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Immer Hertha· Folge 251

Immer Hertha – Wackelt Stefan Leitl schon?

Montag, 1. September 2025 · 33 min

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Shownotes

Das 0:2 gegen die SV Elversberg schockiert den blau-weißen Fußballkosmos in der Hauptstadt: Hertha BSC ist gegen die Saarländer völlig chancenlos und verdient sich nichts anderes als das nächste Pfeifkonzert der eigenen Fans.

Ob es jetzt schon eine Trainerdiskussion geben sollte? Und welche Baustellen der neue Geschäftsführer Peter Görlich in der Krise nun als Erstes angehen sollte? Darüber spricht das neue „Immer Hertha“-Stammduo aus den Morgenpost-Redakteuren Paul Gorgas und Nelis Heidemann.

Außerdem geht’s um die abgrundtiefe Formdelle von Marton Dardai und die Personalnot in der Innenverteidigung, die neue Systemfrage mit möglicher Rückkehr zur Viererkette, die Bilanz der Transferperiode und den Ausblick auf die Länderspielpause, die alles andere als ruhig werden dürfte.

Viel Spaß beim Reinhören!

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo, hier ist Berlin. Wir melden uns vom Abgrund. So oder so ähnlich würde es der große Günther Koch wahrscheinlich sagen nach diesen ersten Spielen von Hertha BSC. Herzlich willkommen in der Krise. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Immer Hertha. Hertha BSC liegt nach vier Spieltagen in der zweiten Bundesliga schon am Boden.

Und bevor wir gleich in dieser neuen Folge in die große Krisenanalyse einsteigen, starten wir einfach mal ganz antizyklisch mit einer guten Nachricht. Und die hat zu tun mit dem Mann, der hier neben mir sitzt. Wenn schon Hertha BSC keine Transfers mehr vorstellt, dann tut es wenigstens die Berliner Morgenpost.

Herzlich willkommen an unseren neuen Sportreporter und neuen immer Hertha-Host Paul Goras. Grüß dich. Hi, vielen Dank dir. Hallo auch an euch. Ja, ich bin der Neue und freue mich, dass ich jetzt hier über Hertha berichten darf ab sofort. Paul, du bist ja gebürtiger Berliner und langjähriger Begleiter und Beobachter des Berliner Fußballs.

Jetzt steigst du gleich am ersten Tag bei uns in eine schwere Krise ein, aber ist für dich wahrscheinlich ein Normalzustand, oder? Ja, also es gibt fast nichts anderes bei Hertha, das wissen wir gerade in den letzten Jahren. Seit 2020 ungefähr berichte ich über Hertha, hatte glaube ich neun Trainer seitdem und normal war eigentlich keine Saison seitdem.

Insofern alles wie gehabt, aber Platz 17 in der zweiten Liga nach vier Spieltagen, das habe ich auch noch nicht erlebt bisher. Wer weiß, ob schon bald Nummer 10 hinzukommt, aber da werden wir im Laufe dieser Folge auch noch zu kommen zu dem Thema. Bevor wir aber in die große inhaltliche Analyse einsteigen, müssen wir noch eine Sache besprechen. Du hast in der großen Immer-Härter-Saison-Prägnose, Hertha BSC auf Platz 1 getippt.

Und auch in unserem Community-Tipp-Spiel, als ich gerade dich suchen wollte, musste ich lange blättern, Platz 74 nach vier Spieltagen. Was ist da denn los? Und ich glaube, das ist meine beste Platzierung bisher dieser Saison. Also da weiß man auch schon Bescheid. Ja, Saison-Prägnose, da war ich durchaus optimistisch, muss ich sagen.

Ich fand, viele Voraussetzungen stimmten und stimmen eigentlich immer noch. Aber klar, die Umsetzung, sehen wir selber auf dem Platz, ist nicht viel von geblieben bisher bei Hertha. Und ich bekomme auch immer mehr Zweifel, ob sie das nochmal zurecht ruckeln. Also Platz 1 wird... Wie so viele, wie so viele.

Aber ja, die Kollegin Inga Bötteling hat sich hochgearbeitet zuletzt. Kollege Jonas Stein ist auch weiter oben dran. Die halten die Morgenpost-Fahne hoch, zumindest beim Tippen. Das ist schon mal eine Menge wert. Gut, also steigen wir ein. Freitagabend 0-2 gegen die SV Elversberg. Dramatisch schwache Leistung, ein neuer Tiefpunkt dieser Saison.

Du warst im Gegensatz zu mir im Stadion. Wie hast du die Atmosphäre vor Ort erlebt? Ja, ich war tatsächlich mal privat im Stadion. Das war ich auch lange nicht mehr, weil ich natürlich sonst auch immer auf der Pressetrüne saß. Und ja, ich glaube Resignation, Ernüchterung, Frust, all das hat sich breit gemacht und ja schon fast von Beginn an des Spiels, muss man natürlich sagen, weil früh das erste Gegentor gefallen ist, sich früh auch abgezeichnet hat.

Da wird nicht viel gehen, da geht nicht viel zusammen, defensiv wie offensiv. Also da ist die Stimmung relativ schnell gekippt, weil man natürlich auch mit wenig Erwartungen, wenig positiven Erlebnissen aus den letzten Wochen da reingegangen ist als Fan. Und ja, eigentlich ist es genau so gekommen, wie man es befürchtet hat.

Also das war schon wirklich Ernüchterung an der Stelle. Das ist echt hart wirklich gewesen. Du gehst schon ohne Erwartungen rein, wie du sagst und hast irgendwie das Gefühl, ja, wird ja doch wieder nichts. Und dann kommt es wirklich nach, ich glaube drei Minuten waren es, kommt es mit dem 0 zu 1 zustande.

Lass uns mal ein paar verschiedene Problemfehler betrachten. Und da ist natürlich in vorderster Front dieses frühe Gegentor wirklich. Und wieder hat Martin Daday seine Aktien drin. Also dieser verunglückte Klärungsversuch. Und dann kommt er nicht in den Zweikampf danach. Ich habe es schon alle gestern, die auch auf diesem Stuhl saßen, in dieser Saison gefragt.

Bisher und ich selbst hatte keine Erklärung dafür. Aber hast du irgendeine Idee, was mit Martin Daday los ist dieses Jahr? Nee, ich kann es auch nicht erklären, außer dass es eben wirklich eine erklatante Formschwäche ist. Das sieht man ja auch. Also klar, er ist wichtig an sich für die Dreierkette, weil er eben diesen Spielaufbau beherrscht.

Aber das, was vorher schon seine Schwächen waren, also gerade das Kopfballspiel, diese Zweikampfhärte, die haben sich irgendwie nochmal nach unten ausgeprägt, muss man ja irgendwie sagen. Und jetzt kommen eben noch genau diese Konzentrationsfehler dazu. Solche Patzer, die er sich eigentlich nicht so häufig geleistet hat, die leistet er sich jetzt fast in jedem Spiel und die führen eben auch inzwischen direkt zu Gegentoren.

Also das ist natürlich für einen Innenverteidiger nochmal dann so unterm Brennglas besonders schwierig, weil du natürlich mit diesem Rucksack dann auch immer weiter reingehst in dieses neue Spiel. Es ist ja auch echt nicht leicht. Ich kann es schon auch ein Stück weit verstehen. Du hast ein unglückliches erstes Spiel als Martin Dardai auf Schalke und dann fangen die Leute, auch wir natürlich, an, darüber zu reden.

Ist es eben so eine Spiral und es geht immer weiter. Aber ja, es ist wirklich völlige defensive Inkompetenz, die er bisher auf den Platz bringt. Und das Problem ist, auch da kommen wir später noch zu, es gibt keine Alternativen. Also in der Vorwoche in Darmstadt, als Niklas Kolbe fiel in der Startelfahrt, hat Kolbe einen guten Job gemacht. Und es schien so, als würde sich die Dreierkette festigen.

Aber dann hat sich Niklas Kolbe auch wieder verletzt. Und es musste mal schon da daher. Also eine unglaubliche Baustellenkonstellation in dieser Dreierkette. Es gibt wirklich kaum einen Ausweg und da hängt Marthorn ganz tief mit drin. Und wer weiß, ob er da irgendwie jetzt nochmal zeitnah rauskommt. Er muss es eigentlich, er ist gefordert. Es gibt kaum eine Alternative, das ist ja genau der Punkt.

Gerade Linksfüße sind natürlich dann rar gesät, das kommt noch erschwerend hinzu. Und genau, also Trainer Stefan Dattel hat fast keine Chance, ihn mal da irgendwie zu erlösen, mal ein Spielpause zu geben, sondern muss eigentlich fast weiter auf ihn setzen. Wenn, da werden wir bestimmt noch drüber sprechen, nicht die große Systemumstellung dauerhaft kommt.

Wir müssen auch über Tiag Ernst noch sprechen vorher, weil das ist natürlich der Mann, der Hertha schon oft gerettet hat in den letzten Wochen. Auch am Freitag wieder ein paar gute Saves gehabt im Hinterher. Aber bei diesem 1 zu 0 kann man ihn auch nicht rausnehmen. Und ich hatte so den Gedanken, wenn das jetzt auch noch losgeht, wenn jetzt auch noch Tiag Ernst anfängt, sich solche Fehler zu erlauben, der natürlich, es darf natürlich nie im Leben, darf der Ball durch die kurze Ecke da reingehen.

Aber dann ist es ein Zeichen dafür auch, wie dramatisch die Lage wirklich ist und wie sehr es in den Köpfen von allen Spielern ist. Ja, also Torwartecke sieht immer schlecht aus als Keeper. Das ist völlig klar. Ich glaube, da würde auch niemand ihn wirklich freisprechen an der Stelle. Allerdings muss ich sagen, im Verlauf des Spiels hat er sich deutlich gefestigt wieder. Das war eigentlich sein einziger Patzer, muss man sagen.

Er hat auch das dritte Gegentor verhindert hinterher. Auf jeden Fall. Er hätte durchaus höher ausfallen können ohne Tjag Jerns für Elbersberg. Und das zeigt auch ein bisschen seine Entwicklung, finde ich, dass er dann sich nicht verunsichern lässt von so einem schlechten Start, sondern eigentlich jetzt auch, glaube ich, gefestigt ist, dann auch hohe Bälle weiterhin halbwegs souverän pariert hat.

Insofern, da mache ich mir dann weniger Sorgen mit Blick auf den Rest der Saison. Also er scheint da ganz gut gefestigt zu sein. Aber klar, das hilft natürlich nicht, wenn du jetzt dann auch noch mit Torwartfehler nicht umschlagen musst. Ja, es ist auch einfach irgendwie das Symptom des ganz großen Problems, dass es schlicht keine Führungsspieler in dieser frühen Phase der Saison auf dem Platz gibt, an denen sich andere Leute hochziehen können.

Also Tiag Ernst war ja vor allem nach dieser überragenden Performance in Münster im Pokal jemand, wo man vielleicht so gesagt hätte, okay, die Mannschaft kann dadurch Selbstbewusstsein tanken, dass sie weiß. Hinter der Dreieckette steht ein richtig starker Torwart, der im Zweifel uns auch mal den Arsch retten kann.

Und jetzt macht er auch noch einen Patzer. In der Innenverteidigung ist Toni Leissner eigentlich der Führungsspieler, der irgendwie dieses Jahr schlicht nicht so die Ausstrahlung verkörpert wie in der letzten Saison. Fabian Reese als Kapitän rudert, wedelt mit den Armen und ruft, aber ist selbst meilenweit von seiner Topform entfernt.

Hat in Darmstadt die hundertprozentige zum Ausgleich vergeben, die du dann natürlich als Kapitän, als Offensivspieler auch einfach mal wegmachen musst. Und im zentralen Mittelfeld gibt es schlicht keinen Führungsspieler, keinen, der in der Lage ist, diese Rolle zu füllen. Also das ist doch das große Problem, dass es auch überhaupt keine Achse gibt, an der man sich irgendwie orientieren oder hochziehen kann.

Ja, absolut. Also die Achse endet eigentlich schon im Tor bei Tja Gernst. Dann fehlt schon der Anschluss sozusagen, was die Führungsspieler angeht. Also das ist genau eklatant und das macht sich auch bemerkbar. Und das ist natürlich auch für den Trainer dann schwierig, aufs Spiel einzuwirken, wenn es quasi jeder mit sich selbst beschäftigt ist. Und das ist ja genau der Eindruck, den man hat bei Hertha.

Also jeder spielt sein eigenes Spiel und das auch noch schlecht aktuell. Und so kommt es natürlich auch mannschaftlich nicht vorwärts. Und genau dieses Grundgerüst, was es ja eigentlich mit Beginn der Vorbereitung schon gab, das war ja, dachte man, die große Stärke dieses Jahr, weshalb auch viele euphorische Saisonprognosen verbreitet wurden.

Und das war eigentlich genau der Punkt, dass man dachte, jetzt steht mal so ein Gerüst, so eine Achse, früh Dämme war glaube ich da fest eingeplant Paul Seguin sollte auch schnell Verantwortung übernehmen, Rees im Sturm hat natürlich dann eigentlich genau das erfüllen sollen dass er quasi da auch in vorderster Reihe jemanden hat mit Tempo und eben auch als Leistungsträger, Kapitän sogar dieses Jahr und dann eben in der Defensive, das hätte sich ja auch schneller besser finden sollen, aber genau wie du sagst, also es gibt keine Achse und damit strahlt es natürlich auch auf alle anderen Spieler drumherum ab, dass da so eine große Unsicherheit benötig herrscht aktuell.

Es ist natürlich auch vom Umfeld her, vom Publikum im Olympiastadion, ist das natürlich auch so ein Faktor, dass schnell die Pfiffe auch am Freitag wieder kamen, völlig verständlicherweise nach der Leistung. Aber helfen tut es den Spielern ja sicherlich auch nicht. Aber Stefan Leitl als Trainer hat auch gewonnen, gesagt, wir müssen uns entschuldigen bei den Zuschauern, die da waren.

Und diese Wut, diese Enttäuschung ist ja völlig verständlich. Wir haben gerade vor dem ersten Heimspiel hier bei der Morgenpost ja viel über das Thema Heimschwäche, über Fanbeziehungen gesprochen. Und nach da, die Leute hatten echt Bock. Die Leute hatten wirklich Bock dieses Jahr. Und jetzt ist das alles nach zwei Heimspielen, nach vier Spieltagen insgesamt schon wieder wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

Und ich hatte am Freitag so vor dem Fernseher den Eindruck, das ist das alte Hertha von aus Bundesliga-Zeiten, graue Maus, grauer Himmel über Berlin, Nieselregen, Stadion halbvoll. Auch das ist eine Zahl 39.000, so eine tiefe Zuschauerzahl gab es die gesamte letzte Saison nicht. Und die Stimmung ausbaufähig bis gekippt.

Also Hertha hat echt so vieles von dem, was sie auch abseits des grünen Rasens im Laufe der letzten Monate und Jahre stark gemacht hat, schon direkt wieder verspielt. Ja, also vor allem wahnsinnig viel Kredit bei den Fans. Das glaube ich schon, weil man eben, wie du schon sagst, sehr viel Euphorie in die Saison gegangen ist aus Fansicht.

Auch gehofft hat, dass die irgendwann mal zurückgezahlt wird, weil man ja wirklich, das muss man ja sagen, die letzten Jahre trotz allem sportlichen Misserfolg, die Unterstützung einfach immer wieder ins Stadion getragen hat, heim und auswärts, gerade das Olympiastadion, ist stimmungsmäßig ein echter Trumpf oder kann es zumindest sein, wenn dann die Leistung stimmt und die passt einfach dieses Jahr überhaupt nicht.

Du hast es angesprochen, letztes Jahr war das das große Problem, dieses Jahr sollte es alles besser werden und gefühlt ist es noch schlechter geworden, weil nicht mal mehr irgendwie so eine Art von Bemühen oder von versuchter Dominanz irgendwie zu erkennen ist, sondern man hat das Gefühl, die ergeben sich schon in ihrem eigenen Stadion im Heimspiel von der ersten Minute an gegen Elversberg und das war natürlich deswegen, wie Rudi Völler hier sitzen würde und sagen würde, der Tiefpunkt vom Tiefpunkt, der nächste Tiefpunkt.

Also das ist ja glaube ich das, was jetzt gerade so richtig aufs Gemüt schlägt. Und ja klar, also von außen ist das Olympiastadion natürlich immer schwierig als Stimmungshort zu betrachten, weil man natürlich im Sky-Bild dann auch die Lernränge gerade Richtung Marathon-Tor sieht. Das ist immer ein bisschen schwierig. Kommt ja auch dazu, dass SV Elversberg einfach einen wahnsinnig kleinen Gästeanhang hatte.

Ja, also da entsteht zwangsläufig kein Hexenkessel, würde ich sagen. Die Unterstützung ist natürlich trotzdem da aus der Ostkurve. Also das kann man auch nach diesem Freitag nicht absprechen. Und das ist, glaube ich, auch so der letzte Grashalm, an dem man sich noch klammern muss, dass den Fans es eben noch nicht alles egal ist.

Also dass sich da noch ein bisschen was entlädt, dass da noch Leidenschaft ist auf den Rängen. Weil ich glaube, das wäre fatal und das Schlimmste eigentlich, was jetzt passieren könnte, dass irgendwie die Fans auch die Saison abhaken und Hertha so ein bisschen in der Irrelevanz verschwindet. Es gab eine klare Ansage aus der Ostkurve, auch an die Mannschaft noch nach dem Spiel. Hast du davon was mitgekriegt im Stadion? Ja, ich habe es zumindest dann auch hinterher gehört von Leuten, die noch näher dran waren.

Also genau, es gab die klare Ansage. Ich glaube, das Adjektiv, was der Karbob nutzte, war bodenlos zur Leistung und damit hat er auf jeden Fall recht. Hat er noch ein bisschen die jungen Spieler rausgenommen, die ja zum Teil auch eingewechselt wurden, dass die eben nicht in der Verantwortung stehen. Kenneth Eichhorn, wieder ein ordentliches Spiel gemacht, ne?

Absolut, absolut, aber es ist, wie wir gesagt haben, das kann man eigentlich nicht an einem 16-Jährigen dann festmachen. Und dann gab es natürlich klare Ansage aus der Ultra-Bewegung an den Mannschaftsrat, der besteht ja aus Deo Seefuhig, Toni Leistner und Kapitän Fabian Rehse, dass die sich doch bitte mal melden mögen bei den Ultras, dass es da noch eine Aussprache geben soll in der Länderspielpause.

Die drei haben auf jeden Fall einen Termin jetzt die nächsten Tage. Wird sicher auch kein besonders angenehmes Gespräch für beide Seiten. Aber das ist natürlich dann schon ein Fingerzeig, wenn die aktive Fanszene sagt, was ist da los, wir müssen uns mal zusammensetzen. Und das ist ja auch so ein bisschen das, was die Spieler selbst sagen zum Teil, dass sich da jeder an die eigene Nase fassen soll, dass man jetzt gerade das Problem bei den Spielern selbst sucht.

Also es wird, glaube ich, intern gar nicht so sehr über den Trainer diskutiert, sondern es wird viel auch darüber gesprochen, warum die einzelnen Spieler nicht an ihre Leistungslimit kommen, warum jeder Spieler für sich nicht das Maximum rausholen kann. Und man hat ja den Eindruck, auch am Freitag wieder, da kommt niemand irgendwie in die Nähe von dem Leistungsvermögen, was sie ja eigentlich auf dem Papier haben müssten.

Ja, Stichwort Trainer, zur zweiten Halbzeit Systemumstellung. Zurück auf Viererkette, wieder mit der Auswechslung von Marton Dada. Immer wenn Marton Startelf gespielt hat, wurde er ausgewechselt im Laufe des Spiels. Das ist auch dramatisch für einen Innenverteidiger natürlich. Und gerade wenn man weiß, was für ein großer Freund der Dreierkette Leitel eigentlich ist. Das war ja der Move, der Hertha letzte Saison den Arsch gerettet hat, platt gesagt.

Dass er jetzt sich schlicht gezogen sah, auf Viererkette umzustellen, das sagt ja auch schon vieles aus. Aber ich hatte den Eindruck, es wurde tatsächlich etwas besser. Also wir haben Fabian Rehse auf der linken Seite erlebt, wie auch von vielen Fans gefordert. Natürlich ist es so, dass er letztes Jahr in der Stürmerposition überzeugt hat und getroffen hat.

Aber dieses Jahr konnte er dort auch schlicht noch nicht eingewechselt werden. Und wir haben zumindest Ansätze eines Zusammenspiels von Reze auf der linken Seite mit Sebastian Gröning erlebt, der dann in den Sturm eingewechselt wurde. Kann das irgendwie so ein Ansatz sein, vielleicht für die nächsten Wochen, wo man sich jetzt dran hochzieht? Wird es jetzt doch die Viererkette wieder?

Oder wie siehst du das? Also ich sehe es erstmal wie du, dass das natürlich ein Symptom ist, dafür, dass der Dreierkettenplan eigentlich schon fast gescheitert ist. Ich meine, es ging um defensive Stabilität, glaube ich, auch auf den Blick einer ganzen Saison. Und die gibt es eben auch nicht. Und wenn du dann offensiv so harmlos bist, wie sie sich zuletzt vermitteln, präsentiert haben, ist es natürlich dramatisch. Deswegen klar, logischer Schritt eigentlich erst mal auf Viererkette umzustellen.

Das stimmt, Fabio Reze hatte mehr Platz auf dem Flügel, ist dann auch mal durchgebrochen, konnte auch mal eine Flanke anbringen. Ein Fan beim Umfeld hat dann gleich gesagt, das ist ja wie früher. Da gab es einen Funken Hoffnung. Das kann sicher eine Option sein. Allerdings finde ich, ist es fast folgerichtig gewesen, dass dann glaube ich nach 10, 15 Minuten in der zweiten Halbzeit schon das zweite Tor fällt.

Und zwar eigentlich genauso, wie man es eben mit Viererkette dann befürchten muss. Deo Seefrück viel zu weit aufgerückt, verliert den Ball, geht dann irgendwie noch so hinterher, aber auch nicht entschlossen genug, fehlt auf jeden Fall in der Viererkette, hat dann keine Absicherung mehr, weil eben nur die vier hinten stehen.

Und dann geht es einfach schnell. Dann hat das Elbersberg natürlich auch gut ausgespielt, aber es war dann relativ simpel, mit einem Doppelpass da durchzubrechen. Tony Leistner kam dann auch nicht mehr hinterher. Das ist ja auch so ein bisschen das, was man ihm anhängt, dass er quasi mit seinem Tempo eigentlich nicht geeignet ist für die Viererkette. Gleichzeitig brauchst du ihn als Stabilisator mit seiner Kopfballstärke.

Und deswegen ist es schon fast logisch gewesen, wie das zweite Tor dann auch fällt. Und eben auch zeigt, dass du dann noch verwundbarer bist defensiv. Und das kannst du dir eigentlich auch nicht leisten in der Situation. Also ich denke, da werden wir in den nächsten Wochen dann auch adaptiv, Stefan Leitl, sehen, wie er sich auf die Gegner einstellt und wie er dann auch vielleicht im Match reagiert jeweils.

Zumal ja jetzt mit Linus Gechter noch ein Innenverteidiger ausfällt durch die gelb-rote Karte. Und ich weiß ja nicht, aber Viererkette mit Toni Leissner und Marton Dardai in der Innenverteidigung. das wird wild gegen Hannover 96. Tim Hoffmann kam zu seinem Saisondebüt. Vielleicht ist er ja einer, der jetzt in der Länderspielpause so von sich reden machen kann, dass er das Vertrauen erhält.

Agu Rochel ist Stand heute Mittag. Wir nehmen auf, bevor das Transferfenster final schließt, aber Agu Rochel ist auch noch da. Und wenn du ihn da hast, musst du ihn ja auch irgendwie als Option begutachten. Also viele offene Fragen in der Innenverteidigung. Schauen wir mal auf das, was neben dem Platz noch passiert ist und vor allem nach dem Spiel, Sehr interessantes Interview von Benjamin Weber bei den Kollegen von Sky.

Er wurde gefragt, ob Trainer Stefan Leitl noch fest im Sattel sitzt und Weber hat sehr patzig reagiert, irgendwie gesagt, ja, das ist eine respektlose Frage, deswegen werde ich darauf nicht antworten. Wobei Benjamin Weber ja auch schon lange genug bei Herder Bär Systemgeschäft ist und genau weiß, wie das ganze System hier funktioniert.

Und den Rücken gestärkt hat es Trainer Stefan Leitliger sicherlich auch nicht. Er hätte einfach auch sagen können, wir sind nach wie vor voll überzeugt von unserem Trainer und stehen hinter ihm. Aber auch das hat er eben nicht gesagt. Also was war das denn für ein seltsamer Auftritt? Wie ist das zu bewerten?

Also von draußen drauf geschaut, würde ich sagen, will er diese Diskussion gar nicht erst führen. Und deswegen beendet er sie, bevor sie überhaupt aufkommt, weil er natürlich auch weiß, so funktioniert das Geschäft. Er wird bei jeder weiteren Niederlage und bei jedem weiteren Nichtleistung dann immer wieder gefragt werden, wie sieht es diese Woche aus, wie sieht es jetzt aus, nach diesem Auftritt, wie sieht es aus.

Und ich glaube, das wollte er verhindern, indem er quasi die Frage von Anfang an vom Tapet nimmt. Und ob das wirklich die richtige Strategie ist an der Stelle, ist die Frage. Es ist natürlich klar, für einen Sportdirektor, für einen Trainer hilft nur ein Ergebnis. Und der ganzen Mannschaft hilft auch nur noch ein Positiverlebnis.

Du kannst die Diskussion nicht wegnehmen, weil du wirklich das Gefühl hast, Da stimmt es auf so vielen Ebenen gerade nicht in der Mannschaft. Da kann man den Trainer nicht komplett freisprechen. Aber wie ich es schon mal gesagt habe, ich glaube, man fragt sich intern auch einfach, was mit den Spielern als Einzelnen los sind.

Weil ich glaube, es eben nicht mit zwei, drei Umstellungen getan ist und dann spielen die auf einmal frei auf, sondern da scheinen ja wirklich tief in der Mannschaft Probleme bei jedem Einzelnen zu sitzen. Und deswegen, glaube ich, wollte an der Stelle gar nicht erst groß eine Debatte losgetreten sehen. Die wird es natürlich trotzdem geben.

Also das ist ja in diesem Geschäft einfach so. Die Debatte läuft schon längst im Umfeld und man muss sich nur mal Kommentarspalten auf Social Media anschauen. Da gibt es schon die ersten Leitl-Rausforderungen. Wir wissen alle, dass Kommentarspalten auf Social Media auch nicht immer das nächste an der Realität sind.

Aber es gibt ohne Zweifel natürlich Leute, die ihn hinterfragen wollen gerne. Und sicherlich ist es ja auch, was ich so bedenklich finde, er kann es ja auch nicht erklären. Stefan Leitl kann auch nicht erklären, woran das Problem liegt. Und das muss man aber als Trainer natürlich können in so einer Lage, in so einer Krise.

Man muss irgendwie feststellen, was die Probleme sind und was man dagegen tut. Und wenn man das nicht kann, dann wird es natürlich wirklich eng. Und diese Diskussion ist ohne Frage jetzt schon da. Aber ich glaube auch, es macht wirklich keinen Sinn, jetzt schon den Trainer rauszuschmeißen oder zu wechseln.

Du musst irgendwann einfach mal aus diesem Teufelskreis rauskommen, dass du immer wieder einen Trainer nach dem anderen verschleißt. Und jetzt hast du nun mal irgendwann oder jetzt hast du Stefan Leitl eine Transferphase gegeben, eine Vorbereitung, um seine Idee zu implementieren. Jetzt könnte man natürlich wieder argumentieren, welche Idee.

Das ist noch nicht so ersichtlich, aber du musst der Sache einfach verdammt nochmal Zeit geben, auch wenn es... Wirklich, wirklich schwierig ist natürlich in dieser brenzligen Lage, aber wenn du jetzt wieder panisch wirst, einen Wechsel vornimmst und wer es auch auf dem Markt, dann musst du wieder gucken, dass du einen findest, der irgendwie zu dem Prinzip passt, zu den ganzen Spielern, die da sind.

Ich glaube, dass dieser Move jetzt noch wirklich viel, viel mehr Unruhe bringen würde und deswegen einfach ein bisschen Ruhe bewahren, glaube ich. Ja, ich mache jetzt mal die Kommentarspalte. Da gibt es ja durchaus auch Argumente. Also zum einen natürlich die lange Vorbereitung, die es ja war, weil der Kader einfach früh fertig war. Da fragt man sich natürlich schon, was haben die da eigentlich genau gemacht?

Ich meine, sie hatten eine Vorbereitung mit vergleichsweise gut bespielbaren Gegnern. Ich glaube, sie konnten sich eigentlich darauf einrichten, sie werden eine lange Saison spielen mit Spielen, wo sie mehr Ballbesitz haben müssten, wo sie dominant auftreten müssten, wo sie selbst das Spiel gestalten sollen.

Klar aus einer defensiven Stabilität heraus, aber eigentlich mit dem Anspruch, wir haben ja Ballbesitz, wir spielen hier dominant, gerade in den Heimspielen. Und davon ist überhaupt nichts zu sehen. Also man fragt sich, auf was haben sie hingearbeitet in der Vorbereitung. Und das ist natürlich etwas, was dem Trainer dann zufällt, dass man in eine Saison geht und eigentlich dann zum ersten Spieltag auch schon dasteht, wenn man schon mal die Spieler zusammen hat im Vergleich zu den Vorjahren.

Andererseits kann man ihm natürlich zugutehalten, dass der Kader insgesamt vielleicht einfach etwas schief zusammensteht erneut. Also die linke Außenbahn haben wir schon öfter drüber gesprochen, glaube ich, auf verschiedenen Ebenen, dass da eigentlich noch was gemacht werden müsste und dass da gleichzeitig die Ansage gibt, es kommt aber keiner mehr.

Den klassischen Mittelstürmer à la Tabakovic gibt es auch dieses Jahr nicht. David Kovnacki ist mehr so eine hängende Spitze, der sich eben auch die Bälle eigentlich eher abholt. Hat jetzt noch verletzt gefehlt, kommt natürlich noch dazu, aber auch da fehlt quasi der echte Neuner. Also der Kader an sich bietet natürlich auch einfach nicht viel mehr, als Stefan Leitl jetzt gerade zum Arbeiten hat. Also das muss man ihm, glaube ich, noch zugutehalten.

Und trotzdem ist es so, wie du auch gesagt hast, diese Ratlosigkeit. Und das finde ich auch etwas erschreckend. Ich meine, es ist ein erfahrener Trainer, er hat schon viel erlebt in der ersten und zweiten Liga und scheint überhaupt nicht benennen zu können, woran es gerade hakt. Deswegen natürlich auch keine Leistungssteigerung bisher, weil es überhaupt keine Stellschrauben offenbar für ihn bisher gab, die er identifizieren konnte, um da irgendwie etwas Positives zu bewirken.

Und das ist natürlich dramatisch und dann sind wir schon langsam wieder bei der Diskussion, was ist der Impuls, der diese Mannschaft voranbringt und dann kennen wir das Geschäft. Also ich glaube, mit dieser Akkumentationskette ist man doch wieder schnell bei der Personalie gehalten. Aber was diese Personalie eben auch spannend macht, ist, dass sie natürlich eng mit Benjamin Weber als Sportdirektor verknüpft ist. Im letzten Jahr gab es lange Diskussionen, ob Christian Fjell eben auch wegen ausbleibender Ergebnisse nicht vielleicht hätte früher schon gehen müssen.

Er wurde lange an dem Trainer festgehalten, eben auch aus diesem Reflex heraus. Wir wollen nicht vorschnell sein, wir wollen uns das hier entwickeln lassen. Wir glauben, wir kommen in so ein System, in dem dann eben auch Punkte und Siege folgen. Und das ist eben die Frage, ob man sich das nochmal erlauben will.

Dann die nächste immer während der Hertha-Frage, ob man es sich auch leisten kann. Denn Personal, neues Personal vor allem kostet Geld, das nicht da ist. Und auch das ist natürlich immer eine Überlegung an der Stelle, weshalb ich auch nicht glaube, dass wir da zeitnah einen Wechsel auf der Trainerposition sehen werden.

Aber ich glaube, wir haben langsam auch einen schwachen Cheftrainer, jedenfalls je länger die Ergebnisse ausbleiben. Das Thema Geld war auch ein großes. In dieser Transferphase blicken wir nochmal genauer auf den Kader, wie wir ihn jetzt haben. Wie gesagt, wir nehmen auf, ein paar Stunden bevor das Transferfenster schließt.

Also falls Harry Kane heute Abend noch zu Herder BSC wechselt, müsst ihr euch einmal die gedruckte Morgenpost morgen früh am Kiosk kaufen. Ansonsten stehen zu Buche von Benjamin Weber verpflichtet dieses Jahr die Neuzugänge. Sebastian Gröning, Leon Jensen, Niklas Kolbe, Paul Segwit, Maurice Krattenmacher, David Kovnatski und Konstantin Heide.

Auf der Abgangsseite stehen Ibrahim Maser, Florian Niederlechner, Derri Scherhand, Lukas Michel bebringt, Perlay nach Cottbus, Bradley, Ibrahim, Palko Dardai, Kelian, Ensona, Robert, Quasigroch und heute am Deadline, der ganz aktuell Dennis Smarsch geht nach Dänemark. Auch da sehen wir, Ein gewisses Ungleichgewicht, sage ich mal vorsichtig. Aber zumal, wenn man sich die Zugänge anguckt, es sind ja eigentlich wirklich gute Leute.

Und Benjamin Weber hat es am Ende letzter Saison offen gesagt, es ist ein Strategiewechsel, den Hertha jetzt vorgenommen hat. Sie holen etablierte Zweitligaspieler. Natürlich ist auch ein Teil des Problems, dass jemand wie Paul Seguin, der der Wunschspieler von Stefan Leitl ist, verletzt fehlt. Seguin übrigens am Freitag bei Sky gesagt, er will diese Woche wieder ins Aufbautraining einsteigen.

Müssen wir mal schauen, wie schnell und wie schadlos vor allem es dann vorangeht mit ihm. Vielleicht ist das ja eine Perspektive, dass wir ihn dann bald, wenn auch noch nicht im Topspiel in Hannover sicherlich, auch zurücksehen werden. Aber wie bewerten wir diese Transferphase von Benjamin Weber? Also der Kader, das haben ja auch alle Experten, Vorsicht, uns eingeschlossen gesagt, der Kader ist doch eigentlich wirklich einer der Besten der zweiten Liga.

Ja, also wenn man auf die einzelnen Namen blickt, kann man da glaube ich auch einfach schwer widersprechen. Also was du da auf dem Papier hast, eben mit dem Fabio Rehse, Mika, Quisons, eben eigentlich auch Paul Seguin, Diego Demme. Das sind gute Namen, mit denen du, klar, deswegen auch nur das Zielaufstieg ausrufen kannst.

Also das ist, glaube ich, unstrittig. Und was ich vorhin schon mal angesprochen habe, der große Trumpf oder der große Pfand, den man dieses Jahr hatte und auch vor sich her trug, war natürlich, dass man früh fertig war mit dem Kader. Klar, ob jetzt da die Dispallons wirklich ausgemetzt wurden, kann man darüber streiten, aber man hatte vergleichsweise früh Klarheit, wer ist an Bord, wer sind die Stammspieler, wer kann eine Achse bilden.

Und das war auch das, was man, glaube ich, intensiv verfolgt hatte. Man hat ja schon Ende letzten Jahres, Anfang dieses Jahres angefangen mit den Vertragsverlängerungen, mit Transfers, die dann zum Teil auch schon öffentlich wurden. Das ist ja ein Punkt mit den Vertragsverlängerungen. Das ist ja wirklich ein Zeichen, dass Benjamin Weber echt einen guten Job gemacht hat eigentlich an dem Punkt, dass er auch Fabi Rehse vor der Sommerpause schon fix gemacht hat.

Also so arbeitet ein guter Sportdirektor, aber dennoch muss man ihm immer nachhalten. Irgendwann muss auch mal den Zugang wieder voll einschlagen. Und der Einzige, der bisher ansatzweise gezeigt hat, was er wirklich kann, ist Maurice Krattenmacher eigentlich. Der zeigt, wie nachhaltig er das Spiel von Hertha beeinflussen kann.

Sebastian Gröning ist der einzige Torschützer bisher aus dem Spiel heraus. Das ist natürlich auch ein Zugang, aber auch der scheint ja irgendwie noch nicht das volle Vertrauen von Trainer Leitl errungen zu haben. Also viele, viele offene Fragen, auch wenn man so auf diesen Kader blickt. Heute wird noch ein Mann vorgestellt im RRBSC-Kosmos, der sich sicherlich auch mit vielen dieser offenen Fragen beschäftigen wird.

Peter Görlich, der neue Geschäftsführer, Pressekonferenz gleich am Nachmittag, auch nach unserer Aufnahme, deswegen noch keine Einschätzung dazu. Für unsere Einschätzung natürlich heute Abend morgenpost.de oder auch den Immerherter Newsletter, den ich euch empfehlen kann, den werde ich direkt nach der Pressekonferenz für euch dann aufsetzen.

Peter Görlich, was muss er jetzt angreifen? Es gibt ja einen Haufen Baustellen und viele, viele offene Fragen. Wie kann man sowas jetzt angehen als neuer Geschäftsführer an seinem ersten Tag? Ja, ich wollte gerade schon sagen, was soll er eigentlich nicht anpacken? Also wo läuft es eigentlich? Was kann er sich eigentlich erstmal nur angucken?

Also ich glaube, dieser Termin heute, auch diese Vorschläge hat viel mehr Brisanz gewonnen in den vergangenen Wochen durch diese ausbleibenden Leistungen. Also ich glaube, es hätten sich alle gewünscht, dass er da deutlich ruhiger erstmal einscheren kann und den Verein erstmal kennenlernen kann vorhin.

Jetzt ist er, glaube ich, gleich als starker Mann auch tatsächlich gefragt. Ich nehme so wahr, dass viele Fans auch eine gewisse Hoffnung mit ihm verbinden, auch gemeinsam mit Ralf Huschen da den Laden etwas neu aufzuziehen intern, weil da gab es natürlich eine gewisse Vakanz auf der Geschäftsführer-Ebene.

Und wir reden jetzt oft über das Stichwort Professionalität im und um den Verein herum auf vielen Ebenen. Und ich glaube, das ist das, was viele Fans sich auch erwarten, dass er da einfach eine neue Leistungskultur vielleicht etablieren kann, zumindest einen Anspruch daran formuliert und mitbringen kann intern.

Und deswegen glaube ich, klar wird er jetzt nicht direkt erstmal über den neuen Trainer entscheiden in der ersten Amtshandlung. Aber ich glaube schon, sich viele Strukturen genauer angucken müssen intern. Weil, wie gesagt, es läuft einfach auf so vielen Ebenen irgendwie nicht. Ich glaube, das Klima auf der Geschäftsstelle war auch schon mal besser.

Also klar gibt es immer unzufriedene Lager, aber auch das ist natürlich etwas, was du intern handeln musst. Dann haben wir schon so ein bisschen angerissen die Personalie Benjamin Weber. Da gibt es auch für und für. Also Fürsprecher im Verein und vielleicht auch Leute im Verein, die seine Arbeit etwas kritischer betrachten.

Auch damit muss er sich natürlich dann als neuer Geschäftsführer auseinandersetzen. Es wird ja schon rund um den Verein gerüchteweise immer mal wieder der Name Alexander Rosen fallen gelassen. Da kann man, glaube ich, noch nicht sagen, wie konkret da irgendwas ist. Aber interessanterweise wurde ja auch öffentlich, glaube ich, von der Vereinsführung in den vergangenen Monaten und Wochen immer mal wieder das Stichwort des technischen Direktors genannt. Insofern gibt es da vielleicht einfach nochmal neue Personalentwicklungen, auch dann nach Herrn Doktor Görlich.

Insofern hat er einfach einen Blumenstrauß an Themen vor sich. Und wie gesagt, steht einfach viel mehr im Feuer jetzt schon direkt, als das eigentlich sich alle gewünscht hatten. Also er ist auf jeden Fall gleich voll gefordert. Und ja, ich habe natürlich jeden Spaß gemacht zu gucken, was eigentlich seine Dissertation war.

Den Doktortitel trägt er ja mit sich. Er ist Sportwissenschaftler und passenderweise zur Hertha BSC habe ich eine Veröffentlichung von ihm gefunden. Das müsste aus einer Dissertation sein von 2002. Prognose des Therapieerfolgs. Um Gottes Willen. Also ist er der richtige Mann für Hertha, würde ich sagen. Das passt dann wirklich wie die Faust aufs Auge.

Aber es ist ja wirklich die Frage so ein bisschen, wie sehr wird er der starke Mann? Wird er wirklich so ein Anführer, der auch ins operative Geschäft eingreift, der im operativen Geschäft sichtbar ist? Das war Tom Herich ja eher nicht, er war eher zurückhaltender bis auf teils kreative Äußerungen auf Jahreshauptversammlungen, Stichwort Aufstieg ist unabdingbar aber.

Es wurden ja nun mal für diesen Geschäftsführerposten alle großen Namen wirklich auch durchgespielt. Und wenn dann jemand wie Peter Görlich ankommt, stärkt das naturgemäß natürlich auch erstmal nicht seine Position, wenn man sich denkt, jetzt hätte hier auch Oliver Kahn sitzen können. Das ist aber nur Dr. Peter Görlich geworden.

Aber schauen wir mal, wie er sich heute vorstellt. Ralf Fuschen, Fabian Drescher sind auch mit dabei. Wie gesagt, alle Infos zu deren Nummer auf morgenpost.de am Abend. Und ja, schauen wir mal, was es sonst noch so gibt. Pokalauslosung hatten wir gestern Abend, zweite Runde gegen die SV Elversberg. Also ich sage mal vorsichtig, es gab Zeiten, da hätte man sich bei Hertha über ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten gefreut im Pokal.

Ich glaube auch, das war eine sehr zweiteilige Angelegenheit für die Hertha-Fans, dass erstmal Erleichterung und Jubel groß waren. Die war das Heimspiel. Ah, sie kunden die Freude, ja. Und dann kam natürlich der Faustschlag, der Tiefschlag, muss man sagen, mit Elversberg. Ich meine, wir haben noch ein bisschen Zeit bis dahin, vielleicht wird sich noch einiges zurecht ruckeln. Aber klar, wenn man gerade so vorgeführt wurde, muss man ja sagen, und so dominiert wurde von einem Gegner im Heimspiel, dann wird da nicht viel mehr Euphorie ausbrechen.

Ich meine, es wird dann auch ein Spiel unter der Woche am Abend. Jetzt hat man 39.000 Zuschauer. Ich fürchte, wenn es so weitergeht, dann wird auch die Kulisse nochmal unterboden, trotz Pokalspiel. Ich habe ja schon den FC Bayern vor mir gesehen aus dem Lostopf. Aber ich würde auch sagen, fast das Los ist schlimmer.

Also vom Gefühl her ist das nun wirklich hart. Aber gut, hey, wie du sagst, es sind ein paar Wochen Zeit und vielleicht hat sich bis dahin auch das Blatt schon wieder gewendet. Ich hatte auf jeden Fall großen Spaß bei der Auslosung. Das lag an dem Los meines Heimatvereines und der anderen Berliner Mannschaft. Aber das ist ein anderes Thema.

Schauen wir mal, was da noch bei rauskommt. Wir stehen vor der Länderspielpause. Also auch viel Zeit für Peter Görlich. Jetzt erstmal vielleicht mit ein bisschen Ruhe, soweit das in diesem Umfeld möglich ist, die Dinge zu sondieren und in Blick zu nehmen. Am Freitag haben wir ein Testspiel von Hertha BSC gegen Hertha Zehlendorf.

Der eine oder andere Herr Taner fehlt dort natürlich wegen Länderspielreisen. Vielleicht auch für diese Leute ganz gut mal eine Luftveränderung zu sehen. Auch wenn das immer, finde ich, so früh in der Saison hart klingt, aber ist ja so in dieser dramatischen Lage. Und dann geht es nach der Länderspielpause weiter im Topspiel, was natürlich nur ein Topspiel ist, weil es so heißt, in der zweiten Liga am späten Samstagabend auswärts in Hannover.

Vier Spiele, vier Siege, Hannover 96, das unangefochtene Spitzenteam der zweiten Liga bisher. Aber wer weiß, erste Runde haben sie gegen Energie Cottbus verloren. Vielleicht wird das der große Befreiungsschlag. Vielleicht ist Herder Bessie auch jetzt schon in der Lage, unterschätzt zu werden von Gegnern.

Ja, schauen wir mal. Also wenn das genau die beiden Sträume sind, dann die wir uns jetzt klammern. Das sind die kleinen Dinge im Leben. Das sind die kleinen Dinge bei Herder Bessie. Dann wird es, glaube ich, ein schwieriges Spiel. Aber das wissen wir sowieso. Und ja, also es macht wirklich nicht viel Hoffnung. Gerade muss man sagen, wenn man drauf guckt.

Klar, das Testspiel ist vielleicht nochmal gerade für die Offensivabteilung ein bisschen hilfreich. Ich meine, wir kommen ja aus einer ewigen Durststrecke, was erzielte Tore aus dem Spiel, also in der regulären Spielzeit angeht. Und das kann natürlich helfen, wenn man mal das Tor einfach wieder trifft und mal wieder jubeln darf. Man sagt das nicht zu früh, wer weiß.

Auf die Fallhöhe haben wir jetzt aufgebaut, vollkommen richtig. Und ja, gut, in Hannover, da prallen ja wirklich komplett gegensätzliche Formkurven aufeinander. Also da war selten, glaube ich, so viel Favorit und Außenseiter zusammen. Und das ist ja schon auch Teil der bitteren Realität gerade, dass man am fünften Spieltag eigentlich sagen muss, Da spielt dann ein klarer Aufstiegskandidat gegen Hertha und Hertha ist es nicht.

Ja, eigentlich hätte man gedacht so vor der Saison, ey, das ist das Spiel, wo schon die Top-Teams so aufeinandertreffen, vielleicht schon Erster gegen Zweiter oder sowas. Und ja, die Dinge sind wie immer anders gekommen. Wir melden uns zumindest planmäßig erst nach diesem Hannover-Spiel bei euch wieder, dann am gewohnten Montagstermin.

Sollte bei Hertha in der Zwischenzeit die Welt untergehen, werden wir sicherlich das nochmal umschmeißen und uns zwischendurch einmal einschalten. Aber wir wollen mal noch nicht den Teufel an die Wand malen und gehen jetzt erstmal davon aus, dass wir ein paar ruhigere Tage und Wochen, zwei Wochen bei Hertha vor uns haben in dieser Länderspielpause.

Dann wieder mit Paul, unser neues Stamm-Duo. Mit uns beiden geht es jetzt durch die Saison und durch dick und dünn mit Hertha BSC wie immer und ewig. Große Freude, Paul, dass du da bist, dass es jetzt losgeht mit uns hier. Und ja, ich würde sagen, bis in zwei Wochen kommt trotz allem gut durch die Länderspielpause und ja, nach jedem dunklen Tag wartet auch irgendwann wieder das Licht, die Sonne.

In diesem Sinne, macht's gut. Tschüss, bis dahin. Ciao, ciao.

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