Inside Austria

Südtirol (2/3): Bombenjahre

Samstag, 31. Oktober 2026 · 42 min

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Shownotes

In dieser Podcastreihe nehmen wir die bewegte Geschichte Südtirols ins Auge – und die Frage, warum Rechtspopulisten die "Südtirol-Frage" bis heute für sich vereinnahmen
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kommt Südtirol nicht zur Ruhe. Es wird abermals Italien zugeschlagen, erhält 1947 zwar ein Autonomiestatut, dieses ist vielen deutschsprachigen Südtirolern jedoch nicht weitreichend genug. Außerdem werden die beschlossenen Minderheitengarantieren nur sehr schleppend umgesetzt. Befeuert wird die angespannte Lage dadurch, dass immer mehr Arbeiter aus Süditalien nach Südtirol kommen.
Die Südtiroler Politik versucht, auf dem diplomatischen Weg eine bessere Autonomie herauszuhandeln. Doch einer Gruppe geht das nicht schnell genug. Sie geben sich den Namen BAS – Befreiungsausschuss Südtirol. Und beginnen schon bald mit Sprengstoffanschlägen, um die Weltöffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Und bei denen auch Menschen sterben.

In der zweiten Folge unserer Südtirol-Reihe beschäftigen wir uns mit den sogenannten "Bombenjahren". Damit, ob die Attentate zu einer schnelleren Lösung für die Südtirol-Frage beigetragen haben. Oder erst recht Gräben aufgerissen und das Land gespalten haben.

In dieser Folge zu hören: Christoph Franceschini (Journalist), Hans Heiss (Historiker und Politiker), Brigitte Mazohl (Historikerin), Eva Klotz (Politikerin), Arno Kompatscher (Politiker); Moderation und Skript: Antonia Rauth und Katharina Zingerle; Skript: Hannah Krause; Redigat: Frauke Böger; Produktion: Christoph Neuwirth

Unsere Reihe über Burschenschaften hört ihr hier. (open.spotify.com/episode/4HY1F6XEGUlGGyLgJTKpAP)

Mehr Infos zu unserem Live-Auftritt bei der Buch Wien findet ihr hier. (buchwien.at/programm/live-podcast-inside-austria)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Nach dem Zweiten Weltkrieg verübt eine Gruppe in ganz Südtirol hunderte Sprengstoffanschläge. Sie nennt sich Bass, kurz für Befreiungsausschuss Südturol. Der Bass kämpft gegen die vermeintliche Italienisierung Südtirols. Es waren die Jahre unter Wanderung jedes Jahr, bei einem Zehntausend Italiener mehr in Südtirol und ich habe das Gefühl gehabt wenn wir zu lang warten dann wird es plötzlich in Südtirol eine italienische Mehrheit geben und da können wir zusperren.

In den neunzehnfünfziger und sechziger Jahren fühlen sich viele deutschsprachige Südtironler noch immer diskriminiert. Viele wünschen sich mehr Autonomie manche sogar die Unabhängigkeit von Italien Ein Zurück zu Österreich, auch die Bassmitglieder. Und sie greifen dafür zu drastischen Mitteln. Sie haben angefangen mit Gewalt gegen Sachen ganz bewusst und dann hat sich dich gerade der Gewalt höher gedreht und es ist sehr schnell mit Gewald gegen Menschen geändert.

Bis heute sind die Taten des Bass deshalb umstritten. für die einen sind die Bombenleger aus Südtirol Freiheitskämpfer und Helden Für die anderen, Terroristen und Mörder. Ich bin Katharina Zingerle vom Spiegel Und ich bin Antonia Raut vom Standard. In dieser Reihe von Insat Ostria geht es um Südtirol Eine bis heute politisch besonders umkämpfte Region.

Das ist die zweite Folge dieser Serie. Wenn ihr Folge eins noch nicht gehört habt dann fangt am besten damit an! In dieser Folge beschäftigen wir uns mit den sogenannten Bombenjahren Die Zeit zwischen den späten Fünfziger Jahren bis nineteenhundertundachtzig. Wir sprechen über eine Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hatte so lange Bomben zu legen bis Südtirol unabhängig von Italien und wieder ein Teil Österreichs wird.

Und wir sprechen darüber ob die Explosionen schließlich zur heutigen Autonomie geführt oder neue Gräben aufgerissen haben. Die Beziehungen zwischen Italien & Österreich sind glaube ich so gut wie selten zuvor. Wir werden Anfang September der Achtzige Jahre des Grober de Gasperi zusammen feiern im Iran.

Es wird sich ein großartiges Ereignis werden. Das sagt der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen im März, anlässlich des bevorstehenden Jahreszugs über das Verhältnis zwischen Italien und Österreich. Doch dieses war nicht immer so entspannt – denn der Pariser Vertrag von Netflix von dem Van der Bellens erredet kommt damals gar nicht gut an!

Also das Groberjahrswehrkabel ist eine Annex an die Friedenskonferenz in Paris, wo Österreich und Italien verhandelt haben um meine Lösung für die Südtrol-Frage zu finden. Das ist Christoph Franceschini ein Südtiroler-Investigativ-Journalist. Ihr habt seine Stimme in Folge eins schon mal kurz gehört!

Wir sind da in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stehen geblieben – dabei dass Südtirol abermals Italien zugeschlagen wurde … Und dass viele in Südtiron damit gar nicht glücklich sind…. Immerhin haben die Italienisierung durch die Faschisten und die sogenannte Option der Auswanderung ins Deutsche Reich tiefe Wunden hinterlassen.

In der Abmachung zwischen dem damaligen österreichischen Außenminister Carl Gruber, und dem italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi bezieht Tirol grundsätzlich eine weitgehende Selbstverwaltung zugestanden – aber es gibt ein Problem! Und das ist halt nicht ein Blatt Papier wo alles drinsteht und nix?

Nicht nur der Journalist Christoph Franceskini kommt heute retrospectiv zu diesem Urteil. Erstens waren die Leute ziemlich angefressen, dass sie nicht so österreich zurückgekommen sind. also Situaler war möglich bitter enttäuscht, aus dem Jahr nineteen sechs und vierzig weil sie die Vorstellung hatten auch die Illusion das vielleicht doch dieses Ansinnen zurück zur Österreich zu kommen erfüllt würde.

Hier hört ihr Hans Heiß den Historiker den ihr ebenfalls schon aus der ersten Folge kennt. Er sagt, für viele Südtiroler ist schon die erste Herbeenttäuschung das Südtirol trotz Autonomieversprechen weiter zum italienischen Staat gehört. Ein weiteres Problem ist in vielen Augen dass Trentino und Südtirul zusammengefasst werden als eine Region.

Trentino war natürlich auch ganz früher beim Habsburger Reich aber war immer mehrheitlich Italienisch auch wenn es heute noch sozusagen Habsburg oder Österreich Einschläge gibt. Und mit dieser Lösung waren die Italiener natürlich in der Region in der Mehrzahl. Das ist für viele Deutsch- und Ladini sprachige Südtiroler eine bedrohliche Vorstellung, von einer Minderheit im italienischen Staat auch noch zu einer Mnderheit auf der nächst kleineren Ebene der Region zu werden!

Und auch weitere Autonomieversprechen aus dem Abkommen werden nur schleppend umgesetzt. Wie zum Beispiel das in den Schulenunterricht, in der Muttersprache also auf Deutsch und Ladinisch stattfindet und den öffentlichen Ämtern neben Italienisch auch deutsch gesprochen wird. Diese Umsetzung der Autonomies wurde auch vom Staat Italien ganz bewusst hinausgezögert weil auch damals hat es eine Art Refaschistierung in Italien gegeben.

Laut Christoph Franceschini haben viele Südtiroler damals den Eindruck, dass die Italienisierungspolitik der Faschisten auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs weitergeführt wird. Tatsächlich kommen in dieser Zeit viele Arbeiter aus dem Süden Italiens etwa aus Sizilien nach Südtirul. Sie wollen in der Industrie arbeiten, die in SüdtIRUL unter den Faschen stark ausgebaut wurde!

Es war so, dass in den Neunzenfünfzehn Jahren in Italien eine irrsinnige Landflucht stattgefunden hat und vor allem Menschen aus dem armen Süden, wo es keine Arbeit gab nach Norden gingen aber auch aus der Boebene. Und das sind ganz viele Italiener nach Süddeutsch gekommen und haben hier Arbeit gefunden – in der Industriezone, aber auch als Bauerweiter usw.

Angeblich verfolgt die Regierung in Rom damals eine ... will also den Anteil der italienischsprachigen Bevölkerung in Südtirol auf über die Hälfte bringen. Viele Südtirola haben jedenfalls den Eindruck, dass die zugezogenen Italiener bevorzugt werden – zum Beispiel wenn es um die Vergabe von sogenannten Volkswohnungen geht, also neu gebaute Sozialwohnionen in den Städten.

Die allermeisten davon gehen an italienische sprachige Zuwanderer. Dazu muss man sagen viele dieser Italienern aus dem Süden kommen völlig verarmt in den Norden angeworben vom Staat als Arbeitskräfte. Die Südtiroler fühlen sich dadurch aber benachteiligt, denn auch wenn der Großteil von ihnen von der Landwirtschaft lebt – wer in die Stadt gehen und vielleicht einen anderen Lebensentwurf für sich finden will hat es dadurch sehr schwer!

Viele gehen deshalb gleich ins Ausland nach Deutschland oder Österreich.". Diese Situation ruft Kanonikus Michael Gampa auf den Plan. Ein Kanonicos ist ein katholischer Geistlicher Er ist aber auch Chefredakteur der wichtigen Südtiroler Tageszeitung Dolomiten. In einem Leitartikel formuliert er die sogenannte Todesmarschparole.

dass das staatlich gefördert wird, die Italienisierung Südtirols gleichzeitig immer mehr Südtiroler abwandern. Weil es keine Arbeit gibt nach Deutschland und Österreich oder in Tuandas hin. Und damit sozusagen, dass Südtoller Volk den Tode geweiht ist wenn diese Entwicklung so weitergeht. Journalist Christoph Franceschini ist es wichtig zu betonen – Das was Michael Gampa da behauptet stimmt so natürlich nicht!

Also Es wurde nie gezielt versucht die Südtirola als Ethnie auszurotten Aber Gampers Leitartikel stößt bei einer Menge Südtirole auf großen Zuspruch. Viele von ihnen haben Unterdrückung und Benachteiligung durch Rom erlebt, fühlen sich abgehängt. Der bedeutende Südtiroleaktivist und spätere Politiker Alexander Langer schreibt darüber Die deutschsprachigen Südtiroler hatten zu jener Zeit den Anschluss an die Modernisierung aus vielen Gründen verpasst, an denen allerdings nicht nur Italien schuld war.

Viele Südtirola – insbesondere Jugendliche aus bäuerlichen Familien und kleineren Gewerbebetrieben auf dem Land, die also aus den alten gewerblichen Strukturen kamen – konnten den Zugang zu den verfügbaren Beamtenstellen nicht finden, weil sie teilweise die nötige Schulbildung nicht hatten …. Und man damals auch die Prüfungen in italienisch ablegen musste!

Weil der meiste Unterricht zu dieser Zeit auf Italienisch stattfindet und italienischsprachige in Südtirol in einigen Sektoren am Arbeitsmarkt bevorzugt werden, ist der Frust bei den Süttirolern groß. Was es aber übrigens nicht gibt, ist Feindseligkeit von den zugezogenen italienischen sprachigen Menschen gegen die Südtirola – auch deshalb weil es die Italiener so gar nicht gibt!

Aus dieser Zuwanderung, die aus ganz verschiedenen Regionen gekommen ist, hat es nie eine geschlossene italienische Gemeinschaft in Südtor gegeben. Es hat die Calabresi gegeben, die von Calabi kommen, die Zizilianer, die auch so Vigo kommen, sie aus dem Friaul kommen – es waren so Gruppen! Aber es hat nie wirklich eine geschlossenes Südto- oder italienisch gemeinschaft gegeben.

Das heißt, auch die Reaktion der Italiener war eigentlich erstaunend angst. Aber keine Aktive. Man ist in eine neue Heimat gekommen und musste sie erst recht finden, hat dann diese absurde Situation vorgefunden. Also zum Glück nicht, denn sonst hätte es wahrscheinlich einen Bürgerkrieg gegeben.". Mit der absurden Situation meint Christoph Franceschini den Fust, der sich gegen die Neuankömmlinge aus dem Süden entlädt – und die Bomben, die bald schon hochgehen werden!

Im Jahrertsundhundertsiebenundfünfzig kommt es in der Südtirolpolitik zu einem gravierenden Einschnitt. Silvius Manjago wird neuer Obmann der SVP, der Südtiroler Volkspartei. Also jener Partei die zum Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet wird und die bis heute als ein politisches Sammelbecken für deutsch- und ladinischsprachige Südtirola gilt.

Die neue SVP-Spitze steht für Kompromisslosigkeit – und will für SüdtIROL Landesautonomie. Viele Südtirauler finden das gut und sie wollen nicht länger warten! Am siebzehnten November nineteen hundertsehnundfünfzig also vor ziemlich genau neunundsechzig Jahren Entlädt sich da Unmut. Über dreißigtausend Menschen versammeln sich auf Schloss Siegmundskron bei Bozen, los von Trient, Südtirol vor die Uno, Schluss mit der Scheinautonomie – so lauten die Parolen!

Vor dem weißen Turm des Schlosses spricht Silvius Magniago zu ihnen. Wir wollen nicht eine Regionalautonomies mit der Provinz Trient. Uns steht aufgrund des Pariser Vertrages eine Autonomie für Südtiral alleine zu.". Und ich kann euch heute sagen, dass die Parlamentarier der Volkspartei in nächster Zeit einen Gesetzentwurf einbringen werden.

In welchem das Südtirol erfolgt – die Beseitigung der gemeinsamen Autonomie mit dem Trentino und eine wirkliche Eigengesetzgebung und Verwaltung für Südteroll allein verlangen wird.". Diese Aufnahme von Manjago und viele weitere Gespräche mit Akteuren aus dieser Zeit stammen aus einer Doku-Reihe für Reihe, die Christoph Franceschini im Jahr vier fertiggestellt hat!

Manjago spürt damals, die Stimmung in Südtirol droht zu kippen. Die Nachwirkungen des Krieges, wenig Arbeit und Geld – und die diskriminierende Politik von Rom erzeugen eine explosive Mischung aus Frustration und Wut bei den Menschen, die wenig zu verlieren haben. Silvius Manjagos der neunzehntzig Landeshauptmann Südtiros wird will diese Stimmung politisch einfangen.

Er führt Verhandlungen, will Anträge einbringen und Gesetze verankern. Doch manche glauben nicht mehr an einen diplomatischen Weg. Die Versammlung auf Sigmunds Kron nutzt er, um hunderte Flugblätter zu verteilen. Was darauf steht, darüber spricht schon bald ganz Südtirol. Südtiroler Wache. Das klingt zuerst ein bisschen nach Deutschlander Wache, nach einem Esretorik.

Zeb Kirschbommer war aber schon während des Zweiten Weltkrieges ein Gegner des Nazi-Regimes. Bei unserer Recherche haben wir in vielen Zeitdokumenten gelesen und uns fällt auf wie positiv Kirschbummer wahrgenommen wird. Zeitgenossen bezeichnen ihn als besonnen und schlau. Gerade sauber, ehrlicher Mensch sehr menschlich.

Nach und nach sammelt sich eine Gruppe von Mitstreitern um ihn. Wenige Wochen nach der Flugblattaktion auf Schloss Siegmunds Kron gibt es diese Gruppe dann auch einen Namen – Bass, kurz für Befreiungsausschuss Südtirol. Ich habe kürzlich mit ein paar Leuten zu Hause in Südtirol über den Bass gesprochen.

Bei dem meisten löst er keine großen Gefühle mehr aus. Allerdings hängt der Tirol-patriotische Südtirola Heimatbund immer mal wieder Plakate mit Sepp Kerrschbaumer an Bushaltestellen auf. Im Podcast des Südtiroler-Wochen-Magazins FF aufs Ohr beschwert sich übrigens sein Ohrenkel darüber, dass Herr Spaumer heute politisch von Rechtspopulisten so instrumentalisiert wird.

Den Link packen wir euch in die Show Notes! Am Anfang kann man sich die Truppe um selbst Herr Spaumer eher wie einen Stammtisch vorstellen – ein knappes Dutzend Männer das sich regelmäßig im Gasthaus Schenk in Frankard trifft. Ihre Aktionen sind noch verhältnismäßig harmlos. Sie schreiben Drohbriefe und hissen Südtirol-Flaggen, was zu dieser Zeit verboten ist.

Wir haben gesagt wir machen mal einen so politiker den hinter dem Haus. Sepp Kersparma hisst eine solche Flagge sogar auf der Kirche in Frankardt. Das bringt ihn für zehn Tage hinter Gitter Und macht ihn für viele zum Helden. Die Gruppe wächst schnell Die Männer werben um Verstärkung. Aus zehn werden fünfzig, aus fünfzig hundertfünfzig Mitstreiter und auch in Österreich bilden sich Bassgruppen.

Hier findet die Südtirol Frage vor allem um das Jahr nineteenhundundfünftig große Resonanz. da jährt sich nämlich der Tiroler Freiheitskampf zum Hundertfünftigsten Mal. Die Aufnahme von den Feierlichkeiten dazu stammt aus dem Archiv des Bayerischen Rundfunks. kurz zum historischen Hintergrund Im Jahr eighteenhundert neun hatten der Tiroler Volksheld Andreas Hofer und seine Mitstreiter am Berg-Giesel in Nordtirol gegen die Bayern und Franzosen gekämpft.

Und verloren! Bis heute wird dieser Kampf mit Tirol verklärt, aber das ist eine andere Geschichte. Einer der wichtigsten Köpfe des österreichischen Bas ist jedenfalls Fritz Molden – er wächst in gehobenen bürgerlichen Verhältnissen Nachdem er als jugendlicher Widerstand gegen das NS-Regime leistet, arbeitet der als Diplomat bevor er in die Fußstapfen seines Vaters tritt – der die Zeitung die Presse gegründet hat.

Als ihr zum Bass stößt ist Molden Mitte dreißig und der größte und einflussreichste Verleger Österreichs. Ehrlich gesagt klingt Moldens Leben einfach nur filmreif. Er hatte Verbindungen zu CIA, war mehrfach verheiratet und seine Familie ist voller bekannter Namen wie etwas ein Sohn Ernst-Molden, ein Liedermacher und Schauspieler falls der jemandem was sagt.

Man sieht jedenfalls bei den Bassanhängern in Österreich weder ein anderer viel intellektuellerer und bürgerlicherer Wind als in Südtirol oder wie Molden selbst es sagt Wir waren die Leiter die ihnen äh das denn? die die Nabelschnur zur Welt und nach Wien gegeben haben. Bald unterstützt eine einflussreiche Gruppe rund um Molden den Südtiroler Bass mit ihrer Medienmacht, Beziehungen und seiner Menge Geld.

Und? Mit Sprengstoff! Ein Großteil der Sprengsätze von denen ihr gleich noch hören werdet stammen aus Österreich. Moldens Mitstreiter kommen aus sehr verschiedenen Lagern – da sind einerseits alte Widerstandskämpfer die die Italianisierungspolitik als faschistische Unterdrückung sehen Aber auch Altnazis und Deutsch-Nationale.

Einer von ihnen ist Norbert Burger. Ich kann zur Überzeugung, dass die italienische Politik in Südtirol gestern wie heute auf die Ausrottung der Südtoler Volksgruppe abzielt. Diesen Bewegungen habe ich mich der Widerstandsbewegung angeschlossen. Burger ist zu dieser Zeit Universitätsassistentin Innsbruck.

Er war bekennender Nationalsozialist und Freiwilliger bei der WaffenSS. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Bundesvorsitzender der Studierendenorganisation der FPÖ bzw. ihrer Vorgängerpartei, VDU und findet sein Zuhause in deutsch- nationalen Burschenschaften. Falls euch diese und ihre Verbindungen zum Rechtsextremismus interessieren – unsere Reihe über Burschenschaften verlinken wir in den Shownauts!

Hier rekrutiert Burger jedenfalls zahlreiche Mitglieder für den Bass auch aus Deutschland. Ein Weggefährte sagt später über ihn Weil sie mich nach der Besendigkeit Burgers gefragt haben, also Burger hat sich dann nach Beendigung dieser Mission vor den Masten eingestellt und hat sich mit deutschen Grus verabschiedet.

Burger wird später auch noch die extrem rechte FPÖ zu zahmen. Er gründet die NDP, die in und achtzig nach dem Verbrutzgesetz aufgelöst wird. Seit damals, seit den fünften Jahren gibt es natürlich Verbindungen zur rechtsradikalen, rechtsnationalen Kreisen in Deutschland und Österreich. Der Journalist Christoph Franceskini sagt, rechtsextreme Köpfe gibt das im Bass also von Anfang an!

Doch Ende der fünftiger Jahre sind sie noch in der Minderheit. Da hat Sepp Kärschbaumer die Zügel in der Hand und in einem sind sich die verschiedenen Flügel einig, Südtirol braucht die Selbstbestimmung, muss weg von Italien zurück zu Tirol beziehungsweise Österreich – und dafür muss etwas passieren.".

Dabei verlaufen die diplomatischen Verhandlungen auf politischer Ebene über diese Tirolvrage eigentlich gar nicht so schlecht. Die italienische Regierungstelegation mit dem Außenminister Antonio Senni an der Spitze kam auf dem Klagenfurt der Flugplatz an. Der italienisch Außenminister sprach die Hoffnung aus, Fortschritte bei den Verhandlungen zur Klärung der Südtirol-Frage zu erzielen.

Das ist im Mai有一hundertsechzig. Doch selbst Herrschbaumers Truppe glaubt inzwischen nicht mehr daran. Sie tauschen ihre Flugblätter gegen Sprengsätze. Der Sprendstoff kommt zum großen Teil von den Verbündeten in Österreich Obwohl es zwischen den Südtirolern und den Mitstreitern im Ausland immer wieder Konflikte gibt.

Da geht es um Machtfragen, wie gewalttätig die Gruppe vorgehen soll. Der Plan, den die selbst erklärten Freiheitskämpfer in Südtiroli jetzt angehen, sie wollen mit symbolischen Nadelstichen gegen den italienischen Staat mobil machen – wie Francescini es nennt. Dafür richten Sie sich erst einmal gegen Monomente für das faschistische Italien stehen!

Etwa ein Reiter-Denkmal von Mussolini, das ursprünglich Algenio del Fascismo heißt. Das Genie des Fascismus! Aber auch auf Baustellen sogenannte Volkswohnbauten explodieren schon bald Sprengsätze also in den noch nicht fertigen Wohnanlagen, in die vor allem Italiener aus dem Süden einziehen sollen. Dann hat man sozusagen Attentate auf die Rohbautn dieser Volkswohntbautnen gemacht um die Zuwanderung im wahrsten Sinne des Wortes zu unterbrechen, zu stoppen und zu unterbinden Auf die Roh bauten weil Das oberste Gebot des Baslautes damals, Gewalt nur gegen Objekte.

Keine Menschen dürfen verletzt werden.". Das zweite Ziel ist von Anfang an die Energienfrastruktur – das hat sowohl symbolische als auch strategische Gründe. In den zwanzigern Jahren aber auch dann noch bis in den fünftigern haben unter dem Faschisten die großen italienischen Energiekonzerne Montelison vor allem Ganz große Kraftwerke in Südhol gebaut, sodass ein Fünftel des italienischen Stromes in Südtal gewonnen wurde und auch heute noch gewonnen wird mit Staussehen.

Deshalb sprengt der Bass immer wieder Strommasten. Dem österreichischen Bass gehen diese kleinen Schläge aber nicht weit genug. Schließlich einigen sich die beiden Flügel! Die Nadelstiche reichen nicht aus – es muss etwas Größeres passieren. Es braucht ja etwas das in allen Zeitungen steht und die Welt auf Südtirol aufmerksam macht.

Diese Nacht geht als Feuernacht in die Geschichtsbücher ein Und da haben sich jeder an seine Stelle begeben, die Laudungen angebracht. In der Nacht vom Elften auf den Zwölften Juni, nineteenhundertsechzig sind bis zu einhundert Bassmitglieder in Südtirol an einer einzigen Aktion beteiligt. Es ist nicht irgendeine Nacht sondern es ist Herz Jesu Sonntag Ein wichtiges religiöses Fest in ganz Tirol bei dem Bergfeuer entzündet werden Die vom Tal aus gesehen Symbole wie Kreuze bilden.

Deshalb sind in dieser Nacht viele Menschen unterwegs, so fallen die Männer vom Bass nicht weiter auf. Sie entzünden aber keine Bergfeuer, sondern sie klettern auf Strohmasten und bringen dutzende Sprengladungen an.". Einige Menschen aus der Gegend berichten, sie wären in der Nacht aufgewacht und hätten sich über dumpfe Geräusche in der Ferne gewundert.

Doch der große Schreck kommt erst am Montagmorgen – fast vierzig Meter hohe Masten liegen zersprengte der Landschaft! Natürlich haben wir alle Plätzen ausgesucht, wo unmöglich etwas passiert. Dann kommt ihm jemand. Bei der Planung geben die Bassanhänger laut eigenen Aussagen alles damit niemand verletzt wird.

Doch der Plan geht schief. In der Feuernacht ist ein Mensch gestorben. Zwei Straßenwärter, der eine Sprengladung vom Baum genommen hat am nächsten Tag, die nicht explodiert ist. Er hat sie runtergenommen und die Ladung ist explodierend. Man sieht immer diese Fotos von den umgestürzten Hochspannungsleitungen und Masten, die ja wunderschön ausschauen.

Aber das Foto dieses zerrissenen Menschen sieht man nie.". Und ein weiteres Vorhaben geht nicht auf! Eigentlich wollte der Bass mit der Aktion die Hochöfen in den Stahlwerken zum Erkalten bringen – und auch Städte weiter im Süden vom Strom abschneiden. Die Bootsner Industriezone wird zwar zu Hälfte lahmgelegt und drei E-Werke außer Betrieb gesetzt — die Überlandleitung Richtung Meiland und Venedig bleiben aber heil.

Die Bassmänner und ihr Umfeld feiern die Feuernacht trotzdem als Erfolg. Sie meinen, dass sie die Politiker durch ihre Anschläge dazu gezwungen haben weiter zu verhandeln, Südtirols Autonomie als Priorität zu behandeln. Und wir finden bis heute noch das sie eigentlich diejenigen waren, das erreicht wurde, dass da neu verhandelt geworden ist?

Das ist Brigitte Marzoll, Historikerin und emeritierte Professorin an der Uni Innsbruck – ich kenn' sie schon aus Folge eins! Marzoll benutzt den Begriff Feuernacht übrigens nur in Anführungszeichen, weil der von eher rechten Parteien genutzt wird wie es uns erklärt. Die direkten Folgen der Attentate sind aber für niemanden ein Sieg.

Ein Mann ist tot, Infrastruktur zerstört und die italienische Polizei verhaftet in den Wochen danach weit über hundert Personen – was den gesamten Südtiroler bass! Nur einige wenige schaffen es zu fliehen. Was dann mit dem Verhafteten passiert gilt im Südtiral bis heute als Ungeheuerlichkeit. Man hat sie nicht in das Gedrängnis überstellt, sondern hat sich in den Kabinärenkaserren festgehalten überall im Süddehol und so eine Woche bis zehn Tage lang.

Und da waren Sie sozusagen in einem rechtsfreien Raum und dort sind diese Misshandlungen passiert von einer Spezialtruppe der Kabinäre. Bassmitglieder erzählen von Misshandlungen und Folter. Dann haben sie mich ausgezogen auf einen Tischraff gebunden mit den Händen ja auf den Tisch meinen gebunden. dann sehen sie um mehr herumspazierte, vierfünf Karabinereste Polizisten und die haben da ihre brennenden Zigaretten am Meer ausgebrückt.".

Das erzählt z.B. Sepp Innerhofer ein Gründungsmitgliedesbass Jahre später dem ORF. Zwei Häftlinge sterben sogar mutmaßlich an den Folgen der Folter – ganze drei Jahre sitzen viele von ihnen in Untersuchungshaft bevor ihnen das Prozess gemacht wird. Viele der Bassleute kriegen lange Haftstrafen! Die Folterungen der Karabiniere werden von den italienischen Gerichten dagegen zum Großteil nicht geahndet.

In einem Fall kommt es zwar zum Prozess, weil ein Bezirksrichter eine Gruppe Häftlinge in Neumarkt vernimmt und die so offensichtlich und schwer mishandelt worden sind dass der Richter Anzeige erstattet aber... Elf angeklagte Intrient neun freigesprochen zwei verurteilt aber am nächsten Tag vom Staatspräsidenten amnestiert.

Und das war natürlich nochmal ein Schlag in das Gesicht der Südtiroler und in das Gesicht auch da natürlich Datentätergruppe. Und das war auch eine der Gründe, warum man danach sozusagen diese maximen Menschenleben zu schonen vollkommen fallen gelassen hat.". Für viele Südtirola ist das seine Botschaft – Der Staat ist nicht auf eurer Seite!

Auch Leute die vorher gegen die Anschläge waren stehen plötzlich hinter dem Bass…. …und der wiederum radikalisiert sich durch das Vorgehen des italienischen Staates noch weiter. das bekannt werden der Folterungen dieser Gruppe mehr Sympathieben gebracht haben als die Anschläge selbst. Und noch etwas, einst die Südtiroler.

Die Regierung in Rom zieht nach der Feuernacht Truppen ins Südtirul zusammen. Historiker sprechen von fünfzehntausend Soldaten Es gelten nächtliche Ausgangssperren und die Grenzen werden dicht gemacht. Davon erzählt übrigens auch mein Vater wenn ich mit ihm über diese Zeit spreche. Er sagt dass auch bei uns im Tal plötzlich so viel Polizei und Militär präsent war.

Er empfand das als ziemlich unangenehm. Und einmal hat sogar eine ganze Horde an Soldaten meinen Onkel hinter dem Stall umstellt, sie dachten er hätte was mit den Anschlägen zu tun hatte aber nicht.". Von einer größeren Autonomie ist jetzt erst mal nichts zu spüren – die Südtiroler empfinden den Zustand eher als Besatzung.

Die Einsatzkräfte, die in dieser Zeit den Südtirul zum Einsatz kommen werden zu einer gefürchteten Truppe. Später sind sie es, die bei den Aufständen in Sardinien und Calabrien eingesetzt werden. Die die Studentenproteste in der Italien niederschlagen. Der Friedensaktivist Alexander Lang schreibt darüber.

Sämtliche prominente italienische Militär- und Geheimdienstchefs von denen einige später auch vor Gericht gestanden sind haben in Südtirol gewissermaßen ihren Bewährungsdienst abgeleistet. Hier hören wir, wie in den italienischen Nachrichten darüber berichtet wird. Eines ihrer Ziele haben die Bassköpfe also scheinbar doch erreicht.

Die Feuernacht hat die Welt auf Südtirol aufmerksam gemacht. Doch für die Gruppe selbst sind die Folgen verheerend, fast der ganze Führungskader des Südtirola-Bass ist ausgeschaltet. Ihr Anführer Sepp Kirschbaumer wird zu rund sechzehn Jahren Gefängnis verurteilt, stirbt aber kurz nach Beginn seiner Haftstrafe an einem Herzinfarkt – auch er erzählte von schwerer Volterseiten der Karabinieri.

Norbert Burger, der rechtsextreme Österreicher, der für einen ganz anderen Flügel im Bass steht, flieht nach Deutschland! Von München aus leitet er weitere Aktionen in Südtirol, bis er aus Deutschland ausgewiesen wird. Schließlich muss auch er sich vor Gericht verantworten, wird den Österreich aber von einem geschworenen Gericht freigesprochen – gemeinsam mit fünfzehn weiteren angeklackten Bassanhängern.

Ein italienisches Gericht verteilt ihn in seiner Abwesenheit zu einer lebenslangen Haftstrafe, die er aber nie antreten muss. Was an der Beerdigung ist, dass Hu is Hu de österreichischen Rechtsextremen Szene anwesend. So berichtet es das Dokumentationsarchiv des österreichischem Widerstands. Anders als man jetzt vielleicht denken könnte, ist es mit den Anschlägen aber nicht vorbei!

Es formiert sich eine zweite Generation des Bass die weit aus radikaler vorgeht – dazu kommen wir noch. Erst wollen wir wissen wie wird heute auf die Anschläge des ursprünglichen Bass geblickt? Die Geister scheiden sich hier schon bei der Frage, wie man die Mitglieder eigentlich nennen soll. Freiheitskämpfer, Aktivisten, Attentäter, Terroristen – auch unsere Gesprächspartner haben hier verschiedene Ansichten.

Der Begriff Aktivist ist ein völliger Blödsinn! Da tut man etwas Verniedlichen was passiert ist. Noch schlimmer ist es mit dem Begriff Freiheitskämpfer. Es war keine Kolonialmacht, es war schon ein strenges Regime aber keine Kolonalmacht. Deshalb musste man nicht um die Freiheit kämpfen. Freiheitskämfer ist eine ideologisch gefärbter Begriff der vor allem von diesem rechten Parteien hochgehalten wird.

Terroristen würde ich sagen, ist für mich auch nicht der richtige Begriff vor allem für diese erste Generationen. Für mich war es die richtigen Attentäter. Sie haben Attentate begannen. Die rechten Parteien, die den Bass verklären verkörpert keine so wie die Südtiroler Freiheit. Südtirul übrigens mit Bindestrich geschrieben.

schon im Namen steckt dass man sich eigentlich noch Tirol zugehörig fühlt. also von Terrorismus kann keine Rede sein. Das ist Eva Klotz, eines der Gründungsmitglieder der Partei und über dreißig Jahre lang Abgeordnete im Südtiroler Landtag. Ihr Vater Geo Klotz war führendes Bass-Mitglied. Erzählte zu einem besonders radikalen Lager innerhalb der Gruppe das sich decidiert für Gewalt auch gegen Personen aussprach dabei aber von Kärschbaumers Lager überstimmt wurde.

seine Tochter betont heute dass der Bass eben nie willkürlich Menschen verletzt oder getötet habe Denn wenn es Terrorismus gewesen wäre dann hätte es ein Blutbad nach dem anderen gegeben. Das war nie der Fall, das hat nie einen Blut Bad gegeben.". Georg Klotz und seinem Begleiter Louis Amplatz gelangen nach der Feuernacht übrigens die Flucht nach Österreich.

Sie leben dort im Exil, kehren immer wieder zurück nach Südtirol. Manzehnhundertsechzig wird ein Anschlag vom italienischen Geheimdienst auf die beiden verübt in Südtirol. Mein Vater schwer verletzt, er hat das nur durch unglaubliches Krieg überlebt! Lois Amplatz stirbt, dass Eva Klotz dadurch einen besonderen Blick auf die Gruppe hat ist klar.

Aber auch Arno Kompatscher der aktuelle SVP-Landeshauptmann von Citirol weiß in unserem Gespräch mit ihm darauf hin das Cashbaumer und seine Leute ja keine Menschen verletzten wollten! Das war dann eben auch der verlorengegangene Glaube, dass Verträge eingehalten werden und Ausdruck dieser Verzweiflung dieses Unglaubens und dieses Aufmerksam machen wollen.

Ich glaube das muss man nach verstehen insbesondere die erste Welle.". Ihr seht also – Die ambivalente Haltung zu den Attentaten des Bass ist in Südtirol heute noch bis in die Spitzenpolitik spürbar? Im Zentrum steht immer die Frage Waren es die Bassanschläge, die Südturols heutige Autonomie möglich machten?

Immerhin brachten die Aktivitäten des BAS der Südturl-Frage wirklich internationale Aufmerksamkeit ein. Sogar bei einem der wichtigsten österreichischen Politiker überhaupt, dem Sozialdemokraten und späteren Bundeskanzler Bruno Kreisky. Brigitte Marzoll hat ihn vorhin schon mal kurz erwähnt – er lädt Kirschbaumer und zwei Mitstreiter schon in seine Privatwohnungen in Wien ein.

Zur Verabschiedung soll er ihnen gesagt haben «Wenn ihr was macht, dann macht's gefälligst was ordentliches». Kreiski ist es auch, der die Südtirol-Frage vor die Vereinten Nationen bringt. Die Aufnahme stammt aus dem ORF-Achiv. Im Oktober neunzehntzig erreicht Kreisky dass die UNO in der sogenannten Südtirol-Resolution Österreich und Italien auffordert, eine Lösung für die Südtiralfrage zu finden.

Wichtig war das es Leute gegeben hat – die Kreiske und Saragat, die miteinander reden konnten, dass es Al-Dumoro gegeben hat also offenere Politiker, die bereit waren zum Gespräch, die bereit waren tatsächlich Regelungen umzusetzen und dann wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Im September drei Monate nach der Feuernacht Setzt die italienische Regierung eine Kommission ein?

Es gab eine sogenannte Neunzenerkommission, die dann einen Maßnahmenkatalog verabschiedet hat. Was die Italiener wirklich machen um diese Autonomie vor allem in der Provinz Bootsen durchzusetzen. In Südtirol gibt es politisch also im Laufe der neunzehn- sechziger Jahre eine Entwicklung Richtung mehr Autonomie.

Sprengsätze gehen trotzdem weiter hoch und dutzende Menschen sterben bei den Anschlägen, denn während fast die ganze Bassführung aus der Gruppe um Sepp Kerrschbaumer in Haft sitzt, verschreibt sich eine neue Generation der Sache des Basses – und die Organisation verändert sich stark! Nach wie vor sind in den folgenden Jahren auch junge Südtiroler aktiv.

Die Oberhand gewinnen jetzt aber verschiedene rechtsextreme Kräfte aus Österreich und Deutschland. Ja, in dieser zweiten Phase wie gesagt dadurch dass die Autochtones Süddealer Gruppe hinter Gittern war haben sie immer mehr radikale Elemente Deutsche Burschenschaft an Neonazis breit gemacht Und? Die Gruppe wird in diesen Jahren auch stark unterwandert.

Immer wieder schleusen sich Agenten des italienischen Geheimdienst ein Unter anderem um die andauernde Präsenz von Polizei- und Militär zu legitimieren Hausdurchsuchungen und andere Schikanen inklusive. Dabei halten sich die Agenten und Militärs mitunter auch nicht an geltende Regeln. Sytol wurde zu einer Trainingshalle der Geheimdienste, die italienischen Geheimlisten konnten damals in einer realen Situation alle Unorthodoxentaktiken testen, Agenten einschleusen, Attentate fingieren, fingierte Gruppenbilden usw.

Und da ist es dann sehr unübersichtlich geworden wo also ganz viele mitgemischt haben. Selbst ehemalige Söldner aus dem Algerienkrieg sind hier in dieser Zeit unterwegs, aber das ist auch eine eigene Geschichte. Die verbliebenen Bassmitglieder und ihre Unterstützer gehen jedenfalls weiter aus Brutaler vor als ihre Vorgänger.

Irgendwann werden sogar gezielt Menschen attackiert – und getötet! Gruppenmaß Österreich und aus Deutschland, die dann gezielt gegen Polizeikräfte geschossen haben, sind Polizeibeamte zu dohlig gekommen. Also hier ist sozusagen diese zunächst symbolisch eine Tatwelle umgeschlagen in Terror.". Die Bilanz ist eine Blutige In den insgesamt zweiunddreißig Bombenjahren werden dreihundertsechzig Anschläge in Südtirol verübt.

Die Aktivitäten, die direkt dem Bass und seiner zweiten Generation zugeschrieben werden, enten aber nineteenhundertneinundsechszig. In den neunzehnachtziger Jahren übernehmen endgültig andere Gruppen wie etwa die Gruppe Eintirol – und hier wird es kompliziert! Das ist das sogenannte Terrorgruppe Eintirol was ganz eine andere Geschichte war denn das waren Attentate, die zum Großteil von bezahlten Kriminellen durchgeführt worden sind im Auftrag italienischer Behörden auch des italienischen Geheimdienstes um sozusagen die ethnische Spannung in Südel hochzuhalten und dem Wahlsieg der Neofaschisten zu unterstützen.

Rückhalt bei den Südtirolern gibt es hier kaum noch. Je länger und je blutiger die Attentatte wurden und je weiter die politische Verhandlungen fortgeschritten sind desto weniger Unterstützung hatten sie in der Bevölkerung. Diese schleichende Infiltration des Bass machen sich heute manche Rechtspopulisten zu Nutze.

Sie erzählen die Geschichte heute gerne so, dass der echte Bass unter Sepp Herrschbaumer und seinen Anhängern nur idealistisch und korrekt gehandelt habe – die verurteilswerte Gewalt sei allein von italienischen Geheimdiensten beauftragten V-Männern und in verdeckten Operationen verübt worden.". Ganz so stimmt das aber laut Christoph Franceskini nicht.

Der Großteil der Attentate haben die Südroller gemacht, die österreichischen Nazis gemacht, haben die deutschen Purschenschaften gemacht. Wo auch Dote zu beklagen sind.". Während weiter Sprengsätze in die Luft gehen einigt sich die Politik – am Ende wohl eher trotz und nicht wegen der späteren Attentathe.

Aus den Regelungen der Neunzehner Kommission, von der wir ja schon gehört haben wird im Jahr neunzehnundsechzig das sogenannte Paket geschnürt Und aus diesem Paket wiederum wird das zweite Autonomiestatut für Citirol. Das sagt Hans Heiß. Diesmal wird anders vorgegangen und klar vor geplant, wann welche der hundertseinunddreißig Maßnahmen konkret umgesetzt werden.

Das dauert dann noch weitere zwei Jahrzehnte bis nineteenhundertzweiundneunzig – doch es passiert! Und da beenden Österreichs und Italien ihre Auseinandersetzung hochoffiziell.". Für die Deutsch- und Ladinischsprachigen Südtiroler hat das zweite Autonomiestatut die Situation deutlich verbessert. Die Einigung gilt als Vorreiter in Sachen Minderheitenrechte.

Der Bass hat sein eigentliches Ziel übrigens nie erreicht, Südtirol ist weder unabhängig von Italien noch Teil von Österreich. Also Sie haben nicht das Ziel erreicht, dass sie wollten. Sie haben zwar im Autonomieprozess etwas beschleunigt aber sie haben nicht dieses Ziel erreicht.". Für manche ist der Traum vom Los von Rom aber bis heute nicht vorbei.

Darüber sprechen wir dann in der nächsten Folge von Inside Austria. Da wollen wir auch wissen warum die Autonomies Südtirols heute als Vorbild gilt für die Lösung von Konflikten von Tibet bis in die Ukraine. Wir fragen, ob der Rechtsruck das friedliche Miteinander gefährdet und wie Rechtspopulisten die Südtirol-Frage weiterhin für ihre Zwecke nutzen – und zwar auch in Österreich und Deutschland.

Wenn ihr ins Altostria schon immer mal live erleben wolltet, dann habt ihr bei der Buch Wien die Chance dazu! Am Donnerstag, den XXV November, von siebzehn bis achtzehn Uhr auf der Standardbühne. Wir sprechen dort mit der Autorin und Kabarettistin Irina alias toxische Pommes über die komischen und weniger komischen Seiten von Österreich.

Infos dazu findet ihr in den Shownotes. Insight Austria hört dir überall, wo es Podcast gibt auf der Standard-AT... ...und auf spiegel.de. Wenn euch unser Podcast gefällt folgt uns doch gerne und lasst uns ein paar Sterne da! Feedback, Kritik oder Vorschläge zum Podcast wie immer gern an insiteostria at spiegl.de Oder an podcastat der standard.at.

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Alle Links und Infos stehen wir immer auch in den Showlots zur Folge. Danke euch fürs Zuhören, danke allen die hinter den Kulissen an diesen Podcast mitwirken! Das waren diesmal Hannah Krause, Frauke Böger, Emily Meltzer, Annika Schulz, Chris Häuser, Adrian Zacharié, Sonja Maas, Olaf Häuser und Christoph Neuwirt.

Ich bin Katharina Zingerle ich bin Antonia Raut. wir sagen dies mal wieder viel Denk und Baba!

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