist, wo das, dieser Artikel, zu ziehen gewesen wäre.
Am Ende, lieber Kollege Augstein, werden das die Gerichte klären. Am Ende wird das Bundesverfassungsgericht diesen Artikel, den es wahrscheinlich noch nie so richtig touchiert hat, austexten müssen. Und das ist auch ein normaler Vorgang, wird halt ziemlich lange dauern, bedauerlicherweise, das finde ich auch schade, denn ich wüsste auch gerne, was da geht und was da nicht geht, das werden wir übrigens bei ganz anderen Fragen ja auch noch, haben wir es kürzlich mal über diskutiert, wenn es um die Verhältnisse zwischen, Bundesländern und meinetwegen einem AfD-geführten Bundesland oder dem Bund und einem solchen Bundesland geht, da werden auch Gerichte austexten müssen, bestimmte Grundgesetzpassagen, die halt ausdrücken,
Uncharted Water sind, in die man noch nie gefahren ist. Vollkommen richtig, vollkommen richtig. Denn nach Artikel 15 des Grundgesetzes, weil Sie eben gesagt haben, das offengelassen haben, tatsächlich wurde in der Bundesrepublik Deutschland noch nie etwas vergesellschaftet. Dieser Artikel ist noch nie angewendet worden. Er liegt im Grundgesetz seit 1949.
Und wissen Sie, was das Verfassungsgericht dann wahrscheinlich sagen wird? Es wird den Bund beauftragen, ein begleitendes Gesetz zum Austexten der Bedingungen zu formulieren. Und Herr Dobrindt, the humble servant, ich spreche heute da und Englisch, the humble servant of us all. Mach das schon mal. Jetzt sagen Sie doch mal Danke, den CSU-Minister.
Also Ihr Zynismus ist wirklich gratis heute. Offensichtlich ist das, was Dobrindt macht, gegen den Geist dieses Artikels. Nein, nein, nein. Es ist gegen den Geist von Elif Erald. Es ist gegen den Geist der Linken. Und das kann ich auch verstehen. Die Linke, das verstehe ich. Die Berliner Mietsituation ist desolat.
Die sogenannten Mitte-Parteien hatten jede Gelegenheit, sich dieses Problems anzunehmen. Sie haben es nicht getan. Jetzt kommt die Linkspartei und man versucht von zwei Seiten irgendwie so wegzuschießen. Sie sind Antisemiten und Clan-Sympathisanten, das ist die eine Seite. Und die andere Seite ist, sie wollen den Kapitalisten echt ans Geld und wir müssen juristisch versuchen, das auszuhebeln.
Das ist das, was hier passiert. Das finde ich wirklich echt skandalös. Das ist gegen den Wählerwillen. Verdammt nochmal, die Leute haben da draußen eine Wahlentscheidung abgegeben, die Leute wollen das. Und jetzt versucht sozusagen dieses Mittelsystem, was hier so versagt hat in der Stadt, mit so halbgaren Mitteln diese Wählerentscheidung auszuhebeln.
Ich meine, das kann man natürlich alles machen, aber dann darf man sich auch nicht wundern, wenn die Leute sich vom Staat abwenden und Entschuldigung, weil sie gesagt haben, die Jugendlichen, dann dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn diese Jugendlichen Steine schmeißen, und Autos anzünden, natürlich, wenn der Staat ihnen das Signal gibt, ihr könnt zwar wählen gehen und ihr habt auch ein echtes Anliegen und so, aber wir werden schon Mittel und Wege finden, euch um dieses Anliegen zu betrügen.
Was jetzt noch fehlte in Ihrer Aufzählung, in Ihrem kleinen Rant, war the enemy of the people. Diese Leute sind the enemy of the people, weil sie eine Wahlentscheidung, Klammer auf, 25% der Leute haben diese Wahlentscheidung getroffen, immerhin, aber so, Klammer zu, mit Füßen treten. The enemy of the people. Und dann können Sie es gleich auf die Richter ausweiten, die womöglich sagen werden, kann schon sein, dass der Wähler gerne wollte, dass wir widerrechtlich irgendwas tun.
Wir machen es aber trotzdem nicht. Es ist nämlich widerrechtlich. Kann schon sein, dass die AfD Stimmen bekommen hat von Leuten, die unbedingt wollten, mal alle Ausländer rauszuschmeißen. Scheißegal, was sie vorher gemacht haben. Das geht aber nicht, weil das ist widerrechtlich. Würden Sie dann sagen, aber tut mir leid, 44,4% in Sachsen-Anhalt Wollten alle Ausländer rausgeschmissen sehen und jetzt lassen wir mal die Richter einen guten Mann sein.
Das nennt man Gewaltenteilung, Augstein. Gewaltenteilung. Das ist Demokratie. Und daran wird sich auch Elif Ehralb ihre Clans und ihr pro-palästinensisches Milieu gewöhnen müssen. Und was die jungen Leute angeht. Okay, hier reden zwei ältere Herren, dann wie die Blinde von der Farbe, aber wir waren ja auch mal jung.
Kann schon sein, dass die Gen Z sich schlecht behandelt fühlt. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht behandelt wird. So einfach ist es nicht. Nur weil jemand empört ist, hat er noch nicht recht. Ich würde gerne wissen, ob es wirklich stimmt, dass diese Generation keinerlei Chancen mehr auf Jobs hat, wie sie behauptet, keinerlei Chancen mehr auf, Aufstieg hat, wie sie behauptet und ansonsten sowieso das Bildungssystem mit Füßen getreten wird. Eine kleine Zahl nur dazu.
Zwischen 2010 und 2025 haben sich die Ausgaben für Bildung des Bundes und der Länder verdoppelt auf 200 Milliarden, mehr als 200 Milliarden Euro. Und das ist schon eine Menge, finde ich. Blume ist ja toll, dass sie hier mit so Zahlen um sich werfen. Glücklicherweise habe ich bis vor ganz kurzer Zeit noch Kinder im schulfähigen Alter gehabt und kann da nur sagen, schulfähig ist gut, schulpflichtig.
Ich kann nur sagen, also zum Beispiel hier in Berlin, ich weiß nicht, da ist das Geld aber irgendwie nicht angekommen, weil hier ist dauernd der Unterricht ausgefallen. Es gibt offensichtlich viel zu wenig Lehrer. Wenn Sie mal ein bisschen gucken, andere Berichte aus anderen Bundesländern, da ist es ganz genauso.
Das Schulwesen in Deutschland pfeift natürlich auf dem allerletzten Loch, Die Infrastruktur ist total runter. Ich meine, wir haben jetzt gerade gesehen, wie in Frankreich die Leute auf die Straßen gegangen sind, weil die ganzen Schulen irgendwie praktisch, da regnet es rein und es gibt kein Klo und so.
Es ist in Deutschland nicht ganz so schlimm, aber es ist fast so schlimm. Und wollen Sie denn warten, dass es genauso schlimm wird in Deutschland, damit dann die jungen Leute tatsächlich auch genauso ausrasten wie in Frankreich? Das ist doch unverantwortlich. Wir haben doch eine marode Infrastruktur.
Wir haben viel zu wenig Digitalisierung in den Schulen. Die Jugendlichen protestieren gegen die soziale Ungleichheit, weil das ein totales. Das Skandalproblem ist, dass in Deutschland immer noch der soziale Aufstieg oder sozusagen die Position, die man hat, davon abhängt, welche Position die Eltern hatten.
Das war schon so, als Gerhard Schröder Kanzler wurde, da hat er schon gesagt, er will daran was ändern und es ist nicht passiert, weil dieses Land so strukturkonservativ ist. Die Jugendlichen haben so viel Grund zu demonstrieren und der größte Grund, den sage ich jetzt noch als allerletztes, ist, dass das ganze Geld, was für die Rente ausgegeben wird, was ihre Generation und meine Generation sozusagen verpulvert, weil wir nicht länger arbeiten wollen, das müsste man natürlich den jungen Leuten geben.
Wir haben hier einen krassen Generationenkonflikt in diesem Land, lieber Kollege Blome. Und das hat übrigens mit links und rechts gar nichts zu tun. Doch, hat es. Hat es. Denn da gebe ich Ihnen ja völlig recht. 10 Milliarden pro Jahr und mehr für die Rente. Also eine Frühverrentung, sagen wir mal so.
Also die Älteren dürfen früher das Arbeitsleben verlassen, als eigentlich geplant. Fünf Milliarden für die Mütterrente, also auch ein sehr spezielles, wie soll man sagen, Beglückungsprogramm, das noch nicht einmal die Ärmsten der Armen dann wirklich erreicht, hatten wir schon ein paar Mal. Das ist natürlich Generationen ungerecht. Das ist weniger wichtig, wäre es das zu tun, als Dinge für die.
Jüngste Generation zu tun. Da bin ich völlig Ihrer Meinung. Aber das ist linke Politik. Gucken Sie sich doch mal an, was die Linke für eine Rentenpolitik fordert, womit die Wahlkampf macht. Gucken Sie doch mal an, was der linke Flügel der SPD fordert. Also die schießen sich quasi, die drehen sich im Kreis und widersprechen sich dauernd selber.
Und jetzt aber noch einmal zurück zu den Zukunftsaussichten. Sind die wirklich so viel schlechter, als sie meinetwegen für unsere Generation war, als wir in den Arbeitsmarkt gestartet sind? Oder erinnere ich mich richtig, dass wir die 60er Jahre, Boomer-Generation mit den mitgeburtenstarksten Jahrgängen, zu denen ich zum Beispiel zähle.
Es aber auch nicht so ganz leicht hatten, in einen Arbeitsmarkt zu kommen, weil wir verdammt viele waren und es auch noch verdammt ordentlich Arbeitslosigkeit herrschte. Da war zum ersten Mal sogenannte Stagflation, also stagnierende Wirtschaft und auch noch Inflation. Ja Blum, ich will jetzt hier nicht anfangen, so wie Großvater vom Krieg zu erzählen.
Ich glaube, der große Unterschied zwischen Ihrer und meiner, also erstens sind wir nicht gleich alt darauf, das ist mir wichtig. Mir ist das wichtig. Aber zwischen unserer Generation und den heutigen jungen Leuten ist natürlich, dass es bei uns dieses Aufstiegsversprechen noch gab. Es gab sozusagen, der Horizont war nach vorne hin offen und man hatte das Gefühl, da sind zwar viele Leute, die sich gleichzeitig bewerben um irgendwelche Plätze, weil halt die Kohorten so zahlreich waren, aber es ging irgendwie noch nach vorne.
Da war wahnsinnig viel Dynamik und Entwicklung, die vielversprechend und zukunftsversprechend war. Und man hatte auch das Gefühl damals in den 80er und 90er Jahren, dass man die Zukunft prägen kann, dass da sozusagen, da war viel mehr Optimismus. Und heute sind die Leute, glaube ich, mit Grund viel depressiver und verzweifelter, weil sie das Gefühl haben, wichtige Entscheidungen werden im Silicon Valley getroffen, da sind wir hier quasi nur so in der Peripherie. Nein, es ist wichtig zu sagen, wo der Unterschied liegt.
Es ist ein mentale, die Situation, in der sich die Leute befinden, ist eine andere. Und die Industrie in Deutschland ist sozusagen in der Kontraktion und so weiter und so weiter. Also die Leute haben doch nicht das Gefühl, dass sie denken, mir muss es besser gehen als meinen Eltern. Diese Generation fürchtet, uns wird es schlechter gehen als unseren Eltern.
Augstein, lassen Sie uns mal die Polemik rausnehmen. Das Aufstiegsversprechen. Also jetzt mal übersetzt, und so haben Sie es ja eben auch übersetzt. Mir, dem Jungen, haben mir meine Eltern versprochen, soll es mal so gut gehen oder gar noch besser gehen als meinen Eltern. Das ist der Klassiker. Ludwig Erhard und so weiter und so fort.
Das ist aber auch ein sozialdemokratisches Versprechen. Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass dieses Versprechen zu erfüllen naturgemäß schwieriger wird, Wenn es über Jahrzehnte schon erfüllt worden ist, also klassisches Beispiel, als wir Abitur gemacht haben, lag das bei 20 Prozent, maximal 25 Prozent, glaube ich.
Und inzwischen, in den Jahren seitdem, ist diese Quote auf 50 Prozent angestiegen. Jetzt können wir uns alle miteinander fragen, wollen wir auf 75 gehen? Macht das Sinn? Ist das möglich? Zu welchen Bedingungen? Und sagt das noch dasselbe über die Gesellschaft und die Aufstiegschancen aus, wie der Schritt von 25% auf 50%?
Das können Sie jetzt anwenden auf das Zweitauto, auf das Eigenheim. Überall sind die Quoten, wenn man so will, der Wohlstand gewachsen. Das heißt, das Niveau zu halten bzw. zu übertreffen, wird klassisch immer schwieriger. Oder sehe ich das falsch? Sie haben Tomaten auf den Ohren. Das ist gar nicht das Problem dieser Leute. Die haben Angst abzusteigen, Abstiegsangst.
Das ist nochmal ganz was anderes. Ich finde, das sollten Sie mal nicht so kleinreden. Ich glaube nicht, dass die Generation unserer Kinder... Darf ich nochmal einmal dazwischenfragen? Also in dieser Rechnung, gerade was so Bildungspolitik angeht, die ja in irgendwelchen Formen gemessen wird, wie so Tonnage.
Ist jemand, der aus einem Akademikerhaushalt kommt oder aus einem Abiturhaushalt kommt, in Anführung nur mittlere Reife macht und dann ein Handwerk erlehnt, ein Abstieg. Aber stimmt das heute noch? Ja, dieses Gespräch können Sie dann ja mal führen mit jemandem, der 22 ist, von der Uni kommt und jetzt gerade irgendwie so einen Job sucht, der angefangen hat, irgendwas zu studieren. Irgendwie, die fangen ja heute schon so früh an, weil die Schule kürzer ist. Weil sie nicht zur Bundeswehr müssen.
Oh, übrigens auch ein Thema, das wir gleich nochmal reden können. Und gedacht hat, irgendwie so die ganze Welt steht ihm offen und jetzt irgendwie so merkt, nee, keiner stellt ein, keiner weiß, wie das mit der KI weitergeht und so weiter. Ich weiß nicht, keine Ahnung. Ich finde nicht, dass es ein Grund ist, bei Bulgari die Scheiben einzuschlagen und mit dem Schmuck abzuhauen, wobei das natürlich immer ein lohnendes Projekt wäre, aber davon mal ganz abgesehen.
Liebe Kinder, liebe Kinder da draußen. Nicht zum Nachmachen. Hier spricht Onkel Nikolaus. Macht das nicht. Nein, macht das nicht. Der Kollege Augstein hat lange Jahre seines Lebens gesiebte Luft geatmet und das war nicht gut für ihn. Wo Sie gesagt haben, Bundeswehr. Ich kann es nochmal sagen, ich war bei der Bundeswehr und.
Es hätte schlimmer kommen können. Es war nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte. Und ich hatte mir wirklich Schlimmes vorgestellt und befürchtet. Aber ich muss auch sagen, es war aber jetzt auch nicht irgendwie so ein besonders kostbares Jahr und davon profitiere ich jetzt auch nicht so. Hören Sie doch auf, das so zu romantisieren, die Bundeswehr und so.
Natürlich sind diese jungen Leute auch sauer, wenn man ihnen jetzt noch die Wehrpflicht überhilft. Na klar, und zwar zu Recht. Naja, Alle, die älter sind als 33 in dieser Republik, haben der Wehrpflicht unterlegen. Sie waren der Wehrpflicht unterlegen und mussten gehen oder verweigern oder was auch immer einen anderen Dienst tun. Ich würde aber gerne nochmal auf die KI kommen. Ja, das stimmt.
Gerade diese Einsteigerberufe, akademisch gebildet, haben jetzt ein Problem. Da sind die Zahlen der Neueinstellungen, wahrscheinlich auch aus Wachstumsgründen. Deutschland wächst halt oder ist zuletzt halt nicht so doll gewachsen. Ganz erklärlich runter, 20, 30, in manchen Bereichen vielleicht sogar noch mehr. Ja, Das ist ein Problem, da wird etwas, eine Prognose tritt da nicht ein, die Sie richtig beschrieben haben. Ich kann mir das ja nachher aussuchen, wenn ich das entsprechende studiert habe.
Ja gut, live with it. Ist das nicht das normale Lebensrisiko, dass bestimmte Prognosen nicht eintreten? Und was ist die Schlussfolgerung daraus? Wer soll diese Jobs schaffen? Gegen wen muss man adressieren, damit diese Jobs erhalten bleiben? Also was nutzt eine Demonstration vor dem Kanzleramt bei der Frage, ob ein technologischer Wandel diese Jobs, bestimmte Sparten dieser Jobs in Teilen überflüssig macht?
Naja, das Bildungssystem, wie gesagt, in Deutschland ist marode. Schau sich doch diese PISA-Zahlen an, die immer schlechter werden. Sie werden überall immer schlechter, aber in Deutschland ist es ganz besonders peinlich, weil wir halt ein Land sind, was keine Rohstoffe hat. Anders als die Russen können wir halt kein Gas verkaufen.
Sondern sind sozusagen auf das Humankapital hier angewiesen. Und was Sie versuchen, ist die Legitimation dieser Jugendproteste, dieser Unzufriedenheit wegzureden. Nochmal. Das stimmt nicht. Im Moment, darauf möchte ich antworten. Weil Sie und ich von unserer Generation. Augstein, darauf möchte ich antworten. Ich diskutiere nicht die Legitimation weg.
Will ich gar nicht. Jeder hat das Recht, auf die Straße zu gehen, solange er nicht dabei Bulgari entglast oder ein Auto anzündet. Selbstverständlich. Und besser, die Leute gehen auf die Straße, und machen ihrem Unmut Luft, als dass sie irgendwelche superradikalen Parteien wählen. Ich frage aber trotzdem, ist der Befund, auch der Selbstbefund, die Selbstwahrnehmung dieser Generation richtig im Sinne von nachvollziehbar?
Und da habe ich exakt meine Zweifel. Ich verstehe manchmal nicht, warum diese Generation... Und pessimistischer ist, übrigens als erste überhaupt in der Abfolge der Generation, pessimistischer ist als die ihrer Eltern. Und zwar jetzt pessimistischer. Weil sie, ich glaube, weil sie Selbstwirksamkeit, das ist ja das schreckliche Wort, ein fürchterliches Wort, Selbstwirksamkeit, nicht so erlebt hat wie sie und ich.
Glaube ich tatsächlich. Und außerdem hängen die alle viel zu viel an ihren blöden Geräten und ich glaube, die sozialen Medien brennen ihnen auch das Hirn weg. Aber jetzt fange ich auch an, als alter weißer Mann zu reden und wechsle hier noch den Kurs kurz vor Ende des Themas. Egal, ich bin jedenfalls auf der Seite dieser jungen Leute und wenn meine Kinder hier in Berlin wären, zu der Zeit würde ich ihnen sagen, geht hin zu der Demo, macht mit. Wenn ihr unbedingt wollt, macht mit, Kinder.
Kommen wir aber zu einem Thema, das ist wesentlich brutaler, weil es auch wesentlich gesellschaftlicher ausgeladen ist. Da gibt es vier Frauen für nur einen Job. Ich meine, das ist hart. Das heißt, 75 Prozent der Bewerberinnen um diesen Job werden in die Röhre schauen. Dagegen ist irgendwie Schlaraffenland bei den jungen Leuten.
Und das sind alles Frauen mittleren Alters. Wer spricht über diese Frauen, die sich gerade um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier mehr oder minder öffentlich bewerben als Bundespräsidentin. Denn es muss ja eine Frau sein, das hatten wir schon. Also reden wir nur noch über vier Frauen. Frau Klöckner, Frau Klaus, die bis dato nicht so viele kannten, aber die soll auch ganz toll sein.
Frau Prien und die vierte. Achso, die eigentliche Favoritin. Frau Aigner aus der CSU, aus Bayern. Vier Frauen für einen Job. Das ist brutal. Kennen Sie dieses Lied von Anne Margit? Thirteen Men von 1962. Es ist the last night I was dreaming. There were thirteen men and only one girl in town. Okay, egal, lassen wir das. Vier Frauen, ein Job.
Wer wird Bundespräsident? Muss es eine Frau werden? Wer wird Bundespräsidentin? Ja, liebe Krankenschwestern und Krankenschwesterinnen, ich bin dafür, dass wir eine Bundespräsidentin bekommen. Mann, Blume, was ist denn heute mit Ihnen los? Das ist ja schrecklich. Sie werden immer älter und weißer, je länger wir hier das machen.
Natürlich können wir jetzt mal eine Frau vertragen als Bundespräsidentin. Sie wollen jetzt nicht sagen, dass die das irgendwie schlechter macht als die Bundespräsidenten, die das bisher gemacht haben. Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder? Und Sie meinen, es gibt keine Frauen, die das können? Oder wollen Sie das jetzt sagen? Nein, das will ich nicht sagen. Ich will auch nicht über die Kandidatinnen rechten oder die Kandidatin. Ich will über die Suche richten.
Die Suche, die sich ausschließlich nach einer Frau gesucht hat. Ja, das ist so. Wenn Sie eine Frau besetzen wollen, das ist so. Das habe ich früher, als ich noch mit solchen Fragen beschäftigt war, auch immer den Leuten gesagt, wenn ihr eine Chefredakteurin sucht, dann sucht eine Chefredakteurin und sucht nicht lauter Männer und sagt dann, ihr habt keine Frau gefunden.
Das ist tatsächlich so. Also wenn man eine Frau haben will, dann muss man einfach eine Frau suchen. Ich frage mich, ob in diesen Zeiten und die Zeiten sind schon ein bisschen anders. Die Qualifikation. Das ausschlaggebende Kriterium, ich suche eine Frau, das Erste sein soll. Das Wichtigste. Ist das so?
Denn das postulieren sie ja. Es muss eine Frau sein und dann suchen wir die beste Frau. Nein, wir suchen den besten Bundespräsidenten. Und das haben wir in den letzten 5.595 Jahren auch so gemacht. Es war halt immer ein Mann. Es ist erstaunlich, dass immer der Besten, wir suchen immer den Besten. Wir brauchen diese Quoten nicht, aber wir suchen einfach immer den besten Kandidaten für den Job, ist klar. Und es sind immer Männer. Es ist ein riesen Zufall.
Augstein, Sie wissen doch, Augstein, Sie wissen ganz genau, dass wir nicht, jahrzehntelang hat dieses Land nicht nach einer Frau gesucht. Sie hätte eine Frau gar nicht zugelassen bei der Suche. Das ist ein total toller Dreh. Pass auf, Leute, das finde ich stark. Das wissen Sie doch ganz genau. Leute, hört zu. Bisher haben wir nur Männer gesucht und deshalb nur Männer gefunden. Jetzt machen wir es so.
Jetzt suchen wir einfach den besten Kandidaten und finden trotzdem auch nur Männer. Hey, aber wir sind total emanzipiert, weil wenn wir eine Frau finden würden, würden wir die auch nehmen, aber es sind halt trotzdem nur Männer. Aber Sie merken schon, dass wir nur über Geschlechtergerechtigkeit, Emanzipation oder was immer wir darunter verstehen, reden.
Wir reden nicht darüber, was sind eigentlich die Anforderungen, die veränderten, wie ich finde, an diesen Posten. Und dann gucken wir im gesamten deutschen Gehenpol. Ich hätte nicht gedacht, dass ich im Jahr 2026 irgendwie, wo ich jetzt, ich meine immer, fairerweise muss man ja sagen, ich werde ja bald 60, da ist ja der Spaß bekanntlich echt vorbei.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Gespräch nochmal führen muss. Es kommt mir wirklich so vor, als wären wir irgendwie so Anfang der Nullerjahre. Ich sitze einem alten weißen Mann gegenüber, der sagt, ja, er findet das Wichtigste ist die Qualifikation und nur die soll das Kriterium sein und ob es ein Mann oder eine Frau spielt dann gar keine Rolle.
Dieses Denken, jeder Mensch weiß, dass das falsch ist. Es hat sich als falsch, falsch, falsch herausgestellt. Das ist der Grund, warum in den DAX-Konzernen immer nur Männer sind. Warum in den ganzen Chefredaktionen bis, ich weiß nicht, ob es heute immer noch so ist, aber bis vor kurzem überall nur Männer saßen und so weiter. Das kann doch nicht ihr Ernst sein.
Wir hatten eine Bundeskanzlerin, die war ehrlich gesagt, ich finde sie war keine gute Kanzlerin, weil ich ihre Politik nicht mochte. Aber als Politikerin war natürlich Angela Merkel wahrscheinlich die beste Politikerin, die wir hier überhaupt ich weiß gar nicht, seit wann hatten. Handwerklich und so. Also Also, lass es uns mit einer Frau versuchen, lass es uns mit Ilse Aigner versuchen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn es die CSU macht. Ich habe auch heute nicht mehr so viel gegen die CSU wie früher. Soll sie es doch machen und Klammer auf.
Übrigens glaube ich, wenn Ilse Aigner als CSU-Politikerin Präsidentin ist, senkt das die Wahrscheinlichkeit, dass jemals Markus Söder als CSU-Politiker Kanzler wird. Glauben Sie das nicht? Das glaube ich nicht, denn in dem Augenblick, wenn die CDU so runtergerockt ist, dass sie Markus Söder ruft, dann ist es auch Hupe ab M.
Bundespräsidialamt zu dem Zeitpunkt eine Bayerin, ein Marsmännchen oder ein Auto wohnt. Das ist dann einfach vollkommen gleichgültig. Also dann sind wir halt so im Eimer, dann geht das beides auch. Wir hatten übrigens schon mal zwei Ostdeutsche. Insofern, das geht doch. Die Ostdeutschen sind im Grunde auch nur so eine Art wie die Bayern?
Das haben Sie gesagt, lieber Kollege Augstein. Und mit dieser Frage nach tribalen Strukturen im Deutschland der Gegenwart, möchte ich Sie entlassen. Sie und Sie, liebe Hörer, an Zuhörerinnen. Aber wir haben noch, wir müssen noch zurück in die Aktualität. Wir müssen noch zurück in die Aktualität. Augstein googelt gerade vor meinen Augen, was Elif Eralb gesagt hat in ihrem Statement.
Derweil wir hier gesprochen haben. Ich sehe es, pass auf. Elif Iralb hat bei einem Presse-Statement im Abgeordnetenhaus, hat sie gesagt, ich habe ganz klar gesagt, ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen. Aha, also dann ist ja alles doch okay, oder? Ja, das hat sie bezogen ursprünglich auf die von ihnen sogenannte Kampagne der scharstigen bürgerlichen Medien, die sie da weghaben wollen, wollten oder so unterstelltermaßen.
So hat sie schon mal argumentiert. Das bezieht sich jetzt auch auf den Clan-Chef und den Islamisten, oder? Aber ich meine, wenn ich Ibrahim Ibrahim wäre, denn so heißt dieser Mann, das ist ja auch ein lustiger Name. Ich habe den Namen Voldemort, Voldemort, Voldemort, Voldemort. Genau, der Name, den man nicht nennen darf.
Ich meine, gut, wenn ich Ibrahim Ibrahim wäre, heute wäre ja der schönste Tag meines Lebens. So viel Zuspruch, ich möchte sagen, Respekt ist doch auch in diesem Kreis eine wichtige Währung. Respekt habe ich doch in seinem ganzen Leben noch nicht bekommen. Ich meine, es ist doch toll. Ich küsse ihre Augen. Ja, und ich küsse dein Herz. Und das Grüße geht raus an den Spiegel. Tschüss, bis nächste Woche.
Okay, auch wenn die zwei Herren sich schon verabschiedet haben, Elif Erepp hat ein bisschen mehr gesagt. Das möchte ich jetzt einfach nur der Vollständigkeit halber nochmal hier hinzufügen. Also sie sagt, es seien private interne Inhalte veröffentlicht worden und sie lasse sich von niemandem einschüchtern.
Und dass man sich Sorgen um seine Familie macht, sei normal. Und sie verspricht ganz groß, sie wird sich um die Sicherheit von allen Berlinerinnen und Berlinern kümmern. Und dazu gehöre, dass sie mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, gegen organisierte Kriminalität und gegen Gewalt vorgehen werde.
Und das schließe selbstverständlich alle Menschen ein, die Gewalt verherrlichen. Und dabei geht es ihr genauso um die individuelle wie um die soziale Sicherheit. Okay, und jetzt auch von mir.