Hossa Talk· Folge 290

#282 Neuer Wein in alte Bäuche

Sonntag, 3. Mai 2026 · 1 h 03

MP3

Shownotes

Ende März war es endlich so weit – Jay, Marco und Gofi trafen sich mit knapp hundert Hossa-Hörenden für ein Wochenende im Harz, um gemeinsam über (neue) Formen für Gemeinschaft nachzudenken. Der Live-Talk war gewissermaßen das Sprungbrett ins gemeinsame Wochenende, ausgehend von einem Phänomen, das in letzter Zeit immer wieder aufploppte: Menschen verlassen aus unterschiedlichen Gründen die Frömmigkeitsform und die dazugehörigen Gemeinden, in denen sie aufgewachsen sind. Und obwohl sie froh sind, bestimmten theologischen Engführungen den Rücken gekehrt zu haben, sehnen sie sich doch weiterhin nach Community und Verbundenheit. Aber wie könnte die aussehen? Andere haben bereits begonnen, sich in kleineren Gruppen zu treffen, und fragen sich nun, was diese Treffen eigentlich sind und wie sie gestaltet werden sollten und wozu die überhaupt gut sind.

Wie kann eine solche Community aussehen? Welche Formen braucht es dafür und was ist überhaupt denkbar? Braucht es noch feste Formen oder lieber fluide und experimentelle? Müssen das überhaupt „christliche“ Gemeinschaften sein? Und falls ja, woran macht sich das fest?

Ein Talk für alle, die sich nach Verbundenheit sehnen und auf der gemeinsamen Suche nach neuen Formen dafür sind.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Natürlich wird HOSSA TALK immer kostenlos bleiben! Allerdings macht Deine Spende es uns leichter möglich, den Podcast zu produzieren und trotzdem unseren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Das kann ein einmaliger Betrag sein, aber auch ein kleiner regelmäßiger Betrag. Egal wie Du Dich entscheidest: Wir sind für jede Hilfe sehr, sehr dankbar! Informationen dazu findest Du hier: hossa-talk.de/spenden

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Ja, wir haben uns jetzt überlegt, dass wir heute Abend gerne einfach, wir lassen auch die Aufnahme laufen und so, dann können die Leute später den Talk auch nachhören, dass wir einfach so eine Art Einstiegstalk machen wollen und miteinander ein bisschen drüber nachdenken wollen, wie so die Zukunft aussehen könnte, könnte man so knapp sagen.

Aber um mal so zu hören Wie geht's euch jetzt, Jungs? Wie ist es uns jetzt gerade? Ja, ich dachte jetzt gerade, vielleicht sollten wir doch noch ein paar warme Worte machen Dass wir jetzt hier sind Und irgendwie das ja Und nicht gleich thematisch werden, oder? Ja, hast du recht, ja. Ich bin gerade ganz erleichtert So irgendwie Ja, doch Also Hossakon war ja erstmal So eine Idee So, oh ja, klar, das sollten wir unbedingt mal machen Das ist ja auch ganz toll, wie das überhaupt zustande gekommen ist.

Wir haben schon länger darüber gesprochen, wir sollten unbedingt mal so eine Art von Treffen machen, aber wir haben nicht gewusst, wie wir das auf die Beine stellen sollen, organisatorisch. Und dann kamen die Leute vom Haus auf uns zu, ohne dass die was davon gewusst haben, haben gefragt, hey, könntet ihr euch vorstellen?

Und wir haben gesagt, ja, wir stellen uns das schon die ganze Zeit vor, in Wirklichkeit. Und wie das schon mal entstanden ist, war ja schon mal toll. Und dann haben wir angefangen, das so ins Rollen zu bringen und dann wurde für mich das emotional immer ein bisschen schwerer, weil ich dann so gedacht habe, okay, wow, was kommt denn da jetzt, was haben wir denn da jetzt überhaupt angefangen, haben wir uns das überhaupt gut überlegt und so.

Aber richtig an, also für mich persönlich, ich könnte ja gleich mal erzählen, wie es euch ging, aber richtig so an Fahrt aufgenommen hat es dann für mich emotional auch, als wir immer konkretere Ideen gehabt haben, was wollen wir hier machen. Und dann, eigentlich ist es noch gar nicht so lange her, dass wir so eine richtig detaillierte Programmplanung nochmal gemacht haben.

Und dann haben wir irgendwie, glaube ich, alle drei gesagt, oh geil, jetzt haben wir richtig Bock drauf. Weil dann irgendwie, wir konnten uns da besser was darunter vorstellen. Und jetzt bin ich irgendwie erleichtert. So viele von euch sind hier. Das ist total schön. Und ich mag die Atmosphäre. Es ist irgendwie was Besonderes, finde ich.

Ich finde es auch irgendwie total, also ich habe es eben schon mal gesagt, ein bisschen surreal. Weil eigentlich ist das ja Quatsch, was wir hier machen. Also ein Podcast ist ja eigentlich ein Format, wo sich irgendwie eins, zwei, drei, vier Leute irgendwo zusammen in einem Raum einschließen oder jeder in einem eigenen und dann halt irgendwie Dinge, Quatsch erzählen.

Dass auf einmal das jetzt zum Anlass genommen wird, dass sich 100 Leute aus den unterschiedlichsten Ecken, wie wir vorhin gesehen haben, auf den Weg machen, um mit uns so ein Wochenende zu verbringen, das finde ich einfach ganz fantastisch und rührt mich auch auf eine Weise. Auch wo ihr eben aufgestanden seid, also wie lange euch diese drei merkwürdigen Stimmen wahrscheinlich schon begleiten, teilweise in eurem Leben, in eurem Alltag.

Das ist irgendwie auch ein total schönes und beglückendes und auch ein bisschen weirdes Gefühl, ehrlich gesagt. Also so in die Runde zu gucken und zu denken, ihr hört euch das jede Woche an, was ich so sage und meistens weiß ich danach selber nicht mehr so genau, was ich gesagt habe. Ja. Und ihr wisst sehr viel mehr von mir als ich von euch, von den allermeisten.

Das ist auch irgendwie merkwürdig, aber total schön. Ich habe richtig Bock drauf und die Hossakon ist eigentlich ja auch als Idee daher entstanden, dass wir letztes Jahr so ein ganz großes Schwerpunktthema hatten, was sich einfach auch so gefunden und so rauskristallisiert hat, dass wir so gesagt haben, wir müssen irgendwie schon oder wir wollen gerne so vom Digitalen auch wieder mehr ins Analoge.

Wir wollen gucken, was können wir vielleicht mit so einem Quatschformat dazu beitragen, dass echte Gemeinschaft entsteht, dass Community möglich ist. Wie kann man Leute vor Ort irgendwie auch zusammenbringen und connecten, die irgendwie ähnliche Ideen haben und vielleicht voneinander lernen und profitieren können.

Wie können wir Räume öffnen, wo Leute ihre Geschichte erzählen in einem sicheren Rahmen und all das, diese ganzen Lagerfeuer-Ideen. Und das ist eigentlich so die konsequente logische Fortführung von all diesen Gedanken und der, ich sag mal, so zwischenzeitliche Höhepunkt jetzt. Das ist echt cool. Wenn ich euch so zuhöre, denke ich, wow, das ist echt toll.

Ich habe ehrlich gesagt immer, also vor solchen Momenten, die man ja noch nie gemacht hat, habe ich erstmal Angst. Ehrlich, ist so. Also ich denke dann immer, oh Gott und wie wird das werden und ich kenne die alle gar nicht und hoffentlich klappt der Talk und so. Also ich sitze hier so ein bisschen und habe das auch schon manchen gesagt, ja, ich fremdele dann immer ein bisschen.

Ich brauche einen Augenblick, bis ich irgendwo so richtig warm werde und so. Und es ist jetzt so schön, euch alle zu sehen. Und gleichzeitig merke ich, ich bin aber auch müde und ich weiß gar nicht und ich weiß nicht, wo ich hingucken soll. Also das denkt man manchmal wirklich nicht von mir, weil ich im Podcast, glaube ich, nicht so wirke.

Und auch bei einem normalen Live-Event ist es auch nochmal ein bisschen einfacher, weil da weiß ich, da machen wir unseren Talk und dann sind wir auch wieder weg. Aber ich weiß, euch sehe ich jetzt hier das ganze Wochenende. Und das ist wunderschön, einerseits, aber es bringt mich auch innerlich vor eine gewisse Herausforderung.

Also das ist, ich habe vor solchen Momenten immer ein bisschen Angst, weil ich immer auch ein bisschen Schiss habe, dass das irgendwie schief gehen könnte oder keine Ahnung was. Also es ist so, von daher finde ich das so schön, dass ihr das gerade so voller Werf und so weiter und so. Und ich muss dann jetzt einfach mal sozusagen wie immer den Zweifler spielen.

Oder einfach mal das so auf den Tisch legen, dann ist es auch raus und dann kann ich auch nachher ganz wunderschön mit euch mich unterhalten und so. Naja, aber an sich freue ich mich natürlich. Also das soll nicht so klingen, als würde ich mich nicht freuen, sondern die Idee war ja super. Aber ich merke, ich habe immer auch ein bisschen Schiss, dass sowas irgendwie nicht klappt oder so. Meistens klappt es dann ja doch.

Bisher hat es eigentlich immer alles geklappt, was wir gemacht haben. Ja, ich weiß, das ist ja so eine komische... Das ist ja auch so, 100 Mal erlebt, jemand schlägt ein Thema vor und du sagst, weiß ja gar nicht, was ich darüber überhaupt reden soll. Wir sind ja 10 Minuten fertig. Und hinterher so, das war ein richtig gutes Gespräch. Das war richtig gut.

Das war ja super. Da hätte ich ja noch ewig drüber weiterreden können. Und 100 Mal sagt man dann so, Ja, wusste ich. Weißt du? Das ist sehr oft bei den Trio-Folgen so. Ja, du hast ja recht. Ja, das war super. Aber ich habe gerade so gedacht, das führt vielleicht schon so ein bisschen rein, wenn du sagst, ich habe Angst, das könnte nicht klappen.

Ist ja auch vielleicht die Frage, was heißt überhaupt klappen? Also was ist denn so die Erwartung und vielleicht auch so die... Das Messtool für Erfolg an der Stelle. Also ich finde, wir wussten ja eigentlich schon, dass es klappt, weil sich überhaupt Leute gefunden haben, die gesagt haben, haben wir Bock drauf, kommen wir.

Was wäre das denn für dich? Ich bin jetzt schon happy, also ich finde das ganz, ganz toll. Also ich könnte auch ohne Probleme so ein Wochenende machen, ohne mir total viel Programm auszudenken und fände das einfach gut, wenn so Leute zusammenkommen, ihre Geschichte erzählen und ja klar, irgendwie muss man auch diese Räume irgendwie auch schaffen und ermöglichen, aber also ich finde, also für mich ist der Erfolg schon in dem Moment passiert, wo wir da alle beim Abendessen saßen und alle da, alles gut gegangen, sehr gut, Bock drauf, läuft.

Ja, Margot, das liebe ich so an dir, weil du da echt einfach so cool bist und irgendwie so eine schöne Art hast, das zu feiern, was gerade passiert. Ich liebe das. Mich hat vorhin bei dem Bingo jemand gefragt, wann denn die Hossakon für mich ein Erfolg wäre. Da kam ich erst mal ins Schwitzen. Und dann habe ich gedacht... Wenn sich zwei oder drei bekehren.

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, jetzt zwei oder drei, wenn sich zwei oder dreihundert bekehren, dann wäre das ein Erfolg, dann wäre Jesus hier gewesen, Halleluja! Also da müsstet ihr euch alle quasi dreimal bekehren, damit das klappt. Also am Sonntag checken wir das ab, ob ihr alle drei Bekehrungen gehabt habt.

Ich habe so gesagt, für mich wäre es ein toller Erfolg, wenn wir uns hier gegenseitig begegnen und irgendwie das Gefühl haben, dass wir Gott begegnet sind. so. Aber das macht es schon wieder so groß. Mir hat das eigentlich gut gefallen, wie du das gerade gesagt hast. Nee, aber das ist genau dasselbe, nur in anderen Worten.

Ja. Nee, wirklich, beinahe ich wirklich ernst. Ja, nee, hast vollkommen recht. Ich fand nur deins klang entspannter. Okay, aber dann, ich schärfe trotzdem noch mal ein bisschen nach. Was glaubt ihr denn, was wird passiert sein am Sonntagmittag, wenn wir, Nachmittag, wenn wir wieder alle Was wird wahrscheinlich, möglicherweise, hoffentlich, passiert sein an diesem Moment, ne?

Wir werden bestimmt wenigstens zwei oder drei Gespräche mit jemandem gehabt haben, den wir so vorher noch nicht kannten und uns überrascht haben, was da so an Geschichte und an Leben und an Lebenserfahrung und vielleicht auch an Brüchen irgendwie drin steckt, was wir so miteinander teilen. Wir werden bestimmt auch sehr viel unnützen Quatsch erzählen, da freue ich mich auch sehr drauf und über nerdige Sachen reden und uns einfach begegnen.

Also ich finde, Begegnung ist schon wirklich auch ein gutes Wort dafür. Also ich fand das ganze letztes Jahr, gerade als wir diese Rudeltalks gemacht haben, wirklich einfach super wertvoll zu sagen, wir öffnen hier einen Raum, weil wir das aus unerfindlichen Gründen einfach dürfen und können und alles, was in diesem Raum passiert, ist dann irgendwie auch ein bisschen Magic und das glaube ich, das haben wir da ja eher so in kleinen Gruppen gemacht, jetzt machen wir es ein bisschen größer und dementsprechend glaube ich, wird es noch mehr Magic.

Ja, und ich fände es schön, wenn wir am Sonntag, wenn das alles passiert ist und wir, also wir sind ja Hossa Talk, aber eigentlich geht es ja nicht um uns, sondern Hossa Talk steht ja für irgendwas und ihr seid ja nicht, ihr seid wahrscheinlich auch wegen uns da, aber auch wegen der Idee von Hossa Talk, denke ich mir mal.

Und es wäre irgendwie toll, wenn am Sonntag wir, wenn wir alle irgendwie, das wäre für mich ein Erfolg, wissen, ja wir sind Teil dieser Idee. Also nicht von dem Produkt, nicht von den drei Gurus, sondern von der Idee. Also wir wollen euch ja nicht in die Sekte ziehen oder sowas, ist ja klar. Es sei denn, ihr bringt viel Geld mit, dann mache ich das schon.

Aber dass die Idee für die Hossa Talk steht, dass wir irgendwie miteinander das Gefühl haben, ja und das tragen wir miteinander in die Welt oder irgendwie so und ich meine das nicht so komisch, sondern so als Kerzen, die man so mitnimmt und so und das wäre für mich irgendwie schön, wenn davon so eine Art.

Gemeinschaftsgefühl ausgeht. Und du, Gofi? Also nur die Frage stellen? Ja, ich bin ja auch bereit zu antworten. Bist fein raus, wenn man die Frage stellt. Ja, also Begegnung finde ich schon das richtige Stichwort, weil wenn wir uns hier kennengelernt haben, können wir uns ja nie wieder entkennenlernen.

Also wir kennen uns dann halt. Und das heißt, das ist fast zwangsläufig, dass dabei irgendwas passiert. Dass man eine neue Sichtweise kennenlernt, dass man sich in Erinnerung behält, dass man für die nächsten Jahre seines Lebens weiß, ich habe diese Person da getroffen, das war eine schöne Begegnung und vielleicht, bleibt ja sogar was davon übrig, dass man sich danach noch weiter trifft oder in Kontakt bleibt oder vielleicht wohnen ja Leute sogar in derselben Gegend oder Region und sagen, oh wie schön, ich wusste gar nicht, dass du da auch lebst und so, lass mal treffen in Zukunft, also das würde ich toll finden, also dieses, das Potenzial, was in Begegnungen steckt, dass das eben einfach, also im Prinzip das, was du sagst, Marco, oder was die beide gesagt haben, dass das passiert.

Und man kann, es geht gar nicht anders, als dass irgendetwas passiert an diesem Wochenende, was letztlich dann auch bleibt, denke ich. Und das ist genau auch der, also deshalb hast du schon recht, Marco, also wir haben schon gewonnen, also ist jetzt schon alles gut. Ja, sag ich ja. Genau. Eigentlich müssen wir ja noch mit euch singen.

Hostartalk! J-Marco und Goofy erklären die Welt. Ja, an der Stelle wird es immer schwierig. Die Erfahrung haben wir schon sehr oft schreif gemacht. Aber danke schön, das war geil! Fantastisch! Ja, wir sind eigentlich schon mittendrin, ne? Ja, wir sind mittendrin, wir hatten uns überlegt, worüber wir sprechen wollen und wir sind auf das Thema gekommen, dass es doch mal die Situation ist.

Viele Leute von uns, die hier im Raum sind, haben früher mal in gewissen Formen, in gewissen Gemeinschaften ihre Spiritualität, ihren Glauben gelebt, und viele von uns haben das hinter sich gelassen. Das gehört irgendwie zur Vergangenheit. Nicht alle, nicht alle, manche sind immer noch gerne da, wo sie ihren Glauben leben, das schon seit vielen Jahren, sind damit happy und so.

Aber viele von uns haben auch gewisse Dinge hinter sich gelassen, weil sie gemerkt haben, das passt nicht mehr so gut oder vielleicht sogar, es ist für mich schädlich gewesen. Und jetzt... Sind wir also aufgebrochen vielleicht, um Neues kennenzulernen? Wir wollen immer noch irgendwie spirituell sein. Wir möchten unseren Glauben trotzdem irgendwie immer noch leben.

Wir möchten dem immer noch eine Form geben, aber es ist gar nicht so leicht herauszufinden, welche Form das eigentlich sein soll. Wie soll das jetzt konkret werden? Wie lebt man so eine Art von Glaubensgemeinschaft und das ist irgendwie auf eine Art gut und nicht schädlich oder toxisch oder so? Und vielleicht, das wäre eine spannende Frage, also gibt es Dinge, die wir behalten möchten aus der Vergangenheit, weil die doch gut gewesen sind, oder weil sie für uns funktioniert haben, gibt es Dinge, die wir auf jeden Fall hinter uns lassen müssen, oder und gibt es vielleicht sogar drittens Sachen, die wir uns ganz neu ausdenken könnten, so also wie lebt man das jetzt konkret weiter, wenn das, wenn man so alte Dinge hinter sich gelassen hat?

Da bin ich eigentlich am meisten gespannt drauf, auf diesen Aspekt der Frage, weil ich ganz oft feststelle, so Menschen, mit denen ich so unterwegs bin oder auch ich selber, wenn ich irgendwie solche Räume gestalten darf, ich möchte total gerne alle möglichen neuen Formen ausprobieren und ich merke dann, dass ich doch an vielen Stellen so geprägt bin, dass ich mir die manchmal einfach gar nicht so richtig vorstellen kann.

Am Ende landest du doch wieder da, ja dann fangen wir mal sicherheitshalber mit einem Song an oder noch einen, dann sind schon mal zehn Minuten rum, dann kommt jemand und dann erzählt der so ein bisschen den Ablauf und sagt Hallo, dann liest jemand vielleicht einen Bibeltext oder von mir aus auch irgendeinen anderen interessanten, spirituellen, theologisch-poetischen Text, dann gibt es nochmal ein Lied, dann gibt es vielleicht sowas wie ein Gebet oder irgendein Ritual oder sowas, dann zündet man vielleicht noch eine Kerze an.

Und das ist ja alles toll, je nachdem, wie man das bespielt. Aber es kann alles sehr toll sein. Aber das ist ja noch nicht, wow, wir haben jetzt eine komplett neue Form gefunden. Und das würde mich eigentlich auch an diesem Wochenende sehr interessieren. Was ist denn mal so eine wirklich neue Form, wo man nicht nur sagt, ja, wir haben die Stühle halt mal im Kreis gestellt statt hintereinander oder wir haben die Bänke rausgetan und haben jetzt Stühle.

Das meine ich eigentlich gar nicht. oder wir haben jetzt keine Orgel mehr, sondern dafür Progressive Rock irgendwie. Auch alles voll gut und richtig, aber ich frage mich so, was ist denn so wirklich mal eine neue Form? Und zwar nicht einfach nur, weil neu immer besser ist, sondern weil ich glaube, die Form erzählt ja auch vom Inhalt irgendwie oder ist auch ein Teil der Message.

Ja, ist ganz schön schwierig, ehrlich gesagt, weil, was gibt es für Dinge, also wir haben unsere Sinne, sehen, hören, schmecken, fühlen. Riechen, danke, und keine Ahnung, und dann kannst du noch was mit deinem Körper machen, irgendwie aufstehen, laufen, dich hinsetzen, wie auch immer. So, also die, also es gibt ja gar nicht, man kann sich ja nicht komplett was ausdenken, was außerhalb dieser Sphären liegt, dieser Dinge.

Und dann muss es ja noch in der Gemeinschaft kompatibel sein irgendwie. Klar, miteinander essen ist eine super Sache. Das kannst du aber mit 200 Leuten schon wieder schwierig machen. In einer kleinen Gruppe ist das super. Gemeinsam singen kannst du mit ziemlich vielen. Also es gibt Dinge, die sind leicht übertragbar auf große und kleine Gruppen.

Genau, also ich will damit nur sagen, naja, den Science-Fiction-Gottesdienst, das Feld ist ja schon auch bespielt mit Texten, mit von mir aus künstlerischen Dingen, mit sinnlichen Dingen, mit irgendwelchen religiösen Dingen, ja was soll es denn da noch geben? Ja, das ist ja exakt meine Frage. Liegt es daran, dass das einfach gar nicht geht?

Also vielleicht sind wir da ja auch schon so am Rand angekommen oder können wir es uns nur nicht vorstellen? Genau. Ich verstehe das schon. Ich wollte nur sagen, wie immer wollte ich die Schwierigkeit zeigen. Meine Frau sagt ja immer, ich bin ein Bedenkenträger. Das wäre ja echt ätzend, mit mir zu leben.

Weil ich immer erst mal weiß, was nicht geht quasi. Aber so ist es ja. Also ich wollte damit quasi nur zeigen, das ist ja gar nicht so leicht, wenn man sagt, oh, wir machen mal was ganz Neues. Ja, das Feld ist schon auch sehr bestellt. Aber vielleicht kommen wir ja mal auf wirklich neue Sachen. Also vielleicht können wir es uns wirklich nur nicht vorstellen. Das ist, genau.

Aber du hast zwei wirklich spannende Dinge gesagt, Jay. Erstens, da ist der menschliche Körper. Der setzt gewisse der gibt gewisse Strukturen vor was man so machen kann als Mensch und dann hast du von Größe gesprochen 200 Leute, 20 Leute 3 Leute, und in diesen Größen verschiedenen Größen sind unterschiedliche Dinge möglich, und das finde ich einen ganz spannenden Aspekt, weil.

Wir sind ein bisschen so trainiert worden, dass wir immer denken, größer ist besser, so, aber das stimmt überhaupt gar nicht. Kleiner ist manchmal viel leichter oder es ist flexibler und dadurch gibt es viel mehr Möglichkeiten eigentlich. Klar gibt es natürlich mit 200 Leuten gewisse Sachen wie, der Gesang klingt lauter oder keine Ahnung, es macht einen anderen Eindruck oder so.

Aber mit wenigen Leuten kann man viel mehr Dinge ausprobieren eigentlich. Da gibt es, denke ich, oder? Da gibt es einen größeren Spielraum an Möglichkeiten. Deshalb finde ich die kleine Gruppe attraktiv eigentlich. Ich kann natürlich verstehen, wenn man das gerne mal haben möchte, dass man Teil einer großen Gruppe ist, gerade Leute, die das normalerweise so nicht erleben, wo sie leben, sagen, so schön, endlich mal zum Beispiel jetzt hier zu sein und jetzt fast 100 Leute und wir sind uns in den wesentlichen Dingen irgendwie schon auch einig. Das ist ein schönes Gefühl.

Aber die kleine Gruppe hat wirklich ganz große Vorzüge und das wäre ja so ein, So ein Ding, mit dem man arbeiten könnte, oder? Gruppengrüße. Ja, ich habe gerade so gedacht, müssen wir vielleicht nochmal einen Schritt zurück machen und definieren, von was für einer Form wir eigentlich reden. Also reden wir von Formen für sowas wie einen Gottesdienst oder grundsätzlich wie Communities organisiert und strukturiert und gebaut sind?

Ist das möglicherweise dasselbe? Eigentlich ja nicht, ne? Okay, das ist auch eine gute Frage. Es geht um Spiritualität und es geht irgendwie um Spiritualität konkret werden lassen als Gemeinschaft. Und in der Gemeinschaftsform. Aber das ist auch schon sehr weit. Ja, es kommt darauf an, wie du Spiritualität verstehst.

Also wenn du sagst, ein Waldspaziergang ist für mich eine spirituelle Erfahrung zum Beispiel, dann ist das ein ziemlich weit gestecktes Feld. Da wird noch nicht gesungen, gebetet, meditiert, irgendwas. Aber es wäre natürlich eine Form, gut, die könnte man auch mit 200 Leuten machen, aber dann wird es irgendwann ziemlich blöd im Wald, weil dann nimmst du von dem Wald nicht mehr viel wahr, sondern unterhältst dich nur noch so.

Dann ist es ein schöner Spaziergang, so ein Massenspaziergang irgendwie. Aber gerade für eine kleine Gruppe wäre ein Waldspaziergang eine tolle Erfahrung, die man vielleicht gerade extra schweigend macht, um mal den den Wald zu erleben. Und das ist doch schon mal ein total spannender Gedanke. Ja. Schweigen zum Beispiel. Genau.

Schweigen muss eine krasse Erfahrung sein, oder? Es gibt ja manche, also ich meine so, ja, hab ich mir auch sagen lassen. Du wolltest gerade sagen, sprechen ist mein Beruf. Hab ich noch nie erlebt, aber soll wirklich gut sein. Also die, die es gemacht haben. Manche Leute machen das ja ein Wochenende lang oder eine Woche sogar lang.

Und manche Leute treten in Orden ein, Schweige Orden, und hören ganz damit auf. Keine Ahnung, so mit 20 oder so, wollte ich mal so ein Schweigewochenende machen. Habe mich dann im Gnadental eingemietet, irgendwie zu so einem Schweigewochenende. Und ich bin schier verrückt geworden. Das war dann so, der erste Abend war noch ganz okay.

Freitagabend, ankommen, essen, ja, wer bist denn du? Und dann sollte man schweigen und das ging alles noch so. Und am nächsten Tag bin ich dann irgendwie, wurde dann morgens zusammengeschwiegen und dann musste man den Rest des Tages alleine schweigen irgendwie. Und dann bin ich dann irgendwie spazieren gegangen und ich dachte, ich werde verrückt.

Irgendwann gab es den Punkt, wo ich gedacht habe, und dann bin ich irgendwie zu dem Tresen gegangen und habe gesagt, tut mir leid, ich muss nach Hause, ich gehe jetzt ins Kino, ich kann nicht mehr. Und die Schwester hat mich dann so mit so, ja, wollen Sie das nicht nochmal? Nein, ich will das nicht nochmal. Nein, ich kann nicht mehr.

Also das war eine witzige Erfahrung, weil ich da total an meine Grenze kam. Von daher war es sogar auch eine positive Erfahrung, obwohl ich das Gefühl hatte, ich kann mit der Sache an sich nichts anfangen. Ich bin dazu nicht fähig. Heute könnte ich, glaube ich, damit mehr anfangen. Aber so mit 20 ging das so noch gar nicht.

Und trotzdem war das eine spannende Erfahrung, die mir, wie man merkt, hängen geblieben ist. Ich bin dann tatsächlich nach Frankfurt gefahren, direkt ins Kino, weil ich wollte hören. Okay, aber Schweigen heißt in dem Fall, du durftest auch keine andere Sprache in irgendeiner Form hören. Also du durftest jetzt kein Hörbuch hören. Nee, nee, genau. Also die Idee war, man schweigt, man kann Bibel lesen oder sowas. oder Gebete sprechen, aber die Gebete sind ja auch schnell irgendwann, Hast du das dann alles gesagt irgendwie? Naja so, also ich war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung, die mich an eine Grenze gebracht hat.

Also fällt mir jetzt nur gerade ein. Und war damit irgendwie auch bleibend. Und dann habe ich wirklich jahrelang gedacht, ich kann mit diesem Thema gar nichts anfangen und habe das auch nie wieder angefasst. Dann irgendwie mit der geistlichen Krise wurde mir dann Schweigen wichtiger oder es kam mir ein bisschen näher, weil ich darin was anderes gefunden habe, halt in diesen ganzen Worten, die man immer sagt oder die Welt erklärt oder hört oder so.

Also ich wollte nur sagen, sorry, fiel mir gerade ein, es war keine Gemeinschaftssache, aber Schweigen ist auf jeden Fall eine spannende Erfahrung, die man machen kann. Ja und ich finde es auch ein krasses Gegenprogramm, weil auch in den Gottesdienstformen, die wir so kennen, die sind laut. Da wird immer geredet, erklärt, gepriesen, gesungen, bla bla.

Ständig wirst du getextet ohne Ende. Und wir sind ja auch alle so sprachlastig. Ich meine, hier sind Leute, die hören sich zwei Stunden lang Podcast an. Immer Sprache, Sprache, Sprache. Und das fällt mir sowieso auf, wenn man dann mit Leuten über Gottesdienste ins Gespräch kommt, dann wird darunter verstanden, dass man mal so miteinander über Gott spricht oder mal so richtig drüber nachdenkt und ins Gespräch kommt und so.

Zumindest da, wo viele von uns herkommen, hat Spiritualität immer irgendetwas mit Sprache zu tun, mit gesprochener Sprache. Und das ist ja wirklich nur ein ganz kleiner Teil von Spiritualität eigentlich. Deshalb fände ich Schweigen geradezu cool als Gegenprogramm. Einfach mal die Fresse zu halten, wäre doch mal wirklich eine gute Art, auch Glauben zu leben, so denke ich.

Ja, finde ich auch, finde allerdings auch, das ist ja kein Zufall und keine Böswilligkeit, dass die Sprache so eine große Rolle spielt, weil natürlich alles, worauf man sich da so bezieht im christlichen Glauben, ist uns ja als Sprache überliefert und also die erste Information, die du über Gott in diesem Buch liest, ist auch, dass der spricht.

Und dadurch Dinge entstehen. Also das hat schon seine Gründe, glaube ich auch, dass es so sprachlastig ist, aber es stimmt schon auch, dass gerade so im, ich sag mal, protestantischeren Bereich des Christentums ist gerade so dieses ganze, was mehr so Ritual ist oder was vielleicht auch mehr so auf das Gefühl und auf die Geste und das Innerliche mehr geht, auch noch ein bisschen weniger stark ausgeprägt.

Also da sind wir halt wirklich sehr wort- und sprachlastig. Ich finde das per se schön, weil ich das halt gerne mag, aber ich verstehe auch, dass das natürlich nicht zwangsläufig jedem so gehen muss. Aber ich fand auch das, was du gesagt hast, so ein bisschen mit dem Gegengewicht oder mit dem Gegenpol ganz spannend, weil ich finde, das ist schon auch eine spannende Frage, die uns vielleicht ein bisschen weiterbringen kann, nämlich warum diese Lautenformen auch überhaupt mal so etabliert wurden und warum die sich so verbreitet haben.

Also was ist denn das Ziel von so einer Form? Was soll die denn machen? Wofür ist die denn gut? Ja, nicht nur dafür, weil jemand gedacht hat, so findet Gott es am besten. So versteht er es besser und das ist wohl die Musik, die er selber am meisten mag und die Ausdrucksform. Sondern das ist ja aus einem bestimmten Grund, hat sich diese Form ja so gefunden.

Das wäre halt so die Frage, da würde ich mal als Arbeitsthese in den Raum stellen, schon auch, damit das halt attraktiv ist und immer weiter wächst. Und da wären wir ja wieder bei der Frage, reicht das eigentlich als Ziel und ist das überhaupt eine gute Zielformulierung? Naja und du hast natürlich im normalen gottesdienstlichen Geschehen, also ich nehme jetzt mal wirklich das gottesdienstliche, da hast du halt zum einen ist es leicht zu sagen, sich dazuzusetzen und mal so über die Schwelle zu gehen und zuzugucken, sag ich mal so, du musst nicht viel mitmachen.

Und andersrum gesagt, kann man gut konsumieren, man wird bespielt. Das ist das Attraktive daran, finde ich tatsächlich. Also ich verstehe das auch, nach einer langen Woche gehst du sonntags in die Kirche und denkst so jetzt, Alter, Mama, Wort, Scheiß-Song, schöner Song, du wirst bespielt und das hat auch was echt Entspannendes.

Das war eine Bierflasche, oder? Das war eine Bierflasche, glaube ich auch. Wir haben mal bei uns in der Gemeinde versucht, wir hatten ja so Willow Creek orientierte Gottesdienste, Kirchendistanzierte Ansprechen, die dann quasi bespielt werden. Sehr viel Bespielung. Und dann haben wir versucht, die interaktiver zu gestalten.

Nicht mehr von vorne das alles zu machen, sondern so lauter Stationen, die dann verschiedene Leute anbieten. Und der Gottesdienst teilte sich so auf, dass die Leute in verschiedene Räume gehen können, wo sie eine Bibelarbeit miteinander besprechen können oder Lobpreis miteinander machen oder irgendjemand erzählt was aus seinem Leben.

Oder man hat so eine Art Gebetsstation, zündet Kerzen an oder sowas. Und die Idee war super, das wollte nur keiner. Nach ein paar Mal wurden die Leute immer weniger, weil die sagten, das war früher so schön, da konnte ich mich einfach hier hinsetzen und hab einen tollen Gedanken mitbekommen, über den konnte ich dann die ganze Woche nachdenken.

Jetzt muss ich das selber produzieren. Oh Gott! Also ich kann, ich will damit nur sagen, ich habe schon Verständnis, dass Menschen, wenn es zu interaktiv wird zum Beispiel, die auch unter Umständen eher überfordert, weil die irgendwie sagen, du hast doch Theologie erzählt, du sollst mir gefälligst erzählen, was in dem Scheißbuch steht.

Das ist, glaube ich, ein echt guter Punkt, wenn man über Formen und sowas redet. Im Idealfall, also wenn ich es mir malen müsste, dann würde ich sagen, die Form kommt am besten einfach auch aus der Community, also die bildet die Community ab auf eine Weise. Das ist ja manchmal einfach das Problem, dass man sagt, boah, ich habe da, weiß ich nicht, in meinem Auslandssemester dieses mega coole Projekt gesehen und die machen so alles mit Jazz und das machen wir jetzt auch bei uns auf dem Dorf.

Denkst du, wir haben aber gar keinen, der Saxophon spielen kann, außerdem mag gar keiner Jazz irgendwie. Das wird nicht funktionieren. Das muss halt auch zu dem passen, was da an Community vorhanden ist und irgendwie auch ein halbwegs authentischer Ausdruck von dem Seiten, wie diese Menschen einfach glauben und leben.

Man kann natürlich ganz viel ausprobieren und sagen, hab ich noch nie gesehen, probiere ich aber mal aus, aber so grundsätzlich, glaube ich, muss es dem irgendwie entsprechen. Und das scheint mir nicht so oft der Fall zu sein, weil sonst wäre ja nicht vieles so gleich. Das ist irgendwie ein Ausdruck, der halt manchmal in irgendwelchen großen Städten in den USA und in Australien und an der Westküste funktioniert, aber vielleicht nicht unbedingt, weiß ich nicht, in Braunschweig oder in Marburg.

Das ist halt auch anderes Lebensgefühl und anderes Klientel. Ist ja kein Wunder, dass das nicht immer so hundertprozentig passt. Und das fände ich eine wichtige Frage. Also wer sind wir eigentlich hier so als Community? Was mögen wir gerne? Wie sind wir so drauf? Was sind so unsere Ausdrucksformen? Was mögen wir denn außerhalb von so einem Gottesdienst gerne?

Und warum ist das oft so anders wie das, was wir dann in dem Gottesdienst reproduzieren? Ich finde das gut, die Gedankenrichtung, aber ich denke auch, dass Formen auch Menschen formen. Also viele von uns glauben so, wie wir glauben und finden das angemessen, die Dinge, die wir so anwenden, weil wir das so gelernt haben.

Und das prägt auch unser Denken. Aber das ist ja kein Argument. Das ist kein Argument. Ich will nur sagen, dass man auch durch Formen Leute sozusagen, ich will jetzt nicht sagen erziehen kann, aber irgendwie auch ein bisschen mitprägen kann. Also das heißt, man kann auch als Mensch ein bisschen mitwachsen, mitformen.

Das glaube ich schon. Und das passiert auch sowieso. Ich glaube, bestimmte Gedanken werden deshalb gedacht, weil gewisse Formen das einfach so vorgeben. Also zum Beispiel evangelikal zu glauben bedeutet fast immer ziemlich autoritätshörig zu glauben. Fast immer. Und wenn du da ausprägst aus dem Schema, wenn du sagst, ne, da habe ich aber immer eine Frage, ich finde es gar nicht so gut, was du erzählst und so.

Genau, es wird schwierig, ne, es wird schwierig. Das wird auch aber durch eine Form vorgegeben, es wird nicht nur durch eine Theologie geformt, sondern auch, dass da immer ein Mensch da vorne steht, meistens ein Mann, der dann halt Recht hat, grundsätzlich, ne. Das stimmt. Und du lernst es dann eben auch. Ach so, aha, okay, der Typ da vorne, ah, der hat recht, ja.

Und dann gibt es natürlich eine theologische Begründung, der hat den Heiligen Geist, mehr als ich oder whatever, so, der hat Theologie studiert, bla bla bla. Aber Formen prägen halt, wie Menschen denken, wie sie sich verhalten, was sie überhaupt erwarten und das ist natürlich, du hast recht, finde ich, du kannst dich einfach irgendeiner Gruppe von Menschen irgendeiner Form überstülpen und sagen, hier, das ist besser, so, ne, das funktioniert natürlich nicht.

Aber man muss sich schon auch über die prägende Wirkung von Form im Klaren sein. Und man kann sich ja auch ein bisschen challengen als Gemeinschaft. Man kann ja auch mal sagen, lass uns doch mal schweigen, zum Beispiel. Lass uns doch mal einfach, wenn wir uns treffen, zehn Minuten schweigen. Wow, ist aber schwer. Ja okay, aber man kann es ja mal, wir kommen da schon rein irgendwann.

Und dann stellst du fest, oh, das ist ja aber auch ganz schön, nach dem dritten Mal vielleicht. Ja, anders wird es wahrscheinlich ja auch gar nicht gehen. Du wirst ja in den seltensten Gruppen, den einen Konsens und die eine Form finden, wo alle sagen, ja, genau das und nichts anderes ist es. Das wird es ja nicht geben.

Du wirst immer Leute haben, die sagen, an dem Sonntag, wo es mir so ist, da komme ich auf jeden Fall bei. Und dann vielleicht dann doch nicht. Und wahrscheinlich ist es schlau, all diese Impulse irgendwie aufzugreifen und denen Raum zu geben, so zu ihrer Zeit zumindest, soweit das möglich ist. Manchmal geht es vielleicht auch nicht, weil es sich zu doll widerspricht, Aber so im Großen und Ganzen, wenn der eine sagt, ich will Heavy Metal und der andere sagt, ich will schweigen, hat das ja beides seine Berechtigung und kann beides wirklich auch ganz toll sein für die Community.

Ja, Kopfhörer-Disco, ne? Kopfhörer-Gottesdienst, das wär mal was. Jeder hört eine andere Predigt. Jeder hört eine andere Predigt. Ohne Scheiß, ne? Ohne Scheiß. Meine Schwester, ich erzähl das dir einfach mal so, meine Schwester, die hat Hörgeräte über Bluetooth, weißt du? Und wenn der Gottesdienst ganz scheiße ist, dann macht die sich einfach einen Podcast an.

Und dann geht's richtig gut dann so, weißt du? Und dann guckt ihr sonst hier rüber und sagt, Mama, du hörst wieder Podcast, oder? Weil die gerade sonst zufrieden guckt halt. Ja, das ist, Hörgeräte haben schon ihre Vorteile. Das ist richtig. Wenn ich dann so meine dicken Dinger aufsetze, dann sagt der Pfarrer, nee, das wollen wir hier aber nicht haben. Das ist ein bisschen zu deutlich.

Aber was ich noch, jetzt denke ich, klar, okay, Form. Okay, also ich verstehe auch den Gedanken, dass die Formen. Letzten Endes Inhalt ist. Also die Form ist nicht nur die Art, wie man es macht, sondern in der Form steckt immer auch Inhalt. Ist das kommunikativ oder ist es quasi von vorne nach hinten, von oben nach unten und so weiter?

Ist es gemeinschaftlich oder nur Mittel zum Zweck oder so? Also ich verstehe den Gedanken gut. Ich bin jetzt seit irgendwie über 40 Jahren Christ und so diese Formdiskussion, die gibt es irgendwie auch seitdem. Also, dass man immer sagt, ja, wir singen immer die gleichen Lieder und können wir nicht mal was anderes machen.

Ja, komm, dann spielen wir die Lieder, dann singen wir mal weltliche Lieder. Oh ja, toll, dann singen wir mal weltliche Lieder. Also, ich will damit nur sagen, diese Formdiskussion, die gibt es echt schon. Und wenn ich in die Kirchengeschichte schaue, ist mein Gefühl auch, die gibt es immer wieder. Und die ist ja auch völlig klar, weil man sich fragen muss, ist das antiquiert, was wir hier jetzt so machen, weil wir es halt immer so machen oder spricht uns das noch an, ist es unsere Form?

Aber ich würde trotzdem gerne nochmal eine Schleife machen zu der Frage. Wir treffen uns ja nicht um miteinander eine Form zu machen. Sondern es geht ja um irgendwas. Um was geht es denn eigentlich? Wofür ist denn eine Gemeinschaft da? Ist die für etwas da? Oder ist die Gemeinschaft schon der Selbstzweck?

Das könnte eine Antwort sein. Aber so meine Frage wäre ein Stück weit, weil ich so ein bisschen, ich habe so ein bisschen das Gefühl, so Gemeinschaften treten ja auch schon schnell irgendwie, das latscht sich aus und man denkt, ja gut, jetzt machen wir hier Hauskreis und das ist dann immer selber irgendwie eigentlich, ist schön und so, also ich glaube, es braucht schon irgendwie das Gefühl von, darum geht's.

Das sind wir, irgendwie wollen wir auch was, Das muss nicht immer ganz genau ausformuliert sein, aber irgendwie geht es um etwas. Und das wäre für mich noch ein bisschen eigentlich die wichtigere Frage. Was sind denn Themen, um die es sich zu scharen lohnt? Was sind Dinge, für die es sich lohnt, einmal die Woche meinetwegen in einen Gottesdienst oder in einen Hauskreis zu gehen oder wie ihr das auch immer nennt?

Also, worum versammeln wir uns denn? Weißt du, was ich meine? Weil ich irgendwie denke, nur jetzt die Form zu ändern. Kann es auch nicht sein. Völlig richtig, ja. Ich glaube dieses, wie auch immer ihr das nennt, das ist der Kern der Frage, so ein bisschen. Weil wir haben ja wahrscheinlich viele, die hier sitzen, diese Erfahrung gemacht, in einer bestimmten Form von Kirche und Christentum und Spiritualität aufgewachsen zu sein.

Und wissen jetzt nicht so genau, was ist denn die neue Form so richtig. Und diese Frage, um was wollen wir uns eigentlich versammeln, Das ist genau die Frage, weil das wissen wir, glaube ich, nicht so als Kollektiv zumindest nicht. Das ist halt genau die Frage, die wir uns alle stellen. Was ist denn das, um was man sich, möchte ich mich überhaupt noch um was versammeln?

Weil das letzte Mal, als ich mich mit Leuten um was versammelt habe, war es ganz schön schmerzhaft irgendwie. Vielleicht ist das auch gar nicht gut. Also ich glaube, das mal eben so zu klären, das ist eigentlich die Hauptaufgabe. Und wahrscheinlich gibt es da keine eindeutige, so machen wir das jetzt, Antwort.

Das ist der ganz große Kern von dem Ganzen. Und ich glaube mir ist jetzt auch selber ein bisschen klarer, was ich eigentlich am Anfang meinte, die Frage ist eigentlich ja so, wenn wir jetzt wenn sich unser Glaube in irgendeine Richtung verändert, wenn wir sagen wir mal, der irgendwie freier und progressiver wird, müsste das nicht auch auf der Formebene eine Entsprechung finden und ich glaube, das ist halt so schwierig weil wir nicht so genau wissen, wie Also ich glaube, da ist ganz oft so das Gefühl, ja eigentlich schon, aber wie könnte das denn wohl aussehen?

Also wie könnte man das auch in Gemeinschaft irgendwie begehen und ausdrücken und von mir aus auch feiern? So, dass es auch dem entspricht, was ich jetzt eigentlich glaube, weil ich glaube, viele von diesen Formen, die wir dann so beibehalten, die sind ja irgendwie so rübergerettet und vielleicht auch zu Recht, es gibt ja auch viel Bewahrenswertes, man muss ja nicht bildersturmmäßig alles sofort aus dem Fenster werfen und trotzdem glaube ich, dass diese Arbeit lohnt sich in Zukunft zu überlegen, was könnten solche Entsprechungen sein, wo man dann wirklich sitzt und sagt, ja, das ist jetzt doch mal was, was wir gemeinsam tun können, so fühlt sich das für mich auch an.

Wenn ich darüber rede oder so, so empfinde ich das und ja, das andere, das ist nicht schlecht, das triggert mich vielleicht auch nicht, da muss ich nicht rausrennen, wenn jemand das macht, aber ist es das, was ich ab jetzt eigentlich so, wie ich das leben will, das ist glaube ich die Frage. Also mir würde es um die Begegnung mit dem Göttlichen und die Begegnung mit mir selbst gehen, wenn ich jetzt so eine spirituelle Feier mache oder so.

Das klingt jetzt vielleicht irgendwie hochtramend, aber ich würde mal sagen, das ist das Ziel eines Gottesdienstes, sonst muss ich ja nicht in den Gottesdienst gehen. Aber Gott und du selbst oder auch der Nächste, die Gemeinschaft? Und ja, vielleicht ist es dann die dritte Dimension sozusagen, die dritte Ebene, die da reinkommt.

Und also ich würde sagen, das ist ein Zusammenspiel. Wenn ich Gott begegne, begegne ich mir selbst. Wenn ich Gott begegne, begegne ich anderen. Und umgekehrt auch. Und ich glaube, das eine lässt sich ohne das andere gar nicht haben. Jedenfalls so verstehe ich mittlerweile meine Spiritualität. Als so ein holistisches Ding. Manchmal hat das unterschiedliche Schwerpunkte.

Manchmal ist die Begegnung mit anderen Menschen sehr stark für mich in meinem Empfinden, in meinem Erleben sehr stark im Vordergrund und dann kann es passieren, dass ich gar nicht so sehr die Gelegenheit habe. Mich um mich selbst zu kümmern oder mir selbst zu begegnen. Manchmal hat man ja sogar das Gefühl, man verliert sich in Gemeinschaft auch ein bisschen.

Und so, ich will nicht sagen, dass es immer gleichzeitig da so, aber ich würde sagen, das ist so eine so eine Drei-Geschichte, so ein Drei-Gestirn, was letztlich immer irgendwie zusammenhängt und die Formen müssten das für mich irgendwie. Ermöglichen. Deshalb habe ich zum Beispiel ein Problem mit Lobpreis, so wie wir das heute praktizieren.

Ich empfinde die Bliedtexte zum Beispiel als zu, also nicht komplex genug, also das wird meiner Lebensrealität nicht gerecht. Ich finde es auch immer komisch, von Menschen von vorne angesungen zu werden und dann für mich ist es kein echter Ausdruck mehr von Spiritualität, so wie ich sie verstehe, ohne dass ich mich darüber jetzt, natürlich mache ich mich lustig über Lobpreis, aber das meine ich ja nicht so böse.

Ich meine ja, ich habe ja nichts dagegen gegen Lobpreis. Ich sage nur, es funktioniert nicht mehr so. Das entspricht meiner Spiritualität einfach nicht mehr. Es würde meiner Spiritualität zum Beispiel viel mehr entsprechen, wenn ich gemeinsam mit anderen Leuten im Kreis irgendwas singen würde oder so.

Oder gemeinsam Psalmen sprechen würde oder so. Weil dann eben dieses Gemeinschaftsding, keine Ahnung, bin ich auch noch nicht fertig mit dem Denken, aber um dieses Ding geht es eigentlich. Und manchmal erlebe ich das in solchen Veranstaltungen und manchmal erlebe ich es nicht. Es ist nicht schlimm, wenn es nicht passiert.

Ich sage da nicht, das war ein Scheißgottesdienst. Aber es ist schön, wenn diese Momente plötzlich manchmal so auftauen. Dann denke ich, jetzt hat es mal wieder funktioniert. Das war geil. Also darum würde es mir gehen. Und ich würde mir wünschen, mehr Formen zu entdecken, die das wahrscheinlicher machen, dass das passiert. So, genau.

Ich glaube, ich suche das, was ihr jetzt auch schon gesagt habt, ja. Ich glaube, ich suche immer auch ein Stück weit eine Art von Inspiration, im Sinne von irgendwie ein Gedanke, den ich so noch nicht gedacht habe, der mir neu ist, etwas, womit ich mich beschäftigen kann. Etwas, was meinen Blick auf die Welt bewegt, auf das Leben, auf das Sein, auf das Glauben und so.

Das suche ich bei solchen Veranstaltungen und dann habe ich neulich aber ein bisschen drüber nachgedacht, dass ich irgendwie gedacht habe, wenn man so überlegt, was ist denn wirklich real? Also man kann ja alles mögliche glauben und das kann besser sein und es kann schlechter sein und es kann dem einen helfen und den anderen in eine Depression stürzen.

Es gibt ja, also manche Glaubensdinge wirken beim einen so und beim anderen so. Das ist gar nicht so, dass die grundsätzlich scheiße sind, sondern es hat ja ganz viel auch mit Persönlichkeit zu tun. Ich will damit sagen, was wir so glauben und denken, das ist schön und gut und so weiter. Aber was ist wirklich real?

Und ich glaube, tatsächlich, real ist nur etwas Gutes, was man tut. Also wenn irgendjemand sagt, boah, dass du das vorhin zu mir gesagt hast, das hat mir echt gut getan. Dann ist es nicht nur ein wahrer oder schöner Satz, sondern etwas, was jemandem etwas gibt. Was dessen Lebensrealität. Okay, danke. Hey!

Tosender Applaus! Ja, Zwischenapplaus gibt es natürlich sonst in der Folge nie. Ja, genau, Zwischenapplaus gibt es eigentlich nie. Von daher, Bombe. Aber ich meine das wirklich so. Manchmal diskutieren wir, ist es nun so in der Bibel oder so? Hat alles eine Berechtigung. Aber wirkliche Realität sind die Dinge, die wir tun.

Und die können Menschen schaden und sie können Menschen Gutes tun. Sie können etwas... Und das wäre für mich nur eine Frage. Ich bin selber gar nicht so gut darin zu sagen, oh, jetzt machen wir als Hauskreis Tafel oder so. Ich bin bei sowas gar nicht so gut. Ich bin dann eher so dabei, dass ich denke, wenn ich jemandem in der Gruppe etwas mitgebe oder die mir etwas mitgibt, wow, das ist ja auch schon das Gute. Ich will nur sagen.

In Wolkenkuckucksheim, mir ist das manchmal alles zu theoretisch. Nee, mir ist es gar nicht zu theoretisch. Ich finde das super, aber ich habe das Gefühl, das ist alles Wolkenkuckucksheim. Irgendwie wünsche ich mir einen Leben und einen Glauben, der wirklich. Der mich dazu bringt und der andere dazu bringt, Gutes zu tun.

Sodass man wirklich sagen kann, das verändert die Welt wirklich. Das ist nicht nur eine schöne Theorie, ein schöner Glaube, tolle Poesie, ein schöner Satz. Sondern hier wird einem anderen Menschen geholfen. Und wie gesagt, ich bin selber bei sowas nicht gut, weil ich so ein Theoretiker bin. Aber ehrlich gesagt, glaube ich.

Ehrlich gesagt, wünsche ich mir Gemeinschaften, die einander ermutigen, so zu leben. In irgendeiner Form. Was immer das auch bedeutet. Weil ich glaube, das braucht es. Und Spiritualität, also jetzt mal so gedacht, hätte für mich die Aufgabe, mich dazu zu bringen, das dann auch wirklich zu tun. Also nicht nur um ein tolles, Oh Mann, ich habe Jesus gefühlt.

Das war so schön, als der Heilige Geist hier durch unsere Ryan ging. Oh Halleluja, das war so wunderbar. Wunderbar als der Heilige Geist. Also ich, kann man alles machen. Aber wenn es nicht dazu führt, dass irgendwer davon etwas hat, ein besseres Leben und sei es nur ein guter Satz. Also so, ich möchte gerne ins echte Leben kommen und nicht nur.

Frömmigkeit spielen. Und ich weiß selber nicht so genau, wie das geht, weil das mir ganz... So, Jungs, ich hatte schon zwei! Ich hatte zwei! So, jetzt kann ich für den Rest des Abends... Es hat auf jeden Fall den Richtigen getroffen. Nee, dankeschön, das tat mir jetzt richtig gut. Also ich möchte eigentlich ganz laut Amen schreien, tu ich auch, Amen!

Aber ich verstehe noch nicht so ganz diese Gegenüberstellung, glaube ich. Also das will ich anstatt das Andere. Ich habe nicht so ganz verstanden, was das Andere ist. Also wenn es nur bei so einer frommen Herzensspiritualität bleibt, die sich irgendwie gut anfühlt und in Ekstase mündet, aber sonst passiert nichts. Oder wie meintest du das?

Nee, ich meine, wenn wir darüber reden, welche Formen, was bedeutet das Spirituelle für uns? Das ist ja alles auch richtig und gut. Ich meine, die Gespräche... Darf und kann dann fühlen. Ich hatte nur irgendwie das Bedürfnis zu sagen, weil ich selber manchmal ein bisschen daran verzweifle, dass ich sozusagen mich um so geistliches Zeug drehe.

Und das ist alles so Kopfzeug, das ist alles so Gedankenzeug. Und irgendwie, ich mich frage, ja, es wäre doch schön, wenn das Leben praktisch wäre. So, also, handfester. Aber das Praktische folgt oft aus einer Haltung. Ja genau. Ich wollte das nicht gegeneinander stellen, sondern nur irgendwie sagen, die Frage, was ist wirklich real, die sollte eine Rolle spielen.

Ja total. Eine wichtige Rolle. Und dass es dann eben in der Praxis sichtbar wird und konkret wird, das leuchtet mir auch vollkommen ein. Aber Menschen, die über längere Dauer so eine Art zu leben durchhalten, die müssen irgendwo einen Ort haben, wo sie Kraft tanken, wo sie sie selbst sind, wo sie geerdet sind und das ist ein bisschen schwammig vielleicht so, und da würde man ja eigentlich mehr so von Herzens Dingen sprechen, was immer das dann sein soll, aber das eben nicht irgendwie nur etwas, was mit Theorie, mit Denken zu tun hat, sondern mit so einem.

Empfinden, hier stehe ich, dieser Mensch bin ich. Dieser Mensch möchte ich gerne sein und aus diesem Selbstverständnis heraus tue ich Dinge und dann wird es konkret. Und das ist wahrscheinlich, das muss eben zusammengehören. Und Spiritualität müsste beide Bereiche abdecken. Ich glaube, wenn ich das jetzt so langsam erfasse, eine ganz ähnliche Diskussion neulich mit einer, Lyrik-Kollegin und da haben wir drüber geredet, also was hat denn Kunst oder halt ein Gedicht für eine Rolle im Aktivismus?

Also da würde man ja sagen, es ist ja jetzt gerade viel wichtiger, auf die Straße zu gehen, sich zu engagieren, laut zu sein, wirklich also handfest Dinge zu tun, um Veränderungen herbeizuführen. Und da denkst du dir natürlich so, als kunstschaffender Mensch ist es halt irgendwie schwierig. Also das, was ich eigentlich ja tun möchte, ist ja schöne Dinge für Menschen machen oder interessante Dinge oder inspirierende Dinge.

Und ja, müssen wir da nicht kurz mal sagen, wir lassen jetzt mal den Pinsel und den Stift zu Hause für ein Jahr und machen jetzt halt irgendwie aktivistische Sachen. Und sie hat dann gesagt, das ist ja gut und richtig, das eine schließt ja auch das andere nicht aus, es ist ja auch gar nicht schwarz-weiß, aber es braucht halt ja diesen Ort, wo Menschen…, sich so einen Ort vorstellen, wie der eigentlich idealerweise aussehen soll.

Dafür Bilder finden und Sprache und damit man sich da überhaupt auf die Straße gehen will, weil man sagt, ich habe hier diesen Satz gelesen oder diese Utopie irgendwie gesehen, da wollen wir doch eigentlich hin und dafür setze ich mich ein. Und es braucht aber Leute, die das erstmal malen und die das erstmal beschreiben auf eine Weise.

Und so spielt das möglicherweise auch da irgendwie also das ist ja, auf spirituelle Räume übertragen wäre das ja das also wenn du die ganze Zeit, draußen irgendwie, weiß ich nicht für Menschen, denen es sehr viel schlechter geht als dir irgendwas Handfestes tust wo das irgendwie sichtbar und erlebbar wird wirst du irgendeinen Ort brauchen wo du selber auftanken kannst sonst, wirst du das nicht lange durchhalten, vermutlich irgendwie.

Das ist super, also den Gedanken kapiere ich total, dass du sozusagen von etwas träumen musst, um dann zu sagen, und einen Teil von diesem Traum bringe ich jetzt durch mein Leben zum Ausdruck. Das ist schon schön und ich glaube mir geht es ein bisschen um manchmal habe ich das Gefühl, Kirche und Gemeinde ist so Selbstzweck man macht da halt immer die gleichen Dinge und die funktionieren ja auch und man singt und man diskutiert über einen Bibeltext oder so und ich finde das hat alles eine Berechtigung, das ist alles okay, aber irgendwie wo führt das denn hin Und da finde ich, diesen Traum zu träumen, wir wollen hier wirklich was träumen, was jetzt nicht nur darum geht, die Bibel besser kennenzulernen,

sondern wir wollen von einer besseren Welt träumen, sagen wir es mal so, oder vom Himmel oder vom Reich Gottes, wie Jesus sagt. Davon wollen wir träumen und dann irgendwie uns gegenseitig und miteinander dazu ermutigen, das auch auszudrücken, zu leben. Und so. Das wäre für mich ein Inhalt, wo ich sagen würde, okay, Kirche, da wirst du wieder interessanter für mich, weil das nicht nur Selbstzweck ist, nicht nur religiöses Gedöns, sozusagen.

Und versteht's, nicht falsch, ich bin nicht gegen religiöses Gedöns, das hat alles seine Rolle, alles sein Platz, darf alles sein. Aber irgendwie. Irgendwie braucht die Welt doch noch ein bisschen mehr als religiöses Gedöns. Ich habe gerade so gedacht, vielleicht war das auch einfach das Problem, dass das sind ja alles eigentlich Zwischenschritte auf dem Weg wohin.

Also du sagst ja nicht, wir wollen die Bibel besser verstehen, damit wir die Bibel besser verstehen. Wir wollen die Bibel besser verstehen, damit wir das, was die Bibel uns eigentlich sagt und aufträgt, damit wir irgendwie checken, wie man das umsetzt am besten. Wie man diesem Jesus nachfolgt und warum und wie das eigentlich geht und aussieht.

So, wenn man aber einfach nur sagt, dafür muss man die Bibel lesen und irgendwann weiß man nur noch, man muss glaube ich die Bibel lesen. Wofür? Ja, weiß ich auch nicht, weil das ist wichtig. Das ist glaube ich wichtig, das muss man irgendwie so machen. Und bei allen anderen Punkten irgendwie auch. Also wenn du nur noch sagst, ja, das sind halt Dinge, das ist ja toll, wenn man die macht, aber die sind ja für was gut.

Die sind ja nicht Mittel zum Zweck, sondern die sollen ja was. Und wenn man so beschäftigt ist, damit diese Dinge zu tun, dass man halt fast vergessen hat, wofür die eigentlich da sind, das ist das Problem wahrscheinlich. Super Schlusswort, finde ich. Sind wir schon soweit? Ja, wir sind schon soweit.

Ich habe ganz stark das Empfinden vom Geist. Vom Geist? Oh ja, ich spüre es auch, Bruder. Okay, das kann ich ja nicht so gut. Von daher. Lass es dir mal von den geistlichen Leuten hier sagen. Ich habe es schon oft versucht, das hat aber nie so funktioniert. Aber bei euch könnte es funktionieren. Wir sind ja älter, wir können das einfach ein bisschen besser.

Das sind die drei Jahre Unterschied, Marco. Ja, das kann sein. Ihr dürft morgen übrigens selbst auch an dieser Stelle weitersprechen. Jetzt habt ihr uns ja sehr freundlich zugehört. Vielen Dank. Ihr seid es ja auch gewohnt. Aber morgen seid ihr dran. Morgen seid ihr dran. Da machen wir Rudel Talks in drei Gruppen. Wir teilen euch dann noch auf.

Und dann ist eure Meinung zum selben Thema gefragt. Genau. Weil das natürlich eigentlich die vielleicht viel spannendere Frage ist, was ihr darüber denkt. Exakt. Nein, über die Frage. Aber vielleicht haben wir... Ja, genau, genau. Das war so mal der Versuch eines Aufschlags. Und genau, da können wir dann morgen miteinander weiter drüber reden.

Ja, aber dreimal Hossa machen wir schon noch, oder? Natürlich, ja, ja. Weil es kann ja nicht sein, dass wir hier so eine Freizeit haben, ohne dreimal Hausser zu sein. Nein, das geht nicht. Ich bin jetzt warm geworden. Geil, danke. Der Zwischenapplaus hat's... Danke. Schön. Okay, geil. Also jetzt mal um diese Freizeit wirklich schön miteinander zu beginnen, rufen wir gemeinsam mal unser Bekenntnis, was wir seit 180 Jahren schon sprechen und sagen gemeinsam Oster! Oster!

Oster! Danke!

0:00 / 0:00