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BDSM - Die Kunst der Unvernunft· Folge 329

Honey & Baum - Emotionaler Sadomasochismus

Montag, 18. Mai 2026 · 3 h 09

MP3

Shownotes

Auch das ist erlaubt
Diesmal haben mich Honey und Baum besucht… und wir sind tief eingetaucht.

Die beiden beschäftigen sich intensiv mit ESM – emotionalem Sadomasochismus. Dabei geht es nicht um Seile oder Schmerz auf der Haut, sondern um das bewusste Spiel mit Emotionen, Unsicherheit, Erniedrigung, Nähe und Kontrolle.

Wir sprechen darüber, wie sich emotionale Dynamiken anfühlen können, warum Konsens dabei eine so zentrale Rolle spielt und weshalb Vertrauen gerade dann wichtig wird, wenn Gefühle absichtlich ins Wanken geraten. Dabei geht es auch um die Frage, wie intensiv emotionale Spiele werden dürfen – und was sie von „klassischem“ BDSM unterscheidet.

Honey und Baum erzählen von ihrem Zugang zu Demütigung, emotionaler Manipulation im Spielkontext und davon, wie sich rationale Sicherheit und irrationale Gefühle gleichzeitig echt anfühlen können. Wir reden über Trigger, Verantwortung, Kommunikation und darüber, warum ein „Ich liebe dich“ manchmal gerade dann fehlt, wenn es am meisten wirken würde.

Außerdem geht es um die Faszination von Kontrollverlust, um Rollendynamiken, Macht über Emotionen und darum, weshalb manche Szenarien gerade deshalb funktionieren, weil sie sich erschreckend real anfühlen.

Eine Folge über emotionalen Sadomasochismus, Vertrauen, Unsicherheit, Demütigung und die Frage, warum sich manche Gefühle gerade dann intensiv anfühlen, wenn man sie eigentlich vermeiden möchte.

Kontakt zu Honey:

kunstderunvernunft.de/contributor/489-honey

Kontakt zu Baum:

kunstderunvernunft.de/contributor/490-baum

Erwähnte Links

• Der Tatortreiniger – „Sind Sie sicher?“ (ndr.de/fernsehen/sendungen/der_tatortreiniger/…)

• Mr. & Mrs. Smith – Szene auf YouTube (youtu.be/EF9_Z8ibSgI)

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Bilder, Transcript, Episodenblog & Kommentare findest du hier:

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Folge 142 - Honey & Baum - Emotionaler Sadomasochismus Automatisches Transcript

Trailer ESM bedeutet emotionaler Sadomasochismus. Am Ende geht es darum, unangenehme und schmerzhafte Emotionen zu erleben. Der Titel war How to Bully with Consent. Dann habe ich Erniedrigungen ausprobiert auf einer Party und das fand ich im Kopf geil und mein Körper hat auch reagiert. Er weiß, dass ich ihn liebe, aber er lässt es zu, dass das sein könnte in dem Moment, dass ich es nicht tue.

Trailer Echt wurde es dadurch, dass Zuneigungsbekundungen, wie man sie sonst bekommt, nicht existierten. Ich lasse mich vollkommen darauf ein, dass ich gerade in diesem irrationalen Gefühl drin stecke und dass sie mich gerade sehr, sehr schrecklich findet. Ist das nicht die ultimative Demütigung, dass du im Endeffekt selber daran schuld bist? Oh, das ist gut.

Trailer Hm, guter Punkt, guter Input. Das baue ich ein. Ja genau.

Sebastian Hallo und herzlich willkommen zur Kunst der Unvernunft. Das waren Baum und Honey und sogar diesmal ich im Trailer. Und wenn ihr jetzt total kritisch auf das Thema schaut, dann müsst ihr diese Folge unbedingt bis zum Ende hören. Spanking und Bondage sind ganz schön, aber Kink ist eben noch so viel mehr und heute nehmen wir uns Zeit auch genau für diesen Bereich. Mein Name ist übrigens Sebastian Stix, bewusst kinky, also auf dem BDSM-Pfad bin ich seit inzwischen fast 30 Jahren.

Sebastian Ich hatte auch lange, lange Unterbrechungen, aber ich bin bis heute voll im Thema drin und ich kann das Fragen, Forschen und Bohren einfach nicht bleiben lassen. Hier erzählen Menschen ihre Geschichte. Es geht um ihren persönlichen Kink, um ihre Motivation, ihren Weg vom ersten Auflammen und sie bringen die Themen mit, die sie selbst bewegen.

Sebastian Besuch gerne kunstderunvernunft.de. Da gibt es die Shownotes, Bilder zur Folge, ein vollständiges Transkript, Kontakt zu Baum und Honey und natürlich auch die Kommentarfunktion. Also schreib gerne etwas zur Folge und wir, also Baum, Honey und ich und auch die anderen Menschen im Publikum freuen sich auf deine Perspektive.

Sebastian Bevor es losgeht, noch eine Kleinigkeit. Die Unvernunft ist komplett unabhängig, insbesondere bei der Auswahl von Themen und Gästinnen. Sie ist vollständig frei und kostenlos ab Folge 1 für alle und dabei noch ziemlich werbefrei. Dieses Kunststück kannst auch du weiterhin möglich machen und ich bitte dich darum genau das zu tun.

Sebastian Klicke, wenn du einen Moment hast, auf den kleinen Unterstützen-Button auf kunstderunvernunft.de und sorge dafür, dass ich hier in Zukunft an dieser Stelle auch weiterhin keine Handy-Tarife, Wunderwässerchen oder ich weiß nicht, was gut finden muss. Vielen, vielen Dank. Und jetzt geht's endlich los mit Folge 329 mit Honey und Baum.

Sebastian Liebes Publikum, es ist noch April, Samstag und obwohl die Bahn einen Zug hat kurzfristig ausfallen lassen, wie sich das gehört, habe ich Besuch bekommen von, ja mit wem fange ich denn an? Mit Honey natürlich.

Honey Hallo.

Sebastian Du bist 27 aus Frankfurt und ja, die Chefin im Raum jetzt.

Honey Weiß ich nicht.

Sebastian Ich muss ja mal groß stapeln am Anfang. Und da ist Baum aus Hamburg, 28 Jahre. Hi.

Baum Hi.

Sebastian So, auf die Folge habe ich mich lange gefreut. Das ist auch eine der Folgen, wo ich das Thema eventuell schon mal gestern Abend beim Stammtisch ein paar Leuten hingeworfen habe unter einem schönen Begriff. und da haben die mich angeguckt und haben gesagt, echt jetzt, krass. Wir reden heute unter anderem über etwas, ich fasse es jetzt einmal kurz zusammen, ESM, so Sachen wie eine Mobbing-Dynamik.

Sebastian Und liebes Publikum, wenn ihr euch nichts darunter vorstellen könnt, es ist großartig und gefährlich und fürchterlich und demnach offenbar total kinky und total großartig. Also ich möchte darüber sprechen. Und wir haben sogar zwei Vorgespräche geführt. Wir haben alles wunderbar vorher abgeklärt. Ja, und ich überlege jetzt, wie ich das mache. Im Grunde müssten wir über euch reden.

Sebastian und normalerweise würde ich jetzt sagen, okay, wir fangen jetzt an und nehmen eure Einzelgeschichten bis zu dem Zeitpunkt, wo ihr euch getroffen habt, reden ein bisschen drüber, damit man euch so ein bisschen kennenlernen kann und dann reden wir dann quasi wieder gemeinsam über das, was dabei rausgekommen ist.

Sebastian Ich würde das Publikum aber ungern jetzt erstmal eine Stunde komplett auf die Folter spannen. Deshalb erzähle ich einmal, kennengelernt habe ich euch auf der Buffet-Bo letztes Jahr. Da habt ihr nämlich den Nachbarstand gehabt und guten Kaffee gehabt und habt euch da fleißig engagiert, damit ist das auch mal gesagt.

Sebastian Und vielleicht mögt ihr einmal so ein bisschen beschreiben, was euch verbindet, was ihr so macht. Vielleicht auch den Begriff, also ESM, vielleicht schon mal ein bisschen erklären. Und ohne, dass wir so tief reingehen, schon mal ein bisschen erklären, was ihr da eigentlich treibt und wozu das überhaupt gut ist.

Sebastian Und dann gucken wir uns an, wie ihr da reingeraten seid, einzeln. Und dann nehmen wir alles andere. Ja, was macht ihr so?

Honey Mittlerweile haben wir eine relativ klassische Partnerschaft, Liebesbeziehung, aber wir führen halt eine Dynamik, die halt von ESM sehr stark gefärbt ist. Also das ist schon so das Hauptding, was wir machen, was uns verbindet und wie wir zueinander gekommen sind. Und wir haben auch, bevor wir in der Beziehung waren, also in einer romantischen Beziehung, mindestens ein Jahr lang diese Dynamik sehr intensiv ausgelebt.

Honey Und dabei sind dann halt noch romantische Gefühle dazugekommen. Ja, was heißt das? ESM bedeutet emotionaler Sadomasochismus.

Sebastian Also gewaltfrei.

Honey Gewaltfrei in Form von physischer Gewalt eventuell oder kann es sein, muss es aber nicht. Am Ende geht es darum, unangenehme und schmerzhafte Emotionen zu erleben. Also für die masochistische Person und für die sadistische Person dann halt diese rauszubekommen aus der anderen Person und sich daran zu ergötzen, wenn man sadistisch ist, meiner Meinung nach, dann findet man das ja lustig oder hat Spaß oder findet es hot, diese andere Person leiden zu lassen, emotional.

Honey Genau, und da so typische Emotionen wären halt Angst, Einsamkeit, Eifersucht, Wut, alles was irgendwie als unangenehm wahrgenommen wird.

Baum Ja, kann ich nichts hinzufügen, genau das.

Sebastian Also liebes Publikum, ihr merkt schon, das geht heute ein bisschen in eine Richtung, die kann glaube ich nicht jeder und jede vertragen. Also das kann schon wirklich heute schwierig sein dazu zu hören, weil das ja alles die Sachen sind, die macht man ja nicht. Also man kann böses Spanking machen, aber emotional muss man natürlich total auffangen und da sein und immer hinter der anderen Person stehen und genau das machen wir heute alles nicht.

Sebastian So, jetzt machen wir genau, hinter dir mag deine Partnerperson stehen, das kann aber auch sein, dass die dich gleich einfach die Klippe runterschubst. Zumindest sollst du es denken. Beschreibt es das ein kleines bisschen?

Honey Ja, ich meine, eigentlich stehe ich ja hinter ihm und liebe ihn sehr und schätze ihn sehr wert, aber gerade innerhalb der Dynamik zeige ich das nicht, sondern beziehungsweise ich zeige es, indem ich gemein bin. Das ist halt die Art und Weise, auch wie wir zueinander gefunden haben und angefangen haben zu spielen, war, dass ich geflirtet habe, indem ich ihn verunsichert habe oder beleidigt habe.

Baum Es war sehr, Es ist herausfordernd anfangs darin Zuneigung zu erkennen, also in eben dieser quasi Grausamkeit, aber dieser bewussten und absichtlichen Grausamkeit zu erkennen, okay, die Person macht das aber oder sie macht das, weil sie mich irgendwie mag zumindest.

Honey Ja, und weil ich weiß, dass du das hot findest.

Baum Ja, genau.

Honey Und du weißt, dass ich das hot finde, weil das hatten wir schon ausgesprochen, bevor ich das angefangen habe zu machen. Weil wir uns kennengelernt haben, indem wir über dieses Thema, I guess, geredet haben. Es war kein richtiger Diskurs, weil es war in meinem Workshop.

Baum Ja.

Sebastian Ich habe hier stehen, das CT 2023 Community Treffen. Von der SMJG, richtig?

Honey Community Treffen.

Sebastian Community Treffen heißt es jetzt, okay.

Honey Und das war das im Herbst und ich habe einen Workshop bzw. eher so eine Diskussionsrunde, Vortrag gehalten. Der Titel war How to Bully with Consent und da ging es halt darum, dass ich gerne so Mobbing-Dynamiken habe mit Spielpartnern, wo ich die Mobberin bin und wie mache ich das eigentlich mit Consent?

Honey Und wie kann man darauf achten? Wie kann man da über Limits reden? Und wie kann man sich aber auch Inspiration holen und sich überhaupt trauen, das zu machen? Und das habe ich auf dem CT vorgetragen. Außerhalb vom CT, wenn ich das auf anderen Events mache, gibt es auch eine Übungsrunde. Mit einem Spielpartner von mir, wenn der sich zur Verfügung stellt.

Honey Genau, und da war Baum mit in dem Workshop auf dem CT und hat die ganze Zeit dabei gestrahlt.

Baum Und ich habe alles in Bewegung gesetzt, damit ich in diesem Workshop dabei sein kann, weil ich war davor irgendwie eingebunden in irgendwelchen anderen Dingen und so und ich dachte so, okay, ich möchte auf jeden Fall dabei sein, einfach nur um in diesem Workshop zu sein. Weil ich habe sowas schon lange vermisst und auch schon lange darauf gewartet, dazu irgendwas zu hören und zu erfahren.

Baum Und ich habe zwar schon viel gelesen, glaube ich, zu dem Zeitpunkt online, auf Fetlife, aber keine Ahnung, so ein direktes Gespräch, explizit auf das Thema bezogen, insbesondere auch noch mehr Input zu diesem Thema, hatte ich bis dahin halt noch nicht so wirklich. und halt schon durch deinen Workshop. Und das war total hot.

Honey So habe ich es halt auch wahrgenommen. Also ich habe den Workshop konzipiert, weil okay, fairerweise man kriegt einen saferen Platz auf Veranstaltungen, wenn man einen Workshop anbietet und der genommen wird. Und dadurch war ich dann so okay und ich hatte viele Freunde, die auch schon Workshops gegeben haben. Also war ich so, ja wenn die das machen, dann kann ich das auch.

Honey Und jetzt muss ich noch ein Thema finden, womit ich vielleicht mehr weiß als andere Leute. und weil ich zu dem Zeitpunkt, glaube ich, drei Jahre lang viel getoppt hatte und das eigentlich ausschließlich immer diese Dynamiken hatte, einfach weil es mich dahin zieht, weil es einfach so der Stil ist, den ich mag, was mir Spaß bereitet, dachte ich mir so, ja, darüber habe ich noch gar nichts gehört.

Honey Also auf den Veranstaltungen, wo ich bin, gab es keine Vorträge, keine Workshops dazu. Also mache ich einen. Dass man so einen Diskurs halt, anstößt.

Sebastian Ich muss euch ein bisschen bremsen. Wir gucken uns mal an, wie ihr denn da hingekommen seid. Gleich einzeln. Liebes Publikum, noch der letzte kleine Disclaimer. Also ich glaube, das wird eine Folge, die sehr viel Spaß macht, die aber auch manchmal echt so ein bisschen so das kann man doch nicht machen. Doch kann man.

Honey Weil wir das für uns nicht ausgeschlossen haben, dass es auch vorkommen könnte, dass ich irgendwie, gerade wenn wir über Sessions erzählen, die wir schon hatten, halt so Trigger Warning gegenüber alles, was irgendwie Bodyshaming ist, Ableismus, Lookism, also wenn da Menschen Probleme mit haben, dann könnte das auch, also die Stellen könnten ja vorher vielleicht nochmal angekündigt werden.

Sebastian Ich glaube, wir kündigen das jetzt einmal, liebes Publikum, wir lassen uns jetzt auch drin, die Diskussion im Grunde darüber. Ich glaube, wir haben es jetzt einmal gesagt, ihr wisst, wo der Stopp-Button ist und dann kriegt ihr das hin. Ihr seid alle groß und wisst, was ihr hören könnt. Mein Gott, ihr hört einen BDSM-Podcast.

Sebastian Also das wird schon passen. So, ich achte ein bisschen darauf, dass es vielleicht, also wenn ich jetzt hier gleich sitze und dann zitternd da irgendwie, dann muss man nochmal drüber reden, aber das hat bisher noch niemand geschafft und ich glaube, einfach mal drüber sprechen. Es gibt ja diesen Begriff Demütigung.

Sebastian Ist das etwas, was da schon in die Richtung geht, wo man sagen kann, machen eigentlich ganz viele, aber so ein Begriff wie ESM, die Leute haben einfach das Wort nicht dafür. Kann das sein, dass das eine übliche Praktik eigentlich ist, nur die Leute machen es halt, weil es keine Anleitung gibt?

Baum Ja, es ist auf jeden Fall ein Teil von ESM und das ist, glaube ich, der fast schon am einfachsten zugängliche Teil, weil das ja super häufig und super schnell, also es lässt sich super schnell sagen. Ich kenne irgendwie noch von einigen Jahren dieses Meme, so gib mir Tiernamen und dann so Schmetterling, nein, so Dirty Talk, nein, böser Schmetterling.

Honey Ja, also Demütigung und Schamspiele, das würde ich sagen, sind so die most common Sachen, die halt unter dem Umbrella-Term ESM passen und ESM habe ich das Gefühl eher vor so ein paar Jahren so als eigenständiger Begriff erst so richtig im Mainstream angekommen, aber es gehört, also so Schamspiel, Demütigung, das ist ja Sachen, die machen ja schon sehr viele Menschen.

Honey Und vielleicht nicht unbedingt zu dem Level, wo wir das manchmal machen, aber das gehört alles dazu. Alles, was irgendwie auf die emotionale Schiene abfährt. Und gleichzeitig, deswegen kann ja auch physische Sachen im richtigen Kontext und mit der Absicht, können ja auch emotional mehr wehtun, als sie körperlich wehtun oder auch einfach beides gleich viel.

Baum Genau, also wenn man irgendwie geschlagen wird oder jemand schlägt, weil man sich dann selber als Bottom vielleicht einredet oder einreden lässt, dass man es einfach verdient hat, geschlagen zu werden sozusagen. Das hat ja auch eine emotionale Komponente dadurch. Und es hat ja dann wie auch nochmal ein bisschen mehr Gewicht, als einfach nur in Anführungszeichen geschlagen zu werden.

Honey Das Horrorfall, der kann auch demütigend sein für viele.

Baum Ultra, total, ja.

Sebastian Also ich glaube, als Top-Person ist ja eigentlich so, findet für mich ja Kink im Kopf statt. Erst dadurch, dass ich eine Absicht habe, dass ich Dinge durchdacht habe, dadurch empfinde ich ja wirklich diese tiefe Befriedigung dabei. Die Schiene ist glaube ich auf jeden Fall da zumindest für alle Leute, die oben spielen, die kriegen ja in der Regel keine Haue, die ist es glaube ich sehr nachvollziehbar, dass da einfach was in einem passiert.

Sebastian Bevor ich jetzt ganz weit zurückspule zu euren Anfängen und wir machen das auch gar nicht zu lange heute, wenn man gehauen wird, dann weißt du, okay, das ist jetzt passiert. Aus welchem Grund auch immer, aber wenn dir etwas gesagt wird, wenn Worte dich treffen, du könntest ja, sie hat das eben ja schon gesagt, sie liebt dich.

Sebastian Du kannst ja immer im Hinterkopf haben, sie meint das ja gar nicht so. Und damit bist du ja immer fein raus. Ich will diesen Irrtum einmal kurz, zumindest am Anfang, jetzt auflösen.

Honey Suspension of disbelief.

Baum Ja, genau.

Sebastian Ist das so? Und dann gehst du ja total entspannt da durch. Sie meint es ja eh nicht so.

Baum Ja, aber eben diese Suspension of Disbelief.

Honey Das musst du erklären.

Baum Ja, ja, danke. Wenn man einen Film guckt etwa oder irgendwie ein Spiel spielt, dann folgt man dieser Story. Und die Storys haben dann irgendwelche magischen Elemente. Und man muss aber sich trotzdem irgendwie in diese Welt begeben, um irgendwie halt dann mitfiebern zu können und einfach zu glauben, okay, das existiert jetzt halt.

Baum Und so ähnlich ist es, würde ich aber auch sagen, bei eben ESM unter anderem. Also sich einfach in diese Welt, also sich darauf einzulassen, dass das jetzt gerade ein Teil der Realität ist. Und zu sagen so, ja, nee, aber sie hat ja recht mit einigen Punkten. Und einfach diesen Gedanken, sie liebt mich, einfach so ein bisschen beiseite zu schieben.

Baum Oder einfach beiseite zu schieben, nicht nur ein bisschen. Und ja.

Honey Ja, dieses kognitive Phänomen, weiß gar nicht, ob man das so nennen kann, nennt man halt Suspension of Disbelief.

Baum Genau.

Honey Und das funktioniert halt auch für Rollenspiele, also jetzt auch aus dem Kinky-Kontext für LARP, dass man sich halt einfach, das mit dem Film ist ein mega gutes Beispiel, man lässt sich darauf ein, so, ja, ich weiß rational eigentlich, dass das gerade nicht echt ist. Aber um halt das wirklich genießen zu können, tue ich jetzt so, dass es echt ist. Und das ist eine Übungssache.

Honey Manchen Leuten fällt es schwerer, manchen Leuten fällt es weniger schwer. Also fällt es einfach. Und dadurch, er weiß, dass ich ihn liebe, aber er lässt es quasi zu... dass das sein könnte in dem Moment, dass ich es nicht tue, um sich schlecht zu fühlen.

Sebastian In dem Moment glaubt er dir.

Baum Ich weiß es auch nicht in jedem Moment. Ich kann es theoretisch jederzeit rational abrufen, aber Emotionen haben diese sehr giftige Eigenschaft, dass sie dich selber überrennen und überwältigen.

Honey Nicht jeden, aber dich, ja.

Sebastian Geht los.

Baum In dieser Überwältigung von Gefühlen und Emotionen hört man dann relativ schnell auf, rational zu denken. Und diese Eigenschaft mache ich mir dann zu eigen, dann auch gar nicht zu sagen, okay, ich möchte jetzt kurz rational bleiben, ich muss mir klar machen, alles ist in Ordnung, sondern ich lasse mich vollkommen darauf ein, dass ich gerade in diesem irrationalen Gefühl drin stecke und dass sie mich gerade sehr, sehr schrecklich findet oder schlimm findet oder mich beleidigt oder sagt, ich bin, keine Ahnung.

Sebastian Vielleicht wie so ein Unfall, also etwas, wo ich reagiere, wo ich intuitiv reagiere, denke, mache, tue und in dem Moment habe ich ja nun mal keine Zeit, um darüber nachzudenken.

Honey Ja, aber manche müssen sich auch einfach ein bisschen aktiv drauf einlassen und das zulassen. Also für mich ist es nicht so, dass ich von meinen Emotionen unbedingt überrannt werde, gerade im Rollenspiel-Kontext. Ich bin mir dann schon sehr bewusst, also ich switche ja auch, dass diese Person mich nicht kacke findet in Wirklichkeit.

Honey Aber ich sehe mich dann so, nee, ich bin jetzt dieser Rolle und diese Rolle würde sich jetzt so und so fühlen und dann versuche ich mir, wieder hervorzurufen, wie ich mich mal so in Wirklichkeit gefühlt habe und dann dieses Gefühl so richtig doll zu steigern, bis ich das so wirklich fühle. Also ich steigere mich in eine Rolle rein. Ich ergesse es so wie, ähm, was ist denn das? Genau, ich komme nicht drauf.

Baum Rollenhygiene?

Honey Nee. Genau das Gegenteil.

Baum Achso, keine Ahnung.

Honey Method Acting.

Sebastian Oh, ah, okay. Ich muss jetzt echt, also liebes Publikum, ich habe gerade das Problem, ich möchte voll weiter ins Thema einsteigen, aber irgendwie müssen wir die Leute noch ein bisschen quälen und hinhalten. Bis von, hallo, das ist irgendwie Kink, das könnte ich interessant werden, bis zu diesem CT 2023.

Sebastian Möchtet ihr mir ein bisschen, natürlich möchtet ihr, deshalb seid ihr hier, möchtet ihr mir ein bisschen erzählen, wie euer Werdegang war? Wie habt ihr Kink überhaupt entdeckt? Was habt ihr entdeckt? Womit habt ihr angefangen? Es gibt tausend Fragen. Wer muss anfangen?

Baum Von Anfang an?

Sebastian Baum muss anfangen? Irgendwann wirst du ja mal festgestellt haben, dass irgendwas gut ist, was irgendwas mit Kink zu tun haben könnte.

Baum Ja, also ganz ursprünglich habe ich angefangen zu merken, dass ich Kink, dass ich kinky bin und es interessant finde, indem ich einen Film geguckt habe.

Sebastian Welchen.

Baum Mr. und Mrs. Smith.

Honey Oh weia.

Sebastian Ich werde ihn in den Shownotes verlinken, liebes Publikum.

Honey Alter Film.

Baum Alter Film, 2005 oder so, 2006.

Honey Guter Film. Hotter Cast. Beide.

Sebastian Jolie und Pitt.

Baum Genau, und eine sehr hotte Szene, wo Jolie dann in diesem Lycra oder Lackkorsett dann einfach da steht.

Honey Sie hat ja getan, als wäre sie eine Domina, um jemanden zu killen.

Sebastian Damit ist das Niveau schon mal klar.

Baum Genau. Und da dachte ich so.

Honey Du wärst ja nicht klingelt.

Baum Irgendwas daran finde ich gerade sehr, sehr spannend und dann fing da halt meine Reise in die Kink-Welt an. Das war noch nicht die Reise von ESM, noch nicht der Start davon, sondern erstmal so der Startpunkt von BDSM generell für mich, wo ich dachte so, hm, das könnte was sein, irgendwie das macht irgendwas mit mir auf jeden Fall.

Sebastian Und wie alt warst du?

Baum Äh, puh, 15, 14, ich war relativ jung.

Honey Das ist voll spät.

Baum Achso, okay. Ich weiß es nicht mehr, aber ja, keine Ahnung.

Honey Late Bloomer, ist okay.

Baum Und dann bin ich da so ein bisschen rumgedümpelt, hab dann irgendwie auch die SMJG gefunden und dann hab ich da noch mehr Wissen mir aneignen können, mit Leuten geredet.

Sebastian Moment, was war denn das, was du jetzt gut fandest? Also wo war so dieser Punkt? War es jetzt einfach die, ja, war es die Klamotte? War es das, was sie tut? War es irgendeine Interaktion? Also was war so im Hinterkopf? Das möchte ich gerne mal machen. Das möchte ich gerne probieren oder erleben. Das interessiert mich.

Baum Gibt es vielleicht da noch nie, also ich denke jetzt zum ersten Mal drüber nach.

Sebastian Ha, du wirst jetzt oft ähm sagen, das haben wir vorher besprochen.

Baum Vermutlich. Es ist, es ist glaube ich eine Sache von vielen verschiedenen Dingen gewesen. Es war einmal die Kleidung fand ich, ich glaube super ansprechend und hot und sexy und, dann die irgendwie diese Dynamik, die da zwischen den beiden entstand, also sie in ihrer Rolle halt, und er das Opfer, das demnächst getötet wird.

Baum Ich wollte nicht getötet werden. Aber er war halt einfach machtlos in seiner Rolle. Und das war einfach sehr, Super, super interessant, diese krasse Machtdynamik zu sehen. Und sie hat ihn, glaube ich, mit einer Peitsche geschlagen ein paar Mal. Aber das war jetzt nicht so das Ding. Es war einfach wirklich diese Mischung aus, diese Kombination aus Kleidung und Dynamik.

Sebastian Auch diese Macht und Ohnmacht.

Baum Genau, genau das. Und das war das, was ich am Ende dann sehr spannend fand. Ich habe das abends geguckt mit meinen Eltern zusammen und es war ein komischer Moment, weil ich dann am nächsten Tag dachte, okay, ich muss jetzt einfach auf jeden Fall, ich habe das ganz Internet durchforstet, nach was habe ich da gerade gesehen, weil ich hatte keine Worte dafür.

Baum so was, wonach suche ich? So an Genealogie irgendwas, irgendwas Schwarzes, irgendein schwarzes Oberteil. Ich wusste nicht, dass das ein Korsett ist. Und genau, hab dann einfach lange gesucht, auch nach dieser Szene, nach dem Skript irgendwie, ob da irgendwas geschrieben war. Und dann gefunden, ah, okay, es heißt Korsett.

Baum Und okay, dann gehe ich mal weiter, was da gerade passiert ist. Und Domina, alles klar, okay. Und dann googelte ich weiter und fand dann halt irgendwann, ah ja, BDSM. Interessant. Und kam dann ehrlich gesagt auch schon dazu, dass ich halt, also erst habe ich halt Pornos gefunden. Wie das halt, ich glaube, häufig auch ist, ja.

Sebastian Konnten die mit dem Film mithalten?

Baum Ja.

Sebastian Ich finde, wenn du teure, talentierte Schauspieler hast, du hast einen Regisseur, du hast ein riesiges Millionenproduktionsbudget und dann machen die so eine Szene so richtig auf den Punkt, da ist alles perfekt gestylt. Ja, natürlich ist das für ein Massenpublikum gemacht, aber zumindest optisch ist das so auf den Punkt, dieser Filmlook und diese Optik.

Sebastian Und dann komme ich auf diese Pornos mit einer Kamera aus der Jahrtausendwende, wackelig draufgehalten, mit viel Rauschen und Bildstörung, schlechtes Licht und also schlimmer kann der Abfall ja nicht sein.

Baum Ehrlich gesagt, was ich gefunden habe, waren nicht so Amateur-Pornos, sondern was ich gefunden habe, waren eher hochproduzierte Pornos. Ich glaube, King... Boah, das kann ich nicht sagen.

Sebastian Es gibt da so eine Plattform, die immer so ein schlossähnliches Ding zeigen. Okay, das findet ja jeder irgendwie.

Baum Richtig, und das habe ich dann gefunden. Und das ist ja eher hochproduziert. Und das war, also, das ist jetzt nicht Hollywood natürlich, Aber trotzdem, auf jeden Fall konnte das schon mithalten. Interessant.

Sebastian Das, was du gefunden hast, wobei die haben eine ganz gute Mischung, aber eigentlich ist ja eher die Frau unten, also deine eigene Position. Wovon hast du gesucht? Mann unten, Frau unten?

Baum Ich habe nach Femdom Pornos gesucht. Die habe ich auch gefunden. Anfangs habe ich nicht mal wirklich Pornos geguckt, sondern nur diese Vorschaubilder, die ja GIFs sind. Die habe ich einfach immer wieder gesehen, weil ich einfach, als ich 14, 15 war, dachte ich so, Pornos darf ich mir nicht angucken, aber GIFs sind erstmal noch in Ordnung.

Baum Das hat sich nach Wochen wieder gelegt. und ich dachte so, nee, jetzt gucke ich mir mein Porno an. Aber erst mal waren es nur diese Vorschaubilder, die ich schon sehr hot fand. Ja.

Sebastian Okay. Es ist innerhalb von 24 Stunden quasi.

Baum Ja.

Sebastian Ja, aber wenn du das hot findest, dann musst du ja auch Mitspieler finden und irgendwie dich austauschen. SMJG war tatsächlich die erste Ansprechstelle für dich oder man könnte ja auch, man geht ja zur Schule in dem Alter, vielleicht quatscht man mal mit Leuten da irgendwie, keine Ahnung, also wie war es, in Kommunikation zu treten als Individuum, das ist ja nochmal so ein Schritt und dann sind da andere Menschen und die denken ja das Gleiche vielleicht oder nochmal ganz anders, also ich finde diesen Schritt immer groß, aus dem eigenen Selbst rauszugehen, aus der eigenen Anonymität und zu sagen, ja, ich, bin irgendwie Teil davon oder Also.

Baum Wenn ich jetzt ganz ausschweifen soll.

Sebastian Kurz einmal kannst du es, zusammenfassend ausschweifen.

Baum Ja, ich versuch's. Aber ist mehr, als ich dachte, dass ich erzählen würde. Aber es fing dann halt erst mal an, dass damals gab es eine Seite namens Ask.fm, was heutzutage Tellonym ist oder so. Also kannst einfach anonymen werden die Fragen gestellt. Auf dieser Seite war ich aktiv und ich hab dann irgendwann dort den Account von GentleDom gefunden.

Baum Und ich hab dann bei GentleDom einfach die Frage gestellt, anonym, weil ich nicht irgendwie dazu zu close sein wollte, wo finde ich eigentlich Menschen, die auch kinky sind und in meinem Alter, also gleichgesinnte. Und der verwies mich auf die SMJG. Ich habe in der Schule nicht drüber geredet mit meinen MitschülerInnen oder so.

Baum Aber ja, auf Ask.fm habe ich dann die SMJG gefunden, sozusagen. Und ab der SMJG ging ich dann erst in den Chat, weil ich mich noch nicht auf die Stammtische getraut habe. Im Chat habe ich dann einfach angefangen, mich quasi anzufreunden mit den Leuten, die da so da sind. Und auch einige Kontakte, einige kenne ich noch bis heute, also kenne ich sicher heute noch, immer noch, in Hamburg zum Beispiel.

Baum Was ich halt auch gar nicht erwartet habe vorher, dass man sich so lange noch sieht. Und ich dachte so, ja, keine Ahnung, ich habe mich auch anfangs mit Leuten getroffen, was man auch nicht machen soll. Also nicht einfach mit fremden Leuten aus dem Internet treffen, die man im Chat kennenlernt, weil es könnte jeder sein oder es können alle sein, aber habe ich dann auch gemacht.

Sebastian Einmal zur Transparenz, der SMJG bist du treu geblieben, du hast da, wir werden heute nicht viel drüber reden, liebes Publikum, aber einmal ist es gesagt, du hast da eine Aufgabe bei der SMJG. So eine ganz kleine, möchtest du es erwähnen? Musst du wohl.

Baum Ich muss wohl, ja genau, ich bin mittlerweile bin ich ein Teil des Vorstandes der SMJG. jetzt schon seit ein... Ein oder zwei Jahren. Ich weiß gar nicht genau. Ich glaube, letztes Jahr wurde ich bestätigt. Ja, und halb.

Sebastian Also, liebe Vorsorge, wenn euch irgendwas in der ersten Minute gestört, zu spät. Wir reden heute nicht drüber. Heute ist das nicht Teil. Und wenn ihr irgendwas toll findet, könnt ihr es unter die Folge schreiben. Das ist okay.

Baum Gerne, ja.

Sebastian Okay. Also, du bist der Sache wirklich treu geblieben und da voll eingetaucht.

Baum Ja, weil ich den Zweck total klasse fand und irgendwie gedacht habe, ich möchte daran mitwirken. Und dann, wenn man irgendwie auch ein bisschen viel Zeit hat am Anfang noch und sich denkt so, ah, was mache ich mit dieser Zeit? Und irgendwie hatte ich doch total Lust, irgendwas Sinnvolles zu machen und dann findet man plötzlich eine sehr sinnvolle und sinnstiftende Aufgabe.

Baum Und das ist eigentlich total cool gewesen. Und jetzt bin ich da drin gefangen erst mal noch.

Sebastian Ist ja auch nicht so schlecht.

Baum Nee, ist nicht so schlecht.

Sebastian Mit Leuten in Kommunikation kommen, okay. Aber man muss ja, also irgendwann, man lernt ja dann zu formulieren. was mag ich eigentlich, wo zieht es mich hin und dann muss man ja irgendwie Menschen finden, mit denen man dann auch mal was ausprobiert. Das fällt einem ja nicht einfach so zu.

Baum Nee.

Sebastian Also man kann da nicht sich in den Chat einloggen und dann da sitzen und dann schreibt man einmal, ich stehe übrigens auf und dann kommt eine lange Liste und dann sitzt man da und wartet und dann klingelt es an der Tür und dann steht jemand davor und sagt, hallo, wir machen das jetzt. Das ist ja nun mal nicht so. Also wie hast du es geschafft, auch etwas zu erleben?

Sebastian Weil du musst ja auch erstmal testen, ist das nur im Kopf interessant? Oder macht mir das wirklich Spaß? Ich finde, das ist ja auch nochmal so eine Probe, wo man, ja, auch vielleicht so ein bisschen, also ich hatte Schiss damals zu überlegen, ja, das hört sich toll an, aber wenn das wirklich passiert, weiß ich nicht. hingekriegt.

Baum Über den Chat habe ich dann halt mich dazu überreden lassen, zu Stammtischen zu gehen. Und zwar zu mehr, also nicht nur den SMJG-Stammtischen, sondern auch zu anderen Stammtischen in Hamburg. Und auf diesen anderen Stammtischen habe ich dann tatsächlich Menschen kennengelernt. Also ich habe über Menschen kennengelernt. Aber auf diesen anderen Stammtischen war es dann, dass es sich da auch tatsächlich was Sexuelles gegeben hatte.

Baum Und das waren dann meine ersten wirklich sexuellen Erfahrungen, die ich dort kennengelernt habe. Also die Person, mit denen ich was gemacht habe, offensichtlich. Genau, und das hat einfach, also ich musste mich, ich musste einfach diesen Schritt wagen in die Realität, ins echte Leben und irgendwie mich zu einem Stammtisch mal hingehen und habe dann gemerkt, auch ehrlich gesagt, die Leute sind ganz nett.

Baum Es macht irgendwie auch Spaß, da zu sein. Und dann habe ich einfach so, am Anfang ist es auch ganz ungezwungen, ging ich dann einfach zu Stammtischen hin und auch zu allen möglichen. Ich habe in den ersten Monaten meiner Kink-Zeit sozusagen, habe ich so viel Stammtisch mitgenommen. Ich hatte auch sehr viel Zeit, weil ich gerade mein Abitur gemacht habe.

Baum Also nicht sehr viel Zeit.

Sebastian Deswegen. Du warst also sogar schon volljährig dann.

Baum Sonst geht es ja nicht.

Sebastian Es sind ja dann drei Jahre dazwischen seit dem Film.

Baum Ich kann nicht genau sagen, was ich dazwischen gemacht habe. Ich glaube, ich habe sehr viel masturbiert. Okay. Ich habe sehr viel in meinem Kopf einfach abspielen lassen. Ich habe sehr viel Fantasien einfach gehabt und dann einfach dazu masturbiert, aber ich habe tatsächlich, bis ich 18 war, keine realen Kontakte gehabt dahingehend und es war anfangs noch okay, aber als ich 18 wurde, war ich dann irgendwann auch so, ich würde gerne mal und warum habe ich das eigentlich noch nicht und ja, wurde immer ungeduldiger, aber genau.

Sebastian Ich frage immer so nach der ersten Erfahrung, wo man so spürt, okay, die Fantasien, die ich jetzt habe, jetzt sind sie ein reales Erleben geworden. Gibt es so einen Moment, du musst ja nicht sagen mit wem oder was im Detail, aber wo du festgestellt hast, jetzt ist es passiert. Und das erste Mal Kink, wo man das Label auch quasi dran schreiben mag für sich und wo man auch währenddessen sich vielleicht sogar bewusst geworden ist, boah, das passiert jetzt.

Sebastian Drei Jahren masturbiere ich dazu. Jetzt passiert es. Das ist ja nochmal ein anderer Moment.

Baum Ja, ehrlich gesagt, das war ein sehr aufregender Moment. Witzigerweise war mein erstes Mal Kink, als ich getoppt habe. Ich bin eigentlich bottom, ich toppe eigentlich nicht. Ich mache zwar manchmal so Service-Topping und so, Aber in dieser einen Szene oder Session hat es sich irgendwie so ergeben, wir waren zu dritt und die beiden waren irgendwie in einer Beziehung und einer Dynamik und ich war auch da.

Baum Und dann wurde ich eingeladen, hey, hast du nicht auch Lust irgendwie mitzumachen? Und dann war es einfach halt so, dass ich halt dann quasi umspielen müsste. Und das war dann aber trotzdem, auch wenn es halt komplett gegen meine Fantasien war, also nicht meine Fantasien entsprach, war das halt so ein Moment, in dem ich dann merkte, wow, ich glaube, das hier ist gerade Kink.

Baum Und das ist gerade, das passiert gerade hier wirklich. Das war schon sehr aufregend.

Sebastian Deine Fantasien waren auch eher immer unten.

Baum Genau, genau richtig. Das ist dann ein wenig später passiert mit meiner dann später ersten Freundin und da habe ich mich dann auch so Hals über Kopf ehrlich gesagt in so eine Dynamik begeben, was ich rückblickend, ich glaube die Intensität dieser Dynamik finde ich rückblickend nicht mehr so gut, weil ich 18 war und ich nicht überblicken konnte, worauf ich mich da genau begeben habe sozusagen also wie weitreichend das war und, Glaube zwar nicht, dass es mir geschadet hat, aber es hätte auch anders ausgehen können.

Baum Und das war dann eine sehr intensive Erfahrung trotzdem.

Sebastian Also eigentlich durch die SMJG und durch alle Möglichkeiten des Internets hast du eigentlich die Möglichkeit gehabt, alle Sicherheitsmechaniken und alles zu sehen und zu lernen und dann müsste man ja meinen, dass es nur vergangene Generationen gehabt haben, dass die in irgendwas reingestolpert sind, was fürchterlich ist.

Sebastian Wissen ändert an der Stelle, glaube ich, gar nichts. Es passiert halt.

Baum Vor allem, weil man mit 18 einfach auch sehr in dem Mindset ist, dass man das ja einfach, also ja, okay, ich habe das Wissen jetzt gehört, aber ich mache es ja besser jetzt oder ich weiß es ja besser trotzdem. Und da ging ich nicht dran vorbei. Keine Ahnung. Ich glaube schon, dass wir jetzt SMJG sagen, aber dass die SMJG da jetzt auch weiter sensibilisiert und besser sensibilisiert in Bezug auf solche Dynamiken, Das war damals vielleicht noch gar nicht so krass, der Punkt, auch wenn das so im Rande erwähnt wurde.

Baum Aber ehrlich gesagt war das im Chat auch häufig fast schon, naja, es war nicht selten, dass Menschen davon sprachen, dass sie in einer krassen, fast schon TPE-Dynamik waren, also TPE, Total Power Exchange. Und das war gar nicht so reflektiert dann, weil das ja fast schon sehr viel passiert ist. Und mittlerweile wird es, glaube ich, anders eingeordnet, was ich gut finde.

Sebastian Scheuch dich jetzt mal ein bisschen. Erste Freundin, Dynamik, viel ausprobiert, festgestellt. Ich unterstelle das jetzt einfach mal. Ja, egal unter welchen Umständen, irgendwie es packt dich und es ist gut. Vom Zeitraum her. Also ich versuche jetzt bis 2023 zu gehen, damit Honey auch endlich wieder dran ist.

Sebastian Wie hast du die Zeit bis dahin überbrückt?

Baum Bis 2023. 23.

Sebastian So, was hast du alles angestellt? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Oder wann hast du vielleicht auch verstanden, was dein Kink ist? Weil, ganz ehrlich, also ich hab mich da deutlich geirrt und dachte, das ist toll und das ist toll und das ist toll. Dann hab ich allen möglichen Kram gemacht und ganz andere Dinge gefunden, wo ich gesagt hab, oh, das ist ja viel krasser oder viel besser und andere Sachen, wo ich jahrelang dachte, das ist genau meins. Das war überhaupt nicht meins.

Sebastian Also mit Seilen kann man mich jagen. Ich hab kein Talent. Ich fand das früher mal spannend, bis ich es ausprobiert hab.

Baum Ja, anfangs dachte ich noch so, ich bin voll so der D/s-Mensch, also rein Dynamik und alles andere ist mir nix. Und dann hat sich das aber irgendwann gewandelt. Irgendwann so nach ein paar Jahren, drei, vier Jahre später oder so, dann habe ich plötzlich gemerkt, nee, Schmerzen sind voll mein Ding. Also ich bin offenbar eher so voll der Masochist und weniger so der Dynamik-Mensch, also voll der Natur-Devote oder keine Ahnung was.

Baum Dann war ich in dieser Schiene eine Weile unterwegs und hab dann, irgendwann festgestellt durch, ich weiß gar nicht mehr genau wie, ich glaube, ich hab vielleicht irgendwas auf FetLife gelesen oder irgendwo mit Leuten geredet und einfach ein bisschen gesprochen und dann hab ich festgestellt, ich glaube, ich möchte mal mehr in Richtung Erniedrigung ausprobieren.

Baum Und hab dann das auch mal einfach sehr verschärfend, also sehr verfolgt. Und auch mal auf Partys ausprobiert. Und dadurch dann am Ende so festgestellt, weil ich bei vielen Dingen, die ich davor gemacht habe, die fand ich im Kopf geil. Und dann aber, da hat sich sonst quasi halt sonst, Anführungszeichen, nicht viel getan.

Baum Und dann habe ich Erniedrigungen ausprobiert auf einer Party und das fand ich im Kopf geil und mein Körper hat auch reagiert. Also ich war so hart wie noch nie. Ich lasse jetzt hier wirklich die Hosen runter.

Sebastian Nein, ich wüsste bitte nicht. Ihr seht Honey nicht. Honey spricht mit ihrer Mimik. Wenn das ja ein Videopodcast wäre, ich würde einfach immer nur Close-Up auf ihr Gesicht zeigen. die ganze Zeit.

Baum Du bist röter als ich, glaube ich, gerade.

Honey Aber ich bin einfach ein gut durchbluteter Mensch.

Baum Ja, genau.

Sebastian Also, Honey, du erfährst heute offenbar auch Neues?

Honey Nee.

Sebastian Okay, dann ist ja gut. Ich bin gespannt. Gibt es was Neues, was ich noch nicht weiß? Wir sind ja unter uns.

Honey Ich bin auch dabei, ne?

Baum Ich, das weiß ich nicht. Also, ich glaube, meine Geschichte kennst du nicht so im Detail, wie ich das jetzt erzählt habe.

Honey Nichts war neu.

Baum Ja, über die Zeit habe ich ein bisschen was.

Honey Wir hatten eine Einjahres-Kennenlernphase.

Baum Ja, das stimmt.

Honey Ich weiß, glaube ich, alles.

Baum Nee.

Honey Nee, die langweiligen Storys kenne ich nicht. Oder was?

Baum Wusstest du das nicht bei Ask.fm?

Honey Nee, das wusste ich nicht.

Baum Genau, meine ich, ja.

Honey Aber auch nicht so spannend.

Baum Ja, das ist richtig. Aber es ist irgendwie ein Teil dessen.

Sebastian Was hat denn nicht gefunkt bei dir? Gibt es irgendwie Praktiken oder Erlebnisse, wo du gesagt hast, das hätte eigentlich gut sein müssen in meinem Mindset, aber da hat einfach nichts reagiert? Ja. Was hast du aussortiert?

Honey Also TPE bei Total Power Exchange, oder?

Baum Ja, das zum einen. Aber das ziehe ich fast schon in diese D/s-Dynamik da, also in diese D/s-Geschichte rein. Was ich nicht ganz aussortiert habe, aber ich habe es sehr zurückgefahren, weil ich feststelle, es ist wirklich nicht ganz so mein Ding. Was habe ich aussortiert? Ich glaube, ich habe mir sehr vorgestellt, dass ich so...

Baum So Pet Play, also dass ich so Pet Play total mag. Und das gibt mir leider gar nichts.

Sebastian Welches Tier?

Baum Ja, ich dachte, also anfangs dachte ich Hund, aber ich bin wirklich kein Hundemensch. Dann dachte ich Katze und dann dachte ich, ich bin auch nicht wirklich Katzenmensch. Und dann habe ich einfach irgendwann, nachdem ich noch überlegt habe, nimmt man Schwein, so Pig Play oder so, oder Horse Play, aber, oder nee, Pony Play heißt es.

Baum Aber nee, all das ist leider nichts für mich. Und das fand ich immer sehr schade, weil ich Masken und einfach so sich, so einfach irgendwas anderes, also auch äußerlich zu sein, immer super spannend finde, erfand und finde. Immer noch.

Honey So Fetisch-Gear.

Baum Ja, irgendwie schon. Also ich finde ja auch Masken weiterhin hot. Und ich hätte auch total so diese, es gibt ja bei Pony Play diese krassen Pferdemasken halt. Und ich finde sie so beeindruckend.

Sebastian Ja, aber das willst du nicht. Also ich habe so ein Ding mal hier bei einer Aufnahme auf den Kopf setzen dürfen. Das willst du für zehn Sekunden. Das ist gut. Ich finde das so beeindruckend, dass man das dann über Stunden, ertragen kann, aber Ich glaube.

Honey Manche finden es einfach geil. Also auch das Gefühl und dann halt auch diese jetzt als Pferd oder als Pony quasi sich zu präsentieren. Das ist ja legitim. Dafür nimmt man auch mal unkomfortabel sein in Kauf. Ich meine, Pleaser sind auch nicht so komfortabel. Und trotzdem trägt man sie.

Sebastian Ich empfehle in diesem Podcast immer, wenn es um Pet Play geht, probiere ruhig mal Waschbär aus. Das ist super. da darfst du sogar Papierkörbe ausräumen und sowas, das ist dann legitimiert.

Baum Ja, ja, ich sehe es, aber ich glaube tatsächlich Pet Play ist einfach nicht mein Ding, leider.

Sebastian Okay.

Baum Irgendwie. Also wie gesagt, meine Fantasie war das sehr, sehr hot und sehr, aber nee, ehrlich gesagt war es nicht hot, das war einfach sehr cool. Ich glaube, das ist das Problem, ich fand es nie hot für mich, sondern einfach nur aufregend und cool, aber dann halt habe ich daraus nichts gezogen, so weiter.

Baum Und dann war die Frage, ja, warum mache ich es dann sozusagen. Also natürlich kann ich es einfach machen, weil es Spaß macht, aber dann bin ich irgendwie ein Hund oder bin ich eine Katze und was mache ich dann? Also was mache ich dann aus dieser Situation heraus? Das habe ich dann nie so ganz verstanden für mich und dann dachte ich, nee, ich glaube nicht. Ganz fein.

Sebastian Okay. Jetzt kommt dieses CT, du hast mehr Erfahrungen gemacht bis dahin. Ich gehe jetzt mal bis zu diesem Punkt. Du liest diese Ankündigung des Workshops. Du hast festgestellt, ja, Demütigung, das macht schon was mit mir. Du hast eben gesagt, du hast alles möglich gemacht, damit du da teilnehmen kannst.

Baum Ja.

Sebastian Was hat dich daran fasziniert?

Honey Du hattest ja schon Erfahrung mit dem Thema.

Baum Ich hatte Erfahrung zu dem Zeitpunkt schon, genau. Ich hatte ein halbes Jahr vorher, ziemlich genau ein halbes Jahr vorher, war ich eben auf dieser Party und habe einfach mit Erniedrigungen sehr viel experimentiert auf dieser Party. Und das war eine sehr, sehr krasse Erfahrung. Und da wurde ich halt sehr, sehr, sehr hart.

Baum Und dann habe ich halt sehr viel gelesen dazu. Und dann eben habe ich zufälligerweise bei den Workshops gesehen für das CT, dass da eben How to Bully with Consent ist. Und mein erster Gedanke dazu war, dir zu schreiben und dich zu fragen, warum nennst du es nicht How to Bully online fast? oder so. Nee, How to Bully with Consent Fast in Bezug auf diese Serie.

Baum Und du hast einfach eine sehr nüchterne Antwort geschrieben und ich so, okay, es war nicht witzig.

Honey Das hast du nicht geantwortet. Ich glaube, ich kannte die Serie nicht.

Baum Ja, wahrscheinlich deswegen.

Honey Hast du mir das tatsächlich geschrieben?

Baum Ja, du kannst es noch sehen. Wenn du es jetzt nachguckst, würdest du es sehen können.

Honey Kann ich mich nicht drüber erinnern.

Sebastian Also wenn ihr das noch findet, diese Kommunikation irgendwo, Screenshots der ersten Konversation zwischen euch beiden, packe ich gerne in die Shownotes als kleines Artefakt für die Ewigkeit. großartig manchmal fangen ja, ich glaube das ist so ein Punkt manchmal fangen, aufeinandertreffen, Beziehungen oder Dynamiken fangen manchmal so atypisch an, dass man das eigentlich keinem erzählen kann, und ja, jetzt begann es halt mit einem nicht gelungenen Scherz, Aber hat ja funktioniert.

Baum Ich fand diesen Titel sehr spannend. Ich fand die Beschreibung einfach sehr interessant und dachte, okay, ich hatte bisher nicht die Gelegenheit, jetzt mit dieser neuen Erfahrung, die ich gemacht habe, mit Leuten zu reden, die ebenfalls viel Erfahrung haben. Also ich kannte Leute, die halt auch das Thema interessant fanden, aber halt keine Erfahrung hatten.

Baum und es war eben genau dieser Punkt von, okay, da hat jemand viel Erfahrung gemacht und ich möchte mit dieser Person über diese Dinge reden oder zumindest ihr zuhören, wie sie über diese Dinge redet, um einfach was mitzunehmen davon, und ja.

Sebastian Jetzt machen wir Stopp Jetzt haben wir deine Hintergrundstory Ich sehe hier auf die Uhr und ich sage mir jetzt schon, verdammt wir werden hier Probleme kriegen heute mit der Aufnahmezeit Das ist dann so.

Baum Drei-Stunden-Podcast heute.

Sebastian Ja, das sowieso. Also da habe ich keinen Zweifel dran. Liebes Publikum für euch, heute kommen noch Leute hierher und da werden wir den Grill anwerfen. Also versuche ich so viel Aufnahme wie möglich vor der großen Schlacht auf der Terrasse irgendwie erledigt zu haben. Mal gucken, wie gut das gelingt. Aber im Zweifel bleibt ihr über Nacht.

Sebastian Wir können morgen früher noch weitermachen oder heute Nacht irgendwann nochmal. Wir kriegen das schon hin. Aber Honey, ich bin super gespannt, wie das bei dir angefangen hat. Offenbar sehr viel früher. und auch so viel wie du erzählen möchtest von das könnte Kink sein bis zu diesem Workshop.

Honey Man erkundet seine Sexualität als Teenager. Ich glaube, bei mir war das mit 12 oder 13, ich weiß es nicht mehr genau, vielleicht auch schon mit 11. Und angefangen hat das, dass ich halt heimlich Erotika im Internet, die sehr schlecht geschrieben waren. Also die waren vor allem nicht für mich geschrieben, sondern von Menschen, die waren irgendwie dreimal so alt wie ich. Also so von, wie sie sich ausgedrückt haben.

Sebastian Mit dem passenden Vokabular, ja.

Honey Genau, deswegen fand ich das eigentlich gar nicht so spannend, aber ich hatte auch nichts anderes und ich fand's, ich hab mich nicht getraut Pornos zu schauen, weil ich tatsächlich, wenn ich Bilder gesehen hab, die pornografisch waren, fand ich das nie schön. War ja auch nicht hingezogen zu Erwachsenen, weil ich war ja noch 13, 12.

Honey Also ich war ja selber noch ein Kind, sah aus wie ein Kind, hatte halt schon Gedanken. Oder war zumindest, ich würde sagen, Gedanken ist zu viel fast. Ich war sehr neugierig. Das hat mich halt fasziniert und interessiert. Ich habe das noch gar nicht wirklich auf mich bezogen sehr lange, sondern eher immer nur als Zuschauende.

Sebastian Wenn ich eine Tierdoku sehe und die Löwen vermehren sich da und beißen sich und keine Ahnung, das ist ja auch, das beziehe ich nicht auf mich, ich nehme das wahr.

Honey Genau, genau. Für mich waren es auf jeden Fall jetzt keine Tierdokus, sondern halt eher, wenn dann auch bestimmt auch Sachen, ja tatsächlich auch Film und Fernsehen, also so Cartoons, die eigentlich für Erwachsene waren, wo dann irgendwelche Witze gemacht wurden und Anspielungen, die halt sexuell waren oder nicht in Ordnung sind.

Honey Und so dunkler Humor auch, finden ja viele 13-Jährige interessant. Manche Sachen waren aber für mich auch so, das klingt spannend, nicht nur witzig. Genau, und ich bin dann relativ schnell, weil ich auch sehr viel Mangas gelesen habe, im gleichen Alter und auch schon früher und auch gerne Anime geschaut habe, bin ich irgendwann auf Hentai gestoßen.

Honey Und das war dann der Porn meiner Wahl, weil das waren keine echten Menschen, deswegen fand ich es nicht abstoßend. Plus ich mochte ja eh den Anime-Manga-Stil, fand ich einfach toll. Ich glaube, weil das halt auch weg von der Realität ist, war das für mich irgendwie zugänglicher. Weil ich wollte nicht Realität, ich wollte Fantasie halt.

Honey Keine Ahnung, das musste ja nicht echt sein, was da passiert. Ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich am Anfang gelesen habe, aber ich weiß, dass so spätestens mit 15 habe ich eine gute Erinnerung dran, weil ich da auch mal dann eines Abends mit einer Freundin, die in der gleichen Klasse war wie ich, Wir kamen auf das Thema. Ich weiß nicht mehr wie, aber wir sind auf das Thema gekommen und sie war die Einzige in dem Alter, die mich in echt kannte, mit der ich jemals darüber geredet hatte.

Sebastian Auf das Thema, was war denn das Thema? Hieß das schon BDSM und Kink oder wie hieß das Thema?

Honey Nicht, sondern einfach nur so, was wir mögen. Und sie hatte angefangen damit, dass sie sich gut vorstellen kann. Wir hatten beide noch keinerlei Erfahrung. Beide komplett unerfahren, ungeküsst, alles. Ich glaube, sie war 16, ich war 15 und genau, dass sie sich eher vorstellen kann, halt eher so ein, dominante Rolle. Ich glaube, sie hat es auch als solche bezeichnet, im Bett zu übernehmen.

Honey Und ich habe halt gesagt, so ja, und ich das Gegenteil. Oder ich weiß nicht mehr, ob ich es so massiv schon als Begriff kannte. Weil für mich war BDSM noch kein Begriff. Ich habe aber halt von den Hentais, die ich konsumiert hatte, war mir schon bewusst, das ist jetzt auch kein Blümchensex mehr. Und wenn ich irgendwie, ich habe mit meiner Mutter auch so, gab es doch sixx, war so ein Frauensender, damals, der mit ProSieben zu tun hatte.

Sebastian Ja, mit so ganz vielen Einrichtungsdokus und so Zeugs.

Honey Ja. Ich habe mit meiner Mutter zusammen in dem Alter haben wir Paula Kommt viel geschaut. Weil wir das beide spannend finden, das ist auch so sexuelle Aufklärung für Erwachsene. Und ich habe da nie Sachen zu gesagt, sondern ich habe das mal geschaut und fand es halt spannend. Und meine Mutter hat manchmal Sachen kommuniziert, so ja, wieso sollte man denn Spielzeuge nutzen?

Honey Das ist ja, also so, wer denn Spielzeuge braucht, der hat ja irgendwas falsch gemacht in der Beziehung, keine Ahnung, irgendwie so. Und ich dachte mir immer so, also ich finde es eigentlich ganz cool, das hat ja eigentlich nichts Schlechtes zu sagen. Aber genau, deswegen hatte ich halt schon so, hatte ich eine, Einschätzung davon, was der durchschnittliche Sex eigentlich ist und wusste, okay, das, was ich an Hentais lese, ist es nicht mehr, weil die meisten Narrative hatten eigentlich immer mit, ja jetzt Triggerwarning-Vergewaltigungen zu tun oder Blackmailing, also Blackmailing auf Deutsch.

Baum Erpressungen.

Honey Erpressungen waren viel. Auch ganz viel Cuckolding. Oder halt Eifersuchtsgeschichten, also Cuckolding war ja eigentlich, dass man es mit Absicht macht, aber da war es dann eher so, die Freundin wird halt geklaut, hat eine Affäre. Also das war jetzt, das war Hentai so, das ist Fantasie, das waren keine konsensuellen BDSM-Beziehungen, sondern, genau.

Sebastian Gehe in jeden Buchladen und schlage ein beliebiges Buch auf, du wirst immer etwas finden, was um Gottes Willen geht gar nicht, nur bei Literatur ist das halt erlaubt. Und Hentai ist ja auch eine Kulturform, die eben das darstellt.

Honey Genau, weil ich habe immer die Comics gelesen, ich fand irgendwie Anime auch nicht so spannend, weil ich wollte es mit meiner Geschwindigkeit lesen. Ja, aber es war basically mein Dark Romance und ich wusste, dass das nicht okay wäre, wenn das echt ist. Aber es war ja nicht echt, es war ja alles gezeichnet und ich wusste auch, ich will das nicht haben.

Honey In dem Sinne, ich fand es einfach nur, und ich habe mich auch nie vorgestellt, dass ich einer von den Personen bin. Ich habe immer nur zugeschaut und fand es halt spannend, fand es... Mit 15 wusste ich dann auch, okay, ich finde es hot und hatte die Annahme so, ja, ich glaube, ich bin submissiv, weil es halt meistens die Frauen waren, die halt eher in der submissiven Rolle waren.

Honey Genau, und dann hatte ich mit 16 meinen ersten Freund und da habe ich mir nie getraut, das Thema anzusprechen, weil man halt schüchtern ist und sich nicht traut.

Sebastian Du wusstest schon, das ist schon etwas so Ungewöhnliches, dass das eventuell ein Makel darstellt.

Honey Ja genau, also ich hatte ein erfülltes Sexleben mit ihm, so ist es nicht, aber wir haben nicht groß drüber geredet oder wir haben gar nicht drüber geredet und dadurch war es dann schon trotzdem eher Vanilla und ich habe dann auch irgendwie auch übers Internet, ich bin gar nicht mehr sicher über welches Forum oder war vielleicht Tumblr oder Instagram oder sonst was, wo ich mal über eine Seite gestolpert bin, die tatsächlich Aufklärung gemacht hat über BDSM und da war ich dann so, oh warte mal, das ist genau das, was ich spannend finde in den Pornos. die ich konsumiere.

Honey Ah, und das nennt man so. Und dann, ah, und das ist Consent und das ist das und Aftercare und alles. Die haben alles erklärt, wirklich. Tatsächlich altersgerecht. Hatte immer wieder Probleme, dass sie trotzdem von Instagram gesperrt wurden und gelöscht wurden. Aber für mich war es total spannend, weil ich hatte die SMJG noch nicht gefunden.

Honey Weil ich dort erst den BDSM-Begriff gefunden habe. Ich glaube, es war Instagram. Darüber habe ich dann gewusst, das finde ich gut. Oder ich glaube, das finde ich gut. Das würde ich gerne ausprobieren. Habe es dann aber nicht gemacht. Also ich glaube, ich habe dann erst mit Anfang 18 mal jemanden auf einer Anime-Convention kennengelernt.

Honey Und wir haben dann eines Nachts gechattet und waren beide so, er war ein Jahr älter, also ich war gerade 18, er war 19. Ja, ich mag eher ungewöhnliche Sachen. Und er so, ja, ich auch. Und ich so, okay, was? Und er so, Petplay. Und ich so, oha. Und ich wusste, was Petplay ist schon, weil ich fand Kittenplay ganz toll.

Honey Und ich so, ah, ich mag Kittenplay. Und er so, ah, schade, ich mag lieber Puppy Play und ich war so okay. Aber fände ich das trotzdem okay und dann haben wir so in Dynamik angefangen auch zu chatten manchmal. Und wir hatten, ich bin sehr ländlich aufgewachsen, also extrem ländlich. Ich hatte keine Möglichkeit auf Stammtische zu gehen.

Sebastian Ja, willkommen im Club. Ich komme aus einer hessischen Kleinstadt. Ich glaube, das war die Plattform, die damals die aktive war, die SZ. Also diese Postleitzahl hatte einen Eintrag und das war ich. Das ist so die Gegend, wo Postleitzahlengebiete ziemlich groß sind. Eins. Und der nächste Stammtisch war dann tatsächlich 30 Kilometer weiter weg, aber ausschließlich für Frauen.

Sebastian Das wären 80 Kilometer gewesen. Fürchterlich. Man ist so allein auf diesem Planeten.

Honey Ja, mein nächster Stammtisch wäre, glaube ich, 50 Kilometer entfernt gewesen. Plus ich hatte kein Auto und es fuhr nur ein Bus. Und ich war halt so dörflich, der Bus hat anderthalb Stunden gebraucht. Und der wäre halt, um neun Uhr fährt der letzte Bus wieder zurück. Ich kann nicht auf den Stammtisch gehen, wenn ich halt dann nachts nirgendwo wieder nach Hause komme.

Honey Weil um neun Uhr ist man ja erst zwei Stunden dort, wenn es gut läuft.

Sebastian Wie hast du es gelöst?

Honey Ich bin ausgezogen.

Sebastian Ah, okay. Liegt auf der Hand.

Honey Mit dem Typen habe ich dann halt Video, also ich hatte mit ihm Camsex in Dynamik. Ich habe miaut und das war ganz ulkig, aber auch irgendwie hot. Und das habe ich dann noch eine ganze Weile gemacht, bis ich mit 19 mein Abitur fertig hatte und direkt ausgezogen bin für mein erstes Semester. Und dann habe ich ein halbes Jahr gebraucht, um mich das erste Mal auf ein SMJG zu trauen.

Honey Und von da aus war ich dann in der Szene.

Sebastian Ich mache mal eine Frage an euch beide. Man baut das ja über die Jahre unglaublich emotional auf. Durch alles, was man konsumiert hat. Jetzt trifft man auf Leute. Ist das nicht fürchterlich enttäuschend, wenn das alles in so eine leicht geregelte Bahn geht? Ja, ja, wir machen das mit dem, Anführungszeichen, mit dem Machtgefälle, Dynamik, ich sag mal Missbrauch, einfach mal als starken Begriff, aber wir machen es mit Consent.

Sebastian Dann ist doch der ganze Zauber weg und so. Also ich hatte schon mal dieses Gefühl, irgendwie die Tatsache, dass es dafür Erfahrung gibt, Regeln gibt, dass es Anleitungen gibt, wie man das halbwegs safe machen kann. Das nimmt ja dieser ganzen Ohnmacht so ein bisschen diese Echtheit weg, die man ja im Kopf hat.

Honey Für mich ist Ohnmacht nicht relevant. Ich glaube, dadurch ist das für mich kein Ding. Und meine ersten BDSM-Erfahrungen in echt waren auch ohne all diese Sicherheitsnetze. Also ich hatte so grob schon mal von Consent gehört, aber halt immer nur online gelesen. Meine ersten Erfahrungen, auch dieser Camsex, das war alles noch bevor ich in die Szene kam und halt wirklich gute Regeln gelernt hatte, wie macht man es besser und auch Menschen kennengelernt haben, die halt es besser gemacht haben.

Honey Das hat eine Weile gedauert und ich war dann froh drum, weil ich halt auch, also ich habe jetzt keinen Knacks wegbekommen, so weit ich weiß von Sachen, aber meine allererste in Person BDSM-Erfahrung, der Typ wusste gar nicht, was er tut. Das war super gefährlich, was wir da gemacht haben und ein Kink oder eine Praktik hat er für mich versaut. Also für mich ist Analsex immer noch ein Problem, weil der nicht wusste, was er da tut.

Honey Dementsprechend war ich dann froh, dass ich irgendwie gemerkt habe, oh mein Gott, es gibt auch Menschen, die machen das mit Bedacht. So, die denken vorher drüber nach und reden drüber. Crazy, das gibt's. Und dann gehe ich da nicht mit einem Schaden raus.

Sebastian Deine Rolle, dieses, ich bin jetzt nicht mehr nur submissive, das hast du ja irgendwann auch mal entdeckt. Das ist ja auch so ein schwieriger Punkt, weil jetzt entscheide ich mich ja doch für eine andere Seite oder ich stelle fest, mir macht noch mehr Spaß als das, was im Kopf war. Also der eigene Horizont ist offenbar zu klein.

Honey Wie hast du das gemacht? Ich glaube, ich habe recht, oder also im Verhältnis zu, damals hat es sich angefühlt, als würde ich es erst spät erfahren, dass ich auch toppen mag oder dominant. Dominant fühlt sich für mich nicht ganz richtig an, weil es halt wirklich mehr mir ums toppen und ums sadistisch sein geht.

Honey Aber ich habe das erst spät gemerkt, weil ich habe, wenn ich darüber nachdenke, mit Vanillapartnern mit denen ich dann BDSM ausprobiert habe, oder mit mir auch ausprobieren wollten wenn die das nicht so gemacht haben, wie ich mir das vorgestellt habe, dann habe ich mir häufig gedacht ja okay, dann zeige ich dir mal, wie es geht und habe sie quasi getoppt und die fanden es aber auch auf der Bottomseite nicht gut und dadurch, habe ich es nicht gut gefunden weil die ja eine schlechte Reaktion drauf hatten also die konnten halt damit nichts anfangen und waren so, okay, dann, okay, was machst du da jetzt? Aha, uh-huh.

Honey Und dadurch hat es sich einfach per Zufall ergeben, ich glaube, mit 20 habe ich jemanden kennengelernt, tatsächlich außerhalb vom BDSM-Kontext. Und wir haben was angefangen und er hatte halt so submissive Tendenzen oder halt fand halt Schmerzspiel und so auch cool. Und. Irgendwie sind wir einfach reingerutscht und dann war ich so, Moment, das ist irgendwie gerade super spannend.

Honey Und es war aber sehr anders, diese Art von Erregung, also ich habe sie sehr anders empfunden im Körper, als wenn ich unten gespielt hatte, was ich dann zu dem Zeitpunkt schon mehrmals erfahren hatte. Und dann habe ich mir, das ist jetzt ein bisschen eine Relation zu deiner Story, wo du hart wurdest. Ich habe mir dann zwischen die Beine gegriffen, wir waren zu Hause und war so, bin ich eigentlich horny?

Honey Und ich war horny, so eindeutig. Und war so, ah, okay, cool, finde ich also auch hot, weil ich hatte keinen Verlangen, Sex zu haben in dem Moment. Ich fand das wahnsinnig cool, ich fand das richtig hot, aber ich wollte nicht Sex haben, deswegen war ich mir nicht sicher, ob ich horny bin, aber offensichtlich war mein Körper horny.

Honey Nur halt so, also ich hätte Sex haben können und das wäre bestimmt super gewesen, habe ich mit Weile dann auch gemacht, aber es war halt nicht so ein ich will Sex haben.

Sebastian Sex vergessen.

Honey Ja, genau, weil die Situation selber schon so hot war. So, das hat keinen Sex gebraucht. Aber offensichtlich hat mein Körper reagiert, genau. Und so habe ich quasi dann realisiert, dass ich ein Top bin, eine Sadistin bin, weil in dem Moment fand ich das so hot, weil meiner Meinung nach war das wahnsinnig beschämend, was ich ihm da angetan habe.

Honey Ja, und von da aus habe ich dann versucht, irgendwie jemanden zu finden, mit dem ich mehr Erfahrung machen kann, weil die Beziehung nicht so lange gehalten hat. Hatte dann irgendwie mehrere Spielpartnerschaften, wo es einfach nicht gut gepasst hat. Bis ich mehr Leute kennengelernt habe, die dann genau das gut fanden, was ich gut fand, wo ich dann erst im Nachhinein halt den Begriff ESM für gefunden habe.

Sebastian Lass mich einmal zwischenfragen. Du hast gesagt, ich bin offenbar Top. Also ist man das oder ist das nicht eine Sache, die man tut?

Honey Ja, man tut es, aber offenbar finde ich es auch hot. Weil ich hatte davor halt gedacht, dass ich das nicht hot finde.

Sebastian Ja, ich meine euch beide jetzt mal wirklich dieses Identitätsding. Was bin ich denn eigentlich? Ist das etwas, weil dadurch, da verändert es sich ja doch zu sehr. Oder geht es darum, dass man erkennt, was da in einem drin steckt?

Baum Man ist, was man tut.

Honey Ja, und es ist halt ein Label, was ich mir ja selber geben darf. ich bin Top, ich bin Switch, ich bin Bottom, ich bin sadistin, ich bin masochistin das sind alles Labels, die ich mir gebe weil ich das mache und weil ich das gut finde, also weil, Ich bin es, weil es mir gefällt, quasi.

Sebastian Liebes Publikum, ihr könnt unter dieser Folge auf kunstderunvernunft.de Dinge drunter schreiben. Wenn ihr der Meinung seid, da hat sich gar nichts geändert oder es hat sich alles geändert oder, oder, oder, schreibt es einfach mal drunter. Vielleicht ist das ja auch mal ein Thema für eine Live-Sendung, wo man einfach mal schaut, wie weit man sich identifiziert mit seinem Kink.

Sebastian Oder ob wir heute in Zeiten leben, wo wir das gar nicht mehr zwangsweise müssen, sondern wo wir einfach den Kram machen und gut finden können. Das ist eine andere Lockerheit vielleicht auch da drin. Entschuldigung für den kleinen Ausflug, aber manchmal habe ich so Dinge im Kopf, da müssen die rein. ESM, das war dein erster Kontakt, ausgebaut. Bis zu, ich gebe dafür einen Workshop, ist ja dann doch eventuell noch so ein bisschen Erfahrung nötig.

Sebastian Das können nicht so viele Jahre gewesen sein, ich bin gespannt.

Honey Nee, waren dann…, Zwei Jahre, würde ich sagen, sind vergangen, bis ich mehr Menschen getroffen habe, die nicht nur einfach Femdom gut finden, weil das der Begriff war, den ich ursprünglich nur hatte für mich, sondern auch die Art von Dynamik, die ich mochte, für die ich noch nicht so viele Begriffe hatte, gut fanden, weil ich selber noch nicht wusste, was ich eigentlich mag.

Honey Ich musste das selber explorieren. Und ich habe dann halt Leute kennengelernt, mit denen es einfach, es hat halt gematcht. Es hat einfach Klick gemacht. Die Sessions waren einfach richtig cool und geil. Und ich musste nicht groß drüber nachdenken, so könnte die Person das jetzt gefallen, sondern ich habe einfach mal mein Stuff gemacht.

Honey Die Person wirkte nicht so, als würde sie es in dem Moment cool finden. Aber ich hatte bei der Person sehr viel Vertrauen, dass sie das selber einschätzen kann und selber ihre Grenzen setzen kann. Im Nachhinein haben wir drüber geredet und dann wurde mir gesagt, ja, war ultra hot. Und dann hast du das und das gesagt, das war super hot und ich war so, und wie fandest du das und das?

Honey Ja, richtig heiß. Und ich so, geil. Und dann haben wir mehr und mehr so Stuff gemacht.

Sebastian Bisschen Talent offenbar da?

Honey Von mir? Ich glaube, also ich finde Talent ist eine schwierige Sache. Ich glaube, niemand ist mit Talent geboren. Ich glaube, das ist immer, Sachen, wie viel hat man gemacht und ich glaube einfach in meiner Familie war so Tough Love, so ein Ding, wo man halt sich gegenseitig so mal ein bisschen so getriezt hat und ich glaube, deswegen kann ich das besser und bin sehr schlagfertig, weil das man in meiner Familie sein musste.

Honey Ja, bin schlagfertiger als andere Menschen.

Sebastian Lass mich mal nochmal die Frage stellen, dass du das erste Mal realisiert hast, was du da tust. Du hast wirklich jemanden emotional gequält. Ja, also. Ich weiß, der Begriff passt nicht ganz, aber ich möchte wissen, was ist in dir passiert oder wo hast du gemerkt, okay, das ist so der Punkt, der macht, der gibt mir jetzt was.

Honey Die Vorstellung, wie schrecklich diese Person sich gerade fühlen muss.

Sebastian Voll die Sadistin.

Honey Ja, sag ich ja, ich bin Sadistin. Ich mach da jetzt kein Geheimnis draus, außer auf Arbeit. Genau, nee, ich find's einfach, also häufig gibt mir der Kick innerhalb der Session schon genug, wenn ich das Gefühl hab, okay, der Person geht gut so, ne, also so und ich weiß rational, dass die Person das auch mag.

Honey Aber der Kick ist quasi, dass ich in meinem Kopf mir vorstelle, das muss gerade richtig peinlich, richtig scheiße für diese Person sein, so von mir behandelt zu werden. Ich würde mich richtig mickrig und eklig fühlen, wenn ich da jetzt auf dem Boden so kauern müsste und Fresse ins Gesicht kriege, Dreck in die Fresse kriege.

Honey Oh mein Gott, Fresse in den Dreck kriege. Und dann denke ich mir so hot.

Sebastian Ist es vielleicht dieses Motiv, Gott, zum Glück bin ich das jetzt gerade nicht. So eine Art Schadenfreude vielleicht?

Honey Oh ja, doch, Schadenfreude. Wahnsinnig doll. Aber ich finde ja teilweise die Sachen genauso gut als Bottom.

Sebastian Ach.

Honey Genau, also vielleicht, ich glaube, ich werde mehr Memme und ich würde nicht ganz so die Intensität mitmachen als Bottom. Aber prinzipiell finde ich ESM und Masochismus halt ja genauso gut.

Sebastian Das hast du auch alles unten erlebt oder ist das Theorie, dass du es unten auch gut findest?

Honey Ja, jetzt nicht die exakt gleichen Sessions, aber ja.

Sebastian Okay, das wird im weiteren Verlauf der Folge ja spannend. Also ich möchte, wenn du über Erfahrung sprichst, würde mich tatsächlich interessieren, ob das etwas wäre, was unten außerhalb deines Bereichs wäre oder ob du immer sagen kannst, ja, ich weiß, mein Gegenüber fühlt sich jetzt total schlecht und das macht mich geil oder das ist hot.

Sebastian sagst du mal, wenn ich, also wenn du sagst, ihr Gegenüber fühlt sich jetzt gerade total schlecht, aber ich könnte noch mehr. Also hast du dieses Gefühl?

Honey Ja, ja und das ist total der Turn-Off. Tatsächlich, damit habe ich eine Schwierigkeit und das fiel mir auch innerhalb meiner Kink-Geschichte echt schwer, wenn ich mit Leuten gespielt hatte, die sehr viel früher Grenzen gezogen hat, was super sinnvoll ist und super wichtig, aber wo ich mir dachte so, also ich hatte schon mal Sessions, wo ich mir dachte so, warum stellst du dich gerade so an? So schlimm ist das gerade nicht.

Honey Und das ist natürlich absoluter Quatsch. Für mich war häufig dann leider die Konsequenz, dass es nicht so gut passt, weil ich halt eine höhere Intensität gerne haben möchte. Das ist natürlich etwas anderes, wenn man dann schon irgendwie auch Emotionen miteinander hat, aber ich hatte eine andere Kernbeziehung, die nichts mit den Spielbeziehungen dann zu tun hatte. Und nee, fand ich meistens eher so, Lame, war ich mir ein bisschen...

Sebastian Du hast mehr gebraucht. Hast du jemals die Erfahrung gemacht, dass du unten warst und da eine Grenze setzen musstest, wo du gemerkt hast, okay, das ist jetzt sogar für mich zu krass? Also ich frage mich, ob du das...

Honey Ich muss drüber nachdenken.

Sebastian Grenzen werden gesetzt, ob du das nur von oben kennst, also dass dir dein, das Bottom dir Grenzen setzen muss oder es tut oder hast du es selbst auch schon getan oder tun müssen?

Honey Bestimmt, aber ich kann mich gerade nicht erinnern. Vermutlich aber häufiger eher, dass der Fall ist, dass eine Person mir sagt, was sie gerne machen möchte, und ich dann halt im Vorgespräch halt sage, also entweder sage ich nichts dazu, wenn das halt irgendwie so unsere Art von Kommunikation ist, dass ich quasi nicht, meiner Meinung nach, man muss nicht, wenn beide schon einen Stunden Erfahrungswert haben, jedes Mal vor jeder Session explizit sagen, was man so tut, sondern man kann auch drüber reden, okay, was wäre okay für Bottom und dann kann ich mir aus diesem Pool an Sachen was aussuchen und deswegen sage ich dann natürlich nicht, ah okay, du möchtest, keine Ahnung.

Honey Irgendein Beispiel mein BH tragen, dann sage ich nicht unbedingt, das mag ich nicht sondern ich mache halt die anderen Sachen, die er vorschlägt die mich halt auch interessieren, Und dadurch war, glaube ich, noch nicht so viel, dass ich Grenzen setzen musste, weil ich einfach nicht die Dinge getan habe, die ich nicht mag.

Honey Und ich kann mich gerade nicht an Situationen erinnern, wo jetzt, ja wobei vermutlich, wenn dann eher, dass halt jemand, also ich spiele hauptsächlich mit maskulinen Menschen, die sind halt häufig größer und schwerer als ich und auch stärker als ich häufig. und wenn jemand sehr aktiv physisch brattet, da habe ich schon Grenzen gezogen und auch mal gesagt, wenn du jetzt nicht aufhörst, dann breche ich diese Session ab, weil für mich macht das gerade keinen Spaß mehr, weil ich kann dich nicht kontrollieren, wenn du dich so wehrst. Das macht keinen Sinn.

Sebastian Und wenn du unten bist und erfährst Demütigung als Beispiel. Gab es mal einen Punkt, wo du gesagt hast, jetzt ist zu viel, jetzt muss ich eine Grenze setzen.

Honey Ich habe einmal richtig eine Session abbrechen müssen, wo wir vorher quasi uns eine Session überlegt hatten, die mich auch aber, also so neue Grenzen erkunden wollten und war es aber insgesamt einfach zu viel. Also wir haben mehrere Sachen gemacht, die neu waren und alle sehr intensiv waren. Das war einfach insgesamt zu viel und da ging es, das war viel ESM tatsächlich.

Sebastian Grätsch mal richtig rein. Von, dahin zu eben diesem Workshop 2023 bis zu der bis zu der Mail von ihm ja, Das klingt jetzt für mich so, eins hat das andere bedingt, das war einfach so eine Entwicklung, das ist so gelaufen.

Honey Ja, schon. Also ich habe halt irgendwie mich immer mehr gesteigert, schätze ich. Also mit verschiedenen Menschen, sowohl als Bottom als auch als Top. Und gerade als Top habe ich einfach dann herausgefunden, okay, das ist einfach mein Stil, das ist das, was mir am meisten Spaß macht. halt ESM-Sachen, sowohl Scham, Demütigung, jemanden beleidigen, jemanden mobben, niedermachen, dafür sorgen, dass mehrere Leute über die Person lachen.

Honey Das war einfach so, das wurde mein Ding. Und dann hat das dazu geführt, dass ich mir so, ja, ich glaube, ich halte einen Workshop mal drüber. Den habe ich dann auch auf ein Essen mitgehe, eingereicht, auf ein CT.

Sebastian Und jetzt sage ich einmal Stopp, wir machen jetzt eine kleine Pause, liebes Publikum, die Pause wollte ich vor 30 Minuten schon machen, aber das hat sich jetzt einfach so ergeben. Wir sind gleich wieder da. So, liebes Publikum, wir haben alle unser Wasser weggebracht. Und jetzt können wir endlich drüber reden, über das eigentliche Thema, über ESM.

Sebastian Ich würde vielleicht anfangen mit, da ist so ein Workshop und ihr könnt das ja mal beide aus euren beiden Perspektiven erzählen. Wenn ich mit so einem Thema vor eine Ansammlung von Menschen trete und will dieses Thema präsentieren oder erklären oder veranschaulichen, dann muss ich ja irgendwie anfangen.

Sebastian Also was waren so deine Stichpunkte, um zu erklären, was ist das, was macht man da und welche Beispiele habe ich?

Honey Emotionaler Sadomasochismus, das bedeutet, dass man gerne entweder bei der anderen Person oder bei sich selbst schmerzhafte bzw. prinzipiell unangenehme Emotionen fühlen möchte bzw. auslösen möchte bei der Bottom-Person. Und solche Gefühle können sein, sind typischerweise Scham, Angst, Ekel, Einsamkeit, Eifersucht und so weiter und so fort.

Honey Und die sind ja prinzipiell gesellschaftlich als unangenehm wahrgenommen und fühlen sich auch in der Regel unangenehm für Menschen an. Und manche Menschen finden es aber hot, sich schlecht zu fühlen und manche Menschen finden es hot, andere Menschen sich schlecht fühlen zu lassen. wenn das konsensual passiert. Und darum geht es in meinem Workshop und, Und dann aber ganz speziell über Mobbing, weil das so ein bisschen die Bezeichnung war, die ich damals auf jeden Fall hatte für meinen Stil.

Honey Also ich würde es halt als Stil oder Flavor bezeichnen von meinem ESM, weil ich einfach so typisch irgendwie so Schulmobbing-Vibes häufig hatte mit meinen Spielpartner. irgendwie, dass ich halt, ja, wie so eine Göre, die halt da die Person irgendwie ärgert und als Loser bezeichnet. Genau, ja.

Sebastian Sind das nicht alles Red Flags im BDSM?

Honey Was genau?

Sebastian Das alles. Das macht man doch alles nicht.

Honey Ja, aber also Scham.

Sebastian Und Mann mit Doppel-N schon mal gleich gar nicht.

Honey Aber also so Schamenspiel und Demütigung ist ja auch eine typische Sache bereits und wird viel praktiziert und dementsprechend, das macht man nicht, gilt meiner Meinung nach nicht, solange nicht jemand langfristigen Schaden nimmt, also mit Absicht. Alles legal ist, was man tut und alle das mögen und gut finden und das nur tun, weil sie es gut finden und hot finden.

Sebastian Also ich kriege im Moment, also Instagram ist da ein schönes Beispiel, da gibt es viele Menschen, die erklären Kink und da sind eben so Sachen wie, du musst dich sicher fühlen, ernst genommen fühlen, lass dich nicht verunsichern, lass dich nicht übertölpeln im Zweifel. Also es gibt so ganz viele Red Flags, die aufgezeigt werden, was immer heißt, das ist alles kein BDSM, das ist alles ganz nah an Missbrauch und Machtmissbrauch und alles mögliche.

Sebastian Und das finde ich immer so schwierig, wenn man so viel von möglichem Kink damit wegnimmt, weil man das alles für unmachbar erklärt.

Honey Also das ist ja aber gar nicht der Punkt, den diese Menschen sagen möchten. Der Punkt, den die Menschen sagen möchten, ist, wenn das halt nicht konsensuell passiert. So in den Dynamiken, die ich habe, bei denen ich ESM auslebe, da fange ich ja nicht an mit, ey du bist ein Loser, so küsse jetzt meine Schuhe, wie das ich schon gehört habe.

Honey manche Prodominas auf Partys tun manchmal, was, glaube ich, meiner Meinung nach nicht professionell ist und ich hoffe auch, jemand Gutes macht es tatsächlich, sondern ich lerne die Person kennen, ich rede mit der Person, ich finde raus, die Person mag das auch, findet das cool, dann redet man darüber, was man schon für Erfahrungen gemacht hat, was explizit man dann gut findet, und dann ist man so, hey, hast du Bock zu spielen?

Honey Oder an einem anderen Zeitpunkt, zum Beispiel man ist auf einer Party die dann wieder zufällig oder geht da zusammen hin und fängt halt an so ganz langsam. Zum Beispiel hatte ich auch eine Dynamik, wo die Person viel erstmal blöde Witze gemacht hat und ich daraufhin dann eingestiegen bin.

Sebastian Jetzt stehst du da vor einer Gruppe, die sich schon mal einig sind, dass sie an dem Thema interessiert sind. Ich kann mir vorstellen, dass viele sich das gar nicht trauen würden, in die Richtung zu gehen. Ja. Also was konntest du legitimieren oder wo konntest du sagen, das ist es eigentlich und das ist es vielleicht nicht mehr und wie konntest du den Menschen vielleicht ein bisschen diese Freiheit geben zu sagen, ja das kann ich machen, das ist legitim, das ist legitimer Kink, das ist möglich.

Honey Das ist ja mein Punkt prinzipiell, es ist legitim, wenn beide es wollen und Spaß daran haben und das explizit auch so ausgesprochen haben. Man sollte ja dann auch nicht direkt einsteigen. einsteigen mit, dass man jemanden, keine Ahnung, zum Beispiel fünf Tage ignoriert, das kann ja auch ESM sein und das wäre dann zum Beispiel ziemlich hardcore.

Honey Sondern einfach mal ein bisschen jemanden beleidigen für eine Session und danach dann ein Check-in machen. Hey, wie war das? Fandst du das gut? Und dann ist die Person so, das war richtig hot. Und dann hast du mich Schwein genannt. Oh mein Gott, wie hot das war. So, und dann kann man nächstes Mal ihn halt ein fettes Schwein nennen, wenn man darüber geredet hat, ob Bodyshaming halt ein okayes Topic ist.

Honey Und dadurch ist dann alles, was ESM ist, meiner Meinung nach legitim, wenn man halt so sich dahin steigert und ausprobiert und immer wieder zwischendurch auf Augenhöhe Check-Ins macht und schaut, okay, war das wirklich so, wie wir uns das vorgestellt haben, fanden wir das hot und dann halt auch Anpassung macht, weil manche Sachen sind dann doch nicht hot.

Honey So, vielleicht findet man das nicht geil, wenn man irgendwie in seiner Kompetenz runtergemacht wird. Also, dass man schlecht im Job wäre. Vielleicht hat man das ausprobiert und war so, nee, finde ich nicht gut. So, dann möchte ich gerne, das Thema möchte ich nicht besprechen. Aber wenn du mir sagst, dass ich, keine Ahnung, schlecht koche.

Honey Keine Ahnung, dann finde ich das geil. So Haushaltssachen, wenn du mir da sagst, dass ich halt unbrauchbar und lästig bin.

Sebastian Macht das einen Unterschied, ob die Person wirklich schlecht kocht?

Honey Ich glaube, das muss jedes Paar für sich beantworten.

Baum Das macht es glaubwürdiger.

Sebastian Jetzt steht sie da und fängt an, Dinge zu erzählen, von denen du, ich glaube, noch gar nicht so richtig wusstest, dass die verdammt gut sein können oder nicht in diesem Ausmaß. Also liege ich richtig damit, wenn ich sage, sie hat das mögliche Ausmaß vergrößert?

Baum Ja, auf jeden Fall. Ja, du hast in diesem Workshop halt sehr viel von deinen Erfahrungen erzählt, die du bisher gemacht hast. Du hast natürlich grundsätzlich über Sicherheit gesprochen und was dazugehört generell zu diesem Themenkomplex. Und dann hast du halt auch deine Erfahrungen halt geschildert. Und das war sehr viel Input, weil du hast danach eingeordnet und wir haben darüber geredet so ein bisschen.

Baum In dieser Gruppe. Aber diese Erfahrungen zu hören war spannend, weil ich dachte so, oh mein Gott, das klingt so hot. Oh mein Gott, ich will das irgendwie auch machen. Und es hat mir so viel Input gegeben, wo ich dachte so, oh mein Gott, das kann man alles machen. Also du hast einfach diesen kreativen Rahmen, den man sich selber gibt, sehr weit geöffnet für mich.

Baum und dadurch dachte ich so, ja okay, es geht nicht nur irgendwie Demütigung oder Erniedrigung auf so eine rein verbale Weise, sondern bei dir war das häufig auch mal sehr nonverbal, einfach durch Handlungen und Praktiken. Also wenn du einfach jemanden in den Matsch schubst und dann irgendwie drauf trittst und so weiter, ist das was ganz anderes als zu sagen, du Schwein, du stinkst.

Honey Wenn man dann noch dazu sagt, dass der ein kleines Schwein ist.

Baum Genau, das dann noch dazu, ist da noch eine weitere Sache oder indem du das halt einfach einordnest in ein bestimmtes Rollenspiel oder ein Rollensetting, also indem man halt irgendwie keine Ahnung, eine, Twitch-Streamerin ist oder so und dann, das meine ich damit. Und dann plötzlich hat man da noch eine Machtdynamik als weitere Ebene, also es layert sich einfach so wie so eine Zwiebel.

Honey Ich hab jetzt an so Kuchen gedacht.

Baum Ja, das wär besser.

Honey Das ist das Zwiebeln, denkst du?

Baum Zwiebeln bringen einen zum Weinen.

Honey Du weinst gerne.

Baum Genau.

Honey Also eigentlich nicht gerne, aber genau deswegen ja gerne, weil du es nicht magst.

Baum Genau.

Sebastian Was macht denn den Unterschied zu einer realen Erfahrung? Ich nehme mal eine von mir, Sebastian, Klasse 8. Englisch, zweite Fremdsprache, irgendwie ganze Mannschaft. Wir haben erst Englisch in der achten Klasse gekriegt. Ein bisschen merkwürdig vorher Französisch, war nichts gelernt, egal. Auf jeden Fall habe ich da das erste Mal dann irgendetwas aufsagen müssen und habe dann gehört, setzen sechs.

Sebastian Punkt. Das ist so, das ist mir im Gedächtnis geblieben. Das war brutal. Hätte, also wenn ich das jetzt im Hinterkopf habe, ich hätte sehr große Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass ein auch nur ansatzweise ähnliches Setting auf irgendeine Art und Weise hot sein könnte. Also gibt es einen Unterschied zu einer Erfahrung jetzt, die nicht in einer Dynamik ist, zu, das ist eine Erfahrung, die wirklich einfach nur demütigend ist.

Sebastian Kannst du den Unterschied erklären? Also kannst du ihn greifbar machen? Das ist gerade das, was ich von dir möchte?

Baum Das ist so eine gute Frage, weil ich mich das auch gefragt habe. Weil ich war dann halt einmal in einer Situation, wo das einfach wirkte, als wäre es ein richtiger Beziehungsstreit.

Honey Warst du mit mir?

Baum Nein, nein, nein, nicht mit ihr. Und das fand ich sehr, sehr hot irgendwie in dieser Situation. Weil, und ich habe mich gefragt, warum, also kann ich wirklich, also kann ich mir sicher sein, dass ich einen echten Beziehungsstreit nicht hot finde, weil das ist eigentlich, also wenn man sich wirklich streitet, ist das nicht cool.

Baum Also passiert, aber das sollte ich nicht sexualisieren. Und ich glaube, der Unterschied ist wirklich Einvernehmlichkeit. Dadurch, dass ich irgendwie wusste, dass das, was wir da gespielt haben, einvernehmlich war, konnte ich das am Ende sexualisieren. Also der Unterschied zwischen halt einer Situation in der Schule, die halt, wo andere Leute einen irgendwie fertig gemacht haben oder halt irgendwas anderem und eben, ESM ist Konsens. Und das macht irgendwie weirdly total viel aus.

Baum Also logisch, weil natürlich andere Praktiken, die irgendwie auch ohne Konsens total schlimm sein könnten, sind mit Konsens halt total nett. Also natürlich, ich werde nicht gerne geschlagen, außer ich möchte, dass ich gerne geschlagen werde.

Sebastian Ist Consent an der Stelle ein Stück weit Kontrolle, dass du die in Reichweite hast. Ich könnte ja jetzt die Situation retten. Also du hast noch einen Ausweg oder vorher wurdest du vor die Wahl gestellt. Damit ist es selbstwirksam.

Baum Das eher. Also es ist nicht der Punkt, dass ich da raus kann, weil ich ehrlich gesagt ganz gerne mit dem Gedanken spiele, dass ich da nicht so einfach rauskomme, auch wenn natürlich Einwilligungen kommen sind, das ist jederzeit widerrufbar und so weiter, aber der Gedanke, dass ich mich da freiwillig in diese Situation begeben habe, beziehungsweise irgendwann mal diesen Stein oder diesen Fels, einfach diesen Berg so runtergeschubst habe und dann rollt er von selber.

Baum Und dass ich diesen Anstoß gemacht habe, macht glaube ich den Unterschied, dass ich da selbst eben was dazu beigetragen habe.

Sebastian Ist das nicht die ultimative Demütigung, dass du im Endeffekt selber daran schuld bist?

Honey Uh, das ist gut.

Baum Hm, guter Punkt, guter Input.

Honey Das baue ich ein. Ja, genau.

Sebastian Hast du es dir so ausgesucht, du wolltest das so, jetzt ist es so. Die ganze Verantwortung trägst du selbst. Also ich versuche das echt so ein bisschen zu greifen.

Baum Übrigens alles Dinge, die ich auch schon mal in echt gehört habe in einer nicht so coolen Situation, als ich nämlich irgendwann mal versucht habe, mir Psychotherapie zu einer Sitzung zu gehen. Und ich war auch in dieser Sitzung drin und dann hat sie mir gesagt, sie haben sich das alles selber ausgesucht, was wollen sie denn von mir?

Baum Und das war eine wahnsinnig unprofessionelle Situation. Und ich war dann auch einfach sehr fertig danach, weil ich dachte so, was war das denn jetzt eigentlich? Also das war nicht cool und ich wusste das auch, dass es nicht cool ist. Und ich konnte da auch natürlich nicht sexualisieren, aber ich weiß genau, dass wenn das halt in einem Kink-Setting passieren würde, fände ich es halt sehr hot.

Baum Einfach, weil das plötzlich mit einem Willen passiert.

Honey Ich glaube, also das ist glaube ich der größte Teil. Ich glaube ein kleiner Teil ist auch noch, häufig findet man die Leute, die einen dann psychische oder physische Gewalt antun, gar nicht hot. Das ist ja auch ein Unterschied. Ich mache das ja damit Leuten, die ich halt prinzipiell schon mal begehrenswert finde.

Honey Und ich kann das auf jeden Fall besser sexualisieren von einem Menschen, den ich halt attraktiv finde, beleidigt zu werden, als von jemandem, wo ich mir denke, so, what the fuck, so, du hast mir gar nichts zu sagen. Also irgendeine Lehrerin, die halt dreimal so alt ist wie ich, das finde ich halt nicht hot.

Honey Ja, ich glaube, das ist auch ein Unterschied, ob man es überhaupt sexualisieren kann.

Baum Ja.

Honey Aber ja, Konsent ist das größte Ding. Ich kann es auch, ich kann nicht sexualisieren, wenn ich mir nicht sicher bin, dass die Person es hot findet.

Sebastian Sexualisieren ist das Synonym für, das ist gut.

Honey Ja.

Sebastian Okay, ja. Ich habe überlegt, was eigentlich so die harte Währung ist dabei. Also die harte Währung ist an der Stelle Aufmerksamkeit. Und also es ist hot, wenn es gewollt ist, wenn es geplant ist, wenn es boshaft ist und zwar nicht aus Versehen. Wenn sie dir aus Versehen emotional wehtut, dann ist sie einfach scheiße, weil da war sie nicht aufmerksam, da hat sie nicht aufgepasst.

Sebastian Die Währung ist die Aufmerksamkeit und die Tatsache, das geschieht bewusst.

Baum Genau. Und das war am Ende dann auch der Weg, wie ich dahin kam, zu merken, okay, sie mag mich, weil sie gibt mir diese Aufmerksamkeit.

Honey Ja, es war ultra obvious, dass ich dich gut fand.

Baum Ja, ich weiß. Warum sagst du das so empört?

Honey Weil ich empört bin. Immer noch. Dass du es damals ganz, ganz lange, mindestens ein halbes Jahr, warst du dir nicht sicher, ob ich dich mag. Und ich denke mir nur so, Junge, ich habe halt ständig mit dir geschrieben. Wir haben regelmäßig telefoniert. Du hast in meinem Bett geschlafen. Ich habe mit dir geflirtet.

Honey Ich habe dir gesagt, dass ich mit dir, also dass wenn ich dich beleidige, dass meine Art mit dir zu flirten ist. So, ich habe das alles ausgesprochen und dann habe ich dich halt weiter beleidigt und fand es halt gut, diese Unsicherheit auszuspielen.

Baum Aber ich habe auch gerne in dieser Unsicherheit gelebt, weil ich sie hot fand.

Honey Ja, genau, aber dann bist du selber schuld.

Baum Ich weiß, ich bin auch selber schuld daran, aber ich fand es wirklich witzig, dass wir nach einer sehr intensiven Session auf einer Party einfach, dass ich nach Hause ging oder quasi zu meiner Übernachtungsmöglichkeit und ich dann am Ende sagte, ich glaube, ich glaube, sie mag mich. So nachdem wir drei Stunden oder so in dieser Session waren, ich weiß nicht, aber in eine ewig lange Zeit.

Honey Das war auf der PPP, oder?

Baum Genau, richtig.

Honey Wo ich dich mit einem Baseballschläger verprügelt habe.

Baum War es ein Baseballschläger? Ja, war es. Genau richtig. Ja, stimmt. Genau.

Honey Und dann hast du zu Freunden, bei denen du übernachtest, gesagt, ich glaube, sie mag mich.

Baum Ja.

Honey Und das waren gemeinsame Freunde. Denen hatte ich halt schon, ich habe die ganze Zeit über ihn geredet. So, ich wusste, dass ich ihn mag. Ich habe auch mit anderen Leuten gesagt, dass ich ihn mag. Ich habe es nur ihm nicht so häufig gesagt. Gar nicht.

Baum Genau, das ist gezeigt. Und das ist gezeigt, indem du mir sagst, dass du mich scheiße findest.

Honey Dass du mir auf den Sack gehst.

Baum Genau, richtig. Dadurch hast du es mir gesagt.

Sebastian Ist das nicht total demütigend für dich, wenn er es einfach nicht checken will?

Baum Das ist eher für mich demütigend, wenn ich es nicht checke.

Honey Nee, ich fand's nö.

Sebastian Also was war denn die Verbindung, dass ihr da offenbar nicht voneinander lassen konntet? Weil irgendwie irgendein Gefühl zwischendurch hat euch ja gesagt, das passt schon so.

Honey Ja, aber es hat ja extrem Spaß gemacht.

Baum Ja.

Honey Also genau diese also bei ihm diese Unsicherheit die ganze Zeit zu merken und die halt ich konnte damit, glaube ich, spielen als wäre das ein Instrument. Und so, ich hab, er hat halt auch sehr viel Emotionalität in seinem Gesicht, häufig. Also, du bist für mich ein offenes Buch, außer wenn du müde bist oder so.

Honey Und damit halt irgendwie so zu spielen zu können, das hat so viel Spaß gemacht und mir gegeben, weshalb ich einfach hooked war. Und wir haben uns halt auch außerhalb von dieser Dynamik, die halt immer da war, wenn wir geflirtet haben quasi. Also immer, wenn es irgendwie flirty wurde, das war unsere Art zu flirten miteinander.

Honey Außerhalb dessen haben wir uns einfach wahnsinnig viel unterhalten. Und ich habe mich einfach sehr gut mit dir verstanden und wir konnten über sehr viele Sachen reden. Also wir haben ja nicht nur ESM die ganze Zeit gemacht, wir haben auch über Filme geredet, waren bei einem japanischen Filmfestival, haben viel Essen ausprobiert zusammen, haben über gemeinsame Erfahrungen mit der Kink-Szene geredet, weil wir einfach beide halt Orgas sind und schon ein paar Jahre dabei.

Honey so, also da waren ja einfach wahnsinnig viele Ebenen, auf denen wir uns gut verstanden haben, hatten einen ähnlichen Humor und deswegen mochte ich dich auch.

Sebastian Ich hätte da so eine Verständnisfrage, dass ihr den Consent hergestellt habt, vielleicht in einem Gespräch, das ist ja in so einer Flirtphase eigentlich noch gar nicht der Fall.

Honey Das ist richtig.

Sebastian Also eigentlich ist diese Regel missachtet worden. Verdammt. Und er war sich ja nicht mal sicher, dass das jetzt eine Situation ist, in der das Teil der Dynamik ist. Entschuldigung.

Honey Genau, da kann ich aufklären. Und zwar, also erstens, Warnung, das ist risky, was wir gemacht haben.

Sebastian Es war jeder für sich, liebes Publikum, jeder für sich.

Honey Es ist risky und wir sind damit Risiken eingegangen. Gleichzeitig, ich glaube, wenn man bei jeder einzelnen Situation dabei gewesen wäre und wirklich alles mitbekommen hätte, hätte man deutlich gemerkt, das ist eine Steigerung und es war nicht von jetzt auf gleich so ein Extrem, sondern ich kann mich noch genau erinnern.

Honey Wir hatten uns schon eine Weile gekannt, bevor ich das erste Mal halt auf diese Art und Weise mit ihm geflirtet habe. Und... Dann habe ich in der gleichen Nacht noch, hat er in meinem Bett geschlafen. Ich habe ihm angeboten, ob er in meinem Bett schlafen möchte. Und habe ihm auch aufgeklärt, so von wegen, naja, war schon irgendwie mal eine Art zu flirten mit dir, indem ich dich halt verunsichert habe.

Honey Also ich habe das explizit ausgesprochen am ersten Abend schon, an dem ich das so gemacht habe.

Baum Ich habe dich sogar gefragt, einfach weil...

Honey Ja, weil du so verwirrt warst. Und da dachte ich mir, okay, da muss ich jetzt mal Klarheit schaffen.

Baum Genau, richtig, ja.

Honey Ja, aber und dann hatten wir auch immer, wenn wir intensivere Zeit verbracht haben, zum Beispiel ein längeres Wochenende, wo viel sowas passiert ist, haben wir dann am Ende die vier, fünf Stunden, bevor wir dann wieder uns trennen mussten für die Distanz, fahren wir in verschiedene Richtungen wieder, ein Gespräch gemacht, wo wir beide sehr stark auch das machen mussten, dass wir halt auf Augenhöhe reden.

Honey Also das war dann teilweise auch schwer, wenn man dann ja doch wieder flirten will auf diese Art und Weise, aber die ist halt nicht sinnvoll, sodass es dann halt auch nicht mehr nicht gut, wenn man da nicht mal aus der Dynamik raus geht. Und dann habe ich halt explizit hören möchten, wie war das für dich?

Honey War das gut? War irgendwas zu viel? Was hat dir besonders gefallen? Ich habe überlegt, das und das zu sagen. Wäre das okay gewesen? All solche Sachen. Und dann habe ich halt offenes Feedback von ihm bekommen, so von wegen, ja, das fand ich richtig hot oder nein, das fand ich irgendwie doof. Und so hat man sich dann angepasst und halt weiter steigern können mit der Zeit.

Honey Und das waren unsere Consent-Gespräche, die waren dann häufig... Viel war halt im Gespräch, was ich von ihm erfahren habe, was er hot findet, was ich dann eingebaut habe und dann im Nachhinein durch die Check-ins.

Baum Aber wir wussten auch vorher schon, also wir haben uns ja über diesen Workshop mehr oder weniger kennengelernt. Also eigentlich das richtige Kennenlerngespräch hatten wir ein paar Monate später erst, wo wir uns dann auch länger unterhalten haben. Und da wurde dann ja dann auch klar, dass wir beide ein Interesse an diesem Kink haben.

Baum Und auf diese Weise, weil wir dann auch eine gegenseitige Sympathie äußerten, haben wir dann uns langsam dahin gesteigert, dass wir es überhaupt angefangen haben.

Honey Moment, also erstmal, dir habe ich noch nicht gesagt, dass ich Sympathie hatte, bevor ich nicht angefangen habe zu flirten, aber ich wusste, dass du mich gut findest.

Baum Ja genau, meine ich ja. Stimmt, ich sage dir gegenseitig.

Sebastian Also der Rettungsanker ist an der Stelle die Tatsache, dass ihr durch diesen Workshop aufeinander getroffen seid. Das gibt ja quasi die gemeinsame Basis und es wäre unmöglich, dass du nicht verstanden haben könntest, dass wenn sie jetzt arschig zu dir ist, dass das in dem Kontext ist. Ich glaube, selbst wenn du unsicher warst, du hast es dann wenigstens gehofft.

Baum Genau, das ist ja auch so, das ist genau der Punkt. Einfach einmal diese Unsicherheit zu haben auf der einen Seite und diese Unsicherheit einfach auch, sich so reinzufühlen und reinzusetzen, aber auch dann gleichzeitig diese Hoffnung zu fühlen, dass das passiert, weil sie mich mag.

Sebastian Du wusstest es doch eigentlich, weil das zu der Palette der Möglichkeiten gehört. Oder der leise Zweifel. Also was macht die Sache so echt, obwohl ja eigentlich klar ist, das ist der Kink, der funktioniert so, jetzt passiert das so, dann weißt du ja immer im Hinterkopf…, Nein, nein, das ist ja alles da, Teil davon, das passt alles, alles entspannt.

Baum Echt wurde es dadurch, dass Zuneigungsbekundungen, wie man sie sonst bekommt, nicht existierten. Also wir hatten keinerlei irgendwie, also.

Honey Er durfte mich nicht anfassen.

Baum Ich durfte sie nicht anfassen für eine lange Zeit. Als wir im gleichen Bett schlafen, war das auch eine Trennung. Also wir haben halt beide auf unserer Seite geschlafen und da fand kein Körperkontakt zwischen uns statt. Sie hat mir nie gesagt, nie explizit gesagt, dass sie mich mag oder dass sie mich attraktiv findet oder sonst was.

Baum All das fand nicht statt, sondern all das war versteckt hinter einer Fassade von eben Beleidigungen oder ESM oder sowas. Und deswegen konnte dieser Zweifel so lange einfach aufrechterhalten sein.

Sebastian War das ein Verlust, als der Zweifel weg war?

Baum Es war kein Verlust. Es war schön, dass eine so lange Unsicherheit, existierte. Ich würde auch sagen, dass sie auch noch immer in manchen Situationen da ist.

Honey Echt?

Baum Weil es, nee, nee, nee, nicht, ob du mich magst.

Honey Okay.

Baum So, das ist durch. Das habe ich gecheckt.

Sebastian Honey, das ist dir auch wichtig, dass er das weiß.

Honey Ja, ja, ich glaube schon. Ja, nee, mittlerweile fände ich es komisch, wenn der mal unsicher ist, weil ich mittlerweile einfach ihm wahnsinnig häufig sage, dass ich ihn liebe. Also es ist ja mehr als nur, dass ich ihn mag, draus geworden, was ich nicht erwartet habe, ehrlich gesagt. Also ich habe nicht damit gerechnet.

Baum Ja, aber es ist, die Unsicherheit bezieht sich darauf, wie also ob und wie attraktiv du mich findest. So äußerlich. Das ist der Punkt.

Sebastian Findest du ihn attraktiv?

Honey Das darf ich dir jetzt nicht ohne einen eigenen Anwalt beantworten.

Sebastian Also das heißt, du würdest es ihm eher nicht sagen, auch wenn es so wäre?

Honey Da habe ich gerade keine gute Antwort drauf.

Sebastian Liebes Publikum, genießt das mit mir zusammen.

Baum Nee, also es war kein Verlust, dass dieser Zweifel weg war, sondern er ist ja auch etwas gewichen, was ja auch schön ist oder vielleicht sogar schön an mich. Einfach dann Verlässlichkeit und irgendwie eine sehr schöne Beziehung.

Honey Ich habe doch eine Antwort darauf. Und zwar, wenn ich ihn wirklich richtig unattraktiv finden würde, dann wäre ich nicht mit ihm zusammen. Das ist meine Antwort darauf. Also wenn ich ihn richtig hässlich finden würde und abstoßend, dann könnte ich nicht so viel Zeit mit ihm verbringen. Ja. Punkt.

Baum Du wirst gerade richtig sympathisch.

Honey Aber du siehst halt nicht aus wie ein Model.

Baum Ja, das ist richtig.

Honey Aber das ist okay.

Baum Ja. Bin ich fair. Bin ich fein.

Sebastian Was ist das denn mit Außenstehenden, die mit eurer Dynamik nicht vertraut sind und kriegen etwas mit? Müsst ihr da immer hin und das erklären? Oder erklärt ihr das vorher? Ja, die ist ein bisschen patzig zu mir, das ist aber okay, das ist unser Kink. Oder also normalisiert ihr das in irgendeiner Art und Weise?

Sebastian Oder ist das halt das Opfer, was die Umgebung bringen muss?

Honey Also unser Kink-Freundeskreis, wir haben halt genügend gemeinsame Freunde, die viel halt über den SMJG-Kreis und über Stammtische, Partys, was auch immer man so kennt, die kennen alle unsere Dynamik mittlerweile. Ein paar von denen fanden anfangs das, glaube ich, irritierend, weil sie selber nicht sicher waren, ob ich ihn wirklich mag.

Honey Aber ich glaube, mittlerweile kommen eigentlich alle damit gut klar und viele finden es auch cool so oder mehrere finden es selber cool und feiern unsere Dynamik richtig doll und für Außenstehende, die nicht kinky aufgeklärt sind, mache ich das halt nicht. Da sind wir halt ein normales Paar. Also ich beleidige ihn nicht vor Familie.

Sebastian Fällt dir das schwer, dann den Modus zu wechseln?

Honey Mittlerweile nicht.

Baum Am Anfang manchmal.

Honey Ja.

Baum Dann rutscht es dir sehr häufig noch aus.

Sebastian Wie war das denn für dich, wenn sie dann in Umgebung von ich weiß nicht, Verwandtschaft oder so, wenn sie dann ja nee, es sieht so gut aus und das würde nicht lügen. Das müsste dich ja fertig gemacht haben, dieses oh Gottes Willen.

Honey Nee, ich beleidige ihn einfach nur nicht.

Baum Genau richtig.

Honey Ich überschütte ihn nicht mit Komplimenten, so geht's hier nicht, aber ich beleidige ihn halt nicht und gehe nicht in die Dynamik mit Absicht rein. Sondern, aber man, das macht man ja auch nicht vor seinen Eltern, dass man dann sagt so, er ist der aller, während er daneben sitzt, vor allem, er ist der allerbeste und er ist so wunderschön. Das ist einfach weird.

Baum Ich stelle mir gerade eine Person vor, die das gerade hört und sie denkt so, warte, ich mache das.

Honey Okay, good for them.

Baum Actually. Es war tatsächlich seltsam, als ich letztens in dieser Prüfungssituation war und du mir einfach sehr viel Lob gegeben hast und meintest, dass ich das schaffe und dass ich das gut mache. Und ich dachte so, das ist seltsam, weil es anders ist.

Sebastian Da muss ich Angst kriegen, weil das ist so diese, sie hebt mich jetzt so hoch, damit ich tiefer fallen kann.

Baum Ja.

Sebastian Da hätte ich so ein bisschen Schiss, ne?

Honey Tatsächlich war es eher, dass ich ihn schonen wollte, weil er sich auf seine Prüfungen konzentrieren musste dringend.

Baum Ja, und ich konnte mich in dieser Prüfungsphase auch wirklich nicht auf Kink konzentrieren. Deswegen habe ich auch nicht daran gedacht, dass es dann irgendwie so, oh, muss ich jetzt Angst haben, weil ich dann tief falle. Aber es war trotzdem ein seltsamer Moment, als sie mir sagte, dass ich das irgendwie gut machen würde und ich dachte so, eigentlich so, ja, ich finde gut, dass du das sagst und ich brauche, dass du das sagst gerade auch, aber es ist auch seltsam, dass du das sagst.

Sebastian Lass mich mal in dich reingucken. Wenn du dich unwohl fühlst und sie tritt nochmal nach und es ist ja nicht so, oh das fühlt sich jetzt irgendwie dann doch gut an, weil irgendwelche Pheromone im Körper sagen, oh ja, sondern es ist in dem Moment einfach doof. hast du so ein Gespräch mit dir selbst oder, was gibt dir diesen Punkt zu sagen ich bin jetzt an der Stelle still weil manchmal ist es ja so dass Menschen dann irgendwann ausflippen und sagen boah spinnst wohl das gebe ich mir nicht mehr und ich gehe jetzt und fertig also dass man einfach dass irgendwann das Maß voll ist, Gab es diesen Punkt mal oder wenn es ihn nicht gab, warum tritt er nicht ein?

Baum Ich war häufig überfordert von dem, was sie sagte, weil ich damit nicht rechnete. Teilweise war es auch wirklich witzig. Ich habe einfach sehr viel gelacht, weil ich dachte, das stimmt irgendwie, das trifft zu. Und irgendwie ist es witzig, das da so zu äußern. Und ich war dann einfach nicht schlagfertig. Aber dann hat sie diese Momente, wo ich dann einfach versucht habe, eine Antwort zu ringen oder so ausgenutzt, um dann weiter nachzutreten.

Honey Du bist auch immer noch nicht so schlagfertig.

Baum Ich bin auch immer noch nicht so schlagfertig. Nein, bin ich nicht. Und dadurch ist man dann am Ende so nicht überfordert, sondern einfach so völlig am Ende mit seinem Latein und weiß dann gar nicht mehr, okay, was sage ich jetzt eigentlich noch auf irgendwas davon? War jetzt so viel auf einmal? Und das ist der nächste Moment, wo sie dann sagt, ja, sagst du nichts mehr oder was?

Sebastian Das Tempo ist es also. Es gibt doch diesen Moment, wo all das auf einen einströmt und dann wird man irgendwann wütend und flippt aus.

Honey Nee, eher nicht.

Sebastian Das gibt es nicht, ja?

Honey Also eher nicht, meiner Meinung nach. Zumindest nicht in unserem Beziehungskontext.

Baum Das habe ich manchmal bei Schmerzen. Wenn die Schmerzen so stark werden, dann werde ich wütend. Das ist richtig. Aber das ist bei physischen Dingen halt so. Bei emotionalem war das bisher nie so. Das ist, glaube ich, dein größtes Ärgernis. ich habe nie geweint, weil du mich fertig gemacht hast, sondern ich habe geweint, weil es dann am Ende, weil du mich getröstet hast, am Ende.

Honey Ja, oder ich irgendwas Liebes gesagt habe, dann hast du angefangen zu weinen. Ich habe es trotzdem genossen, wenn du weinst, immer. Ich genieße es auch immer noch, wenn du weinst. Also vor allem, wenn es irgendwie Dinge sind, die related to Kinks sind, aber ... Nie, weil ich gemein war.

Sebastian Honey, hast du vielleicht auch mit anderen mal die Erfahrung gemacht, dass so ein Wutausbruch dann kommt? Das ist ja vielleicht auch so ein Safety-Ding. Wie reagiere ich dann, wenn mein Gegenüber, wenn offenbar wirklich das Maß so voll ist, dass die Person sich selber auch nicht mehr unter Kontrolle hat, weil es jetzt einfach zu viel war?

Sebastian Das ist ja durchaus eine Gefahr und dann ist das im Zweifel auch für dich eine physische Gefahr, wenn die Person sagt, es reicht mir jetzt und schieb dich einfach weg, wenn es einfach too much ist.

Honey Hatte ich auch noch nicht, dass Leute so reagieren auf too much Beleidigungen und ESM. Also ich denke bei physischen Sachen, also wenn es halt auch mit physischer Überforderung ist, ich hatte auch noch nie, dass mich dann ein Spielpartner angegriffen hat oder so, sondern halt wenn dann Verteidigungsmodus und dann macht man halt eine Pause und wartet kurz und dann macht man ein Check-in.

Honey okay, wie geht's dir jetzt und vielleicht sollten wir aufhören, ich hatte schon mal, dass jemand sich so, aber das hat jetzt nicht explizit damit zu tun, ich habe jemand sich so sehr beim Raufen gewehrt dass ich einen Tritt mit einem richtig dicken Stiefel ins Gesicht bekommen habe und dann habe ich abgebrochen, weil ich halt so kurz war so, habe ich eine Gehirnerschüttung ähm, Aber nee, also so, dass jetzt jemand, keine Ahnung, so wütend wird, dass die Person irgendwie, wenn ich Angst habe, dass die Person handgreiflich wird, nicht.

Honey Aber ich glaube, es ist auch nicht der Typ Mensch, der mich anzieht, der irgendwie Aggressionsprobleme hat. Weil da sehe ich ein großes Problem, wenn jemand seine, also halt gefährlich wird, weil die Person nicht weiß, wo es sonst hin soll mit sich. Viele werden ja eher, die kehren dann in sich selber rein oder fliehen, aber nicht bei Beleidigungen, dass man dann also so, und wenn bei Beleidigungen ist es ja eher, dass die Person zurückschießt, auch mit Worten.

Sebastian Ja, also ich sehe das, also ich weiß nicht, ob das eine reale Gefahr ist, weil dadurch, dass ihr ja den Konsent habt über diese Sache, dass ihr das beide wollt, dadurch ändert es sich wahrscheinlich. Ansonsten, ich meine, das ist so eine klassische Szene im Film, dass sie redet auf ihn ein, beleidigt ihn, du kriegst das nicht hin und das Haus ist bald weg und du bekommst die Beförderung nicht, und dann bringt er sie um.

Sebastian aus einem Reflex und im Zweifel, ich glaube das habe ich beim Schirach mal gesehen im Zweifel wird er dann freigesprochen weil die geistige Situation in dem Moment eine Kurzschlusshandlung also dass es so weit geht dass sogar quasi ein Mord damit gerechtfertigt werden kann, dass in dem Fall die Frau so viel redet, wie weit weg ist das davon?

Honey Das Ding ist aber halt in der Regel ist das nie diese eine Situation sondern in den allermeisten Fällen von dem was ich weiß statistisch, gab es vorher schon Aggressions- und Verhaltensauffälligkeiten bei solchen Menschen. Der erste Schritt ist niemals Mord. Der erste Schritt ist immer eine andere Gewalttat gegenüber der Partnerin. Und, Genau, also so, nee, ist mir noch nicht vorgekommen, dass ich Partner hatte, die Gewaltprobleme hatten.

Sebastian Wo kommt der Moment, wo du sagst, okay, ich merke, bei meinem Gegenüber ist jetzt ein Punkt überschritten, jetzt nicht mehr weiter drauf. Jetzt ist vielleicht der Check-in-Moment. Also gibt es Signale, die du vielleicht siehst oder wahrnimmst, wo du merkst, okay, ich muss hier was ändern.

Honey Gerade wenn ich mit Leuten neu spiele, wahnsinnig viele Check-Ins. Also so, mir ist dann das auch egal, dass ich damit so ein bisschen Moment zerstöre, sondern ich frage dann einfach gerne, wenn ich die Person noch nicht gut kenne, dass sie mir kurz eine Ampelfarbe nennen soll. dann flüstere ich das halt kurz in Ohr, so, mach das auch dann nicht mehr in der Charakterstimme, sondern halt so, hey, was ist grad die Farbe, was ist grad die Ampel, so, ist noch alles grün?

Honey Irgendwie so eine Frage. Und dann soll mir die Person halt auch mit halt ne, Ehrlichkeit antworten, so von wegen, ja, das ist grün, alles gut. Das ist auch, finde ich, eigentlich ein bisschen witzig, weil die Person vorher war so, warum ist das so gemein? Und dann, ja, das ist grün. So.

Sebastian Ja, das geht komischerweise. Das muss man, glaube ich, erfahren, um das zu verstehen, dass das mental geht.

Honey Und ich denke, so funktioniert das dann gut und später braucht man dann nicht mehr so explizite Check-ins, weil man die Personen besser lesen kann. Aber das ist ja wahnsinnig individuell, was so Anzeichen sind für, okay, das geht gerade vielleicht zu weit. Oder was ich auch total gerne mache, ist eine Skala-Abfrage, wo ich gerne sage, dass 5 ist das Ideal.

Honey Also 5 ist so Füllfaktor, also das ist gerade genauso schmerzhaft, wie ich das gerne hätte. 10 wäre, dass ich Limit sagen muss und alles unter 5 ist quasi ein bisschen zu wenig. Da kann man dann noch ein bisschen was nachholen. Und das funktioniert auch super, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Und auch, wenn man sich gut kennt und vielleicht was Neues macht oder was etwas schon lange nicht gemacht hat.

Honey mache ich das einfach gerne und ich finde das zerstört den Moment nicht, sondern baut einfach super viel Vertrauen auf und ich habe dann halt einfach die Sicherheit in dem Moment, dass alles gut ist, wenn ich vielleicht nicht hundertprozentig die. Emotionale Situation lesen kann von den Menschen. Weil es ist ja auch schwer, wenn die Person sich schrecklich fühlt.

Honey Und gleichzeitig, was auch für mich immer wichtig war, dass ich halt das Gefühl habe, okay, diese Person, die hat die Skills und die Erfahrung zu safe worden und kann ihre Grenzen auch wirklich setzen. Und ich weiß nicht, ob ich mit jemandem so intensiv spielen könnte. Ich würde sagen, ich persönlich kann das nicht, wenn ich von der Person weiß, dass sie ihre Grenzen nicht setzen kann.

Sebastian Das ist tatsächlich ein Riesenthema und das mag ich in diesem Podcast auch in Zukunft öfter nochmal aufgreifen. Es gibt ja öfter mal diese Erzählung, eine Person konnte nicht safeworden, weil sie da so drin war. Und ich neige in den letzten Jahren immer mehr dazu, das zu einer ... Voraussetzungen zu erklären, dass man das üben muss, dass man das machen muss und dass man das können muss und dass, ja, Top mag mehr Verantwortung tragen als Sub, aber diese Verantwortung trägt Sub nun mal und ja, das ist halt ein Skill, der muss da sein.

Sebastian Ich muss atmen können, ich muss im Zweifel reden, also ich muss atmen, ich muss irgendwie, ich muss es geregelt kriegen, das hinzukriegen. Klingt so einfach.

Honey Ist total schwer. Super schwer.

Sebastian Ich werfe dir mal ein Motiv hin. Du hast eben gesagt, dann ist man nicht schlagfertig und überlegt und dann haut sie nochmal drauf. Vielleicht ist die Freiheit für dich, ich versuche das so ein bisschen zu begreifen, wo für dich der Genuss kommt. Du musst gar nicht schlagfertig sein. Es ist okay, nicht schlagfertig sein zu können und zu müssen.

Sebastian Man darf sich auch einfach fügen und das ist okay.

Honey Nee, das finde ich ein bisschen peinlich, wenn man nicht so schlagfertig ist. Sorry, sag du ruhig.

Sebastian Ich meine, der provoziert es gerade mit dem Schokoladenfleck auf der Hose gleich.

Baum Geschmilzt. Nee, da passiert nichts.

Sebastian Nur noch ein bisschen. Egal. Aber ist das ein Stück Freiheit? Ich muss nicht schlagfertig sein. Im Job muss ich das, aber hier, ich muss nicht. Ich darf einfach jetzt hier mal schwach sein, vielleicht sogar versagen. Ich darf das hier. Das ist ein Safe Space, wo ich das darf und kann. Loslassen.

Baum Ich, ähm, sicherlich kann das sein, ähm, in meinem Fall war es einfach so, dass ich das, dass ich das einfach nicht konnte, weil, weil ich einfach, einfach überfordert war von, ich bin in einem, in einem sehr heilen Eltern, äh, Elternhaus aufgewachsen, im Gegensatz zu dir auf, also nicht, nein, ist nicht kaputt, aber, aber ich hatte sehr viel Liebe bekommen.

Honey Ja, bei mir war halt.

Baum Tough Love.

Honey Genau.

Baum Genau, richtig. Und das heißt, mein ganzes Leben lang kannte ich einfach halt, dass Menschen, die mich mochten, super nett sind zu mir. Nicht alle Menschen sind super nett zu mir, weil die Menschen mögen mich auch nicht und das ist okay. Aber Menschen, die mich mögen, sind in der Regel nett zu mir. Und irgendwann nach einiger Zeit, wenn man sich gut genug kennt, dann fängt man an, sich so ein bisschen zu ärgern oder so.

Baum und hat einfach plötzlich so eine andere Sprache vielleicht auch, macht einfach mehr Witze auf Kosten voneinander. Und das von Anfang an eben nicht zu bekommen und von Anfang an zu bekommen, dass einfach eine Person, die einen möglicherweise mag, eben nicht nett zu einem ist, sondern einfach immer total einen drauf gibt und so, das entwaffnet einen.

Baum Und diese Entwaffnung war das, was mich so fasziniert hat da dran. Also ich hatte, ich bin, ich glaube, ich bin ein relativ eloquenter Typ.

Honey Habe ich später auch festgestellt.

Baum Ja, genau. Ich bin eher wortgewandt und ich kann ganz gut reden und kann auch ganz gut schlagfertig sein eigentlich. Aber ich war sehr fasziniert davon, dass ich das eben nicht konnte. Ich konnte nicht. Und mittlerweile ist es so, dass ich das vielleicht eher manchmal kann. Ich bin ein wenig besser geworden da drin.

Baum Und dann nutze ich das aber auch eher, um mich noch weiter reinzureiten dadurch. Also um dann quasi noch so ein bisschen gegenzudrücken und dann einfach quasi den nächsten Schwung wieder in die Gegenrichtung abzubekommen dadurch.

Sebastian Aber du hilfst nicht. Und wenn du jetzt auch noch über das Thema Milch sprichst, dann wird es richtig schlimm.

Honey Nee, das wäre zu offensichtlich, glaube ich, für uns.

Baum Ja, das wäre zu offensichtlich. Ich meine, manchmal wäre das witzig.

Sebastian Er macht das besser. Wie machst du das weniger offensichtlich? Wo kriegst du sie, dass sie es gar nicht so mitkriegt? dass du in deine Wohlfühlzone kommst. Oder in deine Unwohlfühlzone.

Honey Das ist gut.

Baum Unwohlfühlzone, das ist wirklich gut. Muss ich überlegen. Ich weiß es gar nicht so genau. Wenn dir was einfällt.

Sebastian Einfach einwerfen.

Baum Ja, ja. Ja.

Honey Das würde mich aber auch interessieren.

Baum Ja, mich auch.

Sebastian Man wirkt ja in der Beziehung immer so aufeinander ein bisschen. Und ja, Manipulieren ist ein starker Ausdruck. Aber man gibt sich ja gegenseitig schon Tipps, was für einen gerade das gut wäre.

Honey Ja, und ich glaube, es ist auch gar nicht manipulativ. Und häufig kriege ich es ja dann auch mit. Und wenn nicht, dann bin ich vielleicht auch gerade selber gar nicht im Modus für Kink oder Dynamik. Und ansonsten ist es halt ein Spielangebot. Und das ist halt eigentlich immer super. muss nicht angenommen werden, aber kann.

Baum Selbst währenddessen kann es einfach auch ein weiteres Angebot sein, ein weiteres Thema aufzumachen. Also wenn irgendwie quasi sie irgendwas zu Eigenschaft X sagt oder so, dann kann ich ja versuchen irgendwie mich daraus zu retten, indem ich sage so, ja Moment mal, ich hab doch irgendwie, ich hab doch das und das gemacht, um das besser zu machen und das wäre ein weiterer Ball für sie, um zu sagen, okay, offenbar hat's nicht gereicht. So.

Baum Offenbar das, was du versucht hast, also offenbar hast du dich angestrengt, kommt dann bei mir an, aber es war nicht gut genug. Und das ist dann ein anderer Punkt auf einmal, der dann einfach dazukommt. Nicht nur ist Eigenschaft A blöd, sondern ich hab mich angestrengt und das war auch nicht gut genug. Also ich bin nicht gut genug, Eigenschaft B.

Sebastian Ihr seht diese Freude im Gesicht gerade nicht, wenn er das erzählt. Es ist erstaunlich. Wenn sie ein Spielangebot macht und nimmt irgendeinen Punkt und haut da jetzt drauf. Wie kannst du das ablehnen? Ist das so ein, nee, jetzt nicht oder nicht gut oder du übergehst es oder bist du dann eben doch schlagfertig?

Sebastian Also wie kannst du das Angebot ablehnen, ohne sie abzulehnen?

Baum Und ich glaube, ich sage das tatsächlich, ich kommuniziere sehr klar, nee, gerade nicht oder so.

Honey Tatsächlich würde ich sagen, in der Regel gehst du einfach nicht drauf ein.

Baum Ja, stimmt auch.

Honey Und wenn ich dann weiter schieße und ich nicht verstanden habe quasi, dass er gerade nicht dafür offen ist, dann sagst du sehr deutlich einfach so, ey, gerade nicht. So, ich bin gerade nicht im Modus.

Baum Ja.

Honey Und das reicht mir dann schon an Informationen. Dann bin ich so, oh, okay, dann nicht.

Baum Wir reden dann, ich glaube, ein bisschen später nochmal drüber, ob da irgendwas war oder so, ob irgendwas los war und warum.

Honey Mittlerweile merke ich, also es ist häufig einfach, also weiß ich es häufig auch.

Baum Genau, mittlerweile, ja, aber wir haben auch häufig drüber geredet, was da los war und warum nicht. Und das fordert dann auch noch ein gutes Stück Maß an Reflexionen auf beiden Seiten, aber ich spreche jetzt von mir, also auch von meiner Seite, warum ich da irgendwie mich da nicht gut fühlte. Und das ist dann auch ein, also es war, ich musste mich sehr kennenlernen, auch für ESM.

Honey Ja.

Sebastian Ist vielleicht der Benefit der Praktik, dass so ein gewisses Basisvertrauen da ist, da rein, dass... Wenn sie böse Dinge zu dir sagt, dann ist das ja eher als Liebesbeweis oder als Zuneigungsbekundung gelabelt. Tut zwar weh, aber mein Gott, das gibt ja der Beziehung so einen Grunddrive, der irgendwie sich wohlig anfühlt.

Baum Ja, schon. Ich verstehe die Frage nicht genau.

Sebastian Ja, ich auch nicht. Das ist so mein Problem. Ich werfe gerade so Thesen hin, um einfach zu bestätigen, ob ich das jetzt verstanden habe so richtig oder eben noch nicht. Aber ich glaube, ich mache mal was anderes jetzt. Ich habe hier aus dem Vorgespräch, also liebes Publikum, wir haben zwei Vorgespräche geführt. Einmal nur mit Baum und dann nochmal mit euch beiden.

Sebastian Das war mir nochmal wichtig vorab, dass ich das auch habe. Und ich habe relativ viele Dinge aufgeschrieben. und also zu konkreten Praktiken und, das ist, ich sag mal, das ist jetzt der Werkzeugkasten, das ist ein liebes Publikum, das ist jetzt nicht, um alles davon auszuprobieren, aber ich will die Sachen A einmal genannt haben, als mögliche Inspiration, und B würde mich die Ausgestaltung interessieren, so jetzt sind die beiden, suchen hier gerade Wasser, jetzt kann ich der strahlende Held sein und die zweite Wasserflasche mal herbeischaffen, wenn das Kabel reicht, gerade so.

Baum Wow.

Sebastian Ja.

Baum Stark.

Sebastian Bitteschön.

Baum Dankeschön.

Sebastian Wasser. Also ich habe hier einige Dinge aufgeschrieben, wo ich gerne einfach mal was von euch beiden hören würde zu diesen konkreten Einzelsachen, um einfach zu verstehen, was wir haben. So, zum Beispiel, ich habe hier stehen Gaslighting.

Honey Hot.

Baum Ja, ich glaube, ich möchte das mehr hören dazu als einfach nur hot.

Honey Oder?

Sebastian Ihr könnt es ja mal erklären.

Honey Gaslighting. Gaslighting kommt aus einem Theaterstück, in dem es darum geht, dass ein Mann seine Frau quasi manipuliert und ihr versucht zu unterstellen, dass sie die Realität nicht richtig wahrnimmt und deswegen nur auf ihn vertrauen kann, indem er die Gaslampe immer wieder ein kleines Stückchen runterdreht und wenn sie sagt, ist das Licht dunkler geworden, hast du die Gaslampe runtergemacht?

Honey Er sagt nein und sie irgendwann selber. ihre eigene Realitätswahrnehmung hinterfragt. Das ist Gaslighting.

Sebastian Was ganz fürchterlich ist, um Menschen wirklich wahnsinnig zu machen.

Baum Nicht nur das, sondern es ist...

Honey Gefährlich.

Baum Ja, und es erzeugt Abhängigkeiten. Weil dann plötzlich hinterfragt man seine eigene Realität komplett und vertraut dann nur noch auf die Wahrnehmung seines Partners, seiner PartnerInnen.

Sebastian Ich spiele die Version in Hot davon. Die würde mich jetzt interessieren, wie das geht.

Baum Genauso, ne?

Honey Wollen wir die Story erzählen?

Baum Ach so, die? Ja, hör mal doch mal.

Honey Also, das war, würde ich sagen, schon, nee, war eigentlich nicht so, war es ein bisschen Gaslighting?

Baum Es war nicht, es war, also, es war hier Betrayal, es war nicht wirklich Gaslighting.

Honey Ja, weil ich es am Ende aufgelöst habe.

Baum Ja.

Honey Also, anfangs war es Gaslighting. Situation ist, wir haben, wir waren auf einer Party und dann hat er mich gefingert. Und das war das erste Mal, dass er mich gefingert hat. und deswegen war das was sehr Besonderes und ich habe dann am nächsten Morgen gesagt so, hey, Ich möchte, dass du das jetzt nicht groß Leuten erzählst, dass du mich gefingert hast, weil das für mich sehr vulnerabel ist.

Honey Für mich ist das okay, wenn du das diesen zwei Personen oder so erzählst, weil ich glaube, mit denen möchtest du darüber reden. Und ich finde das doof, wenn du das jetzt mit niemandem teilen darfst. Aber ich möchte nicht, dass das jetzt groß andere Leute erfahren. Das habe ich ihnen gesagt und ihnen da sehr ernst drum gebeten, also ihm gegenüber sehr ernst.

Baum Und ich habe gefragt, willst du das irgendwie anderen erzählen und du sagtest nein?

Honey Genau, ich sagte, ich erzähle das niemandem, weil mir das zu vulnerabel ist. Und dann bin ich heimgefahren nach Frankfurt und ich habe es allen meinen Freunden erzählt. Und ich habe allen meinen Freunden erzählt, dass er es niemandem erzählen darf und dass sie das alle nicht wissen dürfen von ihm und dass sie auch ihm nicht sagen dürfen, dass sie es wissen.

Honey und hatte bereits den Plan, ich glaube anderthalb, zwei Monate später irgendwann halt so eine Betrayal-Situation rauszumachen, wo auch meine Freunde dabei sind oder unsere Freunde dabei sind und ich dann quasi auflöse, dass er mehrere unserer Freunde anlügen musste.

Baum Ich habe meine Freunde angelogen.

Honey Für mich? Unnötigerweise.

Baum Unnötigerweise. Die wussten, dass ich sie anlüge, weil ich ihnen ja natürlich, weil sie das ja vorher schon erfahren haben.

Honey Also es war die erste sexuelle Interaktion, die wir überhaupt hatten.

Sebastian Also die haben quasi, weil sie es ja schon wussten, gefragt, na, hast du sie? Und dann hast du immer sagen müssen, nein.

Baum Genau, richtig. Ja, genau das.

Sebastian Ah. Wie kommt man auf sowas?

Baum Sehr unangenehm gewesen. Sehr unangenehm.

Honey Genau. Und dann, ja, habe ich das aufgelöst und du warst richtig, richtig entsetzt und warst richtig sauer.

Baum Ich war entsetzt. War ich sauer?

Honey Du warst ein bisschen sauer.

Sebastian Vielleicht wütend? War da der Punkt?

Baum Ich war, nee, ich war vielleicht einfach sehr, nee, ich war entsetzt, hauptsächlich.

Honey Ja, du wurdest auch bockig.

Baum Ich war schockiert. Ich wurde nicht bockig.

Honey Nee? Okay, du warst einfach so schockiert.

Baum Ja, genau, ich war schockiert. Ich wurde nicht bockig. Es war eine ganz witzige Situation, weil gerade, also... lief nebenher einfach ein Lied und ich habe dann einfach möglichst laut mitgesungen, damit ich aus dieser Situation rauskomme, weil es mir so unangenehm war. Weil einfach auch, wie gesagt, Freunde ja dabei waren, die das dann einfach so, egal, naja.

Sebastian Okay, Honey, für dich, verstehe ich, total hot. Wo war jetzt für dich der Punkt, dass du daraus etwas machen konntest, was dich auf irgendeine Art und Weise anregt, wo du sagen kannst, ja, ist hot, ist geil.

Baum Ich verstehe die Frage, weil natürlich Honey hatte diese... Diese Erfahrung ja die ganze Zeit, über die ganze Zeit hinweg, wusste sie, er darf es niemandem sagen. Und jedes Mal, wenn du es Leuten erzählt hast, dachtest du, er darf es niemandem sagen. Und ich hatte ja eigentlich nur diesen einen Moment.

Baum Ich hatte ja die ganze Zeit davor, dachte ich, ich mache alles richtig. Weil sie sagte mir ja, ich darf es niemandem erzählen und ich erzähle es ja noch niemandem. Und es fühlte sich natürlich unwohl an, meine Freundin anzulügen und naja. Aber ich dachte halt, alles gut. Und dann habe ich aber, habe ich quasi all diese Anspannung und dieses Gefühl von Verrat und ich fühle mich jetzt wirklich, wirklich schlecht, habe ich komprimiert in einem Moment bekommen.

Honey Ja, quasi die letzten anderthalb Monate waren gar nicht echt.

Baum Genau, die letzten anderthalb Monate waren nicht so.

Sebastian Wie du... mach das nicht. Wo war der Moment für dich? Also ganz ehrlich, egal welchen Kink ich mache, auf irgendeine Art und Weise ist die Erfahrung gut. Nehmen wir mal ein Spanking, dann habe ich die Hoffnung, dass so zwei, drei Tage später das Podcastsubbie total glücklich, popowackelnd durch die Gegend rennt und sich einfach wohlfühlt damit.

Sebastian Was ihr zugestoßen ist, sie hat das offenbar überlebt, es juckt jetzt ein bisschen, es heilt, sie merkt meine Präsenz noch, sobald sie sich hinsetzt. Da sind also ganz viele Momente hinterher Ja. gut sind.

Baum Ja.

Sebastian Wo war dein guter Moment bei der Sache? Wann kam der endlich?

Baum Er war so die ganze Zeit mit dabei. Also ich war entsetzt und ich war schockiert, dass du das, also über, darüber, dass du mir gesagt hast, dass ich alle meinen Freunde anlügen soll und du es ihnen erzählst und so. Aber ich glaube, ich habe in diesem Moment, hatte ich auch so ein ganz leichtes Grinsen drauf. Kann das sein?

Honey Ich weiß nicht mehr. Ich glaube schon, ja.

Baum Genau, weil ich erinnere mich daran, dass ich auch die ganze Zeit einfach so aus disbelief, einfach das ist jetzt gerade nicht wirklich passiert und so. Und in dem Moment fand ich es auch einfach, war es mir wirklich unangenehm, aber wenn ich dann einen Tag später, ein paar Stunden später einfach drauf gucke und denke so, krass, das hast du wirklich gemacht und das ist wirklich so passiert, denke ich so, das ist hot.

Baum Es ist hot, dass du mich einfach so an der Nase herumgeführt hast.

Sebastian Sie hat den Plan, sie hat ihn ausgeführt, sie hat durchgehalten, sich nicht vorher verplappert, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.

Baum Das ist die Währung.

Sebastian Ich glaube, ich verstehe den Kink so langsam. Und das Publikum hoffentlich mit mir oder jetzt sind wir alle drei irre.

Baum Es ist auch so ein bisschen seltsam natürlich, weil ESM kann auch ein Teil davon sein, Aufmerksamkeit entzogen zu bekommen. Was ja in sich aber auch wieder Aufmerksamkeit ist. Trotzdem.

Sebastian Weil man nicht aktiv ist. Das wäre nämlich der nächste Punkt. Ich habe gerade das Wort vergessen.

Honey Was ich sonst noch gerne dazu sagen möchte, ist und es gibt halt Leute, das ist nicht für alle Leute so, aber für manche, auch für mich manchmal, dass es manchmal sind Sessions in dem Moment einfach unangenehm und erst in der Retrospektive findet man es hot. So und weil man das aber schon weiß, wenn man das schon erlebt hat und erfahren hat und sich gut kennt, weiß man, okay, ich stehe jetzt diesen Scheiß hier durch, weil ich weiß, dass ich im Nachhinein, ich werde da, keine Ahnung, monatelang noch zu masturbieren.

Sebastian Also die Zwischenfrage, wärst du gerne deine Top? Würdest du dich ertragen?

Honey Auf gar keinen Fall.

Sebastian Okay, gut. Wie sieht es denn aus? Nächste Praktik, Ghosting.

Honey Ich habe dich am Anfang hauptsächlich nie mit Absicht geghostet, sondern einfach, ich vergesse manchmal zu antworten oder war halt selber so busy, aber wir haben am Anfang nicht jeden Tag Kontakt gehabt, sondern halt nur einmal so alle paar Mal in der Woche oder sowas. Ich glaube, aktiv geghostet habe ich noch nie, ehrlich gesagt.

Baum Und Ghosting ist auch so eine Sache, die für mich eigentlich auch steht sehr genau richtig, weil ich das zu, da verschwimmt für mich die Grenze zwischen, passiert das aus Versehen oder passiert das absichtlich? Und wir wissen, Absicht, Konsens ist ein wichtiger Teil, um das hot finden zu können. Wenn ich halt nicht weiß, ob sie das absichtlich macht, sondern denke, sondern auch eine sehr realistische Option, dass du vergessen hast, einfach mir zu antworten und so, dann finde ich das nicht hot.

Baum Und dementsprechend ist Ghosting, auch wenn das ein Teil von ESM sein kann und für viele bestimmt hot ist, ist das für mich tatsächlich nichts.

Honey Nee, also für mich wäre es auf dem Receiving End auch nicht hot. Und ja, brauchen wir nicht.

Baum Weil das ist ja, also, Es ist auch nochmal eine andere Situation, als irgendwie beieinander zu sein und irgendwie gemeinsam auf eine Party zu gehen und auf der Party ignoriert zu werden. Weil das ist ja auch wieder sozusagen eine aktive Aufmerksamkeit mehr oder weniger. Aber bei Ghosting fehlt ja jegliche Interaktion komplett.

Baum Also du hast ja nur den Text sozusagen, du hast ja nur die schriftliche Interaktion, aber du hast ja nichts anderes. Du weißt ja nicht.

Honey Wie geht es der Person gerade, was macht die gerade.

Baum Genau richtig. Und das ist dann einfach zu wenig Interaktion für mich.

Sebastian Ich hätte jetzt wahrgenommen, dass das doch eine Interaktion ist, nämlich ein, er schreibt ständig, wie es ihm geht, was er will, fragt, was los ist. Also all diese Sachen, die kriegst du dann und das ist dann für dich der Benefit in dem Moment. Aber das zündet überhaupt nicht.

Baum Ja, das war anfangs, das war einmal so ein Ding, wo ich dann irgendwie halt geschrieben habe und du hast dann irgendwie gesagt, ganz witzig, wie du irgendwie ganz verzweifelt irgendwie.

Honey Das ist mir sehr hinterhergelaufen.

Baum Genau, richtig.

Honey Das war sehr cute.

Baum Genau, aber es ist cute, glaube ich, und nicht hot so wirklich gewesen, oder?

Honey Ja, und ich hab halt dann nie, also ich hab dich nie mehr als ein paar Stunden mit Absicht nicht beantwortet, so. Häufiger ist es wirklich, Also ich habe auch ADHS einfach der Fall gewesen, ich habe die Nachricht gesehen, hatte in dem Moment keine Zeit oder Energie zu antworten, wollte es später machen.

Honey Und da dachte ich mir so, ich ignoriere das mal kurz und lasse ihn ein bisschen schmoren und dann vergesse ich es aber. Und dann wundere ich mich drei Tage später, weil ich es vergessen habe. Das war häufiger das Ding, ich hätte dich niemals drei Tage oder länger ignoriert mit Absicht. Das wäre mir tatsächlich auch zu hardcore.

Sebastian Ich gehe mal weiter, weil die Uhr tickt ja so unerbittlich. Das habt ihr nicht explizit gesagt, aber die Sache eben mit dem Finger, die geht da schon in die Richtung so hintenrum Sachen, so lästern, sodass es nicht unmittelbar, sondern mittelbar mitkriegt. Also, ich suche die Grenzen, ich glaube, ich finde sie gerade.

Honey Ich glaube.

Sebastian Weil du interagierst nicht direkt mit ihm an der Stelle, sondern über Ecken, eventuell.

Honey Nicht mein Ding, weil ich halt lieber die Reaktion von ihm direkt sehe und wirklich lieber diese Interaktion habe. Also das Einzige, wie ich mir das vorstellen könnte, wäre, wenn er am gleichen Tisch immer noch sitzt und es dadurch mitbekommt, wie ich schlecht über ihn rede, sodass ich halt sehr bewusst über ihn lästere und aber weiß, er müsste es eigentlich gerade mitbekommen.

Honey Aber sonst rede ich, glaube ich, hinter deinem Rücken eigentlich nur gut über dich.

Baum Genau, das war am Anfang auch einfach schockierend, ehrlich gesagt. Als ich von dir einfach die ganze Zeit nichts Positives hörte, aber dann von anderen einfach so hin und wieder so kleine, Krümelchen bekam von, ha, sie findet dich irgendwie schon ganz gut. Nicht so wirklich, weil ich höre das nie direkt von ihr.

Baum Genau, so lästern hintenrum.

Honey Hältst du das Wort?

Baum Genau, ich finde es einen interessanten Gedanken. Ich habe da bisher nicht so viel drüber nachgedacht. Ich glaube, man könnte da irgendwas cooles draus machen.

Sebastian Gott, jetzt habe ich euch angestiftet.

Baum Ja, genau. Also, ne, ja, genau. Uno-Reverse.

Honey Wir nehmen das jetzt mit.

Sebastian Also, ich habe so ein bisschen das Gefühl, Honey, du versuchst durchaus eine gewisse Fairness zu halten.

Honey Ja, ich denke schon.

Sebastian Also arschig ja, aber nicht unfair. Also du musst die Chance haben, es muss für dich fair sein, dass du seine Reaktion siehst und merkst, wenn du drüber bist. Dadurch wird es ja für ihn auch irgendwo fair.

Honey Weil für mich, wenn ich mitbekommen würde, dass ich was falsch gemacht habe, also jemand in einer tatsächlich wirklich unangenehmen Situation, die nicht mehr schön war, die nicht mehr sexualisiert werden kann, gebracht habe, dann fühle ich mich schlecht. So, das ist mir auch schon passiert mit anderen Leuten und das ist nicht schön und dann muss die Beziehung repariert werden. So, das will ich nicht.

Honey Dementsprechend habe ich da schon dieses Sicherheitsbedürfnis, die Reaktion halt mitzubekommen direkt.

Sebastian Ich mach mal weiter auf der Liste. Genervtheit heiß finden. Der Spaß daran, dass es irgendwann nicht mehr witzig ist.

Honey Das ist witzig.

Baum Aber ich, das ist auch so ein Ding, was ich glaube ich im Nachhinein erst wirklich witzig finden kann und irgendwie hot finden kann. Weil währenddessen bin ich sehr genervt offensichtlich. Und genervt halt ist so ein Ding, was bei mir alles überschattet an Emotionen. Also ich kann dann auch wirklich nicht mehr klar denken, wenn ich einfach so hart genervt bin, denkst du, was soll das?

Baum Und ich glaube, ich versuche das auch immer sehr, sehr schnell aufzulösen dann und sagst du, ey, machst du das gerade einfach so aus Kink oder machst du das oder checkst du gerade nicht, dass es mich gerade wirklich nervt oder was ist gerade der Punkt? Das ist tatsächlich schwer auszuhalten für mich, aber...

Honey Ich find's super.

Baum Ja, im Nachhinein hot.

Honey Aber ich bin, glaub ich, da, dann werd dann doch weich. Weil ich dann nicht mehr unterscheiden kann zwischen, geh ich jetzt schon über eine Grenze oder nicht.

Baum Ich glaub, das ist auch schwer.

Honey Ist auch total schwer, ja.

Baum Gerade dabei. Weil eine Genervtheit dann einfach auch wirklich schnell umschwenken kann. Hätte ich gesagt, letztens, ich war dann einfach, ich war dann so genervt nach dem Kino. Wir waren beim Kino und du hast mich die ganze Zeit nachgeäfft.

Honey Ach ja.

Baum Und ich war so angepisst davon, dass ich einfach auch sagte, ich will gerade nicht mehr reden, um dir gar kein Futter zu geben, um mich noch weiter nachzuäffen oder so. Und ja, das war wirklich anstrengend.

Honey Du verstehst einfach keinen Spaß.

Baum Aber das ist ja auch so ein Punkt, ich finde, auch wenn ich Dinge am Ende wirklich anstrengend finde und ich sie wirklich richtig kacke finde, ich kann sie trotzdem im Nachhinein fast immer sexualisieren, weil ich denke, sie hat das absichtlich gemacht und sie hat gemacht, dass ich diese Dinge fühle, weil es ist ja eine krasse Macht, finde ich, wenn du anderen Leuten, diese Macht gibst, über deine Gefühle zu bestimmen, indem sie einfach einen Knopf drücken und dann fühlst du plötzlich was anderes.

Baum Und das, diese Macht abzugeben, finde ich auch so hot.

Sebastian Das ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, weil der Knopf, jeder einzelne Knopf nutzt sich irgendwo ab. Oder gibt es so Dauerbrenner, die einfach, Honey, gibt es so Dauerbrenner, die immer gut funktionieren?

Honey Bei ihm?

Sebastian Ja.

Honey Boah, das kann ich gar nicht beantworten. Ich habe schon das Gefühl, dass du abgebrühter geworden bist insgesamt und ich weicher geworden bin insgesamt.

Baum Ja, manchmal. Also ja, zum einen nutzen sie sich ab.

Sebastian Ja, dieses Zustimmen. Liebe ist scheiße, was das angeht, ne?

Baum Ja, also zum einen nutzen sie sich ab, aber zum anderen ist es ja auch so, dass halt jeder Knopf halt noch drei andere Knöpfe mitdrückt, häufig. Und dann musst du einfach die richtige Kombination auch finden irgendwie.

Honey Genau.

Baum Brauchst du so einen Zauberwürfel?

Honey Nee, ich habe an so, keine Ahnung, Tekken gedacht, wo man halt eine bestimmte Knopfkombination drücken muss, so A, B, B, A, B, hoch runter, einmal im Kreis drehen.

Sebastian Genau, warum, kleine Horrorversion, ihr fällt nichts mehr ein.

Baum Oh doch.

Sebastian Also du bist so abgebrüht, dass sie da an dir abperlt. Ich meine, das wäre ja für euch beide wahrscheinlich, das ist quasi ein Absturz.

Baum Nee, es gibt auch immer noch, ich glaube, es wird für eine sehr, sehr, sehr lange Zeit vielleicht für immer Punkte geben, die du bei mir finden kannst.

Honey Ja, also darüber haben wir auch schon mal mit irgendjemandem geredet, bin ich der Meinung. So von wegen, ja, was ist, wenn ich da nichts mehr finde? Und dann denke ich mir so, nee. Weil aktuell zum Beispiel eine Sache, die wir viel machen, ist halt so Lookism. Also dass ich ihn als hässlich bezeichne. Oder eigentlich sage ich dir nicht, dass du hässlich bist. Sag dir einfach nur nicht, dass du gut aussiehst.

Honey Oder ich sage dir explizit, du siehst nicht gut aus.

Baum Richtig.

Sebastian Wer hat denn sein Outfit heute ausgesucht?

Honey Er, aber die Hose habe ich bezahlt. Und dass er zum Friseur regelmäßig geht, ist auch meine Sache.

Baum Das ist nicht wahr.

Honey Und wenn du dir mal die Haare stylst, dann eigentlich nur wegen mir. Und meistens mache ich es, wenn wir zusammen auf eine Veranstaltung gehen. und ich habe dafür gesorgt, dass du dir auch manchmal den Bart ein bisschen ordentlicher rasierst.

Baum Nein.

Honey Warte, ich bin noch nicht fertig und ich kümmere mich gerade darum, dass du mehr Sport machst und dass wir uns jetzt wieder besser ernähren. Und dann ist aber das Ding, wenn ich das alles quasi geschafft habe und er halt aussieht wie ein Topmodel, dann kann ich ja immer noch sagen, ja, das ist ja alles nur wegen mir.

Honey Du bist mir das ja schuldig und du siehst nur so aus wegen mir und ohne mich wärst du nichts. Also ich finde immer was.

Baum Ich möchte kurz sagen, ich wäre auch ohne dich regelmäßig zum Friseur gegangen. Das war der eine Punkt, der mir wichtig ist.

Honey Regelmäßig ist dann alle vier Monate.

Baum Nein, ich hatte Prüfungen. Regelmäßig ist alle sechs bis acht Wochen.

Sebastian Ist dieses, er muss sich dann rechtfertigen und das gerade rücken, ist das so der übliche Teil?

Honey Oder? Ich würde sagen schon, dass du dich viel rechtfertigst.

Baum Ja, das stimmt, das gehört dazu.

Sebastian Jetzt wäre der Moment, die Friseurquittung der letzten Jahre auf den Tisch zu packen und zu beweisen, dass es sechs Wochen waren oder nur vier. Aber so weit geht es dann doch nicht.

Honey Letztes Jahr waren es nicht alle sechs Wochen.

Baum Nee, nee, nee.

Honey Safe nicht.

Baum Nee, wie gesagt, ich hatte Stress. Aber ja.

Honey Ja, ist okay. Du hast anscheinend nur Stress gehabt, als wir zusammen waren. Und ich der Stress. Stress dich das, weil ich dich daran erinnere, dass du zum Friseur musst und dann gehst du nicht.

Baum Nein.

Honey Ja genau, aber ich finde immer was, denke ich. Und wenn ich dann nichts mehr finde, weiß ich nicht, dann gucken wir dann. Also so... Ich glaube, das ist ja auch normal in jeder Beziehung und jeder Dynamik, dass man irgendwann vielleicht gelangweilt ist von seinem, ich nenne es jetzt mal grob Sexleben und dann muss man sich wieder neu erfinden und das ist eine Herausforderung, die jedem Pärchen bevorsteht und ich glaube, es gibt auch Dauerbrenner, die nichts mit ESM zu tun haben, wie zum Beispiel dein Latex-Fetisch, den wir für immer bespielen können. Ja.

Sebastian Das Publikum hat das nicht wahrnehmen können. Immer wenn du böse Dinge sagst, hältst du Körperkontakt, dann berührst du ihn. Echt? Entweder mit dem Fuß oder mit der Hand jetzt eben auf dem Rücken. Also im Grunde ist es immer so, drauf und gleichzeitig trösten.

Baum Ehrlich gesagt, das erzeugt ja auch so eine Ambivalenz.

Honey Ich liebe Ambivalenz, so bittersweet Stuff. Genau richtig.

Baum Also einfach dieses Tröstende, aber gleichzeitig dieses Gemeine. Und das erzeugt einfach so einen inneren Widerspruch, der sich dann auch nur sehr schwer auflösen lässt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich dann nie antworten konnte und nie schlagfertig war und nie auf dich reagieren konnte.

Honey Weil ich dich beleidigt habe an einem Flirty Voice.

Baum Ja, vielleicht. Und ich konnte damit nicht umgehen, mit diesem Widerspruch in mir, weil ich dachte so, okay, warte, auf was davon reagiere ich jetzt überhaupt?

Honey Ja, aber es ist auch schwer, überhaupt am Anfang zu glauben lernen musstest, dass ich überhaupt Interesse an dir haben könnte.

Sebastian Das wiegt offenbar schwer. Apropos, hier steht noch, mit Eifersucht spielen. Das ist ja nicht mehr nur mit Worten, sondern das ist ja dann nochmal eine andere Nummer. Das ist ja nicht nur Desinteresse, sondern Interesse für jemand anderen im wörtlichen Sinne. Jetzt bin ich gespannt. Oder geht es eher um eine andere Art von Eifersucht?

Honey Ich finde das mit dir schwer, weil du nicht so eifersüchtig bist. Er ist einfach nicht so ein eifersüchtiger Typ. Er ist eher so, ja, ah, und dann hast du dich mit jemandem getroffen. Voll cool, was habt ihr gemacht? Und ich habe mir eigentlich gar nicht so Lust darüber zu reden, weil ich mir denke so, ja, warum?

Honey Du leidest ja nicht drunter, wenn ich dir das erzähle, wie ich Sex hatte mit einem anderen Typen.

Baum Nee, ich freu mich für dich.

Honey Ja, genau, er freut sich einfach, so wo es die Eifersucht... Gut, ich mach's auch in der Regel nicht. Also aktuell, bisher hab ich's nie gemacht, um dich eifersüchtig zu machen. Keine Ahnung.

Sebastian Da fehlt die Absicht, das ist das Problem. Ich geh jetzt mit dem Typen ins Bett, um dich eifersüchtig zu machen. Würde das funktionieren? Wär das ein wunder Punkt? Oder wär das eine Krönung, weil sie geht so weit, nur damit ich diesen Kick kriege?

Baum Kann ich gerade nicht genau greifen und sagen, aber ich weiß, dass du mich eifersüchtig gemacht hast schon mal, nämlich hast du, nach einem Stammtisch mir erzählt, wie heiß dieser eine Typ war und dass du dir irgendwas mit ihm vorgestellt hast und oh mein Gott und ach, er ist ja irgendwie, er ist ja irgendwie, er studiert ja irgendwie auch so was total krasses und so, und dann dachte ich so Ich hab ja.

Honey Auch glaube ich gesagt, dass ich gut aussehend finde.

Baum Ja, genau. Und dann stellt sich bei mir halt zu allen so...

Honey Und er stand auch auf ESM. Ja, genau. Im Femdom-Kontext.

Baum Und das war dann so ein Punkt, wo ich dachte so, okay, musste ich jetzt irgendwie, also was ist jetzt meiner, was ist jetzt die Erwartungshaltung an mich in dieser Situation, weil ich wusste auch da nicht, wie ich damit umzugehen hatte.

Sebastian Du trennst dich, damit sie frei ist für den anderen Typen.

Baum Ja, klar, natürlich. Nee, aber ich fragte mich dann so, ja, was, was, was, was, was, was, was mache ich jetzt da draus und also wie reagiere ich, sage ich, also ja, auch da wusste ich nicht genau drauf zu reagieren, aber es hat mich auf jeden Fall eifersüchtig gemacht irgendwie und ich spürte so eine innere Anspannung in mir Du warst.

Honey Auch schon mal ein bisschen eifersüchtig, als ich auf einer Veranstaltung mit einer Gruppe gespielt habe letzten Sommer?

Baum Ja.

Sebastian Ich habe so ein bisschen das Gefühl, jedes negative Gefühl, das wird dadurch so ein bisschen entwertet und ist dann nicht mehr so negativ. Also wenn ihr euch wirklich streitet, dann seid ihr ja schon diese ganzen möglichen negativen Gefühle gewöhnt und könnt damit besser umgehen. Ist das ein Skillset für diese Situation oder ist ein Streit genauso wie bei jedem anderen Paar vielleicht auch?

Honey Wir haben uns nicht so häufig gestritten.

Baum Wir haben uns nicht so häufig gestritten, nee.

Sebastian Aber einmal reicht, um das jetzt zu beantworten.

Baum Genau. Es ist, Streits fühlen sich genauso an, also fühlen sich genauso schlecht an und genauso blöd und genauso beschiss. Man fühlt sich dreckig dabei, aber ich glaube, den Skill, den ich aus ESM mitnehme dafür ist, wie ich mit meinen Gefühlen umgehe. Also, dass ich dann besser werde darin, die irrationalen Gefühle zu trennen und zu sagen, okay, ich trete einen Schritt zurück und gucke, okay, was ist hier eigentlich rational passiert gerade, auch wenn ich das bei ESM natürlich nicht mache, weil da geht es ja explizit darum, eben das nicht zu tun, sondern das einfach zuzulassen.

Baum Aber irgendwie habe ich dadurch einen besseren Zugang dazu gefunden und kann irgendwie so sehen, okay, wo kommt das eigentlich gerade her? Und was ist hier eigentlich gerade passiert? Und welches Gefühl in mir führte dazu, dass wir diesen Punkt sind?

Honey Für mich fühlt sich ein Streit nicht mal ansatzweise an wie unsere Sessions oder unsere Dynamik.

Baum Das sowieso, genau.

Honey Weil ich ja in dem Moment mich, also ich fühle mich innerhalb unserer Sessions und unserer Dynamik gut und bei einem Streit nicht.

Baum Genau, das sowieso. Aber dass der Skill, also ich nehme einen Skill aus der ESM mit dafür, Heißt nicht, dass ich ESM darauf anwenden würde. Das ist ja was völlig anderes.

Honey Wie gesagt, dafür die Absicht.

Baum Der Konsens.

Honey Für mich anders, weil ich einfach insgesamt in meinem Leben mehr lernen musste, meine Emotionen zu regulieren. Und das ist, glaube ich, jetzt kein Skill, den ich in ESM gelernt habe, sondern einfach, weil ich prinzipiell ein sehr emotionaler Mensch bin.

Sebastian Ich schubs euch und unterbreche euch da ungern, aber die Uhr sagt mir, wir haben schon so lange aufgenommen. Mein Gott, ich muss hier irgendwie vorankommen. Es tut mir leid, ich könnte euch da ewig zuhören. Wir nehmen nochmal so die Dinge von der wirklich bösen Liste, Body Shaming.

Honey Let's go. Also machen wir viel. Und ich versuche auch, wenn neue Leute dabei sind, die auch kinky sind, dass man, also in der Regel, wenn ich es laut mache, also ihn bodyshame, dass ich das irgendwie vorher warne oder sogar sage von wegen, ey, ist das in Ordnung für euch? Oder wenn ich das nicht einschätzen kann, dann sage ich das nur leise zu ihm.

Honey Weil Bodyshaming ja ein ganz großer Trigger ist für viele Leute. Inklusive, also wenn ich gebodyshamt werden würde, wäre das für mich ganz schrecklich. Aber ja, also ich finde es halt wichtig, dich zu bodyshamen.

Sebastian Ich finde es sieht doch schick aus, Passwort, da gibt es doch gar nichts zu Bodyshamen.

Honey Ja, da könnten schon 5 Kilo runter, mindestens.

Sebastian Okay, reicht als Beispiel. Wie leicht ihr euch da provozieren, das ist es hervorragend. Entschuldigung. Body shaming, okay... Das habe ich ja im Hinterkopf, die Sache mit dem Anfassen hat eine Zeit gedauert. Das mit dem Fingern war ja auch ein Thema. Also wie weit ist Sexualität zwischen euch auch da Werkzeug für ESM?

Sebastian Wie weit geht ihr da? Und dann gibt es ja doch nochmal irgendwann den leidenschaftlichen Moment der puren Ähnlichkeit, egal was war. Lasst ihr das raus? Also entfernt ihr diesen Teil oder wie macht ihr das?

Honey Für mich kommt in der Regel, wenn wir halt so eher intensives ESM machen, nicht die Stimmung auf Sex zu haben. Das sind dann andere Sessions, die nicht unbedingt so ESM-Fokus haben. Vielleicht schwingt das dann so ein bisschen mit, aber dann eher halt sexuell sind oder Hypnose ist für mich auch gerne sexuell.

Honey Oder wenn man einfach insgesamt so im Bett ist und kuschelt und sich das dann so ergibt.

Baum Aber manchmal wenn wir eine intensive Session hatten irgendwie auf einer Party und wir dann nach Hause fuhren, dann hatten wir schon.

Honey Ja, aber für mich ist das irgendwie getrennt von der Session, also vielleicht nicht getrennt in dem Sinne, dass man halt eine intensive Erfahrung gehabt hat und das hat irgendwie Intimität erschafft und gebondet und dadurch hat man dann auch eher sexuelle Intimität miteinander, aber das ist eine separate Situation für mich trotzdem.

Baum Für mich hängt das irgendwie zusammen tatsächlich Spinnen. Doch, was geht denn für mich?

Sebastian Also ich gehe mal so ein bisschen in die Richtung, ich finde nach dem Orgasmus ist die Welt eine andere. Dinge, die bis vor fünf Minuten noch ultra heiß waren, sind danach einfach so ein.

Honey Ich fühle mich damit nicht wohl.

Sebastian Ja genau, also ich meine die logische Konsequenz ist, man lässt das mit dem Orgasmus in dieser Praktik einfach weg, damit einfach dieser Downer nicht kommt.

Honey Also ich habe keine Post-Nut-Clarity. Ich habe eine Post-Orgasm-More-Orgasm. Neat. Keine Ahnung, ich kann multiple Orgasmen haben und ein Orgasmus ist für mich nicht befriedigend. Und du kommst nicht so häufig in unseren Sessions? Das ist eher ein Highlight. Aber nicht, weil ich das dir untersage, sondern einfach, weil wir nicht immer so viel sexuell spielen mit deinem Penis.

Baum Genau.

Sebastian Merkst du schon, dass deine Wahrnehmung dieser Gefühle sich nach einem Orgasmus einfach verändert?

Honey Also findest du auf einmal deinen Cum eklig? Daran erinnere ich mich.

Baum Ja, aber die Wahrnehmung der Gefühle verändert sich nicht dadurch. Ich weiß, ich habe diese Post-Nut-Clarity, nachdem ich masturbiert habe. Also wenn ich quasi allein mit meinen Fantasien war, dann denke ich am Ende so, was für komische Fantasien waren das denn? Und da würde ich niemals irgendwie drauf stehen. Und dann hat sich das aber nach zehn Minuten auch wieder erledigt.

Sebastian Ich hätte diesen Moment kurz nach dem Orgasmus, das wäre der Einstiegsmoment in extrem intensive Sessions, weil dann diese eigene Vulnerabilität von dir nochmal besonders groß wäre. Das ist der Moment, wo man dich wirklich trifft. Oder ist das vielleicht dann doch ein Tabu, weil das ist eben der besonders verletzliche Moment.

Honey Ich habe eine Theorie.

Baum Ja, erzähl du mal.

Honey Also meiner Meinung nach ist Baum eh auf dem asexuellen Spektrum, also irgendwo graysexual. Ich würde mich da auch bezeichnen, wobei ich nicht weiß, was der Unterschied ist. Du bist nicht so schwanzgesteuert und orgasmusgetrieben wie viele Männer, die ich kenne. und ich glaube dadurch ist das einfach nicht so ein Thema, wie wir darüber nachdenken, also so wie du das jetzt beschreibst.

Sebastian Also ich hab für mich persönlich den Spruch geil macht blöd.

Honey Aber er ist nicht geil blöd, das ist er einfach nicht. Es ist einfach komplexer, so diese Erregung, die du spürst, glaube ich, als jetzt einfach nur, oh ich bin horny, ich will Sex haben, mäßig.

Baum Ja, genau.

Sebastian Ja, ich hab eher so dieses, wenn notgeil, dann geht einfach viel mehr von allem. Auch mehr Demütigung, mehr dies, mehr das, mehr jenes. Und danach nicht. Also, dann ist er ja besonders herausfordernd für dich, weil dieser besonders verwundbare Moment ja so nicht stattfindet bei ihm.

Honey Oh, ich find's eigentlich ein bisschen entlastend, weil es manchmal ganz schön anstrengend ist, wenn Leute so notgeil sind. Weil das so erfordernd ist.

Sebastian Das war ein Kompliment, ne?

Baum Die ganze Zeit, ja. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Honey Also, du tickst da einfach anders als viele Männer, weil du halt auf einem eher asexuellen Spektrum bist und da nicht so notgeil getrieben bist. Und das ist jetzt prinzipiell nichts Falsches, auf jeden Fall nicht, aber dadurch für uns einfach nicht so in unserer Dynamik relevant.

Baum Ja, wir passen dadurch ganz gut zusammen irgendwie.

Sebastian Ein guter Moment für eine kleine Pause. Liebes Publikum, diese Folge wird offenbar ein bisschen länger als geplant. Wir haben ein logistisches Problem, denn wir haben Leute zum Grillen eingeladen. Und jetzt haben wir 17.25 Uhr. Das heißt, wir werden tatsächlich jetzt nicht mehr alles fertig kriegen. Ja, wir haben jetzt 20 Minuten Zeit, um noch das letzte wichtige Thema zu machen und alle Feel-Good-Sachen in diesem Podcast, so Dinge der Woche, Shorts, A- oder B-Spiele und was immer noch so kommen mag, das werden wir entweder später abends noch oder morgen früh auf jeden Fall wann anders aufnehmen müssen, nachdem wir gegessen haben.

Sebastian Weil ihr aber so schön im Flow seid, geht's nach einer ganz... Gibt es eben nur eine kurze Pause und wir müssen ganz dringend über Aftercare reden, denn irgendwie müsst ihr das ja alles auch irgendwie wieder heilen, denn das sind ja dann doch kleine Verletzungen und so wie man Bepanthen-Creme auf den Hintern schmieren kann, um ein bisschen Zuneigung und es ist wieder alles gut und ich pflege dich und kümmere mich um deine Gesundheit, vielleicht hier auch um die Geistige zu kümmern, irgendwie muss es ja gehen.

Sebastian Und erstmal so die Frage, wenn ihr so eine Session habt, wenn es überhaupt so eine Session ist, die so abgetrennt ist, kommt man denn da raus? Wie kriegt man die denn zu Ende? Du kannst ja nicht sagen, hab ich alles nicht so gemeint, wir sind jetzt wieder Freunde. Tada!

Honey Das wäre sehr unsexy.

Sebastian Ja, also wie kommt man da raus?

Honey Ich könnte dazu jetzt eine Stunde reden. Willst du erst was sagen?

Baum Ich glaube 20 Minuten sollen wir nur reden.

Sebastian Ihr habt 20 Minuten.

Baum Nee, fangen wir an.

Honey Also, wie wir das persönlich machen, sind zwei Dinge. Wir haben halt wahnsinnig viel im Alltag Dynamik und das halt, seit wir uns kennen. Also so, das war ja eine lange Phase, haben wir ja schon beschrieben, wo wir irgendwie gedatet angefangen haben, wo ich einfach nur die Art und Weise zu flirten und da haben wir halt regelmäßig Check-Ins gemacht, meistens am Ende von so einem Wochenende, wo wir halt ein paar Stunden uns Zeit nehmen und auf Augenhöhe und auch immer wieder uns gegenseitig dran erinnern, dass wir jetzt auf Augenhöhe reden müssen und nicht wieder zurück in die Dynamik fallen, was mir wirklich schwer fiel.

Honey Und ich da sehr dankbar bin, dass Baum mich da auch immer wieder daran erinnert hat. Halt ganz ehrlich und offen zu reden, wie fanden wir die Sachen, was fanden wir gut, was fanden wir schlecht und was fanden wir gut, Das ist so das eine. Das war halt sehr verbal, mentales Aftercare, nicht so dieses typische Kuscheln, weil das häufig dann noch zu einem Zeitpunkt war, wo wir halt einfach keinen Körperkontakt oder sehr wenig Körperkontakt hatten.

Honey und ja, und das auch so geblieben ist da dann erstmal. Und als wir dann unsere ersten Sessions hatten, also wirklich so explizit, jetzt haben wir so eine intensiven zwei Stunden, wo dann auch mit physischen SM gespielt ist und vielleicht auch ein Rollenspiel. Da haben wir dann das erste Mal so richtig, richtig gekuschelt.

Honey Und dann hast du geweint. Weil das so schön war. Das Kuscheln.

Baum Weil diese ganze diese ganze Ambivalenz halt, die ich ja während dieser Session irgendwie aushalten musste, wegen halt, abgesehen davon, dass du mir wehtust, physisch mir irgendwie auch irgendwie dauernd irgendwas an den Kopf wirfst, aber das irgendwie offenbar auch tust, weil du mich magst und weil du mir Zuneigung zeigst, es am Ende dann einfach dann aufgelöst wird mit, okay, all das davon ist Zuneigung und ich bekomme jetzt quasi genau, also ich bin jetzt irgendwie, es kommt jetzt zu einem runden Abschluss.

Sebastian Klarheit?

Baum Ja, vielleicht auch Klarheit. Ich weiß leider nicht mehr genau, warum ich geweint habe, aber es war so überwältigend von Emotionen. Und am Ende, wenn dann einfach dieser ganze Schwall aufhört und nur noch Zuneigung bleibt durch Kuscheln und festhalten, dann lässt sich diese, dann löst sich diese innere Anspannung einfach auf einmal wo man dann plötzlich alles aushalten muss und einfach immer versuchen muss gegenzudrücken, weil das macht ja irgendwie auch Spaß immer so ein bisschen gegenzuhalten und dann, genau löst sich diese innere Anspannung und dann lässt man einfach los und wenn man dann loslässt, dann weine ich Ja.

Honey Es war auf jeden Fall also ich beende Sessions nicht mit, oh jetzt ist es zu Ende sondern halt Irgendwie gibt es eine Transition-Phase, wo man nochmal kurz was anderes macht, aber was irgendwie immer noch in Dynamik ist. Und dann am besten finde ich, wenn man halt den Ort wechselt, also irgendwo sich auf eine Couch setzt oder ein anderes Bett, einen anderen Raum, irgendwo, wo es nochmal ruhiger ist.

Honey Oder wenn es halt einfach nur ist, man geht kurz ins Bad und danach geht man halt wieder ins Bett und dann kuschelt man und dann beleidige ich auch nicht mehr, sondern wird nur noch gekuschelt und gestreichelt. Ja und wenn ich dann das Gefühl habe, dass die Person so langsam wieder, also meine Bottom-Person in der Realität ankommt, dann habe ich, ich habe immer so ein super großes Bedürfnis dann darüber zu reden und muss mich da halt einfach ein bisschen zügeln, dass die Person erstmal kurz Ruhe hat und für sich verarbeiten kann.

Sebastian Ist es denn eine Option, mal eine Entschuldigung auszusprechen?

Honey Dass ich mich entschuldige? Nein.

Baum Dann wäre das ja so, als hätte sie es nicht gemeint. Aber sie hätte es ja genauso gemeint, wie sie es gesagt hat.

Honey Ich muss mich ja auch nicht für etwas entschuldigen, was die andere Person hot findet.

Baum Ja, das sowieso.

Honey Also wenn dann gesagt wird, von wegen hier, das war nicht in Ordnung, dann entschuldige ich mich auf jeden Fall. Aber halt, wenn die ganze Session, so wie sie lief, gut war, dann gibt es ja keinen Grund, mich zu entschuldigen. Sondern wirklich nur, wenn was schief gegangen ist, dann entschuldige ich mich natürlich.

Sebastian Wenn er dann hinterher in diesem verbalen Gespräch etwas kritisiert, dann ist…, Das ist ja auch so ein bisschen das Problem, dass du vielleicht dachtest bis zu dem Moment, das war total gut, dann musst du ja dein Weltbild an der Stelle auch nochmal anpassen.

Honey Ja, voll.

Sebastian Ist das nicht eventuell, also in jeder Session und in jeder Dynamik, aber das kann ja durchaus auch mal für dich verletzend sein und inwieweit kannst du dann da auch eine gewisse Schwäche zeigen in dem Moment? Bis dahin bist du ja wirklich extrem stark und gibst drauf.

Honey Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob es für mich verletzend ist, aber halt auf jeden Fall unangenehm zu hören, dass ich was falsch gemacht habe. Und dann muss ich darauf auch erst mal kurz klarkommen, das Reflektieren. In der Regel ist es mir dann bedürftig zu sagen oder zu fragen, warum hast du es mir nicht in dem Moment schon gesagt?

Honey War das nicht möglich? Woran hat es gelegen? Fragt man ja so gerne. Sorry. Nee, aber keine Ahnung, natürlich ist das unangenehm. Ich glaube, ich kann mittlerweile ziemlich gut mit konstruktiver Kritik umgehen und nenne das jetzt nicht als persönliche Schwäche, sondern es ist okay, dass ich Fehler mache.

Honey Und die Frage ist eher so, okay, wie können wir vermeiden, dass das nochmal passiert? tatsächlich, woran hat es gelegen dass das überhaupt passiert ist habe ich dich falsch gelesen habe ich irgendwas gesagt, was wir vorher besprochen haben, dass es nicht in Ordnung ist war es nur in dem Moment nicht in Ordnung, all sowas, weil ich dann ich möchte ja nicht nochmal den gleichen Fehler machen und was mir auch schon passiert ist mit den Menschen und dass es dann doppelt so schlimm ist, wenn mir gesagt wird, so jetzt hast du es schon wieder gemacht und ich war so, fuck, ich bin ein schlechter Mensch ich mache Fehler.

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