
Einfach natürlich Gärtnern· Folge 153
Gründüngung - Bodenkur im Spätsommer
Freitag, 7. August 2026 · 17 min
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Shownotes
So wird der Boden bis zum Frühjahr locker und humusreich.
Gründüngung im Spätsommer/Herbst
Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter neudorff.com
Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an sabine.klingelhoefer@neudorff.com
Der Spätsommer steht vor der Tür. Zeit für eine Ruhepause im Gemüsegarten oder Zeit für ein Projekt?
• Natürlich für ein Projekt!
• Spätsommer = bester Zeitpunkt für Boden-Wellness.
Warum sollte ich mich ausgerechnet jetzt um den Boden kümmern?
• Meisten Gemüsebeete sind abgeerntet. Viele denken: Gartenjahr endet langsam.
• Tatsächlich jetzt ein idealer Zeitpunkt für Bodenpflege.
Warum das?
• Boden noch warm, Samen von Gründüngung keimen schnell.
• Ohne Gründüngung kann der Herbstregen Nährstoffe auswaschen.
• Offene Böden verschlämmen außerdem über den Winter leicht.
• Und die Mikroorganismen sind besser geschützt über den Winter
• Gründüngung wirkt wie eine schützende Decke fürs Beet.
• August bis Anfang Oktober = perfekte Zeit für Gründüngung.
• Achtung bei spätem Start: Ab Mitte Oktober lieber winterharte Arten wie Winterroggen wählen. Abfrierende Pflanzen wachsen dann nicht mehr genug.
Was ist Gründüngung eigentlich?
• Pflanzen werden nicht zur Ernte angebaut, bleiben nur vorübergehend auf dem Beet.
• Vorteil: Pflanzendecke schützt vor Erosion und unterdrückt Unkraut; Wurzeln lockern den Boden.
• Im nächsten Jahr: Mikroorganismen und Regenwürmer werden durch die zusätzliche organische Substanzaktiviert -> fördert Humusbildung.
Wann lohnt sich Gründünung besonders?
• Eigentlich immer. Aber besonders, wenn du das hier willst:
• Tiefenlockerung des Bodens, besonders nach dem Bauen.
• Mehr Humus im Boden, weil aus den im Boden bleibenden Wurzeln Humus wird.
• Mehr Mikroorganismen, Regenwürmer etc. Denn die brauchen Futter, sonst wandern sie ab.
• Mehr Bodenorganismen machen den Boden lockerer, denn ihre Ausscheidungen verkleben Bodenteilchen und führen zu stabiler Krümelbildung.
• Durch Leguminosen wie Lupine und Klee reichert sich Stickstoff im Boden an.
• Unkraut unterdrücken.
Welche Gründüngungspflanzen eignen sich für Einsteiger?
• Am einfachsten: Arten, die im Winter von selbst abfrieren.
Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia)
• Wächst rasant, lila Blüten, Insektenmagnet.
• Aussaat bis Ende Oktober möglich, optimal aber bis Mitte September – kommt auch auf die Gegend an.
• Unter 5-8 Grad in der Nacht, stellt Phacelia das Wachstum fast völlig ein.
• Friert bei Aussaat im Herbst sicher ab, Beet lässt sich im Frühjahr leicht bearbeiten.
• Fruchtfolge-neutral.
Gelbsenf (Sinapis alba subsp. Alba)
• Bildet extrem schnell viel Grünmasse, leuchtend gelbe Blüte, gute Bienenweide.
• Aussaat bis Ende September möglich, wächst auch bei kühlen Temperaturen zügig.
• Friert sehr leicht und zuverlässig ab, Reste zerfallen zu einer dünnen Schicht.
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
• Bedeckt den Boden im Handumdrehen, hält den Boden mit feinen Wurzeln fest, Insektenweide (bei Aussaat bis Mitte August).
• Aussaat im August nötig, damit er vor dem Frost ausreichend Laub und Wurzeln bildet; sehr frostempfindlich.
Was gibt es sonst noch für den Herbst?
Die Stickstoffsammler (Leguminosen): binden Stickstoff aus der Luft und düngen das Beet für Starkzehrer im nächsten Jahr.
• Winterwicke: Extrem winterhart, bildet lange Ranken. Lockert den Boden tief auf.
• Wintererbse: Bringt viel organische Masse, liefert im Mai zusätzlich eine frühe Ernte.
• Inkarnatklee: Schützt den Boden im Winter, blüht im Frühjahr karmesinrot. Lockert den Boden.
• Luzerne: Extrem tiefe Pfahlwurzeln, bricht selbst harte Bodenverdichtungen auf. Mehrjährig.
Die Doppelnutzer (Gründüngung & Ernte): kann man im Winter oder Frühjahr sowohl essen als auch als Bodenschutz nutzen.
• Spinat: Schnellwachsend, schützt vor Erosion. Liefert frisches Grün für die Küche.
• Feldsalat: Bodenschutz für den Winter, Ernte bis in das Frühjahr möglich.
Die Humus- und Strukturverbesserer:
• Rauhafer: Sehr robustes Gras, bildet extrem dichte Wurzeln, unterdrückt Unkraut hervorragend. Stirbt bei starkem Frost (unter -5 °C) manchmal ab.
• Gemeiner Lein (Flachs): Verträgt leichten Frost. Sehr filigranes Wurzelsystem, hinterlässt eine feine Bodenkrümelung.
Wichtiger Unterschied zu Buchweizen, Gelbsenf und Bienenfreund:
• Überleben i.d.R. den Winter
• Müssen im Frühjahr (März/April) händisch abgemäht, untergegraben oder eingearbeitet werden, bevor man neues Gemüse pflanzen kann.
Es gibt auch Mischungen. Sind die besser als einzelne Pflanzenarten?
• Oft ja.
• Mehr Biodiversität im Beet -> mehr Nahrung für verschiedene Nützlinge.
• Vielseitige Bodenverbesserung -> Tiefwurzler (Ölrettich, Ackerbohne) lockern den Unterboden. Flachwurzler (Gelbsenf, Phacelia) stabilisieren die Krume.
• Optimale Nährstoffnutzung: Schmetterlingsblütler/Leguminosen (z.B. Erbsen, Kleearten) sammeln Stickstoff aus der Luft. Kreuzblütler/Brassicaceae (Gelbsenf und Ölrettich) schließen Phosphor auf. (besitzen spezielle Wurzelausscheidungen, die im Boden festsitzenden, blockierten Phosphor lösen und ihn für nachfolgende Gemüsepflanzen verfügbar machen.
• Höhere Ausfallsicherheit: Wächst eine Art wegen Trockenheit schlecht, füllt eine andere die Lücke.
• Ganzheitlicher Erosionsschutz: Unterschiedliche Blattformen bedecken den Boden lückenlos.
Schritt für Schritt: Wie wird ausgesät?
• Pflanzenreste entfernen.
• Boden mit dem Rechen oberflächlich lockern, nicht umgraben.
• Saatgut gleichmäßig verteilen, möglichst dicht aussäen.
• Je dichter der Bewuchs, desto besser der Schutz.
• Samen leicht einharken (Phacelia ist Dunkelkeimer).
• Für guten Bodenschluss leicht andrücken und angießen.
• In Trockenzeiten erstmal feucht halten
• Danach übernimmt die Natur.
Muss man vorher noch mal düngen?
• Nein. Pflanzen sollen vorhandene Restnährstoffe aus dem Boden aufnehmen.
• Ziel: vorhandene Nährstoffe im Boden halten.
• Zusätzlicher Dünger ist normalerweise unnötig.
Fun Fact: Ölrettich – so stark wie ein Presslufthammer („Bio-Drilling“)
• Wurzel von Ölrettich knackt selbst Beton-ähnliche Bodenverdichtungen.
• Bildet kräftige Pfahlwurzeln 150 Zentimeter tief.
• Hat sich die Wurzel erst mal platziert, dehnt sie ihren Durchmesser aus und sprengt den Boden
• Nach dem Absterben bleiben kleine Luft- und Wasserkanäle im Boden zurück.
• In die können die Gemüsewurzeln im nächsten Frühjahr gut wachsen.
Was passiert im Winter?
Abfrierende Arten (z.B. Phacelia, Gelbsenf):
• Pflanzen sterben bei Frost ab.
• Laub und Stängel bleiben als schützende Mulchschicht liegen.
• Schützen den Boden vor Regen und Erosion.
• Zerfallen über den Winter immer mehr, im Frühjahr ist kaum noch was übrig
Winterharten Arten (z.B. Luzerne, Winterwicke):
• Wachsen langsam weiter.
• Müssen im Frühjahr entfernt oder eingearbeitet werden.
Warum abfrierende Arten für Anfänger praktisch sind:
• Bei später Aussaat keine Samenbildung und keine Gefahr der unkontrollierten Aussaat.
• (Bei früher Aussaat vor der Samenbildung unbedingt runterschneiden).
• Weniger Arbeit im Frühjahr.
Welche Fehler sollte man vermeiden?
Gleiche Familie:
• Senf und Ölrettich gehören zu den Kreuzblütlern.
• Kohl, Radieschen und Rucola ebenfalls.
• Nicht direkt hintereinander anbauen.
• Gefahr gemeinsamer Krankheiten wie Kohlhernie.
• Alternative: Phacelia – ist neutral und passt fast immer.
Zu spät aussäen:
• Ab November lohnt sich die Aussaat oft nicht mehr, Gründüngung wächst dann zu langsam.
Wintergemüse geplant?
• Wer bald noch Wintergemüse pflanzen will, sollte auf Gründüngung verzichten.
Was passiert im Frühjahr mit den Resten?
• Zwei bis vier Wochen vor neuer Aussaat Pflanzenreste oberflächlich einarbeiten. Nicht tief umgraben.
• Bodenleben möglichst wenig stören.
• Mikroorganismen zersetzen Pflanzenmaterial. Daraus entsteht neuer Humus.
Was ist am Ende der Gewinn?
• Lockerer, krümeliger Boden.
• Mehr Humus.
• Mehr Regenwürmer und andere Organismen, die den Boden …
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Also wer das mit der Gründüngung mal erfunden hat, der müsste eigentlich immer noch einen Nobelpreis kriegen. Ich liebe sie einfach und deswegen rede ich auch so gerne drüber. Einfach natürlich Gärtnern! Katharina Morg in Gespräch mit Sabine Klingelhöfer Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
einfach in natürlich Gärtnern, der Podcast für Gartennörds- und Pflanzenfreundinnen. Und alle die es noch werden wollen! Sabine wir handeln heute mal wieder ein richtig praktisches Thema eigentlich wirklich für absolut jeden Gartenfern etwas und vielleicht auch für den einen oder anderen Landwirt wie wir gerade besprochen haben.
Ja, genau. Hört ruhig hin. Sabine, der Spätsommer steht jetzt vor der Tür also naht die Zeit für eine Ruhepause im Gemüsegarten? Oder ist jetzt doch wieder die Zeit fürs weiteres Projekt? Auf jeden Fall. Ein weiteres Projekt, ein kleines Projekt! Aber natürlich ... Denn im Spätsommer ist das der beste Zeitpunkt um was für die Bodenwellenes zu tun?
Die Bodenwellen. Das klingt ja richtig entspannt. Aber warum sollte ich mich denn jetzt gerade um diese Wellness vom Boden kümmern? Weil jetzt im Spätsommer also August, September bis Oktober da ist der Boden noch warm. D.h., die Samen von Gründungungspflanzen keimen ziemlich schnell Und wenn ich den Boden nicht bedecke mit Pflanzen wie diesen Gründerungspflanzen, dann kann der Herbstregen die ganzen Nährstoffe auswaschen.
Das ist schon mal Punkt eins. Punkt zwei ist. offene Böden, also nackte Böde verschlemmen über den Winter leicht. und wenn man so einen schweren Boden hat, also so ein lemigen oder tonigem Boden, dann hat man bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr das Gefühl, man läuft über Beton weil das richtig fest geworden ist.
dass es auch ein Grundgründigung einzusetzen. Außerdem schützt es besser die Mikroorganismen über den Winter, wenn der Boden bedeckt ist dann frieren sie nicht so tatsächlich. Da wirkt die Gründigung tatsächlich wie eine schützende Decke für's Beet. und ja das geht bis August bis Anfang Oktober da kann man die meisten Sachen aussehen.
später ist dann höchstens noch so winterrocken oder so ganz harte im Nehmen möglich. Sob ich nicht, was ist denn Gründüngung eigentlich? Ist das jetzt Dünger der Grün-Ist oder wie kann man sich das vorstellen? Ja, der Begriff Gründüngung, der ist wirklich ein bisschen blöd weil er verwirrend ist. Ein bisschen!
Ein bisschen...gründüngungen. da geht es immer um Pflanzen also die eigentliche gründüngen das sind die pflanzen. die werden aber nichts zu Ernte angebaut sondern bleiben nur vorübergehend auf dem Beet und sind nur und ausschließlich dafür dar dass sie den Boden verbessern. das heißt Wie eben schon gesagt, ganz viele Vorteile.
Erosion wird vermindert, Unkraut wird auch unterdrückt. und das Beste ist die Wurzeln gehen zum Teil ja sehr tief in den Boden und lockern ihn dadurch. Und im nächsten Jahr gibt es unfassbar viel mehr Mikroorganismen und Regenwürmer weil sie natürlich total viel Nahrung dann bekommen und das wiederum fördert auch die Humusbildung im Boden.
Wow! Also das lohnt sich ja richtig. aber wann lohnt's sich besonders? Ja, eigentlich immer. Also es ist auch nicht damit getan dass man's nur einmal macht und denkt ja jetzt habe ich Ergründungen gemacht und so jetzt die nächsten zehn Jahre bin ich safe. Das sollte man möglichst immer wieder überlegen.
wo hab' ich jetzt eine Fläche? Kann doch nur kleine sein kann auch nur so ein Beet von weiß ich nicht zweimal vier Metern sein wo man das macht weils gerade nackig ist weil alles abgeerntet is'. Also es lohnt sich immer, ganz besonders und unbedingt machen ist wenn man gerade gebaut hat. Und die Baufahrzeuge so hin und her über den Boden gefahren sind und der so richtig verdichtet ist dann lohnt es sich besonders denn diese Gründungspflanzen gehen zum Teil bis in zwei Meter Tiefe da kommt kein Spaten hin und brechen diese Verdichtungen eben auf.
Wow, die haben ja richtig Power! Ja, sie haben wirklich richtig Power, richtig doll... Und bringen dadurch – weil die Wurzeln auch später im Boden bleiben – bringen dadurch auch in die tieferen Schichten eben Humus rein. Lockern den Boden also tiefgründig auf, bringen da Humus was wieder dazu führt, dass der Boden mehr Wasser speichern kann.
Lockere wird... Also ich kann es einfach nur jedem empfehlen. und wenn man bei manchen Pflanzen ist das sogar so, da muss ich noch grad sagen Es gibt Pflanzen die eine pflanzene Gruppe nennt sich Legominosen. Und das auch mit Lego zu tun? Niedlich ne? Dazu gehören Lupine oder auch Klee und die reichern auch noch den Boden ganz aktiv mit Stickstoff an, weil sie denen aus der Luft heraus aufnehmen und in den Boden reinbringen.
Stickstoff? Auch ein ganz wichtiges Element immer im Erde! Ja. So wie eine. welche Gründungspflanzen eignen sich denn für Einsteiger ganz besonders?! Was ich es ja schön finde ist der Bienenfreund, die Facelia, die blühen Solila Das ist ja auch eher so eine ungewohnte Farbe. Sieht man auch manchmal auf den Feldern und der heißt natürlich Bienenfreund, weil die Pflanze Bienen und andere, also Honigbienen und Wildbienen usw., ganz doll anlockt, weil da viele Nektar- und Pollen zu holen sind.
Wächst sehr schnell. Die Aussaat ist bis Ende Oktober eigentlich möglich. Es ist aber auch so ab fünf bis acht Grad in der Nacht stellt die Facelia ihr Wachstum fast völlig ein friert auch nach der Aussaat im Herbst sicher über den Winter ab. Also ich muss jetzt nicht sagen, oh Gott was mache ich dann im Winter?
Und das Beet lässt sich sehr leicht bearbeiten im nächsten Frühjahr. Dann gibt es noch den Gelbsenf. Den finde ich super weil er auch sehr schnell wächst ist auch eine ganz gute Bienenweide blüht gelb und vor allen Dingen wurzelt er sehr tief also wirklich bis zwei Meter tiefer viel tiefer als die Facilia und ist dadurch für die Bauherrenen besonders gut geeignet, würde ich sagen.
Und dann gibt es noch den Buchweizen – das finde ich immer ganz lustig, weil ich habe lange gebraucht bis ich kapiert habe dass der auch eine gute Gründungspflanze ist also da ganz normale Buchweißen, denen man auch für buchweizen Ernte verwenden kann. Der wächst sehr schnell, bedeckt dem Boden also auch sehr schnell und hinterlässt auch einen sehr feinkrümeligen Boden.
allerdings muss man den am besten bis Anfang August ausgesehen haben, weil der doch ein bisschen frostempfindlich ist. Und was gibt es da sonst noch so für den Herbst jetzt? Was man aussehen kann das sind eben diese Leguminosen zum Beispiel. Da gibt's die Winterwicke, die Wintererbse, den Inkarnatklee und auch die Luzerne Und das ist alles eher nicht so zum Ernten geeignet?
Das klingt alles sehr lecker. Also die Wintererbse kannst du tatsächlich ernten und zwar im nächsten Jahr, im Mai. Oh ja! Ja also sie schafft es über den Winter. keine Ahnung mit welchen Mechanismen? gibt's aber bestimmt Forscher die das wissen. Aber die kannst Du im Herbst aussehen und im Mai kannst Du erbsen.
Die sind nicht ganz so super duperzart wie die, die man den Sommer über anbaut. Ich hab das in mir auch schon mal ausprobiert. Aber kann man essen? Kann man machen! Also dann hast Du sogar einen Doppelnutzen. Doppelnutzen hast Du übrigens auch wenn Du Spinat aussehst. der ist eigentlich auch eine gute Gründergungspflanze und auch Feldsalat.
Mhm also doch noch was für ein Magen. Doch nach was für'n Magen? Hast Du Hunger? Ist jetzt gerade Mittagszeit? Ich glaube ja. Man gab noch nicht so viel. Dann gibt es noch die Humus- oder Strukturverbesserer, nämlich den Rauhafer. Das ist ein Gras und der macht sehr, sehr dichte Wurzeln und unterdrückt damit das Umkraut sehr gut.
also vielleicht auch was für die Gierschflächen. Und auch den Lein, also den Flachs da wo früher und auch heute noch Leinen draus gewonnen wird. Der verträgt sogar leichten Frost und hinterlässt auch einen sehr grümeligen Boden. die man eben im Herbst auch noch aussehen kann. Es gibt noch viel mehr, die man im Sommer aussehen können.
Aber jetzt sind wir ja gerade im Herb und da geht doch mehr als man so denkt! Es gibt ja auch so Gründüngungsmischungen. Haben die jetzt irgendwelche Vorteile gegenüber einzelnen Pflanzenarten? Ja ich finde sie sogar ganz gut diese Mischungen weil da hast du gleich automatisch mehr Biodiversität im Beet.
Das heißt, du bietest auch Nahrung für verschiedene Nützlänge. Weil manche lieben eher die offenen Blüten. Manche brauchen Lippenblütler-Blüten um da ihren Rüssel reinzuschieben. Also das macht schon sehr viel Sinn und es gibt auch dadurch so eine noch bessere Bodenverbesserung. Ja aber ich sag's jetzt einfach so... Es ist ja wie es ist!
Dann hast Du halt Tiefwurzler dabei und auch welche, die an der Oberfläche den Boden schön krümlich machen. also Ich find das sehr, äh ... Sehr gut. Und es gibt auch eine bessere Sicherheit oder eine größere Sicherheit. also wenn du verschiedene Pflanzen aussehst könnte ja sein dass der einen oder anderen Pflanze dein Boden nicht so richtig gut gefällt und bei verschiedenen Mischungen hast du natürlich dann ne bessere Bandbreite.
Wenn das eine nicht geht dann geht vielleicht das andere. Okay dann fangen wir mal Schritt für Schritt an. Wie sehe ich denn aus? Auspacken drauf schmeißten abwarten Ja, so ein bisschen Mühe müsstest du dir schon geben. Also erst mal das was auf dem Beet noch drauf ist alles wegräumen. also Pflanzenreste Steine und so weiter.
wirklich weg damit Du musst jetzt nicht tiefgründig lockern. Du kannst es tun um den Gründungspflanzen leichter zu machen aber es reicht wenn du den Boden mit einer Hake mit einem Rechen oberirdisch ein bisschen aufkratzt Und dann tatsächlich die Samen gleichmäßig verteilen. Dann ist die Kunst den Samen leicht einarbeiten, weil manche brauchen Dunkelheit zum Keimen.
Zum Beispiel die Facelia. Die wollen von der Erdschicht überdeckt sein und dann erst mal feucht halten auch. Danach übernimmt die Natur aber in den ersten zwei Wochen darauf achten das nichts austrocknet. Weil wenn diese ganz kleinen Keimlinge vertrocknen sind sie auch hin. also da ein bisschen aufpassen.
Okay ich glaube das kriege ich hin. muss man denn vorher noch einmal düngen? Damit das gut wächst? Nein, brauchst du nicht. Die sind sehr anspruchslos was erstaunlich ist weil die wirklich viel Biomasse produzieren können. aber denen reicht was im Boden da ist also dünn auf gar keinen Fall. ich habe auch noch so einen kleinen Fun-Fact zum Ölrettich immer her damit.
Da gibt's so ein Artikel wo es darum geht dass der wie ein Presslufthammer wirkt und damit ein Biodrilling machen würde. lustig oder? Aber dem bewegt sich doch gar nicht! Ja eben doch. Also er läuft natürlich nicht rum, ist ja klar. Aber die Wurzeln wachsen in den Boden logisch und haben auch einen dicken Wachstum diese Wurzel.
Das heißt sie dehnen sich in alle Richtungen auf und dadurch sprengt der wirklich solche schweren verfestigten Bodenplatten im Boden regelrecht auf weil der so eine Kraft entwickelt. ich meine wir kennen das von Pflanzen die sich durch den kleinsten Riss im Asphalt bewegen können und wachsen können, aber der Ölrettich ist besonders hammerhard.
Wow! Schafft er auch Beton? Nee ... Gott sei Dank nicht. Was passiert denn im Winter mit den ganzen Sachen? Also friert das dann ab? Muss sie mich danach noch mal drum kümmern? oder ist es dann getan mit dem einmaligen Einsäen? und dann macht die Bodenverbesserung so ihre Bodenverbesterungs-Dinge? Bodenverbesserungsdinge super.
Ja, also ... Es ist so, du siehst es aus. Das wächst alles und so weiter und am besten finde ich es immer wenn es dann über den Winter abfriert. So das tun die meisten also wie Facelia, Gelbsämpfe und so die frieren bei Frost einfach ab. Das heißt die kippen um werden braun und bis zum Frühjahr bist du dich das erste mal wieder so im Garten richtig kümmersst ist das meiste ziemlich zersetzt.
Da bleibt nicht mehr viel übrig. Das kannst du dann im nächsten Frühjahr zusammenrechen und auf den Kompost bringen oder einfach auf Stellen in Bet bringen, wo es nicht stört und weiter sich zersetzen kann. Das Schöne ist dass das so eine automatische natürliche Mulchschicht für den Winter, für dem Boden als Schutz.
Was anderes ist mit den winterarten Arten also Winterwickeluzerne die wachsen sogar auch im Winter ein bisschen weiter Und die musst du dann im Frühjahr tatsächlich entfernen oder auch richtig einarbeiten. Du kannst sie aber auch einfach absenzen und woanders hinbringen zum Mulchen, diese Pflanzenreste.
Ich finde dieser abfrierenden Arten für Anfänger besonders praktisch weil wenn du sie im September-Oktober aussehst, dann bilden die gar keine Samen mehr und du musst keine Angst haben dass Sie sich im nächsten Jahr wieder melden und sagen hier sind wir und wir wollen wieder wachsen Und du hast eben viel weniger Arbeit im Frühjahr mit diesen absterbenden Arten.
Okay, es gibt ja. also so einfach das alles klingt ist ja gut und schön aber da geht's doch mit Sicherheit trotzdem Fehler die ich machen kann oder? Ja! Also ich finde dass das einfacher als man denkt. vielleicht Es gibt ein paar Sachen die sollte man vermeiden. also Fehler würde ich jetzt nicht gerade sagen.
Senf und Öl rettig, die haben wie gesagt tolle Eigenschaften. Was sie aber blöd als Eigenschaft haben ist, dass sie verwandt sind mit den Kohlarten. Die gehören zur gleichen Familie und bei Kohl kann es diese Krankheit geben, die Kohlherni kommt wenn ich immer wieder Kohl auf der gleichen Stelle anbauer also nach drei Jahren sollte man eine Pause machen.
Und so Kohlfans wie ich, die sollten also als Gründigungspflanze Kohl verwandte, wir sind von Ölrettich einfach meiden. Einfach nicht anbauen. Weil die dann auch dieselben Nährstoffe ziehen würden wie der Kohl? Ja und weil sich auf Dauer eben diese Krankheit so stark ansiedelt dass sie wirklich zu Ertragsausfällen führen kann.
deswegen sollte ich das vermeiden. es gibt ja auch genügend andere Arten die ich einsehen kann. Eine andere Fehler wäre zu spät auszusehen. also ab November lohnt sich das Ganze meistens nicht mehr. Da geht vielleicht noch der Winterrocken, aber auch das eher mühsam. November ist einfach zu spät, dann wächst es nicht mehr und wird nicht mehr winterhart und so.
Und wer jetzt im Spätsommer oder Frühherbst noch vor hat, Wintergemüse zu pflanzen wie Grünkohl zum Beispiel? Der sollte natürlich auch keine Gründung machen weil so schnell ist er später nicht wieder frei! Hm, das wird knapp. Sabine was passiert denn dann im Frühjahr mit den Resten? Also einfach legen lassen, das war ja meine Lebensoption.
Ja, das ist auch die beste Option tatsächlich wie immer. Was man auf gar keinen Fall machen muss und sollte, ist das Ganze einzuarbeiten. Das ist eigentlich gar nicht nötig. also am besten bleibt es einfach liegen und verrottet da mit der Zeit zuvor sich hin. Und du willst ja auch das Bodenleben gar nicht so doll stören und Du willst dass daraus neuer Humus wird Lass es liegen, da wo du neu aussehen willst.
Da schiebst du es halt ein bisschen zur Seite. Okay ich glaube das kriege ich hin. und was habe ich jetzt am Ende gewonnen wenn ich wirklich mal so einen ja mindestens mal ein Jahr diese Gründung durchgezogen habe? Ja, du hast auf jeden Fall einen lockeren krümeligen Boden der leicht zu bearbeiten ist.
Der hat viel Humus kann dadurch viel Wasser speichern Du hast viel mehr Regenwürmer und andere Organismen die den Boden wirklich richtig viel fruchtbarer machen. Du hast mehr Nährstoffe im Boden. Du brauchst also weniger Dünger Und du hast weniger Arbeit und weniger Mühsal beim Start in die nächste Gartensaison.
Ich glaube, das lohnt sich. Sabine, es ist aber trotzdem ein umfangreiches Thema gewesen? Ich sehe's ein! Ja ... war schon wieder viel. Stimmt. Was machen wir da? Drei Tipps? Fass mal drei ultimative Tipps. Ich bemühe mich. Also Gründüngung, Tipp eins, wann immer möglich aussehen auch die kleinste Fläche hilft.
der Boden sagt Danke Abfrierende Arten nutzen und den Frost für sich arbeiten lassen, also keine Winterharten würde ich empfehlen. Und im Frühjahr die Biomasse wirklich nicht richtig einarbeiten sondern liegen lassen und vor allen Dingen die Wurzeln im Boden lassen. So machen wir das! Wenn ich jetzt doch noch Fragen habe an dich... Anneudorf, irgendwelche Gartenthemen.
Wenn ich Kontakt aufnehmen möchte, Lobkritik irgendwas! Wie kann man dich denn erreichen? Ich bringe wieder sehr gerne meine E-Mailadresse in die Show Notes und freue mich übrigens auch über Themenvorschläge. wir freuen uns natürlich auch über Likes bei Spotify oder so aber auch Lob & Kritik wirklich gerne.
ihr könnt uns aber auch in unserem Forum auf neudorf.com schreiben und über Facebook und Insta direkt Nachrichten schicken. also nutzt sämtliche Möglichkeiten Genau. Und über positive Bewertungen auf dem Podcast-Plattformen freuen wir uns natürlich auch! Ja, sehr gerne. Hör mir den Sternchen! Dann bis zum nächsten Mal einfach natürlich Gärtnern.
Macht's gut, tschüss! Das war der Podcast. Einfach Natürlich Gärtnan mit Katharina Morg und Sabine Dlingelhöfer. Mehr zum Thema gibt es auf neudorf.de.