Hinter der Schlagzeile· Folge 447
Papst Leo und der Lungenkrebs: Krankheit wird zum Politikum
Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 16 min
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Shownotes
Papst Leo spricht offen über seine Krebserkrankung und die Operation. Dafür wird er stark gelobt. Das wirft aber auch die Frage auf, wie Gesellschaft und Politik mit schweren Krankheiten umgehen.
Der Vatikan informierte über Diagnose und Operation ungewöhnlich transparent, die Entwicklung liess sich fast in Echtzeit verfolgen. Das ist ein ganz neuer Trend, den man bei Kirche beobachten kann. Bei Politikern wie Joe Biden oder Wladimir Putin bleibt es bei Spekulationen, weil Krankheit dort als Schwäche gilt.
Jonas Rippstein von der CH Media Kulturredaktion sagt: «Es ist gut, dass der Vatikan das kommuniziert, dass das publik ist, weil das auch Krankheiten entstigmatisiert.» Problematisch findet er die Kampfrhetorik: Auch die verstorbene amerikanische Kulturkritikerin Susan Sontag habe kritisiert, dass aus Krankheit eine Erzählung vom Gewinnen und Verlieren gemacht werde.
Weshalb gilt Transparenz beim Papst als Stärke, bei Politikern aber als Risiko? Was bedeutet die Kampfrhetorik für Menschen, die ihren «Kampf» verlieren? Steckt hinter der offenen Kommunikation des Vatikans ein politisches Kalkül?
Mehr Artikel zum Thema:
• Warum Krankheit immer eine politische Erzählung ist (schweizheute.ch/international/papst-leo-xiv-un…)
• Erster öffentlicher Auftritt nach Krebs-OP: Papst hält Sonntagsgebet (schweizheute.ch/international/artikel-ld.4252303)
Mehr Folgen von «Hinter der Schlagzeile»:
Hinter der Schlagzeile – Podcast mit Joëlle Weil und Stefan Bühler (schweizheute.ch/podcasts/hinter-der-schlagzeile)
Host und Produzentin: Joëlle Weil
Gast: Jonas Rippstein
Kontakt: podcast@chmedia.ch