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Gesellschaft & Kultur

Erschöpfung statt Gelassenheit - Warum Achtsamkeit die falsche Antwort auf ziemlich jede Frage ist

von Kathrin Fischer

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Immer mehr Menschen strengen sich an, gelassen, achtsam und glücklich zu werden. Sehr viele sind stattdessen erschöpft, gestresst und einsam. Woran liegt das? Wie und wodurch sind wir hier in den westlichen Industriegesellschaften zu diesen gestressten, statusempfindlichen, ängstlichen, ichbezogenen, Konsument*innen geworden, die ihr eigenes Selbst permanent mit Yoga, Meditation und positiver Psychologie verbessern wollen und müssen? Warum wollen wir sonst so wenig in der Welt verbessern? Ein Podcast mit Gesprächen über den Terror der Achtsamkeit.

Folgen

  1. 47. Friedrich Schorb: Healthismus – Gesundheit als gesellschaftliche Obsession

    Gesundheit gilt heute als kontrollierbare Privatsache: Wersich richtig ernährt, Nahrungsergänzungsmittel nimmt, Sport treibt, meditiert, Yoga macht, ausreichend schläft und seine Körperfunktionen überwacht, bleibt – so die Überzeugung – ges

  2. 46: Maren Busch/Birte Kruse-Gobrecht: Kein Geld, aber viel Bürokratie: Die Erschöpfung der Kommunen

    Mülleimer zählen, Fördergelder beantragen und versuchen, den Laden am Laufen zu halten: Kommunen sind am Limit. Das viel zitierte "Herz der Demokratie" steht kurz vor dem Infarkt: Chronische Unterfinanzierung, wachsende Aufgaben, bürokratis

  3. 45. Stephan Kaufmann: Antifaschistische Wirtschaftspolitik

    Achtsamkeit verspricht Verbundenheit. Mit sich selbst, mit anderen, mit dem Leben. Doch ein wettbewerbliches Wirtschaftssystem beruht strukturell auf Konkurrenz, Sieg undNiederlage. Es untergräbt Verbundenheit und erzeugt Angst, Scham und W

  4. 44. Thomas Arnold: Der Mangel als Geschäftsmodell: Narzissmus, Kapitalismus und das unersättliche Selbst

    Narzissmus ist nicht nur ein individuelles Problem. Er ist auch ein gesellschaftliches Muster. In ihrem Buch „Das unersättliche Selbst“ zeigen die Philosophen Thomas Arnold und Thomas Fuchs, dass Narzissmus eng mit kapitalistischen Verhältn

  5. 43. Annette Kehnel: Alte Weisheit statt ewiges Wachstum – Vom Mittelalter lernen

    Finster, brutal, abergläubisch: So stellen wir uns das Mittelalter vor. Das stimmt nicht, sagt die Historikerin Annette Kehnel. Unser Bild dieser Epoche, schreibt sie, prägte stark das 19. Jahrhundert. Diese Zeit inszenierte sich selbst als

  6. 42. Christine Büchner: Wenn Gelassenheit nicht Teflon ist: Mystik, Wut und Weltveränderung

    Mehr Gelassenheit im Alltag: Das versprechen die meisten Achtsamkeitspraktiken. Meist gilt Gelassenheit dabei als psychische Ressource, die helfen soll, Belastungen zu bewältigen. Über dieses Verständnis hätte sich der mittelalterliche Myst

  7. 41. Johannes Ahrens/Kathrin Fischer: Achtsam geht die Welt zugrunde

    Meditation, Journaling, Atemübungen – immer mehr Menschen nutzen Achtsamkeitspraktiken als Zuflucht vor den Krisen unserer Zeit. Doch statt zu mehr Ruhe und innerer Stärke zu führen, treiben diese Techniken nicht selten noch tiefer hinein i

  8. 40. Gunda Windmüller: Der erfundene Ursprung – Yoga-Mythen zwischen Markt und Selbstfürsorge

    Yoga gilt als uralte indische Weisheit, deren Ursprünge 5000 Jahre alt sind. Eine Weisheit, die Körper, Geist und Seele verbindet und damit „innere Glückseligkeit“ und „Einheitmit dem Universum “ verspricht. Yoga ist, heißt es, kein Sport,

  9. 39: Sighard Neckel: Klimawandel und das Trilemma der Gleichzeitigkeit: Rückzug oder Utopie?

    Der Bundesnachrichtendienst zählt den Klimawandel zu den fünf größten Bedrohungen für Deutschland – neben Russland, China, Cyber-Gefahren und Terrorismus. Warum aber scheitern unsere politischen Bemühungen, diese Gefahr abzuwehren? Der Hamb

  10. 38. Johanna Lemke/Sabrina Rox: Januar-Aufräumeritis: Achtsamer Minimalismus und das Chaos der Welt

    Im Januar herrscht Aufräumeritis. Alle haben gute Vorsätze. Dazu gehört auch: Mehr Ordnung. Weniger Kram. Die Wohnung und die Seele entrümpeln und leicht und frei ins neue Jahr starten. Loslassen und achtsam minimalistisch wohnen. Der Markt

  11. 37. Aya Jaff: Broligarchie: Die Machtspiele der Tech-Elite

    Mit 19 stand Aya Jaff im Silicon Valley und träumte davon, eine reiche Tech-Unternehmerin zu werden. Heute, mit 30, kämpft sie gegen die „Broligarchie“ und für die Demokratie. Diese, sagt sie, hängt am seidenen Faden. Wie konnte die Tech-El

  12. 36. Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft. Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt

    Die Geldmenge, der Meeresspiegel, die ErfolgederKünstlichen Intelligenz – all das wächst exponentiell. Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg, zeigt in seinem Buch „Die Exponential

  13. 35. Thorsten Padberg: Die Depressionsfalle

    Ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn – so erklären vieleMenschen die Ursache einer Depression. In Deutschland leiden fast 10 Millionen darunter. Doch stimmt das überhaupt? Der Therapeut und Autor Thorsten Padberg formuliert es anders: „

  14. 34. Barbara Schmitz: Resonanz statt Resilienz – eine Philosophie der Verletzbarkeit

    Die Gesellschaft wird „resilienzifiziert“ – alles und jede soll resilient sein, die Schweizer Banken ebenso wie die Mundschleimhaut und natürlich die Kinder. Resilienz istdas Mittel der Wahl gegen Störungen, Widrigkeiten, Versagen, Ohnmacht

  15. 33. Joseph Vogl: Hass zu Geld - Wie Big Tech die Demokratie zerstört

    In den USA zerstört eine neue Form von Kapitalismus rasant die Demokratie. Die meisten Menschen sind davon überrascht. Der Berliner Kulturwissenschaftler Joseph Vogl ist es nicht. Er beschreibt in seinen Büchern schon lange eine „internatio

  16. 32. Janosch Schobin: Verniedlichung statt Lösung: Warum Achtsamkeit nicht gegen Einsamkeit hilft

    Achtsamkeit, so heißt es, soll gegen Einsamkeit helfen –etwa durch Selbstumarmungen oder ein Dankbarkeitstagebuch. Und wenn das nicht wirkt, solle man lernen, Einsamkeit zu lieben: als Pilgerreise zur Selbsterkenntnis, die die wahre Essenz

  17. 31. Katharina Pistor: Kapitalismus auf Steroiden: Wie das Rechtssystem soziale Ungleichheit fördert

    Warum suchen immer mehr Menschen nach Achtsamkeit? Weil Stress und Erschöpfung wachsen. Ursache ist die seit den 1970er Jahren steigende soziale Ungleichheit. Sie hat ein Ausmaß erreicht, das die Soziologit als „Rückkehr des Feudalismus“ be

  18. 30. Thomas Fuchs: Angst, Egozentrik und Achtsamkeit – Die Eigensinnigkeit von Gefühlen

    In Deutschland wächst die Angst: Einige fürchten Faschismus, andere Krieg, wieder andere die Klimakatastrophe, manche alles zusammen. Was tun? Meditieren? Eine Rosine essen? Einen safe space visualisieren? Achtsamkeit statt Panik? Gefühle l

  19. 29. Maggie Schauer: Die Kraft des Zuhörens - Trauma-Heilung durch Beziehung

    Kriege und Krisen nehmen weltweit zu - und mit ihnen die Traumata, die Menschen anderen zufügen und selbst erleiden. Gewalt erzeugt Trauma und Trauma erzeugt Gewalt. Und auch in vermeintlich friedlichen Gesellschaften gibt es häusliche Gewa

  20. 28. Sebastian Klein: Toxisch reich - Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet

    In Deutschland zahlen reiche Menschen weniger Steuern als die allgemeine Bevölkerung. Das haben viele Studien bestätigt. Sebastian Klein findet das nicht nur moralisch ungerecht und politisch gefährlich – er ist auch der Ansicht, dass diese

  21. 27. Ulrich Bröckling: Achtsamkeit, Resilienz und die Politiken der Apokalypse

    Achtsam: So heißen beispielsweise ein Weißwein, eine Kosmetikfirma und ein mehrwöchiger Yoga-Kurs. Achtsam: So sollen Menschen neuerdings die meisten Angelegenheiten ihrer Lebensführung meistern und etwa achtsam essen, achtsam reisen und –

  22. 26. Elgen Sauerborn: Seelenheil und Sozialkritik - Paradoxien der Achtsamkeit

    Manager*innen lenken die Aufmerksamkeit auf die Spitzenihrer Zehen. Klima-Aktivist*innen versammeln sich in Empathie-Zirkeln. Mütter fühlen im Bodyscan ihre Körperteile. Sie alle üben einen achtsamen Umgang mitsich und anderen. Menschen aus

  23. 25. Kathrin Fischer: Zwei Jahre Achtsamkeit – Rück- und Ausblick auf eine kritische Reise

    Zwei Jahre, 24 Gespräche, viele Bücher und eine steile Lernkurve: In dieser besonderen Episode nehme ich euch mit auf eine Reflexion über die Entstehung und Entwicklung dieses Podcasts. Was habe ich über Achtsamkeit gelernt, seit ich diesen

  24. 24. Nadia Shehadeh: Anti-Girlboss mit der Erlaubnis zum Chillen

    Mit dem richtigen „Mindset“ geht angeblich alles: Kinder, Karriere, Körper. Partnerschaft und Haushalt natürlich auch. Immer auf Zack und in den kurzen Pausen lädt Meditation die Batterien wieder auf. Woher kommt der ganze „Hustle“? Warum g

  25. 23. Katharina Mangold: Aus großer Macht folgt große Verantwortung - Mit Jura die Welt verbessern

    „All you need is inside” oder „Nichts ändert sich, bis du dich änderst, und dann ändert sich alles“ - diese Sätze sind beliebte Postkartenmotive in Yoga-, Achtsamkeits- und Meditationskreisen. Sie klingen beruhigend und inspirierend, aber s

  26. 22. Sylvia Kägi: Die Erschöpfung der Familien - warum Mamacoaching allein nicht hilft

    Cappuccino-Momente, Zitronenwasser oder Empowermentkurs für Working Moms: Mamacoachings mit Angeboten wie Achtsamkeits- und Resilienztraining für erschöpfte Mütter liegen im Trend. Doch trotz kurzfristiger Hilfe bleibt die zentrale Frage un

  27. 21. Ruth Seliger: Allianzen statt Achtsamkeit: Gesellschaftliche Veränderung mobilisieren

    Veränderung, auch gesellschaftliche Veränderung, beginnt immer bei sich selbst, heißt es. Und mit "sich selbst" ist die Einzelperson, das Individuum gemeint. So versuchen zunehmend viele Menschen, die Veränderung, die sie sich für die Gesel

  28. 20. Jacob Schmidt: Das Versprechen der Meditation: Wenigstens sich selbst gestalten

    Achtsamkeit, sagt der Soziologe Jacob Schmidt, verspricht mehr als sie halten kann: Ein bisschen meditieren und das Leben gelingt. Dieses Versprechen ist verführerisch. Vor allem in der zunehmend beschleunigten, unübersichtlichen und anstre

  29. 19. Nico Dragano: Politik als Medizin - Erschöpfung durch Unruhe, Statusstress und Armut

    Kann man messen, wie erschöpft die Deutschen sind? Nein, sagt der Epidemiologe Nico Dragano, dazu ist Erschöpfung als Zustand zu diffus. Und eigentlich auch zu natürlich – nach der Anstrengung kommt die Erschöpfung kommt die Erholung. Erhol

  30. 18. Klaus Eidenschink: Achtsamkeit, Narzissmus und die Kunst des widersprüchlichen Denkens

    Ist Achtsamkeit gut oder schlecht? Befähigt sie Menschen, sich selbst und andere umfassend wahrzunehmen? Oder sorgt sie dafür, dass Menschen sich und ihre Gefühle anpassen, egal unter welchen Bedingungen? Unterstützt Achtsamkeit Mitgefühl o

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