Im Museum

Audiobriefe: Sprachnachrichten vor dem Handy – Deep Dive mit Eva Kapeller-Hallama (SONIME)

Freitag, 25. Juli 2025 · 1 h 07

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Shownotes

Gesprochene Briefe auf Wachswalzen, Schallplatten, Tonbändern und Kassetten – und was sie über Migration erzählen
1912 nahm eine Familie aus einem kleinen Dorf in Niederösterreich ihre Grüße auf Wachswalzen auf, für einen Bruder, der in die USA ausgewandert war – nach Jahren, in denen die Geschwister einander nicht hören konnten. Sprachnachrichten gibt es also schon viel länger als Handys – verschickt auf Wachswalzen, Schallplatten, Tonbändern und Kassetten.

Diese Audiobriefe waren nie für fremde Ohren bestimmt. Iris spricht mit Eva Kapeller-Hallama, die gemeinsam mit Katrin Abromeit das Forschungsprojekt SONIME – „Sonic Memories. Audio Letters in Times of Migration and Mobility“ leitet und eine Sammlung solcher gesprochenen Briefe aufbaut. Sie hat einige davon ins Studio mitgebracht.

Darüber sprechen wir

• Wie man seit dem Phonographen Briefe mit der eigenen Stimme verschicken konnte – von der Wachswalze über selbst geschnittene Schallplatten bis zur Kassette

• Aufnahmeboxen, in denen man gegen eine Münze eine kleine Platte besprechen konnte

• Kassetten als Draht nach Hause, etwa für Gastarbeiter in Österreich

• Wie nah uns fremde Stimmen kommen – und eine Liebesgeschichte auf Diktiergerät-Kassetten

• Eine Kassette von 1968 zwischen New York und Wien und ein Tonbandbrief eines geflüchteten jüdischen Ehepaars aus den USA an eine Freundin in Wien

• Warum die Originalträger auch nach dem Digitalisieren aufgehoben werden sollten

• Was die Psychoanalyse darüber sagt, warum uns Stimmen so berühren

Kapitel

• Intro

• Begrüßung

• Was ist SONIME?

• Von der Wachswalze zur Kassette: seit wann es Audiobriefe gibt

• Eine Wachswalze von 1912: Grüße an den Bruder in den USA

• Wie intim ist eine Stimme?

• Eine Liebesgeschichte auf Diktiergerät-Kassetten

• 1968: Eine Kassette von New York nach Wien

• Ein Tonbandbrief aus den USA nach Wien

• Warum uns Stimmen so berühren

• Zum Abschied

Zum Projekt

Das Forschungsprojekt SONIME „Sonic Memories – Audio Letters in Times of Migration and Mobility“ wird unter der Leitung von Eva Kapeller-Hallama und Katrin Abromeit an der Universität für angewandte Kunst Wien und dem Phonogrammarchiv der ÖAW in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek durchgeführt. Es wird vom Programm Heritage Science Austria der ÖAW gefördert. Die Sammlung der analogen Hör- und Sprechbriefe wird in der Österreichischen Mediathek und im Phonogrammarchiv aufgebaut und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Links

• SONIME – Sonic Memories, Audio Letters in Times of Migration and Mobility (sonime.at)

Mehr auf immuseum.at

• Die Geschichte zur Folge: Audio-Briefe lange vor WhatsApp: das Projekt SONIME sammelt Hörbriefe der Migration (immuseum.at/deep-dives/sonime)

• Das Museum: Technisches Museum Wien (immuseum.at/museen/technisches-museum-wien)

• Alle Folgen von Im Museum (immuseum.at/podcast)

Im Museum ist der Podcast von immuseum.at – wir erzählen die Geschichten hinter Objekten, Ausstellungen und Museumsfassaden. Produziert von sisigrant – Verlag und Agentur für Wissensjournalismus (sisigrant.com) in Wien.

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