
Der Baselbieter Sport-Podcast· Staffel 1· Folge 5
Präzision beginnt im Kopf
Samstag, 10. Oktober 2026 · 34 min
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Shownotes
Kurz vor der 300-m-Weltmeisterschaft in Kairo (Ägypten) vom 14. bis 20. Oktober ist die Gewehrschützin Michèle Bertschi zu Gast im Baselbieter Sport-Podcast. Mit der 26-jährigen Bubendorferin blicken wir auf ihre grössten Erfolge zurück und erfahren, wie viel Technik, Training und mentale Arbeit hinter einem einzelnen Schuss stecken.
Wie schafft sie es, auch unter Druck ruhig zu bleiben? Welche Übungen helfen ihr dabei? Und was braucht es eigentlich an Ausrüstung, Haltung und Präzision, um auf 300 Meter ganz vorne mitzuschiessen?
Daneben klären wir wie immer auch einige skurrile Fragen und erfahren unter anderem, warum Michèle trotz absolvierter Sport-RS mit dem Sturmgewehr 90 so gar nichts anfangen kann.
Eine Folge über millimetergenaue Präzision, mentale Stärke und den Weg an die nächste Weltmeisterschaft.
Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst gerne eine Bewertung da oder schreibt in die Kommentare, welchen Gast ihr euch als nächstes wünscht.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Schönen Sie auch das Mal wieder dabei zur fünften Folge des Bastbetter Sport Podcasts. Mit dem Podcast für spannende Persönlichkeiten, Hintergründe und Geschichte aus dem Basketballsport. Immer noch da, persönlich und mit einem besseren Humor. Mein Name ist Manuel Mark, Leiter des Basketballsport Portal.
Heute darf ich einen der erfolgreichsten Querschützinnen der ganzen Schweiz bei uns begrüßen. Herzlich willkommen, Michel Berci aus Bubenorf.
Hallo zusammen!
Du begeisterst ja auch diese Saison, ich glaube, wir dürfen sagen, einmal mehr, mit vielen Top-Resultaten. Goldmedaille, 300 Meter liegend im Europacup in Schweden, Goldmedaille im Schweizer Team, 300 Meter Dreistellig in Kroatien. Zwischen muss ich einen neuen Schweizer Teamrekord in Dänemark oder mit der Schweizer Armee eine Silbermedaille in Österreich im Militärsport.
Um nur einmal ein paar von deinen Erfolgen in dieser Saison aufzuzählt haben. Mit 26 hast du schon eine Medaille gesammelt hier, die wahrscheinlich fast weiter reinplatzt. Gibt es einen Erfolg aus deiner Karriere, wo du sagst, hey, das bedeutet mir jetzt wirklich besonders viel?
Ich glaube, das war die Teammedaille an der Weltmeisterschaft im Backup.
Was hat das für dich für eine spezielle Bedeutung?
Es war ein sehr anstrengender Wettkampf. Es hat viel gewintert und es war ziemlich sehr, sehr streng. Und dann haben wir Teammedaille gewonnen. Das war wirklich ein sehr schöner Moment. Und auch die Trankverkündigung war eher sinnlich. Man ist dort immer rumgestanden, also immer sehr grosserum. Und dann haben wir die Medaillebereich bekommen, dann ist Feuerwerk abgegangen.
Nach dem Konfetti und Feuerwerk hat man noch via den Champions von Queen Club gespielt. Und das war sehr eindrücklich.
Das hast du schön szenisch beschrieben. Hey, schön, bist du hier. Und bevor wir loslegen, würde ich gerne mit dir, wie wir das immer machen in unserem Podcast, die fünf schnellen Spiele. Das sind fünf kurze, manchmal auch random Fragen, die du beantworten kannst, ohne gross überlegen. Ist das gut? Ja.
Perfekt. Dann legen wir los. Was ist das erste, wo du dir nach einem richtig guten Wettkampf gönnst?
Eine Zeitgode seiste.
Wie viele Chancen hat man gegen dich beim Ballonschießen an den Herbstmesse?
Hey, ich habe es im Fall noch nie gemacht. Ich wüsste es gar nicht.
Welchen Sport würdest du gerne mal ausprobieren, den du noch nie gemacht hast?
Surfen.
Achtung, jetzt wird es ein bisschen abstrakt: lieber nie mehr Querputzen oder nie müssen reisen an einem Wettkampf. Also quasi kannst dich mit einem Schnipsen überall anbeimen.
Ich glaube nie mehr Querputzen.
Lieber Musik vor dem Wettkampf oder absolute Ruhe?
Absolute Ruhe.
Hast du trotzdem in der Frezeit vielleicht auch Musik, die gerne los ist?
Ja, sehr. Ich lasse sehr viel Musik.
Ich finde es aber immer interessant, was die Musik hören, weil es verratet schon auch etwas über die Persönlichkeit verstanden hat. Was ist denn das, was du gerne los ist?
Taylor Swift.
Taylor Swift.
Vor allem das Lied Shake It Off und auch Tina Turner.
Ja, das sind ein paar gute Titel darunter von diesen beiden. Was übrigens neu ist, nach der heutigen Folge darfst du dir ein Lied auswählen, die im Instagram Post verwendet wird.
Oh, das wüsste ich schon weh. Wüsste ich schon.
Okay, aber sag es noch nicht, weil ich komme am Schluss des Podcasts nochmals auf das zurück. Wir sind gespannt, was du auswählst. Jetzt ist es ein super Timing, dass du bei uns am Podcast vorbeikommst, weil das größte Saison-Highlight steht noch vor den Türen. Nächste Woche geht es für dich ab auf Ägypten, genauer auf Kairo, an 300 Meter WM.
Wie groß ist deine Vorfreude und hast du vielleicht schon ein Ziel gesetzt?
Vorfreude ist riesig, ich freue mich mega drauf. Und mein Ziel ist einfach, gute Arbeit zu machen.
Was heisst das konkret für dich eine gute Arbeit?
Für mich heisst es Ablauf, ich möchte dich Ablauf, befolge, taktisch auch super arbeiten, Pause einhalten, mit dem Wind gehen, falls es Wind hat. Belicht wechseln oder generell Belichtungsverhältnis super reagieren, das eigentlich.
Hast du dich jetzt für diesen Wettkampf anders vorbereitet, dass du dich sonst vorbereitst? Oder hast du einfach gehört, das ist mir eigentlich egal, wo auf der Welt ich reingehe?
Nein, ich habe mir jetzt nicht extrem Besonderes darauf vorbereitet oder besonders gut. Oder so wie man dann sagt, ich tue mich eigentlich auf jeden Wettkampf immer gleich vorbereiten, dass auch die Routine immer gleich ist. Und dass es halt nicht plötzlich etwas anderes oder umgewundet ist. Und ich bereite mich auf alle Wettkämpfe sehr gut vor.
Weil jeder Wettkampf ist wichtig.
Das glaube ich dir und wir drücken dir auf jeden Fall den Daumen. In Ägypten, wir können nachher nochmal kurz auf das sprechen. Aber jetzt reisen wir doch zuerst mal zurück in die Vergangenheit zu den Anfang deiner Karriere. Du kommst aus einer Schützenfamilie. Schon die Papi der Aldo Bertschi Schütz war deine Mami eigentlich auch am Schießen.
Was macht sie für eine Disziplin genau?
Auch 300 Meter standard quer vor allem.
Wenn du dich zurückerinnerst, weisst du noch der Moment, wo du das erste Mal quer in der Hand hast? Was ist denn dazu im Kopf gegangen?
Los, ich bin in etwa 60, 7. Es war vor 20 Jahren jemanden, 29 Jahre. Und ich weiss nur mehr noch, dass ich dort Luft weggeschossen habe mit einem Vereins quer. Aber mir weiss ich nicht mehr, das war einfach zu lange her.
Aber was war es, das dich so fasziniert am Schießen?
Das kann ich dir nicht sagen. Ich kann es jetzt einfach jetzt sagen. Bei mir ist vor allem die Präzision zwischen dem Zusammenspiel zwischen Geist und Technik und Psyche extrem sehr fasziniert, dass man für einen perfekten Schuss alles perfekt auf einen Punkt bringen.
Schon mit 14 bist du ins regionale Leistungszentrum Nordwest gekommen. Wie war damals der Sport-Schulalltag bei dir aus?
Das war so, dass ich nach oben, das war 60. Bah ich früher noch zum Geschäfts gegangen und bin auf Bild trainieren. Und dann am Freitag, Normittag haben wir dann auch noch Normittagstraining. Dort hatte ich einfach die vier Stunden und dort hätte ich es arbeiten. Bin ich einfach trainieren und dürfen trainieren.
Also eine volle Woche hast du da gehabt. Ja, extrem. Ich nehme heute immer noch. Heute ist es wahrscheinlich noch etwas krasser, oder? Aber da können wir auch noch drauf sprechen. Jetzt zuerst nochmals, was du vorhin angesprochen hast. Du hast es gesagt und ich zitiere es nochmals. Es geht auch auf der Webseite des Schweizer Shooting.
Es steht auch auf der Webseite des Swiss Shooting Verband. Ich zitiere, ich scheisse, weil mich das hochpräzise Zusammenspiel zwischen Geist und Körper fasziniert und ich diesen Sport liebe. Wenn das jetzt nochmal etwas genau mystisch ausführen würde, wie sieht das Zusammenspiel konkret in der Praxis aus?
Also, ich tue immer den Ablaufmacher und ich sehen kann, dass der Finger nicht so funktioniert, wie man funktionieren soll, weil man einfach ein bisschen Angst hat oder etwas Unsicherheit hat, dann geht man vor allem über einen Ablauf, da muss man sich halt wie überwinden, wie in das Freyerfallen lässt, dass man den Autoschuss drückt, wenn es gut ist.
Und auch auf die Österreichungen achten. Und auch die technischen Sachen, auf das Körpergefühl achten. Zum Beispiel, wenn man denkt, jetzt sollte ich eine Pause machen, dass man halt die Pause macht. Und jetzt sagt man, ja, ja, es kommt gut. Und dann hat man irgendwie den Zweitschuss, nach dem geht es neu.
Spannend, spannend. Ich merke, das ist eine routinierte Arbeit, die du seit vielen Jahren leistest. Mein persönlicher Bezug zum Schießen ist eigentlich nur so ein Militär. Ich muss sagen, ich habe es nicht so gerne gemacht, ehrlich gesagt. Wenn man dann aber mal legt und nur noch zielen und abdrucken muss, dann finde ich, macht es eigentlich noch Spass.
Schlimm habe ich aber eben auch Reiniger gefunden, vom Geräten nach. Gefühlt ist das Sturmgefährend. Aber du sagst, du putzt es auch nicht mega gerne. Aber wie ist das für dich?
Ja, das gehört einfach dazu. Das ist jetzt auch nicht mein der spaßigste Part an dieser ganzen Sache. Aber das gehört dazu, weil wenn man es reinigt, dann halt es länger, dass es hingeht, falls es mal würde, hingehen und dass man einfach zurück zum Material hat. Und weil da gibt es auch ein Präzision, die zusammenhängt.
300 Meter tut man, also jedes tut man nach jedem Training putzen. Und wenn man es halt einmal nicht putzt oder zweimal sein kann, dass es nicht so hoch präzise ist.
Und du hast ja, glaubst du, seit Anfangsjahr eine neue Ausrüstung, also besser gesagt, eine neue Quer, eine neue Zusammensetzung. Wie war das im Vergleich zuvorhandelt? Was ist jetzt quasi neu an dem, was du hast und wie zufrieden bist du damit?
Also ich bin absolut zufrieden, dass es das Beste, was es gibt, nach meiner Meinung. Und es ist einfach so, das ist einfach 300 Meter gewesen, haben wir geschafft, anstatt der Leitung geschafft, habe ich jetzt eine Wald geschafft. Ich habe auch letztes Jahr im Herbst ein Lieber zum Wald eingewechselt, weil ich schon mal vor x Jahren gehabt habe.
Das hat mir sehr gut gepasst. Ich war auch sehr zufrieden. Und dann habe ich es einfach auf eine andere Marke dazu gewechselt, weil ich heute auch von 300 Meter schießen habe. Und dann hat mir jeder gesagt, du solltest das eigentlich so machen, dann kannst du alles exakt so übernehmen. Und dann habe ich das gemacht.
Ich persönlich bin mit einem Klick lieber gewesen, wo ich in dieser Zwischenzeit nicht so gut zu schlagen habe. Dann habe ich gesagt, wenn wir auf dem Kader aus Rabatt bekommen, habe ich gesagt, ich probiere das nochmal. Und dann war es wie nach der Oster Geburtstag an meinem Tag. Ich hatte so Freude und dann andere Nazischutz, der jetzt die Weitervertretung noch hat, hat damals im Herbst Walderschaft für das 300-m-System gefragt, dass die Komponenten hinein gefragt und so zusammengebaut.
Dann habe ich das halt mal ausprobiert und sagen, es ist nicht schlecht. Und dann habe ich gesagt, hey, los, ich möchte das gerne haben. Dann haben wir geschafft, mit den Frassungen gemacht, die es braucht und mir das zusammengebaut. Dann habe ich geschossen. Dann ist es viel einfacher gegangen. Und auch für mich viel angenehm.
Also kann man sagen, wichtiges Unikat, die du hier hast. Ja. Mega cool. Wie viel kostet so ein Teil?
Es ist ein ganzes Quer auf den Haarsteller drauf. Ich sage zwischen mit allem drum und drauf, eine Einstellung wird etwa 5.000 bis 10'000 Franken kosten. Aber da ich schon den grössten Teil habe, sondern habe mir es einfach noch den Schaft fresen, war es günstiger.
Jetzt müsstest du mit dem Sturm gewährleist von der Armee schießen. Was haltest du von dem? Ich sehe schon den Blick.
Ich habe einen Sturm geschossen, zwei, dreimal. Es ist dann nicht gut rausgekommen.
Warum nicht?
Ich habe mir dazu muss den Abzugsfinger kaputt gemacht. Also, ich habe nicht das Fine Gefühl. Und ich habe Hurelang wieder braucht, dass ich das feine Gefühl dazu muss und wegen dem habe ich es dann an den Nagel gekankt.
Also warte, das musst du mal erklären. Von vielen abdrucken, weil das einfach etwas nicht zu grob ist.
Das Abzugsgewicht ist dort um die 2 Kilo, wenn ich mich nicht ist. Ich frage mich nicht genau. Ich weiss es nicht. Und mein Sabzugsgewicht ist etwa 80 bis 100 Gramm. Das ist etwa gut 20-fachen über eine Tumme. Und dann habe ich viel Herd ziehen und dass viel Herd ziehen, hat mir eigentlich so, wie der Abzugsfinger das Gefühl für Fils.
Dass die Schüsse in der Früher gegangen sind oder nicht so gegangen sind, wie ich wütend kann und habe wie etwa drei Wochen gebraucht, bis ich das im Griff habe. Und ich nicht so der Fan des Schießen. Also ich persönlich will. Es geht mir eigentlich nur um einen Unterabzugsfinger.
Ein spannender Vergleich, ich hatte jetzt gar nicht gewusst, dass es so Details, wenn man sich nicht damit befasst, ist das gerade etwas mega Spannendes, finde ich jetzt. Nochmals auseinanderbauen oder zusammenbauen vom Reinigen. Wenn du das jetzt blind müsste machen, mit Augenklappe oder so. Könntest du das?
Nein, könnte ich das sehr wahrscheinlich nicht, weil wenn es rein ums Butzel geht, hat man etwa fünf verschiedene Mittel, die man braucht, etwa vier braucht. Und die habe ich halt alle Flaschle und das Flaschle ist immer gleich und dann weiss ich nie, wer das Mittel braucht.
Das habe ich jetzt nicht daran gedacht. Stimmt das? Ich meine, Militär ist ja auch so, du bist im gewählen Namen. Hast du auch einen Namen für dich gewährt?
Nein.
Noch nicht oder nie?
Über das habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ehrlich gesagt.
Also ich habe ehrlich gesagt mit dem auch keinen Namen geben. Alle anderen haben es gemacht, aber ich habe das etwas unnötig gefunden. Ich weiss noch, wenn ich das erste Mal schießen müssen, habe ich das Ärmel aufgeglitzt vom Tenüb, Tenu C, was weiß ich. Und dann hast du gerade beim ersten Schuss so eine Patrone an den Arm gespeckt.
Zuerst spürst du es ja nicht. Aber am Nachherst du es dann nach etwa 10 Minuten hast du einen Brandfleck. Das passiert aber dir nicht, weil du eine Spezialausrüstung hast. Wie sieht die aus?
Man hat so eine Schießjacke, Schießhose. Ich habe das Gefühl, ich sehe immer wie ein Astronaut im Dam aus. Die sind weiß. Es hat so bei mir so rote Bändle. Es ist vielleicht an einer Stelle schwarz vom Material her oder ein bisschen rot. Und ich habe immer das Gefühl, wenn ich die anlege, wie ein Astronaut aus.
Wir haben es ein bisschen Rocker Vibes gesehen, so auf dem Haarleh und so weis. Aber es sieht etwas ladermäßig aus, aber ist es, glaube ich nicht, oder?
Doch, ein paar Teile sind Schussladen, bei mir sind es halt die roten Teile. Entweder Schiersjacke und das andere ist so ein Stoffhalt.
Aber etwas dicker gerodelt.
Ja, es ist relativ fester Stoff.
So könnt ihr jetzt nicht da oben brennen wahrscheinlich.
Doch, ich glaube schon. Also wenn wir da zünden. Also ich habe sie jetzt nicht ausprobiert. Ich vermute mal, es brennt schon.
Schiess ist ja auch ein mega mentaler Sport. Du hast vorher schon ein bisschen angesprochen über die Verbindung. Gibt es da konkrete Übungen mental, die du in deine Wocheplane einbaust?
Ja, einfach das ganze Autobiografietraining. Also da geht es darum, um sich Sachen vorstellen, Atemtechniker und so.
Also kannst du, weißt du, vielleicht kannst du eine konkrete Übung sagen oder beschreiben, wie die abläuft?
Ich stelle mir eigentlich immer am Ober vor, bevor ich schlafe, den perfekte Schuss. Und tue da ein paar Mal im Kopf spielen, wie sich das anfühlt, Druckstelle, wie ich ziele, wie ich einfahre ins Aufschreiben. Und dann wie ich abdruckte Schuss, wie sich das anfühlt. Muskelspannung, alles.
Ich nehme an, das ist auch etwas, was du die Nervosität in einem Wettkampf senken kannst, wenn du bei dem oben vorher den perfekten Schuss denkst. Aber wie nervös ist man jetzt vor dem Wettkampf? Ist das egal, Welle, oder bist du jetzt von der WM schon noch etwas besonders nervös?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe einfach die extreme Vorfreude auf dem Wettkampf. Und generell an dem Wettkampf bin ich immer gleich nervös.
Und wenn du jetzt mal ein schlechter Schuss abläusst, ist dann das im Wettkampf selber, wenn du dann Modus bist, schon in deinem Kopf oder ist es eher so, egal, next?
Ich möchte das schon etwas. Und dann muss ich mich wieder neu fokussiere. Ich gehe aus dieser Blose, aus dem Fokus etwas raus. Du machst mal Motorenstufen, gehe wieder ein in die Blose, gebe noch ein paar Klickschüsse und dann fahre ich weiter. So dass der Schuss eigentlich nicht vergessen, aber dass man da abschließt, auch eigentlich.
Dass man den Fokus auf den nächsten Schuss leidet und nicht am anderen herum studiert.
Ich meine, gewisse Grundnervosität ist wahrscheinlich auch normal und sich auch gut, dass man den Fokus hat. Wie schaffst du das nachher etwas Positives umzuwandeln vom Gefühl? Hast du so ein Mantra, wo du dir selber bist? Sehst du selber irgendwie etwas?
Eigentlich nicht unbedingt. Ich fokussiere mich einfach auf den nächsten Schuss. Aufsetzt. Den anderen Schuss, da kann ich jetzt nicht ändern. Der ist einfach darum gelaufen. Aber ich kann dich beeinflussen in die Zukunft, also auf den nächsten Schuss.
Das stört auf jeden Fall nach der richtigen Einstellung, auch als Lai, wie ich. Und auch wahrscheinlich etwas, was man in ganz vielen Bereichen im Leben so anwenden kann, wenn einmal etwas nicht gut läuft, dass man es vergessen kann und weiter und schauen kann. Genau. Du hast ursprünglich das KV gemacht und arbeitst jetzt in der Treuhandbranche als Sachbearbeiterin.
Du hast immer einen Artikel, wo wir vor ein paar Monaten bei euch geschrieben haben, angeben, dass du 20 bis 25 Stunden in der Woche trainierst. Und zusätzlich noch 10 Wochen fixe Trainingssuche von dir nebeneinander gust. Das ist schon recht viel, oder?
Nein, ich knappe es nicht, weil das ist jeder der Aufwand, der man muss, sich betreiben für das Kader oder für man die Leistung behalten kann.
Also du bist dich in dem Fall richtig gewöhnt. Gut, du machst es auch schon dein ganze Leben, oder? Wie würdest du denn sagen, dass du aktuell so eine normale Trainingswoche bei daraus aus? Wie oft bist du am Schießen? Wie alt ist dich Suftfit? Was gehört alles dazu?
Also ich habe ein relativ einfaches Wochenprogramm. Ich arbeite um 8. bis um 5 Uhr, jeweils von Mintag bis am Donnerstag. Und am Mittwoch, am Ende oben gehe ich Golf trainieren, am 10. gehe ich ins Fitness. Mittwoch gehe ich in 9 Kurs, Donnerstag gehe ich wieder Golf schießen oder Klicke lieber oder halt.
Dann geht es auch, je nachdem, wie im Sommer, dass ich das ein oder das andere Switch, weil Trainingszeiten anders sind. Fritti gange ich am Morgen wieder morgen bis früher und mittag schießen. Dann gang ich wieder ins Fitness.
Das ist aber schon recht hoertakt, da tun es mir jetzt an. Wenn du jetzt gerade darüber redst, dann merkst du, wird es wahrscheinlich auch bewusst. Fitness, das nehme ich auch Wunder. Trainiert man etwas Spezifisches oder allgemeinliches Fitness?
Ich würde sagen, ich habe Buch, Rocker, Muskulatur, vor allem das trainiert man.
Für was?
Für die Balance? Dass man im Stehen schießt und hier Stabilität hat.
Da habe ich nochmal deine Frage zu den Positionen, das wäre auch spannend. Und du trainierst an viele verschiedene Orte, im Wohnort Salbo, Burbendorf, Zlierstel, im Balztal, das Olte oder Pfeffikon. Und du hast damals im Artikel von uns auch gesagt, Gleikaliberstand könnt es definitiv noch etwas mehr haben im Baselbiet.
Warum fängst du es genau wichtig, dass es die Infrastruktur gibt?
Für mich ist es einfach wichtig, dass ich nicht allzu weit fahren, nicht auf Pafika, nicht auf die Balz, sondern dass ich von meiner Haustür schießen kann. Oder vielleicht eins, zwei, drei Dürfen weiter, wo alles, was ich möchte habe.
Also dein zukünftiger Haus in der Traumvorstellung, Hat eine eigene Schießanlage?
Im Kallo. Ja, im Kallo. Da kann man so überhaupt.
Anstatt der Pool oder so. Das ist doch eine schöne Vorstellung. Jetzt für alle da raus, die sich mit dem Wettkampfschießen nicht auskennen, so wie ich vor diesem Podcast. Es gibt ja grundsätzlich drei verschiedene Positionen im Schießen. Die sogenannte Dreistellung bestehen aus Kniend, Liegend und Stehend.
Deine Paradedisziplin ist um 300 Meter liegend. Was würdest du sagen, sind die grossen Unterschiede von diesen verschiedenen Positionen? Oder anders gefragt, auf was kommt es am meisten drauf an?
Hey, es kommt eigentlich immer aufs gleiche, darauf sauberen Ablauf. Das ist das A und das O. Und dann hat einfach eine andere Körperhaltung, man knündelt man, man liegt man, man steht man. Man hat vielleicht andere Einsatzpunkte, aber der Grundsatz schießen, ist genau das gleiche.
Und warum gefällt dir das Lick am meisten? Oder was findest du dort vielleicht auch am besten dran?
Wenn man extrem nervös ist, hat man die Nervosität am besten unter Kontrolle im Licker, habe ich das Gefühl.
Das kann man schon vorstellen, ja. Und was findest du am schwierigsten? Stehend. Stehend?
Eindeutig.
Aufgrund der Körperspannung?
Es ist nicht unbedingt um Körperspannung, es geht um Balance. Es ist nicht so wie im Lick oder im Knie irgendwie sein, dass man sich immer aufstützen kann in dem Sinn. Dass es hier immer einem hebt oder es quer hebt, respektive. Und dann kann man einfach rund auffahren und den Schuss abdrücken, sondern man muss wirklich oben Balance finden, schön abgehauen, Schuss extrem sauber, auslösen, Balance palten.
Es ist halt viel diffiziler, das Ganze. Es ist nicht, dass du irgendjemand drin lieckst. Oder die kannst drei rein legen, sag es mal so.
Im 300 Meter und jetzt auch an der WM hast du dann 60 Schüsse auf die Ziel schieben, wo du genau eine Stunde Zeit testen führst. Der innere Teil, der sogenannte 10er, wie der Namen schon sagt, 10 Punkte. Und zählt am meisten. Also mathematisch, nicht gut in Mathe, aber wenn man das rechnet, 60 Schüsse, man muss sehen, als Punktemaximum bei 600 Punkte.
So vielmal zum Regelwerk. Du korrigierst mich, falls etwas nicht stimmt. Was mich würde interessieren, ist, wie du diese Stunde eintaust. Geht es in Phasen, wo du merkst, jetzt läuft es gerade gut, jetzt gebe ich gerade mal ein paar aufs Mal ab, also aufs Mal oder schneller hintereinander. Oder hast du wirklich eher einen festen Rhythmus?
Ich habe einen festen Rhythmus. Das ist so, ich stehe immer so packlichweise. Und dann stehen die mit dem Match auf, so eine halbzeit, zwischen Pause. Und dann gehe ich mir kurz holen, etwas trinken, ein bisschen bewegen und auch den Fokus aufmachen, dass man wirklich eine Pause hat. Und dann kommt man wieder rein, also legt man rein.
Und dann kann man wieder den Fokus aufnehmen und dann geht man weiter.
Das heisst, du musst eigentlich nicht die ganze Stunde dort legen. Du kannst ja sagen, ich kann jetzt einen Kaffee trinken und dann komme ich für die letzten Zuschüsse nochmal zurück.
Grob gesagt kann man das schon machen. Aber man muss einfach schnell sein.
Ja, ja. Was würdest du sagen, ist der Rhythmus in Minuten oder in Sekunden zwischen einem Schuss zum anderen?
Ich sage etwa 50 Sekunden, Schuss pro Schuss kann es sein, dass ich etwas länger habe, weil ich nervös bin, aber so vom einen Ablauf, vom Laden, Zielen, Einfahren, also Einfahren, Zielen, Schuss abgehen, nachher schauen, nachher halten. Etwa 50 Sekunden, die wir rüber tun. Vielleicht auch 40, 50 Sekunden hätte ich jetzt gesagt.
Merkst du eigentlich auch den Unterschied von Wettkampfort zu Wettkampfort, so in Bezug auf verschiedene Klimazonen, Temperatur, Luftfeuchtigkeit. Hat das eine Auswirkung auf das Schiffeselbum?
Ja. Ja, eigentlich schon. Wenn es heiß ist, wird man halt tragen, der Puls ist ein bisschen höher. Und das merkt man dann auch mit der Konzentration ein Stück weit. Und wenn es halt extrem kalt ist, dann sitzt man. Dann hat er Halt und es ist dann auch nicht so lustig. Und am besten ist so um die 20 Grad zum Schießen für mich.
Ich habe ihn nicht kalt, ich habe die nicht allzu warm. Es ist einfach angenommen.
Also wird Kairo etwas eine Challenge, oder?
Nein, das ist jemand, was ich geschaut habe in den letzten Tag zwischen 20 und 25. Um die 25 Grad hätte ich jetzt mal gesagt.
Ah ja. Das ist noch heiß oder dort. Okay. Typ top. Wie stört eigentlich Regen wie fest?
Hey, es kommt doch und auf den Stand drauf an. Normalerweise eigentlich nicht. Es kommt darauf an, wie ein Festragen ist. Wenn es so drauf geflicht oder normal regnet, stört es eigentlich nicht. Wenn es dann wirklich ab oder ab, dann ist es einfach müßt, weil man Empfahnung das Zielbild nicht gut gesehen hat, dann kommt noch Nabel dazu und nicht weiss.
Und dann ist das Zielbild halt auch nicht mehr so scharf wie ohne Regen ist. Und das kommt dann auf den Stand rauf, dass der Stand nicht so gut gebaut ist. Und dann hat man einfach so Regenström, also so, wie sehen wir denn, wenn man dort bewassert? So eine Regenstrahl. Wo einfach wie aus dem Wasserhahn rauskommt.
Und einfach da geht, das ist dann auch nicht so angenommen, als Kau sein, dass man vorne dran wie eine Lachen hat voll Wasser. Das ist dann auch nicht so lustig.
Aber auf die Flugbahn selber hat es keinen Einfluss in dem Sinn.
Nicht unbedingt. Es kommt dann auch noch, wenn es Wind der Gucke hat, dann hat es dann schon auf die Flugbahn Einfluss.
Insgesamt bist du aus Schweizer WM Team aus sechs Athletinnen und Athleten, drei Frauen. Du bist nächstes Anja Bachmann-Senti und Martha Sabo selektioniert. Auch aufgrund deinen jüngsten Europacup-Resultats. Wie gross ist eigentlich der Konkurrenzkampf innerhalb des Schweizer Teams?
Das kann ich dir so nicht beantworten, weil ich mich auch nicht so über das Gedanken mache.
Aber nicht auch glücklich, dass du dabei bist.
Ich bin sehr glücklich, dass ich nominiert worden bin. Sehr schön.
Bei diesen ganzen Reisen, du kommst auch immer wieder um, vorwiegend in Europa. Aber hast du ein bisschen Zeit, um etwas anschauen? Jetzt in Ägypten Gurschgotbüro niederschauen, oder?
Ich nicht.
unknown Ich habe nicht.
Ja. Los, es kommt darauf an. Richtig etwas, wo ich anschaue, bin ich jetzt selbst. Ich habe schon in Zagreb Deutschland gesehen. Oder in Eskelstuner, das wäre in Schweden. Dort haben wir auch mal Hals Dorf gesehen. Oder Hals Stadt, wie man damals immer sagt. Dann haben wir auch eine Stadt gesehen, wo wir einfach am Ober gewassen oder so.
Aber jetzt extrem irgendetwas gesehen, habe ich bis jetzt noch nie Sehenswürdigkeit oder so. Wo wir explizit anschauen.
Ihr fällt ja auch hier im Berufsleben und müssten dann wahrscheinlich schnellstmöglich wieder zurückkommen nach dem Wettkampf. Kann ich mir vorstellen.
Ja.
In dein Verbandsprofil steht als Fernseh ganz klar Olympische Spiele. Das Kuriose ist aber, dass du dein grössten Erfolg um 300 Meter verbuchen kannst und genau diese Disziplin ist nicht olympisch. Dort ist aktuell die längste Distanz 50 Meter Dreistellig. Ist das etwas, was du jetzt auch nicht vom Märkte wirst machen mit Fokus auf Olympischen Spielen?
Vielleicht L28?
Das ist einfach mein kompletter Traum und es wäre mega cool, dass ich dort gehen könnte.
Aber wirst du das jetzt auch auf das trainieren?
Ich tue immer 50 Meter trainieren. Man tut sehr selten 300 Meter trainieren. Man tut vor allem Luftbeer und Klicka Liber trainieren. Das wird 10 Meter und 50 Meter. Ich schieße noch mal 300 Meter an den Wettkampf in diesen Trainingslagen, die du gesagt hast. Aber dort kann es auch sein, dass man die Hälfte der Woche Klickaliber trainiert und die Hälfte der Woche 300 Meter.
Es ist nicht so, dass ich jetzt nochmal 300 Meter schieße. Baut 300 Meter auf dem Klickaliber auf, also auf 50 Meter.
Spannend. Auch eine spannende Frage, wo man nicht genau so weiss, wie man sich stellen soll, ist der finanzielle Aspekt ganz direkt. Was schaut am Ende eines Wettkampfs für dich raus, ohne dass du jetzt einen Betrag mussten. Aber ist es eher so, du verdienst noch etwas damit oder ist es ein bisschen kostendeckend fürs Reisen?
Nein, überhaupt man verdient außer dem Europagup-Finale nichts. Man kommt Medaillen üben, vielleicht kommt man noch einen Blumenstuß oder als Maskott kleinen oder schon irgendetwas oben. Aber finanziell schaut da nichts raus.
Schade. Das ist schade in all diesen Sportarten, habe ich das Gefühl, also in vielen Leidern. Aber du machst es ja als Leidenschaft. Das ist das Wichtigste. Hey, kommen wir doch im allerletzten Teil noch etwas, auf dich als Privatmensch drauf zu sprechen. Einiges haben wir schon mitbekommen über dich, auch dass du neist, zum Beispiel in der Frezeit oder gerne Skifahrst du gelesen auf der Webseite.
Was machst du gerne, wenn du jetzt so eine Fräse, sagen wir mal, eine Wettkampf-Fresse Woche nennt hast? Wie würdest du das gestalten?
Ich schlau zuerst mal los.
Wie lange?
Ich sage neue Zahni einfach mal.
Was das gut jetzt aber noch? Da kennen ja andere Leute.
Ja, wenn ich mir mal gerne an die Neumaschine setze, mache mein Projekt weiter, das ich so am Neuen bin, dann lese ich auch einmal ein gutes Buch, scheige einen guten Film, gehe mit der Kollegin oder mit der Kollegen raus. Und du etwas essen oder mache ganz mit dem Kollegen oder mit der Kollegin ab. Das kommt drauf an, auf was ich gerade Lust habe.
Was ist dein aktuelles Neue-Projekt?
Ein T-Shirt.
Für dich selber?
Ja.
Mega cool. Dann habe ich auch respektieren, Leute, die so mit Handarbeit und so zu können, habe ich leider auch zu einer linken Hand. Hey, wir sind schon im Moment, Jahr, sehe ich gerade. Du hast es geschafft. Erste Podcast, wusste für dich.
Hey, mega cool.
Ich muss sagen, es war sehr spannend, so etwas Einblick bekommen in die Welt des Schießen. Jetzt habe ich fast Lust, mein eigenes Sturm auseinandernehmen und zusammenzubauen. Spass? Nein, das würde ich nicht machen. Ich hoffe, dass ihr dort einen spannenden Eindruck der Michel bekommen habt. Wir werden dich und deine Resultate an der WM gespannt verfolgen und euch über deinen jüngsten Resultat und News und euch über die jüngsten News aus Ägypten auf dem Laufenden Palten.
Danke vielmals fürs Zuschauen. Wenn es euch gefallen hat, lasst euch gerne eine Bewertung tun. Ich verabschiede mich an dieser Stelle. Michel, schön bist du. Das letzte Wort hört dir und du schulst mir noch eine Song auswahl.
Ich wünsche mir es liegt, Shake It Off for Taylor Swift.
Das nehmen wir. Perfekt. Jetzt habe ich das letzte Woche, jetzt musst du nochmal etwas sagen.
Tschüss zusammen.