Die Buch. Der feministische Buchpodcast

161 Austen Nerds! Ist "Sinn und Sinnlichkeit" der beste, neue Jane Austen-Film?

Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 19 min

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Shownotes

Elinor hat "oldest daughter syndrome". Sie ist verantwortungsvoll, rational und überkorrekt, auch um nach dem Tod ihres Vaters die Familie zusammenzuhalten. Marianne ist die jüngere, impulsive Schwester, die von großer Liebe träumt und keine Hemmungen kennt. Im Lauf des Romans "Sense and Sensibility" lernen beide Schwestern die Extreme zurückzulassen und sowohl Verstand und Gefühl zu vereinen.

In der neuen Verfilmung von Jane Austens "Sense and Sensibility" gewinnt die etwas steife Geschichte, die eher zu Austens Frühwerken gezählt wird, an Tiefe, Emotionalität und Atmosphäre. Der Film von Georgia Oakley (Regie), mit Daisy Edgar-Jones und Esmé Creed-Miles in den Hauptrollen, ist damit mehr als eine würdige Adaption des Klassikers - er ist vielleicht sogar einer der besten Austen-Filme der letzten Jahre.
Der nächste Live-Podcast bei der diesjährigen Buch Wien steht an! Am 26.11.2026 um 14 Uhr interviewe ich die Bachmannpreisträgerin Sharon Dudoa Otoo zu ihrem neuen Buch "So, in etwa, ist es geschehen". Alle Infos zur Veranstaltung findet ihr hier: buchwien.at/programm/die-buch-der-feministisch… (buchwien.at/programm/die-buch-der-feministisch…)

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Hallo und herzlich willkommen bei Die Buch, der feministische Buch-Podcast. Mit mir, Julia Ritter. Die Buch ist ein Podcast über Bücher von Frauen, für Bücherwürmer und Lesefaule, für FeministInnen und alle, die es noch werden wollen. Herzlich willkommen bei Austin Nerds, der Rubrik, in der ich euch nerdige Dinge über Jane Austen erzähle.

Wie viele von euch wissen, bin ich ja großer Jane Austen Fan und seit ich den Podcast alleine weiterführe, habe ich mir Gedanken gemacht darüber, wie ich Jane Austen in den Podcast integrieren möchte. Der Grund dafür ist, es ist die Autorin, mit der ich mich am besten auskenne, die ich auch am liebsten mag. Also es ist meine absolute Lieblingsautorin.

Aus dem Grund habe ich mir gedacht, dass ich in kurzen Folgen über Dinge spreche, die mich an Jane Austen begeistern und faszinieren. Anlass und Auslöser dafür ist jetzt aktuell, dass diesen Herbst und Winter sehr viele neue Jane Austen-Verfilmungen rauskommen. Ganz aktuell ist Sense and Sensibility, eine Netflix-Serie von Pride and Prejudice, wird auch rauskommen.

Und dann gibt es natürlich noch ein Christmas-Special von The Other Bennett Sister. Das ist ein Retelling von Stolz und Vorurteil, Pride and Prejudice, Aussicht von einer der Schwestern, Mary Bennett. Eine Serie, die auch richtig cool ist, kann ich euch sehr empfehlen. Ich habe mal eine kleine Umfrage gemacht in meiner Die Buch Community, aber auch in meinem Channel auf Insta, wo wir uns über Jane Austen Dinge austauschen.

Und raus kam tatsächlich, dass manche von euch, die sich für Jane Austen interessieren, gerne so ein Format hätten, wo es ein bisschen um, ich sage mal, nerdige Details geht, was mich sehr überrascht hat eigentlich. Ich hoffe, dass ich euch in den zukünftigen Folgen jeweils kleine Dinge mitgeben kann, die mir Spaß machen an Jane Austen, die aber auch eure Leseerfahrung bereichern können.

Also wenn ihr Jane Austen lest oder wieder lest, hoffe ich, dass ihr vielleicht mit einem bisschen anderen Blick auf die Texte schaut oder dass ihr, wenn ihr gewisse Stellen lest. Ja, ein bisschen noch eine Zusatzinfo habt oder nochmal mit einem anderen Blick, auf die Bücher oder die Stellen schaut. Deswegen, ja, habe ich mir gedacht, ich starte das jetzt einfach mal und werde das so in, wie gesagt, kurzen Folgen so immer wieder mal reinstreuen, wenn es passt.

Heute ist tatsächlich natürlich ein bisschen länger, weil ein bisschen Housekeeping, auch noch Thema ist und Teil davon. Aber in Zukunft möchte ich da relativ schnell in Medias Res gehen und dann mir irgendein Thema, ein kleines Detail oder auch eine Textstelle rausgreifen, zu der ich euch was erzähle, zu der ich mir sozusagen Gedanken mache.

Ja, und heute möchte ich über die neue Sense & Sensibility-Verfilmung sprechen, die jetzt gerade in den Kinos ist. Ich habe es mir gestern angeschaut und es wird hier Spoiler geben, sage ich gleich mal. Ich finde, dass man Bücher oder Filme in dem Fall auch nur intensiv besprechen kann, weil man auch über das Ende spricht.

Also ich gebe ja nicht nur Buchtipps oder so in diesem Podcast, sondern ich möchte das ja wirklich auch in der Tiefe besprechen. Und außerdem finde ich, dass bei Büchern, die 200 plus Jahre alt sind, irgendwann der Spoiler-Alert verfällt. Also ich finde, ab irgendeinem Punkt, ist es dann leider einfach so, dass man weiß, worum es geht und auch wie die Geschichte endet.

Ja, also Sense and Sensibility, neue Verfilmung. Ich war, ich will nicht sagen skeptisch, aber ich war vorsichtig, als ich reingegangen bin. Ich habe ein paar Dinge gesehen davor, wo ich mir dachte, weiß nicht, ob mir das so gefallen würde, aber ich schaue es mir mal an, ich bin offen. Und ich muss sagen, meine Erwartungen, also ich habe mir auf keinen Fall so viel erwartet. Ich finde, es war so eine gute Verfilmung.

Ich finde, es ist wirklich für mich einer der besten Jane Austen-Verfilmungen. Sowieso die beste Sense & Sensibility-Verfilmung. Also ich bin jetzt auch kein großer Fan von der Ang Lee-Verfilmung aus den 90er Jahren mit Emma Thompson und Alan Rickman. Dann erzähle ich euch gerne auch nochmal genauer warum.

Aber ich finde, der Film war extrem gut gelungen. Ich finde, das Casting war super. Ich finde, es hat dem Buch oder es hat der Geschichte etwas gegeben, das das Buch nicht so hat und zwar diese Atmosphäre. Also man hatte wirklich das Gefühl, der Film atmet richtig. Es waren unglaublich schöne Natureinstellungen, Bilder.

Es hatte wirklich eine Emotionalität und eine Tiefe und eine Schönheit einfach, die ich so nicht erwartet habe. Für alle, die die Geschichte nicht kennen, es geht bei Sense & Sensibility um zwei Schwestern, Elena und Marianne. Sie sind beide Teenager, Elena ist 19, Marianne ist so 17 und sie sind sehr unterschiedlich.

Also Elena ist jemand, die typische älteste Tochter. Also wenn ihr auf Social Media unterwegs seid, kennt ihr vielleicht dieses Eldest Daughter Syndrome. Also das sind oft die Älteren, die Erstgeborenen, die sehr viel Verantwortung übernehmen, die auch ein bisschen so die Rolle der Eltern teilweise übernehmen.

Man sieht das auch in der Geschichte sehr gut, warum das notwendig ist. Elenas Mutter ist auch sehr gefühlsbetont, sehr emotional und Elena muss für alle so ein bisschen die Starke sein, die Rationale, die die harten Entscheidungen trifft und die so ein bisschen den Kopf aus den Wolken nimmt. Und dadurch ist aber auch ihr Problem, dass sie sich schwer tut, Gefühle zu zeigen.

Und im Gegensatz dazu ist ihre jüngere Schwester Marianne extrem gefühlsbetont, impulsiv. Sie zeigt einfach alles und kann auf keine Weise irgendetwas zurückhalten, was manchmal halt leider auch besser wäre. Und im Laufe der Geschichte geht es eigentlich darum, dass diese Schwestern beide von diesen Extremen ein bisschen wegfinden, mehr zu einer Mitte und zu einer Ausgeglichenheit, wo Elena lernt, ihre Gefühle zuzulassen und zu zeigen.

Und Marianne lernt, dass nicht alles nur impulsiv und groß sein muss, dass es auch irgendwie die kleinen Dinge sind, die schön sind am Leben. Und ich finde, das hat der Film wirklich sehr, sehr gut gezeigt. Einerseits durch das Casting. Ich finde, beide waren richtig gut gecastet. Daisy Edgar-Jones, finde ich, ist perfekt für diese Rolle.

Sie hat es auch richtig gut gemacht und hat sich auch der Herausforderung gut gestellt, die, glaube ich, Elena bedeutet. Dadurch, dass sie ihre Gefühle nicht zeigt, kann es vielleicht passieren, dass sie so ein bisschen steif wirkt oder ich kann mir vorstellen, dass das auch für eine Schauspielerin nicht leicht ist, jemanden zu spielen, die so verhalten ist eigentlich.

Ich finde aber, dass sie das gut gemacht hat und dass wir trotzdem auch die Emotionalität von Elena gesehen haben, trotzdem sie ja einfach weiß, was sich gehört und sehr auch einfach sehr viel Verantwortung trägt und das finde ich war schön gelöst. Ich finde auch, dass die Schauspielerin von Marianne.

Ja, sie hat so ein bisschen diesen Grunge-Teenage-Vibe für mich gehabt. Es hat teilweise sehr modern gewirkt. Gleichzeitig fand ich, war es auch passend. Also sie war wie so ein Teenager, die sich halt heute kann, oder als wir jung waren in den 2000ern, hätte sie sich wahrscheinlich einen ganz dunklen Liedstrich geschminkt und so und hätte irgendwie, Alternative Rock gehört oder ich weiß nicht was.

Und alles wäre sehr düster und dramatisch gewesen. Und das, finde ich, kam sehr gut rüber. und war irgendwie sehr nachvollziehbar und hat auch wirklich oft zum Schmunzeln angeregt. Es ist schon ein emotionaler Film, auch ein trauriger Film, aber es gab auch doch durchaus komische, witzige Momente, die einfach durch Situationscomic entstehen.

Genau, ich fand auch, dass der Film, und das fand ich richtig gut daran, einige Dinge fixt, die im Buch, finde ich, so ein bisschen komisch sind, oder ich finde nicht komisch, aber die so ein bisschen Schwächen des Buches sind. Das eine ist, dass Elena begegnet Edward Ferris, in den sie sich verliebt.

Es stellt sich dann aber heraus, Achtung, Spoiler Alert, dass sie, dass Edward bereits verlobt ist. Geheim. Wir erfahren eigentlich nicht so recht, wie Elena und Edward sich kennenlernen im Buch. Es heißt einfach... Sie haben sozusagen eine Neigung zueinander entwickelt oder Elena entwickelt eine Neigung zu ihm und bei ihm weiß man nicht so ganz, also Elena ist sich nicht so ganz sicher, was er für sie empfindet.

Manchmal wirkt es so, als wäre er wirklich begeistert von ihr und manchmal wirkt es so, als würde er das eigentlich eher als Freundschaft sehen. Und das wird uns aber nur erzählt, das sehen wir nicht im Buch, wie das passiert. Und der Film macht das, finde ich, sehr gut, dass er uns da teilhaben lässt und wirklich die Chemie auch zwischen den beiden uns erleben lässt und diese gemeinsamen Momente, auf denen dann eigentlich diese Liebesgeschichte basiert.

Und es ist ein bisschen auch notwendig, glaube ich, für diese Geschichte zu verstehen, warum Eleanor denn so an ihm hängt. Das fühlen wir, glaube ich, oder ging mir zumindest so, dass ich das im Buch einfach nie so ganz gefühlt habe, weil ich nicht so ganz gesehen habe, wie die beiden tatsächlich zueinander finden.

Und der Film korrigiert das, macht das wirklich extrem schön, es ist richtig schön inszeniert, schön anzuschauen miteinander und man hat wirklich das Gefühl, da ist eine gute Chemie zwischen ihnen. Und das ist ja dann auch sozusagen die lange Reise von Elena, wie sie dann damit umgeht, wie sich diese Geschichte dann weiterentwickelt und da braucht es schon sozusagen auch so ein bisschen Romance am Anfang.

Und die zweite Sache, die finde ich sehr gut gelungen ist und die auch im Buch so ein bisschen komisch daherkommt, finde ich, ist, dass Marianne, die ja so übermäßig gefühlsbetont ist und auch so große Ideale von Liebe hat, Sie wird ja dann recht enttäuscht von einem Mann namens Willoughby, der auf den ersten Blick wie ihr absoluter Traummann wirkt und dann merkt sie, also dann im Prinzip kann er sich nicht committen, sucht eigentlich eine Frau mit mehr Geld und lässt sie im Regen stehen und für sie ist es eine große Enttäuschung und sie wird dann auch krank und wird dadurch nach dieser Krankheit eigentlich sehr reformiert und kommt dann eigentlich sehr verändert zurück.

Und im Buch und auch, finde ich, so in den anderen Verfilmungen hat man dann immer das Gefühl, dass sie so ein bisschen sich selber verloren hat, was ein bisschen schade ist, weil klar ist sie halt einfach gereift auch durch diese Erfahrung, aber, das Gefühl, dass sie einfach, ihre Prinzipien und ihre Träume und Wünsche aufgeben musste, dann im Laufe der Geschichte, das finde ich eigentlich, fand ich immer ein bisschen schade.

Und in dieser Verfilmung, finde ich, gelingt das sehr gut, dass man sieht. Ja, sie bleibt sich bis zum gewissen Grad einfach auch treu und reift aber trotzdem. Und im Buch ist es ja dann so, dass sie verheiratet wird mit Colonel Brandon, der am Anfang so ein bisschen ein langweiliger Typ ist. Er ist auch einiges älter als sie, also er ist so 35, glaube ich, also Mitte 30 jedenfalls.

Und das wirkt immer auch in den anderen Verfilmungen ein bisschen so, als würde sie da sich halt mit was abfinden, was halt irgendwie eh okay ist, aber man versteht und fühlt, finde ich, nicht so ganz, dass das wirklich auch eine gute Entwicklung für sie ist. Und in der neuen Verfilmung, finde ich, gelingt das sehr gut zu zeigen, dass sie einfach in ihm etwas erkennt, das, ihr sehr zusagt, aber dass sie einfach lernt, einen zweiten Blick auf jemanden zu werfen und jemanden eine Chance zu geben, auch wenn er auf den ersten Blick nicht ganz ihrem Ideal entsprochen hat.

Aber dass darunter ganz viel steckt, das ihr sehr gut gefällt, das finde ich war in dem Film wirklich gut sichtbar und gut gelöst. Auch, dass am Schluss, und jetzt noch mal ein kleiner Spoiler für den Film, es endet dann nicht mit ihrer Hochzeit, also mit der Hochzeit von Marianne und Brandon, sondern es endet damit, dass sie so ein bisschen den Ausblick darauf geben, ja, das könnte was werden und.

Sie kann sich das vorstellen, sie schaut sich das an, aber das ist jetzt kein sofortiges Happy End, sondern das ist eher etwas, was Zeit braucht. Und das fand ich auch sehr gut gelöst, weil diese sehr schnelle Verwandlung, Veränderung und dann gleich eine Ehe mit jemandem, den sie vorher gar nicht, interessant fand, das war immer ein bisschen abrupt.

Und so, finde ich, hat man das Gefühl, sie nimmt sich jetzt Zeit, wirklich ihn kennenzulernen. Und das ist ja auch ein ziemliches Gegenteil zu dem, was mit Willoughby passiert ist. Das heißt, das war auch sehr schön gelöst. Und letztendlich wollte ich noch eine Sache sagen, die ich auch sozusagen von der Inszenierung her schön fand.

Ich habe ja schon gesagt am Anfang, dass es darum geht, dass diese beiden Schwestern, sehr in ihren Extremen sind am Anfang und dann zu einer Mitte finden, einer Balance finden, wie sie beide denken. Ein bisschen Verstand oder ein bisschen Gefühl verbinden können. Und das hat man im Film auch bildlich schön gesehen.

Der Film beginnt mit einer Sequenz, in der Marianne so durch die Felder und Wälder läuft und sie wird sehr oft gezeigt draußen im Wald, im Feld und so weiter, was eben auch so ihre Freiheit, Gefühlsbetontheit und so zeigt. Während Elena sehr oft in Innenrahmen gezeigt wird, also mit ihrer Mutter sitzend, Briefe schreiben und so.

Natürlich auch sehr, meistens irgendwie eher zugeknöpft und hochgeschlossen. Und am Ende ist es dann so, dass Elena erstens mal schon ein bisschen sozusagen auch von der Kleidung sich das sozusagen ein bisschen aufgelöst hat. Also nicht die Kleidung hat sich aufgelöst, sondern diese hochgeknöpfte, hochgeschlossene, perfekte Elena hat sich so ein bisschen so gelockert.

Ich meine, das ist eher eine klassische Art und Weise, wie KostümbildnerInnen zeigen, dass sich jemand verändert und entwickelt, indem sie sozusagen die hochgeschlossene Kleidung ein bisschen legerer gestalten. Das einerseits, aber was ich auch schön fand, war, dass Elena dann wirklich aus dem Haus ausbricht, so ein bisschen.

Also sie läuft dann nach draußen, als sie versteht, again, Spoiler, dass Edward eigentlich doch nicht verlobt ist, also dass das Verlöbnis aufgelöst ist, dass sie jetzt eigentlich frei ist, ihn zu heiraten. Und als sie das merkt, läuft sie aus dem Haus hinaus und es gibt dann so ein bisschen eine Parallele, zu den Einstellungen, zu den Sequenzen am Anfang, wo sie dann auch sozusagen so durch die Natur läuft, auch mit ihrem Kleid, das sich sozusagen so ein bisschen legerer auch mittlerweile gestaltet und.

Dass sie dann sozusagen auch in den, ihre Gefühle dann natürlich auch ausdrückt und zeigt. Und ja, das fand ich einfach sehr, sehr schön, wie das aufgelöst und gezeigt wird. Ja, es gab auch ein paar Kleinigkeiten, wirklich aber nur Kleinigkeiten, die ich nicht gut fand. Mir hat zum Beispiel nicht getaugt, wie die Tänze choreografiert waren.

Ich finde, das hat sehr nach kreativer, moderner Umgestaltung und Neuinterpretation ausgeschaut. Das war mir ein bisschen too much. Aber das, wie gesagt, ist ein kleines Detail. Ich fand auch, dass Willoughby jetzt nicht so gut besetzt war. Mir einfach persönlich habe ich das irgendwie nicht so gefühlt, aber war auch in Ordnung grundsätzlich.

Und ja, und dann gab es noch eine Kleinigkeit, die, finde ich, auch ein bisschen anders gelöst werden hätte können. Und zwar das Problem, das Elena und Edward ja haben, ist, dass Edward einer anderen Frau ein Eheversprechen gegeben hat. Also er hat ihr sozusagen, die hat um ihre Hand angehalten. Und ja.

Er kann dieses Verliebnis nicht auflösen, weil er rechtlich gebunden ist an dieses Versprechen. Und das wäre wirklich Vertragsbruch gewesen, wenn er das gemacht hätte. Es kann nur die Frau auflösen. Das kam aber nicht so wirklich raus. Man hatte eher das Gefühl, dass er das aus Tugendhaftigkeit oder so, weil er einfach zu seinem Wort steht, macht.

Und das finde ich dann ein bisschen, also es gibt ein Gespräch dann zwischen ihm und Elena, wo er sagt, Ich kann dieses Verlöbnis ja auch auflösen. Und Elena sagt, nein, weil ich schätze das so an dir, dass du so aufrecht bist und dass du zu deinem Wort stehst. Und da würdest du dich ja selbst verraten.

Und ich finde, es wäre schon möglich gewesen, das zu erklären, dass er das tatsächlich einfach nicht konnte, dass es aufzulösen keine Option war. Aber ich gehe davon aus, dass das auch ein Versuch war, ihn als Person irgendwie noch mehr zu charakterisieren und auch zu zeigen, was Elena so an ihm schätzt.

Was ich auch verstehen kann. Aber es war so ein bisschen klammlich, weil man sich so ein bisschen denkt, okay, aber warum macht er das dann nicht einfach so, wenn er Elena liebt, dann warum nicht? Genau, das hätte man, finde ich, nochmal ein bisschen anders lösen können. Aber wie gesagt, auch ein winziges Detail und das ist wirklich alles, was ich daran auszusetzen habe.

Ich ende jetzt hier, mache mal einen Schlussstrich. Wenn ihr in Zukunft auch wieder solche Folgen hören wollt, die so ein bisschen reingestreut werden zu Jane Austen-Themen, schreibt es mir gerne. Wenn es Themen gibt, die euch interessieren, schreibt es mir das gerne auch an plaudern.at. die Buch.at.

Wenn ihr euch interessiert dafür, welche anderen Verfilmungen ich gut oder schlecht finde, wenn ihr euch zum Beispiel dafür interessiert, was meine Probleme mit der Emma Thompson Version sind, dann schreibt mir das gerne. Und ja, ich werde auf alle Fälle wieder mal so eine Folge machen und hoffe, dass ihr, ja, dass euch diese Folgen auch gefallen.

Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Das war Die Buch, der feministische Buchpodcast. Wenn ihr Teil der Die Buch-Community werden wollt, schaut vorbei auf steady.page slash die Buchpodcast. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert und bewertet den Podcast. Schickt die Folge an FreundInnen, Familienmitglieder, KollegInnen und wer euch sonst noch einfällt.

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