Geschichte der kommenden Welten· Folge 18

GKW18 Arbeitslosigkeit, Resignation, Faschismus. Die Marienthal-Studie 1933

Donnerstag, 13. Juni 2024 · 1 h 20

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Shownotes

Mit dem Soziologen Jakob Hartl sprechen wir über eine bahnbrechende Studie in der Zeit des Roten Wien. Die Marienthal-Studie von 1931-1932 (publiziert 1933) hat nicht nur Wissenschaftsgeschichte geschrieben, sondern auch spannende Erkenntnisse zur Frage geliefert, ob Massenarbeitslosigkeit zu Revolution oder Resignation führt.

Während sich Arbeitslose in Chicago nach der Weltwirtschaftskrise 1929 politisch organisierten (siehe GKW01), machte sich zeitgleich im österreichischen Marienthal die Resignation breit. Früher noch Hochburg der Arbeiter*innen-Bewegung, wurden die Menschen nach wenigen Jahren der Arbeits- und Perspektivlosigkeit empfänglich für den Faschismus.

Was waren die Unterschiede zwischen Chicago und Marienthal? Was sagen uns die Ergebnisse für die aktuellen Faschismusentwicklungen in Ostdeutschland? Und was können sich die heutigen Sozialwissenschaften am Selbstverständnis der Forscher*innen im Roten Wien abschauen?

Quellen & Links:
Seifenfabrik "vio.me": viomecoop.com/en/about-us
bestellbar z.B. hier: rootsofcompassion.org/viome-kollektiv
"Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit" (1933) von Marie Jahoda, Paul Felix Lazarsfeld, Lotte Schenk-Danzinger & Hans Zeisel
Marie Jahoda / Otto Bauer Institut: jbi.or.at
Ausstellungskatalog "Das Rote Wien 1919-1934 – Ideen, Debatten, Praxis" vom Wien Museum birkhauser.com/books/9783035619577
Leseprobe: issuu.com/wienmuseum/docs/katalog_das_rote_wie…
3Sat Doku "Die Arbeitslosen vom Marienthal": youtube.com/watch?v=XHQQKpViEjA
Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich: agso.uni-graz.at/archive/marienthal/studie/00.…
Hartl, J., Schönburg, N., Theinert, L. „Wahlverhalten und Zusammenhalt in Magdeburg 2021.“ in: Sackmann, R; Dirksmeier, P; Rees, J; Vogel, B. (Hrsg.) (2024), Sozialer Zusammenhalt vor Ort. Analysen regionaler Mechanismen. Frankfurt/New York: Campus.
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