Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - C1 Intermediate)· Staffel 1· Folge 73

#73: Spielerisch Sein | Learn German Listening Practice

Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 14 min

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Shownotes

Das Leben spielen so wie Ronaldinho.
Redewendungen & Vokabeln:
• spielerisch sein / etwas spielerisch angehen: etwas mit Leichtigkeit und Spaß machen, nicht zu verkrampft oder ernst
• ein Motivationstief haben / eine Tiefphase: eine Zeit, in der man keine Lust hat und sich schwer motivieren kann
• etwas auf andere Dinge übertragen: eine Idee oder ein Prinzip von einem Bereich nehmen und in einem anderen Bereich anwenden
• eine Blockade lösen: schaffen, dass man wieder weiterkommt, wenn man vorher feststeckte
• der Zeitdruck: das Gefühl, wenig Zeit zu haben und sich beeilen zu müssen
• präsent sein: mit den Gedanken ganz bei der Sache sein, nicht abgelenkt
• ein Anstoß: ein kleiner Impuls, der etwas in Gang bringt
• den Gegner täuschen: dem Gegner etwas anderes vorspielen, als man wirklich vorhat (z. B. beim Fußball)
• der Abwasch: das Geschirrspülen
• etwas in kleine Teile aufteilen: eine große Aufgabe in kleinere, einfachere Schritte zerlegen
• spielerisch sein / etwas spielerisch angehen: etwas mit Leichtigkeit und Spaß machen, nicht zu verkrampft oder ernst
• ein Motivationstief haben / eine Tiefphase: eine Zeit, in der man keine Lust hat und sich schwer motivieren kann
• etwas auf andere Dinge übertragen: eine Idee oder ein Prinzip von einem Bereich nehmen und in einem anderen Bereich anwenden
• eine Blockade lösen: schaffen, dass man wieder weiterkommt, wenn man vorher feststeckte
• der Zeitdruck: das Gefühl, wenig Zeit zu haben und sich beeilen zu müssen
• präsent sein: mit den Gedanken ganz bei der Sache sein, nicht abgelenkt
• ein Anstoß: ein kleiner Impuls, der etwas in Gang bringt
• den Gegner täuschen: dem Gegner etwas anderes vorspielen, als man wirklich vorhat (z. B. beim Fußball)
• der Abwasch: das Geschirrspülen
• etwas in kleine Teile aufteilen: eine große Aufgabe in kleinere, einfachere Schritte zerlegen
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Ben Hallo und herzlich willkommen zurück bei immer wieder Deutsch. Heute geht es um viele verschiedene Dinge, hauptsächlich um spielerisch sein. Was heißt spielerisch sein? Also, man ist spielerisch, wenn man fast wie beim Spiel fast nur aus eigenem Spaß etwas macht. Als Beispiel nehme ich dafür immer gerne einen Fußballer.

Ben Als ich Kind war, war die brasilianische Nationalmannschaft eine wirklich große Inspiration für viele Kinder. Vor allem der Nationalspieler Ronaldinho. Jedes Kind wollte sein wie Ronaldinho. Ich weiß auch noch, ich wollte unbedingt ein Trikot haben, also ein T-Shirt der brasilianischen Mannschaft mit seinem Namen und seiner Nummer.

Ben Und ich fand es immer super, super schön und super inspirierend, sein Fußballspiel zu sehen. Aber es soll gar nicht um Fußball gehen. Worum es eigentlich geht, ist spielerisch sein. Aber ich denke, Ronaldinho zeigt am besten ja dieses Beispiel. Also er ist ein gutes Beispiel dafür, weil er ist natürlich zu dieser Zeit ein Top-Spieler gewesen, ein Weltstar.

Ben Und wenn man ihm zuschaut, sieht es nicht aus, als hätte er Schwierigkeiten. Also es sieht aus wie ein Kinderspiel für ihn. Es ist spielerisch. Er hat Spaß, wenn er Fußball spielt. Es sieht ja fast magisch aus, wenn er den Ball berührt. Und das ganze Konzept, also dieser Gedanke, den kann man sehr, sehr gut auf andere Dinge übertragen.

Ben Vor allem, wenn man sich mit irgendetwas ein bisschen ja fast schon blockiert fühlt, wenn man denkt, man hat irgendwie gerade so eine Tiefphase. Ich weiß, ich rede in letzter Zeit sehr viel darüber. Das liegt daran, dass ich ja ein bisschen so ein kleines Motivationstief hatte in den letzten Wochen. Und dieser Gedanke hat mich wieder dazu gebracht, zu verstehen, wie ich motiviert weitermachen kann.

Ben Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn man etwas gut machen will, dann kann man sich natürlich 100% konzentrieren und sich fragen, was kann ich besser machen und mache ich das alles richtig. Aber meistens ist das nicht der richtige Weg, finde ich. Also ich denke, es hilft, wenn man hauptsächlich darüber nachdenkt, wie kann ich etwas machen und dabei Spaß haben.

Ben Wenn ich etwas mache, was mir Spaß macht, dann steigt meine Motivation und meine Effektivität. Vielleicht dieses Mal wieder als Beispiel das Gitarre-Spielen, also Musik machen. Ich habe Phasen gehabt, in denen ich besser werden wollte im Gitarrenspielen. Und ich habe mich konzentriert auf meine Finger und was machen meine Hände, treffe ich richtig den Takt, also habe ich ein gutes Rhythmusgefühl.

Ben Und meistens, wenn ich aktiv darüber nachdenke, also die ganze Zeit wirklich konzentriert nachdenken muss, dann spiele ich nicht so gut. Weil mein Kopf ein bisschen in einer anderen Welt ist. Also nicht in einer anderen Welt, aber eigentlich muss ich meinen Kopf auf das Spielen konzentrieren. Also wir sagen ja beim Instrument ein Instrument Spielen.

Ben Das Wort Spiel steckt schon in dem Instrument Spielen drin. Das ist wie ein Spiel. Es hilft also nicht, aktiv nachzudenken, sondern man muss in diesem Moment sein. Man muss fühlen und reagieren. Wir sagen zum Beispiel auf Fußball spielen, das ist auch wieder ein gutes Beispiel. Weil, wenn man am Ball ist, wenn man auf dem Fußballfeld steht und man einen Gegner vor sich hat, dann kann man nicht nachdenken.

Ben Man hat nicht diese Zeit zu überlegen, okay, was kann ich jetzt besser machen? Gehe ich links vorbei, gehe ich rechts vorbei. Ah nein, vielleicht mache ich irgendeinen coolen Trick und täusche meinen Gegner. Und nein, nein, nein, das funktioniert nicht. Diese Zeit hat man nicht. Deswegen hilft es einfach, in diesem Moment zu sein und zu spielen.

Ben Und das kann man auch in anderen Dingen haben im Leben. Es ist als Beispiel, wenn man am Computer sitzt und man einen Text schreibt, für die Arbeit vielleicht. Natürlich kann ich diese E-Mail schreiben und lange darüber nachdenken: okay, was schreibe ich, wie formuliere ich diesen Satz, wie kann ich besser klingen.

Ben Ich kann aber auch diese große Aufgabe in kleine Teile aufteilen und mit diesen kleinen Mini-Portionen der Aufgabe spielerisch werden. Zum Beispiel das Tippen an der Tastatur, ja, wenn man einen Text schreibt. Wenn man das richtig gut kann und richtig schnell kann, das ist auch fast ein bisschen wie ein Spiel.

Ben Das ist spaßig. Also das macht Spaß, wenn man das gut kann. Ich habe das auch mal eine ganze Zeit geübt, wirklich mit allen Fingern zu schreiben. Ich glaube, im Englischen sagt man Touch-Typing, diese schnelle Methode, um viele Wörter möglichst schnell zu schreiben. Das ist ein Punkt, an dem man ein bisschen Spiel einbauen kann.

Ben Andere Dinge sind natürlich kreativ sein mit seinen Wörtern. Muss man nicht unbedingt in einer E-Mail an den Chef. Aber ja, man kann zum Beispiel versuchen, wie schnell kann ich diese E-Mail schreiben? Schon wird das Ganze zum Spiel. Okay, ich habe 30 Sekunden, ich muss diese E-Mail fertig machen. Natürlich muss man die E-Mail dann nicht direkt abschicken, aber das sind so kleine Dinge, mit denen man, finde ich, eine Blockade lösen kann.

Ben Es ist auch so beim Musikmachen. Ich sage zum Beispiel, okay, ich habe jetzt zehn Minuten, ich stelle mir einen Timer auf dem Handy und in 10 Minuten versuche ich ein neues Lied zu lernen. Oder vielleicht sogar ein neues Lied zu komponieren. Und alleine dieser Zeitdruck, ähnlich wie bei einem Spiel, ja, fast wie beim Videospiel, das motiviert mich irgendwie aus diesem typischen Denken herauszukommen.

Ben Aber ja, andere Situation. Manchmal, manchmal mag ich es, manchmal mag ich es nicht. Den Abwasch machen, also Teller waschen in der Küche. Ich habe keinen Geschirrspüler leider. Aber ja, ich muss eben per Handarbeit das Geschirr spülen und trocknen. Das ist auch so ein Moment, in dem man, wenn man keine Motivation hat, das Ganze fast schon spielerisch machen kann, indem man ja eine tolle Bewegung macht.

Ben Man versucht so effizient wie möglich die Teller zu stapeln und wieder den Teller perfekt sauber abzuwischen und wieder zu stapeln. Und man entwickelt fast wie einen Tanz, einen Rhythmus, wie bei der Musik. Das hatte ich heute auch, als ich die Wäsche abgenommen habe. Normalerweise nehme ich die Wäsche ab und tue sie in den Korb und dann stelle ich sie erstmal in die Wohnung und dann vergeht wieder Zeit.

Ben Heute habe ich die Wäsche abgenommen und direkt gefaltet. Also ich habe die T-Shirts und die Handtücher und so direkt beim Abnehmen versucht zu falten in eine schöne Form, ohne das T-Shirt hinzulegen. Also ich habe versucht, okay, wie kann ich das machen beim Abnehmen dieses T-Shirt-Falten. Ja, das war auch relativ amüsant.

Ben Also es hat auf jeden Fall diesen langweiligen Prozess etwas besser gemacht. Und ich denke, wenn man Dinge spielerisch angeht, wird man besser. Das ist auch so bei meinem Deutsch-Konversationsunterricht. Wenn ich mit Schülern spreche, wir haben eine Konversation. Natürlich kann ich vorher eine Liste machen mit Fragen und zu einem bestimmten Thema vorher ein paar Dinge vorbereiten.

Ben Aber meistens meistens habe ich das Gefühl, habe ich und der Schüler am meisten Spaß am Unterricht, wenn ich versuche zu interagieren und interessante Fragen zu stellen und wirklich einfach im Gespräch da zu sein. Also präsent zu sein und Spaß zu haben. Als wäre es ein Spiel, als wäre es kein Unterricht, sondern es geht darum, jetzt in diesem Moment Spaß an der Aktivität zu haben.

Ben Und das ist gut. Funktioniert nicht überall. Vielleicht sollte man das nicht in jeder Situation machen. Eine Sache, wo es vielleicht nicht so gut ist, ist beim Autofahren auf der Autobahn, das wäre vielleicht unpraktisch, wenn man immer versucht, Spaß zu haben. Ja, es gibt vielleicht auch andere Situationen, in denen das nicht machbar ist.

Ben Aber nur als kleiner Anstoß, falls ihr irgendwas vor euch habt, was langweilig scheint, versucht doch mal ein bisschen Spiel ins Leben zu bringen. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut.

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