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BAYRAKTAR + BAYRAKTAR - True Crime and Law· Staffel 1· Folge 2

đŸ‡©đŸ‡Ș Li Yangjie: Mord, Macht, Misstrauen – der Dessau-Komplex (DE)

Sonntag, 28. Dezember 2025 · 27 min

MP3

Shownotes

#2: đŸŽ™ïž Eine 25-jĂ€hrige Studentin verschwindet beim Joggen in Dessau-Roßlau – zwei Tage spĂ€ter wird sie tot aufgefunden. Was folgt, ist nicht nur ein Mordprozess, sondern ein Fall, der den Rechtsstaat beschĂ€digt: Videoaufnahmen, eine fatale Pressekonferenz, verspĂ€tete Sicherungen – und die explosive NĂ€he, weil der HaupttĂ€ter der Sohn einer Polizistin ist und der Stiefvater das Polizeirevier leitet.
Wir ordnen den Fall strafrechtlich ein: Verdeckungsabsicht, HeimtĂŒcke/Grausamkeit, die Rolle der Mitangeklagten (MittĂ€terschaft vs. Beihilfe & Anwendung von Jugendstrafrecht) und warum schon der Anschein von Befangenheit Vertrauen zerstören kann.

Hinweis: Diese Folge thematisiert sexualisierte Gewalt

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Das hier ist einer dieser FÀlle, bei denen du irgendwann nicht mehr nur fragst, wer hat's getan, sondern wer hat wann was gewusst. Mordfall Li Yangji eine junge Studentin verschwindet beim Joggen im Mai 2016 in Dessau 2 Tage spÀter wird ihr Tod aufgefunden und dann kommt das Detail, das alles vergiftet. Der HauptverdÀchtige ist der Sohn einer Polizistin und der Stiefvater leitet ausgerechnet das Revier, das zunÀchst Mitermittelt.

Und das ist zunĂ€chst sehr außergewöhnlich und somit willkommen bei Byrak Diarand Byrak da true Crime and law, ich bin soil byrak da Rechtsanwalt und Strafverteidiger. Und ich bin Nujan Byrak, da RechtsanwĂ€ltin. Wir sprechen hier ĂŒber echte FĂ€lle und darĂŒber, was strafrechtlich wirklich dahinter steckt.

Aber dieser Podcast ist mehr als True Crime. Wir fĂŒhren gemeinsam eine Kanzlei und wir sehen nicht nur das Aktenzeichen. Ja, denn wir erleben echte Menschen in Ausnahmesituationen. Streit, TrĂ€nen, aber auch Angst. Momente, in denen ein Satz im Gerichtssaal oder ein Anruf mitten in der Nacht alles kippen kann.

Wir erzÀhlen das ganz ohne Show, aber so wie es ist, mit juristischem Blick, mit Erfahrung aus der Praxis und vor allem mit Respekt vor den Betroffenen. Heute geht es um den Mord an Li Yangji und warum dieser Fall nicht nur ein Urteil, sondern ein Vertrauensbruch war. Kurz eine Warnung an dieser Stelle.

Diese Folge enthĂ€lt sexualisierte Gewalt, MachtmissbrauchsvorwĂŒrfe und Staatsversagen. Also wer das nicht hören kann, bitte jetzt abbrechen. Wir schreiben den Mittwoch. 11. Mai 2016 johannisstraße in Dessau. Ein ganz normaler Abend, bis er es nicht mehr isst. Li yangji eine 25 Jahre alte Architekturstudentin, lebt in einer WG in der Johannisstraße.

Sie ist zu Hause und gegen 20:30 Uhr zieht sie ihre Sportsachen an, um ihrer abendlichen Routine nachzugehen, und zwar das Joggen. Und genau diese Routine ist der Punkt. Sie verschwindet nicht auf einer Party, nicht in irgendeiner dubiosen Situation, sie macht Sport und sie kommt nicht mehr zurĂŒck, ihre Freunde und WG Mitglieder werden nervös, da sie weder Familie noch andere bekannte da hat, werden die Freunde zunĂ€chst den Professor fragen, was sie machen sollen und errĂ€t sofort Polizei anrufen und den Fall melden. Es wird gesucht.

Hubschrauber, Hunde streifen. Aber wieso oft in den ersten Stunden fehlt die klare Spur. Und dann am 13 Mai, an einem Freitag, wird eine weibliche Leiche gefunden, unweit von Lis zu Hause. ZunÀchst wegen massiver Verletzungen schwer zu identifizieren. Sie ist einfach entstellt. Und lediglich die Rechtsmedizin kann spÀter die IdentitÀt dieser Frau bestÀtigen.

Ja, und jetzt kommen die Ermittlungsfragen, die spĂ€ter wie Blei am Fall hĂ€ngen. Warum wirkt es anfangs so, als wĂŒrde man das Umfeld rund um den Fundort nicht sofort komplett auf Links drehen? Bei Kapitaldelikten entscheidet der frĂŒhe Zugriff Spuren, DNA, Fasern. Was du in den ersten 48 Stunden nicht sicherst, ist oft weg.

Und berichtet wird. Ein Problem war, dass anfangs nicht klar war, woher die Leiche genau kam, ob sie aus einem Hinterhausfenster geworfen worden war und genauso entsteht spĂ€ter dieses GefĂŒhl, zu spĂ€t, zu unsauber, zu viele offene Flanken. Ja. Und jetzt kommt noch ein weiterer erheblicher Punkt des Falles. Die Johannesstraße hat ein Auge, die Kamera und die Geschichte vom Locken.

In der Johannesstraße gibt es eine ein videoĂŒberwachtes GeschĂ€ft. SpĂ€ter wird bekannt, Aufnahmen zeigen, wie Xenia I. Lee Heranwinkt auf eine Wohnung deutet und um Hilfe bittet. Li blickt sich noch einmal um, zögert in dem Moment und geht dann doch mit. Und damit sind wir im strafrechtlichen Kern schon dieses Falles, wenn dieses Log Moment stimmt, ist das kein Zufall, sondern das ist eine Anbahnung.

Nach Ermittlungsdarstellung wartet hinter der TĂŒr Sebastian F. Und dann kippt die Situation. Und jetzt kommt der Teil, den man kennen muss, um das warum zu verstehen, ohne ihn als Entschuldigung zu missbrauchen. Nach den im Zusammenhang mit dem Urteil öffentlich berichteten Feststellungen gab es bei Sebastian eine sexuelle Fantasie. Er wollte Geschlechtsverkehr mit 2 Frauen, einen sogenannten Dreier.

Zenia sollte ihm dafĂŒr eine zweite Frau beschaffen, und als sie das nicht liefert, setzt er sie unter Druck. Eine kleine Zwischenbemerkung an dieser Stelle. Bei Xenia handelt es sich um die LebensgefĂ€hrtin von Sebastian. Das ist wichtig, weil es das Lockmoment erklĂ€rt, es ist nicht ein Spaziergang oder Zufall, sondern ein Plan, der auf ein Opfer angewiesen ist. Irgendeine Frau, die man in die Wohnung bekommt. Irgendeine zufĂ€llige hĂ€tte jeden treffen können. Und genau deshalb wird nicht jemand eingeladen. Es wird eine Fremde genommen, eine Joggerin, eine Frau, die gar nichts mit denen zu tun hat.

Und jetzt der Ablauf, so dass man versteht, wie sich aus einer Lock Situation ein Tötungsdelikt entwickelt. Wir bleiben bewusst ungrafisch. Nach der öffentlichen Darstellung zum Urteil beginnt das Geschehen am Abend, als Xenia Li auf der Straße anspricht. Mit einem plausiblen Vorwand. Sie bittet sie um Hilfe beim Tragen. Und sobald Lee im Haus ist, kommt Sebastian ins Spiel. Ihr Freund.

Es gibt sehr schnell folgen, Alltag zur Kontrolle ĂŒber festhalten, ÜberwĂ€ltigung, wegschaffen in einem Bereich, in dem niemand sieht und niemand hört. Es wird von einer leerstehenden Wohnung im Haus berichtet, in der die Tat sich ĂŒber Stunden hinzieht. Sexualisierte Gewalt und massive körperliche Gewalt.

Und jetzt die Rolle von Xenia ohne Spekulation. Sie ist nicht diejenige, die die Gewalt fĂŒhrt, aber sie ist auch nicht weg von der Situation, sie schafft mit ihrem Locken die Ausgangslage und ist phasenweise in einer unterstĂŒtzenden Rolle am Rand des Geschehens. Zudem ergibt sich aus berichten auch. Sie nutzt ein Übersetzungstool, um Fragen zu stellen. Nicht aus Empathie, sondern um das Risiko zu prĂŒfen. Wer könnte suchen, wer könnte die Polizei rufen, denn es handelt sich um eine auslĂ€ndische Studentin aus China.

Genau. Und sie kann leider nicht so gut Deutsch und deswegen braucht sie UnterstĂŒtzung. Und dann kommt ein Punkt, der in vielen GewaltfĂ€llen vorkommt, der TĂ€ter beruhigt, verspricht, es endet gleich. Das Opfer komme frei und in dem Moment, in dem die letzte Kontrolle hergestellt ist, eskaliert es endgĂŒltig.

Wir wollen hier bewusst die einzelnen TatvorgÀnge nicht darstellen, aber es geht um schwere Vergewaltigung, um schwere körperliche Misshandlungen. Bis hin zur Einstellung. Und bis hin zur Einstellung leider von Lee. Und dann? Verstirbt leider wie an den Folgen dieser Gewalttaten. Danach folgt das, was den Fall wieder juristisch kalt macht.

Spurenmanagement Entsorgung, das Wegschaffen des Körpers. Die Leiche wird nach draußen gebracht und hinter einem mobilen ToilettenhĂ€uschen abgelegt. Nicht irgendwo weit weg, sondern in TatortnĂ€he. Und das ist auch typisch. Der TĂ€ter handelt nicht fluchtartig, er handelt kontrolliert bis zum Schluss.

Und dann kommt das nĂ€chste Detail, das wie Benzin wirkt. Die Suche nach Beweismitteln. Es gibt eine groß angelegte Suche. Gesucht werden Dinge wie Handy, SchlĂŒssel, Kleidung von wie. Ja, und juristisch ist das wieder wichtig. Wer nach der Tat gezielt Dinge verschwinden lĂ€sst oder verschwinden lassen will, handelt nicht im Affekt. Das passiert zur Verdeckungsabsicht und zur Frage, wer das mittrĂ€gt.

Und jetzt kommen wir in eine Phase, die den Fall endgĂŒltig vergiftet. Es handelt sich dabei um den 23., 24.25. Und 26. Mai. Diese Tage sind besonders wichtig, das ist nĂ€mlich die Zeit, in der sich nicht nur entscheidet, ob du TĂ€ter findest, sondern ob Menschen dem Ergebnis spĂ€ter noch trauen werden.

Am 23 Mai gehen Sebastian und Zenia zur Polizei. Es folgt Untersuchungshaft. Genau, und das machen die freiwillig, denn die Polizei tappt immer noch im Dunkeln. Sebastian und Zenia stellen sich bewusst der Polizei und dann kommt der kommunikative Gau der Polizei. Ja, denn am 24 Mai gibt es eine Pressekonferenz.

Dabei wird öffentlich die Behauptung der Beschuldigten wiedergegeben, es sei einvernehmlich gewesen. Beschuldigte dĂŒrfen LĂŒgen der Staat sollte nicht zum Lautsprecher einer ungesicherten Beschuldigtenversion werden, gerade bei Sexualdelikten. Das beschĂ€digt Opfer, Angehörige und Vertrauen. Und dann das Video, das.

Nach Berichten werden entscheidende Videodateien erst am 25 Mai gesichert, also nach der Festnahme. Ja, und man hat sich nicht die MĂŒhe gemacht, den Tatort oder den Fundort beziehungsweise der Leiche irgendwie zu suchen, ĂŒberhaupt zu ĂŒberprĂŒfen, ob es da VideoĂŒberwachungskameras gab oder nicht. Man hat einfach nicht im Tatort nie gesucht. An dieser Stelle kann man vielleicht einfach ganz klar sagen, dass hier.

Schlampig gearbeitet wurde. Ja. Seitens der Polizei leider. Ja, oder vielleicht auch einfach bewusst nicht richtig, denn am 26 Mai wird dem Polizeirevier Dessau die FederfĂŒhrung entzogen. Die Ermittlungen gehen nach Halle, und das hat einen Grund. Ja, und zwar nicht nur einen organisatorischen Grund.

Das ist ein Signal. Der Anschein ist so toxisch, dass man ihn nicht mehr tragen kann. Denn die Familienkonstellation des Sebastian wird öffentlich und der Fall bekommt jetzt ein ganz anderes Thema. Sebastian, möchtest du sagen? Sebastian ist der Sohn einer Polizistin. Der Stiefvater ist Leiter des Polizeireviers Dessau. Rosslau.

Die das Revier, der die Ermittlungen in diesem Mordfall hier zuerst fĂŒhrt und ab diesem Moment geht es institutionell um eine Sache. Trennung, Abschottung, saubere Linien, wenn du den die nicht ziehst, frisst dich die Befangenheit selbst dann, wenn niemand absichtlich manipuliert hat. Berichtet ist auch die Mutter bot an, in der Ermittlungsgruppe mitzuarbeiten.

Allein das ist so in einer Konstellation. Sehr toxisch. Ja, und dann kommt dieser Nebenschauplatz, der alles eskalieren lÀsst. Wohnung rÀumen, es steht im Raum, dass Mutter und Stiefvater beim RÀumen geholfen haben sollen. Beide bestreiten das und bestreiten auch die Wohnung jeweils betreten zu haben. Eine.

Aber eine Zeugin wir gesehen haben, wie töten aus der Wohnung getragen wurden, ja. TatortnĂ€he Angehörige RĂ€umaktionen selbst ohne Beweis das ist ein perfekter NĂ€hrboden fĂŒr Vertuschungsverdacht. Komplettes Paket. Ja, und jetzt die Strafrechtsbrille ohne Stammtisch. Wenn nach einer Sexualstraftat getötet wird, ist Verdeckungsabsicht oft der zentrale Anker Tötung. Um Anzeige Identifizierung und Spurenaufdeckung zu verhindern. Wichtig ist hierbei auch, die Verdeckung muss nicht gelingen. Es reicht, dass sie zur Zweck der Tötung dient. Daneben stehen Mordmerkmale wie HeimtĂŒcke oder Grausamkeit. Aber das sind enge Kategorien, das hĂ€ngt Tatablaufen vom Gutachten ab, und jetzt kommt ein weiterer juristischer Zweikampf, Xenia.

War sie eine MittĂ€terin oder Gehilfin? Du als unser Strafverteidiger hier in der Kanzlei hast dir in der letzten Folge bereits klargestellt, was MittĂ€terschaft und Beihilfe bedeutet und was sie unterscheidet. Also deswegen machen wir das mal jetzt wieder kurz. MittĂ€terschaft bedeutet gemeinsamer Tatplan, wesentlicher tatbeitrag, Mitbestimmung, Beihilfe dagegen ist ein unterstĂŒtzen ohne TĂ€terqualitĂ€t.

Das Locken hier ist ein massiver Tatbeitrag. Bei Sexualdelikten ist ihre Verurteilung Ausdruck davon, dass das Gericht ihren Beitrag als erheblich bewertet hat. Ja, ohne das Locken des Zenia wĂ€re es ja ĂŒberhaupt nicht so, diese Tat wahrscheinlich gekommen. Genau so ist das. Und beim Mord aber liegt die ZĂ€sur sie. Sie wurde vom Mordvorwurf freigesprochen. Ja, und genau das muss man den Zuhörern hier mal sauber erklĂ€ren.

Du kannst massiv beteiligt sein und trotzdem scheitert der Mordvorwurf, wenn Wissen und wollen zur Tötung nicht sicher nachweisbar sind. Und dann beginnt der Prozess, und noch bevor er ĂŒberhaupt Fahrt aufnehmen kann, passiert etwas, das in einem Schwurgerichtssaal eigentlich nicht passieren darf. Eine Chefin ist nicht vereidigt, eine Formalie, Nein, eine Sollbruchstelle, der Saal muss erleben, dass die Verhandlung in Teilen wiederholt werden muss, als hĂ€tte man die Uhr zurĂŒckgedreht.

FĂŒr die Angehörigen bedeutet das dieselben SĂ€tze, dieselben Bilder und dieselben Details. Noch mal. Und noch mal. Und das hat vor allem auch ne Auswirkung. NatĂŒrlich dann auf die Verteidiger und auch auf die Staatsanwaltschaft, weil sie spielen ja schon abgesprochenen Szenen einfach nach und die Zeugen mĂŒssen dann noch mal befragt werden und die wissen dann auch, was dann vielleicht im Anschluss als Frage kommen wird und das ist natĂŒrlich fĂŒr einen Strafverteidiger, was vielleicht wirklich gutes, aber das kann auch nach hinten losgehen und dann kommt der Moment.

Der den Kern der Anklage mit erschreckender Klarheit in den Raum stellt. Die mitangeklagte Zenia lĂ€sst sich ein, das heißt, sie legt ein GestĂ€ndnis ab, sie berichtet ĂŒber die Beziehung, ĂŒber Gewalt, ĂŒber sexuelle Übergriffe und darĂŒber, dass Sebastian den Wunsch nach Geschlechtsverkehr zu dritt geĂ€ußert habe. Und sie schildert den Mechanismus, der spĂ€ter wie ein Drehbuch wirkt.

Sie lockt das spĂ€tere Opfer am Tattag unter einem Vorwand in ein Haus, in dem er bereits wartet. Der Zert hĂ€lt fest, erzwingt sie, sagt, sie habe sich gegen die Einbeziehung gewehrt, und sie habe den Ort verlassen, als sie zurĂŒckkommt, sei bereits gereinigt worden, sie solle helfen, Spuren zu beseitigen. Und interessant an dieser Stelle ist zu erwĂ€hnen, dass die 2 TĂ€ter gemeinsam noch Kinder haben, und zwar 2. Ja, genau.

Das finde ich auch irgendwie besonders schockierend. Also mich schockt in dem Beruf nichts mehr. Parallel dazu sickert in die Verhandlung, was in vielen FĂ€llen der zweite Skandal ist. Nicht die Tat, sondern das, was vorher und danach schief gelaufen sein könnte. Ein leitender Ermittler rĂ€umt im Prozess ein, es habe VersĂ€umnisse gegeben. Blutspuren in der NĂ€he des spĂ€ten Fundorts hĂ€tten frĂŒher entdeckt werden können und in der öffentlichen Prozess Chronik steht auch dieser Satz, der HĂ€ngen bleibt. 2 Polizisten sollen die Leiche zunĂ€chst ĂŒbersehen haben. Ja, ob das wirklich ein Zufall ist? Zufall ist, lassen wir jetzt dahin stehen. Und ĂŒber allem liegt aber ein zusĂ€tzliches Misstrauen, das diesen Fall von Anfang an mit

sich trĂ€gt. Sebastian ist Polizistensohn, die Stadt redet, das Netz kocht und jede Ermittlungshandlung steht unter dem Verdacht, nicht sauber zu sein. Genau deshalb ist bemerkenswert, was das Landgericht spĂ€ter in seiner Pressemitteilung zum Urteil festhĂ€lt. In der mĂŒndlichen UrteilsbegrĂŒndung werde die Ermittlungsarbeit ausdrĂŒcklich gelobt und es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass die Eltern beide Polizeibeamte.

Die Ermittlungen beeinflusst hĂ€tten. Und das spricht schon BĂ€nde, nach meiner Meinung. Ja, das hat nĂ€mlich in einer UrteilsverkĂŒndung ĂŒberhaupt nichts zu suchen und das zeigt einfach, dass das Landgericht hier versucht hat, die beiden Polizisten reinzuwaschen. Ja, fĂŒr mich bedeutet das genauso der misslungene Versuch, die Polizisten hier wieder ins rechte Licht zu rĂŒcken.

So sieht es aus. Und so wie der Zufall es will, handelt es sich bei Li um eine Tochter eines ebenfalls Polizisten. Ja. Ein hochrangiger Polizeibeamter aus China, der nicht locker lÀsst. Völlig zurecht, weil als nach der Festnahme öffentlich die Behauptung von freiwilligem Sex verbreitet wurde, hat er das nicht hingenommen.

Der Vater legte eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein und spÀter traten die Eltern auch in dem Prozess als NebenklÀger auf und haben ihre Rechte bis in die Revision durchgezogen, also wirklich bis vor dem Bundesgerichtshof BGH. Und da braucht es schon einige Zeit dahin zu kommen. Ja, und viel Kraft, vor allem vor allem, was da passiert ist.

Am Ende steht das Urteil lebenslange Freiheitsstrafe fĂŒr Sebastian. Dazu besondere Schwere der Schuld. Die LebensgefĂ€hrtin Zenia erhĂ€lt eine Jugendstrafe, weil sie zu dem Zeitpunkt nur 20 Jahre alt war, von 5 Jahren und 6 Monaten wegen ihrer Beteiligung an den Sexualdelikten, nicht wegen der Tötung, weil ihr die Tötung an sich nicht nachgewiesen werden konnte.

Ja, das hat in der Öffentlichkeit sehr viel Zweifel. Misstrauen erzeugt und wie vorhin schon erwĂ€hnt hat der Vater beziehungsweise die Eltern das Ergebnis dieses Urteils nicht akzeptieren wollen und gingen in Revision. Der Bundesgerichtshof hat in Karlsruhe diesen Fall entschieden, der vierte Strafsenat hat. Hat das Urteil des Landgerichts Dessau vollumfĂ€nglich bestĂ€tigt. Senia wurde nur wegen sexueller Nötigung zu einer Jugendstrafe von 500 Jahren verurteilt und vom Vorwurf wurde sie von den Dessauer Richtern freigesprochen, der BGH Senat. Hat in dem Urteil keine Rechtsfehler feststellen können und hat somit die Revision von der Nebenklage und auch von der Staatsanwaltschaft als unbegrĂŒndet verworfen. Das heißt, auch die

Staatsanwaltschaft wollte fĂŒr Zenia eine höhere Strafe und eventuell ein. Die Staatsanwaltschaft plĂ€dierte bei Zenia ebenfalls auf Mord und wollte dementsprechend eine deutliche höhere Strafe. Die. Es wurde bei Zenia die Anwendung des Jugendstrafrechts hier herangezogen, weil sie noch 20 Jahre alt war.

Und die Jugendgerichtshilfe hatte hier in ihrem Bericht erstattet, dass Zenia noch nicht ausgereift war, mental und deshalb hier Jugendstrafrecht in Anwendung finden muss. Ja, aber ich möchte auch noch mal festhalten. Zenia ist Mutter von 2 Kindern. Auch wenn sie schon, also nur 20 Jahre alt ist, ist die Mutter, sie hat 2 Kinder und sie hat einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Sie hat das Opfer Lee gelockt, ohne dieses Locken. HĂ€tte Sebastian sie wahrscheinlich nie in die Finger bekommen. So sieht es aus und vielleicht erklĂ€re ich auch noch kurz unseren Zuhörern hier an dieser Stelle die Anwendung des Jugendstrafrechts, weil sich viele natĂŒrlich fragen, wieso findet denn hier Jugendstrafrecht Anwendung, obwohl Senia zur Tatzeit 20 Jahre alt war. ZunĂ€chst muss man den Hauptgedanken von Jugendstrafrecht klarstellen, da geht es nicht um Vergeltung, da geht es nur um die Erziehung.

Einer Person. Es gilt zwingend bei 14 bis 17 jahren und bei 18 bis 20 Jahren. Den sogenannten Heranwachsenden, kann das Gericht Jugendstrafrecht anwenden, wenn jemand von der Reife her noch eher jugendlich wirkt oder die Tat typisch jugendlich geprĂ€gt ist. Die Rechtsfolgen sind dann abgestuft, erst erziehungsmaßregeln, also Weisungen, Training oder Betreuung, dann Suchtmitteln wie Auflagen oder Jugendarrest.

Und erst, wenn es richtig schwer ist, Jugendstrafe, also Haft wie bei Xenia. Und wichtig ist dabei vor allem, dass das Jugendstrafrecht, geht es nicht einfach so, sondern nur bei schwerer Schuld oder wenn das Gericht schÀdliche Neigungen sieht. Darum kann es passieren, dass 2 TÀter im selben Fall zum Beispiel unterschiedlich behandelt werden, einer nach Erwachsenenstrafrecht und der andere nach Jugendstrafrecht. Dennoch bleiben hier viele Fragen offen. Auf jeden Fall.

Hier sind sehr viele Fragen. Ja, Xenia wurde nicht wegen Tötung oder des Mordes an Li verurteilt, obwohl sie hier einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet hat meines Erachtens und dass sie auch ja, auch wenn es so ist, nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde, obwohl sie selber 2 Kinder großzieht.

Wurde hier wohl davon ausgegangen, dass erstmal selbst erzogen werden muss. So sieht es aus. Und was bleibt, ist ein Fall mit 2 Wahrheiten. Das Urteil ist rechtskrĂ€ftig, nach dem BGH, aber ich wĂŒrde behaupten, dass das Vertrauen hier in die Justiz erheblich beschĂ€digt ist. Strafrechtlich endet das klar Verurteilung Punkt, aber es endet doch dreckig.

Weil ja ob jetzt wirklich Manipulationen stattgefunden haben. Das mag offen stehen, aber allein dieser Schein ja zu erwecken, ist es schon. Ja, böse, mein böser Schein. Ja und ja, wie ich gesagt habe ist eine dreckig, ne, wir haben eine Polizeifamilie, Wir haben Kommunikation, ermittlungsfehler, wir haben hier eine gewisse BefangenheitsnÀhe, wir haben hier eine verspÀtete Videosicherung und all das Macht den Fall zum Symbol. Ne.

Der Rechtsstaat lebt nicht nur davon, dass er am Ende recht hat. Er lebt davon, dass der Weg dorthin so sauber ist, dass man ihm glaubt, und das ist hier leider nicht gegeben. Etwas schief gelaufen, ja, und an dieser Stelle wollen wir auch schon die Folge beenden. Danke, dass ihr zugehört habt. Ja, vielen Dank fĂŒrs Zuhören.

Wenn euch die Folge gefallen hat. Lasst uns auf Spotify gern einen Kommentar da folgt dem Podcast und abonniert ihn. Das hilft uns wirklich weiter. Und gerne auch auf youtube. Ja, da freuen wir uns auch riesig, wenn ihr ein Like Dalasst den Kanal abonniert und die Glocke aktiviert, damit ihr keine neuen Folgen verpasst.

Danke, dass ihr dabei wart. Bis dahin bleibt aufmerksam, aber vorsichtig. True Crime and Lore. By dook ten by

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