
Deutschland zündet den Windturbo - würgen EEG und Netzpaket ihn wieder ab? | Bärbel Heidebroek (Bundesverband Windenergie)
Donnerstag, 28. Mai 2026 · 41 min
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Shownotes
2017 bricht der deutsche Windausbau ein. Die Große Koalition streicht die Förderung zusammen. Strenge Abstandsregeln tun ihr Übriges. Hersteller entlassen Mitarbeiter und schließen Werke. Windkraft - das Fundament der deutschen Energiewende - kollabiert.
Erst zehn Jahre später ist die Krise ausgestanden. Der Zubau wird sich 2026 im Vergleich mit 2025 verdreifachen. Die Bundesländer drängen auf zusätzliche Ausschreibungen, um alle Projekte realisieren zu können. Deutschland zündet den Windturbo.
Beim Bundesverband Windenergie jedoch schrillen die Alarmglocken. BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek kritisiert die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Neuausrichtung der Energiewende als neues Stoppschild für ihre Branche. "Das EEG würde die Wirtschaftlichkeit gefährden, durch das Netzpaket fallen Ausbauflächen weg", sagt sie im Podcast. Sie befürchtet eine Krise, die "deutlich größer" wäre als 2017.
Was sagt das Wirtschaftsministerium zu den Warnungen und Verbesserungsvorschlägen? "Das hat sich damit nicht auseinandergesetzt, sondern einfach gesagt: Nee, will ich nicht."
Außerdem im Podcast im Bärbel Heidebroek:
• Was ist der Unterschied zwischen Genehmigung und Ausschreibung?
• Warum verursacht der Austausch eines Leiterseils von Stromtrassen Kopfschmerzen?
• Warum benötigen Bayern und Baden-Württemberg dringend eine Sonderausschreibung für Windkraftprojekte?
Gast: Bärbel Heidebroek (wind-energie.de/verband/organisation-und-struk…), Präsidentin Bundesverband Windenergie
Moderation: Clara Pfeffer (n-tv.de/incoming/Clara-Pfeffer-article22772720…) und Christian Herrmann (n-tv.de/autoren/Christian-Herrmann-article2158…)
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Hallo und herzlich willkommen im Klimalabor von NTV. Heute leider ohne Clara, die musste leider in den Urlaub nach Griechenland und liegt jetzt hoffentlich in der Sonne. Aber keine Sorge, ich bin nicht allein im Podcast-Studio, sondern bei mir sitzt Bärbel Heidebrook, die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, kurz BWE.
Denn es gibt vielleicht Grund zur Freude. Öffentlich entsteht ja aktuell manchmal der Eindruck, die Erneuerbaren werden ausgebremst, Die Energiewende wird ein bisschen zumindest abgewürgt. Die Zahlen, wenn man sie sich anschaut, zumindest im Windbereich sprechen aber eine andere Sprache. In den vergangenen Jahren war immer der Solarboom das bestimmte Thema.
Auf dem Dach, am Balkon, auf den freien Flächen. Solarstrom erzeugen ist eine neue Art Volkssport geworden. Und bei der Windenergie, da war Frust, da war Stillstand, da war Flaute irgendwie. Aber wahr ist das entscheidende Wort. Denn jetzt sieht es so aus, als würden wir endlich wieder den Windturbo zünden.
Wird 2026 ein gutes Jahr für die Windenergie in Deutschland? Und wenn ja, warum und wie läuft es eigentlich bei unseren Sorgenkindern im Süden Bayern und Baden-Württemberg? Darüber kann ich jetzt sprechen mit Bärbel Heidebrock, der Präsidentin des Bundesverbands Windenergie. Hallo und herzlich willkommen zurück im Klimalabor.
Hallo, vielen Dank für die Einladung. Herzlich gerne. Bevor es losgeht, wie immer noch der kurze Hinweis, wenn ihr Fragen und Anregungen habt, dann schreibt Clara und mir eine E-Mail an klimalabor.ntv.de. Und wenn ihr uns unterstützen möchtet, freuen wir uns immer über eine Bewertung bei Apple Podcasts oder Spotify. Dankeschön.
Bärbel Heideburg wird 2026 ein gutes Jahr für die Windenergie in Deutschland. Ja, wir haben da wirklich eine sehr, sehr gegensätzliche Situation. Gegensätzlich. Einerseits haben wir wirklich diesen Genehmigungsturbo erreicht. Wir haben viele Genehmigungen, das war ja in den vergangenen Jahren, war das immer das Problem, lange Genehmigungsdauer, schwierige Genehmigungen.
Das haben wir durch viele Maßnahmen der Ampelregierung, durch die Genehmigungsbeschleunigung, da kamen auch viele aus der EU, wie man Genehmigungen beschleunigen kann. Das haben wir jetzt irgendwie geschafft. Da sind wir in den Genehmigungen deutlich schneller geworden. für Windenergieanlagen. Und deswegen haben wir jetzt auch gut gefüllte Ausschreibungen, können wirklich viele Projekte realisieren.
Also wir werden wirklich auch einen Zubau-Boom am Ende dieses Jahres oder beziehungsweise im nächsten Jahr dann sehen. Trotzdem macht uns natürlich die politische Situation im Moment durchaus einige Sorgen. Also von daher haben wir da so wirklich zwei Gegensätze. Also 2026 wird ein Jahr für die Windenergie. Es ist ja noch nicht zu Ende.
Wir sind ja noch nicht mal Mitte des Jahres. Von daher, ob es wirklich ein gutes Jahr war, kann ich Ihnen dann am Ende des Jahres gerne sagen. Wobei es ja, also ich beziehe mich auf die Zahlen aus dem Markenstammregister. Die hatte das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme rausgekramt. Und dort sieht man schon, dass angemeldet sind für dieses Jahr für die Inbetriebnahme.
Also weiß man jetzt natürlich letztlich auch nicht, ob das dann alles so kommt. Aber wir verdreifachen den Zubau in diesem Jahr verglichen mit dem letzten Jahr, was ja glaube ich schon wieder der alte Stand war, bevor wir eine Delle hatten. Genau, ja. Diese Delle, die Sie ansprechen, also in der Branche wird da häufig so von der Altmaier-Delle gesprochen, das war 2017.
Da hat sie angefangen? Da ist sie wirklich so zum Tragen gekommen, da hat es wirklich einen Einbruch gegeben, weil man das Regime der Vergütung im EEG geändert hat. Und das war wirklich auf eine Art und Weise, dass eben ganz viele Projektierer damit nicht zurechtgekommen sind, dass wir da wirklich eine Ausbordelle hatten.
Wir hatten einen Einbruch bei den Herstellern auch, die darunter unheimlich gelitten haben und man muss wirklich sagen, die Hersteller haben von 2017 bis eigentlich voriges Jahr gebraucht, um sich von dieser Delle wirklich zu erholen. Jetzt sind wir wieder auf Stand, die Hersteller schreiben wieder schwarze Zahlen, die haben gefüllte Auftragsbücher.
Also da kann man wirklich sagen, da ist eigentlich alles fein. Können Sie einmal noch im Detail erklären, es ist immer schwierig mit Zahlen in einem Podcast, wenn man die nicht vor sich hat, das ist immer einfacher, wenn man diese sich tatsächlich visualisieren kann, aber ich fand das tatsächlich bei der Recherche faszinierend.
Denn 2017 haben wir nur an Land, also ich rede jetzt nur vom Onshore-Bereich, 5,3 Gigawatt an Windenergie zugebaut. Dann kamen eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Jahre, wo wir so zwischen anderthalb und zweieinhalb, manchmal drei Gigawatt geschafft haben. Jetzt sind wir im vergangenen Jahr wieder bei 5,2 Gigawatt gelandet.
Also der Stand von 2017 wurde wieder erreicht und weitergelegt. Geplant für die Inbetriebnahme für dieses Jahr sind schon 15, also das Dreifache. Können Sie noch einmal im Detail erklären, was genau damals bei Peter Altmaier passiert ist? Sie haben jetzt Einspeisevergütung gesagt, also am Ende war es wieder eine Geldfrage, das Finanzierungsmodell war unklar. Ja, es war einfach ein anderes Finanzierungsmodell.
Wir mussten uns plötzlich in Ausschreibungen bewerben. Der Preis ist da total verfallen. Das war einfach auch ein Mechanismus, mit dem die Branche damals nicht gut umgehen konnte. Und wie gesagt, die Preise waren viel zu niedrig. Deswegen gab es einfach zu wenig Zuschläge in den Ausschreibungen. Und dann kam wirklich so eine lange Phase, wo die Genehmigungsverfahren unheimlich schwierig waren, wo man immer so diesen Politikeffekt gemerkt hat.
Man merkte immer, wenn Politik wirklich sagt und wenn die Bundesregierung wirklich sagt, wir wollen die Erneuerbaren, wir wollen den Ausbau, so wie das unter der Ampelregierung war, dann merkt man, dann tut sich auch was in den Genehmigungsbehörden, dann ist einfach dieses Ziel klar. Und zwischen 2017 und jetzt war häufig so eine Situation, dass keiner wusste, so wollen wir den Ausbau eigentlich wirklich.
Es gab viel Gegenwind und von daher waren auch die Genehmigungsbehörden verunsichert und häufig war es einfach richtig nichts zu entscheiden. Dann hat man keine Genehmigung zu bekommen und deswegen gab es zu wenig Bewerbungen in den Ausschreibungen, weil einfach die Genehmigung nicht da war. Und dann haben auch die Hersteller der Turbinen, der Windkraftanlagen Mitarbeiter entlassen oder das hat sich auf die ganze Branche durchgeschlagen?
Genau, klar, es gab keine Aufträge, deswegen sind da Mitarbeiter entlassen worden, sind Werke geschlossen worden, Produktionen eingestellt worden, das war wichtig. Das war durchaus erheblich für die Branche und weil das eben so ein wirklich relativ spezieller Bereich ist, hat es auch lange gedauert, um sich davon wieder zu erholen.
Man kann nicht von heute auf morgen wieder Leute einstellen oder mehr Turbinen verbringen. Genau, oder eine Blattproduktion aufbauen oder sowas. Wenn man es mit Solar vergleicht, ist es einfach deutlich komplexer. Ich habe deutlich mehr Zulieferer, mehr Wertschöpfungsstufen und so. Und wenn das einmal irgendwo gestoppt worden ist, dann braucht das einfach sehr lange, bis sich das wieder erholt.
Haben Sie Gelegenheit gehabt, weil Sie Peter Altmaier erwähnt haben, mit den damaligen Beteiligten einmal über die Entscheidung, die damals getroffen wurden, zu sprechen? Und ob die Personen, die Beteiligten heute der Meinung sind, naja, so richtig gut war das nicht, was wir damals gemacht haben? Also wir haben zu der Zeit natürlich mit den Beteiligten gesprochen, aber jetzt im Nachhinein nicht mehr. Keinen Kontakt zu Peter Altmaier gehabt, der mal gesagt hat, ach Mensch.
Damals war ich auch noch nicht Präsidentin im Bundesverband Windenergie, war ich Vizepräsidentin. Also bin gerade erst eigentlich auch so politisch gestartet. Und dann kann aber der, wie sagt man das so schön, der weiße Ritter Robert Habeck die Ampel und hat alles wieder umgedreht und die Windenergie beschleunigt.
Es kam ein bisschen was zusammen. Es war ja auch der Ukraine-Überfall, der ja für die Ampelregierung durchaus eine absolute Herausforderung war. Aber der Deutschland eigentlich nochmal wirklich vor Augen geführt hat, Abhängigkeit ist doof. Abhängigkeit vom russischen Gas ist einfach keine gute Idee und wir brauchen die Erneuerbaren nicht nur, weil sie die günstigste Form der Energieerzeugung sind, sondern auch um politisch unabhängig zu sein.
Wir haben keine nennenswerten Öl- oder Gasvorkommen in Deutschland. Und von daher sind die Erneuerbaren wirklich die einzige Ressource, die wir in Deutschland haben, wo wir wirklich unabhängig von anderen Ländern sind und die wir eben selber auch erzeugen können und die wir nutzen können. Und sie ist zudem noch die günstigste. Das hat man da erkannt.
Und dann kam ja auch mit der EU-Notfallverordnung, kam aus der EU eine Menge Erleichterungen. Das hat sich dann verstetigt in den Beschleunigungsgebieten für Windkraft. Dann kamen die Genehmigungen in Gang und wir hatten auch wirklich so einen Trickle-Down-Effekt, dass man plötzlich gemerkt hat, die Länder wussten, sie müssen Flächen ausweisen über dieses 2% Flächenziel, da konnte sich keiner mehr wegducken, die Genehmigungsbehörden wussten, es ist gewollt, es ist von der Bundesregierung gewollt, es ist von der Landesregierung gewollt und dann ist es wirklich in Gang gekommen und jetzt sind wir mit den Genehmigungen wirklich auf einem super guten Weg, also da sind wir deutlich schneller geworden.
Ja, und jetzt müssen die aber noch gebaut werden. Jetzt müssen die gebaut werden und jetzt brauchen wir auch das Volumen in den Ausschreibungen. Also wir haben im Moment... Können Sie mir einmal erklären, was ist der Unterschied zwischen Genehmigung und Ausschreibung? Also warum läuft es bei den Genehmigungen?
Was wird dort genehmigt, aber noch nicht ausgeschrieben? Also die Genehmigung ist die Genehmigung nach dem Bundesemissionsschutzgesetz und die Baugenehmigung für meine Windenergieanlage. Also ich darf die dann bauen. Um aber den Strom wirklich auch dann einspeisen zu können, brauche ich einen Zuschlag in der Ausschreibung der Bundesnetzagentur.
Und dieses Ausschreibungsvolumen, das wird von der Bundesregierung festgesetzt. Also das ist für dieses Jahr, wären das 10 Gigawatt. Aber wir haben ungefähr 20 Gigawatt Angenehmigungen. Das heißt also mindestens, oder sogar noch mehr, mindestens die Hälfte der Projekte wird keinen Zuschlag bekommen in der Ausschreibung. Egal zu welchem Preis, sie werden einfach keinen Zuschlag bekommen, weil das Ausschreibungsvolumen nicht da ist.
Warum wird mehr genehmigt oder genehmigt, bevor es eine Ausschreibung gibt? Einfach damit man schauen kann, ob Interesse da ist? Das sind einfach zwei unterschiedliche Verfahrensschritte. Ich habe diese Genehmigung, zunächst werden die Flächen vom Land ausgewiesen, da habe ich ein Windvorranggebiet. Dann mache ich da artenschutzfachliche Gutachten und so weiter und so fort.
Und stelle dann einen Genehmigungsantrag, einen Bauantrag, eine BIMSCH-Genehmigung. Eine BIMSCH-Genehmigung? Genehmigung nach Bundesemissionsschutzgesetz nennt man kurz BIMSCH-Genehmigung. Und dann habe ich das Recht zu bauen und eine Windenergieanlage zu betreiben. Aber die nutzt mir ja nichts, wenn mir den Strom keiner abnimmt und keiner vergütet.
Also wir müssen, um auf meine Ausgangsfrage oder meine Einleitung zurückkommen. Der Windturbo wird vielleicht gezündet, aber wir müssen noch ein paar Stellschrauben, einen entscheidenden Stellschrauben drehen. Genau, also die Bundesregierung hat es jetzt in der Hand, ob der Windturbo wirklich zündet, ob wir dadurch deutlich mehr Zubau haben und auch deutlich mehr Energie, die wir ja brauchen.
Also wenn ich immer höre, wir haben zu viel erneuerbaren Strom oder wir haben Wegwerfstrom oder so, dann sträuben sich mir immer so die Nackenhaare, Haare, weil ich sage, wir werden, vermutlich in diesem Jahr für 99 Milliarden Euro fossile Energieträger importieren nach Deutschland. Und das ist jedes Jahr so.
Also wenn wir zu viel Energie hätten, müssten wir das ja nicht tun. Von daher hakt es an einer anderen Stelle. Wir wissen nur nicht, was wir mit dem Strom machen sollen. Nein, wir haben den Strom einfach. Häufig zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber dann, was mache ich, wenn ich irgendwas zur falschen Zeit am falschen Ort habe?
Es würde ja auch keiner sagen, ich habe immer im August zu viel Getreide. Oh Gott, oh Gott, was mache ich damit? Dann ist es völlig klar, ich speichere, ich baue Silos. Also es ist hier genauso analog eigentlich. Wir brauchen eben die Möglichkeiten zu speichern. Wir brauchen die Flexibilitäten. Wir brauchen auch einen Verbrauch vor Ort. Also ich muss auch da, wo Windparks sind, da muss ich auch beispielsweise Rechenzentren etablieren.
Da muss ich Industrie versorgen können. Also das ist das, was wir als Branche auch sagen. Wir wollen eigentlich mit unserem Strom, bevor er ins Netz geht, da möchten wir machen dürfen, was wir wollen, damit wir da dann wirklich auch den Strom sinnvoll einsetzen können. Hört man da bei Ihnen, ich weiß nicht, ob ich falsch liege, zwischen den Zeilen schon ein bisschen Kritik an der schwarz-roten Regierung raus?
Natürlich zumindest an den Vorschlägen aus dem Wirtschaftsministerium. Es ist ja so, es gibt ja noch keinen, weder zu dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz, also zum EEG, noch zu dem sogenannten Netzpaket gibt es bisher einen geeinten Regierungsvorschlag. Da wird sehr viel diskutiert und durchgesteckt an uns und an die restliche Presse.
Ja, es gibt eben nur diese Leaks und es gibt eben noch keine Einigung und wir sagen schon, dass eben in beiden Leaks der Gesetzentwürfe eben wirklich Punkte sind. Die so eigentlich nicht den Koalitionsvertrag erfüllen. Also im Koalitionsvertrag, da waren wir eigentlich recht zufrieden. Da standen eine Menge Dinge drin für die Windenergie.
Also das Bekenntnis zum Ausbau der Erneuerbaren, das Bekenntnis zu den Klimazielen, das Bekenntnis zum Ausbaufahrt, dass wir eben den Ausbau brauchen, um das Strommengenziel zu erreichen. Da stand ganz viel von Markt drin, da stand viel von Direktbelieferung der Industrie drin. Also da war eine Menge drin, wo wir gesagt haben, das war eigentlich gut, aber in den Gesetzentwürfen ist es jetzt irgendwo verloren gegangen.
Wie ich es am Anfang auch angekündigt habe, in der Öffentlichkeit dominiert vor allem die Debatte über den Solarausbau in Deutschland. Dort ist zumindest auf Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums geplant, dass man die Förderung für kleinere Solaranlagen abschaffen möchte. Gibt es auch aus der Branche ausreichend Stimmen, die sagen, ja eigentlich kriegen wir das auch gestemmt.
Was mir und damit wahrscheinlich auch vielen anderen nicht klar ist, wie ist das bei der Windenergie geregelt oder geplant? Ist dort wieder irgendwas in diesen Gesetzen versteckt, was zu einer neuen Windflaute in Deutschland führen könnte? Also erstmal, es ist natürlich was Unterschiedliches, dass insbesondere das PV-Aufdachsegment und Windenergie, das sind völlig andere Größenordnungen.
Vielleicht noch ganz kurz, was mich daran an der Debatte so stört. Ich sage mal, dieses PV-Aufdach ist häufig so eine Art Einstiegsdroge für die Bevölkerung. Also wenn ich eine PV-Anlage auf dem Dach habe, dann denke ich sehr schnell auch über einen Speicher nach. Dann denke ich sehr schnell auch über ein E-Auto nach.
Zumindest wenn ich ein Eigenheim habe, dann denke ich auch über eine Wärmepumpe nach. Also es würde eigentlich zur Beschleunigung der Elektrifizierung im Eigenheimbereich eben funktionieren. Da ist das einfach total wichtig für. Aber jetzt zurück zur Windenergie. Es gibt eine Veränderung in der Vergütung.
Und zwar ist das wieder eine EU-Vorgabe. Das ist jetzt wieder vielfach chinesisch. Also die sogenannten CFDs, Contracts for Differences, müssen eingeführt werden. Ganz platt kann man sagen, bisher hatten wir im EEG einfach einen unteren Grenzwert. Also das war dieser Wert, den ich in der Ausschreibung bekommen habe, wenn ich beispielsweise jetzt aktuell fünfeinhalb Cent geboten habe.
Pro Kilowattstunde? Pro Kilowattstunde, ja, dann ist garantiert, ich bekomme fünfeinhalb Cent pro Kilowattstunde und wenn ich dann am Markt eben mehr erziele, dann ist das so. Aber ich habe diese Untergrenze. Diese CFDs, die müssen laut EU-Vorgabe eingeführt werden. Das heißt, ich brauche eben nicht nur diesen unteren Boden, sondern ich brauche auch oben einen Deckel, also wo ich eben abschneide.
Und alles, was darüber ist, geht dann zurück an den Staat. Genau, geht dann zurück. Das hatten wir schon mal in dieser Situation beim Ukraine-Überfall, wo die Strompreise ja durch die Decke gegangen sind. Da hat man gesagt, wir brauchen da eine Abschöpfung. Ich muss auch sagen, das ist auch durchaus in Ordnung, wenn ich eben unten abgesichert werde, dass ich auch oben abgeschnitten bin.
Allerdings ist es so, dass es im Moment, zwischen oberen und unteren Wert gibt es keinen Bereich. Sondern oberer Wert ist gleich unterer Wert. Und von daher... Mir sind diese Differenzverträge vor allem bekannt aus dem Offshore-Bereich, der ja glaube ich am meisten gerade kränkelt, weil dort vor, ich weiß nicht wann das war, vor zwei, drei Jahren haben Unternehmen wie Total Energies und andere große bekannte Energiekonzerne viel Geld ausgegeben, Milliarden glaube ich, um sich Baurechte in der Nordsee und Ostsee zu sichern.
Und dann, Energiekrise, alles wurde teurer, Lieferkettenpreise sind nach oben gegangen. Und dann hat man festgestellt, wenn wir nur so einen garantierten Mindestbetrag haben, dann rechnet sich das gar nicht mehr für uns, diesen Windpark zu bauen. Und deswegen, damit man denen praktisch so die Hand reichen kann, den großen Energiekonzernen.
Die haben zu null geboten. Also sie haben gesagt, sie brauchen diesen unteren Bereich nicht, weil sie im Prinzip, vermutlich, ich bin da kein CEO, aber ich gehe mal davon aus, sie haben einfach auf steigende Strompreise gewettet. Durch die Energiekrise. Ja, aber nicht diese Kostensteigerung. Auf jeden Fall hat man dann aus verschiedensten Gründen gemerkt, dass die Projekte dann so nicht wirtschaftlich sind.
Aber im Prinzip ist das der gleiche Mechanismus, den man eben auch für Wind Onshore einführen muss. Also auch laut EU, auch für PV. Weil es das sicherere Modell ist für alle Beteiligten? Weil man sagt, das ist einfach fair. Wenn ich unten einen Preis garantiere, dann muss ich auch die sogenannten Übergewinne, kann man immer viel diskutieren, was sind Übergewinne, dann muss ich auch abschöpfen, das ist okay, aber wir sagen als Branche, es sollte zwischen unterem Wert und oberen Wert, sollte es irgendwie einen Spielraum geben, damit ich eben damit auch Erlöse erzielen kann, die Chancen am Markt nutzen kann und damit vielleicht insgesamt einen niedrigeren Wert in der Ausschreibung haben kann.
Weil wenn ich eine Chance habe, mehr zu verdienen oder irgendwo mehr zu erlösen am Markt als mein Wert in der Ausschreibung, dann kann ich in der Ausschreibung eventuell mit einem geringeren Gebot reingehen. Das garantiert eben, also das macht insgesamt die Energiewende günstiger, macht den Strompreis günstiger.
Und ich kann damit eben auch dann mit diesen Mehrerlösen kann ich auch ausgleichen, dass ich bei negativen Preisen ja gar keine Vergütung mehr kriege. Und mein Projekt muss sich ja irgendwie wirtschaftlich rechnen. Und man macht zumindest Investitionssicherheit. Ja genau, und wenn ich zumindest so einen Spielraum habe, in dem ich mich bewegen kann, wo ich am Markt eben mehr erlösen kann, dann kann ich damit eben auch die Nichtvergütung bei negativen Preisen ausgleichen und dann würde das Ganze eben...
Aus unserer Sicht deutlich besser funktionieren und auch günstiger werden, insgesamt volkswirtschaftlich. Das muss aber noch umgesetzt werden. Das ist jetzt aktuell noch nicht in Kraft? Nee, das EEG ist im Moment, es kursiert auch da nur ein Leak. Also das ist im Erneuerbaren-Energien-Gesetz geregelt oder wird das geregelt im EEG.
Und da gibt es nur ein Leak. Im ersten Leak war da so ein Korridor drin. Im zweiten war es dann nicht mehr drin. Also das ist im Moment noch nicht mal in der Verbändebeteiligung. Also da gibt es noch keine Einigung in der Koalition. Also hat man da, wie auch bei einigen anderen Themen, die die Energiewende betreffen, tatsächlich diese Art Schwebezustand, der irgendwie der schlechteste von allen ist, weil niemand weiß, woran man in Zukunft ist?
Genau, der auch, also ich glaube, der auch wirklich für ganz Deutschland im Moment der schlechteste ist. Weil immer wenn ich als Unternehmer oder als Unternehmerin nicht weiß, wie sind meine Rahmenbedingungen, dann investiere ich im Zweifel erstmal gar nicht. Weil ich weiß ja nicht, lohnt es sich, lohnt es sich nicht.
Wenn ich klare Rahmenbedingungen habe, dann kann ich mich dazu irgendwie verhalten. Da kann ich Entscheidungen treffen. Aber wenn ich eigentlich gar nicht weiß, wie es weitergeht, dann bin ich wie das Kaninchen vor der Schlange und kann eigentlich nichts machen. Von daher ist dieser Schwebezustand und diese eigentlich nicht wirklich offene Diskussion der Gesetzentwürfe, der ist einfach nicht gut.
Gibt es an dieser Stelle oder bei diesem Thema einen Beteiligten oder eine Beteiligte, der oder die sie daran die Hauptschuld geben. Es ist halt so, diese Vorschläge sind aus dem Wirtschaftsministerium geleakt worden. Wer da schuld dran ist oder nicht, das weiß ich einfach nicht. Aber natürlich würden wir uns als Branche wünschen, dass auch die Wirtschaftsministerin einfach mehr mit uns redet, mehr auf unsere Vorschläge eingeht.
Wir haben gerade zu diesen gesetzlichen Gesetzentwürfen sehr viele konstruktive Vorschläge eingebracht. Das ist ja im Januar irgendwann geleakt worden. Seitdem haben wir unheimlich viele Vorschläge eingebracht und wir merken aber. Der Gesetzentwurf ist trotzdem ganz genauso geblieben. Also man hat sich nicht damit auseinandergesetzt, man hat einfach nur gesagt, nee, will ich nicht und hat sich nicht konstruktiv mit der Branche auseinandergesetzt und das muss man schon sagen, das war unter der Ampelregierung deutlich anders.
Da war sicherlich nicht alles richtig, aber es gab eine Diskussion. Aber das ist aber tatsächlich der ähnliche Fall wie bei Peter Altmaier, es besteht keinerlei Kontakt oder wenig Kontakt, wenig Austausch? Es gibt wenig Austausch mit der Wirtschaftsministerin. Also das war unter Peter Altmaier schon noch deutlich besser, aber mit Katharina Reiche gibt es einfach sehr wenig Austausch und das sagt nicht nur unser Verband, sondern das sagen auch sehr viele andere Verbände und auch Konzerne.
Und da rührt dann auch ihre Skepsis her, die sie ganz am Anfang erklärt haben, dass es gibt auf dem Papier passieren viele gute Dinge, das waren jetzt wieder Genehmigungen in dem Genehmigungsbereich, aber in der Praxis sind viele Dinge so unklar, dass man tatsächlich nicht abschätzen kann. Was 2026 und darüber hinaus, also 27, 28 jetzt die mittlere oder kurzfristige Zukunft, ob sich...
Der gute Staat, den man jetzt hatte wieder, ob der sich dann tatsächlich auch realisieren lässt? Also die Gesetzentwürfe, wenn sie so kämen, wie sie jetzt vorgeschlagen worden sind oder wie sie jetzt geleakt worden sind, dann wäre das wirklich ein Stoppschild für den erneuerbaren Ausbau. Da haben wir ja noch dieses Netzpaket, also da würden ganz viele Flächen rausfallen, da könnte man quasi nicht mehr investieren, weil man da keine Investitionssicherheit hat.
Also das wäre wirklich, es wäre eine deutlich größere Krise noch als 2017, wenn das so kommt. Und damit würden Arbeitsplätze verloren gegangen gehen und so weiter. Aber es wird ja immer wieder betont, auch vom Bundeskanzler, man möchte die Energiewende ja nicht abwürgen. Also auch wenn sich das dann tatsächlich, man liest die Pläne, die dort geschmiedet werden und denkt sich, das klingt jetzt aber nicht so wahnsinnig pro Erneuerbare. Aber was sie machen wollen, ist ja das Synchronisieren.
Haben sie eine Idee, wo es herkommt, dass man öffentlich sagt, und sie haben ja auch den Koalitionsvertrag angesprochen, dass dort auch ein klares Bekenntnis zur Energiewende und zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren drinsteht, aber dann tatsächlich Pläne geschmiedet werden, die... Es ist immer ein bisschen doof, sich zu wiederholen, aber die dann tatsächlich bei allen Beteiligten den Eindruck erwecken, aber irgendwie führen sie dann doch zum Stopp der Energiewende.
Naja, wenn ich von synchronisieren spreche, kann ich ja in zwei Richtungen synchronisieren. Ich kann sagen, die Windenergie ist jetzt schnell geworden und der Netzausbau hat nicht in dem Sinne eine Beschleunigung erfahren, da haben wir auch keine Genehmigungsbeschleunigung und so weiter, da hängt die Digitalisierung hinterher.
Jetzt kann ich sagen, okay, die Schlehneln Erneuerbaren müssen jetzt mal auf die langsamen Netze warten. Oder ich kann sagen, hey, wir haben eine Genehmigungsbeschleunigung hinbekommen bei Wind. Das war super, das hat funktioniert. Macht ihr das doch auch mal bei den Netzen. Genau, das hat ja auch mit dem Artenschutz und mit dem Naturschutz, es hat ja gut funktioniert.
Und es gibt viele Ansätze. Wenn ich überlege, dass ich, um einfach so ein Leiterseil, also so ein Hochspannungsseil zu tauschen, oder auch ein Mittelspannungsseil, Dafür brauche ich ein komplett neues Baugenehmigungsverfahren. Also ein zweites zusätzlich zur Trasse? Nee, ich will es leistungsfähiger machen.
Ich tausche einfach nur das Seil aus. Dafür brauche ich ein komplettes Genehmigungsverfahren mit allen artenschutzfachlichen Gutachten. Das dauert fünf, sechs Jahre. Und eigentlich könnte das über eine Bauanzeige gehen. Weil die Auswirkungen auf Natur und Landschaft sind ja, weil das Seil mehr Strom transportiert, sind die ja nicht anders.
In welchem Aufgabengebiet liegt das, dass man da auf diese Genehmigung verzichtet oder dieses neue Verfahren? Also Genehmigungsbeschleunigung wäre dann auch Aufgabenbereich des Wirtschaftsministeriums. Das ist auch im Netzpaket. Wir kommen da immer wieder auf die gleiche Stelle. Und wie Sie schon sagen, man sagt.
Man will den erneuerbaren Ausbau nicht bremsen und will das nicht hemmen. Aber man sagt gleichzeitig, wir müssen da jetzt mal langsamer machen. Und das passt einfach nicht zusammen. Haben Sie denn an der Stelle vielleicht Kontakt dann aber zu den Übertragungsnetzbetreibern, die sich ihrer Forderungen anschließen und dort, dass man gemeinsam.
Da hören wir zumindest, die Übertragungsnetzbetreiber gehören zu den wenigen, die glaube ich einen guten Austausch mit der Wirtschaftsministerin haben. Also wir haben mit den Netzbetreibern, sind ja nicht nur die Übertragungsnetzbetreiber, Wir sind ja auch die Verteilnetzbetreiber. Wir haben da schon wirklich einen guten Austausch.
In Niedersachsen haben wir jetzt auch vergangene Woche einen sogenannten Netzgipfel gehabt, wo im Umweltministerium bei Christian Mayer, wo auch eben Energie liegt, wo alle Beteiligten zusammen waren, die Netzbetreiber, die Unternehmerverbände, wir als Erzeuger und wo wir uns auch auf dem Papier geeinigt haben.
Wo gerade in dieser Genehmigungsbeschleunigung, wir sind da in ganz vielen Dingen einig. Es gibt natürlich Punkte, wo wir uns nicht einig sind. Aber da gab es ganz viele Punkte, wo wir uns auch wirklich einig sind und wo man vorankommen könnte. Freuen Sie sich denn, also eigentlich haben Sie jetzt auch, glaube ich, unerwartet noch einen weiteren Verbündeten hinzugewonnen, nämlich die bayerische Landesregierung.
Ich glaube, Hubert Aiwanger, der bayerische Wirtschaftsminister, der läuft inzwischen auch seit einigen Monaten durch die Republik und erzählt in jedes Mikrofon, wie schnell die Bayern auch bei den Genehmigungen geworden sind, die uns, wie wir jetzt erfahren haben, noch nicht so wahnsinnig großartig weiterhelfen.
Aber auch Bayern hat zusammen mit, ich habe es mir irgendwo notiert, mit anderen Ländern. Ich glaube, Baden-Württemberg war auch beteiligt. Das ist das andere Sorgenkind. Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die haben eine Sonderausschreibung für dieses Jahr gefordert über den Bundesrat, damit man, glaube ich, diese ganzen Genehmigungen, die schon erteilt wurden, tatsächlich in echte Projekte umsetzen kann.
Freuen Sie sich, dass die Bayern angekommen sind bei der Energiewende oder zumindest beim Windkraftausbau im Jahr 2026? Ja, wir hatten in Bayern ja ganz lange die Situation diese 10H. Das heißt also, Also dass ein Windrad, dass das Zehnfache seiner Höhe Abstand zur Bebauung haben musste. Das war im Prinzip...
Also Windkraftverhinderung. Also da gab es ganz wenig. Jetzt merken wir, in Bayern haben sie die Flächen ausgewiesen. Das kommt eben auch aus dieser Zeit der Ampelregierung, wo eben jedes Bundesland seine Aufgabe bekommen hat, so und so viel Prozent der Fläche müsst ihr ausweisen. Die sind da in Gang gekommen, die haben jetzt auch schnelle Genehmigungen.
Bayern hat einfach nicht so viel Windpotenzial wie Norddeutschland. Das heißt also in dieser Ausschreibung, in diesem Wettbewerb kommt Bayern da, weil es eben zu wenig Ausschreibungsvolumen gibt, zu wenig Gigawatt an Ausschreibungsvolumen. Deswegen kommen die südlichen Bundesländer da ein bisschen schlechter zum Zug als halt die nördlichen.
Also es gibt auch Erklärungsansätze, wo man den Schwarzen Peter nicht zur bayerischen Politik schieben muss, dass da nichts passiert ist, sondern das hat tatsächlich auch Grundlagen in der Physik. Vorher war es schon, der politische Wille war nicht da, aber jetzt ist er da, jetzt haben sie die Genehmigung und haben auch erkannt, dass eben ihre Industrie...
Den Windstrom braucht und vor allen Dingen, dass sie, Bayern hat ja im Solarbereich sehr viel getan, auch. Freifläche, PV sehr viel getan und sie stellen jetzt fest, wir brauchen aber eigentlich als Ausgleich dazu Windenergie, weil, also liegt in der Natur der Sache, nachts habe ich relativ wenig, Solarstrom, also mindestens nachts brauche ich das und eben auch in der Kombination mit Speichern, Wind, Solar und Speicher sind einfach eine super Kombination und deswegen brauchen wir einfach Volumen, damit auch da in Bayern der Ausbau jetzt wirklich stattfinden kann.
Und deswegen ist wahrscheinlich, das wird jetzt niemand überraschen, Ihrer Meinung nach, diese Sonderausschreibung, die bei den Bundesrat angeschoben wird, eine gute Idee. Eine gute Idee und es kommt ja noch hinzu, die Bundesregierung selber hat in ihrem Klimaschutzprogramm beschlossen, dass wir 12 Gigawatt zusätzliches Ausschreibungsvolumen für Wind brauchen, um die Klimaziele zu erreichen.
Damit wir eben unsere 2030er-Ziele erreichen können, brauchen wir diese 12 Gigawatt jetzt. Und damit die dann 2030 auch wirklich drehen, brauchen wir sie in 26, 27 in der Ausschreibung. Dann können sich ja alle Beteiligten die Hand reichen und alles ist gut. Ja, wir verstehen auch nicht, warum dieselbe Regierung im Klimaschutzprogramm das beschließt.
Aber dann braucht es ja ein Gesetz, wo das umgesetzt werden müsste. Das wäre das EEG. Und da steht es nicht drin. Also wir wissen nicht, wie soll das jetzt funktionieren. Aber es wird öffentlich von der Bundesregierung unterstützt, diese Sonderausschreibung. Das sind diese 12 Gigawatt. Jetzt muss man gucken, ob diese 5 Gigawatt Sonderausschreibung, ob die da drin sind oder noch zusätzlich. Also das ist eine Frage.
Aber zumindest diese 12 Gigawatt hat die Bundesregierung einvernehmlich beschlossen im Klimaschutzprogramm und setzt es jetzt nicht um, was eigentlich gar nicht geht. Ich werde jetzt dieselbe Frage stellen, die ich jetzt schon dreimal gestellt habe. Aber haben Sie Kontakt mit dem Bundeswirtschaftsministerium und können sagen, warum das nicht da drin steht im EEG-Gesetz?
Wir haben natürlich Kontakt mit dem Bundeswirtschaftsministerium, insbesondere auch auf Arbeitsebene. Dann heißt es häufig, die Hausspitze entscheidet. Aber es gibt eigentlich keine logische Erklärung, warum diese 12 Gigawatt jetzt nirgendwo vorkommen. Also ich kann ja nicht als Regierung einerseits was beschließen und dann das Gesetz, wo ich es umsetzen müsste, dann anders schreiben.
Und die Landespolitik, ich habe es gerade gesagt, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, die ist eh nicht ratlos wie sie oder hat man da einen Erklärungsansatz gefunden? Die haben ja diese Forderung und es ist jetzt ja auch die Energieministerkonferenz, die ist dann ja wahrscheinlich schon gewesen, wenn der Podcast ausgestrahlt ist. Aber da gibt es ja schon auch von den Ländern viel Druck, weil die Länder auch erkannt haben.
Es ist ja immer so, Energiewende findet ja auf dem Land statt und Wertschöpfung findet vor Ort statt. Und es ist auch wirklich so, dass jetzt gerade in Niedersachsen sehr viele CDU-Politiker aus dem Land sagen, wir brauchen die Windenergie hier vor Ort, wir brauchen die Wertschöpfung vor Ort und von daher auch so ein bisschen im Gegensatz zur eigenen Regierung stehen.
Ich habe das tatsächlich für Süddeutschland einmal rausgesucht bzw. Ich bin zufällig darüber gestolpert. Ich will mir jetzt nicht mehr auf die Schulter klopfen als notwendig. In Süddeutschland werden 35 Prozent des deutschen Strom verbraucht, aber nur 14 Prozent des deutschen Windstroms erzeugt. Also da gibt es tatsächlich eine große Diskrepanz zwischen Erzeugung und Verbrauch.
Deswegen ist es so wichtig, dass auch Bayern und Baden-Württemberg, wenn auch unter erschwerten Voraussetzungen, Windenergie hinzubauen. Klar, ich kann beides machen. Ich kann natürlich den Strom auch im Norden produzieren und über viele Leitungen im Süden transportieren. Das ist aber teuer und umständlich. Ja, und Südlink und so, da hatten wir ja auch im Süddeutschland viele Diskussionen darum.
Und wie immer, man muss dann ein Kabel wechseln, da muss man das wieder neu beantragen, habe ich ja gelernt. Und wichtig wäre eigentlich auch beides zu machen, sowohl den Strom dorthin zu transportieren, weil wir eben im Norden deutlich mehr Wind haben, als auch im Süden eben zuzubauen, damit ich eben nicht alles transportieren muss.
Weil das Beste ist immer, ich verbrauche den Strom da, wo er erzeugt ist. Und das ist ja auch nichts Neues. Also das Ruhrgebiet ist ja nicht entstanden als Wirtschaftsraum, weil es da so schön war, sondern es ist entstanden, weil da die Energie war. Und von daher war es immer schon so, Industrie voll Energie.
Und wenn wir jetzt hier in Bayern eben viel Industrie haben, dann brauchen wir da auch viel Energie. Und wir brauchen natürlich dann auch Rechenzentren etc. etc. Also die eben viel Energie brauchen, brauchen wir auch in Norddeutschland oder da, wo eben viel Wind ist. Also das müssen wir synchronisieren, da kommen wir nicht drüber rum.
Man merkt aber schon auch einen Stimmungswandel, auch jetzt, ich will jetzt auch nicht auf den Bayern die ganze Zeit herumhacken, ich finde es ja auch toll, dass es dort offensichtlich vorangeht, aber man merkt einen Stimmungswandel auf Länderebene, dass da alle nach wie vor die Energiewende, wir hatten auch Franziska Giffey glaube ich im Dezember bei uns, die auch gesagt hat, alle Energieminister haben Katharina Reiche gesagt, wir müssen hier bei der Energiewende durchziehen.
Also die Länder sind alle an Bord. Die meisten Länder sind an Bord, also ich glaube, hundertprozentige Einigkeit gibt es da nicht. Aber die Länder, die einfach schon erfahren haben, dass Energiewende funktionieren kann, die auch funktionierende Beteiligungsgesetze haben, also wo die Bürger eben und die Kommunen vor Ort auch was davon haben, wie beispielsweise Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen.
Da haben wir wirklich gemerkt, die Energiewende funktioniert und sie funktioniert auch mit der Bevölkerung. Und die Länder sagen natürlich, das dürfen wir jetzt nicht abwürgen. Wir haben das für Niedersachsen mal ausgerechnet, in den nächsten fünf Jahren könnten 32 Milliarden in Niedersachsen investiert werden, nur für Erneuerbare.
Und das ist jetzt irgendwo gefährdet, wenn der Ausbau da ausgebremst wird. Ja, das heißt, man landet immer wieder an demselben Einhindernis. Das Bundeswirtschaftsministerium Katharina Reich bzw. Die schwarz-rote Koalition, wie zuversichtlich sind Sie denn. Dass man dort zwar Einsicht kommt, sage ich jetzt mal in diesem Jahr noch.
Also man darf es vielleicht nicht ganz so reduzieren. Viele Problemanalysen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dass wir eben Netzengpässe haben, dass wir da nicht hinterhergekommen sind, die sind ja durchaus richtig. Und jetzt kann ich sagen, okay, ich habe da einen Netzengpass, deswegen bremse ich da jetzt mal für die nächsten zehn Jahre Windparks aus.
Oder ich sage, ich habe da einen Netzengpass, Ich gucke, was ich vor dem Netzverknüpfungspunkt, also bevor der Strom überhaupt ins Netz kommt, was ich da damit machen kann. Und ich gucke, wie ich Parks vielleicht so auslegen kann, dass sie gar nicht 100 Prozent des Netzanschlusses brauchen, sondern weniger.
Da gibt es ganz viele konstruktive Lösungen. Was man machen kann, wäre tatsächlich neuen Verbrauch schaffen, indem man entweder Privathaushalten die Möglichkeit gibt, diesen Strom zu verbrauchen. Dafür bräuchte man dann, glaube ich, wieder, das ist diese Smart-Mieter-Debatte. Oder man schafft tatsächlich große industrielle Verbraucher, die den Strom dann speichern, abnehmen, wie auch immer.
Oder Speicher oder Elektrolyseure. Wir haben ja das gleiche Problem. Wasserstoffhochlauf kommt auch nicht in Gang. Wasserstoff wird aber gebraucht. Salzgitterstahl sagt, also zu grünen Stahl gibt es für sie keine Alternative. Also entweder grüner Stahl oder gar kein Stahl mehr. Also von daher, das ist nicht, dass wir da noch irgendwie zurückkennen.
Wir sind ja mitten in der Transformation. Das heißt, wir brauchen auch den Wasserstoff. Und Wind und Wasserstoff ist einfach ein super Partner, weil ein Batteriespeicher ist bei so einem Windrad relativ schnell voll. Elektrolyse wäre da deutlich besser. Also da gibt es ganz viele Möglichkeiten. Das würde sich dann auch rechnen, bei Wasserstoff hört man ja immer, das ist mehr oder weniger ineffizient aktuell.
Aber weil der Strom einfach, wie haben Sie es vorhin genannt, also weil er einfach da ist, dann lasst uns doch auch den Strom nutzen, auch wenn es ineffizient ist. Ja, das kommt ja dann auch, also bevor ich mein Windrad abstelle und gar nichts verdiene, ist ja alles, was ich für den Wasserstoff bekomme, ist dann ja mehr als gar nichts.
Also von daher muss man, klar, man muss die Investitionskosten gucken, das ist alles nicht so einfach, aber es ist ja so... Wir können jetzt ja nicht stehen bleiben bei der Transformation. Es ist ja alternativlos. Wir sind ja mitten in der Elektrifizierung. Also die Wirtschaft hat sich ja auf den Weg gemacht und will nicht zurück und kann auch gar nicht zurück.
Also müssen wir einfach gucken, wie können wir da Lösungen finden. Und ich habe, das habe ich auch schon mehrfach gesagt, ich würde mir wirklich wünschen, dass es mal wieder wie unter Habeck auch so ein Netzgipfel, so ein Branchengipfel gibt, wo sich alle an einen Tisch setzen und sagen, wo die Netzbetreiber sagen können, hier haben wir ein Problem, das können wir nicht.
Wo die Industrie sagen kann, wir brauchen aber die erneuerbare Energie, wo wir sagen können, hey, das könnten wir auch beitragen. Wir sind ja durchaus bereit, unseren Beitrag zu leisten. Die ja überraschenderweise auch, wenn man auf Veranstaltungen mit zum Beispiel 50 Hertz, ist der Netzbetreiber von Nordosten von Deutschland, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg, Vorpommern oder auch EnBW, der große Energieversorger aus Baden-Württemberg, die ja auch sagen.
Der Vorschlag, der aus dem Bundeswirtschaftsministerium kommt, um diese Netzüberlastung zu verhindern, nämlich dieser berühmte Redispatch-Vorbehalt. Es gibt ganz viele andere Lösungen, die man umsetzen könnte, ohne dass man erneuerbare ausbremsen muss. Genau, es gibt ganz viel bessere Lösungen. Das Erste ist eben, das Irre ist ja, wenn das Netz irgendwo überlastet ist, dann würde man ja logischerweise sagen, dann verhindere ich die Einspeisung.
Wenn das Netz voll ist, darf mein Windrad nicht einspeisen. Aber das heißt ja nicht, dass mein Windrad nicht einen Speicher füllen könnte zur gleichen Zeit. Aber im Moment ist die Regelung so, es wird nicht die Einspeisung abgeregelt, sondern es wird meine Erzeugung abgeregelt. Das heißt also, ich werde gezwungen, mein Windrad stillzulegen in dem Moment, obwohl ich mit dem Strom irgendetwas Sinnvolles tun könnte.
Und das macht volkswirtschaftlich null Sinn. Also Ihr Wunsch für das verbleibende Jahr, wahrscheinlich eher früher als später, wäre ein Netzgipfel auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums, wo alle Beteiligten zusammenkommen und unterschiedlichste Ideen austauschen. Außer Redispatch vorbehalt. Genau, wo wir um konstruktive Lösungen ringen, wo auch wir wirklich als Windbranche bereit sind, auch unseren Beitrag zu leisten.
Es ist ja nicht so, dass wir das Problem irgendwie leugnen. Wir sehen das Problem ja. Aber wir müssen einfach gucken, wie wir insgesamt vorankommen und wie wir endlich mal wieder so ein energiepolitisches Leitbild entwickeln. Ich habe das Gefühl, der Regierung... Weiß eigentlich gar nicht, wo sie hin will. Also nur langsamer machen ist ja kein Leitbild.
Das heißt, langsamer machen heißt eigentlich Deindustrialisierung. Und das will kein Mensch. Also eine Vision für eine wirklich grüne Industrienation. Überhaupt eine Vision für eine Energieversorgung in Deutschland. Und Atomkraft oder so, das sind ja alles, das sind ja Schattenboxen. Also kein Mensch wird die Atomkraftwerke in Deutschland wieder in Betrieb nehmen und alles von Fusionskraftwerken.
Ich freue mich, wenn das irgendwann wirklich funktioniert, wenn das alles so toll ist. Aber das war vor 20 Jahren Zukunft. Ich glaube, es wird auch noch in 20 Jahren Zukunft sein. Wir haben es im Moment nicht. Selbst wenn wir es jetzt hätten, könnten wir es erst wirklich in 20 Jahren nutzen. Also das ist überhaupt gar keine Alternative.
Und den deutschen Windturbo, wie optimistisch sind wir, dass wir den in diesem Jahr oder spätestens im nächsten Jahr zünden? Wenn es an uns liegt, an der Branche, sind wir bereit, wenn es an den Herstellern liegt, die sind auch bereit. Also die Wirtschaft kann, sie will auch Geld investieren. Das ist ja eigentlich was, wo eine Wirtschaftsministerin sagen müsste, super, wir haben eine Branche, die will Geld investieren, die will Arbeitsplätze schaffen, die will Wertschöpfung vor Ort generieren.
Müsste man ja eigentlich sagen, super. Also von daher würde ich jetzt sagen, wir stehen da nicht, also wir könnten und wenn wir jetzt die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu bekommen, dann würden wir das auch tun, Dann würde es auch weitergehen. Dann könnte der Windturbo auch wirklich zünden. Aber die Gesetzentwurfe haben auch wirklich das Potenzial, das ganz gehörig auszubremsen mit Arbeitsplatzverlusten, mit Wertschöpfungsverlusten und so weiter und so fort.
Also ich fasse zusammen. Die Länder sind weitgehend an Bord, auch die früheren Sorgenkinder. Die Branche ist an Bord. Die Netzbetreiber, nicht nur auf Übertragungsebene, sind eigentlich, glaube ich, auch an Bord. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum sich die schwarz-rote Bundesregierung keinen Druck geben sollte und zu einem Netzgipfel einladen sollte, damit wir den deutschen Windturbo tatsächlich zünden.
Bärbel Heidebrock, Präsidentin des Bundesverbands Windenergie. Ich sage vielen Dank für den erneuten Besuch bei uns im Klimalabor. Sehr gerne. Vielen Dank.