
Eltern-Gedöns· Folge 408
Schlechtes Gewissen: Bremse oder Kompass für Eltern?
Freitag, 15. August 2025 · 7 min
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Shownotes
Wie du erkennst, ob dein schlechtes Gewissen dir hilft – oder dich blockiert
Das schlechte Gewissen ist für viele Eltern ein ständiger Begleiter – ob nach einem Streit, weil wir uns Zeit für uns genommen haben oder weil wir glauben, nicht genug gegeben zu haben. In dieser Folge von Eltern-Gedöns in 5 Minuten erfährst du, wie du unterscheiden kannst, ob dein schlechtes Gewissen dich zu mehr Verbindung und Klarheit führt oder dich unnötig blockiert. Du bekommst Impulse, um bewusster zu handeln – statt dich automatisch zu entschuldigen oder zu verurteilen.
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Kennst du das? Dieses schlechte Gewissen, das sich meldet, weil du an dich gedacht hast oder nicht an dich gedacht hast, weil du mit deinem Kind geschimpft hast oder weil du zu freundlich warst, zu nachgebig. In dieser Folge von "Elterngedöns in fünf Minuten" geht es um das schlechte Gewissen. Wann es dich blockiert und wann es wichtig ist und wie du den Weg dazwischen findest. Aber erst mal schön, dass du eingeschaltet hast. Mein Name ist Christopher Endt und ich unterstütze Eltern darin, die Verbindung zu ihrem Kind zu stärken und die Verbindung zu sich selbst. Auf deinem Weg des Elternseins begleite dich in therapeutischen Einzelsitzungen, in Onlineprogrammen, in Büchern und hier im Podcast. Ein kleiner
Hinweis, ein eigener Sache. Das nächste Programm, da geht es um die Wut der Eltern, wenn die zu groß ist oder sich gar nicht zeigt. Das startet im September, heißt drachenbändigen Infos auf meiner Webseite christopher-endt.de und am Ende dieser Folge. Zum Thema der Folge, das schlechte Gewissen. Was ist das überhaupt ein schlechtes Gewissen? Es ist ein inneres Warnsystem, kannst du dir vorstellen, korrektiv. Und zwar meldet sich das, wenn unsere Werte verletzt werden und zwar deine eigenen Werte und die fremden Werte, also quasi soziale Normen. Und an der Stelle macht sich quasi auch schon ein Konflikt auf. Es gibt ja meine eigenen Werte und die Werte der anderen, die gesellschaftlichen Normenerwartungen, die müssen nicht übereinstimmen. Und das kann schon
ein Konflikt, ein Dilemma geben. Man könnte auch sagen, die Moral, dass das von außen kommt und meine eigene Werte, meine eigene Ethik. Es gibt manchmal so eine Vorstellung, dass das schlechte Gewissen an sich schlecht wäre, weil es ein Korsett bildet, das dich einschnürt. Also diese sozialen gesellschaftlichen Erwartungen und Normen würden das Individuum einschränken. Und es stimmt ja auch. An manchen Stellen kann das wie ein Korsett sein, das die Luft abschnürt. Aber jetzt müssen wir nicht das schlechte Gewissen per se über Bord werfen. Erstmal wie gesagt unterscheiden. Es gibt meine eigenen Werte, es gibt die Werte da draußen. Und dann macht das schlechte Gewissen mich darauf aufmerksam, wenn ich irgendwelche Werte davon vielleicht verletze. Und das es mich darauf
aufmerksam macht, ist super wertvoll, weil ich plötzlich merke, oh wow, ich bin gar nicht mehr auf dem Kurs, ich verfolge gar nicht mehr meine Werte. Und ja, es ist auch wertvoll, die Werte der Gesellschaft zu kennen, in der ich mich begege der Gruppen. Das ist wichtig, wir sind soziale Wesen, deswegen ist es auch wichtig, dass wir eine Rücksicht nehmen. Insofern fördert das auf eine Weise Empathie und soziale Verantwortung, hilft die Grenzen anderer wahrzunehmen und zu respektieren, hilft auch meine eigenen Werte wahrzunehmen und zu respektieren. Dann ist ein schlechtes Gewissen super, super hilfreich. Und natürlich kann ein schlechtes Gewissen auch überregt sein. Wenn wir da so den Begriff verhalten könnten, also dann wird es toxisch oder übermächtig. Es ist
dauerhaft aktiv, auch ohne dass eine konkrete massive Grenzüberschreitung vorliegt. Dann beginne ich quasi vorausschauend, wie so ein Peoplepleaser immer zu versuchen, es anderen recht zu machen. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, es drückt mich runter, jede meiner Bewegungen wird eingeschränkt.
zu einer Selbstverurteilung führt. Ein gutes Schlecht ist gewissen für dich zur Selbstreflektion. Warte mal, was habe ich da gerade getan? Oh, war das gut, dass ich mein Kind eben so angefahren habe? Das, glaube ich, war verletzend und das kam auch aus nicht so einem guten Ort von mir. Das ist selbstreflektieren. Selbstverurteilend ist, ich habe mein Kind schon wieder angeschnaubt, ich bin 'ne schlechte Mutter, was bin ich für ein schrecklicher Vater? Am besten nimmt man mir die Kinder weg, hätt ich doch nie. Blablabla. Das ist verurteilt. Also du kannst es merken, blockiert mich das oder hilft es mir, meine Bedürfnisse zu eräußern. Das könnten Unterscheidungskriterien sein, ob dein schlechtes Gewissen dir hilft oder dich behindert. Zum Abschluss nochmal,
das ist wichtig, das schlechte Gewissen. Es gibt Menschen, denen fehlt das oder die mangelt das, ja, bei stark nazistischen oder dissozialen Persönlichkeitszügen, denen fehlt das. Die sehen ja gar nicht, dass sie ganze Zeit anderen Menschen verletzen. Empathiemangel, fehlendes Einfühlungsvermögen, ist auch etwas, was dann, wo das schlechte Gewissen ja gar nicht anschlagen kann. Die sind ja immer im Recht, diese Menschen. Das Gleiche passiert, wenn ich extreme moralische Abspaltung habe. Wenn ich nach bestimmten Regeln das zu laufen hat und wenn ich mich darin bewege, bin ich per se im Recht. Und ich sehe den anderen gar nicht mehr. Das muss nicht unbedingt mit nazistischen, dissozialen Persönlichkeitsstörungen oder Zügen zu tun haben.
Das findet sich auch zum Beispiel in Radikalisierungs-Tendenzen. Dann habe ich das Recht, ist auf meiner Seite und die Andersläubigen sind halt alle falsche und ich kann machen, was ich will. Ich bin immer im moralischen Recht. Das wäre eine moralische Abspaltung. Der Mittelweg ist, wenn beides da ist. Da ist die Empathie für mich, eine Wertschätzung für meine Werte und da ist eine soziale Achtsamkeit und eine Wertschätzung für deine Werte. Und wenn das schlechte Gewissen kommt, hilft es mir, bewusst zu reflektieren, statt dass ich automatisch funktioniere, mich entschuldige, mich unterwerfe und so. Das schlechte Gewissen ist eher wie ein Wahnsignal, das mir hilft, wenn ich vom Weg abkomme. Es gibt dazu ein Übungsblatt. Wenn
das haben willst, schau mal auf meiner Webseite christopher-end.de unter dieser Folge. Da gibt es ein Übungsblatt, eine Übung, die kannst du dir kostenlos runterladen, wenn du dich in meinen Newsletter einträgst. Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, weil du dein Kind viel schimpfst, weil du aus der Haut fährst, weil du explodierst, dass du anschreißt oder andere Dinge machst, dann bitte nimm dein schlechtes Gewissen sehr ernst. Wir wissen, wie schädlich diese drei S sind, das Schimpfen, Schreien, Strafen. Und ich kann dir sagen, du kannst daraus kommen.
Ich begleite da gern dabei. Mein Programm "Drachenbending", da geht es ja um die Wut der Eltern. Da zeige ich dir einen Weg daraus. Beginnt im September. Alle Infos auf christopher-end.de. Jetzt bin ich weit über die 5 Minuten. Jetzt möchte ich dir Danke sagen, dass du zugehört hast. Ich möchte dir Danke sagen, aber auch für dein Dasein, in deinem Elternsein, dass du dir hier Inspiration holst für dein Elternsein. Zeig doch, wie sehr dir das Wohl deines Kindes am Herzen legt. Großes Dankeschön dafür. Und jetzt wünsche ich dir alles Liebe und Gute. Bis bald.