
einfach kompliziert!· Folge 5
Der totale Roman. Leo Tolstoys Krieg und Frieden
Samstag, 3. Oktober 2026 · 56 min
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Shownotes
Heute ist bei Philipp und Thomas alles big: Einer der besten Romane aller Zeiten, über tausend Seiten, hunderte von Figuren, umfangreiche geschichtsphilosophische Passagen und eine jahrzehntelange Entstehung, die es in sich hat. Viele der Szenen aus dem Opus sind in das kollektive Gedächtnis eingegangen und es gibt nicht wenige, die behaupten, man könne Russland ohne Kenntnis dieses Romans nicht verstehen.
Was macht diesen Roman über Russland zur Zeit der Napoleonischen Kriege so unwiderstehlich und unvergesslich? Und warum ist das Buch trotzdem unbedingt lesenswert, auch wenn es hunderte von Seiten gibt, durch die sich so mancher Leser quälen wird? Und welchen Anteil an diesem Riesenwerk hat eigentlich Sofja Tolstoi? Allein die Geschichte der tragischen Ehe Sofjas und Leos wäre ein Roman hinter dem Roman.
Bücher zum Thema:
Grob, Thomas: Die Unberechenbarkeit des Lebens – und des Romans. Krieg und Frieden in der Urfassung. In: Tolstoi, Leo: Krieg und Frieden. Die Urfassung. Aus dem Russischen von Dorothea Trottenburg. Frankfurt am Main 2010
Keller, Ursula / Sharandak, Natalja: Sofja Andrejewna Tolstoja. Ein Leben an der Seite Tolstojs. Frankfurt am Main und Leipzig 2009
Tolstoi, Leo N.: Krieg und Frieden. Aus dem Russischen von Marianne Kegel. Düsseldorf 2002
Tolstoi, Lew: Krieg und Frieden. Neu übersetzt von Barbara Conrad. München 2010
Wedel, Ernst: Die Entstehungsgeschichte von L.M. Tolstojs „Krieg und Frieden“. Wiesbaden 1961
Kathryn B. Feuer: Tolstoy and the Genesis of "War and Peace". Cornell University Press 1996
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Einfach kompliziert, einfach kompliziert. Man hat von ihnen schon mal gehört, sie vielleicht sogar im Regal stehen oder könnte sie zumindest innerhalb von Sekunden runterladen. Mahlers neunte Symphonie Marcel Proust auf der Suche nach der verlorenen Zeit Ludwig van Beethoven's Mr. Solemnis Die Romane von Haimito von Doderer und Robert Musil die Werke von Arnold Schönberg und Karl-Heinz Stockhausen.
Aber man schreckt vor ihnen zurück. Zu schwierig zu lang Auf jeden Fall zu lange her. Ich bin Philipp von Steinecker Dirigent & Cellist Und ich bin Thomas von Steinerker Schriftsteller und Filmemacher. Wir sind Cousins, und seit unserer Kindheit diskutieren wir manchmal auch sehr kontrovers über die Werke aus Literatur und Musik, die uns begeistern und beschäftigen.
In unserem Podcast reden wir in jeder Folge über ein Werk das landläufig als sperrig gilt aber an dessen Relevanz wir glauben oder doch zumindest einer von uns denn daran sind wir uns einig. Das komplizierte wird einfach wenn man dafür brennt An welches Wort denkst du? bei dem Roman Krieg und Frieden?
Bei dem Roman Krik und Friede denke ich an das Wort alles. Das ist tatsächlich ein Buch, was für mich alles enthält, was Literatur-und Menschsein zu bieten hat. Ich bin mir bewusst, dass die Latte jetzt sehr hoch hänge aber es ist wirklich... für mich vielleicht das Buch der Bücher, könnte man sagen.
Wobei ist interessanterweise nicht... Also die Schwächen sind offensichtlich und trotzdem hat es etwas wo ich als Schriftsteller sagen würde deswegen liest man. Und deswegen lizt man Romane überhaupt. Das wird der Roman schlechthin also es natürlich lürig ist wieder was anders Drama auch. aber Als Roman ist das für mich die Art von Roman als eine Art immersives Erlebnis, also ein Erlebnis mit allen Sinnen in dass ich komplett eintauche wie es mir ganz naiv als Leser immer erträume.
Wie ist das bei dir? Bist du ähnlich euphorisch gestimmt? Ja, das ist toll. Das wäre ja so ganz mein Ton. Ehrlich gesagt bei mir ist es meine erste Assoziation ich muss hier ehrlich sein ist noch banaler als bei Boris Gotov. Ich denke einfach nur dick! Also meine Eltern hatten eine alte Goldman Taschenbuchausgabe im Schrank stehen und es war einfach bei Weiten das dickste Buch im Schrank.
weshalb auch dass sehr früh gelesen habe weil ich halt in prätenzöser vor Pubertät beweisen wollte, dass ich irgendwie das längste Buch im Schrank lesen konnte. Eigentlich war es bei mir öfter so, dass sich Sachen toll finden wollte weil die als zu schwierig galten. Da habe ich mir eigentlich viele Sachen eröffnet.
also da hab' ich das zum ersten Mal gelesen und dann habe ich's tatsächlich noch zweimal gelesen Und ich habe jetzt auch noch wieder reingelesen Ich habe mich auch sofort wieder festgelesen und konnte das sofort wieder nicht aus der Hand legen. Ich weiß genau, was du meinst? Es ist so eine Welt die sich da öffnet in der man sich sofort zurechtfinden möchte und in der Man gerne ist.
und diese Personen mit allen ihren Komplexitäten, die wachsen einem so ans Herz wie... Ja, das ist ... Wie echte Menschen! Wie Cousins oder so. Die man schon immer kennt, die man schon Immer mag und die einen so durchs Leben begleiten. Das ist wirklich was ganz, ganz Tolles, das stimmt! Wie macht er das?
Ja, das ist natürlich für mich als Zwerger-Kollegen von Tolstee auch so... Die Frage wenn ich das Buch lese wie schafft der das eigentlich? Und dass es eigentlich das Faszinierende vielleicht kann man da auch eine Brücke schlagen zu jemanden wie Verdi oder so, wenn man sich mal die Melodien anschaut, die einem nicht aus dem Ohr gehen und die so genial sind und man schaut sie sich im Detail an Und dann sind das irgendwie vier Töne in Inzidur, die aber die Welt sind.
Und bei Tolstoy ... Ich kann kein Russisch muss ich dazu sagen? Ich habe jetzt drei verschiedene Übersetzungen also zumindest irgendwie reingeschaut und auch mal verglichen. Aber also ich meine mir das Urteil bildend zu dürfen dass es dann doch und das ist das Erstaunliche und das Parallele zu jemandem wie Verdi Alles sehr simpel ist.
Also das ist, wie man so sagt, parataktisch also Hauptsätze. Es verliert sich nicht große Nebensätzen wie vielleicht jemand wie Musil oder so. ja es sind nicht komplizierte Sätze. Thomas Mann. und wenn man sich dann die Stellen anschaut, die ein irgendwie besonders ergreifen... Dann sind das alles sehr in einer sehr einfachen Sprache auch.
also vermeidet eigentlich so fremdwörter und große impressionistische gefühls. Beschreibungen oder so. es ist alles sehr, sehr einfach und trotzdem wahnsinnig. Effektvoll und präzise. Präziese und reich, ich weiß nicht... Das ist das Rätsel eigentlich wie er das schafft dass man da diesen Figuren so derart nahe kommt.
also wir reden hier um ein bisschen mein Germanistisches Studium oder Literaturwissenschaftliches Studium doch noch zu nützen was mir die irgendwas in jedem wirklich geholfen hat. aber da is es ganz nützlich weil wir reden über die Epoche des Realismus ja? Also Tolstoy ist so der realistische Auto per se und wenn man ihn jetzt vergleicht mit anderen Autoren aus der Zeit.
Franzosen ein bisschen früher, Stondal... Flaubert? Ja, bei Sack. Deutsche ein bisschen später von Tane vor allem. Wer mir ihnen da vergleicht hat er das ist vielleicht das Auffallende die Franzosen immer ein bisschen ironisch auch zynisch sarkastisch sowas leicht karikaturhaftes auch Fontane ein bisschen sehr idealisierend und dadurch wirkt es dann auch weniger stark, weil's weniger glaubhaft ist.
Und ich glaube das Glaubhafte in jeder Facette spielt bei Tolster so eine große Rolle. Du kannst diesen Figuren so glauben! Es ist eine Art von Realismus die aber auch nicht dieses Zunahe hat was dann in der Epoche danach kam im Naturalismus dass du dann auch so die bisschen grauslichen ekligen Sachen Ausstells und den Dreck usw.
gerade bei diesen Schlachtenszenen, um die es da geht. wir werden gleich die Geschichte natürlich beschreiben in zwei drei Worten. ja wer? die versuchen natürlich groß das besonders auszustellen dass das Erweidet sich aber gar nicht in diesen Buchbarkeiten. Aber er schafft es eine absolut glaubhafte Welt Und vor allem Figuren zu zu schaffen.
Das ist für mich ein großes Wunder muss ich sagen. Also bei Tolstoy denke ich halt auch immer, ich muss das doch noch schaffen russisch zu lernen. Ja es kann doch nicht sein dass man diese Romane so liebt und dann im Grunde die auch die Idiomatik von diesen Personen irgendwie gar nicht. ja das also vielleicht müssen wir mal ein Retreat machen Und gemeinsam Russisch lahmen, das wär's doch.
Krieg und Frieden! Anhand von Krieg-und-Frieden? Ja, ja... Ich sehe, diesen Roman wird ja wahnsinnig viel auch gesprochen. also es ist ja glaube ich hier dialogische Literatur. vielleicht hängt es auch damit zusammen dass diese Menschen sich immer äußern. trotzdem er benutzt ja auch so inneren Monolog und es gibt auch Schlachtenbeschreibungen Landschaftsbeschrei Es gibt schon... Er fährt schon die ganze Palette auf.
irgendwie Er kann sehr sehr viel. Ich meine, wir können nachher auch davon sprechen was er nicht so gut kann. Ich würde sagen geschichtsphilosophische Überlegungen sind jetzt nicht die allererste Stärke von ihm aber das Handwerk des Romossiers angeht du hast es aufgezählt Landschaftsbeschreibung Schlachten Beschreibung innere psychologische Vorgänge wie Du sagtest Dialoge und Dialoges in wirklich.
Ich rede aus Erfahrung. Als ich angefangen habe zu schreiben, hab' ich nie Dialoge geschrieben weil es wirklich sakrisch schwer ist. Es ist so schwer gute DialoGE zu schreiben die nicht gestellzt wirken und nicht zu realistisch da so einen Zwischenton zu finden. Und das kann ja auch so unglaublich gut!
Also wir werden darauf noch kommen. aber hier passt es gerade. der Roman beginnt auf einer Soirée sehr langes erstes Kapitel Das im Grunde ausschließlich Dialog ist zwischen verschiedensten Menschen, die wir da kennenlernen und so langsam in das Personal reinkommen. Diese Szene dieses Kapitel hat er ich glaube fünfzehnmal geschrieben.
also auch er hat daran wahrscheinlich zu knabbern gehabt an diesem Problem aber das schmälert ja überhaupt nicht das was er dann damit erreicht. Also darauf werden wir auch noch zu sprechen kommen. ähnlich wie bei der letzten Folge bei Musorgsky gibt es viele Fassungen des Romans und bis heute weiß man auch nicht, welch jetzt eigentlich so die Fassung letzter Hand ist.
Aber das ist auch absolut faszinierend. Das war mir auch nicht klar, dass hast du mir eigentlich jetzt in der Vorbereitung mich darauf hingewiesen? Und da habe ich noch ganz viel entdeckt. und kompliziert weil wir ja das immer irgendwie versuchen zu... Kompliziert ist es einfach! Es ist ein wahnsinnig langes Buch Und es gibt irgendwo, hab ich's gelesen, fünfhundertachzig Personen kommen davor.
Dabei muss man sagen... Sechzig Hauptfiguren? Sechzig Hauptfiguren? Sechszig Hauptfiguren! Muss man auch erst mal schaffen, ne? Aber die drei unsere drei oder...? sagen wir unsere fünf Lieblinge, fünf, sechs Lieblingen die bringen sich dann so ein. Wenn man kurz vor schaut und dann kommt wieder Fürst André, dann kriegt man schon einen kleinen Herzkassball wenn man sich schon freut, von ihm zu erfahren wie es weitergeht.
und auch beim dritten und vierten Lesen. also das ist natürlich selten. was wirklich einfach an diesem Roman ist finde ich. aber das hast du im Grunde schon gesagt diese Natürlichkeit der Sprache und die große Spannung, auch eine große Spanne der Handlung. Die aber überhaupt nicht so graf von Monte Christo-mäßig spannend ist sondern es geht doch um letztlich für diese Zeit wahrscheinlich alltägliche Leben, um Lebensentwürfe und man mag diese Personen so sehr dass man einfach wissen will was mit ihnen geschieht und wie sie sich, wer sich mit wem trifft.
Und wie man hofft natürlich mit denen, man fiebert mit denen mit. Es ist so eine große Menschlichkeit in diesem Roman. Irgendwie hat man das gefühlt. Das finde ich bei Tolstoy immer interessant. Wenn man so über ihn liest wirkt er nicht wahnsinnig sympathisch. Er irgendwie so ein Fanatiker irgendwie ganz komischer Kauts aber... Diese Person, die er uns geschenkt hat.
Die sind so großartig und da hat man das Gefühl... Er nimmt einen unter den Armen und führt einen dadurch. Und vielleicht auch weil wir diese Bilder von ihm kennen mit dem langen Bart. aber man hat immer so das Gefühl, man kann sich auf ihn verlassen. Ja bei keinem Fruchtsteller. Weil er es gesehen habe, wirklich irgendwie freundlich ausschaut.
Bei viele Fotos und der Grund war, dass man nicht lacht hat seine Frau gemacht. Wenn wir das schon so antiesern, erzählen wir mal ganz knapp was wir biografisch wissen müssen von ihm. Also achtundzwanzig geboren als Graf in Jassnaja Poljana und du warst da mal dass ich sofort muss. natürlich wollte jetzt irgendwie elegant überleiten.
Du hast ja auch vor Jahren meinen tollen Film über Tolstoy gemacht. Ich habe ein film ... über Teuster gemacht und wollte immer nach ... ... Jasnaya Polyana, das war eigentlich der Grund warum ich den Film mit dich teilen kann. Also ich habe sowohl in seiner Villa in Moskau gedreht als auch in ... ... Yasinaya Polyano auf seinem Landgut und es ist ... ... wahnsinnig eindrucksvoll also wenn man so die üblichen... Dichterhäuser vor Augen hat wie Goethe in Weimar oder so, wo man auch viel spürt von Goethen.
Stichwort immersives Erlebnis! Du tauchst so komplett in diese Welt ein weil das nochmal authentischer ist als alle Dichtehäuse die ich sonst kenne. Es ist wirklich ein riesiges Landgut. Man begreift auch Wo er eigentlich herkommt. und auch dieser Zwiespalt war jetzt nicht unbedingt multimillionär. Er hatte immer, obwohl er graf war auch immer mit Geld zu kämpfen.
Aber auch dieses gewaltige Land was er dazu verwalten und bewirtschaften hatte mithilfe seiner erst Leib eigenen und dann eben Bauern das begreifst du da erst? Und die Ferne natürlich von so einer Metropole wie Moskau die immer ganz zentral ist. und den Mächtigen in Moskow, denen am Schluss ein Dorn im Auge war Das begreift man da eigentlich erst so wirklich.
Haben die euch da gezeigt, wie weitläufig das ist? Also was da alles dazugehörte. Konnte man das so verstehen? Man versteht also. Also man geht dann bis zum nächsten Dorf. auch das Grab ist unglaublich eindrucksvoll. Das ist ja nur eine Grasnarbe. Ich würde gerne sagen unbedingt besuchen. aber erstens aus politischen Gründen geht es nicht.
Zweitens ist die Reise von Moskau d'Auchin wirklich Wild West für diese. Nach wie vor beschwerlich! Es ist eine beschwerliche Reise. Gut, ich will mich da jetzt nicht so verlieren drin. Ich glaube wichtig ist dass er diesen diesen Hintergrund hat, adlich großes Landgut die man sich immer verpflichtet fühlt wo auch Zeit seines Lebens eigentlich lebt und sein eigenes Reich da hat.
Er ist geboren auch nicht? Er ist da geboren und gestorben. Ja genau. Gestorben ist er woanders in einer Bahnstation. Stimmt das sogar? das? ja natürlich. Dann kommen wir noch dazu wenn man diese diesen Lebenslauf liest. es finde Er ist wirklich ein Mann der Extreme. Also er ist in seiner Jugendzeit extrem ausschweifend, geht ins Bordell spielt, trinkt und dann beschließt er plötzlich nachdem er Rousseau gelesen hat.
Er muss jetzt zurück zum Landgut. das wird reformiert. Er trägt nur noch so eine Büßerkute, schläft auf einen Strohsack, muss sich jetzt bilden, möchte fünf Sprachen perfekt sprechen, möchte sich in den Künsten heranbilden irgendwie langweilig und schlägt eine soldatische Laufbahn ein, kämpft blutigste Schlachten im Grimmkrieg.
Schreibt darüber Sevastopoler Erzählungen und wird einen riesen Erfolg. man sollte eigentlich denken er wird jetzt Schriftsteller. es in aller Munde alle lesen ihn alle liegen ihm zu Füßen nicht sehr gleichen sondern er macht ne Bildungsreise durch Europa um sich wieder fortzubilden ja Was auch wichtig ist nach Frankreich, was in seinem Kopf so das ideale Land der Freiheit ist und wird dort Zeuge einer Hinrichtung die ihn komplett verstört.
Auch der Krieg hat ihn sehr verstört also die seine Kriegsbegeisterungen sind da sofort im Hals stecken geblieben angesichts der Grausamkeit. Genau man sieht einfach er pendelt immer zwischen diesen Polen zwischen extrem ausschweifend und extrem idealistisch Und immer wenn das einig funktioniert geht das Pendel wieder in die andere Richtung und dann kommt sowas so wie wenn es sich eingeschwungen hat, erheiratet.
Und dass ist auch für Krieg und Frieden eben wichtig. Sophia Beers also eine Russin mit deutschen Ursprüngung hochintelligent studiert was für die damalige Zeit ungewöhnlich ist. Sechzehn Jahre jünger als er sehr schöne Frau. Am Vorabend der Ehe gesteht er ihr alle seine bisherigen Abenteuer und Schlimmer.
Er gibt ihr sein Tagebuch zu lesen, wo er alles aufgeschrieben hat was er im Leben verbrochen hat und es überliefert dass sie so viel sitzt dann quasi in der Falle in dieser Kutsche und fährt auf dieses Landgut hunderte Kilometer entfernt von Moskau und weint ... am Tag nach der Hochzeit. Also und das beschreibt diese Ehe glaube ich ganz gut, dass diese hochgebildete... ...hochtalentierte Frau die auch selbst geschrieben hat, die fotografiert hat sehr gut fotografiert ist dann gefangen auf diesem Landgut.
Und er kehrt dann eine Seite vor die wieder obwohl er so idealistisch ist und so sympathisch extrem unsympathisch macht. er erwartet von ihr eigentlich dass sie zur Gebärmaschine wird und hinter hinterm Herd steht. Und alles für ihn eigentlich aufgibt, also es gibt auch das Zitat von ihr. Ich fühlte mich wie ein Möbelstück.
Das beschreibt ist glaube ich ganz gut. Aber sie war schon auch so seine Sekretärin irgendwie? Sie hatte ja viele Sachen hat er ihr glaub ich auch diktiert oder sie hatte so Reinschriften angefertigt und also ich glaube die in den ersten Jahren waren sie auch schon so intellektuelle Partner. irgendwo da hat sie dann quasi ihren Lebensinhalt gesehen, dadurch dass sie so isoliert war auf Jasnaya Polyana.
Dass sie zu seiner heute würde man sagen Lektorin eigentlich wird. also Sie hat Krieg und Frieden, zweitausend Druckseiten hat die sechs Mal abgeschrieben und hat dann natürlich auch immer korrigiert. ich würde jetzt nicht soweit gehen das ist eine Gemeinschaftsarbeit aber es ist ganz klar dass sie großen Einfluss auf ihn hatte.
ja und die Hauptfigur ist natürlich über die wir dann sprechen werden Wahrscheinlich von allen auch. Die Lieblingsfigur Natascha ist natürlich auch an sie angelehnt. Sag nochmal, dass jetzt so ein Graf Schriftsteller wird wenn die Familie nicht im unendlichen Überfluss schwimmt? Die Eltern haben das so hingenommen.
oder weil er war ja mit neuen Vollweise geworden. insofern gab es keine Eltern. Es gab nur Tante, die ihn sehr unterstützt hat. Ah ja, okay. Deshalb konnte er quasi selber entscheiden in welche Richtung es gehen sollte? Also er war einfach auch immer ein sehr... Ich glaube das ist auch ein Schlüssel als Vollweise.
ein Mensch der sich selber irgendwie erziehen musste und heran und dieses Selbstbild von sich gehabt hatte dass er das selber in die Hand nehmen muss. Aber wie du anfangs gesagt hast Es ist wenn man das liest Und man liest erst den Roman und liest danach Wer war das eigentlich? Kein sympathischer Mensch eigentlich eher unsympathischer Mensch, was ihn sympathisch macht ist dass er so reflektiert und selbstanalytisch war.
Und auch ganz klar benennen konnte das sind meine Fehler. nur hat er diese Fehler immer weiter gemacht. also es hat nicht dann zu einem Umkehrprozess geführt. Er war ja auch einer, der immer auf der Suche war nach Glück. Ich muss jetzt hier noch mal meinen mittlerweile fast geliebten Schopenhauer anführen, den er eben leider erst nach Krieg und Frieden aber quasi im Sommer neunundsechzig hat er, achtzehnneunund sechzig hatte er den Schopenhauer gelesen.
das hat ihn auch nochmal ganz, ganz stark. also nach der Rousseau-Lektüre hat ihn das nochmal richtig schockiert weil in Krieg & Frieden sind im Grunde viele Schopenhausche Gedanken schon drin und da fand er das so bis ins letzte Detail zu Ende gedacht. Und hat dann den ganzen Sommer das durchgearbeitet, und da hat er dann auch nochmal ganz viel geändert und eben sich entschieden dass Reichtum einfach zur Unglück führt und wir wurde ja dann auch Anarchist, hat anarchistische Schriften verfasst später... Ganz extrem christlich, religiös.
Also gegen die Kirche gewettert war und dann exzitiert werden sollte. ja? Genau! Er war... Pazifist, also im Sinne von gewaltfreier Widerstand. Das war seine Maxime. was ich auch gar nicht wusste dass er mit dem ganz jungen Mahatma Gandhi einen Briefwechsel hatte und Gandhi von ihm quasi diese Idee des gewaltreien Widerstands.
Also das ist ja alles unglaublich fasziniert wo man denkt es sind zwei vollkommen verschiedene Welten. aber natürlich diese fünfzig Jahre die lassen sich natürlich durch verschiedene Generationen leicht überbrücken. Schüler, er hat dann studiert. Das macht ihn sehr sympathisch. Genau, wo habe ich gelesen?
Er will nicht und kann nicht lernen! Und es sah also alles nicht so gut aus als ein Playboy-Leben. aber er fängt dann und lange dann eben auch Aufenthalte in Moskau. Ich stelle mir vor dass es dann einen Verwalter gab der das für ihn. In diesen Büchern kommen ja immer auch Verwaltern vor oder sichereinschlägige Erfahrungen gemacht.
Und dann ein erster Roman Jugend oder so drei Geschichten, sind das eigentlich? Ja ich glaube erst Kindheit und dann Jugend. Kindheit so genau, so heißt es. Autobiografie die auch schon relativ erfolgreich war. also er hatte tatsächlich als debutant auch schon innerhalb von Russland ziemlich einen Erfolg.
und wie ist jetzt eigentlich dazu gekommen ist dass Erschriftsteller wurde werden wollte. Das finde ich ja immer so interessant. Wie kommt es zu dem Punkt? Das ist ihm irgendwie anscheinend so passiert. in irgendeiner Form war auch ein Naturtalent, wenn man das liest Es ist nicht soweit weg von Krieg und Frieden, wie er da anfangs geschrieben hat.
Ja, da gibt's gleich ganz früh eine tolle... Also muss man auch hier gleich mit empfehlen die Erzählungen. Da gibt's ganz, ganz tolle Sachen Von einem Dorflehrer der mit diesen zwei Bauernbuben nach Hause geht von der Schule Und die haben so tolle Gespräche und so hochwertige Gespräche. Diese Jungs sind so fein, verständnisvoll und aufmerksam.
Man denkt, das ist eine perfekte Welt! Er liefert sie dann ab bei ihren Eltern... ...und die sind Alkoholiker und schlagen sich. Und man weiß schon diese Anlage wird einfach zerstört werden in der Realität. Das ist sicher für ihn auch ein großes Thema dieser... mit diesen freigelassenen Bauern, also freigelesen im Sinne von aus der Leib-Eigenschaft entlassen in Bauern klarzukommen.
Er hat ja auch auf seinem Gut Schulen gegründet und hat da teilweise auch selber unterrichtet und wollte die dann alle bilden und ist da auch glaube ich ganz groß gescheitert. Es gibt sehr viele Szenen mit Bauern in allen seinen Büchern, die sind sehr ambivalent, liebt er einfach natürlich die klare Gefühlslage dieser Menschen, auch beneidet auch die Verbindung zur Natur und deren geradlinige Art zu denken und zu fühlen.
Und andererseits verzweifelt er auch an diesen Bauern und an diese Realität mit der er sich lebenslang auseinandersetzen muss. Aber fangen wir mal langsam an zum Krieg und Frieden zu kommen, dass sie nicht um den heißen Brei herumreden. Wir können hier nicht die Handlung in dem Sinn wiedergeben. Aber wir können vielleicht über einige Personen sprechen und was denen widerfährt?
Ja, wir sollten kurz den historischen Hintergrund glaube ich sagen. Es geht um die Zeit von Napoleon. Ursprünglich sollte der Roman auch das Jahr eighteenhundert fünf heißen Und da setzt der Roman eigentlich ein. Also es geht um achtzehn. zwölf war der größte Russland-Feldzug von Napoleon um die Zeit, wo Napoleon Europa neu ordnet und Russland steht nicht auf der Seite von Napoleon sondern auf der seite von Preußen und Österreich.
Und es kommt zu den entscheidenden Schlachten, wo diese Allianz unterlegt und es ausschaut als ob Napoleon ganz europa errobern wird. Es läuft dann alles auf eigentlich den Marsch auf Moskau-Achzehnhundertzwölf zu. Das ist so der grob gesagt historische Rahmen in dem der Roman sich abspielt. Zeiten von Krieg und Frieden, wo sich das abwechselt lernen wir eben bestimmte.
Sechzig Hauptpersonen kennen von denen wir glaube ich drei wir beide besonders mögen die jetzt aber einfach auch so die die Hauptfiguren ganz klar sind also dass das ist schon die eigentliche Hauptfigur is der Pierre mit dem auch der Roman anfängt was ganz klar, aber das kann man auch über die anderen Figuren sagen.
deswegen ist der Roman alles. Ist ganz klar ein Selbstporträt von Tolstoy. Der Pierre beginnt eigentlich als so einen Hitzkopf. Als nicht besonders gescheiter Hitz-Kopf Auch hässlich eigentlich, ja. Also er hat nichts einnehmen... Unhehrliches Kind? Ich meine, der Tollste war da auch immer diese Tendenz sich selber so schlecht zu machen.
Deswegen glaube ich das ist schon ein starkes Selbstparträt, ein schonungsloses Selbstpartret und auch so einen Wunschpartret von sich selbst weil der Pierre ist jemand, der eigentlich besser werden möchte. Und das macht ihn so sympathisch, obwohl er weder gut aussieht noch am Anfang besondere Anlagen hat, dass man ihn toll findet.".
Das gefällt mir auch so in diesem Buch und ich mag es sowieso immer. Es ist in dem Sinn auch eine Art Bildungsromanen weil die Geschichte von Pierre kommt zusammen mit der Geschichte seines besten Freundes Fürst André. Und dann geht es noch um die schöne Natascha, die am Anfang des Romans noch ein ganz junges Mädchen ist.
Also die ist noch ein Kind quasi. Dann Backfisch würde man sagen und die dann erwachsen wird und ihn beider dieser Männerleben eine große Rolle spielen wird. aber es geht eben auch so um Lebensentwürfe und was man mit seinem Leben macht. und ich denke manchmal auch das Fürst Andréi und Pierre vielleicht sogar beide auf Tolstoy irgendwo... basieren und er das seine vielschichtige Persönlichkeit irgendwie gespalten hat.
Jedenfalls, um es so grob zu sagen, die russische Armee ist bereits in Krieg mit Napoleon allerdings in Österreich und Preußen. Und Pierre ist im Grunde so ein junger Playboy, ein... Aber ungelenk? Also er hat ungelenkt. was eigentlich so Playboyhaftes. Er wäre gerne einer aber es ist ihm im Herzen nicht.
das merkt man sofort ja. Bei dieser ersten Party bei der ersten soirée wo er gleich auftritt ist er unmöglich benimmt sich total daneben sagt die ganze Zeit die falschen Sachen die Gastgeberin geniert sich seiner Und zum Glück kommt André und rettet irgendwie die Situation, nimmt ihn mit. Es kommt ein sehr schönes Gespräch zwischen den beiden wo man versteht wie vertraut die sind und wie gern sie sich mögen.
André ist in diesem Moment verheiratet Aber die Frau liebt er nicht. Die ist eine ganze Liebe. auch irgendwie hübsch, obwohl er immer so von ihrem Bärtchen spricht und ihrem offenstehenden Mund das man... Und dann sagt aber gleich wieder wie hübsch sie ist dass man immer denkt also findet der sie jetzt hübst oder nicht?
Also jedenfalls André ist von diesem Leben was er da eingeschlagen hat im Grunde angewidert und ihm steht der Sinn nach Größe. Er sucht Lebenssinn in Ruhm Und nichts könnte da näher liegen, als in den Krieg zu ziehen. Wie ist dir das gegangen? Ich muss schon gestehen dass ich Pierre und André immer wieder verwechselt habe weil die so ähnlich sind.
also André ist eigentlich der der rausgeht in die Welt was Pierre gerne machen würde. Aber so von der Anlage fand ich sie schon sehr ähnlich, Stichwort Selbstbetrieb von Tolstoy. Das ist total interessant! Das ist mir eigentlich glaube ich nie passiert. aber vielleicht weil ich da immer so visuell, also ich stelle diesen André irgendwie... Weil er ja als sehr schöner Mann schneidig genau beschrieben während Pierre so ein Slop ist irgendwie indem man das Hemd aus der Hose hängt und verschwitzt es Nasse Hände hat, nicht weiß unterstammelt und nicht weiß was ich sagen soll.
Deshalb habe ich das nicht so... Aber es ist toll dass du das so siehst weil das natürlich in der Seele darum geht's vielleicht auch teilweise in diesem Roman ist das eben dieselbe Figur mit zwei verschiedenen Lebenswegen. Es könnte so sein, es könnte so seien André zieht in diesen Krieg, wird gleich einmal verwundet.
Das ist für mich sind tatsächlich auch diese Schlachtenbeschreibung wo dann immer ein Moment der Entscheidung ist, wo irgendwas mit der Hauptfigur passiert also im andere wird er dann ganz viel klar als er verwundert wird. Der berühmte Blick in den Himmel da hat so eine Hütte auf dem Rasen. Also die Schlachten sind eigentlich toll beschrieben.
ich muss sagen das auch als Knabe habe ich dich fand die ganz spannend beschrieben. Was immer interessant ist, dass wenn dann irgendwas passiert... Also das wird dann eben groß. dieses Schlacht wie so ein Gemälde kann man sich vorstellen. Aber es ist unglaublich! Wenn ich jetzt nur daran denke sehe die Farben von diesen Sommertagen an denen das Spiel so vor mir Und dann ist meistens, es wird dann jemand verletzt.
Diese Verletzungen und auch diese Schlachten sind oft zu dieser ersten Kriegserfahrung unglaublich banal. überhaupt nicht der Ruhm den sich die Protagonisten in diesem Fall jetzt André vorgestellt hat. Er sieht seine Möglichkeit er greift irgendwie die Fahne und stirmt voraus oder so und kriegt sofort eine Kugel in die Schulter und damit ist der Feldzug für ihn schon vorbei Genau, also man hat eigentlich auch das Gefühl dass alles sehr zufällig passiert was da passiert.
Auch die schlacht entscheidende Momente und da kommt auch etwas in das Werk rein, das wir unbedingt erwähnen müssen. Tolstert selber gesagt es sei kein Roman ja was eine erstaunliche Aussage ist Er hat sehr lange geschichtsphilosophische Exkurse. Und gerade bei solchen Stellen schließt sich dann oft wie so eine Abhandlung über das Wesen der Geschichte und die Zufälligkeit des Lebens an, die dann – ich weiß nicht, wie es dir gegangen ist – und da….
Ich habe es ja eingangs gesagt! Es ist kein perfekter Roman, die doch nach …. Wir reden hier über zweitausend Seiten Fünfhundert Seiten wird es ein bisschen redundant, weil die Aussage dann doch immer dasselbe ist. Es hängt mit Zufällen zusammen. und ob Napoleon gerade irgendwie weggeschaut hat oder sich gekratzt hat?
Das ist als Erkenntnis erstmal sehr spannend aber auf der Strecke etwas ermüdend. da habe ich auch tatsächlich die Seiten überblättert muss ich gestehen. Ja, es ist schon interessant, weil er natürlich diese großen Figuren, diese Geschichtsfiguren die ja auch alle vorkommen, also in Fleisch und Blut, Napoleon und Alexander.
Die entzaubert er total! Und auch deren Bedeutung entzaurert er im Grunde weil er die Bedeitung eben auch bei... Ja wie du sagst es ist in Zufälle und wer sich quasi in einen Krieg begibt das ist wie ein Roulette-Spiel. Das ist natürlich ein sehr interessanter und sehr tiefer Gedanke und ich finde es interessant dass jemand zu der Zeit solche Gedanken äußert, aber im Grunde will man bei diesen Personen bleiben und das wissen.
Ich habe jetzt irgendwo gelesen, dass sich sehr interessant von einer amerikanischen Literaturstudioschafflerin die hat seine ganzen Papiere-und Skizzen analysiert und auch alle Skizze zu Krieg und Frieden, aber auch die früheren Sachen um zu verstehen welche hat er verwendet in welcher Form? Und die sagt, dass er schon in seinen allerersten Schreibversuchen immer dazu neigt, abzuschweifen und zwar gigantisch abzuschwifen.
Und es ist ja vielleicht sein Leben irgendwie auch so... nicht unterdrücken konnte. Das werden wir auch noch besprechen, der Roman kam ja... Er hat ihn in mehreren Fassungen fertiggestellt und dann bei der Überarbeitung hatte er sich dann eigentlich entschieden diese Exkurse wegzulassen. aber dann hat er an anderen Stellen neue Exkursen geschrieben die dann teilweise noch viel länger waren als die.
irgendwie konnte er nicht anders. Obwohl ihn Anna Karenina konnte sehr wohl anders. da gibt es sowas bisschen auch so über die Landwirtschaft und so, aber nicht in diesem Maß. Und irgendwie finde ich das ganz schön weise auch dass er sagt es ist kein Roman denn irgendwie stimmt es aus vielleicht so in dem Sinn wie der Mann ohne Eigenschaften kein Roman ist sondern es ist ein Vehikel um seine Sicht auf das Leben Geschichte und Leben und darum geht sie ihm irgendwie ja auch glaube ich Der Einzelne und die Geschichte dieser Gegensatz Das interessiert ihn und zu ihrer Pflegeschwester auch sehr interessant.
Man muss sagen, das muss man jetzt kurz hinzufügen. André kommt verwundet aus diesem Krieg zurück. Seine Frau war schon schwanger als er weg ist. Er will diese ganze Sache entfliehen... Also das Kind zu kriegen, macht das Ganze natürlich irgendwie unumkehrbar. Und sie stirbt bei der Geburt des Kindes und er stürzt sich dann erst mal... Er geht also auf seinen Land gut zurück wo sein Vater und seine Schwester wohnen und er stirbt sich in der Ziehung dieses Kindes, dieses Sohn ist zwei Jahren oder so lernt er Natascha kennen.
Übrigens eine meiner Lieblingsszenen ist, wo er bei Natachas Familie zu besuchen... die sind so halb Nachbarn glaube ich auf dem Land oder nicht so weit entfernt und da lernt der sie kennen. Die haben auch natürlich ein Landgut und verliebt sich in dir. an diesem Abend und abends sitzt er noch am offenen Fenster.
es ist so eine Sommernacht das ist lange nach Mitternacht eine wunderschöne Mondnacht Und er hört, wie im Stock drüber die Natascha und ihre Halbschwester oder Pflegeschwester auch am Fenster sitzen. Er belauscht ihre Unterhaltung und es hat sowas von Unschuld. Irgendwie ist das nicht ganz aufrichtig.
Es ist verliebt und es ist Mondschein. Diese Mädchen sind ... witzig und entzückend. Und man denkt jetzt kommen die großen Liebesergüsse, aber eigentlich necken sich diese Mädchen nur und sind auch sehr, sehr witzrig und hart in ihrem Urteil über die Gäste, die an dem Abend da waren. oder der hat den ganzen Abend Angst ... Die Nachtangst dass sie irgendwas über ihn sagen könnten, aber irgendwie hoffte es doch auch.
So ist es einfach großartig. also so eine kleine Genres-Szene, die so echt und gelungen ist als man hat das Gefühl mal hat er selbst erlebt. Und genau, Natascha wird André versprochen. Aber weil André sagt okay ja ich will dich unbedingt heiraten aber ich will ein Jahr lang... Weil du bist noch so jung und ich will dir diese Zeit geben.
Es ist eine Art Probe genau und sie will das gar nicht. Sie ist in ihnen totalen ihn verknallt aber sie ist was siebzehn oder achtzend also. Sie will eigentlich sofort heiraten und er legt ihr das auf und dann passiert etwas Und dann verliebt sie sich sehr unglücklich in Anatol. Ja, das ist ein Hallo-Tri.
ich glaube anders kann man es nicht sagen der auch sofort klar dass er keine ernsten Absichten mit ihr hat sondern Sie einfach so in die Galerie seiner Liebschaften einfügen möchte. und sie ist aber da hundertprozentig in ihn verliebten und möchte ihn heiraten. Stimmt den Zlin sogar nicht? Es kommt eben zu Katastrophe.
Und Katastrofe inwiefern? Naja aus dem... bezaubernden Mädchen wird erst eine fanatisch liebende, aber jemandem Liebender der es eigentlich nicht verdient. Also allen Lesern ist sofort klar dass das ihr nicht gemäß ist. und dann muss Anatol quasi diese Liebschaft oder die Noch gar keine Is beenden, da muss die Stadt verlassen.
Also Pierre sagt ihm, du musst ein Jahr nach Frankreich, sonst ist das Mädchen ... Weil Pierre es eben genau sieht was da passiert und dass das Natascha ins Unglück stürzen wird. plus er is natürlich auch heimlich verliebt in Natasche obwohl er mittlerweile, das muss man auch ganz kurz erwähnen, verheiratet mit einer wunderschönen aber irgendwie eiskalten Frau.
Und man muss auch sagen Pierre, der unehrliche Pierre. Das ist eigentlich ganz am Anfang passiert hat das gesamte Vermögen seines Vaters geerbt und ist einer der reichsten Männer Russlands geworden. Also unglaubliches Einkommen kann damit nicht umgehen. verschwendet das Geld. also es ist anscheinend so viel dass das nie ein Problem wird aber er gibt viel zu viel aus.
Er wird nie bankroteur wie andere Figuren genau das nicht. Aber er kann das nicht beisammenhalten und er isst noch viel orientierungsloser als vorher, also quasi dieses was André träumt von irgendwie Ruhm und Größe. Und Pierre ist eigentlich jetzt so ein wichtiger Mann geworden durch sein Geld aber das ist für ihn überhaupt kein Glück sondern im Gegenteil er nimmt sich dann diese Frau die er denkt.
so eine Frau muss man dann heiraten wenn man so reich ist und das wird überhaupt nichts Passiert. was mit Natascha, nachdem dieser von ihr so heiß verehrte Anatol ihren Blickfeld entschwindet? Ja wird sie depressiv würde man das wahrscheinlich heute nennen. Also es findet eine vollkommene Wesensveränderung statt.
aus den Lebensfrohen frechen Mädchen wird so ne ganz verhaltende in sich gekehrte Sprüde Frau irgendwie und dass ist tatsächlich etwas was ich also natürlich gefällt mir das jetzt erstmal nicht. Als Lisa war man natürlich dieser... diesem tollen Mädchen nachtrauert. So ganz nachvollziehbar war es für mich tatsächlich auch nicht, weil diese Entwicklung ja immer weitergeht.
also man hat so das Gefühl sämtliches frisches Blut wird dieser am Natascha abgezaft bis sie dann am Schluss nur noch ganz blass und bleich als Heimchen am Herd sitzt. Wie geht das mit Natascher? Also erstens greift jetzt der Geschichte ganz schön weit voraus aber ich finde das eigentlich nicht so. Ich glaube auch nicht dass das so gemeint ist.
natürlich dieses junge Natasche Die hat einfach so viel Energie und ja, vielleicht ist es schon teilweise so gemeint. Sie sinkt ja auch so toll das immer wenn sie singt. Das sind immer diese tollen Momente wo sie alle verzaubert und sie im späteren Leben sinkt sie dann nie wieder. aber ihr passiert einfach auch leben und zwar in großer Komplexität und das finde ich wiederum sehr sehr glaubhaft.
also dass gut sie hat diesen Halbskandal mit dem Anna Toll woraufhin André der dann zurückkommt und das erfährt zu tiefst gekränkt ist. Und sie lösen die Verlobung, man sagt wir haben sie beide gelöst aber irgendwie er hat überhaupt nicht die Größe zu sagen ja klar kommen die war achtzehn ich war ein Jahr weg ist doch klar, dass die irgendwie sich dann verknallt in irgendeinem Typen.
Das kann er überhaupt nicht mit und er stürzt sich quasi in den nächsten Feldzug. und weil Napoleon steht jetzt vor den Toren und ich sage es ganz schnell, er wird in diesem zweiten Feldzug wiederverletzt aber tödlich verletzt. Da hat er wieder auch so einen Moment der ... Er ist dann in so einer Krankenstation da ist auch dieser Anna Toll, der eben aus St.
Petersburg weg musste und der ist auch schwer verletzzt. Der hat glaube ich beide Beine ein Arm verloren oder so ganz entsetzlich und der weint dort neben ihm. Es ist eine entsetzliche Szene, und André verspürt mit ihm. Das ist eigentlich toll gemacht weil er es dann natürlich überhaupt nicht tapfer, der große Frauen hält von vorher obwohl sagen wir mal bei so einer Verletzung ist Tapferkeit vielleicht auch... Gut.
Und dann aber André, der sich in der Sache irgendwie auch kleinlich verhalten hatte, verspürt für ihn nur Mitleid den er vorher im Grunde duellieren wollte und hat da so ein Läuterungsmoment. Im Grunde die Größe, die er gesucht hat als Mann im Krieg, findet er in diesem Moment des echten Mitleids unter echten Karitas.
Er kommt zurück und Moskau ist bereits umzingelt. Die Moskauer verlassen die Stadt? Die Stadt ist in vollkommenem Chaos eigentlich. Auch die Balkonskis, also auch Nataschas Eltern und irgendwie erfahren sie dass André zurück ist aber schwer verletzt und niemand hat der sich um ihn kümmert und Sie nehmen ihn mit.
Und Natasha pflegt Ihnen, das schnüpft mir gleich wieder die Kähle zu. Natasha pflegt Ihnen rührend und Sie haben eine ganz große Annäherung in dieser Zeit. Aber irgendwie es ist auch klar... dass das nichts wird mit ihnen. Auch wenn er das überleben wird, obwohl die Eltern hoffen, dass das noch mal was wird und so ... Aber dazu kommt es nicht, denn André stirbt.
Undré erliegt seinen Verletzungen und Natascha muss auch diesen Schlag und dieses Schuldgefühl auch ... Das muss sie alles verarbeiten und sie wird dabei erwachsen. Sie wird eine Frau und ich glaube, Und so gefällt an der jungen Natascha ist einfach diese Jugend, die dann Tolstoy auch in vollkommener Reinheit darstellen kann.
Das ist so toll. Aber das ist natürlich nicht für immer und Pierre in der Zwischenzeit hat alles Mögliche andere versucht, er ist Freimaurer geworden, Pierre ist der Absurdsuchende sowie Tollstoll selber und Pierre läuft dann eigentlich zur Form auf auch schon im Moment des halben Skandals. für Natascha sagt er ihr ich bin immer für sie da wenn Sie mich brauchen weil er versteht natürlich auch als unehrliches Kind er weiß wie das ist ausgeschlossen zu sein usw.
Und dann gibt es eine langsame Annäherung zwischen diesen beiden. Und es scheint jetzt als ob's nur diese Geschichten wären, das ist natürlich auch noch Nataschas Bruder der verliebt ist. Und die Eltern und die Väter... Genau genau. aber letztlich wird Natasha Pierre heiraten und sie wird mit ihm glücklich werden und für mich ist das mit dem Heimchen am Herd.
ja er sagt schon Sie sinkt nicht mehr aber ich glaube das heißt einfach nur sie ist nicht mehr Sie ist kein junges Mädchen mehr, aber sie ist eine Frau und das ist immer das so Entscheidende. Sie hat ihren Platz gefunden und sie hat auch Pierre seinen Platz gegeben eigentlich. Mit dem zweiten habe ich genau das Problem für mich also wenn wir sie kennenlernen.
es ist ein ganz starker Rundercharakter mit sehr vielen Facetten die ich auch ganz klar vor Augen habe. Und Pierre und André, beiden wird eigentlich so eine, im Drama nennt man das Peripati. Also ein Umschlagsmoment, ein Erkenntnismoment zugestanden der auch sehr ausführlich beschrieben wird. Das sind jeweils die Höhepunkte des Romans für mich.
Pierre beim Brandt vom Moskau hat auch einen Caritas-Moment wie das vorhin... Bei André beschrieben hast. ganz toll, lernt dann nächsten Liebe. Also es ist auch ein sehr christliches Moment. Wird Zeuge von Hinrichtungen wird wieder durch einen Zufall verschont und kommt als geläuteter Mensch. Und jetzt endlich hat er die Reife nach der er sich eigentlich immer gesehen hat.
Bekommt in Anführungszeichen Natascha. Wir haben hier zwei Erkenntnismomente, die toll beschrieben werden... die aber bei Natascha eigentlich fehlen. Und nachdem sie Pierre geheiratet hat, gibt es ja dreihundert Seiten Epilogue, wo dieses Ehe-Leben beschrieben wird. Nicht nur von ihr sondern auch von ihrem Bruder, der mittlerweile die Schwester davon erbreitet?
Sie ist definitiv keine besonders auffallenden Szenen mehr. Wie ich vorhin meinte, in wahrsten Sinne des Wortes ziemlich blass. Du weißt gar nicht was hat die für Interessen? Sie bringt sich nicht mehr ein. Die einzige Aufgabe hat man das Gefühl Das wird dann auch tatsächlich so explizit formuliert Sie hatte, glaube ich, ihre Aufgabe gefunden zum Ebenbild ihres Mannes zu werden und die Kinder großzuziehen.
Und eben das gutzuleiten. sie geht da völlig in diese untergeordneten Rolle auf die natürlich und jetzt wieder Rückschluss auf die Biografie war natürlich auch so ein Wunsch von von Tolstern. seine Frau Sophia ja die sich mit dieser Rolle nicht zufrieden geben wollte. also für mich spiegelt dass es ganz stark wieder hat.
aber dann auch genau diese Problematik eigentlich mit dem Unterschied, dass sich die Romanfigur nicht dagegen auflehnt so wie das im wirklichen Leben Sophia gemacht hat sondern sich da völlig passiv reinfühlt. Es wird eine passive Figur Und das ärgert mich irgendwie. Also ich glaube hier ist ein guter Moment, wir sind ja auch schon relativ fortgeschritten von der Zeit.
aber ein gutter Moment kurz zu erwähnen. diese Urfassung die man jetzt auch kaufen kann. Kann man nur ganz kurz andeuten. also er hatte den Roman fertig geschrieben hat ihn zur Hälfte in so Zeitungen als Fortsetzungs-Roman veröffentlicht. dann irgendwie hatte sich mal weiß nicht so ganz genau aber sie mit dem Verleger überworfen.
Und dann hat er sich überlegt, bevor ich das jetzt rausgebe, überarbeite ich es nochmal. Dann hatte er eine neue Fassung mit anderen Exkursen und dann hat der die ganzen französischen Passagen rausgenommen usw. Es wird viel patriotischer, ein bisschen nationalistische Tendenzen gibt es, viel christlicher.
Die krassen Passagen, Bordellbesuche sind schon stark geglättet kann man vielleicht sagen, und der größte Unterschied ist letztlich das Epilog. Und in der Urfassung überlebt auch André, aber spielt dann auch keine Rolle mehr. Genau da ist es so dass sie sich eigentlich... Es war eh die richtige Entscheidung das sie nicht zusammengekommen wären und es endet quasi mit der Heirat von Pierre & Natascha.
Aber hier ist es glaube ich wirklich interessant. nochmal auf die Entstehungsgeschichte. ursprünglich sollte Krieg und Frieden natürlich in viel kürzerer Form Teil einer Trilogie werden Die heißen sollte die Dickhabristen Und die Dekaboristen waren irgendwie eine Gruppe von ehemaligen Offizieren, die die napolische johnischen Kriege mitgemacht hatten und die gegen den Zahn große Kritik geäußert hatten in den Achtzehnhundertzwanziger Jahren also so zehn Jahre danach.
Gegen den Zahnen und gegen die Rückständigkeit Russlands und die auch durch Napoleon vor allem gesehen hatten wie es in Frankreich ist und wie man da schon viel weiter ist und auch wie die Bauern viel besser integriert sind. und die kamen dann zurück in den Achtzehn-Fünfzigerjahren, also quasi ihn direkt vor der Zeit als Tolstoy den Roman geschrieben hat.
Und er wollte ein Roman über diese Typen schreiben, die da aus Sibirien zurückkommen, die quasi dann Russland heute sehen, ohne das miterlebt zu haben, weil sie in Sibhirien waren. Er wollte im Anfang mit deren Jugend – übrigens sein Vater war zum Beispiel auch einer dieser Nicht-Dekabristen aber einer dieser Offiziere, die gegen Napoleon gekämpft haben.
ihm hat er auch in der Figur von Natascha's Bruder Nikolai ein Denkmal gesetzt. Er hieß tatsächlich genauso Nikolaj und da war das eben so gedacht, dass geschildert wird der Achtzehnhundertzwölfer Krieg. und dann hätte Pierre, der wäre sehr dekarist gewesen natürlich mit seiner ständig irgendwie auch so kritisch und der wäre verschickt worden und der wär dann zurückgekommen.
Und das war die Idee des Romans und deshalb ist dieser diese Urfassung relativ abrupt bricht die ab, weil das wäre eventuell auch noch weitergegangen. Diesen Plan hat er irgendwann aufgegeben. Auch während der Neubeschäftigung, also während der neue Schrift von dem hatte dann eben auch Schopenhauer gelesen und es wurde ihm dann einfach klar ist muss in diesem Roman gehen um Lebensentwürfe und Geschichtsentwurfe und wie sich entwickeln.
und für ihn war damals einfach die Antwort auf dieses Streben, also Schubmauer den Willen nennt der Urquelle menschlichen Leids. Dieses wollen und was erreichen wollen ist für ihn Familienglück. Und ich glaube, was er da beschreibt, ist tatsächlich ein großes Glück oder das will er beschreiben. Manchmal ist es auch schwierig zu abstrahieren von dass das in einer vollkommen anderen Zeit geschrieben ist.
Für Frauen gab's Natürlich, wie wir das heute alle finden. Skandalöserweise wenig Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und bei Tolstoy ist es auf jeden Fall so dass alle Frauen die irgendwie dann versuchen ihren eigenen Weg zu gehen, die scheitern also Anna Karenina sowieso und überhaupt in der Literatur damals.
Das sind immer so Madame Bovary gestalten und daraus entwickelt sich vielleicht auch eine feministische Literatur dann. Aber das ist sicher eine total männliche Sichtweise, die auch irgendwie chauvinistisch wirkt aber die glaube ich ganz gutartig gemeint ist von ihm. Ich habe da so meine Zweifel. also mein Hauptproblem ist auch dass dieser Epilog von drei hundert Seiten Erzählerisch nicht so stark, es passiert auch nicht wahnsinnig viel und er verleppert dann.
Es gibt jetzt nicht irgendwie ein Ziel auf das der Roman hingeführt wird sondern es ist eine Ereignislosigkeit eingetreten die wahrscheinlich eine Art utopischen Zustand für ihn darstellt. aber Utopien wir wissen es sind oft wahnsinnigt langweilig Und das ist mein Hauptproblem auch schriftstellarisch einfach diese letzten drehundert Seiten ist nicht geglückt.
Ich habe großes Lob am Anfang gesagt Aber das schließt das immer mit ein Das ist das Faszinierende an dem Werk, dass es trotzdem vielleicht auch deswegen so wahnsinnig eindrucksvoll und toll ist. Weil es diese Passagen gibt wo man spürt er will da irgendwas aber es funktioniert nicht so ganz. also was ihn dann so unsympathisch macht den Tollster.
und auch als Rehlektüre wenn man daswerk kennt die Kreuzersonate kennst du? Nein hier kann ich darüber nicht lügen. Ja ne es ist letztlich so dass ein Mann aus Eifersucht aus unbegründeter Eifern such bringt seine Frau um ersticht sie. Es ist eigentlich eine einzige Rechtfertigung dieser Tat, die Kreuzasonate also.
das basiert auch darauf dass Sophia in der Zeit einen Musiker kennengelernt hat mit dem aber überhaupt nichts war und Tolstower wahnsinnig eifersüchtig und hat das dann sozusagen als Rache geschrieben und das dann auch in dem Salon in Jasnaya Polyana vor ihr vorgelesen. ja und alle haben gewusst und es ist ne rechtfertigung dieses Mordes Und sie hat daraufhin als Erwiderung eine Novelle geschrieben, eine Frage der Ehre aus weiblicher Perspektive.
Genau dieselbe Handlung. Frau wird ermordet aber es ist eben nicht gerechtfertigt sondern Sie ist das Opfer. also auch sehr, sehr spannend und das macht so diese ganze... er isst nicht nur seiner Zeit verhaftet, sondern er nimmt eine sehr chauvinistische Erhaltung ein die er versucht zu rechtfertigen bis hinzu Frauen hasst und das finde ich schon harter Tobak.
Es ist schwer zu schlucken gerade bei einem Autor den man so verehrt Obwohl glaube sein Letzt darum die Auferstehung, da geht es um einen jungen Grafen der irgendwie so ein Zimmermädchen bei ihnen im Haus verführt. Die dann natürlich wie das anscheinend immer so sein musste, die dann prostituierte wird und schließlich irgendeinen Mord begeht an einem Freier oder an einem Zuhälter und dafür verurteilt wird.
und er sitzt als Beisitzer in diesem Prozess ganzen Werdegang und ihm wird klar, er ist der Schuldige. Er selbst! Und er folgt ihr nach Sibirien in die Verbandung. also das ist quasi die gegenteilige Geschichte übrigens. Das klingt eigentlich nach einer tollen Story aber ich kann das kaum lesen. Also das ist so moralisch und so moralisierend und auch vorhersehbar ein ganz Film dass es ganz komisch groß sind.
Das war für mich Riesenenttäuschung das zu lesen aber trotzdem... Ist noch mal vielleicht zum Abschluss. auch die Geschichte von Krieg und Frieden ist ja so, dass es dann in immer mehr Auflagen erschien ist. Weil's ein wahnsinniger Erfolg war sowie Anna Karinina und er hatte jedes Interesse... an diesen Büchern verloren, was dann bis hin dazu ging dass er auf das Copyright verzichten wollte.
Was natürlich eine Katastrophe für seine große Familie gewesen wäre und was auch zu einem erbitterten Streit geführt hat. Aber weil er sich der Armut verschrieben hatte? Er wollte arm sein! Was dann eben auch dazu geführt habe, dass Sophia dafür zuständig wurde diese neuen Auflagen zu erstellen und da schließen wir den Bogen.
es gibt keine Ausgabe letzte Hand Sie selber dann sozusagen mit jeder Auflage ein bisschen verändert hat. und es gibt zum Beispiel eine Auflage, wo diese ganzen geschichtsphilosophischen Exkurse ausgeklammert sind als Extraband erschienen sind. Also es unterscheidet sich teilweise sehr stark. eigentlich verändert das ja die Struktur komplett wenn du diese Exkurve ausklammerst.
aber es gibt keine Fassung wo man sagen würde dass hat jetzt Tolstoy so gewollt sondern ist dann immer auch Sophia die sich da eingebracht hat was her auch irgendwie für diese Beziehung bezeichnend. Und anscheinend das, was man heute so kauft als Krieg und Frieden ist erst in den Zwanzigerjahren. In der Sowjetunion unter Redaktion seiner Tochter.
Genau es sind dann so Mischfassungen. Das ist ganz eigen natürlich aber wie so ein lebender Organismus dieses Buch? Das macht es spannend. und wenn man also ich würde auf jeden Fall empfehlen auch die Urfassung zu lesen hat viele Vorzüge Ich kann jetzt gar nicht sagen welche Fassung besser ist Aber es gibt große Unterschiede.
Ich sage mal Es ist die erste Fassung Die urfassung ist viel roher Und teilweise gewagter und vielleicht auch ehrlicher. Die zweite Fassung, wenn man darauf sensibilisiert ist hat schon sehr viele manchmal bisschen störende moralisierende Untertöne die wie du gesagt hast in der Auferstehung dann im dritten Roman so voll zum Ausbruch kommen.
was den also? für mich ist es auch kaum zu lesen. und große Enttäuschung. Man muss eigentlich sagen dass die Natasha eben in der zweiten fassung eine viel größere Figur ist und viel mehr Entwicklung Erlebt. Würdest du, also wenn man jetzt jemanden raten sollte... Man muss doch die gängige Fassung... Man kann die Urfassung eigentlich nur so richtig schätzen glaube ich, wenn man die Gängigefassung gelesen hat.
Viertausend Seiten? Na ja eben! Also wenn ihr euch entscheiden müsst dann lest die Gengi-Gefassung. aber wenn ihr Lust habt, also eigentlich ist es natürlich so Wenn man Lust hat Krieg und Frieden zweimal zu lesen Dann kann man ruhig Urfassung zuerst lesen und dann die andere. Das ist natürlich auch, das ist sicher auch, haben wir beide nicht so gemacht.
aber das wäre sicher faszinierend, vor allem wenn man dann noch mitfiebert was passieren würde, wenn es irgendwie alles anders ausginge. Okay ich glaube zum Lebensende haben wir ja eigentlich schon etwas gesagt. Es ist wieder ein völlig paradoxes Lebensende von Tolstoy der da quasi auf der Flucht vor seiner Frau, mit der er sich heilus zerstritten hat und der auch einen furchtbaren Abschiedsbrief schreibt.
Verlässt er in der Nacht als zweiundachtzigjähriger Jassnaja Poljana und stirbt auf einer Bahnstation mitten im Nirgendwo in Aztaprobo. da war ich auch... Es ist wirklich. also fährst stundenlang durch die Steppe und da ist plötzlich diese Bahnstation wo er dann letztlich an Entkräftung gestorben ist auf der Flucht vor seiner Frau.
Es ist schrecklich und tragisch und traurig... So ein großer Mann und mit diesem Ehestreit hat das alles geendet, mit der Frau die auch eben mitverantwortlich ist für das großartige Werk Krieg und Frieden. Ein witziger Satz, weil er es durchaus auch humorvoll als Schriftsteller immer wieder bleibt mir so im Kopf, ist mir immer im Kopf geblieben.
seine Frau war vor einigen Jahren gestorben aber er hatte es nicht in sich um ihren Tod zu trauern. Das war wahrscheinlich schon Da wusste er schon Bescheid. Nächstes Mal geht es eigentlich auch um eine Art Krieg und Frieden, glaube ich. Auch um die selbe Zeit, die in Kriegs- und Friedens geschrieben wird.
Es geht um den Blutwicht von Beethoven's große Missa Solemnis. Ich bin sehr gespannt! Ich muss mich da jetzt noch sehr intensiv mit diesem großen Werk beschäftigen, dass ich noch gar nicht so gut kenne. Ich bin da. Da gibt es sehr viel zu entdecken.