Einfach natürlich Gärtnern· Folge 84

Stauden einfach pflegen

Donnerstag, 8. August 2024 · 18 min

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Shownotes

Was brauchen die Blumen eigentlich das Jahr über?
Stauden pflegen

Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter neudorff.de

Was sind Stauden?

• langlebige, krautige Pflanzen, die jedes Jahr wieder kommen

• unfassbare Vielfalt (Formen, Farben, Strukturen) macht den Garten lebendig

• gibt’s in allen Farben des Regenbogens, viele duften sogar

• heimische Arten sind oft gut für Bienen und nützliche Insekten, weil sie Nektar und Pollen haben

Sicherlich muss man Stauden gut pflegen, dass sie immer wieder kommen!

• Ein bisschen Pflege schadet nicht.

• Je nachdem, was man anpflanzt, macht die Pflege mehr Arbeit oder weniger.

• Wildstauden sind meistens ziemlich pflegeleicht, Prachtstauden brauchen mehr Zuwendung

• Aber: die Vielfalt ist riesig, die Pflege kann sich unterscheiden!

Wie sieht es mit dem Düngen aus?

• Du hast schon viel gelernt! Düngen ist wichtig, damit die Stauden kräftig und gesund wachsen und genügend Nährstoffe für prächtige Blüten haben.

• Am besten organischen Dünger verwenden, wie den Neudorff Azet StaudenDünger (neudorff.de/produkte/azet-staudenduenger.html)

• kombiniert Sofort- und Langzeitwirkung (bis zu 3 Monaten)

• macht die Pflanzen widerstandsfähig gegen Trockenheit, Krankheiten und anderen Stressfaktoren

• mit MyccoVital für das Wurzelwachstum und Mikroorganismen für vitalen Boden

• Anwendungszeitraum: Februar bis September.

• das erste Mal mit beginnendem Austrieb düngen

• ein weiteres Mal kurz vor/nach der Blüte Dünger geben

• eigener Kompost ist natürlich nie verkehrt

Brauchen alle Stauden gleich viel Dünger?

• natürlich nicht

• Astern, Lilien, Ehrenpreis und Kugeldisteln: 100 g

• Primeln, Pfennigkraut, Christrosen, Tränendes Herz, Fetthenne und Ziergräser: 150 g

• Pfingstrosen, Eisenhut, Mädchenauge, Iris, Rittersporn, Sonnenhut, Frauenmantel: 200 g

Wie macht man das mit dem Zurückschneiden richtig?

• Zurückschneiden fördert Wachstum und Blühfreude und hält die Pflanzen gesund

• Der wichtigste Rückschnitt ist im Vorfrühling vor dem Neuaustrieb (Schneeglöckchen blühen)

• Wie, hängt von der Staude ab. Generell gilt:

• scharfes Messer oder Gartenschere benutzen

• am besten an einem trockenen Tag

• abgestorbene Blätter und Halme tief zurückschneiden; der Austrieb kommt bei den meisten Stauden aus dem Wurzelbereich – da kann man nichts kaputt machen.

• Bei manchen Stauden wie z.B. Geranium ‚Rozanne‘ kratzt man einfach mit den Fingern oder einem Laubrechen die Triebe vom letzten Jahr weg

• Gräser kann man auch mit der Heckenschere schneiden

• die meisten Bodendecker müssen nur wenig oder gar nicht geschnitten werden. z.B. Vinca: was rauswächst kommt ab – wie beim Friseur.

Warum schneidet man die Stauden nicht schon im Herbst zurück?

• spart Arbeit

• Kleintiere können sich im Winter von den Samen ernähren

• Manche Samenstände sehen gut aus

• Insekten verstecken sich eventuell in den hohlen Stängeln

Und unter dem Jahr? Schneidet man da gar nicht?

• Abgestorbene oder beschädigte Pflanzenteile schneidest man natürlich weg

• Auch verwelkte Blütenköpfe kann man entfernen, um die Blütezeit zu verlängern

• Polster- und Steingartenstauden nach der Blüte um die Hälfte zurückschneiden. Sie wachsen dann buschiger nach und bleiben kompakt

Muss man Stauden jedes Jahr teilen?

• Teilen hält die Stauden jung und verhindert zu dichte, ausufernde Bestände.

• Jedes Jahr teilen ist nicht nötig. Faustregel: alle drei bis fünf Jahre

• Merksatz: Wir teilen nie, wenn die Stauden blühen; der beste Zeitpunkt häufig im Frühling, wenn alles kurz vor Wachstum getrimmt ist, aber die Wurzeln noch kein „Grün“ versorgen müssen.

• Aber dazu gibt es schon eine Extra-Folge.

Was ist mit Staudenstützen?

• Insbesondere Stauden mit großen Blüten und hohen Stängeln brauchen eine Stütze.

• Sie neigen im Sommer dazu, umzukippen.

• Ursachen: Wind, Regen, Gewicht der Blüten

• Sieht schlecht aus und schadet den Pflanzen

• Am besten so früh wie möglich die Stütze anbringen, also wenn die Stängel deutlich zu wachsen beginnen

Wie stützt man Stauden am besten? Was gibt es dafür?

• Traditionell steckt man einen Stab oder mehrere Stäbe neben die Staude in den Boden und bindet die Triebe daran an. Bast oder so, in Form einer Acht.

• Rechtzeitig anfangen! Bei Rittersporn z.B. sobald er 20 cm hoch ist

• Größe: 2/3 der Stängelendhöhe – dann fällt die Stütze gar nicht mehr auf, wenn es drauf ankommt.

• Bei schwachstieligen Pflanzen wie Flockenblume steckt man die Stäbe kreisförmig in den Boden und schlingt eine Schnur drumrum.

• Passionierte Staudengärtner stecken Haselreiser kreuzweise um die Stauden und biegen sie nach innen

• Gibt auch schöne Staudenhalter aus Metall. Einfach mal schauen.

• Wichtig: richtig tief in die Erde stecken. Sonst fällt die Stütze samt Staude um

Benötigen Stauden Winterschutz?

• die meisten nicht, ein Kriterium sind die Winterhärtezonen

• Stauden in kalten, feuchten Wintern mit wenig Schnee brauchen mehr Schutz

• Immergrüne Stauden droht Frosttrocknis

• Was tun

• Beet mit Reisig abdecken

• Laub ins Beet fegen

• im Herbst die Stauden NICHT zurückschneiden

• Niemals Plastikfolie verwenden, Winterschutz im Frühjahr rechtzeitig entfernen

Fällt dir als Gartenprofi noch etwas ein, was unsere Hörer unbedingt wissen sollten?

• Stichwort: Remontierende Stauden
Manche Stauden blühen noch mal, wenn man sie nach der Blüte zurückschneidet:

• Rittersporn, Lupinen, Katzenminze, Zier-Salbei bis auf den Grund zurückschneiden + düngen

• Stichwort: Entspitzen/Chelsea Chop
Blütenjunkies knipsen z.B. bei Sonnenbraut, Rudbeckia und Phlox daumenlang die noch grüne Wachstumsspitze zurück

• Pflanzen verzweigen sich besser, bleiben kompakter, machen mehr Blüten

• Zeitpunkt: wenn die Pflanze 2/3 der Endhöhe erreicht hat; bei Astern z.B im Juni.

• Profis machen das nicht bei allen Trieben auf einmal, sondern mit zeitlichem Abstand, um die Blütezeit zu verlängern

• Stichwort: Gießen

• Junge Stauden brauchen Wasser, um sich zu etablieren; bei trockenem Wetter regelmäßig im Wurzelbereich morgens oder abends gießen

• Prachtstauden und Stauden für Feuchtbereiche bei anhaltender Trockenheit wässern

• Stichwort Unkraut

• Unkraut jäten, solange der Staudenbewuchs nicht flächendeckend ist

• nicht hacken, das beschädigt die Wurzeln; offenen Boden besser mit Mulch abdecken

• Stichwort Schnecken

• haben viele Stauden zum Fressen gern: Funkien, Rittersporn, Sonnenhut

• bis sie groß genug sind mit Ferramol Schneckenkorn (neudorff.de/produkte/ferramol-schneckenkorn.html) schützen

3 Tipps

• Dünge im Frühjahr vor dem Austrieb und ein zweites Mal im Sommer kurz vor/nach der Blüte

• Schneide die Stauden erst im Frühjahr zurück

• Versehe hohe Stauden oder welche mit schwachen Stielen rechtzeitig mit einer Stütze

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