BauMentor - Der Hausbau-Podcast· Folge 244

#237 – Heizungsupdate im Winter

Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 12 min

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Shownotes

Shownotes zur 237. Episode (baumentor.de/podcast-237)

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Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Baumentor Podcast. Ich bin Andreas, und freue mich, dass ihr wieder mit dabei seid! Heute gibt es ein Heizungs-Update für den Winter. Ihr plant ein Fertighaus und möchtet wissen welches System eure Räume zuverlässig warm hält? Und langfristig zu euren Budget passt?

Wir schauen auf Wärmepumpen, Wärmenetze und weitere Möglichkeiten. Dabei geht es um den Betrieb bei Frost, euren Warmwasserbedarf die Kosten und die aktuellen Regeln. Bereit? Dann lasst uns loslegen! Zunächst ein Blick auf die Regeln. Seit Ende Juli, für das Gebäudemodernisierungsgesetz gelten wesentliche Neuregelungen.

Die bisherige einheitliche Vorgabe von mindestens sixty-fünf Prozent erneuerbaren Energien ist entfallen. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Hybridanlagen und Biomasse können weiterhin auch Gasheizungen und Ölheizung eingebaut werden. Für die Entscheidung zählt allerdings ebenso die künftige Energieversorgung.

Bei Gas und Öl sind schrittweise Vorgaben für klimaneutrale Brennstoffe vorgesehen. Ab zwei Tausendfünfundvierzig müssen die Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Welche Anforderungen für euer konkretes Vorhaben gelten, gehört deshalb in die aktuelle Fachplanung. Ein heute günstiger angebotener Wärmeerzeuger kann über die Jahre höhere Betriebskosten verursachen.

Vergleicht immer das gesamte Konzept für euer Haus. Bevor Ihr Geräte vergleicht, braucht ihr eine Heizlastberechnung. Sie ermittelt welche Wärmeleistungen das Gebäude bei den zugrunde gelegten kalten Außentemperaturen benötigt. Dabei werden die einzelnen Räume berücksichtigt. Die Heizlast ist etwas anderes als der Energieverbrauch über ein ganzes Jahr Ein gut gedämmtes Fertighaus mit geeigneten Heizflächen bietet günstige Voraussetzungen.

Damit ist die Temperatur des Wassers gemeint, dass zu den Heizflächen fließt. Eine Wärmepumpe arbeitet in der Regel effizienter wenn sie dieses Wasser weniger stark erwärmen muss. Auch der Warmwasserbedarf gehört dazu. Zwei Personen mit kurzen Duschen brauchen ein anderes Konzept als eine große Familie mit häufigen Vollbädern Fragt deshalb welche Annahmen verwendet werden.

Hausgröße allein reicht für eine passende Auswahl nicht aus. Plant außerdem den Technikraum früh. Geräte, Speicher-, Leitungen- und Wartungszugänge benötigen Platz. Wenn diese Anforderungen erst nach dem fertigen Grundriss auftauchen, müsst ihr möglicherweise andere Wünsche verändern! Eine Luftwasserwärmepumpe nutzt Wärme aus der Außenluft und gibt sie an ein wassergeführtes Heizsystem ab.

Sie kann auch bei Frost heizen. Entscheidend sind die zum Haus passende Auslegung und die Leistungsdaten. unter winterlichen Bedingungen Mit sinkender Außentemperatur kann ihr Strombedarf für dieselbe Wärmemenge steigen. Dazu kommen zeitweise Abtaufvorgänge, lasst euch erklären mit welchem Verbrauch gerechnet wird und wann ein ergänzender elektrische Heizstab vorgesehen ist.

Dessen Einsatz sollte in der Prognose nachvollziehbar berücksichtigt werden. Die Außeneinheit braucht einen geeigneten Standort betrachtet Geräusche, Abstände Luftströmung und die Ableitung von Gondenswasser. Ein Platz direktnehmend im Schlafzimmerfenster oder in ungünstiger Lage zum Nachbargrundstück kann vermeidbare Probleme schaffen.

Die Standortplanung gehört deshalb zum Angebot. Für viele Neubauten ist dieses System eine naheliegende Möglichkeit, ein besonders großes Gerät bietet nicht automatisch einen Vorteil – auch der Betrieb bei geringerem Wärmebedarf muss zur Anlage passen. Achtet beim Vergleich auf die Effizienzanlagen! Die Leistungszahl unter bestimmten Prüfbedingungen beschreibt eine einzelne Betriebssituation.

Die Jahresarbeitszahl betrachtet dagegen das Verhältnis von bereitgestellter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Liegt sie beispielsweise bei vier, entstehen rechnerisch vier Kilowattstunden Wärmen je Kilowattsstunde Strom. Das ist ein Rechenbeispiel und keine Zusage für euer Haus. Fragt welche Jahresarbeitzzahl für eure Anlage erwartet wird und welche Verbraucher dabei mitgerechnet sind.

Eine reine Herstellerangabe für einen günstigen Betriebspunkt. Er setzt diese Prognose nicht. Nach dem Einzug helfen passende Zähler das tatsächliche Ergebnis zu beurteilen. Kommen wir zur Erdwärme- und Grundwasser. Eine Sole Wasserwärmepumpe erschließt Wärme aus dem Erdreich. Dafür kommen beispielsweise Erdsonden oder geeignete Flächenkollektoren in Frage.

Die Wärmekwelle hat im Winter häufig günstigere Temperaturen als die Außenluft. Das kann den Stromaufwand senken. Allerdings muss die Wärmegwelle zum Grundstück passen. Bohrungen, verfügbare Fläche Bodenverhältnisse und erforderliche Genehmigungen beeinflussen die Machbarkeit und die Investition. Lasst diese Punkte prüfen, bevor ihr mit einem fertigen Preis kalkuliert!

Ein pauschaler Vergleich ohne Erschließungskosten führt schnell zu falschen Erwartungen. Eine Wasser-Wasserwärmepumpe nutzt Grundwasser – dafür werden geeignete Brunnen und passende örtliche Bedingungen benötigt. Wasserqualität verfügbare Menge und Genehmigung gehören in die Untersuchung. Vergleicht bei beiden Varianten den zusätzlichen Aufwand mit der erwarteten Einsparung über mehrere Jahre.

Ob sich die höhere Anfangsinvestition lohnt, hängt unter anderem vom Wärmebedarf und den vollständigen Projektkosten ab. Bei einer Luft-Luftwärmepumpe wird die Wärmen direkt an die Raumluft abgegeben. Ein wassergeführtes Verteilsystem ist dafür nicht erforderlich. Achtet auf die Versorgung aller Räume mögliche Luftbewegungen und Geräusche.

Für warmes Wasser braucht ihr ein ergänzendes Konzept. Manche Fertighäuser nutzen abgestimmte Systeme aus Lüftung und Wärmeerzeugung. Lasst euch deren Leistungen für kalte Tage erläutern! Eine Lüfftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verringert Wärmeverluste, daraus ergibt sich aber nicht automatisch dass sie den gesamten Heizbedarf deckt.

Die konkrete Technik muss zum Gebäude passen. Ist am Grundstück ein Wärmenetz verfügbar kann ein Anschluss eine weitere Möglichkeit sein. Im Haus wird die Wärome über eine Übergabestation bereitgestellt prüft Anschlusskosten, Grundpreis-, Arbeitspreis- und Vertragsbedingungen. Interessant ist auch wie der Versorger die Wärme erzeugt und welche Umstellungen vorgesehen sind?

Ein angekündigtes Netz ohne gesicherten Anschlustzeitpunkt löst eure Terminfrage noch nicht! Fragt nach verbindlichen Voraussetzungen und plant die Versorgung passend zum vorgesehenen Einzug. Schauen wir auf weitere Heizsysteme – Pelletheizungen verbrennen Holzpellets und versorgen wassergeführte Heizflächen.

Sie benötigen unter anderem Brennstofflager, Fördertechnik und ein geeigneten Abgasweg. Auch Wartung, Reinigung und Emissionen gehören zur Bewertung. Holzverbrennung ist nicht automatisch klimaneutral und verursacht Luftschadstoffe. Für einen Neubau sollte deshalb nachvollziehbar sein warum diese Lösung gewählt wird.

Bei Gasheizungen und Ölheizunge betrachtet ihr neben der Investition die künftigen Brennstoffkosten. Vorgaben zu erneuerbaren Anteilen der Verfügbarkeit können die Rechnung verändern. Eine Aussage, wie später einfach auf einen anderen Brennstoff umstellen solltet ihr technisch und wirtschaftlich konkret erläutern lassen.

Hybridanlagen verbinden unterschiedliche Wärmeerzeuger – das kann bei besonderen Anforderungen sinnvoll sein! Zwei Geräte bringen allerdings zusätzliche Anschaffung, Abstimmung und Betreuung mit sich. Fragt welche Aufgabe das zweite System übernimmt? Und warum ein einzelner passend geplanter Wärmerzeuger nicht ausreicht?!

Direkte elektrische Heizungen, etwa Infrarotpaneele wandeln Strom unmittelbar in Wärme um. Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltwärme und Kandarus mehrere Einheiten Wärmes je eingesetzte Einheit Strom bereitstellen. Bei direkter Stromheizung verdient der erwartete Jahresverbrauch deshalb besondere Aufmerksamkeit.

ein niedriger Gerätepreis sagt wenig über die langfristige Rechnung aus. Solartermie kann Warmwasser und je nach Anlage die Heizung unterstützen. Ihr Beitrag hängt von der verfügbaren Sonne ab. Für den Winter braucht das Gesamtsystem eine Versorgung, die auch längere sonnenarme Phasen abdeckt. Auch Photovoltaik kann eine elektrische Heizung unterstützen.

Besonders bei einer Wärmepumpel ist die gemeinsame Planung interessant Erwartet aber keine vollständige Winterversorgung allein vom Dach. Kürzere Tage und geringere Einstrahlung treffen auf einen höheren Heizbedarf. Ein Batteriespeicher verschiebt vorhandenen Solarstrom innerhalb des Tages und ersetzt fehlende Erzeugung nicht.

Lasst deshalb Haushaltsstrom, Heizung und gegebenenfalls das Elektroauto zusammen betrachten. Entscheidend ist welche Energiemengen tatsächlich zeitgleich verfügbar sind. Eine positive Jahresbilanz bedeutet noch keine Unabhängigkeit an kalten Dezemberabenden. Vordert Angebote mit denselben Annahmen an – dazu gehören Wärmebedarf, Warmwassernutzung, Energiepreise- und Betrachtungszeitraum.

Berücksichtigt Anschlüsse, Wärmequellen, Speicherwartung und mögliche Ersatzinvestitionen. Sonst vergleicht ihr einen vollständigen Preis mit einem Betrag bei dem wichtige Leistungen fehlen. Lasst euch außerdem zeigen wie sich veränderte Energiepreise auswirken – niemand kann euren Strompreis in zwanzig Jahren sicher vorhersagen!

Eine Berechnung mit mehreren Nachvollziehbaren-Szenarien hilft euch trotzdem empfindliche Stellen zu erkennen. Prüft auch Service & Wartung vor Ort. Ein Beispiel Zwei Angebote enthalten dieselbe Wärmepumpe. Im Ersten sind Warmwasserspeicher, Montage und im Betriebnahme enthalten. Im Zweiten werden sie zusätzlich berechnet.

Die niedrigere Zahl auf einer einzelnen Angebotsseite sagt dann wenig aus. Fragt nach einer vollständigen Aufstellung und nach den Leistungen die ihr selbst beauftragen müsst. Bei Förderung unterscheidet zwischen Neubau- und Heizungstausch im bestehenden Gebäude Die Bekannten Zuschüsse für den Austausch einer alten Heizu.

Lassen Sie sich nicht einfach auf Euer neues Fertighaus übertragen. Neubauprogramme betrachten häufig das gesamte Gebäude und verlangen bestimmte Standards, klärt die aktuellen Bedingungen und erforderlichen Anträge vor verbindlichen Schritten mit den zuständigen Fachleuten. Mit der Gerätewahl endet die Planung nicht – Die Anlage muss fachgerecht eingestellt und erklärt werden.

Bei wassergeführten Systemen sorgt ein passender hydraulischer Abgleich dafür dass die Heizflächen die vorgesehenen Wassermengen erhalten. Auch die Heizkurve beeinflusst, wie die Vorlauftemperatur auf das Wetter reagiert. Lasst euch zeigen welche Einstellungen ihr selbst verändern könnt und wann der Fachbetrieb unterstützen sollte!

Beobachtet Raumtemperaturen- und Verbrauch über längere Zeiträume. Die Werte eines Neubaus können anfangs auch durch baufäuchte und besondere Betriebsphasen beeinflußt sein. Eine Einweisung im Herbst lässt euch offene Bedienungsfragen klären bevor die erste Frostphase beginnt. Fassen wir die wichtigsten Fragen zusammen Welche Heizlast wurde berechnet?

Wie funktioniert die Anlage bei Frost, welche Kosten sind vollständig enthalten wie wird warmwasserbereit gestellt und wer begleitet in Betriebnahme und Einstellungen. Mit diesen Antworten wird aus einer allgemeinen Heizungsdebatte eine konkrete Entscheidung für euer Haus. Wenn euch diese Folge geholfen hat abonniert gerne den Baumentor Podcast und teilt sie mit Menschen die gerade über ihre Heizung entscheiden.

Weitere Tipps rund um Wärmepumpen, Energieversorgung und euer Fertighaus findet ihr auf Baumentor.de. Schön dass Sie wieder dabei wart! Nicht vergessen jeden Mittwoch erscheint eine neue Episode. Bis zum nächsten Mal und habt eine gute Zeit Euer Andreas und das ganze Baumentort-Team.

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