
S8 #2 Der Mensch ist mehr als seine Krankheit | Es ist uns zu viel
Freitag, 30. Oktober 2026 · 20 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Ein besonderer Fall von schneller, zielgerichteter und klar organisierter Hilfe einer Tochter und einer Schwiegertochter für einen in seiner Wohnung nach Schlaganfall aufgefundenen Mann – bis zum Fragepunkt: Wie weiter? Wer übernimmt die notwendige weitere Betreuung?
Dafür, die Entscheidung anzunehmen und den weiteren Weg professionell zu begleiten, helfen Neugierde, Respekt – und Neutralität.
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. So lautet der Titel des vielgelobten Buches von Ursula Pabsch zu Systemischer Sozialer Arbeit im Krankenhaus. Der mehrteilige Podcast bei Sounds of Science Specials mit Ursula Pabsch beleuchtet detailliert und auf dem Hintergrund der immensen praktischen Erfahrung der Gesprächspartnerin viele Kontexte und Anforderungen dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Anhand von Fallbeispielen werden die Vorzüge systemischen Denkens und Handelns direkt erfahrbar.
Ursula Pabsch, Dipl. Päd., ist Systemische Therapeutin, Beraterin, Supervisorin und Organisationsentwicklerin; langjährige Tätigkeit in der klinischen Sozialarbeit; selbstständig in außerklinischem Case Management und Supervision; Inhaberin des Intensivpflegeportals www.leben-mit-intensivpflege.de; Beraterin von Intensivpflegediensten. www.ursula-pabsch.de
Literatur:
Pabsch, Ursula H.: Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Systemische Soziale Arbeit im Krankenhaus. Heidelberg: Carl-Auer Verlag 2024
Systemische Grundsätze/Haltung:
Respekt vor den Entscheidungen der Angehörigen
Neugierde auf Ihre Beweggründe
Neutralität
Komplimente für ihre klare und überlegte Entscheidung
Weitergehende mögliche systemische Fragen/Dialog:
An die Tochter:
Sie haben wohl schon viel mitgemacht. Woher nehmen Sie jetzt Ihre Entschlossenheit, einen anderen Weg einzuschlagen?
Was verändert die Bestellung eines Berufsbetreuers für Sie persönlich und für Ihre Beziehung zum Vater?
Angenommen, Ihr Vater könnte sprechen, was würde er über Sie sagen?
Was würden Sie ihm gerne sagen?
Was würde Ihre Mutter sagen, wenn sie das alles sehen würde?
An den Patienten (imaginär, da Aphasie):
Was glauben Sie, warum haben sich ihre Kinder so entschieden?
Gibt es etwas, was Sie aus heutiger Sicht anders hätten machen wollen?
Hätten Sie das Liegetrauma verhindern wollen bzw. auch können?
Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Der Blick zu mir:
Hatte der kulturelle Hintergrund einen Einfluss auf meine Verwunderung?
Welche Kultur nährt für mich welches Vorurteil?
Was bedeutet es für mich, wenn Angehörige vorher im Prinzip schon alles erledigt haben?
Was bedeuten kompetente Angehörige für mich?
_____________
Folgt auch den anderen Podcasts von Carl-Auer:
autobahnuniversität
carl-auer.de/magazin/autobahnuniversitat
Blackout, Bauchweh und kein` Bock
carl-auer.de/magazin/blackout-bauchweh-und-kei…
Cybernetics of Cybernetics
carl-auer.de/magazin/cybernetics-of-cybernetics
Genau Geschaut:
carl-auer.de/magazin/genau-geschaut
Frauen führen besser
carl-auer.de/magazin/frauen-fuhren-besser
Formen (reloaded) Podcast
carl-auer.de/magazin/formen-reloaded-podcast
Heidelberger Systemische Interviews
carl-auer.de/magazin/heidelberger-systemische-…
Zum Wachstum inspirieren
carl-auer.de/magazin/zum-wachstum-inspirieren
Zusammen entscheiden
carl-auer.de/magazin/zusammen-entscheiden-2