Cosmic Latte

CL056 Funkelnde Sterne, Vollmondmythen und kosmische Staubsauger: Weltraum-Fakes im Faktencheck

Donnerstag, 3. April 2025 · 46 min

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Shownotes

Die Episode über kosmische Irrtümer und esoterischen Aberglauben: Was ist wirklich wahr über den Weltraum?
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In dieser Folge von Cosmic Latte gehen Eva und Elka zehn der hartnäckigsten Mythen rund um Astronomie, Weltraum und Raumfahrt auf den Grund - von der angeblich aus dem All sichtbaren Chinesischen Mauer bis zu schlaflosen Nächten bei Vollmond. Wir erklären, warum rote Sterne kühler sind als blaue, Sterne von der Erde aus funkeln und der Polarstern nicht genau nach Norden zeigt.
Außerdem werfen wir einen Blick auf die neuesten Zahlen des Wissenschaftsbarometers 2024 und was sie für die Wissenschaftskommunikation bedeuten.

Einleitung

Wissenschaftsbarometer 2024

Wir beginnen mit einem Blick auf das Wissenschaftsbarometer 2024 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Trotz stabilen Vertrauens in die Wissenschaft fühlen sich viele Österreicherinnen und Österreicher schlecht informiert. Das Interesse an wissenschaftlichen Themen ist leicht rückläufig - ein klarer Auftrag für eine bessere und inklusivere Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftliche Bildung sollte nicht mit der Schule enden. Wir finden: Wissenschafts-Podcasts sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen!

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich auf der Website der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: ÖAW-Wissenschaftsbarometer: 73% vertrauen Wissenschaft (oeaw.ac.at/news/oeaw-wissenschaftsbarometer-73…)

Astronomische Mythen

Viele Mythen über Astronomie halten sich hartnäckig. Wir sehen uns bei den folgenden zehn Mythen an, was die Wissenschaft bzw. die Forschung dazu sagt, welche historische Zusammenhänge es gibt und welche Rolle psychologische Effekte wie der Confirmation Bias dabei spielen.

1. Man sieht die Chinesische Mauer aus dem Weltall

Ein klassischer Irrglaube: Die Chinesische Mauer ist zwar lang, aber zu schmal und farblich zu wenig kontrastreich, um sie mit bloßem Auge aus dem Weltall zu erkennen. Sichtbar sind hingegen Großstädte, Autobahnen, beleuchtete Flächen und künstliche Inseln wie "The Palm Jumeirah" in Dubai.

2. Im Weltall gibt es keine Schwerkraft

Falsch! Auch auf der ISS wirkt die Erdanziehung noch mit etwa 88% ihrer Kraft. Astronaut:innen schweben, weil sie sich in einem permanenten freien Fall befinden. Die Station kreist in konstanter Fallbewegung um die Erde – ein Effekt, den schon Newton mit seinem Gedankenexperiment der "Orbit-Kanone" erklärte.

3. Ohne Raumanzug explodiert man im All

Hollywood übertreibt: Im luftleeren Raum würde man nicht explodieren. Vielmehr entweicht der Sauerstoff aus der Lunge, was nach 10–15 Sekunden zur Bewusstlosigkeit führt. Die Körperflüssigkeiten beginnen zu sieden, da der Siedepunkt ohne Umgebungsdruck stark sinkt. Der Tod tritt nach etwa 80 Sekunden ein.

4. Schwarze Löcher sind kosmische Staubsauger

Schwarze Löcher ziehen nicht alles magisch an. Außerhalb ihres Ereignishorizonts wirken sie wie jedes andere gravitativ wirkende Objekt. Nur wer zu nahe kommt, hat keine Chance mehr zu entkommen. Viele Objekte können stabile Umlaufbahnen um Schwarze Löcher einnehmen.

5. Rote Sterne sind heißer als blaue

Hier spielt uns die Alltagserfahrung einen Streich: Rot glühende Kohle wirkt heiß, aber blaue Sterne sind tatsächlich viel heißer. Die Farbe eines Sterns hängt mit seiner Temperatur zusammen: Je kürzer die Wellenlänge (blau), desto mehr Energie wird abgestrahlt.

6. Sterne funkeln immer

Das Funkeln entsteht durch die Turbulenzen in der Erdatmosphäre. Außerhalb der Atmosphäre, etwa von der Mondoberfläche oder aus dem All, erscheinen Sterne als gleichmäßige Lichtpunkte. Planeten funkeln übrigens weniger, weil sie größer erscheinen und sich atmosphärische Verzerrungen mitteln.

7. Im Sommer ist die Erde näher an der Sonne

Tatsächlich ist der Abstand zur Sonne nicht der Grund für unsere Jahreszeiten. Entscheidend ist die Neigung der Erdachse um 23,5 Grad. Sie sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlen je nach Jahreszeit unterschiedlich stark auf die Hemisphären treffen. Im europäischen Sommer ist die Erde sogar etwas weiter von der Sonne entfernt als im Winter.

8. Der Polarstern zeigt exakt nach Norden

Fast, aber nicht ganz. Der Polarstern Polaris liegt etwa 0,66 Grad vom wahren Himmelsnordpol entfernt. Damit beschreibt er eine kleine Kreisbewegung am Himmel. Aufgrund der Präzession der Erdachse ändert sich die Position des Himmelsnordpols langfristig – früher war ein anderer Stern die Referenz.

9. "Mercury in Retrograde" bringt Chaos

Ein populärer astrologischer Mythos: Wenn Merkur rückläufig erscheint, soll das Kommunikation und Technik stören. Tatsächlich handelt es sich um eine optische Illusion: Merkur überholt die Erde auf seiner Umlaufbahn, wodurch es aussieht, als würde er sich kurz rückwärts bewegen. Wissenschaftlich gibt es keine Hinweise auf einen Einfluss auf unseren Alltag. Die anhaltende Überzeugung ist ein Beispiel für den Confirmation Bias.

10. Der Mond beeinflusst unseren Schlaf, unsere Gesundheit oder Geburten

Von schlechterem Schlaf über mehr Geburten bis zu OP-Komplikationen bei Vollmond: Keine dieser Behauptungen hält wissenschaftlichen Studien stand. Die Effekte lassen sich meist durch selektive Wahrnehmung oder selbsterfüllende Prophezeiungen erklären. Tatsächliche Einflüsse hat der Mond vor allem auf große Wassermassen wie Ozeane – aber nicht auf Menschen.

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Evi Hallo und herzlich willkommen wieder zu einer neuen Folge von Cosmic Latte. Diesmal wieder dabei Elka. Hallo Elka.

Elka Hallo.

Evi Hi. Diesmal haben wir eine reguläre Folge, nachdem wir ja das letzte Mal unser Special mit der Anita hatten, die ganz toll Wissenschaft auf die Bühne bringt.

Elka Genau.

Evi Mit ihrem Porträttheater. Es ist schon sehr eindrucksvoll. Du hast sie, glaube ich, auch live gesehen, oder?

Elka Genau. Ich habe sie dann auf der TU live gesehen und war sehr cool. Ich wollte schon seit Jahren das anschauen, aber es ist irgendwie nie so gescheit ausgegangen. Aber dann auf der TU war sehr cool. Ich versuche jetzt gerade irgendwie in die Wege zu leiten, dass sie vielleicht mal zu uns an die FH auch kommt.

Evi Ah, ja, gute Idee. Ja, stimmt. Ja, ich habe sie ja auch noch live gesehen. Also sie war ja dann im Baden auch noch bei uns und hat ihr Stück gezeigt, das Unteilbar, über das wir ja eh auch gesprochen haben. Ganz spannend, also auch wie man der Wissenschaft oder das Leben von Wissenschaftlerinnen näher bringt und gleichzeitig aber auch ihre Wissenschaft zeigt.

Evi Also dass es eben nicht nur um ihre Biografie geht, sondern auch wirklich das, was sie geleistet haben. Also fand ich ganz, ganz spannend.

Elka War wirklich super, auch eben, wie sie die Sachen einfach erklärt hat. Aber das haben wir eh schon gemerkt bei der Podcast-Aufnahme.

Evi Ja, das stimmt. Und ich bin jetzt auch ganz zufällig, jetzt hast du vor kurzem, über das Wissenschaftsbarometer gestoßen. Es ist eigentlich schon im Dezember rausgekommen, letzten Jahres. Aber ich habe das irgendwie dieses Mal überhaupt nicht mitbekommen. Du?

Elka Ja, schon, weil ich ein paar Vorträge zu diesem Thema gemacht habe, zur Wissenschaftsfeindlichkeit und so. Und da verfolge ich dann immer die Wissenschaftsbarometer, die sind eher deprimierend meist für Österreich.

Evi Wie gesagt, diesmal ist es irgendwie an mir vorbeigegangen, dass das jetzt wieder neu rausgekommen ist. Also das wird ja jährlich erhoben, ist repräsentativ, eine repräsentative Umfrage unter den 1500 Personen, die in Österreich wohnen, ab 16 Jahren. Und ich finde es eigentlich immer sehr spannend, weil da eben die Einstellungen der Bevölkerung zur Wissenschaft wieder gespiegelt werden und wie sich da eben auch das Vertrauen eigentlich entwickelt in die Forschung.

Evi Es ist natürlich spannend, das jetzt auch zu beobachten, wo wir quasi aus dieser Pandemie rauskommen, wie sich da Sachen wieder ein bisschen normalisieren oder vielleicht auf einen alten Stand zurückgehen. Ich weiß es nicht, aber ich finde die... Ergebnisse immer wieder sind. Ich weiß nicht, ob sie mich schockieren sollen, aber ein bisschen erstaunlich.

Evi Ich meine, verändert sich jetzt natürlich von einem hier auf das andere jetzt nicht ganz so viel. Also ich glaube, da muss man sich dann sowieso einen längerfristigen Trend ansehen. Das Vertrauen ist an und für sich stabil geblieben in Wissenschaft und Forschung. Ich meine, kann man jetzt sagen, wenn es jetzt 35 Prozent sind, also ein bisschen mehr als ein Drittel, ob das dann, also die sehr stark vertrauen, ob das jetzt viel oder wenig ist, ob das gut ist, wenn das stabil bleibt.

Elka Es ist, glaube ich, sogar ein bisschen besser geworden als die irgendwie die letzten Jahre, ja, trotzdem jetzt nicht so toll. Und ich habe so eine Präsentation gesehen darüber, wo Sie dann plakatiert haben, wir sind aber besser als Deutschland.

Evi Ja, also Deutschland ist ja ganz schlimm. Also da muss ich ja wirklich mal sagen, also liebe Hörer, Hörerinnen in Deutschland, was ist denn da bei euch los? Ich habe mir das auch angesehen und der Vergleich zu Deutschland ist wirklich schockierend, weil ich ja eigentlich immer davon ausgegangen bin, dass ja in Österreich der Vertrauensindex so niedrig ist.

Evi Noter 1 und 2 im Bereich Vertrauen Sie Wissenschaft und Forschung, Wir sind in Österreich bei 73, der Index, und in Deutschland bei 55. Leute, was ist da los bei euch?

Elka Wobei ich finde, wenn man jetzt alles anschaut, sind wir auch nicht so viel besser. Ich habe das irgendwie recht witzig gefunden, dass so ein typisches österreichisches Ding, so egal wie schlecht, auch beim Eurovision Song Contest, der jetzt bald ist, wo man auch sagt, Hauptsache, wir sind einfach besser als Deutschland.

Elka Nur darum geht es. Aber unsere schlechten Leistungen werden nicht reflektiert.

Evi Ja, vor allem, weil das Interesse an Wissenschaft auch wieder leicht rückläufig ist. Also ich glaube, dass vielleicht so viele, die sich jetzt während der Pandemie dafür interessiert haben, dass das jetzt aber alles wieder zurückgeht, also dass das Interesse da stagnierend ist generell in der Wissenschaft.

Evi Interessanterweise war aber doch gleichzeitig auch diese Forderung nach mehr Kommunikation. Also es haben dann doch recht viele, also über 40 Prozent zugestimmt, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verstärkt in der Öffentlichkeit über ihre Arbeit sprechen sollten, informieren sollten. Also da fühlen sich recht viele dann doch eher unzureichend nur informiert.

Evi Fand ich ganz interessant. Gleichzeitig ist aber die Mediennutzung jetzt auch nicht in die Höhe gegangen, sondern geht runter.

Elka Welche Mediennutzung meinst du?

Evi Generell jetzt. Also es geht darum, wie sie sich halt informieren. Also wie du dich über Wissenschaft informierst und da ist eben die Nutzung, egal ob es jetzt klassische Medien oder Internet sind, also eher stagnierend bis halt rückläufig.

Elka Ja, wahrscheinlich mehr Social Media halt auch, dass die Leute sich eher auf solchen Kanälen dann auch informieren, oder?

Evi Was ich interessant gefunden habe, war, dass sich die meisten über das Internet informieren, dass da aber das Internet leider nicht näher aufgebrochen war. Also es gab jetzt da eben nicht sowas, was sie im Podcast abgefragt haben, wer sich über Podcasts informiert. Und ich glaube ja, also gut, wir sind ja jetzt im Podcast, wir sprechen hier ja auch über Wissenschaft und das alles.

Evi Ich glaube aber, dass das wirklich ein Medium ist, das sich sehr gut für die Wissenschaftskommunikation eignet und dass das ein bisschen unterschätzt wird in der Wissenschaftskommunikation, in der öffentlichen.

Elka Das war ja auch während der Covid-Pandemie, hat es ja in Deutschland den sehr... Einen berühmten Podcast geben über die neuesten Erkenntnisse, weil es halt so schnell geht irgendwie. Also man kann dann halt sehr am Puls der Zeit sein und sehr schnell dann die neuesten Erkenntnisse teilen mit den Leuten.

Evi Vor allem, es gibt die Möglichkeit, auch in die Tiefe zu gehen, weil du kannst ja lang und ausführlich auch darüber sprechen und auch Sachen, glaube ich, ganz gut erklären und dich da eigentlich auch abseits der klassischen Medien ist das eigentlich ein ganz, ganz guter Kanal. Und im Prinzip ist ja, die Anita mit ihrem Theater ist ja auch eigentlich ein ganz interessanter Kanal für Wissenschaftskommunikation.

Evi Also ich glaube, da wird auch immer ein bisschen einseitig bedacht, wie Wissenschaftskommunikation passieren kann. Vor allem, wenn es darum geht, jetzt Menschen zu erreichen, die jetzt eben keine klassische Mediennutzung haben oder die sich wirklich nur speziell informieren. Finde ich das ganz interessant, dass man sich da überlegt, okay, wie kann ich Menschen noch erreichen?

Elka Ja, da muss man sich sicher sehr viel überlegen. Also das ist ja so ein bisschen mein Steckenpferd-Team. Da könnte man auch eine eigene Folge darüber machen. Aber Wissenschaft, Skepsis und wie das alles zusammenhängt mit Gesellschaft und Demokratie und Politik, ist so ein riesiges Thema und das wird uns eh noch mehr begleiten, glaube ich, in Zukunft.

Evi Ja, die Konklusion aus dieser Befragung ist ja auch, dass Wissenschaftskommunikation mehr gefördert werden sollte, dass da mehr getan werden muss, dass da einfach ein Aufholbedarf ist. Ich habe dann immer so ein bisschen den Eindruck bei solchen Sachen, dass einerseits wird da erwartet, dass man schnelle Lösungen hat und auf der anderen Seite sind dann die meisten Maßnahmen, aber zielen dann immer auf Kinder ab. Also es geht dann immer so mit, was man mit Schulen und Schulklassen machen kann.

Evi Und ich finde, man vergisst dann in der Wissenschaftskommunikation oft die Erwachsenen und glaubt, dass das dann mit einer Pressemitteilung vielleicht erledigt ist. Und dann lesen die Erwachsenen das und dann ist das getan. Und das finde ich ein bisschen zu wenig und ein bisschen schade, weil ich glaube, da gibt es bessere und mehr Sachen, die man machen kann.

Elka Ja, es ist halt so easy solution. Also ich verstehe den Ansatz mit den Schulen, aber es ist halt so, das kommt immer. Aber egal, welchem Thema kommt, man muss das mehr in den Schulen beibringen. Man braucht ein eigenes Fach dafür, ob das jetzt ist politische Bildung, digitale Bildung oder Wissenschaft.

Elka Es ist immer halt, ja, es ist easy halt. Aber man muss halt eben die Erwachsenen auch irgendwie erreichen. Und das ist natürlich nicht so leicht, weil in den Schulen hast du halt versammelt alle Kinder und du kannst die sehr gut erreichen.

Evi Ja, die müssen sich dann damit auseinandersetzen.

Elka Ja, geht dann auch, wenn man braucht Essen oder so. Aber man braucht halt diese Organisationsform, wo diese Leute anzufinden sind. Und das ist halt schwierig, vor allem wenn man jetzt, weiß ich nicht, an Hausfrauen oder so denkt. Wie will man die erreichen? Es ist nicht so leicht, weil man hat halt keinen Draht irgendwie zu den Leuten.

Elka Also ich verstehe, dass es schwierig ist, aber ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass man sich da was überlegt, wenn man irgendwie im öffentlichen Raum oder, weiß auch nicht, in Parks oder in der Arbeit oder irgendwie an diese Leute rankommen muss.

Evi Deswegen finde ich Podcasts so wichtig und deswegen ist es auch ganz wichtig, was wir hier tun. Und ich glaube, dass dein Thema heute ja auch so eigentlich in die Richtung ein bisschen geht, weil du möchtest ja mit ein paar Sachen aufräumen hier.

Elka Genau. Also mein Steckenpferd ist ja auch ein bisschen, was ich auf Social Media mache, diese Fake News entlarven. Normalerweise geht es da oft um gesundheitliche Themen. Das sind mir halt natürlich sehr wichtig, weil das kann halt Menschenleben gefährden. Aber heute wollen wir auch Fake News bezüglich Astronomie aufdecken.

Evi Und bevor wir jetzt direkt einsteigen in die Mythen der Astronomie und ob sie wahr oder falsch sind, machen wir eine ganz kurze Werbepause und sind gleich wieder da. So, und da sind wir wieder und gehen auch gleich weiter zu den Mythen, Elka, die du uns mitgebracht hast.

Elka Sehr gern. Ich habe mir da rausgesucht, zehn Mythen aus der Astronomie. Wahrscheinlich wirst du schon wissen, dass sie nur Mythen sind. Aber vielleicht kannst du dann ein bisschen erzählen, ob du es vielleicht einmal gedacht hast, bevor du dich für Astronomie so genau interessiert hast. Also ein bisschen ein Test.

Elka Und einen Test habe ich auch schon mit jemandem in meinem Umfeld gemacht, der hat an den Mythos noch geglaubt.

Evi Also schauen wir uns das mal an. Du räumst hier mit alten Mythen auf. Da bin ich gespannt, was du uns mitgebracht hast.

Elka Also manche Sachen sind ein bisschen ein kürzeres Thema und dann gibt es noch ein Thema, das ist recht lang. Es war auch das Thema, was von meinen Followerinnen am meisten gepostet wurde, weil ich habe nämlich nachgefragt, was kennt ihr für Mythen über Astronomie oder falsche Tatsachen, die man aber so glaubt.

Elka Und da kam zu einem Thema sehr, sehr viel. Aber ich sage nur Mond.

Evi Ich wollte gerade sagen, es hat sicher mit dem Mond zu tun, oder?

Elka Hat viel mit dem Mond zu tun. Das werden wir dann am Ende beleuchten, aber davor noch ein paar andere. Nämlich Mythos Nummer eins. Man sieht die chinesische Mauer aus dem Weltall mit dem freien Auge. Hast du das schon mal gehört oder geglaubt?

Evi Gehört habe ich es schon, geglaubt nicht.

Elka Hast du nicht geglaubt? Ja, ich meine, warst du schon mal auf der chinesischen Mauer?

Evi Nein, ich war noch gar nicht in China.

Elka Ich war nämlich zufällig schon mal auf der chinesischen Mauer.

Evi Ach, ist ja cool.

Elka Voll, ja. Sie ist sehr lang, aber das war es halt schon. Sie ist halt sehr lang, aber sie ist dafür halt sehr, sehr schmal. Also, wenn man es vergleicht mit der Erde. Und was aber vor allem der Punkt ist, warum man sie nicht erkennen kann, ist, sie hat eine sehr ähnliche Farbe wie ihre Umgebung. Das heißt, das ist einfach sehr schwierig zu erkennen.

Elka Das heißt, das ist natürlich ein Mythos. Man kann sie nicht vom Mond aus oder weiß nicht, von der ISS aus mit dem freien Auge erkennen. Aber es gibt schon Sachen, die man erkennen kann. Sachen, die auch die Menschen gebaut haben. Das Klassische ist natürlich die Beleuchtung. Da gibt es ja schöne Bilder von Nacht und Tag.

Elka Da sieht man natürlich schon unsere künstliche Beleuchtung. Aber auch Sachen wie, das finde ich ein bisschen weird, diese künstliche Insel in Dubai, falls du die kennst, die ausschaut wie eine Palme. Palm Jumeirah. Ich habe da auch einen Link hinzugefügt in den Show Notes, wo man sich diese Bilder anschauen kann.

Elka Und da sieht man das halt vor allem wegen diesem Kontrast, weil das so in das Meer hineingeht und diese Palme ist ja auch riesig. Und das kann man schon recht gut erkennen. Da sieht man auch noch ein paar andere Bilder, wie zum Beispiel den Grand Canyon. Das ist jetzt kein künstliches Objekt, aber das sieht man zum Beispiel auch sehr gut.

Evi Weißt du zufällig ein bisschen, welcher Höhe das erkennbar ist? Also was ist da genau definiert als Weltraum?

Elka Von der ISS aus.

Evi Ah ja, okay.

Elka Die Bilder, die man da sehen kann, sind so ISS-Höhe.

Evi Okay, und da ist die chinesische Mauer nicht zu sehen in der Höhe?

Elka Nein, ist nicht zu sehen, weil der Kontrast ist einfach zu gering. Ich habe auch mal gelesen, dass man den Flughafen in Beijing sehen kann, weil das so riesig ist. Habe aber keine Bilder wirklich dazu gefunden. Vielleicht hat da jemand mehr Infos. Angeblich kann man den auch sehen.

Evi Das ist ein eigener Mythos.

Elka Ja, vielleicht ist das ein Mythos, eine Richtigstellung des anderen Mythos. Ja, also das habe ich interessant gefunden. Dann Mythos Nummer zwei. Den hast du auch schon mal angesprochen. Nämlich, dass es im Weltall und auf der ISS zum Beispiel keine Schwerkraft gibt. Und dass die Menschen floaten. Hast du das mal geglaubt?

Evi Naja, ich glaube, man vergisst das schnell immer. Also man vergisst das schnell, dass halt eben auf der ISS speziell sehr wohl noch die Gravitation der Erde wirkt und dass sie ja jetzt nicht schweben, weil sie so weit oben sind, sondern weil sie ja eigentlich um die Erde fallen. Aber ich glaube, da wirst du uns gleich aufklären, oder?

Elka Genau, ja. Also ich muss sagen, ich kann mich schon noch erinnern, wo ich das geglaubt habe, weil es wird ja nie wirklich so erklärt, wenn man die ISS sieht. Sieht man irgendwie Leute, die schweben und ah ja, im Weltall schwebt man.

Evi Genau, ja.

Elka Es ist ja so, dass Gravitation ja eigentlich unendlich weit geht. Das ist nur so, dass es immer, immer schwächer wird. Und die ISS ist eigentlich nicht so weit weg. Und da ist die Gravitationskraft der Erde eigentlich nur bis über 10 Prozent weniger als bei uns. Also die haben noch immer 88 Prozent der Gravitation.

Elka Das heißt, eigentlich sollte man da nicht schweben. Aber es ist eben so, dass mit dem freien Fall. Und das ist, finde ich, schon nicht so leicht zu checken. Und da gibt es aber zur Veranschaulichung ein Gedankenexperiment von Newton, nämlich die Orbitkanone. Wenn man sich jetzt vorstellt, eine Kanonenkugel mit normaler Geschwindigkeit fällt sie nach kurzer Zeit wieder zu Boden.

Elka Also man wirft sie oder sie wird geschossen und irgendwann fällt sie wieder zu Boden. Wenn man jetzt noch schneller diese Kanonenkugel wegschießt, fliegt sie ja noch weiter und dann erst fällt sie zu Boden. Und wenn man sich dieses Experiment immer weiter denkt, immer, immer weiter und man schießt jetzt so weit diese Kanonenkugel, dass sie auch immer weiter, weiter fliegt und sie parallel zur Erdkrümmung dann irgendwie runterfällt, dann fällt sie da, wo die Erde sich schon wieder weiter gedreht hat.

Elka Das heißt, sie bleibt eigentlich in einer Umlaufbahn, also man schießt einfach die Knochen so weit, dass sie mit der Erde sozusagen rumfliegt. Habe ich das verständlich erklärt?

Evi Das werden wir dann in den Kommentaren wahrscheinlich hören.

Elka Genau, aber es ist schwierig vorzustellen, weil man sagt eben, es fällt auf die Erde, aber gleichzeitig bewegt es sich und dadurch bleibt es in der Umlaufbahn. Eigentlich ist es einfach nur ein freier Fall.

Evi Genau, also es fällt um die Erde, ja.

Elka Es ist trotzdem natürlich cool, es gibt ja auch diese Experimente, also nicht Experimente, sondern diese Simulationen, wo man in Flugzeugen so ein Gefühl der Schwerelosigkeit durch einen freien Fall simuliert.

Evi Meinst du den Parabelflug?

Elka Ja, das finde ich auch ein bisschen scary, oder? Den Gedanken, oder würdest du das machen?

Evi Also ich würde es total gerne machen, so einen Parabelflug. Das Einzige, was dann für mich abschreckend ist, ist, wenn du das halt machst, dann machen die das halt nicht einmal, sondern das ist dann irgendwie so 50 Mal hintereinander immer, diesen Trainingsflügen und so. Und ich glaube, so oft mag ich es auch nicht machen. Also ich würde es gerne so zwei-, dreimal ausprobieren und dann ist es wieder gut.

Evi Aber ich stelle es mir ganz witzig vor, wenn du da dann kurz schwebst, in dieser Schwerelosigkeit bist, weil sich das eben aufhebt, das finde ich schon sehr spannend. Also ich würde es schon gerne machen. Du nicht?

Elka Das Einzige, was ich überlegt habe, ist, es gibt in Wien in so einer Windkammer oder sowas.

Evi Ach so, ja.

Elka Das ist ja auch ein bisschen wie Fliegen. Das hätte ich vielleicht noch überlegt, aber habe ich auch ein bisschen Angst, muss ich sagen.

Evi Wobei, da stelle ich mir dann wieder so unangenehm vor, weil du halt diesen Wind hast. Also da hast du halt eben dieses Gebläse da irgendwie. Aber es gibt ja einen Grund, warum diese Parabelflüge ja auch immer Kotzbomber heißen. Und deswegen bin ich da schon ein bisschen...

Elka Ja, nein, für mich ist das, glaube ich, auch nichts. Das überlasse ich ja anderen. Aber gut, das war Nummer zwei. Dann Nummer drei war das, was ich einem Freund von mir gefragt habe. Was passiert, wenn man ohne Raumanzug ins Weltall kommt, geschossen wird, wie auch immer rausgeht? Und die meisten Leute sagen dann, man würde explodieren, weil das, glaube ich, einfach in sehr vielen Filmen irgendwie so dargestellt wurde.

Elka Hast du das auch geglaubt oder glaubst du das auch?

Evi Ich weiß nicht. Also ich habe das nicht gewusst, dass die Leute glauben, dass man explodiert.

Elka Ja, ja, also viele Leute glauben, dass man dann explodiert einfach wegen dem Unterdruck und bumm. Aber es ist so, dass das natürlich nicht so ist. Es ist zwar ein fast Vakuum, aber trotzdem wird man nicht explodieren. Es ist aber auch nicht schön, was passiert. Also Trigger Warning, weil es jemand da eher sensibel ist. Es ist so, dass man durch einen fehlenden Luftdruck sehr schnell eigentlich bewusstlos wird.

Elka Und nach wenigen Minuten erstickt man. und der Körper bläht sich schon leicht auf, aber er würde jetzt nicht zerplatzen. In einem Artikel hat eine Ärztin das so zusammengefasst. Ohne Anzug im Weltall würden wir innerhalb weniger Sekunden das Bewusstsein verlieren, innerlich kochen, anschwellen, unsere Augen, unsere Lungen würden platzen und wir würden an eigenem Blut ertrinken.

Elka Am Ende verstrahlt der Kosmos unseren Körper. Spannend ist ja dieses innerlich Kochen, hört sich nicht so nett an irgendwie, aber durch den plötzlichen Druckabfall kann es eben das so führen, dass unser Blut die Flüssigkeiten sehr rasch verdampfen. Der Grund physikalische ist natürlich der, dass der Siedelpunkt ja abhängig auch ist vom Druck, vom Umgebungsdruck.

Elka Und der sinkt halt so weit, dass im Weltall der Effekt so extrem ist, dass die Flüssigkeiten bereits bei 37 Grad zum Verdampfen beginnen. Und dadurch bilden sich diese Bläschen in unseren Adern. Dadurch wird es auch ein bisschen aufgeschwollen. Eigentlich ist das alles nicht so wichtig, weil man wird nach kurzer Zeit bewusstlos, weil eben kein Druck mehr von außen ist, entweicht der Sauerstoff, den wir in der Lunge haben, entweicht er sofort.

Elka Das heißt, wir haben keinen neuen Sauerstoff in der Luft und ohne Sauerstoff werden wir dann sehr, sehr schnell bewusstlos. Und vor allem auch der, den wir schon hatten, wird eben auch rausgesogen. Und nach 10 bis 15 Sekunden wird man bewusstlos werden. Und die NASA schätzt, dass wahrscheinlich der Zeitpunkt bis zum Tod maximal 80 Sekunden sind.

Evi Und was ist dann die Todesursache?

Elka Eigentlich das Ertrinken anscheinend. Also eigentlich würde man eben an seinem eigenen Blut ertrinken. Man würde nicht ersticken, sondern durch die Flüssigkeiten dann würde man ertrinken sozusagen. Ja, es ist nicht schön.

Evi Okay, das ist keine Geschichte zum Einschlafen. Ich hoffe, das wird jetzt am Abend.

Elka Aber es hat mich wieder an die Serie, über die wir schon so oft geredet haben, erinnert, falls du dich erinnern kannst.

Evi Ach so, wie vor All Mankind.

Elka Genau, ja, da passiert das ja sowas, dass die Verlöcher in den Raumanzug kamen. Wir wollen nicht sagen, wer will spoilern, aber da passiert es auch nicht sehr schön anzusehen. Aber wir würden nicht explodieren. Das ist die gute Nachricht des Tages.

Evi Ich weiß jetzt gerade nicht, ob mich das beruhigt.

Elka Ja, aber auch in dem Artikel gestanden ist, es wird die meisten, die aller, allermeisten von uns nie berühren, also nie passieren. Also es ist nicht so tragisch. Also man will Astronautin werden, aber selbst da gibt es so viele Sicherheitsvorkehrungen. Also kein Stress. Ja, dann Mythos Nummer vier. Ein schwarzes Loch ist ein kosmischer Staubsauger, glauben viele.

Elka Das ist ja das sehr scary, scary-ges, schwarze Löcher und es wird immer so dargestellt, als ob die irgendwie alles rundherum einsaugen und dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis die mehr und mehr Sachen eingesaugt haben und ihr Umfeld immer mehr einsaugen und dann, weiß nicht, irgendwann das ganze Universum eingesaugt haben.

Elka So ist es aber nicht. Schwarzes Loch hat so ähnlich wie andere sehr massive Objekte, hat eben diese Gravitationskraft und Und es gibt auch einen Ereignishorizont und alle Sachen, die außerhalb von diesem Ereignishorizont sind und jetzt sich nicht hineinbewegen, sondern eben da außerhalb sind, die werden auch nicht eingesaugt.

Elka Es gibt auch Objekte, die können stabile Umlaufbahnen um dieses schwarze Loch haben und die werden da irgendwie niemals hineinfallen. Das hast du aber schon mal gehört, oder?

Evi Ja, ich habe es schon mal gehört, wobei ich habe es relativ spät erst gehört und es hat mich dann immer so ein bisschen irritiert, beziehungsweise habe ich da auch nicht weiter darüber nachgedacht, warum und wieso. Aber bei mir fängt es ja schon an, also das mit dem Staubsauger habe ich mir gedacht, da kriegt das irgendwie ein blödes Beispiel oder ein blödes Analogon.

Evi Ich finde es ja eher irritierend, dass ein schwarzes Loch ein schwarzes Loch heißt, weil es ja kein Loch per se ist. Also das finde ich eigentlich, ich glaube, dass viele halt glauben, dass es halt wirklich ein Loch ist irgendwie und das ist es aber nicht. Das ist halt ein extrem kompaktes, massives Objekt. Das finde ich eher irreführender.

Elka Ja, das stimmt. Das könnte man auch als eigenen Mythos. Kein Loch in eine andere Dimension. Ja, das war das schwarze Loch. Dann gehen wir weiter zu nicht so kompakten Objekten. Nämlich bei Sternen ist es ja so, dass die Farben, die haben unterschiedliche Farben, also leuchten in unterschiedlichen Farben und das ist ein bisschen kontraintuitiv für uns, weil nämlich intuitiv denken würde, rote Sterne sind heißer als blaue Sterne.

Elka Was, glaube ich, auch ein bisschen daran liegt, dass zum Beispiel beim Wasserhahn bei uns immer rot für das heiße und blau auch für das kalte ist. Nur ist es, wie du bestimmt weißt, den Sternen genau umgekehrt, weil nämlich die blauen Sterne viel heißer sind als die roten Sterne. Um sich das ein bisschen besser vorstellen zu können oder sich das zu merken, gibt es ja das berühmte Beispiel mit der Flamme.

Elka Eine Flamme im Inneren wieder immer weißer und außen ist sie rot, dass es da, wo sie weiß und bläulich erscheint, ist es der heißeste Punkt. So kann man sich das ein bisschen vorstellen, oder? Wie wurde euch das erklärt im Studium?

Evi Ja, genau. Also das ist tatsächlich etwas, das ich, glaube ich, erst während dem Studium vielleicht bewusst auch erst gehört habe. Also manche Sachen hört man ja auch oder lernt es in der Schule und vergisst es ja dann gleich wieder. Und so richtig bewusst habe ich das im Studium natürlich dann mitbekommen.

Evi Und ich habe das auch sehr, wie du es gesagt hast, so konterintuitiv empfunden. Mich hat das auch total irritiert, so immer irgendwie so blaue Sterne irgendwie. Was heißt da blau und so? Weil wir das assoziieren, rot ist eben heiß und blau ist kalt von der Farbe her. Und dann natürlich auch von der entsprechenden Temperatur.

Evi Es ist dann oft so dieses Jahr mit der Herdplatte. Ich meine, dann gehe ich aber, meine Herdplatte wird nie blau oder so. Ja, das ist rot und fertig. Deswegen finde ich es ein bisschen schwierig. Aber ja, das ist immer, dass halt Temperaturen sind, die wir jetzt so nicht haben. vielleicht oder wo man es halt sieht und bei der Flamme, ja, das finde ich ein bisschen schwierig und ich glaube, das wissen auch viele nicht.

Elka Und als Beispiel kann man sich mal anschauen, einen blauen Stern Riegel. Der hat eine Temperatur von 11.000 Kelvin und dein Lieblingsstern.

Evi Ach, danke.

Elka Bitte, er hat nur 3.500 Kelvin. Und das ist nicht ein roter Riese, deiner, der Beetlejuice. Und der andere ist eben ein blauer.

Evi Und eben bitte, du siehst das ja auch beim freien Auge, wenn du ihn siehst, dass er halt leicht rötlich ist oder rötlicher ist.

Elka Genau. Ja, also da muss man einfach ein bisschen umdenken, ein bisschen umswitchen. Dann noch ein Thema, was Sterne betrifft oder Sterne nicht astronomisch klassisch sind, sondern alle Objekte, die irgendwie leuchten am Himmel, nämlich das Funkeln. Als Kind vor allem denkt man ja, das ist so eine Eigenschaft von Sternen, dass sie halt funkeln, weil das ist ja voll hübsch und voll süß, wenn Sterne funkeln.

Elka Aber wahrscheinlich für Leute wie dich, für Astronomen ist das Funkeln sehr nervig und sehr mühsam. Ich habe mal so ein Hörspiel gehabt, da ging es irgendwie um Sterne und um so eine Astronominin, ich weiß gar nicht mehr, wer das war. Und sie hat dann so immer gesagt, ich hasse das Funkeln, weil das halt die Beobachtungen sehr stört.

Elka Und jetzt ist es natürlich so, dass dieses Funkeln eben nicht eine Eigenschaft der Sterne ist, sondern das passiert erst in der Atmosphäre der Erde. Das heißt, das Licht wird eigentlich nur verzehrt wegen der Atmosphäre der Erde. Wenn wir jetzt am Mond stehen würden, dann würden die Sterne ganz konstant leuchten und sie würden nicht dieses schöne Funkeln haben. Und wieso entsteht das?

Elka Das ist eigentlich durch diese Turbulenzen der Erdatmosphäre. Das heißt, das Licht wird so ein bisschen durch unterschiedlich warme Luftschichten immer abgelenkt hin und her. Und diese schnellen Änderungen führen halt dazu, dass diese Sterne dann flackern sozusagen. Und es ist aber auch so, dass Planeten eben auch funkeln können, aber das sieht man nicht so wirklich, weil die ja doch ein bisschen ausgedehntere Lichtpunkte sind und dadurch das ein bisschen mehr ausgleichen können.

Elka Deswegen sieht man das nicht so stark bei den Planeten. Und hast du den Mythos mal gehört, oder? Ist das, glaubst du, allseits bekannt, dass Sterne wegen der Atmosphäre funkeln?

Evi Ganz ehrlich glaube ich, dass sich da die wenigsten Menschen darüber Gedanken machen, was das Funkeln jetzt genau ist oder warum sie funkeln, sagen wir es mal so. Und dass das eigentlich keine Eigenschaft der Sterne ist, sondern dass es eben von der Atmosphäre ist, von der Luft eigentlich. Man kennt das ja auch, wenn es an einem heißen Sommertag, wenn du dann auch siehst beim Asphalt, wie diese Hitze so aufsteigt und dann hast du ja auch diese Luftturbulenzen.

Elka Fata Morgana.

Evi Das ist ja auch die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, deswegen sind ja auch die Sternwarten eher hoch auf den Bergen. Also deswegen haben wir jetzt Chile, weil das ja hoch, da ist die Luft trocken und kühl. Und das ist natürlich alles besser zum Beobachten.

Elka Genau. Gut, dann kommen wir wieder zurück auf die Erde. Ein Mythos, mir war das gar nicht so bekannt, aber eigentlich, ich glaube schon, dass manche das denken. Nämlich, wenn man die Jahreszeiten denkt, ist ja so, dass die Erde sich um die Sonne bewegt und es gibt Sommer und Winter. Und wenn man jetzt nur irgendwie an unsere Nordhalbkugel denkt, denken dann manche Menschen, dass im Sommer die Erde der Sonne näher ist und deswegen ist es wärmer.

Elka Also kann eben sein, dass natürlich jetzt diese zehn Mythen, manche von euch sagen, was so ein Blödsinn, habe ich noch nie gedacht, aber eben das ist ein bisschen ein Mix aus verschiedenen Mythen, die so herumschwirren. Und das ist natürlich nicht so, sondern die Jahreszeiten entstehen natürlich durch die Neigung der Erdachse. Einfach durch dieses schräge Auftreffen auf unsere Erde ist es so, dass es einfach wärmer und kälter ist.

Elka Und Nordhalbkugel und Sudhalbkugel ist einfach unterschiedlich. Deswegen, wenn dort Winter ist, ist es bei uns Sommer und so weiter. Aber was ich da irgendwie auch noch spannend gefunden habe, weil es ist ja die Sommersonnenwende, ist ja um den 21. Juni und die Wintersonnenwende 21. Dezember, wo die längsten Tage und die kürzesten Tage sind. Aber was ja spannend ist, ist, dass die wärmste Zeit ist ja eigentlich nach dem 21.

Elka Juni und die kälteste Zeit ist auch nach dem 21. Dezember eher, oder? Es ist ja eher so Juli, August sind bei uns die wärmsten Perioden. Und das hängt nämlich auch damit zusammen, dass das Wasser, also die Ozeane und die Seen und so weiter sehr, sehr viel Wärme speichern und dass sie die mit so einer Art zeitlichen Verzögerung wieder abgeben.

Elka Und deswegen diese Temperaturspitze ist zeitlich verzögert zu der Sommersonnenwende bzw. Der Wintersonnenwende. Hast du damals das schon mal Gedanken gemacht oder ist das Thema bei euch im Studium viel?

Evi Ja, tatsächlich ist das etwas, was ich bei meinen Neffen und Nichten immer wieder höre. Obwohl ich sie dann schon, ich habe sie erzogen oder habe ihnen das schon wirklich von klein auf beigebracht, gerade das mit den Jahreszeiten, dass das eben nicht ist, dass die Erde irgendwie näher an die Sonne ist oder so.

Evi Und es kommt immer wieder. Das ist so etwas, das geht dann irgendwie immer verloren, was ich Ihnen gesagt habe. Und dann plötzlich kommt es dann wieder, ja, das ist mal die Erde näher an der Sonne. Ich sage, hallo, jetzt denkst du doch einmal nach.

Elka Das wäre halt einfacher so, das wäre halt eine einfache Lösung.

Evi Ja, das glaube ich, ist wirklich etwas, was so logisch vielleicht auch klingt auf den ersten Moment. Man kann ja dann eh recht leicht sagen, weil ich glaube, die meisten wissen ja, dass wenn ja bei uns Winter ist, ist in Australien ja Sommer gerade. Und dann kann man ja sehr schnell sagen, naja, wie erklärst du das dann mit Australien?

Evi Dass man dann vielleicht so zum Stolpern beginnt und sagt, okay gut, das stimmt vielleicht jetzt etwas nicht ganz. Aber ich glaube, dass das wirklich etwas ist, was, also wenn du wirklich Leute auch schnell fragst, dass das die Antwort ist.

Elka Ja, voll. Und man weiß natürlich, dass auf der Südhalbkugel das umgekehrt ist, aber ich finde, das ist nicht so präsent irgendwie. Also man ist halt meistens nicht auf der Südhalbkugel und ich war ja Auslandssemester in Argentinien und ich habe natürlich gewusst, dass das andere Jahreszeit ist, aber als ich dann wirklich dort war, Aber es war schon sehr, sehr weird einfach so eben zu Weihnachten im Bikini zu sein.

Elka Also es ist sowas, was finde ich nicht so präsent ist. Und auch die Weltkarte, die es dort gegeben hat, da war halt nicht Europa im Zentrum.

Evi Sondern halt Amerika.

Elka Und das war einfach schon sehr komisch. Also man denkt einfach nicht dran, sondern man denkt mehr so an, ja, es ist ein bisschen eurozentristisch auch natürlich unser Bild. Fallt einem dieser Widerspruch dann gar nicht so auf.

Evi Ja, zumindest im ersten Impuls nicht. Und dann denkt man sich ja, ist ganz logisch natürlich. Es ist interessant, weil eigentlich sind wir der Sonne am nächsten, wenn es Winter ist. Also es ist sogar gerade umgekehrt.

Elka Ja, dann ein Mythos, der, ja, ist ja nicht so ganz falsch, aber so ein bisschen, nämlich der Polarstern zeigt exakt nach Norden. Kann man jetzt sagen... Man muss jetzt auch nicht katholisch als der Papst sein. Circa liegt er nahe des Himmelsnordpol. Also der Himmelsnordpol, das kann man sich so vorstellen, unsere Erde dreht sich um ihre Achse.

Elka Und wenn man diese Achse verlängert und wo sie sozusagen durch den Himmel, wenn man das als Projektion sieht, durchsticht, also um was sich eigentlich der ganze Nachthimmel dreht, ist der Himmelsnordpol. Und da liegt halt gerade zufällig der Polarstern im Sternbild des kleinen Bären. Und das wird halt sehr, sehr gerne als Orientierung hergenommen.

Elka Wenn man das halt verlängert auf den Horizont runter, sieht man halt, wo Norden ist. Aber das ist natürlich nicht Gott gegeben, dass dieser Polarstein am Himmelsnordpol ist, sondern es ist zufällig so, dass der sich in der Nähe befindet, aber er findet sich auf 0,66 Grad vom exakten Himmelsnordpol entfernt, erstens mal.

Elka Und zweitens ist es ja so, dass unsere Erde so eine gewisse unexakte Kreiselbewegung macht und ein bisschen so wackelt. Und das ist ja auch der Grund, was wir beim Astrologie hatten, also bei der Astrologiefolge, dass sich ja die ganzen Sternbilder auch verändern mit der Zeit. Also innerhalb von tausenden Jahren hat sich das ja alles verändert und ich bin eigentlich kein Zwilling, sondern ein Stier sozusagen. So ist das gleiche mit den Polarstern.

Elka Unser Polarstern Alpha Ursae Minoris ist jetzt gerade da, wo der Himmelsnordpol ist, aber früher war das ein völlig anderer Stern, der Nordstern und später mal wird der gar nicht mehr dort in der Nähe sein, sondern es wird ja wieder völlig woanders sein. Das finde ich auch nicht so spannend, weil für uns ist das so klar, aber ja, nur jetzt gerade ist er halt unser Nordstern, aber das wird sich ändern und es ist aber auch nicht ganz.

Evi Also diese Präzisionsbewegung, das dauert ja auch über 25.000 Jahre. Also das ist jetzt eben auch nicht, wie du gesagt hast, dass sich das erst im Laufe der Zeit eben ändert und das dauert ja. Das sind halt jetzt auch so Zeitspannungen, die halt jetzt für uns Menschen leben.

Elka Es hat sich Chance, es so zu lernen. Es wird sich nicht so schnell überholen, das Wissen, ja. Gut, dann kommen wir schon in meine Lieblingsrichtung, der Esoterik.

Evi Outest du dich jetzt?

Elka Ja, nämlich Mythos Nummer 9, das kam auch sehr oft, nämlich Mercury Retrograde, der rückläufige Merkur macht Chaos in unserem Leben. Hast du das schon mal gehört?

Evi Nein.

Elka Nein, okay. Aber es ist sehr, sehr verbreitet, glaube ich. Meine Followerinnen haben das sehr oft gesagt. Das findest du in vielen Lifestyle-Magazinen und so, musst du mal googeln. Mercury Retrograde, der rückläufige Merkur, ist ganz schlimm. Wenn das ist, solltest du gar nicht aus dem Haus gehen. Da passieren dauernd technische Pannen, Kommunikationsprobleme mit meinen Mitmenschen, solltest du am besten gar nicht kommunizieren, es entstehen nur Missverständnisse, also es geht alles schief, was schief gehen kann. Was bedeutet das?

Elka Also die Idee ist ja, man sieht da den Merkur und der bewegt sich irgendwie rückwärts und das ist halt scary, warum macht er das? Aber jetzt wissen wir natürlich, dass er das nicht tut. Er bewegt sich nicht rückwärts, er bewegt sich immer in dieselbe Richtung. Das ist nur eine optische Täuschung, weil sich die Planeten auf ihren Bahnen sozusagen überholen. Also die haben unterschiedliche Geschwindigkeiten.

Elka Und diese Überholmanöver schauen dann in der Projektion, auf der 2D-Projektion, die wir am Himmel sehen, schauen dann so aus, als ob sie Schleifen drehen. Und diese Schleifen schauen dann so aus, als ob der rückwärts sich bewegt. Weißt du, was ich meine?

Evi Ja.

Elka Genau, und das ist nämlich das, was die Mercury Retrograde nennen. Einfach nur diese schleifende Überholmanöver. Jetzt kann ich natürlich jetzt nicht beweisen, warum das nicht so ist, weil das ist so ein typisches, naja, Beweis einmal, dass Gott nicht ein rosa Elefant ist. Aber über was man da schon irgendwie reden kann, ist, dass es da um ein Confirmation Bias geht.

Elka Dass es halt einfach so ist, dass wir uns anpannen, die genau in dieser Zeit passieren, wenn du einfach liest, ah, es ist wieder Mercury Retrograde diese Tage, ich sollte aufpassen. Und jede Kleinigkeit, die passieren wird, jede schlechte Sache, wird dir in Erinnerung bleiben. Du suchst ja förmlich nach der Confirmation, also nach der Bestätigung deiner Idee.

Elka Also es gibt unterschiedliche Faktoren von dem Confirmation Bias. Das ist die selektive Wahrnehmung, dass wir uns mehr daran erinnern und an die Sachen, die dem nicht entsprechen, wenn zum Beispiel etwas Gutes passiert während der Mercury Retrograde, das blenden wir eher aus. Oder dass wir Daten fehlinterpretieren, wenn wir dann nur teilweise Daten haben und wir interpretieren das, ah ja, na, das wird sicher deswegen sein.

Elka Genau, also da gibt es mehrere Mechanismen und natürlich, ich weiß gar nicht, warum Leute das machen, auch bei diesen Mondmythen, aber es gibt Leute, die untersuchen das ja dann auch wirklich und machen irgendwelche Statistiken. Und es ist nicht so, dass da irgendwie mehr Autounfälle passieren oder irgendetwas mehr, so wie mit Freitag der 13.

Elka Also statistisch sieht man das überhaupt nicht, aber es ist etwas, was sich sehr, sehr stark hält in dieser neuen, hippen Astrology-Bubble. Aber gut, dass du damit noch nicht in Berührung gekommen bist, weil es, ja.

Evi Ja, also jetzt mit diesem rückläufigen Merkur da nicht so, aber was halt natürlich den Vollmond betrifft, ganz, ganz stark. Also wenn ich da jetzt sage, ich habe jetzt aber jetzt noch nicht so gut geschlafen, dann ist es dann oft irgendwie so, dass man, naja, kein Wunder, es ist ja auch gerade Vollmond.

Evi Naja, das glaube ich war jetzt nicht die Ursache und wenn dann überhaupt noch irgendwie so ein Supermond ist oder keine Ahnung, irgendeiner von diesen, da gibt es ja ganz viele so fancy Vollmonde, ja dann ist es natürlich total klar, dass man nicht gut schläft und das ist glaube ich wirklich sehr verbreitet.

Elka Ja genau, da sind wir eben schon bei unserer Mythos Nummer 10. Der letzte Mythos, ich habe das zusammengefasst, weil auch meine Folien haben so viele unterschiedliche Vollmond- oder Mondmythen gepostet. Manche bin ich gar nicht darauf eingegangen, mit Holz schneiden und so, keine Ahnung. Aber schauen wir uns mal Mond generell an.

Elka Jetzt versteht man das natürlich, dass das historisch irgendwas Besonderes war und das ist schon sehr beeindruckend und es gibt so viele Mythen. Man sollte sich mal vor Augen führen, das Mondlicht ist nicht irgendein spezielles, tolles Licht, sondern es ist einfach dasselbe Sonnenlicht, was wir untertags haben, nur wird es halt reflektiert vom Mond.

Elka Das heißt, das ist schon mal ein bisschen unlogisch.

Evi Ja, das ist doch die perfekte Abwehr bei Vampiren, oder? Brauchst du mal sagen.

Elka Das stimmt eigentlich. Ja, ist mir nicht aufgefallen, ja. Aber das ist ja immer ein sehr lustiges Kommentar. Sagen Sie dann, die Menschen bestehen ja von 70 Prozent das Wasser und der Mond kontrolliert ja Ebbe und Flut. Deswegen kontrolliert der Mond uns. Finde ich ja ein sehr süßes Argument.

Evi Ja, ich finde, es kontrolliert uns ein bisschen unheimlich, das so zu nennen.

Elka Ja, ja, das sind nur Spielzeuge für den Mond. Aber beginnen wir mal bei den wahren Sachen, was jetzt wirklich der Mond für Effekte hat, weil er ist ja doch irgendwie ein großes Objekt und hat irgendwie Gravitationskräfte, ist eh cool eigentlich. Es ist ja nicht alles falsch oder alles eine Lüge, sondern ja, er kontrolliert Ebbe und Flut oder er ist verantwortlich für Ebbe und Flut, aber das ist deswegen so nicht, weil das aus Wasser besteht.

Elka Sondern weil das einfach riesige Massen sind, riesige Massen. Die Ozeane sind wirklich riesig und wenn man sich jetzt die Formel, also gar nicht so komplizierte Formel der Gravitationskraft anschaut, dann hängt die immer von beiden Objekten ab. Also vom Mond und von dem Ding, das er anzieht. Und jetzt sind die Ozeane sehr, sehr riesig und deswegen ist dann das in Kombination eine sehr, sehr große Gravitationskraft, die ausgeübt wird.

Elka Bei Menschen ist es wurscht, was für Element wir sind. Wir sind von der Masse her sehr, sehr klein. Wenn man das in die Formel einsetzt, ist es so, dass deswegen auch die Kraft, die es auf uns ausübt, sehr, sehr winzig ist. Wir sind ja auch recht weit weg und einfach sehr, sehr klein. Und da gibt es auch eine Rechnung, dass die Gravitation, die jetzt eine Mücke auf unserem Arm ausübt, auf uns, ist viel höher als die, die der Mond auf uns ausübt.

Elka Das heißt, man würde jetzt nicht irgendwie sagen, dass die kleine Mücke auf unserem Arm so unser Schicksal bestimmt. Wobei ich mir auch denke, egal ob der Mond uns jetzt anzieht oder nicht, was hat das mit meinem Schicksal zu tun? Also das ist ja auch nur eine physikalische Kraft. Es ist jetzt nicht so, dass er deswegen beeinflussen kann, ob ich den Job kriege oder nicht. Also das ist ja auch ein bisschen komplexer irgendwie die Sache.

Evi Ja, weil du ja auch das gesagt hast, weil wir ja auch aus so viel Wasser bestehen. Im Prinzip ist es das Gleiche beim Christbaum, also Weihnachtsbaum, der ist ja bei Vollmond gefällst und dass er deswegen besonders lange hält, weil da gerade irgendwie die Flüssigkeit des Wassers in den Zellenporen vom Holz ist und bla bla bla.

Evi Und das ist aber genau das gleiche Argument, dass das halt wirklich so winzig ist, dieser Effekt, dass es einfach wirklich egal ist. Aber da kannst du auch, da kannst du riesige Diskussionen anfangen und dann wird wirklich felsenfest davon ausgegangen, dass das halt stimmt. Das hat man ja schon gesehen.

Elka Ja, ich habe es ja erlebt, ja. Sind die Fakten egal. Aber ich meine, wenn wir jetzt noch eine Sache sagen, die schon wahr ist, zum Beispiel, dass Schildkröten wirklich bei Vollmond an den Strand gehen, um dort die Eier abzulegen. Aber da ist auch die Erklärung sehr leicht, weil einfach das Mondlicht ihnen die Orientierung erleichtert.

Elka Und wenn man jetzt eine künstliche Lichtquelle, das hat jetzt nichts mit der Eigenschaft des Mondlichts zu tun, es geht einfach nur ums Hell oder Dunkel ist. Wenn man jetzt eine künstliche Lichtquelle dort aufstellt, dann wird dieser natürliche Rhythmus gestört. Und das ist ja sogar ein Problem, was wirklich auftritt durch eben unsere künstliche Beleuchtung, dass die Schildkröten dann auch irgendwie verwirrt sind und da auch Probleme haben damit.

Elka Das heißt, ja, es gibt diese Punkte, aber die sind sehr leicht verwendet. Also so viel mal generell zum Mond und was für eine Macht er hat. Jetzt kommen wir zu den einzelnen Mythen eben, dass man schlaft bei Vollmond, schlecht ist ein typisches. Und da ist es auch so, dass das eben diese selektive Wahrnehmung ist, dass uns einfach die Abenden, wo wir schlecht schlafen, bleiben uns einfach viel mehr in Erinnerung.

Elka Weil entweder hat uns vorher jemand eben gesagt davor oder danach, boah, es ist ja Vollmond, muss man aufpassen. Oder wir wachen irgendwie auf und irgendwie leuchtet eh schon so hell rein und dann bleibt uns das einfach viel mehr in Erinnerung, als wenn es an einem Tag passiert, wo einfach nicht jemand drüber redet.

Elka Plus es ist auch ein bisschen eine selbsterfüllende Prophezeiung, das ist auch sehr oft bei sowas, dass wenn ich schon nervös bin, oh nein, heute ist wieder Vollmond, werde ich natürlich, weil ich nervös bin, auch schlechter schlafen. Ist ja klar. Dann gibt es auch noch was, das habe ich nicht gewusst, aber anscheinend gibt es sogar viele Hebammen, die das sagen, Nämlich, dass bei Vollmond mehr Geburten passieren. Hast du das mal gehört?

Evi Geburten weiß ich nicht. Also Unfälle ist auch etwas, was man ja immer wieder hört, dass halt mehr Unfälle passieren bei Vollmond.

Elka Ja, genau. Unfälle, mehr Straftaten, mehr Leute in der Notaufnahme.

Evi Genau, ja.

Elka Das ist auch nicht so. Also es gibt auch natürlich Statistiken über Notaufnahmen und Straftaten ist nicht der Fall. Ist genau dasselbe mit dem Confirmation Bias, dass ein Polizist, der halt sieht einen riesigen Vollmond am Himmel, das bleibt einfach mehr im Gedächtnis, was da passiert ist. Aber es gibt eben das mit den Geburten und da haben eben auch Vorredner geschrieben, dass es da wirklich Hebammen gibt, die so Privatstatistiken führen.

Elka Aber dazu hat es auch sehr viele Studien gegeben und eine der umfassendsten Studien hat die Uni Halle Wittenberg gemacht. Die hat mehr als vier Millionen Geburten untersucht und sie hat keinerlei Zusammenhang zwischen Mondphasen und Geburtenrate gefunden. Surprise.

Evi Okay, kann man sagen, Faktencheck.

Elka Ja, also das ist auf jeden Fall nicht so. Bei Vollmond nicht operieren lassen ist sowas, wo es wieder gefährlich wird. Man denkt so, okay, mit eurem Hokus-Pokus ist vielleicht eure Entscheidung, aber sowas zu verbreiten ist einfach menschenlebengefährdend. Das wird wirklich in diesen esoterischen Ratgebern davon abgeraten, dass man Operationen bei Vollmond durchführt, weil es irgendwie das Risiko für starken Blutverlust und Komplikationen erhöht.

Elka Und da ist entscheidend diese Theorie, dass man sagt, bei abnehmendem Mond werden Sachen empfohlen der Entleerung und Heilung und bei zunehmendem Mond Sachen des Wachstums und Aufbau. Also einfach nur so, man tut irgendwelche Gedanken dem hineininterpretieren. Und deswegen gibt es auch Empfehlungen zum Haareschneiden, weil das eben mit Wachstum und Aufbau und Entleerung und Heilung zu tun hat.

Evi Haare schneiden dann im zunehmenden Mond, damit sie schneller nachwachsen oder im abnehmenden Mond, damit der Schnitt, weil ich mich quasi entledige dem.

Elka Ja, ich finde, man kann beides argumentieren, oder?

Evi Schon, oder? Das denke ich mir nämlich auch gerade.

Elka Ja, aber meine Vorderungen haben es auch nicht so genau gewusst. Irgendein eins, das oder das oder Neumond. Also ich weiß nicht, wo es so willkürlich ist, weil man kann es in alle Richtungen natürlich argumentieren. Das ist ja auch irgendwie der Punkt bei so esoterischen Theorien und auch irgendwie das Witzige.

Elka Es gibt nur eine Sache, die so halb wahr ist, na, sagen wir mal Viertel wahr, nämlich mehr Schlafwandler bei Vollmond. Da ist so, man glaubt wahrscheinlich nicht, aber vielleicht ein bisschen, weil was schon stimmt ist, dass Schlafwandler und Schlafwandlerinnen sich Richtung einer Lichtquelle bewegen.

Elka Und wenn jetzt irgendwie der Mond sehr hell ist, ja, könnte es natürlich sein, dass das mehr so passiert. Aber es war ja oft eben so das Argument oder die Erklärung, dass der Mond eben hell ist. Aber heutzutage gibt es so viele künstliche Lichtquellen, also zumindest bei mir da in Wien, es ist eigentlich in der Nacht sehr, sehr hell, dass eigentlich der Mond, der Vollmond nicht so viel Unterschied mehr macht.

Elka Aber in manchen Sachen hat man das so als Erklärversuch genommen, wie zum Beispiel bei den Schildkröten oder bei dem Schlechtschlafen. Manche schlafen schlecht, wenn zu viel Licht ist. Aber ja, heutzutage ist das mit den künstlichen Lichtquellen schon ganz anders.

Evi Das finde ich nämlich auch, dass gerade heutzutage, wo du eben so viel Lichtverschmutzung hast, beziehungsweise in den Städten ist es eh so hell, beziehungsweise dunkelst du ja dann deine Wohnung oder dein Schlafzimmer auch entsprechend ab. Also ich glaube, bei den wenigsten knallt da jetzt wirklich das Vollmondlicht rein ins Schlafzimmer, dass du sagst, es ist so hell, dass ich nicht schlafen kann.

Elka Also wir sehen, es ist leider nicht sehr viel übergeblieben von diesen Mythen und wir brauchen keine Angst oder auch keine Hoffnung bezüglich des Mondes haben. Der Mond ist immer das gleiche Objekt, das ist immer dort. Manchmal wird es mehr bestrahlt, manchmal weniger. Es ist eigentlich überhaupt nichts Besonderes, leider nicht so romantisch, wie ich das sonst möchte.

Evi Der Mond ist ja schon etwas Besonderes und ist ja auch extrem wichtig. Wichtig für die Erde und für das Leben auch auf der Erde. Also von dem ist der Mond ja schon wichtig, aber das Mondlicht per se hat jetzt halt keine spezielle Bedeutung.

Elka Und ob jetzt zunehmend oder abnimmt, ist auch nur eine Ansichtssache von unserer Warte aus. Das ist keine Eigenschaft, die der Mond hat in dieser Zeit, sondern der ist immer gleich.

Evi Das stimmt, ja.

Elka Ich verstehe es auch nicht, weil ich finde die Natur, Astronomie, alles, die Welt ist ja eh schon faszinierend genug. Wir müssen doch nicht auch noch irgendwelche... Märchengeschichten uns hineindichten. Es ist ja der Mond, der ist schon sehr faszinierend. Das reicht ja wohl.

Evi Ja, das stimmt. Da bin ich ganz bei dir.

Elka Ja, ich hoffe, ich konnte einige Mythen aufklären oder zumindest nochmal zusammenfassen. Und falls ihr mal dieses Mythos hört in eurer Umgebung, wisst ihr jetzt schon, wie ihr das ganz einfach widerlegen könnt.

Evi Vielen Dank. Und bevor wir zum Schluss kommen, machen wir noch eine kleine Werbepause. Ja, danke Elke. Das war super spannend. Vor allem diese ganzen Mythen generell, also nicht nur Mond, sondern alles da jetzt so zusammengefasst mal auch zu hören. Vieles kennt man ja. Vieles hat man vielleicht selber an sich jahrelang bemerkt, dass man das geglaubt hat.

Evi Ich glaube, man macht sich oft auch gar nicht so Gedanken darüber. Also manche Sachen, die übernimmt man ja vielleicht auch oder schnappt man auf. Und ja, zweifelt das jetzt gar nicht, der andere kommt dann vielleicht erst irgendwann drauf, dass das vielleicht nicht ganz so richtig ist oder ganz so stimmt.

Evi Vielen lieben Dank, dass du uns das mitgebracht hast.

Elka Sehr gerne.

Evi Und wenn ihr euch bei uns bedanken wollt, dann könnt ihr das natürlich auch machen. Ihr wisst ja, dass ihr uns einmalig sehr gerne eine Spende zukommen lassen könnt über PayPal. Das kann man natürlich auch öfters machen, so wie der Markus Finlim, dank Markus, der uns schon öfters immer wieder kleine Spenden über PayPal zukommen lässt. Oder ihr könnt ein Abo abschließen, das geht über Steady und Patreon.

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Evi Also wir sind ja unter kosmiglatte.podcast zu finden. Oder Elka ist ja auch mit The Science of Feminist auf Instagram unterwegs. Da ist sie für euch auch erreichbar. Ja, dann vielen lieben Dank und ich würde sagen, bis zum nächsten Mal.

Elka Bis bald.

Evi Bis dann. Tschüss. Ja, wenn ich es mir nicht aufschreibe in diesem Google-Doc, ich vergesse das. Ich muss mir das wirklich, ich habe es da jetzt vergessen. Bei den anderen habe ich ja immer wirklich reingeschrieben und gelb markiert, weil ich da nicht dran denke. Ich bin dann so drinnen im Reden und dann denke ich überhaupt nicht dran.

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