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Immer Hertha· Folge 288

Immer Hertha – Special Guest: Niklas Kolbe

Montag, 20. Juli 2026 · 31 min

MP3

Shownotes

Servus aus Tirol! Zehn Tage lang schwitzen die Profis von Hertha BSC in der österreichischen Sonne. In Kitzbühel arbeitet Trainer Stefan Leitl mit dem zusammengeschrumpften Team am Fuße des Hahnenkamms auf die neue Spielzeit hin.

Lediglich 24 Feldspieler, darunter etliche Talente, gehörten zum blau-weißen Reisetross, der sich in die Alpenrepublik aufmachte. Einer von ihnen ist Niklas Kolbe, der nun seit ziemlich genau einem Jahr zum Hauptstadtklub gehört. Morgenpost-Sportredakteur Paul Gorgas spricht mit dem Innenverteidiger über den kuriosen Transfersommer der Berliner und seine ungewöhnliche Karriere, die vor zwei Jahren noch in der Regionalliga stattfand.

Darüber hinaus geht es um die Ziele für die neue Saison, seine Anfänge bei den Blau-Weißen, eine Schwäche für Softdrinks, seine Herkunft vom Dorf und einen Konkurrenten, der im Zweitligamonopoly auf der Schlossallee gelandet zu sein scheint.

Viel Spaß beim Reinhören!

Weitere Hintergründe zum Trainingslager:
• „Herausragende Verfassung“ – Wer bei Hertha in neuer Rolle Hoffnung macht (morgenpost.de/sport/hertha/article412619780/he…)
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich willkommen zur ersten Folge der neuen Saison 2026-27 im Immer-Härter-Podcast. Und ihr seht, wir haben gleich zu Beginn einen Spezialgast dabei hier in Kitzbühel im Trainingslager von Hertha. Niklas Kolbe ist bei uns. Herzlich willkommen. Servus, servus. Ihr habt ein paar anstrengende Trainingstage schon hinter euch.

Ich hoffe, du bist noch auf der Höhe, was das Körperliche angeht. Ich versuche alles, dass meine Augen offen bleiben. Das ist schon mal gut. Nach dem Training habt ihr noch ein paar Fernschüsse geübt. Gesehen, da sind auch ein paar am Winkel gelandet von dir. Du warst ja bis zur C-Jugend Stürmer, wenn ich es richtig nachgelesen habe.

Tatsächlich glaube ich sogar bis zum zweiten Jahr B-Jugend. Kann sein, ich lüge die jetzt so dick an, aber ich glaube es war sogar das zweite Jahr B-Jugend. Hast aber schon richtig Großfeld-Stürmer-Erfahrung gesammelt auf jeden Fall. Zuckt es da manchmal noch gerade so im Training? Zieht es sich nach vorn?

Auf dem kleinen Feld ja, auf dem großen Feld ist der Weg zu weit. Das kommt dann auch mit dem Alter wahrscheinlich. Das kommt natürlich. Ich habe gedacht, du sprichst das nicht an. Aber ja, das kommt auch dazu. Ich habe dich als Niklas Kolbe vorgestellt, würde auch Niklas sagen wahrscheinlich. Aber man liest und hört ja, Niklas sagt eigentlich keiner zu dir, außer Mama.

Kolbe ist so der Zuruf oder was gibt es jetzt nach einem Jahr auch noch für Ansprachen an dich? Viele haben es sich mit Kolbinger versucht, Kolbinho, aber ich glaube Kolbe passt am besten. Auf Kolbe hörst du wahrscheinlich auch einfach gut. Wir sind hier an einem Montag, wie immer bei Immerherter im Trainingslager in Kitzbühel und gestern war WM-Finale.

Ihr habt, glaube ich, in großer Runde geguckt, hast du mitgeguckt mit der Mannschaft? Waren da alle dabei? Für wen schlägt da mehr das Herz als Innenverteidiger? Ich meine, defensiv nehmen sich ja gar nicht so viel, nur in der Art der Verteidigung. Für Deutschland. Es war schwer. Also das Spiel fand ich jetzt nicht so attraktiv.

Aber wenn man es rein sachlich beurteilt, kann man glaube ich sagen, dass es mit Spanien einen gerechten Weltmeister gefunden hat. Aber so diese kleinen, vielen versteckten Fouls der Argentinier, ist das was, was man schon in seinem Spiel gut integrieren kann trotzdem? Ja, das sieht man halt mal, dass die sich auch ordentlich in der Grauzone bewegen.

Dass es immer im Empfinden des Schiedsrichters liegt, ob er weiterlaufen lässt oder nicht. Von dem her denke ich, wenn man sein Herz da so auf dem Platz liegen lässt, dass es einen schon weiterbringen kann. Hat dir das in deiner Karriere geholfen, dass du die Stürmererfahrung zumindest als Jugendlicher noch gemacht hast, um dann quasi ans andere Ende des Spielfelds zu gehen? Schwer.

Ich würde sagen, es hat vieles geholfen, das bestimmt mit Sicherheit auch. Aber allein jetzt das daran festzumachen, werde ich nicht sagen. Also es gab mehrere Faktoren, die mich im Endeffekt zu dem gemacht haben, der ich jetzt heute hier bin. Ich frage auch deswegen nach dem WM-Finale und deiner Fernsehgewohnheit, weil ich auch gelesen oder gehört habe, dass du privat gar nicht so viel Fußball guckst, jedenfalls kein Alles-Gucker bist.

Woher kommt das? Einfach weil es der Beruf ist oder weil es dann doch andere schöne Sportarten, Formel 1 gibt, die man gar nicht gut informiert hat? Ich weiß nicht. Also ich bin jetzt nicht einer, der sagt, ich muss 24-7, wenn es geht, alles was mit Fußball zu tun, aufsaugen. Sonst glaube ich die Freundin ein bisschen stinkig daheim und man selber möchte auch noch ein paar andere Sachen machen und da ist Formel 1 ein guter Ausgleich, wenn man einen Tag hat in der Woche und man weiß, da ist ein Rennen, das kann man sich auf jeden Fall mal anschauen, aber jetzt nicht so, dass ich gar keinen Fußball schaue, so Champions League oder geile Bundesliga Spiele, wenn es natürlich mit unserem Plan passt, die schaut man sich schon mal an.

Es ist ja fast naheliegend, da so rückzuschließen auf deinen besonderen Werdegang auch, dass du eben nicht den. Klassischen NLZ-Karriereweg hingelegt hast. Da ist ja auch schon viel darüber berichtet worden. Wie gesagt, vor zwei Jahren ja das erste Mal zweite Liga überhaupt mit Ulm, davor viel Regionalliga Südwest mit Stuttgarter Kickers, mit dem FC Nöttingen.

Ist das daraus so ein bisschen noch resultierend, dass du weißt, das gibt eben noch andere Dinge außer Profifußball im Leben? Glaubst du, das kann man so einfach in Zusammenhang setzen? Das ist schwer. Ich finde, es ist typenabhängig. Also es gibt halt manche, die sagen von klein auf, die im NLZ durchmarschieren, sagen, ich muss unbedingt Profi werden. Es gibt nur den Weg A.

Und bei mir ist es schon so gewesen, dass ich halt nie damit gerechnet habe oder es nie erzwungen habe, sage ich, ich gehe jetzt den Weg. Fußballprofi im NLZ, ich war ja auch nicht lange im NLZ, muss funktionieren, sondern ich war einfach Fußball, Spaß haben, es sollte immer noch Spaß machen, egal auf was für einem Level du bist.

Ich denke mal, jeder Junge fängt an, nicht weil er sagt, ich möchte unbedingt Profi werden, sondern weil es irgendwie Spaß macht, wenn man so ein rundes Ding ins Eckige reinschießt. Und so was dann bei mir im Endeffekt auch, dass ich einfach sage, hey, wenn ich mal beim KSC im NLZ spielen darf, coole Sache, probieren wir mal, ob es reicht.

Anscheinend war ich zu schlecht und dann wollte ich tatsächlich sogar in Dorfwein zurückgehen, bis die in meinem näheren Umfeld als Familie hauptsächlich gesagt haben, vergiss es, das machen wir nicht, das kannst du irgendwann später machen, wenn es wirklich gar nicht mehr funktioniert und dann bin ich, jetzt weiß ich nicht, wie gut du dich informiert hast, dann bin ich in Nöttingen gelandet und dann ging es immer einen Schritt weiter nach oben.

Genau, Nöttingen war dann auch schon Regionalliga Südwest, glaube ich, und von da dann zu den Kickers? Genau, also Nöttingen war so eine Fahrstuhlmannschaft, Die hatten echt einen sehr guten Kader, einen sehr guten Kern und der war gut für die Oberliga teilweise, aber für die Regionalliga hat es dann leider nicht ganz gereicht.

Von dem her war es immer so ein Up-and-Down und irgendwann wurden es dann die Kickers genau. Das ist auch eine hypothetische Frage, weil du es natürlich nicht anders überprüfen kannst, aber glaubst du, du hast vielleicht dir mehr Spaß sogar am Fußball erhalten, weil du den Profizirkus nicht schon seit du 15 bist sozusagen so mitmachst, sondern das vielleicht anders zu schätzen weißt auch, weil du später da gelandet bist?

Gute Frage, aber ich würde eher behaupten, dass es auch wieder hier typenabhängig ist, weil es gibt Leute, die sind einfach zu vor Bord und sagen, okay, ich sehe jetzt, wenn ich jetzt ein Offensivspieler bin, ich sehe jetzt beim Harry Kane, ich sehe jetzt bei dem, der macht das Ganze so und so, vielleicht adaptiere ich das Ganze. um dann vielleicht erfolgreicher zu sein.

Und ich war eher so auf dem Trichter, ich spiele den Fußball, den ich kann, wo ich sage, wenn ich so spiele, bin ich am besten. Und dementsprechend verliert man dann den Spaß auch nicht, weil man weiß, ich habe Bock, so und so Fußball zu spielen. Natürlich muss man sich immer ein bisschen an die Mitspieler anpassen und an das System, das der Trainer gern sieht.

Aber ich denke, grundlegend, egal in was man macht, sollte man sich immer selber treu bleiben, weil so ist man zur Bestleistung fähig, so was bei mir. Und deshalb habe ich da auch nie den Spaß groß verloren, sondern eher im Gegenteil. Jetzt schauen noch mehr Leute zu. Das heißt, der Druck ist noch ein bisschen größer, ist ein bisschen lauter alles und dann macht es mir noch mehr Spaß. Dann ist mir alles perfekt.

Du bist ein sehr direkter Typ, glaube ich. Das sagst du auch über dich selbst, dass du auch so gerne durchs Leben gehst, dass dann andere gleich wissen, woran sie bei dir sind. Auf dem Platz, habe ich das Gefühl, äußert sich das auch manchmal im Training. Also man hört dich schon sehr viel und auch mit teilweise sehr kreativen Worten, die du mit denen um dich schmeißt.

Gehört das langsam zum Image auch einfach dazu oder hast du das so ergeben? Jeder flucht auf seine eigene Art und Weise und bei mir ist halt immer der gleiche Satz und sagen wir glauben lieber nicht. Kann man sich dann beim öffentlichen Training mal anhören? Ja, das ist halt das Blöde beim öffentlichen Training. Da sind halt eben nicht so viele Leute da. Das heißt, man hört dann schon, was auf dem Platz gesprochen wird. Da habe ich manchmal Glück, dass man das im Stadion nicht so hört. Aber es gehört dazu.

Wirst du dir wahrscheinlich auch nicht mehr abtrainieren? Wissen wir jetzt auch alle, wie sie mit dir umzugehen haben dann an der Stelle? Ach so, zu dem direkten, ja. Also ich finde, wenn man auch direkt zu mir ist, selbst wenn man mich nicht leiden kann, sagst du es mir ins Gesicht, dann weiß man direkt, der eine geht seinen eigenen Weg.

Von dem her finde ich die Umgangsweise so am besten. Anstatt das hinterm Rücken irgendwie einen zu kritisieren oder von mir aus auch zu loben, sag's mir lieber direkt ins Gesicht. Das Beste. Du hast, glaube ich, mal erzählt, dass dir das manche als Arroganz auch auslegen können. Hat dich das mal irgendwie dazu bewogen, die Haltung zu überdenken oder doch dich anders zu präsentieren oder bestärkt dich das vielleicht sogar eher, dass du sagst?

Also ich bin jetzt nicht einer, der sagt, ich muss unbedingt mit jedem Menschen cool sein. Das ist ja wieder das Direkte, wenn mir was nicht passt, dann sage ich es einem direkt. Von dem her habe ich auch einen engeren Kreis mit Familie und guten Freunden. Und der Kreis reicht mir absolut, weil die wissen genau, dass ich sie so mag, wie sie sind. Die mögen mich genauso, wie ich bin.

Und den anderen, denen ich dann vielleicht zu direkt bin, in dem Fall, wie du es gesagt hast, dann vielleicht arrogant. Das ist mir in dem Fall dann egal. Ist das auch eine Frage der Herkunft oder der Familie, der Erziehung, wenn man so eine Direktheit, Offenheit auch hat? Hast du das von zu Hause mitgenommen? Möglich, möglich. Also ich denke schon, dass meine Eltern fast alles richtig gemacht haben. Nein, die haben alles richtig gemacht und ich denke schon, dass das auch ein Stück weit Erziehung ist.

Natürlich eignet man sich das selber dann auch an. Ich finde, so ist man auch ein bisschen robuster. Also ich weiß auch mit Kritik umzugehen durch das, wenn es gerechtfertigt ist natürlich und man es mir direkt ins Gesicht sagt, weil, ich finde, dass man so einfach viel besser durchs Leben geht und das ist ein Stück weit Erziehung, dass meine Eltern mir das auch immer direkt und offen ähnlich was gesagt haben, wenn ich Scheiße gebaut habe oder wenn was gut war und das versuche ich weiterhin so zu pflegen.

Wir hatten es gerade so ein bisschen angerissen, bist spät so in diesen ganz heftigen Profisball, in Anführungszeichen, 24-7 reingerutscht, weil du auch dein Studium priorisiert hast und dir das auch wichtig war, das abzuschließen. Einkauf und Logistik auf Bachelor, wenn ich es richtig nachgeschaut habe. Wie kommt man darauf?

Ja gut, wenn man kein Profi ist, muss man was anderes sagen. Und dann kam es so, dass ich nach der Schule durfte ich ein Jahr mich austoben. Das habe ich von meinen Eltern bekommen. und danach musste ich dann was anfangen und da war es Oberliga-Zeit Nöttingen, und da habe ich zuerst im KIT in Karlsruhe, ich weiß, das wird dir wahrscheinlich jetzt nichts sagen, das ist eine ganz, ganz kranke Uni, also da kann man, glaube ich, immer mehr Fußball nebenher spielen, hat auch natürlich absolut gar nicht funktioniert, deshalb bin ich dann nach Pforzheim auf die Hochschule und habe da dann ganz normal angefangen zu studieren, und habe das dann durchzogen, weil ich eben niemals gedacht habe, oder es niemals priorisiert habe, ich spiele jetzt ein unfassbar gutes Jahr

in der Oberliga, vielleicht reicht es dann irgendwann noch weiter hoch, sondern ich einfach gesagt habe, Ich spiele ja, ich habe Spaß, ich spiele mit Kumpels und mache nebenher mein Studium. Und dann halt, weil man eben finanziell dann doch nicht so groß gebettet ist in der Oberliga, dass ich dann ganz normal anfange mit Arbeiten.

Das hat sich dann gezogen. Natürlich, Studium ging bei mir elf Semester insgesamt wegen Corona. Und innerhalb von den elf Semestern hat sich dann fußballerisch doch ein bisschen was getan, wo man jetzt dann sagen kann, okay, jetzt legen wir das Studium erstmal beiseite und schauen mal, wie lange der Kadaver mitmacht.

Aber hast du es auch noch trotzdem zu Ende gebracht mit dem Anschluss? Ich habe das Studium beendet. Mit zwei, sieben glaube ich, habe ich einen Bachelor. Oder? Das labere ich viel besser. Ich habe einen 2.2er Bachelor, glaube ich. Gut, gerne. Und Einkauf und Logistik, das ist dann wahrscheinlich, du hast es sicher nach Standort rausgewählt, oder? Weil Pforzheim ist ja, glaube ich, Heimat und hast dann wahrscheinlich geguckt, was da an der Hochschule dir zusagt oder dir liegt.

Also es gibt ja Studiengänge, da hat man nicht so viel Präsenz und bei uns war viel Präsenz und deshalb wäre es tatsächlich am Anfang fast auch mit Stuttgarter Kickers nicht zustande gekommen, weil Stuttgarter Kickers auch unter Profi-Bedingungen, damals trainiert haben, immer noch. Das heißt, morgens Mittagstraining, außer ein freier Tag, oft der Montag, zwei Tage nach dem Spiel.

Und ich habe halt von Anfang an gesagt, wenn ich ins Training kommen kann, komme ich ins Training. Weil Studium dann eben wichtiger war. Und dann hieß es dann am Anfang, das geht bei uns gar nicht. Und dann kam irgendwie doch wieder der andere und sagt, alles klar, geht doch. Und so hat sich das Ganze dann ergeben. Hast du es für dich dann hinbekommen? Ja. Auf jeden Fall.

Was macht man denn mit Einkauf und Logistik auf Bachelor? Was kann man damit arbeiten, wenn man nicht noch Profifußballer wird in der Zwischenzeit? Das ist eine gute Frage. Weiß ich selber gar nicht so genau. Aber es ist ja so, dass es ein BWL-Studiengang ist. Und die BWL-Studiengänge sind zu 70 Prozent alle gleich. Sprich, zu 70 Prozent studiert man reine Betriebswirtschaftslehre. Und die 30 Prozent, die übrig bleiben, ist dann fachspezifisch. Sprich, bei mir war es Einkauf und Logistik. Bei anderen in der Hochschule war es Marketing und so weiter.

Und eigentlich könnte ich mit dem, was studiert habe, breitgefächert in der BWL fast alles machen. Mein Ziel war es tatsächlich in den Vertrieb rein zu rutschen, weil ich es gerne mag, mit Menschen zu kommunizieren, mit Menschen zu agieren. Ich kann nicht 24-7 hinter meinem Rechner hocken und irgendwelche Aufträge oder sowas schreiben.

Da wäre ich raus. Von dem her wäre es wahrscheinlich in die Vertriebsrichtung gegangen. Jetzt hat sich ja erstmal was anderes ergeben. Gott sei Dank. Der Sprung war natürlich ein großer Sportlich von der Regionalliga gleich in die zweite Liga. Da gab es sicher auch Adaptionsprozesse fußballerisch sportlich.

Aber losgelöst von diesem Sportlichen, in welchen anderen Lebensbereichen vielleicht oder was deinen Alltag angeht, wo musstest du auch zum Profi werden, wo hat sich dein Leben da auch professionalisiert? Aber tatsächlich wenig, weil wie gesagt, Stuttgarter Kickers auch schon Profibedingungen waren, sprich von der Zeit hat sich gar nicht so viel geändert, rein im Training, es sei natürlich die Intensität deutlich höher, weil alles nochmal viel schneller geht, Qualität besser ist.

Am meisten habe ich mich, glaube ich, ändern müssen in der Ernährung. Also ich bin sehr, sehr anfällig, beim Trinken sehr, sehr anfällig für Softgetränke. Ganz schlimm. Und das habe ich da schon ordentlich anpassen müssen, dass ich halt einfach Zucker reduziere und allgemein ausgewogen mich ernähre. Und das gelingt auch natürlich jetzt? Gott sei Dank, meine Freundin kann gut kochen. Ah, sehr gut. Das ist auch gut an der Stelle.

In deiner Zeit in Ulm hast du, glaube ich, erzählt, dass du so ein bisschen an den Rand der Stadt gezogen warst. Du hast gesagt, du bist ja auch vom Dorf und musst jetzt nicht mittendrin wohnen. Da ist natürlich der Schritt nach Berlin nochmal ein ganz anderer, stelle ich mir vor. Wie geht es dir inzwischen als Großstadtmensch nach einem Jahr?

Ich sage, da wo es unsere Wohnung ist, ist es ein bisschen ruhiger wenigstens. Von dem her ist es entspannt, aber da liegst du komplett recht. Also ich komme vom Dorf, ich mag es hier auch mit den ganzen Bergen um einen rum. Aber ich bin dann nach Berlin gekommen, nicht um schön zu leben, sondern um einfach schön Fußball zu spielen. Und da sind alle Gegebenheiten da.

Man sagt ja bei Berlin immer, dass jeder so seinen Teil auch finden kann oder, seinen Kiez. Ist dir das gelungen, auch wenn jetzt vielleicht Großstadt nicht deine Wahl wäre? Tatsächlich bin ich in Berlin immer noch ein absoluter Touri, selbst nach einem Jahr. Also ich bin in Charlottenburg, da kenne ich mich mittlerweile ein bisschen aus.

Aber alles, was in Charlottenburg, sag ich mal, hinterm Brandenburger Tor, Navi, Touri, Vollgas und die anderen Kiez kenne ich gar nicht so genau. Also ich kenne Kreuzberg, ich kenne Charlottenburg, ich kenne Mitte, Wedding, Moabit. Ich glaube, es macht dir kein Hertha-Fan einen Vorwurf, wenn du dich nicht in Köpenick auskennst.

Köpenick soll das unbekannte Viertel sein. Weit weg, ja. Wir haben so ein bisschen über deinen Werdegang gesprochen. Es ist ja einfach eine besondere Geschichte, wenn du dich weiter in der Kabine umguckst. Jetzt seid ihr natürlich gerade jetzt in dieser Vorbereitung eine sehr, sehr junge Mannschaft. Schießt du das manchmal noch in den Kopf, wenn da irgendwie so ein 17-, 18-, 19-Jähriger neben dir sitzt und du dich zurückerinnerst, wo du zu dieser Zeit vor zehn Jahren fußballerisch standest und eben nicht aus dieser Akademie zum Beispiel kommst?

Also man denkt manchmal, ja, wie war ich in dem Alter? Aber das war eine andere Zeit. Also ich sage, bei uns war das Kabinenleben, oder wo ich jünger war, war das Kabinenleben ganz anderes. Da war das mit Hierarchie nochmal ein bisschen größeres Thema. Mittlerweile ist alles ein bisschen entspannter geworden. Mittlerweile schaut man, dass alles überall harmonisch abläuft.

Ich denke mal, so wird es den Jüngeren einfacher gemacht, schnell einen Anschluss zu finden und bei uns in der Kabine aktuell ist es ein bisschen leerer geworden, ja, aber harmonisch passt da alles. Also die Jungen bringen sich auch gut ein, jeder kommuniziert mit jedem, was denke ich mal auf dem Niveau, da gibt es immer ein bisschen Krüppchenbildung, aber das muss man bei uns echt sagen, bis jetzt ist es aktuell alles top.

Die Jungen sprechen mit den Alten, die Alten verarschen ein bisschen, die Jungen gehört auch dazu, von dem her passt das alles echt top. Aber es ist auch alles im Rahmen und du bereust es auch nicht, dass es jetzt so läuft und du es vielleicht noch als junger Spieler anders erleben musstest. Das gehört auch dazu.

Wie gesagt, ich denke mal, das ist auch nur mal ein Schritt, oder wenn wir es vorher davon hatten, dass mich alles zu dem gemacht hat, was, oder alles, jetzt habe ich einen kleinen Hänger drin, alles, was ich erlebt habe, macht mich zu dem, der ich jetzt bin. Und da gehört auch das Kabinenleben von früher dazu, weil man schaut sich trotzdem viel ab von den Älteren.

Und früher war es vielleicht noch ein bisschen mehr Zucht und Ordnung in der Kabine und. Ob es richtig war oder nicht, wie gesagt, es hat mich jetzt zu dem gemacht, der ich bin. Ich finde, man merkt dir auch an, dass du wirklich Spaß dran hast und auch froh darüber bist, wo du jetzt gelandet bist und wie der Weg sich sozusagen so ergeben hat.

Wie schnell verändern sich dabei trotzdem irgendwie auch Ansprüche und Ziele? Auch wenn man es vielleicht vor zehn oder fünf Jahren sogar nicht gedacht hätte, wechselt man dann irgendwie jetzt vor einem Jahr zu Hertha und im Hinterkopf ist vielleicht sogar der Bundesliga-Aufstieg. Also das sind ja auf einmal ganz andere Dimensionen. Wie schnell geht das?

Ja, aber der Bundesliga-Aufstieg ist ja menschlich. Also ich denke mal, egal was man macht, bist du Sportler? Wenn ich nicht sage, ich will immer das Maximale, dann wäre ich komplett fehl am Platz bei dem, was ich mache. Ist egal, ob ich einen Marathon laufe, was mir absolut gar keinen Spaß machen würde, oder Fußballspiel.

Du willst ja immer gewinnen. So, und wenn ich jetzt in jedes Spiel reingehe und sage, wir gewinnen das Spiel, bringt es nichts. Aber so vom Anspruch her, wie gesagt, ich bin da echt relativ einfach gestrickt. Ich möchte so viel wie möglich spielen, gesund bleiben und einfach maximale Freude haben. Maximale Freude hat man am besten, wenn man gewinnt.

Von dem her hat sich da nicht viel geändert zum 18-Jährigen, zum 22-Jährigen oder zum fast 30-Jährigen in Kolbe. Das heißt aber umgekehrt, du sitzt dann auch nicht da und sagst, naja, das war jetzt keine glanzvolle Saison vielleicht, wie es manche bezeichnen würden, aber wenigstens bin ich ja hier oder bin an diesen Punkt gekommen, sondern es geht ja dann schon auch logischerweise ums sportliche Maximum.

Wäre ich Tennisspieler geworden? Also ich sage auch, dass es von uns keine glorreiche Leistung war, weil wir ganz andere Ambitionen und Ansprüche hatten. Dass wir sie nicht erreicht haben, glaube ich, brauche ich jetzt hier nicht dran sitzen und sagen, stimmt, wir haben es nicht geschafft. Ich glaube, da haben viele schon ihren Senf dazugegeben und viele schon irgendwas dazu geschrieben.

Aber klar, wir haben es uns anders vorgestellt. Ist jetzt nicht so gekommen, bringt aber nichts in die Vergangenheit zu schwägen. Sondern es gilt es wieder eine neue Saison anzugehen und das Maximale rauszuholen. Du hast es gerade schon ein bisschen angedeutet. Wäre natürlich jetzt auch die Frage gewesen, wie du diesen Transfersommer bei Hertha erlebst bisher. Weil die Kabine wird ja wirklich auch merklich kleiner.

Ich meine, du warst vor allem ja auch mit hier in der Vorbereitung. Da war der Trosse auch ein bisschen größer. Wie erlebst du das aktuell? Ich sage, das ist ja nicht meine Aufgabe. Also ich genieße alles, was ich hier mitnehmen darf. Ob wir jetzt zu 18 sind, zu 20 sind oder zu, wie viele sind wir überhaupt?

22 Spieler, glaube ich, aktuell. 24 Feldspieler. 24 Feldspieler. Das spielt für mich keine Rolle, weil man trotzdem genauso arbeiten muss, wie wenn man jetzt zu 28 dasteht. Wie gesagt, das ist eine Aufgabe von anderen. Ich bin da, um Fußball zu spielen, guten Fußball zu spielen. Und alles andere ist mir auch relativ egal. Entscheidung kannst du sowieso nicht treffen dann an der Stelle.

War es trotzdem so die letzten Wochen, dass man da aufs Handy guckt und ab und zu mal überrascht ist über Transfer-Nachrichten. Wer geht jetzt wohin? Wer ist dann vielleicht nicht mehr da hier im Trainingslager? Das interessiert einen schon, weil ich will ja wissen, gegen wen ich spiele zukünftig. Und die eine Mannschaft hat Monopoly die Schlossstraße belegt, die kauft da ein bisschen mehr ein.

Und bei anderen ist es halt ein bisschen entspannter, weil die finanziell vielleicht nicht so auf großen Gebärdet sind. Aber wie es insgesamt dann ausschaut. Das dauert wahrscheinlich erst noch eine Weile. Ich glaube, bis 1. September geht die Frist. Und ich glaube, da wird sich noch so viel ändern. Aber wie gesagt, das ist absolut nicht meine Aufgabe. Ich will einfach kicken, Spaß haben und der Rest kümmern sich andere drum.

Wie geht ihr als Mannschaft damit um, dass, wie du es sagst, vielleicht bis zum Sonnenschein sowieso nicht, aber auch bis zum Ende des Transferfensters, sich auch diese Mannschaft im Kern nochmal deutlich umbauen kann. Da können Spieler dazukommen mit einem Führungsanspruch, können vielleicht noch Spieler, die jetzt eingeplant sind, noch weggehen.

Wie geht ihr damit als Mannschaft ins Rennen? Ich glaube, das macht auch jeder für sich aus. meine Meinung, habe ich jetzt glaube ich schon gesagt. Also wie gesagt, mir ist das auf gut Deutsch egal. Ich will einfach nur Fußball spielen und wer am Ende da mit mir auf dem Platz steht oder wer alles bei uns im Kader steht, ist egal.

Man soll alle den gleichen Anspruch haben. Der wird festgelegt, den bespricht man zusammen und alle müssen an einem Strang stehen. Also mit den Fans zusammen, die Spieler zusammen, der ganze Verein muss hinter dem stehen. Und ob da am Ende ein. Schweinsteiger steht oder andere, das ist völlig egal. Interessant in der Konstellation ist ja trotzdem, dass jetzt viele junge Spieler dabei sind, die auch eine viel wichtige Rolle spielen werden, einfach weil sie jetzt gerade auch das Personal bilden, mit dem man eben arbeiten kann und dann auch muss.

Inwieweit ändert sich deine Rolle dann in der Kabine, weil ja jetzt quasi eine ganze Generation altersmäßig über dir noch sogar raus ist. Du bist jetzt eine mit der Ältesten, auch damit mit der Erfahrensten. Auf dem Papier ist es so. Hat sich dadurch für dich ein neuer Führungsanspruch entwickelt? Oder ändert sich deine Rolle in der Kabine dadurch?

Na, was heißt Rolle? Ich bin immer noch genau der Gleiche. Also ich denke, Rollen ergeben sich dann auch im Laufe der Vorbereitung oder im Laufe der Runde. Ich denke mal, dass man jetzt keinen bestimmen soll, dass der Zugpferd ist. Sondern es ergibt sich in der Kabine. Es gibt Leute, zu denen schaut man auf.

Es gibt Leute, die ein bisschen die Zügel in der Hand haben. Ob das ich bin oder nicht, weiß ich nicht. Wenn jemand Fragen hat, beantworte ich sie gern. Vorangehen, denke ich, muss jeder für sich, weil im Training muss man Gas geben. Ob ich jetzt da zu den Führungsspielern gehöre, glaube ich eher nicht.

Ich bin immer noch der Gleiche. Jeder kann kommen, wenn er was will, kriegt auf eine Frage eine direkte Antwort. Und Leistung muss man immer bringen. Von dem her passt es. Ist das trotzdem etwas, was dich reizt, vielleicht proaktiv noch mehr Verantwortung zu übernehmen, lauter zu werden in der Kabine?

Ich weiß ja nicht, wie es jetzt ist, aber ist es etwas, was dich reizt oder was vielleicht nochmal jetzt so ein Karriereziel auch ist, dass man auf dem Papier auch so eine Art Führungsspieler ist, Richtung Mannschaftsrat vielleicht? Das ist auch nicht. Das bin bestimmt auch nicht ich. Wenn der Trainer meint, ich gehöre da rein, mache ich es. Wenn nicht, bleibe ich ganz normaler Spieler in der Kabine und auf dem Platz.

Was uns schon zur sportlichen Frage und deiner Rolle in der Mannschaft führt, das wird sich ja auch ein bisschen durchmischen. Ich weiß jetzt nicht, was bei Martin Daday noch aus der Karriere wird oder der Unmittelbarheitsverlauf im Sommer, was ja dein Hauptkonkurrent ist als linker Innenverteidiger.

Was mir aufgefallen ist in der Vorbereitung, linker Verteidiger hast du gar nicht mehr gespielt jetzt, obwohl ja der Kader auch nicht übermäßig besetzt ist auf der Position. Hat sich das jetzt einfach so ergeben oder gab es da mal auch ein Gespräch dazu, dass es hieß, du jetzt erstmal nicht mehr LV, wo du aushelfen musstest ja die letzte Saison?

Im Gespräch gab es keins, aber ich glaube der Trainer hat vielleicht entdeckt, dass es auf der Position vielleicht auch bessere gibt. Wie gesagt, wenn ich es spielen muss, spiele ich es, aber wohler fühle ich mich natürlich in. Von dem her schauen wir mal, was auf der Position noch passiert. Genau, also auch da ist es ja nicht in der Hand, würdest du wahrscheinlich sagen, an der Stelle.

Wie sieht der Austausch mit dem Trainer aus? Der kann ja auch direkt sein, also vielleicht seid ihr da kommunikativ ja sowieso auf einer Wellenlänge. Ich glaube, wenn es etwas zu besprechen gibt, kommt er zu mir. Aktuell gibt es ja nicht viel, aktuell müssen wir akkern. Ich glaube, wenn ich etwas falsch machen würde, würde ich einen Anschluss kriegen.

Den habe ich Gott sei Dank noch nicht bekommen, von dem her denke ich, dass ich aktuell auf dem bunten Arm bin. So ein bisschen klangen ja die Ambitionen von letzter Saison schon durch, das ist ja auch klar gewesen, hat ja auch der Verein so kommuniziert. Diesen Sommer ist es ein bisschen schwieriger zu greifen, wo es eigentlich hingehen soll oder was man sich als Klub vornimmt. Habt ihr als Mannschaft schon mal für euch formuliert, was diese Saison drin sein kann und was ihr erreichen wollt?

Tatsächlich noch gar nicht. Also zu dem Punkt kann ich dir leider gar keine Auskunft geben, weil ich weder weiß, was die Marschrichtung ist von oben oder, allgemein die Marschrichtung von uns. Ich glaube, das entwickelt sich jetzt noch hier im Trainingslager, dass man vielleicht da ein bisschen in Austausch geht.

Aber aktuell gilt es einfach zu ackern. Und ich denke mal, jeder Sportler, um jetzt irgendwie die Fansale auch zu beruhigen, man geht jetzt nicht in die Runde, um es einfach mal vor sich hin plätschern zu lassen, sondern man will trotzdem jedes Spiel gewinnen, ob man es dann schafft oder nicht. Jedes Spiel hat seinen eigenen Charakter, aber wenn man nicht, wie gesagt vorher, wenn man nicht mit allem reingeht, was man hat, um das Spiel irgendwie zu gewinnen, ist man an der falschen Stelle.

Du hast da ein gutes Gespür, was Fans empfinden in diesem Sommer, weil einfach ein paar Unwägbarkeiten mit dabei sind. Erreicht es dich als Spieler vielleicht eine gewisse Nervosität im Umfeld oder auch innerhalb der Mannschaft? Oder hat man da die Geduld, die es jetzt gerade braucht? Wie sieht es da in dir drin aus?

Durch den Weg, den ich gehe die ganze Zeit, würde ich sagen, dass ich absolut gar kein nervöser Zipfel bin, sondern dass ich da eher ein ruhiger Mensch bin. Auf der einen Seite, weil ich einfach alles genieße, wie es aktuell ist. Auf dem Niveau zu spielen, vor so vielen Leuten zu spielen, für so einen Verein spielen zu dürfen.

Das hat man natürlich vor zwei Jahren niemals gedacht. Von dem her ist es für mich echt immer noch Gänsehaut. Und das andere mit Fans, ich kann jeden einzelnen Fan verstehen, der kritisch ist, jeden einzelnen Fan verstehen, der optimistisch ist, weil es gibt Fans, ich bin jetzt erst seit einem Jahr hier, es gibt Fans, die sind seit zig Jahren Fans, haben schon ganz andere Zeiten miterlebt.

Und im Vergleich zu den früheren Zeiten ist es vielleicht aktuell nicht mehr so rosig und deshalb kann ich da schon verstehen, wenn da der ein oder andere kritische Punkt mal aufgezählt wird. Aber wie gesagt, Was da oben abgeht, das können wir nicht selber beeinflussen. Das machen andere, dafür sind andere da.

Das Einzige, was die Spieler, das Trainerteam, Staff probiert, ist einfach Woche für Woche, wenn es dann wieder losgeht, maximal herauszuholen und dass man auf jeden Fall gewinnen will. Man spielt nicht mit Absicht schlecht, um den Fans einen reinzubürgen, sondern ich glaube, das kotzt einen am meisten selber an.

Deshalb gilt es da einfach, so schnell wie es geht, in der neuen Saison wieder, daran zu arbeiten, dass alle an einem Strang ziehen. Weil wenn die Fans einen pushen, fühlt man sich noch besser und wenn der Matchplan dann aufgeht und man merkt, hier kann sich wieder was entwickeln, ich glaube, dann haben alle am meisten Spaß.

Du hast gerade schon über das Olympiastadion, glaube ich, so ein Stück weit gesprochen. Ist das immer noch so, dass du da einläufst und noch vielleicht überwältigt bist oder zumindest das nochmal anders bestaunst als Spieler jetzt? Überwältigt nicht, aber es ist schon sehr speziell. Es gab schon ein paar Spiele, wo ich mir dachte, hey, FIFA.

Nee, das ist schon... Also für mich, wie gesagt, mir macht es halt am meisten Spaß, je mehr Leute da sind. Weil dann Emotionen kochen, dann noch ein enges Spiel oder irgendwas. Du verstehst dich auf dem Platz gar nicht mehr. Deo meint, er muss durch den ganzen 16er rutschen, gewinnt den Ball, alle drehen durch. So was sind Momente, das ist schon Wahnsinn.

Oder du schießt ein Tor irgendwie kurz vor Ende. Das macht was mit einem. Und als Fußballer gibt es wenige Sachen, also das verstehen viele nicht, aber es gibt wenige Sachen, die das ersetzen können. Und deshalb freue ich mich da schon wieder extrem drauf. Es setzt ziemlich genau ein Jahr härter rum.

Welche Vorurteile hattest du vielleicht über diesen Club vor einem Jahr? Und welche davon sind eingetreten und welche haben sie nicht bewahrheitet? Ich habe mich ohne irgendwas zu denken rangekommen. So habe ich auch die Trainer die ersten zwei Wochen furchtbar. Inwiefern? Ich war furchtbar schlecht die ersten zwei Wochen.

Also ich habe gedacht, ich habe zwei rechte Füße. Das war ganz schlimm. Aber ich habe einfach alles, was soll ich sagen? Ich habe es ja davor nicht gewusst, wie es überhaupt abläuft. Ich war davor ein Jahr bei Ulm. Und Ulm war immer noch sehr familiär, sehr gemütlich, es war richtig gut, um sich an das Niveau vielleicht zu gewöhnen und dann der Schritt härter, ich hatte gar keine Vorerfahrung, nichts, habe einfach gesagt, hey, schauen wir es uns einfach mal an und, überwältigt war ich dann tatsächlich vom ersten Mal ins Olympiastadion einlaufen, wo ich mir dachte, hey, scheiße, du bist ja einer von denen jetzt, und das ist aktuell immer noch der Fall, muss ich sagen, aber sonst, wie gesagt, ohne Vorurteile da irgendwie die ganze Sache angegangen.

Einfach so genommen, wie es kam. Also gibt es so eine Art Zwischenfazit nach einem Jahr härter für dich? Könntest du ein kurzes ziehen? Oder was müsstest du da für Worte wählen? Das ist eine gute Frage, weil so fällt mir jetzt kein Sein. Ist auch schwierig. Ich würde einfach mal sagen, kannst du dann spulen im Video das?

Zwischenfazit ist ja immer so ein Satz. Ich sage dir jetzt einfach mal. Kindheitstraum erfüllt, Komma. Absolut dankbar und glücklich. Das ist ein sehr positives Zwischenfassier. Ja, finde ich gut. In der Mannschaft, das merkt man, kommst du sehr gut mit Lukas Schuller zurecht. Muss ich jetzt aber einmal nachfragen. Der hatte nach der etwas anstrengenderen Einheit eine Shisha für dich gefordert.

Eine Shisha? Habe ich so verstanden, quer über den Platz. Kannst du das auflösen? Vielleicht hast du da was falsch verstanden. Zu Raura bin ich keiner. Das wäre, glaube ich, mit meiner Kondition nicht gerade so förderlich, weil dann würde ich nur eine Halbzeit durchhalten. Vielleicht hat er gedacht, zweite Luft oder sowas. Luca, wie gesagt, wir verstehen uns sehr gut, aber seinen Humor manchmal verstehe ich ihn gar nicht. Vielleicht ist es auch das, warum wir ihn so gut verstehen.

Den beiden ein bisschen in Schuss. Manchmal habe ich einen anderen Humor wie er und ich glaube, es ergänzt sich ganz gut. Ja, das klingt auf jeden Fall so, als kämpft er da ganz gut zurecht an der Stelle. Das soll es von meiner Stelle aus gewesen sein. Top, sind wir schon durch. Wir sind schon durch. Vielen, vielen Dank für deine Zeit und die vielen Antworten auf die vielen Fragen. Und natürlich auch alles Gute, viel Erfolg für die Saison. Dankeschön.

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