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Becoming CTO Secrets· Folge 75

CTO werden: Was dich wirklich aufhält

Freitag, 30. Oktober 2026 · 28 min

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Du lieferst gute Arbeit, übernimmst Verantwortung und wartest auf den nächsten Karriereschritt. Aber woran soll ein CEO erkennen, dass du bereit bist, die technologische Verantwortung für das Unternehmen zu tragen?
In meiner zweiten Solo-Folge geht es um den Weg zum CTO und die Frage, welchen Job du hinter diesem Titel eigentlich anstrebst. Ich spreche über den klassischen Aufstieg aus dem Engineering, den Gründerweg und Situationen, in denen Menschen bereits wesentliche Teile der Rolle übernehmen, ohne das entsprechende Mandat zu haben.
Im Mittelpunkt stehen fünf Lücken: Kompetenz, Beweise, Wahrnehmung, Gelegenheit und die eigene Bereitschaft für den tatsächlichen Job. Du erfährst, warum der nächste Kurs manchmal am Problem vorbeigeht, wie dein bisheriger Erfolgsmodus zum Hindernis werden kann und welche Erfahrungen dich auf deinen nächsten Schritt vorbereiten.
Außerdem: Was Coaching, Mentoring und der Austausch mit anderen CTOs beitragen können und warum AI neue Fragen an technologische Führung stellt.

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Um CTO zu werden, brauchst du eigentlich sehr, sehr wenig. Du brauchst kein bestimmtes Studium, du brauchst keine Ausbildung zum Fachinformatiker, du brauchst kein MBA und du brauchst auch kein Zertifikat von irgendeinem Hersteller, das dir offiziell bescheinigst, dass du jetzt ganz offiziell bereit dafür bist.

Am Ende ist es sehr, sehr einfach, denn dir muss nur jemand zutrauen, dass du in der Lage bist, die technologische Verantwortung für ein Unternehmen zu übernehmen. Das kann ein Gründer sein, das kann der CEO sein, der natürlich oftmals auch der Gründer ist. Vielleicht ist es das Board, das dich mit reinholt und dir das zutraut.

Oder du gründest einfach selbst. Dann kannst du dir morgen schon deinen Titel direkt in dein LinkedIn-Profil schreiben. Herzlichen Glückwunsch. Aber die Frage ist, was genau hast du dann erreicht? Hast du jetzt den Titel? Hast du wirklich die Verantwortung, die notwendig ist? Und bist du am Ende auch auf das vorbereitet, was anschließend von dir erwartet wird?

Darüber möchte ich heute sprechen. Also über die unterschiedlichen Wege zum CTO, über die Dinge, die dich auf diesem Weg ausbremsen können und natürlich auch darüber, wie du deine Karriere bewusster gestaltest. Anstatt nur darauf zu warten, dass irgendwann mal jemand um die Ecke kommt, auf dich zeigt und sagst, ja, genau du machst das jetzt, weil ganz ehrlich, das wird so nicht funktionieren.

Hallo und herzlich willkommen zu Becoming CTO Secrets, dem Podcast von CTOs für CTOs. Und diejenigen, die es noch werden wollen. Ich bin Philipp Deutscher, externer CTO, CTO-Coach und Gründer der Becoming CTO Community. Heute mit der zweiten Solo-Folge, die wir diesmal im Gepäck haben. Vielleicht bist du Entwickler und überlegst, ob CTO irgendwann eine Rolle für dich wäre.

Vielleicht führst du sogar schon ein Team oder mehrere Teams, vielleicht bist du Head of Engineering und fragst dich, warum der nächste Schritt nicht einfach so passiert, nicht einfach passiert, wie all die anderen Schritte davor passiert sind. Vielleicht steht CTO auch längst auf deiner Visitenkarte drauf und du denkst dir trotzdem regelmäßig, boah, ganz ehrlich, ich weiß gerade ehrlich nicht überhaupt nicht, was ich hier eigentlich mache und ob ich das hier richtig mache.

Dann ist diese Folge für dich. Ich möchte mit einer Frage anfangen, die in vielen Gesprächen einfach viel zu spät kommt. Nämlich die Frage, warum möchtest du denn eigentlich CTO werden? Weil du Technologie gestalten willst, weil du mehr Einfluss haben möchtest, weil du unzufrieden bist mit der Art und Weise, wie Entscheidungen in deinem Unternehmen getroffen werden, oder weil du denkst, ja, nach Senior Developer, Teamlead, Head of Engineering muss doch irgendwann das CTO kommen.

Das solltest du für dich aber ein bisschen auseinanderhalten, denn wenn du eigentlich technische Probleme lösen möchtest, aber keine Lust darauf hast, Personalentscheidungen zu treffen, Budgetdiskussionen zu führen und Konflikte mit anderen Geschäftsbereichen auszufechten, dann könnte dich dieser nächste Karriere schritt, den du im Blick hast, vielleicht sehr, sehr unglücklich machen.

Du kannst nämlich auf der einen Seite fachlich hervorragend sein und trotzdem feststellen, dass du den Alltag eines CTOs überhaupt gar nicht haben möchtest. Selbst wenn das dann die Antwort ist, ist das trotzdem eine sehr wertvolle Erkenntnis für dich. Denn idealerweise hast du die Frage gestellt und diese Erkenntnis gehabt, bevor du überhaupt den Job annimmst.

So, was braucht es denn, also um CTO zu werden? Formal gesehen, ich habe das Anfang schon erwähnt, die Eintrittshürde ist relativ niedrig. Es gibt keinen einheitlichen Ausbildungsweg, es gibt nicht eine CTO-Ausbildung oder ein Zertifikat dafür. Vielleicht gibt es ein Zertifikat dafür von irgendeinem Anbieter, aber dir ist das Geld wahrscheinlich nicht wert.

Es gibt also keinen einheitlichen Ausbildungsweg, den alle durchlaufen müssen. Niemand prüft zentral, ob du die erforderliche Reife mitbringst. Deshalb findest du unter demselben Titel Menschen aller Couleur, mit völlig unterschiedlichen Hintergründen, mit völlig unterschiedlichen Verantwortungsbereichen in völlig unterschiedlichen Unternehmen.

Auf der einen Seite hast du den Mitgründer, der gerade mit zwei anderen Leuten ein Produkt anfängt zu bauen. Dann hast du auf der einen Seite die Führungskraft, die eine Engineering-Organisation mit schon mehreren hundert Menschen verantwortet. Und dann ist da noch jemand so im Mittelstand vielleicht, in so einem klassischen KMU, der Technologieentscheidungen beeinflussen soll, aber einen großen Teil der beteiligten Organisationen gar nicht direkt führt.

Und alle heißen vielleicht CTO. Und wenn du sagst, ich möchte CTO werden, wissen wir deshalb erstmal sehr wenig darüber, welchen Job du eigentlich machen möchtest. So, wie groß soll das Unternehmen denn sein? In welcher Phase befindet es sich? Ist es in einem Early-Stage Startup, ist es ein Scale-up, ist es ein Enterprise?

Und dazwischen gibt es auch noch sehr viele Abstufungen. Was möchtest du dort genau verändern? Und welche Verantwortung bekommst du am Ende tatsächlich? Welche Art von CTO möchtest du sein? Wie möchtest du wahrgenommen werden? Was ist deine Interpretation der Rolle? Das sind sehr wichtige Fragen. Ein Unternehmen sucht vielleicht jemanden, der aus einer Produktidee überhaupt erstmal ein funktionierendes Geschäft macht.

Ein anderes Unternehmen hat vielleicht bereits ein längst erfolgreiches Produkt, bekommt aber seine Organisation nicht mehr skaliert oder seine Technologie nicht mehr in den Griff, weil man in der Vergangenheit schlechte Entscheidungen getroffen hat oder zu viele Abkürzungen genommen hat. Entscheidungen bleiben dann vielleicht jetzt hängen, Teams arbeiten gegeneinander, größere Änderungen dauern Monate.

Und dann gibt es aber noch Unternehmen, die brauchen jemanden, der gegenüber der Geschäftsführung und auch den Investoren eine belastbare Technologieentscheidung vertreten kann. Und für all diese Situationen brauchst du unterschiedliche Erfahrungen. Deshalb ist mein erster Rat. Schau dir erstmal den konkreten Job hinter dem Titel an.

Ansonsten arbeitest du nämlich unter Umständen jahrelang auf eine Vorstellung hin, die mit deinem späteren Arbeitsalltag relativ wenig zu tun hat. So, aber welche Wege führen denn nun dahin? Die naheliegste Antwort oder der naheliegendste Weg, der geht über das Engineering. So einfach so sinnvoll. Also du entwickelst Software, du hast vielleicht Informatik studiert, du übernimmst im Laufe der Zeit anspruchsvollere Aufgaben und wirst irgendwann die Person, die nicht mehr andere um Rat fragt, sondern die von anderen um Rat gefragt wird.

Vielleicht wirst du dann ein Tech Lead, vielleicht übernimmst du aber auch schon Personalverantwortung als Teamlead, als Engineering Manager, du übernimmst Architekturverantwortung. Also die Menge der Möglichkeiten und die Menge der Rollen, die du einnehmen kannst, die ist genauso mannigfaltig wie unterschiedlich.

Wenn du beispielsweise in disziplinarische Führung gehst und Engineering Manager wirst, dann führst du gegebenenfalls später mehrere Teams oder auch andere Führungskräfte. Das kann natürlich ein guter Weg sein, auch in eine spätere CTO-Rolle. Er gibt dir nämlich die Gelegenheit, deinen Verantwortungsbereich schrittweise zu erweitern und natürlich auf dieser Reise auch zu lernen.

Es ist aber auch keine vorgeschriebene Reihenfolge. Und ich glaube, da müssen wir auch ganz ehrlich sein: die Titel helfen dir am Ende nur begrenzt. Ein Tech-Lead führt ein Unternehmen fast ausschließlich fachlich. Und das kann auch eine Sackgasse sein, gerade wenn du CTO werden möchtest. In einem anderen Unternehmen führt der Tech-Lead vielleicht sogar Mitarbeitergespräche und trifft Gehaltsentscheidungen.

So, als Head of Engineering kannst du zum Beispiel auch schon ziemlich nah an der Geschäftsführung arbeiten oder du bist fast ausschließlich mit Delivery beschäftigt. Beides ist möglich und beides sind sehr unterschiedliche Ausprägungen. Entscheidend ist deshalb, welche Erfahrungen du in diesen Rollen sammelst.

So, hast du schwierige Personalentscheidungen getroffen, hast du Verantwortung für ein Budget übernommen? Hast du mit dem Vertrieb darum gerungen, was für einen Kunden jetzt versprochen werden kann und was nicht? Musstest du eine technische Investition begründen, vielleicht auch eine, deren Nutzen sich dann irgendwann erst später zeigt, möglicherweise.

Solche Situationen bereiten dich auf die Rolle vor. Du kannst natürlich auch gründen und damit lässt sich dann der Weg zum Titel sehr, sehr, sehr, sehr erheblich abkürzen. Ja, ist ganz logisch, ne? Gründest morgen, nennt sich CEO, nennt sich CTO, Thema erledigt. Die Verantwortung, die kommt dann allerdings genauso schnell.

Und vielleicht sogar genauso unvorbereitet. Du musst dann nämlich lernen, während du den Job bereits machst, unter Umständen mit Budget, das sehr, sehr knapp ist, mit Kunden, die vielleicht noch auf sich warten lassen oder die etwas erwarten, was du vielleicht nicht immer liefern kannst. Vielleicht hast du Gründer, die bei Technologiefragen auf dich schauen.

Und dann gibt es aber auch noch Menschen, die längst wesentliche Teile der Rolle ausfüllen, ohne den Titel zu haben. Sie treffen diese übergreifenden Entscheidungen bereits, sie beraten die Geschäftsführung, sie tragen Konsequenzen, wie es so schön heißt, wenn etwas schiefläuft. Und bei ihnen stellt sich auch irgendwann die Frage, ist das hier ein sinnvoller Entwicklungsschritt oder übernimmt das Unternehmen gern die Leistung, ohne Mandat und Anerkennung entsprechend anzupassen?

Da musst du dich auch fragen, bist du hier richtig? Ist das der richtige Weg? Auch darüber muss man sprechen können. Du kannst sehen, die Startpunkte für einen Weg in eine sinnvolle CTO-Rolle oder überhaupt in einer CTO-Rolle, die sind sehr unterschiedlich, die unterscheiden sich erheblich. Und deshalb halte ich sehr wenig davon, jedem denselben Karrierepfad zu empfehlen.

Was nämlich viele auf dem Weg unterschätzen, ist die Tatsache, dass dein bisheriger Erfolgsmodus dir irgendwann auch im Wege stehen kann. Es gibt ein Buch mit dem Titel What Got You Here Won't Get You There. Ich glaube, das ist eine ziemlich treffende Beschreibung dafür, wie sich auch Arbeitsmodi, Operating Models auch ändern müssen, um den nächsten Schritt zu machen.

Was dich zu einem guten Entwickler gemacht hat, sind nicht die gleichen Qualitäten, die dich zu einem guten Engineering Leader machen, zu einem guten CTO machen. Als Entwickler wirst du nämlich dafür geschätzt, dass du schwierige Probleme selbst lösen kannst, selbst, wirklich selbst hands-on lösen kannst.

Du arbeitest dich dann sehr, sehr tief ein. Du gehst sehr in die Tiefe, du erkennst Fehler, die andere übersehen. Und wenn es kritisch wird, dann übernimmst du natürlich. Damit kannst du sehr erfolgreich werden. Jetzt wächst aber deine Verantwortung. Du führst mehrere Teams und sobald irgendwo ein Problem auftauchst, machst du wieder das, was bisher funktioniert hat.

Du gehst selbst rein, du löst das Problem selbst, bist du ja gut drin. Kurzfristig hilft das vielleicht sogar, weil du bist vielleicht sehr gut im Problemlösen und auch sehr gut darin, technische Entscheidungen noch zu beurteilen und technische Lösungen zu finden. Langfristig kann das aber dazu führen, dass die Organisation immer wieder auf dich wartet.

Entscheidungen laufen über deinen Tisch, deine Führungskräfte lernen, dass du im Zweifel ohnehin die Sachen übernimmst, also so richtige Ownership entsteht dann nicht. Und für deine eigenen Aufgaben als CTO fehlt dir dann die Zeit. Das merkst du unter Umständen noch nicht mal direkt, aber strategische Entscheidungen mit einem langfristigen Impact, die bleiben liegen.

Was machst du dann? Du kompensierst, du erarbeitest du immer mehr und fragst dich, warum es am Ende des Tages trotzdem nicht besser wird. Und an diesem Punkt musst du lernen, anders wirksam zu werden. Du musst nämlich beurteilen können, wo du selbst gebraucht wirst und wo du selbst dafür Sorge tragen musst, dass jemand anders die Verantwortung übernimmt.

Du musst dann akzeptieren, dass Entscheidungen ohne dich getroffen werden. Ganz wichtig. Und das sind auch Entscheidungen, die du vielleicht selbst anders getroffen hättest. Und ich weiß aus eigener Erfahrung und auch aus Erfahrung mit der Arbeit von Menschen in genau diesen Situationen. Das fällt gerade den Menschen schwer, die einen großen Teil ihrer beruflichen Identität aus ihrer technischen Stärke gezogen haben.

Denn plötzlich reicht es nicht mehr, dass du derjenige bist, der mit der besten, der die beste technische Antwort hat. Du musst da nämlich auf der anderen Seite erklären können, warum ein bestimmtes Thema für das Unternehmen jetzt relevant ist und warum ein anderes nicht relevant ist. Was eine Entscheidung kostet, was das Risiko ist, welches Risiko gehen wir ein, worauf verzichten wir?

Worauf verzichten wir, wenn wir es tun, worauf verzichten wir, wenn wir uns dafür entscheiden? Dafür brauchst du keinen BWL-Abschluss oder auch wieder, du brauchst kein MBA dafür, irgendwas in der Art. Du musst dich aber mit dem Geschäft beschäftigen wollen. CTO ist eine Business-Rolle. Und du musst natürlich auch bereit sein, den vielleicht für manche unangenehmeren Teil von Führung zu übernehmen.

Das heißt, du musst direkt das Feedback geben können. Du musst Beförderung ablehnen. Du musst Konflikte austragen, auch Konflikte, die du vielleicht selbst sehr anstrengend findest. Im Zweifel musst du auch eine Zusammenarbeit beenden. Und vielleicht musst du auch eine Zusammenarbeit beenden mit Leuten, mit denen du keine Zusammenarbeit beenden möchtest, es aber wirtschaftlich oder aus Unternehmenssicht notwendig ist.

Und wenn du CTO werden möchtest, gehören genau diese Fragen, gehören zu deiner Vorbereitung dazu, genauso wie Thema wie Architektur und Technologiestrategie und so weiter. Vielleicht sogar noch mehr als das. Angenommen, du möchtest diesen Job weiterhin machen. Du hast dir das alles angesehen und dann sagst du, ja, super, genau dahin will ich hin.

Was hält dich dann möglicherweise auf? Denn nur weil du all diese Fragen mit Ja beantwortest oder in der Lage bist zu unterscheiden, worauf es ankommt und dich darauf einlassen möchtest, wirst du trotzdem nicht morgen direkt CTO. Also weißt, was hält dich dann möglicherweise auf? Ich finde es hilfreich, fünf unterschiedliche Lücken auseinanderzuhalten.

Weil sie von außen vielleicht ähnlich aussehen können, aber eine andere Antwort brauchen. Das erste ist eine Kompetenzlücke. Vielleicht fehlt dir nämlich tatsächlich noch etwas, das für dein angestrebtes, für deine angestrebte Rolle das angestrebte Mandat brauchst. Vielleicht hast du bisher ausschließlich ein kleines Team geführt und auf einmal geht es hier um eine Organisation mit 100 Leuten.

Vielleicht hast du vorher noch nie ein Budget verantwortet, vielleicht hast du noch keine Strategie entwickelt, die über den nächsten technischen Umbau hinausgeht. So, das ist erstmal völlig okay, das ist auch erstmal ein normaler Entwicklungsstand. Schwierig wird es dann, wenn du diese Lücke nicht sehen möchtest oder wenn du sie versuchst, nur mit Selbstbewusstsein zu überspielen.

Selbstbewusstsein ist wichtig, aber Selbstbewusstsein löste nicht alles. Die zweite Lücke ist eine Beweislücke. Du traust dir eine Aufgabe zu, vielleicht auch zu Recht, vielleicht kannst du das, aber woran sollen andere das dann erkennen? Ich könnte das, wenn man mir nur die Möglichkeit gibt bei einer solchen Besetzung, wenn es um solche Rollen geht, das ist eine sehr dünne Grundlage.

Und das ist auch eine sehr dünne Grundlage für den CEO. Wenn er nur deine Confidence hat, um zu wissen, ob du das potenziell kannst oder nicht, das reicht oft nicht. Und wenn ein CTO dir Verantwortung überträgt, dann geht er damit selbst ein Risiko ein. Er muss nämlich begründen können, warum er dir vertraut.

Also vielleicht muss er das nur für sich selber begründen können, vielleicht aber auch vor dem Board oder seinen anderen Mitarbeitern. Da helfen natürlich konkrete Ergebnisse. Deswegen fragen Recruiter und CEOs natürlich auch nach konkreten Ergebnissen, weil sie ein Beweis sind. Eine Veränderung, die du selber verantwortet hast, eine schwierige Situation, in der du eine Organisation Orientierung oder Richtung gegeben hast.

Eine Entscheidung, bei der du auch die wirtschaftlichen Folgen verstanden hast und hier entsprechend verhandelt navigiert hast. Diese Dinge musst du schon mal solltest du schon mal gemacht haben. Das macht dir nämlich natürlich den Weg in die Rolle sehr viel leichter. Und natürlich brauchst du Gelegenheiten, in denen deine Fähigkeiten sichtbar werden können.

Und damit kommen wir wieder zu der dritten Lücke, der Wahrnehmung. Vielleicht hast du das nämlich alles längst drauf, also all das, was ich gerade gesagt habe. Vielleicht hast du mehr drauf, als dir zugetraut wird. Aber im Unternehmen bist du weithin nur der, der als der starke Techie abgespeichert ist.

Derjenige, der gut Probleme lösen kann. Bei Architekturfahrten hört man dir zu, keine Frage. Und bei der strategischen Planung wirst du nicht eingeladen. Das kann frustrierend sein. Vor allem, wenn du das Gefühl hast, schon seit Jahren gute Arbeit zu leisten. Nur das Problem ist, dass gute Arbeit nicht automatisch das Bildende, das andere von dir haben.

Ja, gute Arbeit als Techie zu leisten, damit bist du ein guter Techie. Damit hast du noch keinen Beweis angetreten, dass du für die Aufgaben, die darüber hinausgehen, auch gute Arbeit leisten kannst. Und wie fängt das dann natürlich an? Wenn du natürlich in jeder Diskussion ausschließlich über die technische Lösung sprichst, dann stärkst du möglicherweise genau dieses Bild von dir weiter.

Eigentlich wichtige Frage ist nämlich, wie erleben andere dein Urteilsvermögen? Wann sehen sie denn, dass du einen Zielkonflikt auf der Unternehmensebene verstehst und auch lösen kannst? Wer hat denn bereits erlebt, dass du Verantwortung über deinen eigenen Bereich hinaus übernimmst? Das kannst du beeinflussen, aber dafür musst du natürlich wissen, wie du aktuell wahrgenommen wirst.

Die vierte Lücke betrifft die Gelegenheit. Vielleicht bist du nämlich schon bereit, vielleicht sehen andere das auch. Nur gibt es in deinem Unternehmen gerade keinen passenden nächsten Schritt dafür. Der CTO ist zehn Jahre da und bleibt voraussichtlich noch ein Weilchen. Das Unternehmen wächst nicht, zusätzliche Verantwortung ist auf absehbare Zeit nicht vorgesehen.

Da bringst du nämlich sehr, sehr wenig, jedes Jahr dieselbe Beförderungsdiskussion zu führen und deine Ambitionen auf eine CTO-Rolle regelmäßig anzusprechen. Da wirst du nämlich nicht auf ein anderes Ergebnis kommen. Zumindest in den meisten Fällen nicht. Du musst dafür aber prüfen, ob dein Umfeld dir die Entwicklung, die du für dich vorsiehst, überhaupt ermöglichen kann.

Das muss natürlich im Umkehrschluss nicht sofort bedeuten, dass du wechseln musst. Aber es sollte zu einer bewussten Entscheidung führen. Und wenn die bewusste Entscheidung ist zu bleiben, bis zum Zeitpunkt X oder bis diese und jene Voraussetzung geschaffen ist, auch das ist eine Entscheidung, die okay ist.

Und vielleicht musst du dann trotzdem irgendwann gehen. Und die fünfte Lückt deine eigene Bereitschaft für den tatsächlichen Job. Du möchtest mehr Einfluss, das hilft aber nichts, wenn du jede Auseinandersetzung vermeidest oder vermeiden möchtest. Du möchtest Verantwortung, brauchst aber vor jeder Entscheidung erstmal vollständige Sicherheit, bis du anfängst, Entscheidungen zu treffen.

Das funktioniert auch nicht so gut. Du möchtest eine größere Organisation finden, kontrollierst aber schon heute jedes Detail selbst. Das ist auch keine gute Voraussetzung dafür, in eine solche Rolle reinzukommen. Das sind nämlich Dinge, mit denen du dich auseinandersetzen solltest. Führungskräfte führen oft unter Unsicherheit.

Wenn nicht alle Rahmenbedingungen klar sind und es keine Gewissheit darüber gibt, was die Richtung und die falsche Entscheidung sind, müssen sie trotzdem eine Gewissheit erreichen, Entscheidungen zu treffen und damit leben. Daraus folgt natürlich nicht, dass du grundsätzlich ungeeignet bist, wenn die drei Punkte, die ich eben genannt habe, auf dich zutreffen.

Die Frage ist aber, wie gehst du damit um und welches Umfeld passt denn dann zu dir? Wer nämlich Konflikte anstrengend findet, kann trotzdem lernen, sie klar und fair zu führen. Aber das kommt nicht mit dem Titel. Und wenn du allerdings hoffst, dass du mehr Konflikte mit dem nächsten Titel endlich vermeiden kannst, ja, da wirst du eine ziemlich unangenehme Überraschung überlegen.

Das wird nämlich nicht passieren, mehr im Gegenteil. Warum ist mir diese Unterscheidung so wichtig? Ganz einfach, weil du sonst am falschen Problem arbeitest. Du besuchst den nächsten Kurs, obwohl dir vor allem eine Gelegenheit fehlt. Du wechselst das Unternehmen, obwohl du überall dieselben Gespräche vermeidest oder du versuchst sichtbarer zu werden, obwohl dir für die angestrebte Verantwortung wirklich, wirklich, wirklich noch wesentliche Erfahrung fehlt.

In all diesen Fällen triffst du eine falsche Entscheidung. Und deshalb würde ich mit einer Bestandsaufnahme anfangen. Also wirklich die Frage stellen, welches CTO-Mandat strebst du an? Was wird dort von dir erwartet? Was davon hast du schon nachweislich getan und wo fehlt dir noch was? Hol dir dazu, wenn es sein muss, eine Einschätzung von Menschen, die deine Arbeit kennen, idealerweise auch von jemandem, der bei einer solchen Besetzung tatsächlich schon mitentschieden hat und mitentscheiden würde.

Und du kannst auch sehr direkt fragen, ja, wenn du mich heute, du kannst, frag ruhig direkt, frag ruhig direkt, wenn du mich heute für diese Rolle beurteilen möchtest, lieber XY, warum würdest du zögern? Warum wäre ich nicht geeignet? Ja, und die Antwort kann dir vielleicht nicht gefallen, kann unangenehm sein, sie kann vielleicht auch vage und unpräzise sein oder unfair.

Und trotzdem erfährst du etwas darüber, womit du umgehen musst. Und dann ist es deine Verantwortung, was draus zu machen. Und danach würde ich erst den nächsten Entwicklungsschritt versuchen, konkret zu machen oder so konkret wie möglich darauf hinzuarbeiten. Vielleicht übernimmst du eine Initiative, für die mehrere Organisationsbereiche zusammenarbeiten müssen.

Vielleicht verantwortest du erstmals Thema. In der Personalplanung, vielleicht bereitest du eine Investitionsentscheidung vor und vertrittst sie gegenüber der Geschäftsführung oder sogar dem Bord. Es sollte schon eine Aufgabe sein, an der du wachsen kannst und bei der andere deine Entwicklung auch aktiv erleben.

Nur damit kannst du Erfahrung sammeln, du kannst deine die wahrgenommene Leistung und die Wahrnehmung von dir und dem, was du fähig bist zu tun, kannst du damit verändern. Du musst dafür nicht beliebig zusätzliche Arbeit auf deinen Tisch packen. Vor allem nicht von den Sachen, die du sowieso schon tust.

Kläre, welche Verantwortung dazugehört, welche Entscheidung du treffen darfst und natürlich auch, woran das Ergebnis beurteilt wird. Ganz wichtig. Sonst bist du nämlich am Ende vor allem derjenige, der noch mehr erledigt und ich glaube nicht, dass du das sein möchtest. Ich weiß es sogar, ich weiß, dass du das nicht sein möchtest.

An dieser Stelle kann Coaching helfen. Oder nennen es gegebenenfalls nicht Coaching, es kann auch Mentoring sein, es kann auch Sparing sein. Weil es manchmal nämlich schwer ist, das eigene Muster zu erkennen. Vor allen Dingen dann, wenn du mittendrin steckst und eigentlich denkst, du weißt, was Sache ist, aber hast dann hier und da Schollklappen auf.

Wenn du in einem Gespräch immer wieder ausweichst, fühlt sich das für dich möglicherweise nach sorgfältiger Vorbereitung an. Und von außen sieht es aber vielleicht so aus, als würdest du keine Position beziehen. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Wenn du jede Entscheidung selbst treffen möchtest, empfindest du das als Verantwortungsbewusstsein.

Dein Team erlebt aber möglicherweise fehlendes Vertrauen. Auch das kann beides richtig sein. Gleichermaßen. Und wenn du seit zwei Jahren auf eine Beförderung wartest, findest du wahrscheinlich sehr gute Gründe dafür, warum sie beim nächsten Mal endlich kommen wird. Ja, da hilft jemand, die Frage ist nur, warum sollte sie dann jetzt auf einmal kommen, wenn sie die ganze Zeit davor nicht gekommen ist.

In diesen Situationen hilft jemand, der mit dir genau einschaut, der nachfragt, wenn deine Erklärung vielleicht zu bequem wird für dich selber, zu convenient und mit dem du deine schwierige Entscheidung vorbereiten kannst und anschließend auch auswerten kannst. Ein Coach kann dir natürlich Verantwortung nicht abnehmen, soll er auch gar nicht.

Er kann dir natürlich auch keine CTO-Position versprechen, kann er auch nicht. Er kann dir aber helfen, deine nächsten Schritte bewusster zu wählen, bewusster zu gestalten und ganz wichtig, unnötige Umwege zu erkennen. Du musst nicht jeden Fehler, den andere vor dir gemacht haben, musst du nicht auch nochmal machen.

Du kannst von genau diesen Erfahrungswerten profitieren, von jemandem, der selbst in eine solche Rolle sich reinentwickelt hat, der anderen bereits geholfen hat, solche Rollen zu bekommen. Da steckt eine ganze Menge an Erfahrungen, Mustererkennung und Umwegevermeidung dahinter. Eine Community, wie unsere Becoming CTO Community, die kann sowas sinnvoll ergänzen.

Du hörst dann, wie andere ähnlich in solchen Situationen umgehen oder wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen. Du kannst deine eigene Einschätzung abgleichen. Und vielleicht merkst du auch, dass ein Problem, das du bislang immer als persönliches Versagen für ein persönliches Versagen gehalten hast, dass das auch bei anderen regelmäßig auftaucht.

Entscheidend bleibt, was du anschließend daraus machst. Und ganz zum Schluss noch ein Gedanke zu AI, weil da kommen wir, glaube ich, auch diesmal nicht drum herum. Denn natürlich verändert sich das Umfeld, in dem künftige CTOs arbeiten werden. Meine Einschätzung dazu ist, wenn die technische Umsetzung in Teilen schneller und leichter zugänglich wird, dann gewinnt die Frage an Gewicht, wofür wir diese Möglichkeiten einsetzen.

Also, was sollten wir bauen, welches Problem ist relevant, was können wir verantwortbar automatisieren und natürlich auch, woran erkennen wir, ob das Ergebnis gut genug ist und ob wir wirklich schneller sind und ob wir wirklich effizienter sind. Auch die Organisation muss damit umgehen können. Verantwortlichkeiten, Zusammenarbeit und Qualitätsmaßstäbe müssen überprüft werden.

Wenn du CTO werden möchtest, solltest du deshalb eigene Erfahrungen damit sammeln. Schau dir an, was in einem realen Arbeitsablauf funktioniert, wo neue Probleme entstehen und natürlich auch, welche Entscheidungen weiterhin bei dir liegen. Ich halte wenig davon, aus KI, AI abzuleiten, dass technologische Führung überflüssig wird.

Ganz im Gegenteil, der Maßstab verändert sich. Und damit verändert sich auch das, was du lernen und unter Beweis stellen solltest. Wenn du aus dieser Folge heute etwas mitnehmen möchtest, eine Sache mitnehmen möchtest, dann nimm diese Frage. Welches konkrete Problem soll ein Unternehmen mir als CTO anvertrauen können?

Versuch darauf eine Antwort zu geben, eine Antwort, die über deinen Wunsch nach dem Titel hinausgeht. Und dann schau dir an, was dir dafür noch fehlt. Und überleg dir, welche Erfahrung du als nächstes sammeln kannst, damit diese Antworten belastbarer werden, oder? Sondern damit du bessere Antworten bekommst.

Du musst nicht deinen gesamten Karriereweg heute schon kennen. Du kannst aber den nächsten Schritt sehr bewusst wählen und du kannst darauf hinarbeiten. Und vielleicht stellst du dabei fest, dass du heute schon viel näher dran bist, als du vielleicht denkst. Und vielleicht erkennst du, dass du bisher auf dem falschen Job hingearbeitet hast.

Auch das ist möglich. Beides bringt dich aber weiter. Und wenn du genau an diesem Punkt stehst und deinen Weg Richtung CTO mit mir sortieren möchtest, dann findest du den Link zu meinem Coaching in den Shownotes. Und wir hören uns in der nächsten Folge von Becoming CTO Secrets. Macht's gut. Ciao, ciao.

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