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Shownotes
Postmigrantische Selbstverständlichkeit: Warum Migration keine Ausnahme mehr ist
Die Schweiz schmückt sich mit vier Landessprachen, feiert ihre Neutralität und tut so, als sei Migration eine Ausnahmesituation. In dieser Folge von keshmesh holen wir uns Artan Islamaj (Co-Direktor, Institut Neue Schweiz INES) an den Tisch — und stellen die Grundfrage neu: Was, wenn die "Neue Schweiz" längst die normale Schweiz ist? Laut BFS haben rund 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei einem weiter gefassten Begriff über 50%. Postmigration heisst: Migration ist kein Sonderfall und kein Defizit mehr.
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In dieser Folge erfährst du:
• Die "Neue Schweiz" existiert schon: Laut BFS haben ca. 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei weiter gefasstem Begriff über 50%. Die Integrationslogik ("hier das Volk, da kommen Leute rein") bricht zusammen, sobald man hinschaut, wer in der Schweiz lebt, arbeitet und liebt.
• Der Name als Filter: Artan besteht darauf, dass seine Schüler:innen ihn korrekt beim Nachnamen nennen — "wenn ich sehe, dass du dich entfernen möchtest, kann ich dich einordnen, so wie du mich einordnest, indem ich meinen Namen sage."
• Postmigrantische Selbstverständlichkeit — der Kernsatz: "Ich muss nicht dankbar sein, dass ich hier geboren bin." Die erste Generation ist mit Überleben beschäftigt, die zweite kann fordern.
• "Einer der Guten": Warum dieser vermeintlich nette Satz laut Artan "per se rassistisch und diskriminierend" ist — und wie erkaufter Status (z.B. im Militär) trotzdem Sicherheit geben kann, ohne dass er sich richtig anfühlt.
• Weisser Feminismus und die Kopftuchdebatte: Warum kopftuchtragende Frauen an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen — gegen Rassismus und für die Stärke der Frau in ihrer eigenen Community — und dabei oft übersehen werden.
• "Zwei Bücher über Rassismus reichen nicht": Kambez darüber, warum gelesenes Wissen keine gelebte Erfahrung ersetzt — und was das für pädagogische Arbeit mit migrantischen Jugendlichen bedeutet.
• Neutralität gibt es nicht: Ahmed mit 14, eine Schularbeit über das Judentum "aus neutraler Perspektive" — seine Lehrerin: "Du kannst nicht neutral sein, mit deinem Hintergrund."
🔗 Links & Ressourcen:
• Institut Neue Schweiz (INES) — Artans Organisation: institutneueschweiz.ch
• Swiss Dream — das neue INES-Projekt (Open Call, bis 6.9.: institutneueschweiz.ch/De/Blog/484/Open_Call_s…)
• Zum Thema Rassismus und Zugehörigkeit: hört auch unsere Folge 11 ("Arabischer Fremdkörper")
🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team:
• Aaron Graf
• Chris Rohner (juhuni Design)
• Sarah Blaser
• David Fürst
• Alex Schär (Sound)
💬 Diskutiert mit uns: Verstehst du dich als Schweizer:in — und wann hat sich das (nicht) selbstverständlich angefühlt? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify.
Peace & Liebe, Ahmed & Kambez
Intro
Die Neue Schweiz existiert schon
Swiss Dream statt American Dream
Albanisch als fünfte Landessprache
Der Name als Filter
Scham und die Namen der Väter
Postmigrantische Selbstverständlichkeit
Der Migra-Hustle
Einbürgerung als Viehschau
Der Doppeladler in der Maturarbeit
Klassenreise nach Kosovo
Sind wir weiss oder nicht
In Uniform am Bahnhof
Der Muslimbruderschafts-Vorwurf
«Einer der Guten»
Die SRF-Doku zur Manosphere
Die Spirale des Rassismus
Weisser Feminismus und Kopftuch
Die WC-Anekdote
Rassismus im Lehrerzimmer
«Zwei Bücher reichen nicht»
Systemkritik und Eigenverantwortung
Neutralität gibt es nicht
Verstehst du dich als Schweizer?
Das Buch «Sticky Violences»