Einfach natürlich Gärtnern· Folge 122

Beetformen ganz anders

Donnerstag, 8. Januar 2026 · 23 min

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Shownotes

Gemüsebeete können auch ganz anders aussehen - probiert euch aus!
Spezielle Beetformen – mehr als nur Hochbeet!

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter neudorff.de

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de

Muss ein Beet immer rechteckig und flach sein – oder kann man da auch kreativer werden?

• Unbedingt kreativ! Gibt Beetformen, die richtig clever sind.

• Manche heizen von innen, andere sammeln Wasser, wieder andere düngen sich von allein.

Viele schwärmen vom Hügelbeet. Was genau ist das?

• Quasi ein „Komposthaufen zum Bepflanzen“.

• Man schichtet Äste, Laub, Kompost und Erde wie im Hochbeet zu einem länglichen Hügel.

• Ca. 1,2 bis 1,5 m breit und bis zu 1 m hoch.

• Im Inneren verrottet das Material

• Dabei entsteht Wärme und es werden Nährstoffe freigesetzt.

Also ein eingebautes Heizkissen für den Garten?

• Genau! Im Frühjahr starten die Pflanzen schneller durch.

• Schräge Seiten nutzen die Sonne besser.

• Mehr Anbaufläche durch die schrägen Seiten.

• Rückenschonender ist es auch.

• Kostet außer Arbeit fast nichts.

Und der Haken?

• Oben trocknet es schneller aus.

• Nach 5 bis 6 Jahren sackt der Hügel zusammen. Dann muss man nachfüllen oder neu aufbauen.

• Wühlmäuse fühlen sich im lockeren Hügel sehr wohl – Wühlmaussperre einbauen.

Welche Pflanzen fühlen sich im Hügelbeet besonders wohl?

• Am Anfang alles, was viel Nährstoffe braucht; Z. B. Kürbis, Zucchini, Gurken, Sonnenblumen lieben die Wärme und die frischen Nährstoffe.

• Tipp: Kürbis und Zucchini an den Rand pflanzen.

• In nicht mehr ganz so frisches Hügelbeet wächst auch alles andere.

Vom Hügel geht’s jetzt in die Tiefe: Was ist ein Trichterbeet?

• Rundes Beet mit Vertiefung.

• Wird auch Kraterbeet genannt.

• Wasser läuft automatisch in die Mitte.

• So wird’s gebaut: In der Mitte kegelförmig ausheben, aus dem Aushub einen Wall bilden.

• Norden Wall höher machen wegen Windschutz, Süden Wall niedriger wegen Sonne.

• Schützt Pflanzen vor Temperatur-Extremen und reduziert Wasserverbrauch.

Also perfekt für trockene Sommer?

• Ja. Gerade in trockenen oder windigen Regionen sehr praktisch.

• Mitte ist feucht und warm.

• Am Wall ist es trockener und windgeschützter

• Nachteil: Man muss viel Erde ausheben und stabil bauen, sonst rutscht die Erde ab.

Welche Pflanzen fühlen sich im Kraterbeet wohl?

• Mitte = feucht und windstill, warmer Boden

• Tomaten, Paprika, Auberginen, Melonen, Gurken, Zucchini, Basilikum.

• Hänge = trockener, Sonneneinstrahlung je nach Lage unterschiedlich

• Radieschen, Petersilie, Buschbohnen, Feldsalat, Zwiebeln, Möhren, Salate.

• Wallzone = trocken mit viel Sonne

• Bestens für Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano, Lavendel, sowie Wildstauden und insektenfreundliche Pflanzen wie Wegwarten, Natternkopf, Wiesensalbei, Katzenminze, Wilde Möhre, Hornklee, Storchschnabel, Gundermann.

Das hier klingt verrückt: Gemüse in Stroh pflanzen.

• Ja, das ist die Strohballen-Kultur. Wurde zufällig auf einem Bauernhof in den USA entdeckt.

• Joel Karsten hat beobachtet, dass kräftiges Unkraut in alten Strohballen besonders gut wächst.

• Ab den 1990er Jahren damit experimentiert, Pflanzen direkt in vorbereitete Strohballen zu setzen.

• Prinzip: Stroh verrottet und gibt Wärme ab. Vorteile:

• Man braucht keinen guten Gartenboden und die Pflanzen wachsen schneller.

• Keine Bodenbearbeitung und fast kein Unkraut jäten.

• Weniger Krankheiten, keine Bodenmüdigkeit.

• Nachteil: Braucht Vorbereitung, muss oft gegossen werden, enthält von sich aus kaum Nährstoffe.

• Funktioniert im Prinzip auch auf dem Balkon oder der Terrasse.

Wie legt man eine Strohballen-Kultur an?

• Strohballen (am besten Bio) an einen sonnigen Platz mit der Schnittseite nach oben in Reihen aufstellen.

• Die kleinen, quaderförmigen Strohballen bekommt man z.B. beim nächsten Reiterhof.

• 3-4 Wochen vor dem Pflanztermin mit dem „Aktivieren“ beginnen. Normalerweise streut man reichlich mineralischen Rasendünger auf die Ballen und gießt ordentlich.

• Naturgemäße Alternative: Neudorff Vegane Hornspäne (neudorff.de/produkte/azet-vegane-hornspaene)

• Ballen gut wässern, gute Portion (1 Tasse) Neudorff Vegane Hornspäne draufstreuen, eingießen.

• 2 Wochen lang alle zwei bis drei Tage wiederholen, bis Rotte begonnen hat (süßlicher Geruch).

• An Tagen ohne Dünger nur gießen; bei Regen abdecken, damit Nährstoffe nicht auswaschen.

• Danach 5 cm NeudoHum Tomaten- & GemüseErde (neudorff.de/produkte/neudohum-tomaten-und-gemu…) auf den Ballen aufbringen, andrücken.

• 3-4 Wochen nach dem Aufstellen ist der Ballen bepflanzbar: Aussäen oder Jungpflanzen setzen.

• Regelmäßig gießen! Stroh trocknet schnell aus.

• Am Ende der Saison das verrottete Stroh als Mulch oder Bodenverbesserung im Garten verteilen.

Welche Pflanzen kann ich in die Strohballen setzen?

• Z. B. Tomaten, Paprika, Salat, Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch. Möhren, Radieschen, Erdbeeren, Mangold, ….

• Nach 4-6 Wochen nachdüngen mit Azet Hochbeet- & GemüseDünger. (neudorff.de/produkte/azet-hochbeet-und-gemuese…)

Jetzt zu einem geheimnisvollen Beet: dem Schlüsselloch-Hochbeet. Was hat es damit auf sich?

• Sieht aus wie ein rundes Hochbeet mit einem Eingang in Schlüssellochform.

• In der Mitte steht ein Korb, in den man Grünschnitt/Küchenabfälle wirft (= Kompost)

• Beim Verrotten geben die Abfälle die Nährstoffe direkt ins Beet ab.

• Super effizient, platzsparend und durch den Eingang sind alle Stellen im Beet sind gut erreichbar.

Klingt genial. Aber gibt’s auch eine Schattenseite?

• Bau ist aufwendig: stabile Umrandung (ca. 80 hoch), Kompostbehälter, Schichtaufbau wie Hochbeet.

• Kompost muss gepflegt werden.

Und welche Pflanzen passen in das Schlüssellochbeet?

• Fruchtgemüse wie Tomaten, Auberginen, Paprika, Bohnen und Gurken.

• Blattgemüse wie Mangold, Spinat und Salate.

• Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Zwiebeln.

• Nicht geeignet für Kräuter und Schwachzehrer (zu nährstoffreich).

Wie pflegt man ein Schlüssellochbeet?

• Mulchen hilft, Feuchtigkeit zu bewahren und Unkraut zu reduzieren.

• Gießen gerne durch den Kompostkorb in der Mitte

• Immer wieder Kompostmaterial in den Korb werfen.

Mehr Beetformen:

• Rahmenbeete mit Holz oder Stein.

• Klassische Flachbeete.

• Dekorative Kräuterspiralen.

• Ich würde sagen, das ist Stoff für eine weitere Episode!

3 Tipps

• Trau dich zu experimentieren!

• Denk daran: Verschiedene Beetformen brauchen unterschiedlich viel Pflege.

• Jedes Beet lebt und verändert sich – nach ein paar Jahren lohnt ein Neustart.

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