Geschichten zum Einschlafen

#290 Wir helfen einem Igel in den Winterschlaf - Einschlafen mit Nale

Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 29 min

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Shownotes

Die Tage werden kürzer, die Luft kühler und überall macht sich die Natur bereit für die kalte Jahreszeit. Zwischen raschelndem Laub, dunklen Gärten und stillen Wiesen machen wir uns heute auf zu einem Spaziergang durch eine herrliche Herbstnacht – und treffen dabei einen kleinen Bewohner, der ganz genau weiß, was vor dem Winter noch zu tun ist.

Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten.

Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön!

Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören!

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Host: Nale und Balto
Text: Madeleine Walther
Musik: Milan Lukas Fey
Produktion & Schnitt: Martin Petermann
Eine Produktion der Julep Studios

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios Psst, dass du wieder dabei bist. Die Tage werden kürzer, die Luft kühler und überall macht sich die Natur bereit. Für die kalte Jahreszeit. Zwischen raschelndem Laub, dunklen Gärten und stillen Wiesen machen wir uns heute auf zu einem Spaziergang durch eine herrliche Herbstnacht, und treffen dabei einen kleinen Bewohner, der ganz genau weiß, was vor dem Winter noch zu tun ist.

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Dort kannst du mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und du kannst die Reisen vor allem ganz ohne Werbung genießen. Apropos, ihr kennt es ja schon, bevor es jetzt endlich losgeht, müssen wir einmal kurz Werbung spielen. Danach geht es aber ohne in einem durch bis zum Ende. Aber jetzt schließ bitte deine Augen und entspann dein Gesicht.

Lass deine Mimik gleiten, gib die Kontrolle ab. Kuschel dich in dein Kissen, deck dich schön zu, atme einmal tief durch. Und schon kann es losgehen. Viel Spaß und. Wie schön, Dich jetzt im Herbst wiederzusehen. Obwohl sich ein kühler Schleier übers Land gelegt hat, ist es heute angenehm mild. Die aufziehende Dämmerung zeigt sich passend von ihrer besten Seite und tüncht den Himmel in ebenso farbenfrohe Töne, wie wir sie in den umliegenden Wäldern bewundern dürfen.

Sanftes Lila mischt sich mit kräftigem Rot und weichem Rosa. Die Blätter leuchten goldgelb und herbstlich orange. Überall funkelt und glitzert es. Das Ende des Tages wirkt wie aus einem Bilderbuch und lädt uns ein, noch ein paar Schritte zu gehen, bevor die Nacht die Welt erobert. Komm schon, lass uns aufbrechen. Ein bisschen frische Luft wird uns nach einem langen Tag guttun.

Viel zu viele Stunden sind wir vernetzt und sitzen vor künstlichem Licht, das weder warm noch tröstlich ist. Draußen allerdings ist das wahre Leben. Dort verbergen sich so viele Schätze, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Wir wollen keine Zeit verlieren. Die Dunkelheit lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Nur ein Schritt aus dem Haus und schon weht uns ein erquickendes Lüftchen entgegen. Es duftet so köstlich nach trockenem Laub und den ersten Kastanien, sodass Erinnerungen und Vorfreude nahtlos ineinander übergehen. Die Landschaft um uns herum ist bunt und schließt uns in ihrem beeindruckenden Meer aus Farben ein.

Alles glänzt und schimmert so zauberhaft und prächtig, dass es eher einem Traum gleicht als dem abgestumpften Alltag, den wir sonst gewohnt sind. Die schwarzen Silhouetten einiger Vögel verschwinden am Horizont. Die dunklen Giebel der Dächer sehen aus wie in die Landschaft gemalt und die Straßen schlängeln sich wie Schatten durch die Stadt.

Nur die Natur erstrahlt noch immer in ihrem festlichsten Gewand. Nicht weit von uns liegen einige Schrebergärtchen. Sie fangen die letzten hellen Strahlen des Tages ein und verlocken uns, einen kurzen Moment zu verweilen. Komm mit, wir wollen Ihrem Ruf nachkommen. Ein schmaler Pfad führt uns durch die verwunschenen Oasen aus Blumen und Fantasie.

Duftende Blüten neigen sich zu uns herüber. Welch betörendes Aroma uns doch bei jedem Windhauch umweht. Zahlreiche Obstbäume hängen noch voller Früchte und versuchen uns zum Kosten zu verführen. Doch schau einmal da vorn. Zwischen Sträuchern und Wiesen entdecken wir eine alte Hollywood-Schaukel mit großen weichen Kisten zum reinkuscheln.

Wie gemütlich und einladend sie doch aussieht. Lass uns Platz nehmen und die letzten Augenblicke des Sonnenuntergangs genießen. Ach, wie wunderbar, wie bequem und flauschig es hier ist. Mit leichter Bewegung schaukeln wir sanft in den Abend. Nostalgie macht sich breit. Bilder aus einer anderen Zeit durchfluten unseren Geist.

Mit einem tiefen Atemzug fällt alles auf einmal von uns ab. Die Welt ist ruhig, unsere Seele auch und für ein paar Sekunden ist es einfach nur schön. Doch horch nur, hast du das auch gehört? Ein leises Rascheln holt uns aus unseren Gedanken. Was war das? Vielleicht haben wir es uns auch nur eingebildet. Doch da? Schon wieder?

Kurz knistert und knackt es. Dann wieder Ruhe. Mittlerweile ist das Tageslicht von Dannen gezogen. Was bleibt, sind die grauen Umrisse eines Gartens, der gerade noch in allen Farben gefunkelt hat. Unsere Augen gewöhnen sich langsam an das schwache Licht und erkunden die unbekannte Umgebung. Auch der Mond zeigt sich nun. Gemächlich steigt er über uns auf und schenkt uns mit seinem weißen Schein ein bisschen mehr Klarheit.

Hier und da wuselt es irgendwo im Dickicht. Ein zartes Schnaufen gesellt sich zu den eiligen Schritten. Schnelle Bewegungen, dann ist es wieder still. Behutsam stehen wir von unserer Schaukel auf und folgen den Lauten. Mit jedem Meter werden sie deutlicher, bis wir dem unbekannten Störenfried ganz nahe sind.

Vor einer dichten Hecke machen wir Halt. Ein unscheinbarer Haufen aus Blättern und Zweigen verbirgt den Urheber des mysteriösen Knisterns, das nun plötzlich verstummt ist. Wer versteckt sich dort wohl? Unsere Frage ist bald beantwortet. Sieh mal da, aus einer kleinen Öffnung steckt sich uns eine feuchte Nase entgegen.

Vorsichtig schnüffelnd wagt sie sich nach draußen und mit ihr auch ihr Träger. Es ist ein kleiner Igel, der noch schlaftrunken, aber neugierig vor seiner Haustür tritt. Wie süß er doch ist, nicht wahr? Versteckt in ihrem Bau schlafen Igel tagsüber und werden erst mit der Dämmerung aktiv. Unser kleiner Freund hier ist also gerade aufgestanden und scheint sich an unserem ungewöhnlichen Besuch nicht zu stören.

Ganz zutraulich nähert er sich und macht keine Anstalten, seine spitzen Stacheln aufzustellen. Er scheint uns wohl gesonnen zu sein und schnuppert uns noch eben an, bevor er mit seinen kurzen Beinchen zügig Richtung Hecke läuft. Beinahe verlieren wir ihn aus den Augen, bis er abrupt anhält und sich nach uns umdreht.

Ich glaube, er wartet auf uns. Wir sollen ihm folgen. Komm nur, bevor er es sich anders überlegt. Durch ein kleines Loch in der Hecke geht es auf die andere Seite. Was für den Igel kein Problem darstellt, ist für uns allerdings eine kleine Herausforderung. Durch Äste und Zweige warnen wir uns mühsam unseren Weg und schaffen es schließlich auch auf die weite Wiese hinaus, die in der Ferne von den ersten Bäumen eines Waldstückes gesäumt wird.

Im hellen Mondlicht erscheinen die grünen Halme fast weiß. Sie wiegen sich in einem feinen Wind, der ruhig und fast unbemerkt über die Erde zieht. Nur der Igel durchbricht die friedliche Stelle. Das flinke Tapsen und Rascheln entfernt sich schnell von uns und wir müssen uns anstrengen, Schritt zu halten.

Diese Wanderung kann lang werden, denn anders als man denken könnte, legen Igel nachts eine unglaubliche Strecke zurück. Meist sind es einige Kilometer, doch einzelne Tiere können in einer Nacht noch deutlich weiter laufen. Die stacheligen Kugeln sind gut zu Fuß, aber nicht nur das macht sie zu etwas ganz Besonderem. Du wirst noch sehen.

Den Weg kennt er gut, denn er geht ihnen immer wieder. Übrigens ist unser Kumpel hier ein Einzelgänger. Er lebt allein, jagt allein und wandert allein. Nur zur Paarungszeit verbringt er ein paar romantische Momente in trauter Zweisamkeit. Das ist alles. Sollten wir auf einen anderen Igel treffen, grüßen wir höflich und gehen aneinander vorbei. Mehr passiert nicht.

Unser Pfad führt uns durch hohe Gräser Richtung Waldrand. Feuchter Waldboden löst bald den grasigen Untergrund ab und auf einem Plätzchen voller bemooster Baumstümpfe machen wir Halt. Holz und Blätter vermischen sich zu einer lockeren Decke, die über dem Boden liegt. Unter ihr wartet das, was unser Igel gesucht hat.

Er sieht zwar nicht besonders gut, doch sein Gehör und sein Geruchssinn sind viel besser ausgeprägt als bei uns. Damit ist seine kleine Welt fast nie still, sondern voller Geräusche, die ihm verraten, wo Gefahr lauert und Nahrung zu finden ist. Zum Glück hat er nur wenige natürliche Feinde, denn seine vielen Stacheln bieten ihm einen ausgezeichneten Schutz.

Auf einmal hält er inne und lauscht. kauere dich vorsichtig hin und warte. Was hat er bemerkt? Unter einem morschen Stück Holz windet sich ein fetter Regenwurm. Ganz unvermittelt schnappt der Igel zu, als wäre das Buffet eröffnet und verspeist ihn schmatzend und genüsslich. Aber wenn du denkst, dass er schon satt ist, dann liegst du falsch.

Der Kleine ist noch lange nicht fertig. Hier gibt es so viel Leckeres zu finden. Denn wer so weit läuft, braucht auch Energie. Und vor allem jetzt, im Herbst, müssen Igel besonders viel fressen. Sie bereiten sich auf den Winter vor und legen Fettreserven an, von denen sie während des Winterschlafs zehren.

Sieh nur, gerade noch hat er auf dem Wurm rumgekaut, jetzt ist schon ein dicker Käfer dran. Auch Nacktschnecken sind für ihn eine Delikatesse. Ein Igel im Garten ist deswegen ein gern gesehener Gast. Eine Raupe und eine Spinne später hat das Schmatzen endlich ein Ende. Unser vollgefressener Freund setzt nun mit uns die Wanderung durch den Wald fort.

Am Wegesrand schlendert er langsam und aufmerksam durch die heruntergefallenen Blätter, die kleine Haufen bilden. Immer wieder verharrt er und schaut sich um, als wäre er in einem riesigen Kaufhaus. Er zieht sich ein Blatt aus dem Haufen und bringt es zu uns hinüber. Was will er damit? Ist es ein Geschenk?

Aber nein, zur Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit muss er seinen Bau winterfest machen. Er sucht trockenes Laub, Gras und anderes Pflanzenmaterial, um sein Haus auszupolstern. Wahrscheinlich möchte er unsere Hilfe. Lass uns ein paar Blätter sammeln und alles, was ihm nützlich sein könnte. Der Wald bietet so vieles, was ihn warm halten kann. Also Augen auf und einsammeln.

Doch komm, bleib nicht stehen, sonst verlieren wir den Vierbeiner noch. Weiter laufen wir durch das Dickicht. Der Mond lugt hin und wieder durch die Wipfel der Bäume. Still ist es im Unterholz. Nur das Knacken und Knistern unter unseren Füßen hält leise nach. Auf einmal taucht in der Ferne eine Laterne auf. Die ersten Häuser und Gartenzäune zeichnen sich ab.

Wir schließen unsere kleine Runde und tragen das Baummaterial zu unserem Freund nach Hause. Im Eilschritt trippelt er heimwärts. Ob er denn nie aus Atem kommt? Aber schau einmal, plötzlich bleibt er stehen. Genau da, wo der Waldweg auf den Asphalt trifft, scheint ihm etwas aufgefallen zu sein. Aber was nur? Ein Stück rosafarbener Kaugummi klebt auf dem Gehweg.

Schön ist das nicht, aber unser Igel interessiert sich ungemein dafür. Er schnüffelt daran, umkreist es und denkt nach. Kurzerhand entschließt er sich weiterzugehen. Was ihn daran so fasziniert hat? Nun ja, es gibt ein komisches Ritual unter den Igeln. Dieses Verhalten nennt man Selbstbespeicheln. Ausgelöst wird es durch einen ungewöhnlichen geruch oder geschmack dabei bildet sich schaumiger speichel den der igel auf seinen stacheln verteilt, warum sie das tun ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Wir können froh sein dass der kleine von dem rosa kaugummi abgelassen hat sonst wäre er jetzt wahrscheinlich total verklebt. Und schon biegt er schnurstracks in den Garten ein, wo wir eben in der Hollywood-Schaukel gesessen haben. Mit seinen starken Vorderbeinen gräbt er sich unter dem Zaun hindurch.

Wir nehmen aber die Gartentür. Geschwind schlüpft er in seinen Haufen. So riesig, wie dieser im Vergleich zu unserem Igel ist, muss es ein regelrechter Igel-Palast sein. Wir legen unsere Blätter und Gräser vor den Eingang und setzen uns noch einen Augenblick davor. Kurz darauf kommt er wieder heraus, holt sich ein Blatt und verschwindet erneut.

Flink und fachmännisch renoviert er noch eben sein Schlafzimmer, bis all unsere gesammelten Blätter und Gräser im Inneren verschwunden sind. Noch einige Male wird er auf die Suche gehen und sich nebenbei den Wanst vollschlagen, bevor die Nächte so kalt werden, dass er sich endgültig in sein Winterquartier zurückzieht.

Wie in einer isolierten Thermoskanne wird er hier die Wintermonate verbringen. Im Winterschlaf sinkt seine Körpertemperatur stark ab, Atmung und Herzschlag werden extrem langsam und der Stoffwechsel wird drastisch reduziert. Der gesamte Körper läuft nun auf Sparflamme. Man könnte fast sagen, dass die Igelwelt für einige Zeit zum Stehen kommt.

Kannst du dir vorstellen, für einige Monate einfach auf Pause zu drücken? Na komm, ich glaube, unser Igelfreund ist müde und will sich ausruhen. Und wir bestimmt auch. Bald wird er hier den Winter verschlafen, auch wenn er zwischendurch immer wieder einmal aufwachen kann. Wahrscheinlich träumt er von saftigen Würmern und Krabbeltieren, die im Frühling wieder die Wiesen bevölkern.

Komm, wir gehen nochmal zurück auf unsere Hollywood-Schaukel. Ich habe uns extra eine Decke mitgebracht, damit wir uns genauso einkuscheln können wie unser Igel. Mach es dir nur bequem und roll dich ein. Die Nacht ist einfach herrlich. Die frische Luft streicht uns durch das Haar, während die Schaukel sich sanft hin und her bewegt.

Da, hör mal. Ein leises Schnaufen dringt bis zu uns herüber. Der Stachelmann scheint es sich schon gemütlich gemacht zu haben. Wie lustig das klingt. Auch unsere Atmung wird langsamer. Die Augen fallen zu und Körper und Geist entspannen sich. In unserem eigenen Bau ruft uns nun die Traumwelt zu sich.

Umgeben von Natur und einem neuen Freund, wirst du sicherlich wunderbar schlafen. Ich freue mich schon auf die nächste Reise und wünsche dir eine erholsame Nachtruhe. Bis ganz bald!

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