ELTERNgespräch· Staffel 2· Folge 442

EURE FRAGEN: Ich will keinen Materialisten erziehen!

Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 43 min

MP3

Shownotes

In dieser Folge nehmen Christine und Elke die Mail einer Hörerin zum Anlass, um über die "Sprachen der Liebe" bei Kindern zu sprechen. Wie ernst sollen wir unsere Kinder nehmen und wann ist ein Lächeln die bessere Antwort? Was haben Geschenke mit Liebe zu tun und was nicht? Sie sprechen darüber, wie man Kindern wesentliche Werte vermittelt und ihnen die Frage stellt, was wirklich wichtig ist. Es geht um Gummibärchen, eine Mercedes G-Klasse und einen türkisen Daunenmantel aus den 80ern. Eine Folge für alle Eltern, die Konsum und Gruppendruck kritisch sehen und trotzdem wollen, dass ihr Kind sich rundum geliebt fühlt.

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Ich bin immer so erstaunt darüber, wie Eltern so große Sorge haben, ihre Kinder könnten ausgeschlossen sein und sie deswegen mit irgendeinem Müll zu ballern oder ihnen Sachen kaufen, damit sie bloß dazugehören. Und ich frage mich, zu was? Also A, zu irgendwas, mal zu Materialisten, was der Kapitalismus beschließt, gerade der Trend sein sollte.

Und ängstliche Eltern ihre Kinder dann genau dazu erziehen, das mitzumachen, was uns letzten Endes allen nicht besonders gut tut. Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern für Eltern. Ich bin Christine, Journalistin, Autorin und Mama von vier Kindern. Alle zwei Wochen geht es hier um eure Fragen. Natürlich nicht ohne Elke Schicke, der Diplompsychologin und systemischen Therapeutin unseres und eures Vertrauens.

Hallo, liebe Elke. Guten Morgen. Guten Morgen, schön, dass du da bist. Es geht los. In der Herbstsonne sitzen wir hier, die Blätter fallen, fallen wie von weit. Okay, mit ganz viel Fantasie. Das ist ja immer, in der Stadt siehst du immer die Jahreszeiten nicht so richtig. Gut, ich gucke in meinen Garten, dann schon.

Okay, aber ich finde jetzt hier so aus dem Studio, gucken wir in den Innenhof, möchte ich mal gesagt. Heute Morgen auf meinem Fahrrad habe ich die Jahreszeit deutlich gemerkt. Naja, okay, das verstehe ich gut. Elke. Ja. Ich mag das Thema, das wir heute besprechen. Ja, weil ich dieses Thema sehr gut kenne.

Ich habe sogar mal vor vielen, vielen Jahren, ich glaube vor ungefähr acht Jahren oder so, habe ich tatsächlich mal ein Interview mit einem Experten dazu geführt, weil ich so ein ähnliches Problem gesehen habe. Sollen wir mal loslegen? Oh, okay, bin gespannt. Also es geht nämlich um Materialismus bei Kindern.

Also kommen wir direkt in Kapitalismus-Diskussionen und okay, wow. Mach es dir gemütlich, es geht los. Der Kapitalismus kickt heute Morgen. Moin liebes Dreamteam, Tine und Elke. Danke, es ist so schön, dass ihr immer Tine sagt jetzt. Schon oft habe ich Mails an euren Gedanken verfasst, aber weil mein Kopf zum Glück noch kein WLAN hat, sind sie bisher nie abgeschickt worden.

Das ist schön. Das ist wirklich ein Glück. Also für mich. Ja, für mich auch. Also, dass wir alle gern WLAN haben. Doch nun ist etwas passiert, das mich zutiefst erschüttert hat und wo ich sehr hoffe, dass ihr mir Rat geben könnt. Zunächst einmal möchte ich mich bei euch bedanken für diesen tollen Podcast, der mich wie so viele andere Eltern sicher auch bereichert, erheitert und ermutigt. Bitte hört niemals auf.

Solange ihr Kinder kriegt, sind wir da. Oh, das ist ein hartes Versprechen. Wir kommen beim Rollator noch hier hoch, es gibt einen Aufzug. Nun zu meinem Thema. Ich habe gestern ein Gespräch mit meinem seit kurzem sechs Jahre alten Sohn geführt. Es ging mir um seine Sprache der Liebe, die ich aus Interesse locker erfragen wollte.

Dazu wollen wir mal ganz kurz erklären, was die Sprache der Liebe ist für alle, die das Konzept von die Sprache der Liebe nicht kennen. Das scheint deine Sprache zu lösen. Also, es gibt ein Konzept, das geht auf Chapman zurück. Genau. Die fünf Sprachen der Liebe. Kannst du einmal sagen, welche fünf Sprachen der Liebe gibt es nach Chapman? Und dann lesen wir weiter mit der Mail.

Okay, aber jetzt mal nach Chapman. Jetzt unsere Meinung behalten wir noch zurück. Ja, ja, ja. Okay, okay. Also. Fünf. Es gibt Lob und Anerkennung. Tine, du bist super. Toll, wie du heute vorpünktlich da warst. Dann gibt es das zweite, mich Qualitätszeit. Du und ich alleine im Kino, im Action-Movie mit Popcorn.

Geschenke, die von Herzen kommen. Also etwas, wozu ich mir Gedanken gemacht habe und nicht nur irgendwas hingerotzt habe und im Laden aufgesammelt habe. Meine Bereitschaft, dir zu helfen und dich zu unterstützen. und Zärtlichkeit. So, also diese fünf Sprachen der Liebe gibt es nach Gary Chapman, heißt er glaube ich.

Genau, und das Konzept besagt, dass eine dieser Sprachen, man versteht natürlich irgendwo auch alle, jeder braucht irgendwie alles, aber es gibt bei den meisten Leuten wohl nach Gary Chapman eine Sprache der Liebe, die man besonders gut versteht und auch besonders gerne versendet und, Das einmal vorweg. Ich glaube, das ist wichtig, um alles Weitere zu verstehen.

So, nun zu meinem Thema. Ich habe gestern ein Gespräch mit meinem seit kurzem sechs Jahre alten Sohn geführt. Es ging mir um seine Sprache der Liebe, die ich aus Interesse locker erfragen wollte. Er war offen und gut drauf und ich glaube, die Antworten sind aufrichtig. Sie hat gefragt, woran merkst du, dass wir dich lieb haben? Weiß ich nicht, war die Antwort. Weißt du denn, dass wir dich lieb haben? Nein.

Da war es ja direkt bei mir vorbei. Ich musste losheulen und dachte, die einzig wirklich wichtige Aufgabe haben wir verfehlt. Nachdem ich durchgeatmet habe, habe ich gefragt, wer hat dich denn lieb? Sie hatte geantwortet, Oma, weil sie mir Gummibärchen gibt. Was wünschst du dir denn von uns, damit du merkst, dass wir dich lieb haben?

Ganz viele Geschenke. Ein Lump. Ein Lump. Da saß ich also mit meiner Trauer, dass mein Sohn nicht weiß, dass er geliebt wird, meinem Unwillen, dass er offenbar ein kleiner Materialist ist und meinen Schuldgefühlen, dass ich beides nicht sonderlich gut vor ihm verbergen konnte. Es war wirklich ein Gefühlschaos. Später hat er dann noch gesagt, ich weiß schon ein bisschen, dass ihr mich liebt. Ihr sagt es mir ja ständig.

Wir müssen da wirklich, es ist so lustig. Ein Lump und Halumke noch dazu. Aber so süß, weißt du. Also sechsjährige sind ja so, die sind ja so bezaubernd, ne? Etwas im Kopf und im Herzen zu wissen ist ein Unterschied und du musst das nicht sagen, damit ich nicht mehr traurig bin, hat jemand dazu gesagt.

Wir haben da noch ein bisschen weiter geredet und ich habe ihm ein paar Fragen zu den Sprachen der Liebe für Kinder gestellt. Er hat sich eigentlich immer für Geschenke entschieden, wenn sie zur Wahl standen. Nun wäre es das Einfachste, diese Dinge abzutun, mit er ist noch zu jung, das zu begreifen oder das schnelle Geschenk zieht in dem Alter mehr als eine Umarmung.

Aber ich möchte ihn, wenn er das so klar benennt, auch ernst nehmen. Man muss dazu sagen, dass mich in der heutigen Welt der ganze überbordende Konsum und schnelle bunte Plastikspielzeuge überall wirklich abstoßen. Er bekommt hier und da durchaus immer mal was, aber ich möchte ihm schlichtweg nicht ständig noch mehr schenken müssen.

Und ich glaube, alle anderen Sprachen bedienen wir eigentlich ganz gut. Vielleicht nochmal eine Einordnung seines Wesens. Er ist nachdenklich, teils grüblerisch, unglaublich kreativ und sprachgewandt. Er hat immer noch große Probleme mit Übergängen, braucht Sicherheit und kann sich in Ängste sehr reinsteigern.

Ihm ist Gerechtigkeit sehr wichtig, vor allem ihm selbst gegenüber. Und ich fürchte, er verspürt Kennels große Selbstliebe. Eindeutig Tim verkopft. By the way, ziemlich genauso ist mein Mann. Sein kleiner Bruder, fast vier, ist laut, wild, impulsiv und ein kleiner Sonnenschein. Er ist unglaublich selbstbewusst und weiß genau, wo er steht.

Teamkörperlich also, so bin ich auch, außer das mit dem Selbstbewusstsein. Wir sind also eine Familie mit sehr unterschiedlichen Nervensystemen und daher gibt es viel Konfliktpotenzial. Es kracht auch gerne mal an allen Fronten, aber bei allen Dingen, die manchmal nicht optimal laufen, war ich mir doch immer sicher, dass meine Kinder sich geliebt fühlen, egal was passiert. Was sind eure Gedanken dazu?

Wie kann ich meinem Sohn, der es wirklich nicht immer leicht mit sich und uns hat, zeigen, wie sehr ich ihn liebe? Wie kann ich seine Sprache der Liebe sprechen, ohne dabei meine Prinzipien aufzugeben? Ganz liebe Grüße und bis nächsten Donnerstag im Podcast, eine Mama. Ein Lump, Lümmel und Halunke, würde ich sagen.

So wie die meisten Sechsjährigen, würde ich sagen. Ganz ehrlich, als ich das gelesen habe, war mein erstes Gefühl, der nimmt seine Mutter richtig hops. Also, weil so wie sie das Familienleben schildert und sich und ihr Gespräch mit ihrem Sohn. Ich kenne die beiden nicht, aber ich wäre mir jetzt echt sicher, dass er wahnsinnig schlau ist und seine Mutter sehr gut kennt.

Und ich glaube auch, weil es auf welchen Knopf er drücken muss. Ich würde vermuten, würde der zu mir in die Praxis kommen, ohne seine Eltern und ich würde ihn dasselbe fragen, würde ich wahrscheinlich eine andere Antwort kriegen. Denke ich sofort auch, ja. Ich glaube, der spielt seine Mama wie so eine Klaviatur, weißt du.

Und das ist richtig so, spricht für hohe soziale Intelligenz. Kinder müssen das auch können. Gut, wenn sie es können, aber gut, wenn die Eltern auch wissen, wo sie sich um den Finger wickeln oder durch den Wolf drehen lassen. Ja, und ich finde es so spannend, es geht ja oft um Werte, die Eltern haben, die Kindern vielleicht jetzt erstmal schwerfallen.

Also sowas wie, wir machen da nicht ganz so mit bei diesem ganzen Materialismus, würde ich total unterschreiben und dick mit rotem Edding unterstreichen. Aber natürlich findet es ein Kind ganz schön cool, wenn es ein paar Gummibärchen bekommt. Und wenn es natürlich jetzt weiß, dass die Mutter da so steil geht an diesem Thema, dann kann ich natürlich in so einem Moment, wo ich merke, aha, hier ist es jetzt wichtig. Und ich glaube, das meinen wir mit klug.

Der merkt, der ist das jetzt richtig wichtig, die ist richtig offen für meine Anmerkungen. Da kann ich ja nochmal sowas anbringen. Genau, damit sie nicht vergisst. Also ich glaube so, andersrum vielleicht. Es gibt bestimmt Kinder, die sich nicht geliebt fühlen von ihren Eltern. Und das ist eine andere Geschichte, die sehr, sehr, sehr tragisch ist.

Gut, ich glaube auch Kinder, die heiß und innig geliebt werden, fühlen sich manchmal ungeliebt. Das geht uns als Erwachsene ja auch noch in gut funktionierenden Partnerschaften so. Also, dass wir manchmal einfach so gammelige Tage haben, müde, vergrätzt, ungeduscht, hässlich, mit Pech auch noch oben drauf die Regel.

Dann kann ja niemand mir weismachen, ich wäre liebenswert. Das ist aber was anderes. Also das innere Bild, das ich habe, das ist, dass der ein wohlgepflegtes, gut gehütetes Kind ist. Und jetzt kommt die Mami und fragt ihn was. Und ich glaube, der sitzt da und wittert eine Chance. Und sagt, hm, ich glaube, hier könnte ich nochmal ein bisschen zapfen.

Und ich finde die Frage der Mutter, also wie ernst nehme ich ihn da drinnen oder wie gewieft finde ich ihn? Also wie können wir auch da drüber ins Gespräch kommen und sagen, du bist doch ein kleiner Lump. Ja, also mal angenommen, du würdest mehr Gummibärchen kriegen, wärst du dann wirklich geliebt. Wahrscheinlich würde er kichern. Wenn er ja sagen würde, könnte man auch sagen, Jackpot.

Dann, Hasilein, müssen wir beide ja gar nicht mehr kuscheln. Dann brauche ich dich ja auch nicht mehr loben. Dann kriegst du einfach jeden Morgen eine Tüte Gummibärchen und fertig. Also jetzt nicht ernst gemeint, ja. Aber ich nehme mal an, dass ihr so ein darüber lachen würde. Es ist aber ja auch eine Chance, gerade wenn sie diese materialistischen Sachen schlimm findet, dann ist das ja eine Chance, um ins Gespräch zu kommen, in so einem Moment. Genau wie du sagst, was passiert denn, wenn ich dir immer Gummibärchen gebe?

Was kriegen denn dann deine Zellen? Die kriegen zu viel Zucker, dann kriegst du Karies. Ja, aber ich finde schon, dass ein Sechsjähriger auch verstehen kann, okay, vielleicht wäre das eine etwas kurz gedachte Form. Okay, ja, aber der ist ja schlau, dann sagt er, okay, dann lassen wir es mit den Gummibärchen.

Ich nehme auch Lego-Autos und Besuche im Freizeitpark. Ich glaube, da ist er offen. Ja, ihr habt das ja gerade schon so ein bisschen angeteasert. Ich hatte dieses Thema wirklich auch. Also eines meiner Kinder hätte genau diese Antworten so gegeben. Und ich würde sagen, vom Ding her mag er Dinge auch wirklich gerne.

Also der wusste dann auch drei Jahre später noch, selbst als der klein war, von wem er was bekommen hat. Also er hat das schon auch sehr an die Personen geknüpft. Und Personen waren besonders wichtig, wenn sie besonders tolle Geschenke gemacht haben. Geschenkt, okay, also ist so. Aber das hat uns wirklich gute Möglichkeiten gegeben, um über solche Sachen ins Gespräch zu kommen.

Und mittlerweile ist dieses Kind älter und man kann ganz gut mit diesem Kind darüber sprechen. Und dann merkst du schon, da ist viel angekommen von dem, was wir dann besprochen haben. Dass das eben nicht so toll ist, wenn man schnelles Dopamin dauernd Kindern gibt und so weiter. Über genau dieses Konzept haben wir recht früh gesprochen. Und das war ganz cool.

Muss ich sagen. Also hat gefruchtet und deswegen, weil mein Gedanke, ich würde in Zeitzonen rechnen. Du säst jetzt etwas und wenn du jetzt erntest, dann siehst du vielleicht noch gar nicht so richtig, was es ist. Es ist ein zartes Pflänzchen und das kann weder das Kind einordnen und weiß, was es ist, noch du.

Aber wenn du dann in zehn Jahren guckst, was du dann ernten kannst, dann kannst du ein tiefes Verständnis für Themen ernten, dann kannst du dieses Gefühl von Geliebtsein ernten und so weiter. Aber ich glaube nicht, dass ein sechsjähriges Kind ein so komplexes System wie diese Sprachen der Liebe, die sind ja ein Gedankenkonstrukt.

So ein komplexes Ding kann so ein Kind doch noch gar nicht greifen, oder? Also es sind mehrere Dinge drin, die du gerade gesagt hast. Ich glaube, das eine ist jetzt eine Überzeugung, die ich habe. Aber ich glaube, dass Kinder relativ unbestechlich sind. Ja? Ja, ich glaube, dass die, na klar, finden die das cool, tolle Sachen zu kriegen oder wenn man mit denen großartige Dinge unternimmt oder nicht.

Ich glaube, da kann man sich ein bisschen Gunst herbeizaubern. Aber ich glaube, Kinder haben ein sehr gutes Verständnis dafür, wer meint es gut mit mir und wo fühle ich mich sicher. Und das kannst du denen nicht kaufen. Also das ist so ein bisschen, glaube ich, super, da gehe ich gerne Lego spielen, aber kuschelnd zu Hause fühlen, mich ausweinen, zur Ruhe kommen, da weiß ich schon genau, wo ich hin muss.

Das erinnert mich an meinen, ich muss kurz überlegen, ob ich das sagen darf, aber ich erzähle es einfach mal, meinen Sohn. Wir waren immer im Urlaub an einem bestimmten Ort und da gab es eine alte Dame, die nebenan gewohnt hat und die ist jeden Morgen zum Brötchen holen gefahren und mein Sohn ist immer mitgefahren.

Und alle waren also nun der Annahme. Dass er sie besonders gerne mag, weil er so jeden Morgen stand er da und ist mit ihr los. Und dann sagt ich irgendwann zu ihm, du magst die aber besonders gerne und dann sagt er, nein, aber sie hat dieses tolle Auto. Da riecht es allerdings nicht so gut drin. Ich setze mich dann immer rein und halte die Luft an, aber in dem Auto, da fühlt man sich richtig stark.

Was war es für ein Auto? Mercedes G-Klasse. Das ist unbezahlte Werbung. Ja genau, heißt ja nicht, dass er die Dame nicht gemocht hätte, aber was alle so rein interpretiert haben, das ging um was völlig anderes. Ja. So. Das heißt, die vermischen nicht Emotionales mit Materialismus, die ziehen sich das, aber vermischen es eigentlich nicht?

Nee, genau. Und ich kenne einen Großvater, der wird von seinen Kindern immer Bonbon genannt, weil der Bonbons bringt. Wollen sie deswegen mit ihm Uno spielen? Nein, da schummelt er nämlich. Okay. Also das ist mal das eine, darüber runterzukommen. Ich glaube, das andere ist, dass man als Eltern total gut darauf vertrauen kann, dass man einen Wertekanon vermittelt.

Und es ist richtig, dass Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene da in einem Fortgegentreten und dran rumwackeln und für die von hohem Interesse ist, ob wir den verteidigen können, ob wir für den stehen, und die den nicht nur in Geschenken kuscheln oder Lob merken, sondern die den 24 Stunden auf einem relativ geringen Lautstärkeniveau immer, immer, immer mitkriegen.

Wenn ich einen Materialisten erziehen wollte, also so, dass denn eins zu eins möglich wäre, dann müsste ich da, glaube ich, anders vorgehen als die Mutter. Ja, mach mal eine Anleitung. Eine Anleitung für einen Materialisten wäre zum Beispiel, andere Leute herabzuwürdigen dafür, dass sie wenig haben. Sich selbst aufzuwerten darüber, dass man mehr hat als die anderen.

Alles in Geld und nicht in Werten aufzurechnen. Jedes Verhalten, jedes positive Verhalten direkt an eine materielle Belohnung zu knüpfen und den eigenen Wert und den Wert des Kindes auch genau daran zu bemessen. Okay, dann wäre es was Nachhaltigeres, weil es ein Wertekanon ist wieder. Richtig. Also kein schöner, aber ja. Richtig.

Das heißt, wie wir es auch machen, wir werden am Ende schon unsere Werte den Kindern weitergeben. Richtig. Und ich finde, ob man da jetzt in hochmoralische Diskussionen eintreten muss mit so einem Zwerg. Aber das ist eine interessante Frage, zu sagen, stimmt, wenn man ein Gummibärchen geschenkt bekommt, dann fühlt man sich auf eine bestimmte Art und Weise.

Wenn wir jetzt diesen Chapman ernst nehmen, und es ist ja, wie du gesagt hast, nur ein Konzept, aber dann müsste man ja sagen, es ging um Geschenke, die von Herzen kommen. Und ein Geschenk, das von Herzen kommt, kann ein Gummibärchen sein, das ich dir, Tina, gebe. Weil ich sage, guck mal, ich habe was für dich.

Es kann ein riesengroßes Geschenk sein, auch wenn es nichts ist. Und umgekehrt, ja, können riesige Geschenke nicht sein, weil sie bedeutungslos sind. Ich habe die irgendwo gekauft, mitgebracht, hingeklatscht. Fertig aus. Mein Neffe hat mal, Er hat gesagt, abends hat er gesagt, du, wenn du morgens aufwachst, dann habe ich ein Geschenk für dich.

Sehr aufregend, ne? Und dann kam er am nächsten Morgen und sagte, aufwachen. Und dann hat er die Arme ausgebreitet und hat gesagt, hier ist dein Geschenk. Oh Gott, ist das niedlich. Das ist doch das Allertollste, oder nicht? Das finde ich so süß. Und es ist nichts, es ist ein ausgebreiteter Arm. Gut, also es geht gar nicht um Gummibärchen. Geht auch nicht um, oh, man gibt mir Schokolade.

Ja, auch ein bisschen. Ja, aber ich frage mich jetzt ehrlich gesagt eher. Und das finde ich, glaube ich, relevanter an der Mail, weil wie kann die Mutter sich satter in den Sessel setzen und ihren Sohn, in der Ebene ernst nehmen, wo er schon ernst zu nehmen ist und nicht in zu große Höhen abflattern im Sinne von moralischer Interpretation, wo ihr Sohn noch lange nicht ist.

Ja. Und das schrieb sie ja, sie hätte da mit dem Selbstbewusstsein, wäre sie jetzt nicht so ausgestattet wie ihr kleiner Sohn. Das ist eine total gute Frage. Wie komme ich da rein zu sagen, du willst mich doch wohl veräppeln, Fuzzi. Ja, und das auch wirklich zu fühlen und nicht nur zu sagen. Genau. Also wir wollten ja niemanden auslachen, um Gottes Willen. Aber wir mussten ja von Anfang an auch beim Vorlesen so ein bisschen lachen, weil wir das einfach so pfiffig und lustig fanden von dem Kind.

Weil wir dachten, wie witzig bist du bitte, dass du sowas sagst, weil du hast eine Mama, die sich mit dir hinsetzt und darüber spricht, wie du dich geliebt fühlst. Das ist die Aussage, die es braucht, um zu wissen, ist dieses Kind geliebt und würde sich geliebt fühlen? Ja. Da fragt jemand nach meiner Meinung, da nimmt sich jemand Zeit und da nimmt mich jemand ernst. So, Punkt.

Aber sechs Jahre, ich habe ja nun gerade auch so einen Stöpsel zu Hause. Da lernen die plötzlich so ganz neue Skills. So ein neues Level wird anlockt. Also da passieren so kleine Manipulationen. Ich versuche mal, ob das auch funktioniert, wenn ich das mal extra so mache. Ich habe einmal verstanden, dass ich dieses leckere Kaugummi bekomme, wenn ich im Auto sage, dass es mir schlecht wird.

Und dann sage ich einfach schon beim Reingehen, ich weiß leider schon jetzt, dass mir gleich übel ist und gucke mal, ob ich direkt das Kaugummi bekomme. Mit solchen Dingen, da wird ja total dieses, die Kausalitäten werden total abgefragt. Und deswegen ist das so lustig gewesen, was der Junge gemacht hat, weil er da ja auch Kausalitäten einfach nochmal so geguckt hat.

Was, wenn ich jetzt das sage? Was, wenn ich dich jetzt ein bisschen abwerte gegenüber Oma und so? Smart. Total smart und ich finde es also nicht nur klug im Kopf, ich finde es auch klug im Herzen. Also das ist eine Sozialkompetenz, Punkt. Und so interessante Frage, wie kann die Mutter sich zurücklehnen und sagen, weißt du was?

Also weil es ja immer zurück ist, es gibt ja immer mal Gefühle, wo wir alle uns nicht geliebt fühlen. Und es ist ja super, wenn ich das auch sagen kann. Ich habe heute so einen Tag, da habe ich das Gefühl, keiner hat mich lieb. Und da kommen ja die Eltern ins Spiel. Die sagen können, ich kenne das Gefühl.

Genau. Und da helfen keine Gummibärchen dieser Welt. Mal zurück zu. Das ist ja, was viele Leute probieren. Wenn ich mich nicht geliebt fühle, hilft. Essen, saufen, kiffen, einkaufen gehen, im Internet verschwinden und eigentlich die Fähigkeit der Eltern, ihren Kindern beizubringen, solche unangenehmen Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und auszuhalten.

Oder auch mal wegzuwischen mit sowas, aber wenigstens zu wissen, dass ich es tue, weißt du? Naja, ich würde ehrlich gesagt beim Wegwischen gar nicht unterstützen, weil es nicht hilft. Ich finde es nur nicht so verwerflich, es ab und zu zu machen, weil ich glaube, dass wir es alle tun. Weißt du, was ich meine?

Ja, okay, ab und zu können wir das alle mal machen. Ich gehe jetzt mal um die Grundsätze. Und grundsätzlich geht es ja darum, genau das zu sagen, weißt du, Schätzchen, was passiert, wenn du Liebe mit Gummibärchen verwechselst. Dann kommst du in Teufels Küche. Das ist ehrlich gesagt das Schlimmste, was dir passieren kann.

Also Liebe mit einer Tüte Gummibärchen zu erwechseln, Liebe mit einem Gummibärchen von Herzen gleichzusetzen. Ist ziemlich clever. Und wer weiß, vielleicht ist diese Oma, ist das dieser Moment, in dem man sich sieht, dann vielleicht so eine kleine Heimlichkeit. Guck mal, ich stecke dir was zu, das gibt ja diese Vertrautheit, dieses wir zwei gegen die Eltern vielleicht und so weiter. Alles nicht gut, brauchen wir nicht drüber reden, aber ich verstehe, dass Kinder das vielleicht cool finden.

Der Fünfer von meiner Oma war nur deshalb so toll, weil sie es ganz verschämt in einer Ecke und so gemacht hat, Dass auf keinen Fall der Papa sieht, dass ich jetzt den Fünfer hier in der Tasche verschwinden lasse. Das war ein Bandengefühl. Vielleicht ist es das. Also manchmal sind es nicht die Gummibärchen.

Vielleicht ist es ganz viel drumherum, was es auch sein kann. Und ich muss immer zu diesem Chapman-Konzept sagen, ich finde das insofern klug, als dass es ein einzelnes Gefühl auftrennt und verschiedene Aspekte verdeutlicht. Es ist kein Gesetz, das ist so nicht festgeschrieben in uns, sondern eine Möglichkeit, auch auf uns und Gefühle zu blicken.

Und es ist eine Möglichkeit, breiter auf das Angebot meines Gegenübers zu schauen und. Und jetzt mal für meinen Teil zu sagen, okay, dass bei uns der Bürgersteig gefegt ist, das Haus geputzt ist. Ich weiß, er möchte, dass ich verstehe, dass er das für mich tut. Genau. Das ist eine interessante Unterhaltung, wenn ich sage, ich weiß, dass du das für mich tust, ich will das aber gar nicht haben.

Ich möchte ehrlich gesagt lieber, dass wir dies und jenes machen, weil mir das mehr bedeutet. Ja, und das ist interessant bei diesem Konzept. Ich finde das insofern auch hochinteressant, als dass er sagt, du kannst lernen, auf einer anderen Sprache zu senden. Du kannst nur schwer lernen, auf einer anderen Sprache zu empfangen.

Also wenn ich zum Beispiel jemand bin, der ganz doll zwischendurch umarmt werden möchte. Und ich sage jetzt mal, mein Ehemann ist jemand, der gar nicht gerne kuschelt und der mich nie umarmt und der mir aber dafür ganz oft sagt, dass er mich liebt. Ich diese Sprache aber nicht so richtig gelernt habe, weil es zum Beispiel bei mir zu Hause nie gesagt wurde früher.

Das fühlt sich wie Zuckerguss an. Da wird einem so ein bisschen übel von, sozusagen, wenn man dafür viel hat. Wenn man aber ein bisschen Zuckerguss hat auf einem Kuchen, der mich satt macht, dann funktioniert das wieder. Das heißt, ich brauche diese Sprache der Liebe, auf der ich überwiegend verstehe und sende, brauche ich auf jeden Fall was, sonst kann ich das halt nicht so richtig fühlen.

Das finde ich spannend, dieses Konzept. Und ich glaube, da ist auch was dran. Naja. Also ja, gut, aber insofern, naja, als das. Also es ist insinuiert ja, dass wir nur einen Kanal hätten. Und ich sage mal, für gewöhnlich haben wir alle Kanäle. Wir haben bestimmt einen Lieblingskanal. Genau, und wenn der gar nicht bespielt wird, dann wird es schwierig für uns. Das verstehe ich.

Genau, also wir haben bestimmt alle einen Lieblingskanal, aber im Großen und Ganzen ist es, also auch das, eine Klaviatur, auf der wir alle miteinander spielen. Und ich sage mal, Zärtlichkeit teile ich mit meinen Kindern und meinem Mann vielleicht auch noch. Also ich nehme natürlich meine Freunde in den Arm, aber in einem anderen Sinne von Zärtlichkeit. Ich würde jetzt meinem besten Freund nicht fünf Minuten lang den Nacken kraulen.

Also da würde ich tendenziell schon, weil ich ihn wirklich lieb habe. Aber würde ich nicht, weil es sozial nicht angemessen ist. Ja, genau. Vor dem Hintergrund ist die Frage, wo ist eigentlich was angemessen? Wer kann was wie verstehen und hören? Und auch mit wie viel Güte blicke ich aufeinander und sage, ich weiß schon, was du damit meinst. Ich bin auch bereit, den Kanal zu öffnen.

Also sag mal hier, wenn mein Vater sich bei mir entschuldigt, einmal im Leben. Dann muss ich schon bereit sein, dieses krummelige Gemurmel als das wahrzunehmen, was es ist. Nämlich, der ist gerade über eine riesige Hürde rübergesprungen. Ja. Anstatt zu sagen, das ist doch keine Entschuldigung, die gilt nicht.

Ich nehme nur welche mit Umarmung an, weil meine Sprache der Liebe ist Umarmung. Voll, gebe ich dir total recht. Aber ich finde auch nochmal spannend zu gucken, also wenn du dieses Konzept mit Sattsein irgendwie übersetzt, dann muss man ja auch sagen, dieser Junge ist vielleicht mit allem satt. Der hat genug von Umarmung, der hat genug von Zweisamkeit und so weiter.

Was spürt man denn aber? Das, was man ein bisschen zu wenig hat. Und in seinen Augen hat er ein bisschen zu wenig Gummibärchen vielleicht. Ist doch so, wenn mich jemand fragt, möchtest du eine Pizza, möchtest du was trinken? Wenn ich zu wenig getrunken habe, sage ich erstmal, ich möchte trinken und nicht noch eine Pizza wäre gut. Weißt du, wie ich meine? Weißt du, ich glaube, die Mutter steckt in folgender Bredoult hier drin.

Wie ernst nehme ich meine Kinder? Und die Frage finde ich echt interessant vor dem Hintergrund. Bitte nehmt eure Kinder immer ernst, aber auch nicht so doll. Ähnlich wie mit uns. Ich nehme mich sehr ernst. Wenn ich mich immer ernst nehmen würde, das wäre sehr schwierig. Das ist die Frage, auf welcher Ebene. Auf welcher Ebene nehme ich dich ernst?

Und ich finde immer mal echt interessant, was steckt hinter dem, was du sagst? Und ich glaube, dass Eltern ihre Kinder häufig viel zu ernst nehmen mit den Dingen, die die mal so raushauen. Ich sage mal, manchmal haben die ja so Phasen, die erschrecken Eltern immer wahnsinnig, wenn Kinder behaupten, sie wollten sterben.

Ja. Und das ist für Eltern furchtbar, das zu hören. Also grässlich. Und trotzdem wäre ich schlecht beraten, das allzu ernst mitzunehmen bei einem 4- oder 5-Jährigen. Voll, auch bei einer 10-, 12-Jährigen. Ich kenne einen kleinen Jungen, der hat sich immer so in Wut und Rage gebrüllt, dass der blau angelaufen ist.

Und dann stand er mit einem Küchenmesser in der Küche, hat das Messer auf sich gerichtet und hat gesagt, wenn ich diese Latzhose anziehen muss, dann bringe ich mich um. Mit 4 oder 5? 6. Oh Gott, genau. Das ist natürlich hochdramatisch. Und auch gefährlich. Und gleichzeitig ist es völlig absurd. Alter, komm mal runter.

Also manchmal ist man, indem man die Kinder immer so ernst nimmt, dramatisiert man auch und macht die Kinder viel mächtiger, als sie sind oder sein wollen. Ich stelle mir das häufig so vor, dass Kinder, ich sag mal so, Probebohrungen machen. Und wo sie auf Öl stoßen, bohren sie halt weiter. Und das ist ganz gut.

Die öfter mal in Granit bohren zu lassen und zu sagen, du brauchst ja gar nicht weitermachen. Das ist für dich nicht gut, für mich nicht gut. Hier kommt nichts mehr. Und zwar nicht im Sinne von, ich lasse dich auflaufen, sondern im Sinne von, an der Stelle machen wir beide mal lieber nicht weiter. Ja. Genau.

Und das ist, finde ich, einfach zu erklären und gar nicht so leicht als Vater oder Mutter rauszuspüren. Mit was habe ich es hier gerade zu tun? Wir wollen ja auch nichts verpassen. Ja, ja, voll. Genau. Vielen Dank. Aber vielleicht kann man sich als Daumenregel nehmen, wenn wir im Großen und Ganzen ein gut funktionierender Club sind, dann ist das Drama unwahrscheinlich. Ja.

Dann ist das Drama wahrscheinlich eine Probebohrung. Probebohrung finde ich so gut. Weißt du, was ich gemacht habe, als ich so zwölf war oder so? Da habe ich einmal meiner Mutter gesagt, ich glaube, ich werde nicht besonders alt. Oh Gott. Ich weiß nicht, warum es war. Es war vielleicht ein kurzer Moment, wo ich so dachte, wie wäre das eigentlich, wenn man nicht so alt wird?

Hab das gesagt und sie ist da super krass drauf eingestiegen. Hab ich sofort gemerkt, hab mich darin richtig gesonnt, dass diese Frau mir nochmal ganz deutlich gemacht hat, wie wichtig ich bin, dass es ja ganz schrecklich wäre, wenn ich nicht mehr da bin. Jetzt meinst du, wie oft ich mich in die Sonne gesetzt habe.

Meine arme Mama, wie oft ich ihr erzählt habe, du weißt ja, ich werde ja nicht besonders alt. Bis sie mir mal gesagt hat, dass sie das wirklich schlimm findet, wenn ich das mache. Aber da erzählt ihr heute noch von, dass ich ja immer gesagt habe, ich werde nicht besonders alt. Ich glaube, es ist diese Probebohrung gewesen.

Ich bin auf richtig sonniges Öl gestoßen in dem Moment. Konnte ich gut gebrauchen in der Pubertät. Einfach mal so richtig schön nochmal dargeboten bekommen, wie wichtig ich bin. Ja, habe ich mir halt genommen. Ich wollte es grausam. Kinder sind manchmal so grausam. Auch wenn wir schon dabei sind, Seelenstriptease zu machen.

Ich habe eine richtig schlimme Erfahrung gemacht. Und zwar, die tut mir auch immer noch so leid. Obwohl ich mich schon entschuldigt habe. Hat nicht geholfen. Also als ich klein war, hatten wir echt, sage ich mal, wirklich nicht viel Geld. Und dann waren wir unterwegs, weil ich eine Winterjacke brauchte.

Und dann gab es da so einen türkisen Daunenmantel, als Daunenjacken damals so in waren. Und den wollte ich unbedingt haben. Der hat ein Wahnsinnsgeld gekostet. Dann hat mein Vater gesagt, komm gar nicht in die Tüte. Dann sind wir in den nächsten Laden, da war eine andere Jacke, die fand ich eigentlich besser, aber ich bin aus meinem Gemaule nicht rausgekommen.

Und habe gemauelt und gemauelt. Also nicht böse, sondern ich konnte so schön traurig maulen. Genau, also habe ich dann da vor mich hin Trauer gemauelt. Bis meine Mutter irgendwann zu meinem Vater sagte, weißt du, wir beide wissen doch, wie das ist, kein Geld zu haben. Oh nein. Und das machen wir jetzt einfach mal nicht. Wir greifen jetzt in die Tasche und das Kind kriegt diesen Mantel.

Alter, dann sind wir zurück in den Laden und ich habe diesen Mantel bekommen. Und ich wollte den gar nicht mehr haben. Fünfte Klasse. Und dann habe ich ihn nur zweimal angezogen. Und dann nie mehr. Und dann hat meine Mutter ihn aufgetragen. Krass. Und das ist mir immer noch, das sitzt bei mir so tief, dass ich denke, meine Fresse.

Also was bei mir angekommen ist, das ist das Gute daran, wie wahnsinnig lieb das von den beiden war. Und was die sich das kosten lassen haben, mir ein Gefühl zu geben. Elke, das ist ein Geschenk von Herzen. Richtig. Und dann ist es noch nicht mal angekommen bei mir, sondern ist es in Scham geendet für mich.

Also ich habe meinen Eltern das schon ganz oft für Abbitte geleistet. Aber das meine ich mit, du musst in Zeitzonen rechnen. Weil ganz viel kannst du in der Situation mit Kindern nicht berechnen, was das wirklich ist. Das befindet irgendwo unter der, also selbst in dem Moment wusstest du schon, wie grauenhaft das ist. Und du hast es aber geschehen lassen.

Ich wusste ganz genau, wie sehr ich meine Mutter wirklich graue Haare beschere, wenn ich wieder behaupte, ich fahre nicht besonders ein. Doch, jetzt bin ich über 40, Mama. Da bin ich noch. Eigentlich müsste sie jetzt kommen und sagen, Tine, du schuldest mir noch was. Ich glaube, was die gut machen könnte, ist zu sagen, pass mal auf, mein Lumpf und Lümmel.

Jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend kriegst du von mir ein Gummibärchen auf deinen Teller gelegt. Als Erinnerung daran, dass ich dich sehr lieb habe. Und wenn du behauptest, dass ich dadurch dein Herz erreiche, gerne. Also man kann es ja auch so drehen, dass es wieder einen Charme bekommt und sie sich darüber erhebt und es mit einem Augenzwinkern löst.

Ja, und es gibt ja auch Zuckerfreie. Für alle, die jetzt gerade denken, Elke. Hallo Elke, es gibt Fruchtsaftbärchen. Ja, nee, okay, gut, wenn das besser hilft, dann bitte. Für jeden Ökotrophologen, der jetzt gerade die Hand über dem Kopf zusammengeschlagen hat. Es gibt auch Zuckerfreiheit. Ja, okay, von mir aus.

Ich lache darüber, weil es darum geht, die Eltern mutiger und nicht ängstlicher zu machen. Und dann komme ich. Ja, gut. Okay, das heißt, du würdest sagen, also erstens ist es ein Konzept, ein komplexes Gedankenkonstrukt eines Psychologen wahrscheinlich, der sich Gedanken gemacht hat, dass er hilfreich sein kann. Ich fand das hilfreich.

Als ich das gelesen habe, fand ich es wahnsinnig hilfreich, bestimmte Dinge auch mal besser zu verstehen. Gerade mein Mann und ich haben sehr unterschiedliche Sprachen der Liebe und ich kann jetzt sowas sehen wie, weiß ich nicht, ich habe es eilig, ich muss schnell los. Und mein Mann geht schon mal raus und kratzt das Auto, wo dick Eis drauf ist.

Das macht er ohne irgendwie großen Aufhebens und so weiter. Ich gehe raus und denke, ach wie nett, aber ich habe es nie so richtig mit Liebe übersetzt, so blöd ich bin. Aber jetzt ist mir total klar, etwas für jemanden tun ist, für meinen Mann liebe ich. Und das kann man auch nutzen, indem man dann mal, wenn der andere sagt, weiß ich nicht, letztens habe ich um Mitternacht bin ich nach Hause gekommen, ich habe gesehen, er war eingeschlafen bei den Kindern und dann habe ich alles, schon mal ordentlich und sauber gemacht vom Abendessen und so weiter, noch die Sachen, die da standen.

Ich habe alles perfekt gemacht, damit er den Morgen hat und nicht dann morgens aufsteht früh und erstmal alles sauber machen muss. Das hat er verstanden, er hat sich richtig gefreut und dafür ist das ja total hilfreich. Um das zu verstehen und ich finde, das kann Beziehungen verbessern. Ob es die Verbindung zwischen einer Mutter und einem Kind verbessert, wage ich zu bezweifeln.

In dem Fall sehr. Ja. Mein Kind braucht alles. Alle brauchen immer alles. Ich glaube, dass sie sich nicht ins Boxhorn jagen lassen muss. Und ich glaube, mit einem größeren Blick aufs Kind zu gucken und auch mit mehr Lächeln. Ich finde nämlich nicht, dass sie ihn nicht ernst genommen hat. Ich finde eher, dass ja die Frage ist, auf welcher Ebene nehme ich mein Kind ernst? Auf der Ebene, wir führen hier ein ernsthaftes Gespräch, aber was verstehst du davon auch schon?

Und wie viel Tragweite verstehst du hier? Ich finde, das muss man schon einspeisen in die Formel. Ja. Super. Eine Sache ist mir noch wichtig dabei, Materialismus. Jetzt haben wir, wir haben darüber gesprochen, wie man einen Materialisten erzieht. Lass uns nochmal ganz kurz über die Kinder sprechen, die so sehr materialistisch wirken für den Moment.

Also die ganz, ganz oft darüber sprechen, was sie sich alles kaufen wollen, dass sie reich werden wollen, dass sie zu wenig haben und ich finde, phasenweise gibt es das ja immer mal wieder. Was würdest du sagen, was hilft in solchen Momenten vielleicht für sich selbst auch den Ball flach zu halten? Ich sage dir mal was, ich habe ja schon öfter erzählt, dass ich katholisch erzogen worden bin.

Genau, da kann man ja zu denken, was man denken möchte. Aber was die richtig gut machen und was man sich voll gut abgucken kann, ist, dass die morgens, mittags und abends ihr kleines Tischgebet sprechen. Und das geht im Prinzip so. Ich habe nicht geerntet, ich habe nicht gesät. Liebe Kinder, ihr habt noch nicht mehr gekocht.

Und trotzdem ist hier Essen auf dem Tisch. Ich finde, wir können das in unserer Welt erweitern und sagen, Uns fallen keine Bomben auf den Kopf. Wir sind nicht auf der Flucht. Wir haben ein Dach über dem Kopf. Wir haben Klamotten an den Füßen. Wenn wir müde sind, schlafen wir. Wenn es regnet, stellen wir uns unter.

Wir haben eine Krankenversicherung. Es geht niemandem besser als uns. Und zwar zu jedem Zeitpunkt an fast jedem Ort. Und beim Essen kann man das, finde ich, man sitzt, man hat sich. Wem geht es besser als uns? Ich habe Leute, die ich gerne mag um mich herum. Für den Moment ist alles gut. Und das, finde ich, ist eine Möglichkeit für sich selbst, aber auch für die Kinder, immer nochmal auf das zu sprechen zu kommen, was ist eigentlich wirklich wichtig.

Wir, unsere Verbindung beisammen zu sein, einmal kurz innezuhalten zu merken, wir sind in Sicherheit, es ist alles gut. Also, dass hier und da was fehlt und wir Streit haben, das kann ja alles so sein. Die Politik ist auch nicht mehr, was sie mal war und noch nie gewesen ist. Aber wesentlich sind du und ich und was zwischen uns ist. Und das ist eine interessante Frage. Worüber sprechen wir mit unseren Freundinnen? Worüber sind wir im Kontakt mit unseren Ehepartnern?

Was kriegen die Kinder mit darüber, wohin unser Streben geht? Und das tun sie für gewöhnlich auch bei Tischgesprächen oder wenn man irgendwie unterwegs ist und sich unterhält. Und das ist im Prinzip der Ort, wo sich Werte vermitteln. Genau. Und festzustellen, ob die Leute in einer fetten Karre hocken oder in der U-Bahn, ist nicht wesentlich für, wie glücklich man ist.

Ist vielleicht wesentlich für, wie sorgenfrei man ist. Das kann gut sein. Wer hat es gesagt? Irgendeine Coco Chanel oder so hat doch gesagt. Armin Müller-Stahl. Ja, gesagt. Sag du mal. Armin Müller-Stahl hat gesagt, wenn man traurig ist, ist man traurig, aber es heult sich in einem Taxi deutlich besser als in einem Bus.

So, und das stimmt. Und natürlich kann ich das verstehen. Aber weißt du, was für mich auch ein echt guter Punkt war, wirklich mit den Kindern über Dopamin zu sprechen? Und ich finde, dass Kinder super empfänglich sind für solche Sachen. Bisschen wie Es war einmal das Leben, falls das ihr noch kennt. Weißt du, was das ist?

Das war so eine Zeichentrick-Serie und da hat man quasi in den Körper reingeguckt, diese kleinen Blutkörperchen und so. Und so erkläre ich meinen Kindern ganz oft Dinge, dass über Ernährung, über sowas wie Hormone und so weiter. Das ist so cool, wie empfänglich die für sowas sind. Von daher, das kann man schon auch machen in einem sehr frühen Alter. Ich würde sagen, ab vier oder so habe ich damit definitiv angefangen, denen sowas zu erklären.

Ich finde, wenn die ein bisschen älter sind, die Frage ist schon spannend, warum will ich so eine coole Karre fahren? Was ist das, was die Hoffnung, die du damit verbindest? Welches Gefühl glaubst du dann nicht mehr aushalten zu müssen? Und es geht ja ganz häufig um das Gefühl von Konkurrenz oder unangreifbar zu sein oder dann bin ich auf jeden Fall der Tollste.

Und was ist, wenn du auf jeden Fall der Tollste bist, die Schönste bist? Was ist dann? Und ich muss dann häufig keine Angst aushalten, keine Angriffe aushalten. Ich bin dann frei von keine Ahnung was. Und das ist doch viel interessanter, mit Ihnen darüber zu sprechen. Was hoffst du passiert dann? Ich fand das so spannend, als deine Tochter und meine Tochter über selbstbewusste Teenies gesprochen haben. Diese Folge gibt es ja, die vertragen wir auch nochmal, wer das nochmal hören möchte.

Da haben Lotta und Kaya darüber gesprochen, warum eigentlich gerade Teenies so gerne den Trends nachjagen. Und ich fand es super spannend. Die kamen ja irgendwann zu dem Punkt, dass sie gesagt haben, naja, es geht immer um ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. Und das kennen auch Erwachsene und das kennen auch kleinere Kinder.

Es geht ganz viel auch um, zu welcher Gruppe möchte ich gehören und was verspreche ich mir davon? Aber ich glaube, es geht nicht nur um Zusammengehörigkeit. Es geht vor allem um Sicherheit, nicht nicht dazu zu gehören. Genau, und nämlich die Idee von, wenn man Dinge hat, dann muss man, also ich wiederhole mich, aber dann muss man bestimmte Ängste nicht ertragen.

Und das ist ja auch wirklich so. Also wenn ich das sehe, schon bei den Sechsjährigen geht es los, ich bin ausgeschlossen, wenn ich keine Pokémon-Karten habe. Ist so. Dann kann ich nicht mitmachen, wenn da drei Kinder sitzen und ihre Pokémon-Karten auspacken. Genau, aber ich sage dir mal, da werde ich ein bisschen kühl und denke, richtig, kannst du dann nicht.

Und das lernst du lieber früh als spät. Und zwar nicht ausgeschlossen zu sein, sondern eine eigene Sicherheit zu entdecken, einen eigenen Standort zu entdecken und etwas zu haben, was dir stattdessen auch Glück bereitet. Ich bin immer so erstaunt darüber, wie Eltern so große Sorge haben, ihre Kinder könnten ausgeschlossen sein und sie deswegen mit irgendeinem Müll zu ballern oder ihnen Sachen kaufen, damit sie bloß dazugehören.

Und ich frage mich, zu was? Also A, zu irgendwas, mal zu Materialisten, was der Kapitalismus beschließt, gerade der Trend sein sollte. Und ängstliche Eltern ihre Kinder dann genau dazu erziehen, das mitzumachen, was uns letzten Endes allen nicht besonders gut tut. Und die Kraft liegt eigentlich da drin, mit den Kindern darüber ins Gespräch zu kommen. Was ist Gruppendruck?

Wie willst du stattdessen handeln? Wo findest du etwas anderes? Welche Gefühls- und Verhaltensalternativen kannst du entwickeln? Wofür stehen wir? Und das stimmt, dazu muss man manchmal aushalten, dass bestimmte Kinder dann nicht mit dir spielen. Wenn man sich die Alternative überlegt, wo soll das enden?

Und baut das Selbstbewusstsein, baut das mündige Bürger, baut das konfliktfähige Menschen, da setze ich mal ein Fragezeichen hinter. Nicht, dass man nicht den Kindern auch irgendeinen Trend gönnen kann, in Gottes Namen. Aber ich finde, da wären wir unseren Kindern eine echte Stütze, zu sagen, ja, kann sein, bei uns nicht.

Schönes Schlusswort. Vielen Dank. Könnte man noch 100 Jahre darüber diskutieren. Da müssen wir dringend mal eine Folge zu machen. Ja, ja, ja, ja. Wespennest gerade. Bei mir auch, weil ich nämlich ganz viel jetzt gerade so, das geht ja weiter mit wie viel Social Media darf ich, wann kriege ich ein Handy und so weiter und so fort. Was für ein Handy.

Total. Wie viel Individualismus muss ich meinem Kind auch gewähren? Wie viel Schmerz füge ich ihm zu? Wie viel Angst muss ich auch aushalten, wenn mein Kind was total anderes machen möchte als andere und so weiter. Okay, Wespennest, Wespennest nächstes Mal. Also, in diesem Sinne. So, solltet ihr eine Frage haben, auch uns ein Wespen-Nest zur Verfügung stellen wollen, schreibt uns an podcast.eltern.de.

Www.wespen-nest.de Oder so. Und ansonsten geht es bei uns am nächsten Donnerstag weiter mit einer neuen Folge Elterngespräch. Wir sagen, alles Liebe aus Hamburg. Alles Liebe aus Hamburg.

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