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Lass die Sau raus!· Folge 114

#112 🐻Wiedersehen bei den Bären mit Sigrid Zederbauer

Montag, 2. November 2026 · 1 h 03

MP3

Shownotes

In dieser Folge von „Lass die Sau raus“ lassen wir ausnahmsweise nicht die Sau, sondern die Bären raus! Wir sind zum zweiten Mal zu Gast im Bärenwald Arbesbach und treffen dort wieder Sigrid Zederbauer. Drei Jahre nach unserem ersten Besuch wollen wir wissen: Was hat sich getan?
Und da gibt es einiges zu erzählen! Die große Baustelle ist abgeschlossen, drei neue Bären haben ein Zuhause gefunden und die Privathaltung von Bären in Slowenien konnte damit fast beendet werden. Wir erfahren, was es mit den Neuzugängen Felix, Mizi und Dunbar auf sich hat und warum gerade Dunbars Geschichte besonders berührt. Seine Vergangenheit in Aserbaidschan war geprägt von schwersten Misshandlungen. Heute lernt er langsam, Vertrauen zu fassen und ein Leben ohne Angst kennenzulernen. Dass er inzwischen sogar auf einer grünen Wiese Gras frisst, ist ein besonders schöner Erfolg.
Wir sprechen über die bewegende Geschichte von Brumka, die als eine der ersten Bärinnen den Grundstein für die Arbeit von VIER PFOTEN im Bereich der Bärenrettung gelegt hat. Außerdem geht es um die schwierigen internationalen Rettungsaktionen, bürokratische Hürden und die Frage, warum es manchmal mehr braucht als eine unterschriebene Petition, um Tierleid tatsächlich zu beenden.
Ein weiteres Thema liegt Sigrid besonders am Herzen: Wie können wir die Sympathie, die Bären entgegengebracht wird, nutzen, um auch das Bewusstsein für andere Tiere und deren Lebensbedingungen zu schärfen? Denn Tierschutz sollte nicht am Gehegezaun enden. Auch unser eigenes Konsumverhalten und insbesondere unsere Ernährung spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Eine Folge voller beeindruckender Einblicke, bewegender Tiergeschichten, interessanter Fakten und der Erkenntnis, dass Veränderungen manchmal einen sehr langen Atem brauchen – aber sich Hartnäckigkeit lohnt!

Bärenwald Arbesbach:
baerenwald.at

Playlist:

Sigrid:
Keith Jarrett, The Köln Concert
open.spotify.com/intl-de/track/0T4KV1pj8as2xvd…

Andi:
The Royal Philharmonic Concert Orchestra, Raumschiff Enterprise
open.spotify.com/intl-de/track/0azM85ElIQnRMIn…

Credit des Titelsongs:
The Green Orbs - Dancing on Green Grass

Soundeffekte:
Pixabay

Fotocredit Titelfoto: Jan Engelhardt

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Sigrid Also man kann sich das immer noch auf YouTube auch anschauen, man braucht nur googeln, Bär Aserbaidschan oder so, es sind unglaubliche Videos, die man da sieht. Und auch wir erst haben es uns vor kurzem wieder angeschaut, diese Videos, weil wir waren so ungeduldig auch schon mit seinem, die Fortschritte sind so langsam gekommen bei ihm.

Sigrid Und als wir uns das wieder einmal selber vor Augen geführt haben, was dieser Bär hinter sich hat, weil man kann sich vorstellen, der hat nie erfahren, dass ihm der Mensch nichts tut. Also der ist immer sofort auf Abwehrhaltung, sofort und da hat man auch den Eindruck, da lässt er nichts anbrennen. Also der hat um sich geschlagen und auch akustisch seine Schmerzen, das war hörbar, also war das ein Abwehrverhalten, war das ein Schmerzzeichen, also wir haben noch nie einen Bären so jammern gehört.

Sigrid Und jetzt nach knapp über einem Jahr merken wir täglich große Fortschritte und das ist jetzt unglaublich schön. Also er ist jetzt auf der grünen Wiese gewesen und hat Gras gefressen wie eine Kuh.

Elisabeth In diesem Podcast geht es um tierisch interessante Persönlichkeiten,

Andi Aber auch um Menschen, die Schönheit der Natur und ein kleines Paradies namens Hof Sonnenweide.

Elisabeth Wir berichten über unsere Erlebnisse am Lebenshof, plaudern über Themen, die uns gerade bewegen und laden spannende Menschen zum Gespräch. Herzlich willkommen bei Lass die Sau raus, dem Podcast vom Lebenshof Sonnenweide mit Elisabeth und Andreas Nussbaumer. Wir lassen heute wieder die Sau raus und euch bei der Hoftier rein, wobei es stimmt nicht so ganz. Wir lassen nämlich heute zum zweiten Mal in der Ära vom Podcast Lass die Sau raus die Bären raus.

Elisabeth Wir freuen uns sehr, dass wir heute zu Gast sein dürfen, zum zweiten Mal im Bärenwald Arbesbach. Und begrüßen die Sigrid Zederbauer. Servus Sigrid.

Sigrid Hallo, schön, dass ihr wieder da seid.

Elisabeth Servus Elisabeth, bis dato.

Andi Hallo. Ja, vielleicht so ein kurzer Zeitsprung. Wir waren ziemlich genau vor drei Jahren schon mal da. Als wir mit unserem Podcast gestartet haben, war Bernwald Abesbach einer unserer ersten Wunsch-Interviewpartner. Also Bernwald, du mit dem Bernwald Abesbach, einer unserer ersten Wunsch-Podcast-Kandidaten.

Andi Zwischendurch, ziemlich genau in der Mitte, war ich mit dem Esel einmal kurz zu Besuch, wie ich meine Wanderung gemacht habe mit Igor. Und ja, jetzt sind wir wieder da und warten auf Updates.

Elisabeth Also wer vorher noch die erste Folge hören möchte, es ist die Folge Nummer 12 mit der Sigrid Sederbauer, lass die Birn, los oder raus.

Andi Macht Sinn, sie vorher noch einmal zu hören. Wir werden uns nicht mehr mehr mit den grundlegenden Sachen beschäftigen, was Arbeitsbach ist und macht, sondern auch mit den Updates, was hat sich getan.

Elisabeth Also wie sagt man, Spoiler Alert, sehr, sehr, sehr viele super spannende, interessante Zahlen, Daten, Fakten zum Thema Bären. Du musst es wirklich unbedingt hören. Da sind echt einige Dinge dabei, obwohl wir uns intensiv vorbereitet haben und sehr tief recherchiert haben, aber die sichert uns damals sehr viele spannende Dinge erzählt

Andi Über das Leben und

Elisabeth Wirken probieren. Achso, es ist ja noch jemand da.

Andi Also, was hat sich getan? Ja, also vor drei Jahren damals habe ich euch,

Sigrid Glaube ich, berichtet, dass wir gerade erst wenige Tage vorher begonnen haben mit unserer Baustelle. Und jetzt, drei Jahre später, wo ich euch wieder durchführe.

Andi Merke ich, ja, es ist eh viel weitergegangen.

Sigrid Und das ist auch für mich eine schöne Gelegenheit, das dann selbst auch wieder anzuerkennen. Weil gefühlt ist noch immer nicht alles ganz fertig und man denkt sich, warum so eine Baustelle so ewig lang dauern kann. Und dass da irgendwie auch jetzt quasi manches ist schon wieder so gut eingewachsen. Es kommt einem auch schon wieder so lang her vor. Und es war natürlich eine sehr anstrengende Zeit, weil der Betrieb muss weiterlaufen und die Bären können weiter versorgt und die kann man halt nicht so einfach von einem Gehege ins nächste verfrachten.

Sigrid Also ja, es war, glaube ich, für alle Beteiligten relativ anstrengend. Wir sind froh, dass wir jetzt keinen Baustellenlärm mehr da haben. Und wir haben auch drei neue Bären übernommen. Das ist zum Glück auch gelungen. Wir konnten damit die Privathaltung von Bären in Slowenien fast beenden. Es gibt noch einen Härtefall, den Tim.

Sigrid Da kann man auch immer noch die aktuelle Kampagne unterschreiben. Leider scheint der Besitzer seit kurzem die Betriebsstättengenehmigung und Zubewilligung bekommen zu haben. Also der Tim lebt jetzt dort nicht mehr illegal. Aber wir hoffen trotzdem, dass da auch noch ein Umdenken stattfinden kann. Wir haben für ihn ein Gehege reserviert und halten das auch noch für ihn vor.

Sigrid Und selbst wenn es später mal gelingt und da schon ein anderer Bier eingezogen sein wird, werden wir für den Team sicher immer Platz haben. Ja, und unser Bärenbestand hat sich ein bisschen verändert. Unsere Grand Dame, die Brumka, lebt nicht mehr. Die hat ein sehr langes und eigentlich ein gutes Leben bis kurz vor dem Tod geführt.

Andi Die war aus einem Privathaushalt in der Nähe von Baden,

Sigrid Oder? Genau, die war wirklich ein privates Haustier, wie man es sich nicht vorstellen hat können, dass sowas in Österreich erlaubt ist. Und man kann, glaube ich, auch sagen, mit dem Tod von der Brumka ist auch irgendwie fast eine Ära zu Ende gegangen, weil die Brumka war ein bisschen auch so eine Gründerbärin für vier Pfoten. Also es gab konkret drei Bären in Österreich, die relativ bekannt waren.

Sigrid Wo viele Behörden auch, Privatpersonen gesagt haben, das gibt es nicht, da muss uns was gelingen. Quasi euch, ihr vier Pfoten, könnt ihr da nicht was machen. Und das war dann halt diese drei Bären konkret, da hat vier Pfoten auch gesagt, da können wir nicht mehr länger wegschauen. Und zum Glück war man da mal zu mutig und hat gesagt, okay, dann bauen halt jetzt wir was.

Sigrid Weil davor war vier Pfoten halt eine Tierschutzorganisation, die Kampagnen und Projekte vorangetrieben hat. Aber das soll jetzt auch nicht abwertend sein. Wir waren eine Büroorganisation. Das heißt, wir hatten einen Bürostandort und ein paar Mitarbeitende. Und das Risiko war damals vielleicht ein bisschen überschaubarer, weil man hat halt nicht eine Verpflichtung auf Jahrzehnte eingegangen mit einem neuen Standort, mit einer Sieben-Tage-Versorgung und bei Sommersturm und allen Erschwernissen.

Andi Also Tierhalter zu sein,

Sigrid Brauche ich euch am allerwenigsten erzählen, hat eine eigene Dimension der Verantwortung. Und ja, wie wäre das, ich frage mich oft, wie wäre das gewesen, hätte es Brunker, Vinzenz und Lise nicht gegeben? Und das für Putten damals Ja gesagt hat, hat dazu beigetragen, dass wir jetzt neun Schutzzentren weltweit betreiben und auch nicht nur Bären, sondern auch Großkatzen und natürlich auch in anderen Projekten wie Hilfe für Streunertiere und so weiter engagiert sind.

Sigrid Also ja, für Puten ist damit jetzt auch Tierhalter und hat die volleres, also Full Fletch of Responsibility, 24 Stunden Erreichbarkeit und all diese, Härten und Schönheiten der Tierhaltung mit der Brumka mitgeerbt.

Andi Das wusste ich auch nicht. Das ist ein ganz neuer Aspekt des Ganzen, dass das so begonnen hat. Das heißt, du bist wirklich auch von Anfang an dabei gewesen,

Sigrid Oder? Nicht ganz, nein.

Andi Ich bin zwei Jahre später eingestiegen.

Sigrid Ja, ja. Und jetzt kann man sagen, die Brumka gibt es nicht mehr und man hätte ja auch sagen können, gut über zwei Jahrzehnte hat man hier kampanisiert und manchmal ist man ja ein bisschen so auch frustriert in seinem Arbeitsalltag und denkt sich, es geht nichts weiter. Aber dann merken wir schon, in Österreich haben wir keinen Auftrag mehr.

Sigrid Also da gibt es Zirkusbärenhaltung. Ich glaube, wenn das je wieder, wer sich überlegen würde, machen wir halt wieder, machen wir eine Ausnahme oder so. Ich glaube, dass es wirklich, diese Themen sind gegessen. Ich glaube, das wäre nicht mehr so einfach. In Deutschland ist Zirkusbärenhaltung noch erlaubt. Wirklich?

Sigrid Auch am Auslaufen.

Elisabeth Gibt es Zirkusbären in Deutschland?

Sigrid Zirkusbären meines Wissens nicht, aber es gibt Großkatzen in einem Zirkus, der noch aktiv ist. Der darf nicht mehr in allen Kommunen auftreten. Zirkuskrone? Genau, da verhindern eher dann die Kommunen, dass die dort noch Plätze verpachtet bekommen. Aber in Hamburg zum Beispiel gab es vor kurzem wieder einen Auftritt.

Sigrid Also ja, es ist viel weiter gegangen, das kann man schon sagen und es ist aber nicht weit über unsere Landesgrenzen hinaus immer noch auch viel zu tun. Also dass unsere Gehege mal leer stehen, das wird noch immer länger nicht der Fall sein. Wir merken aber auch, dass manche Haltungen, also da beißt man sich die Zähne aus bis dort.

Sigrid Und es ist dann halt auch mit den grenzüberschreitenden Transporten oft schwieriger. Die Länderbestimmungen sind sehr unterschiedlich. Manchmal liegt es auch an den handelnden Akteurinnen und Akteur, ob die sagen, ich bewillige das jetzt, ich riskiere das jetzt, ich traue mir zu, dass der Grenzübertritt.

Sigrid Dass diese Form der Impfung und dieser Nachweis eines Tolbutiters zum Beispiel, dass das sicher genug ist. Und ja, wir haben jetzt Bären auch aus dem EU-Ausland übernommen und da ist es umso schwieriger, da vergeht oft viel Zeit. Also da brauchen wir fast einen noch längeren Atem.

Andi Könnte man vorstellen, dass es gerade mit dem benachbarten Ausland auch so ist, dass man dann sagt, was geht das die Österreicher an? Oder ist das eher weniger Thema?

Sigrid Das ist eigentlich, das ist eine ganz interessante Frage. Nein, ich habe den Eindruck, da ist unsere Community immer, die stehen da immer hinter uns, egal woher die Bären kommen, die gehören dort raus aus diesen Käfigen. Und umso besser, wenn man eine nachhaltige, langfristige Lösung finden kann. Also unsere Kraft reicht halt manchmal ins Ausland nicht so schnell, um zu sagen, wir bringen dort eine Gesetzgebung auf den Weg, damit keine weitere Generation an Bären in diesen Käfigen landen muss.

Sigrid Da haben wir uns in Österreich sicher leichter getan. Oder auch in Deutschland oder anderen Ländern, wo wir operieren. In Aserbaidschan, natürlich bis wir dort verlässliche Netzwerkpartner und so gefunden haben, bis wir das System dort durchschauen, das dauert viel länger und ist ein viel größerer Aufwand.

Andi Aber jetzt zum Beispiel, wenn wir nach Krummer schauen, haben wir kurz vorher gesprochen, da gibt es ja nach wie vor Bären im Burggraben. Also ich war vorgesehen im Sommer dort, war komplett geflasht. Also ich habe runtergeschaut im Burggraben und habe mir gedacht, da hätte man früher sicher Bären gehalten und sicher da auf einmal spaziert da was bei mir vorbei.

Andi Wird es doch auch Sinn machen, wenn die Öffentlichkeit mehr Druck macht?

Sigrid Unbedingt. Also wir haben uns vorher gerade über Krummer kurz unterhalten. Und ich bin da jetzt fast schon zu sagen, diese bösen Halter, die das verantworten, das finde ich jetzt fast schon... Eine zu wenig Anforderung, aber ich bin eher enttäuscht von der Bevölkerung, von den Gästen, das internationales Publikum zuhauf, es ist Weltkulturerbe dort und dass, die Menschen, die das sehen, nicht viel lauter und viel unangenehmer werden.

Sigrid Also die würden vielleicht, wenn man dort eine Petition zum Unterschreiben zur Verfügung stellt und ja, das ist passiert mit Hummer, dann geben sie dir da deine Stimme. Aber dass die per Mail, per Anruf bei den Behörden dort unangenehm werden, das ist vielen Menschen zu aufwendig. Also da verraucht ihre Empörung über diesen tierischen Missstand auf der Heimfahrt schon so sehr.

Sigrid Also wenn wir da unsere Gäste bitten, bitte werdet dort aktiv und schlagt dort auf und werdet laut. Da ist ein geringer Bruchteil von Menschen, die sich das eigentlich antun. Und in meiner Anfangszeit, vor so 26 Jahren, da weiß ich, dass unser Telefon oft geläutert hat wegen der Krummaubeer. Und das wird immer weniger.

Andi Ja, wir müssen uns selber bei der Nase nehmen. Auf die Idee wäre ich angekommen. Ich habe mir gedacht, ich rufe vielleicht bei euch an, dann habe ich mir gedacht, ihr wisst es eh sicher, ihr seid eh dran. Aber dass ihr jetzt auf die Idee kommt, direkt an die Gemeinde oder an die Kommune zu schreiben, bin ich ehrlich gesagt angekommen. Also ich werde das nachholen.

Andi Und mit mir bitte. Hoffentlich auch viele andere.

Sigrid Aber Elisabeth, zu deiner Ehrenrettung muss ich sagen, man hat manchmal den Eindruck, man erreicht solche Kommunen oder solche zuständige Stellen auch schon sehr schwer. Die haben zwar manchmal wunderschöne Websites, aber du findest keine E-Mail-Adressen, keine Telefonnummern mehr. Du weißt auch nicht, an welche Postadresse du was hinschicken kannst.

Sigrid Und wenn du dir die Mühe machst, was hinzuschicken, weißt du nicht, kommt es auch wirklich an, Antwort bekommst du sowieso nicht. Also ich habe auch den Eindruck, wir Menschen haben auch viel besser gelernt, Kritik schon im Vorfeld abzufedern, die gar nicht mehr an die zuständigen Stellen heranzulassen. Also das Beschweren wird vielleicht schwerer, trotz all unserer neuen Medien.

Andi Schauen wir mal, ich bin hartnäckig, wenn ich mal dran bin. Ja, du hast jetzt gesagt, drei neue Bären. Kannst du uns vielleicht etwas erzählen? Aserbaidschan hast du jetzt eh schon erwähnt. Wer sind die anderen beiden, die gekommen sind?

Sigrid Ja, wir haben den Felix auch ganz kurz gesehen. Der macht uns eine irrsinnige Freude, weil er so ein schönes Beispiel dafür ist, dass immer doch noch was geht. Also der war auch schon im sehr hohen Alter, 33 Jahre in einem Restaurantkäfig in Slowenien. Das ist dann natürlich ein Tier, da weiß man, der hat Probleme mit den Gelenken, der wurde fehlernährt, die Zähne sind in einem schlechten Zustand.

Sigrid Und dann weiß man, so ein Tier muss man jetzt narkotisieren und ihm diese stressige Überfahrt da zu uns antun und dann hat er den Stress des Neu-sich-Eingewöhnens. Und natürlich fragt man sich, geht sich das noch aus im Sinn von, zahlen dann viele schöne Monate noch das zurück, was er jetzt auch an zunächst Beschwerden auf sich nehmen muss, um nachher davon zu profitieren.

Sigrid Und das weiß man natürlich nie vorher. Und er musste dann auch bei uns mehrfach untersucht werden. Es wurden die Zähne noch einmal operiert, noch einmal saniert. Und er hat das erstaunlich gut weggesteckt. Und jetzt spaziert er da im Gehege herum, als wäre es nie anders gewesen. Er ist schon natürlich im Alt-Bären-Style unterwegs, langsam, bedächtig, nur einen kleinen Radius.

Sigrid Aber er nimmt Möglichkeiten der Beschäftigung an. Er geht baden, er fetzt sich manchmal so ein Spielzeug aus Feuerwehrschläuchen um die Ohren. Also da kommt noch einmal so eine jugendliche Energie zurück. Und dann denkt man sich, das ist super, weil das war es natürlich allemal wert. Aber es hätte auch sein können, dass der die Fahrt zu uns gar nicht überlebt.

Sigrid Und dieses Risiko, das kann man nie ganz ausschließen. Also Felix ist irgendwie so gesehen eine super Geschichte. Und auch unsere Gäste berichten oft, dass sie den Felix gerade gesehen haben. Das heißt, die Bären, die bei uns leben und deutlich jünger sind, die schlafen und verstecken sich. Und der Felix ist da jetzt gerade unsere Rampensau sozusagen.

Elisabeth Werbung.

Sigrid Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit. Fünf Sterne wären auch ne gute Wahl. Du kannst den Podcast abonnieren oder ihn auch gleich rezensieren. Gleich rezensieren oder abonnieren. Wir applaudieren. Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit. Vielleicht wirst du ja auch ein Patentier.

Sigrid Oder du lässt ne Spende da, das wäre wirklich wunderbar Lebenslanges Glück, das wünschen wir Es kommt zu dir, wir wünschen's dir Es kommt zu dir, wir wünschen's dir, Dann kamen wir noch die Mizi, die ist zum Glück auch wirklich super drauf. Die hat sich vor allem so schnell umgestellt. Ja, sie hat stark stereotypiert, macht sie vor allem immer noch.

Andi Was heißt das?

Sigrid So ein Drang-Wander-Verhalten. Das ist eine Verhaltensweise, die zeigt, dass die Tiere nie Möglichkeiten gehabt haben, ihr natürliches Repertrat zu entfalten und in einen Käfig eingesperrt sind. Und die gehen dann halt hin und her oder Elefantenpferde würden weben mit dem Kopf hin und her. Und all unsere Tiere zeigen so eine Art von Verhalten, mehr oder weniger ausgeprägt und auch mehr oder weniger lang. Also es dauert oft viele, viele Jahre, bis man sowas mitunter gar nicht mehr sieht.

Sigrid Wir hatten aber auch oder haben im Moment auch gerade einen Bären, die zeigen so etwas überhaupt nicht. Da würde man im ersten Moment denken, wow, wie super, haben sich ganz schnell eingelebt. Aber es kann auch sein, dass die Tiere fast dieses Drangwandern auch noch nicht schaffen, weil das ist fast ein Zu-viel an sich, sein Umfeld jetzt zu seinem eigenen zu machen, sondern die gehen dann eher in so.

Sigrid Eine Situation des Einfrierens, des Überfordertseins, das sich total aus der Umwelt entziehen und verstecken sich in einer Ecke und sind inaktiv. Das heißt, das schaut jetzt vielleicht für uns Menschen irgendwie besser aus, weil dieses komische nervöse Hin- und Hergehen, das eindeutiger Stresssignal ist, sieht man nicht.

Sigrid Aber ein Tier, das das nicht macht, muss deswegen jetzt nicht vielleicht weniger Konflikte oder weniger Probleme in der Anpassung haben. Ja, also die Mizi, ja, hat viel stereotypiert, aber sie hat auch schnurstracks alles erkundet mit einer Nonchalance, wie sie sagt, mir kann da nichts passieren, ich schaue mir alles an, das gehört alles mir.

Sigrid Und hat auch sehr viel sehr schnell angenommen, Beschäftigungsobjekte, Teich und Türen. Die könnten wir jetzt vielleicht in der nächsten Zeit auch in einen weiteren Gehegeteil entlassen. Diesen Gehegeteil haben wir vorerst noch reserviert für den Tim und haben gesagt, solange wir das wissen, ob wir den nicht eh bald übernehmen können, macht es keinen Sinn, wenn wir der Mitzi jetzt etwas kennenlernen lassen, was wir nachher wieder entziehen müssen.

Sigrid Aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir je einen Bären übernommen haben, der so schnell quasi so I'm ready to go gibt, gibt es da nicht noch mehr. Und die Mitzi ist so gesehen beeindruckend. Eine zarte, kleine Bärin, auch eine slowenische, wir nennen das Restaurant Bären.

Andi Das wollte ich fragen, was ist das? Wie viele nehmen das Bären?

Sigrid Also Vierpotten hat halt diverse Begriffe für diverse Missstände der Bärenhaltung und da hat man ja den Eindruck, da gibt es irgendwie nichts, was es nicht gäbe. Es gibt in manchen Ländern die Tradition, dass sich Restaurants, Freizeiteinrichtungen halt zusätzlich attraktivieren, indem sie halt so eine kleine Menagerie anbieten für ihre Gäste.

Sigrid Da kann man mitunter sogar auch selber füttern oder ja, man verbringt dort seine Freizeit und macht Fotos, Selfies mit diesen Tieren. Und das ist in manchen Balkanländern der Fall gewesen. Im Kosovo hat für Pfoten viele Bären aus genau diesen Haltungen rausgeholt. Die sind jetzt in dem Bärenwald näher Pristina.

Sigrid Und in Slowenien eben die Mizi und den Felix und auch der Team ist so ein Fall. Es gab noch einen Bären, der ist aber vor kurzem verstorben. Also für den konnten wir auch nicht mehr aktiv werden. Aber sollte uns jetzt auch noch die Rettung vom Tim gelingen, dann kann man auch wirklich sagen, es gibt diese Form der Bärenhaltungen nicht mehr in Slowenien.

Sigrid Und sobald es das einmal nicht mehr gibt, ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass so etwas je wieder aufflammt.

Andi Und dann haben wir noch den Bären aus Aserbaidschan, dessen Namen war. Der Dunbar. Der Dunbar, genau.

Sigrid Der Dunbar ist natürlich ein ganz für unseren Sprachgebrauch ungewöhnlicher Name, der Dunni, bei uns heißt er auch der Dunni. Und das ist ein Sonderfall an Bären, wie wir es auch noch nie hatten. Also für Pfoten hat in den vietnamesischen Bärenschutzzentren stark misshandelte Bären. Die wurden ja alle genutzt, um Gallensaft zu gewinnen.

Sigrid Die sind in wirklich Käfigen, die kaum größer als sie selber waren, gehalten worden und hatten so einen Katheter in ihrer Gallen. Also extrem schmerzhafte Prozedur und ganz furchtbar, da hat man die Tiere oft im Jungtier- oder Babystadium eingesperrt und die sind dann manchmal fast über ihre Käfige hinausgewachsen.

Sigrid Oder wenn vier Pfoten da Rettungen gemacht hat, da musste man erst einmal den Keller aufschremmen, damit man so ein großes Tier durch diese kleine Kellerlucke wieder durchbekommt. Also ja, Misshandlungen, was da passiert ist, unglaublich unvorstellbar. Aber bei Braunbären auch, Tanzbärenhaltung mit Nasenring, Zirkusbärenhaltung mit auf brennenden, auf glühenden Platten, das Tanzen lernen und so weiter, das alles fürchterlich.

Sigrid Aber was wir da jetzt beim Dumba erleben, diese Form vom Trauma und das über Jahre lang, also ich glaube, man kann sagen, das ist der am schwersten misshandelte Braunbär, der auf ihr Pfoten je übernommen hat und das sind ja immerhin über 200. Er hat eine Behinderung, es wurde eben bei uns noch in Aserbaidschan ein Auge von vier Pfotentierzten entfernt.

Sigrid Das war einfach in Augenhochdruck sehr schmerzhaft, also da muss man dann nur mehr Schmerzen lindern und es gibt auch keine andere Lösung als das Auge zu entfernen, damit der Schmerz einmal aufhört. Und das zweite Auge ist stark trüb, er zeigt auch sehr vorsichtiges Verhalten, also ob das noch etwas sieht oder nur mehr Umrisse, da haben wir selber auch noch kein klares Bild.

Sigrid Er ist jedenfalls allein durch sein Sehvermögen enorm eingeschränkt. Und... Er scheint ein Privatbär gewesen zu sein, also er wurde wahrscheinlich gehalten, wahrscheinlich an einer Kette. Aserbaidschan hat aber dann diese Form der Privathaltung verboten. Das hat dazu geführt, dass manche Halter ihre Bären abgegeben haben in ein Schutzzentrum.

Sigrid Das war ein ehemaliges Hundeheim, also eine Zwingeranlage für Hunde. Und da hat man dann ein paar Bären hineingestopft unter unmöglichen Umständen. Die haben sich gegenseitig verletzt, miteinander fortgepflanzt. Also ja, Zwinger mit halt 10 mal 10 Quadratmeter und da acht Bären reingestopft. Den Dunder hat der Halter wahrscheinlich, so ist unsere Vermutung, dort nicht hingebracht, sondern hat ihn einfach ausgelassen.

Sigrid Und dann endet ein Bär in einer Kleinstadt, der da herummarschiert, eindeutig nichts oder schlecht sieht und über Autos drüber geht, über Zäune drüber steckt, unglaublich verängstigt. Und Leute drängen ihn halt immer weiter mit Stecken. Man hat halt Angst vor ihm. Gleichzeitig ist man fasziniert von ihm.

Sigrid Man kann sich das immer noch auf YouTube auch anschauen. Man braucht nur googeln, Bär Aserbaidschan oder so. Das sind unglaubliche Videos, die man da sieht. Und auch wir erst haben es uns vor kurzem wieder angeschaut, diese Videos, weil wir waren so ungeduldig auch schon mit seinem, die Fortschritte sind so langsam gekommen bei ihm.

Sigrid Und als wir uns das wieder mal selber vor Augen geführt haben, was dieser Bär hinter sich hat, weil man kann sich vorstellen, der hat nie erfahren, dass ihm der Mensch nichts tut. Also der ist immer sofort auf Abwehrhaltung, sofort und da hat man auch den Eindruck, der lässt er nichts anbrennen. Also der hat um sich geschlagen und auch akustisch seine Schmerzen, das war hörbar, also war das ein Abwehrverhalten, war das ein Schmerzzeichen, also wir haben noch nie einen Bären so jammern gehört und das dort in Aserbaidschan eigentlich drei Jahre lang.

Sigrid Und eine Kollegin von Fiepoten, die Magda, die dort war, hat sich geschworen, diesen Bären hole ich hier raus, weil zunächst war Fiepoten nur eingeladen, um die Bären einmal zu kastrieren. Man hat gesagt, man muss jetzt einmal verhindern, dass weitere Tiere dort entstehen, geboren werden und man hat ein paar andere veterinärmedizinisch behandelt, aber weiter hatten wir dort keinen Auftrag.

Sigrid Sie waren in einem staatlichen Schutzzentrum, das war legal, Aber dankenswerterweise haben sich dann innerhalb von Führpfoten einige Leute gefunden, die für den Dumba so Fürsprecherinnen wurden, dass Führpfoten gesagt hat, ja, dann holen wir diesen einen Bären raus. Und auch wenn jetzt dort noch weitere Bären leben, die sind mittlerweile in den Zoo Baku überbracht worden, für die wird jetzt auch wirklich eine bessere Anlage gebaut.

Sigrid Aber Führpfoten hat halt normalerweise schon gern, wenn wir sagen, wir können für alle Tiere dort eine Lösung bieten. Und jetzt haben wir halt einen rausgeholt, aber die mediale Begleitung, dieses Aufmerksam machen auf dieses Schicksal hilft auch schon etwas. Also nach einem langen Papierkrieg, Einreisepapiere und so weiter, alles schwierig und einer anstrengenden Reise ist er bei uns und war jetzt über ein Jahr lang nur vorsichtig und hat uns halt zu verstehen gegeben, er will eigentlich nur seine Ruhe und er traut uns nicht.

Sigrid Und jetzt nach knapp über einem Jahr merken wir täglich große Fortschritte und das ist jetzt unglaublich schön. Also er ist jetzt auf der grünen Wiese gewesen und hat Gras gefressen wie eine Kuh und wir wissen es nicht, vielleicht hatte er sowas früher sogar, aber er hatte es jetzt sicher viele Jahre nicht.

Sigrid Und jetzt hat er auch eine Außenhöhle bezogen, die ja wirklich mit auch so von seinem Körperverhalten hat man den Eindruck, das ist jetzt my home, my castle. Also er nimmt sein Leben jetzt in die Pranken. Davor war er ja irgendwie so in einem Abhängigkeitsmodus. Er hat gewusst, irgendwann kommt irgendwer und dann gibt es eh ein gutes Futter und es gibt eh keine Misshandlung.

Sigrid Aber er war trotzdem sehr passiv, abwartend, negativ, ängstlich. Und jetzt wird er von Tag zu Tag couragierter und er macht halt jetzt seit über einem Jahr die Erfahrung, es passiert dir nichts. Wir machen dir Angebote, wenn du sie annimmst, passiert dir nichts. Wir konnten nicht verhindern, dass wir ihn mit unserem Elektrostromzaun Kontakt haben lassen müssen.

Sigrid Wir können nicht den Stromzaun einfach ausschalten und ihm quasi erklären, kletter bitte nicht darüber. Also das ist eine behördliche Auflage. Und auch das hat er aber jetzt ganz gut gemeistert. Er hat jetzt gelernt, was ist ein adäquates Verhalten auf eine unangenehme Situation. Ich weiß, wo ich dann wieder zurückgehe. Ich weiß, dort passiert mir nichts.

Sigrid Und so tastet er sich jetzt vor. Er dürfte jetzt auch wirklich den Stromzaun erkennen und ist in dem kleinen Bereich, in dem er im Moment lebt, sehr sicher. Und das ist eigentlich wirklich so banal das Ausschau. Das liegt einer unserer Bären in einer Höhle und wirkt zufrieden auf seinem Strohbett. Das ist etwas, das kennen wir jetzt seit Jahrzehnten, aber beim Dumba hat das halt noch einen ganz anderen Stellenwert.

Andi Und da draußen sitzt gerade eine Krähe. Entschuldigung. Kann man dann rausschneiden?

Sigrid Wir haben sehr viele Krähen, weil die wissen, dass wir Nüsse füttern und dass es da auch den Luxus gibt von Nussknackern, die Beeren. Das heißt, die werden auch ganz schön frech und sitzen neben den Beeren so quasi, beibeißendlich auf und dann stehlen sich die da natürlich was. Und sie fressen mit bei allem an Futter, was es bei unseren Beeren gibt.

Andi So ähnlich wie im Kammerland-Tierpark in Grünau, wo die Raben bei den Wölfen mitfressen.

Sigrid Ja, ich fände das immer so interessant, weil man kann ja die Krähen individuell nicht unterscheiden. Aber ob vielleicht die Bären und die Krähen sich erkennen, ob es da halt auch. Also so ein Bär kennt, okay, das ist genau wie der Krähe, die kommt eh immer in der Früh und ist lästig oder die ist nicht lästig.

Sigrid Also diese, wie interagieren die miteinander, das müssten wir halt einmal.

Elisabeth Ich glaube, beim letzten Mal, bin mir sicher, es ist nicht im Podcast drinnen, aber beim Rundgang, den wir gemacht haben, hast du uns erzählt, dass natürlich auch Wildtiere in die Gehege zu euren Bären reingehen und dort versuchen mitzufressen und teilweise eben die Bären das dann aber schon kennen, das jeweilige Tier und demnächst tun.

Sigrid Ja, also wir hatten auch einen Kater, der da ist ganz couragiert auch reinmarschiert. Die Gäste waren dann immer ganz, das ist eine Katze im Gehege. Haben halt erwartet, wir werden jetzt sofort handeln. Aber der hat das gut im Griff gehabt. Der hat genau gewusst, wie viel Distanz er halten muss und ja, wir haben auch so Wildkameras hängen und dann sieht man halt manchmal, wie in der Nacht der Fuchs daherkommt und, Und das merke ich immer, uns Menschen gefällt das so gut mit, ah, die teilen sich das oder ah, die mögen sich.

Sigrid Ich weiß jetzt nicht, ob das Sympathie ist oder ob es nur ein Sich-Akzeptieren ist. Aber ja, wir finden das schön, dass wir nicht so ein hermetisch abgeschottetes, Areal sind, dass die Natur, die hier lebt, auskärmert. Und wahrscheinlich helfen wir ein paar Wildtieren hier auch manchmal über härter Zeiten. Das ist eh super so.

Elisabeth Und im Gegenteil, also es fällt einem relativ leicht, wenn man da so rumstreicht, die Zäune wegzudenken, weil eben sehr viele Pflanzen da sind, die Bäume sowieso. Also ich finde, dass das sich recht gut die Waage hält für den Sicherheitsaufwand, den man ja in Wirklichkeit betreiben muss. Also wir müssen jetzt thematisiert werden, sind keine Meerschweinchen, die brauchen schon ordentliche Sicherheitsvorkehrungen, aber ich finde, es ist trotzdem vergleichsweise wichtig.

Andi Absolut, vor allem, das wollte ich noch thematisieren, ich war ja da, gerade während dieser Umbauphase, wo es eine Vollbaustelle war und man sieht jetzt zwei Jahre später eigentlich nichts mehr, es schaut aus, man kann den neuen vom alten Bereich optisch kaum unterscheiden, wenn man es nicht weiß. Also wie du gesagt hast, die Natur hat sich das nicht mehr zurückgeholt.

Sigrid Ja, also unser Herz hat da auch ein bisschen geblutet, so sehr man sich freut, man wird ein Meer ein Gehegen haben und kann mehr Bären retten, aber wenn dann wirklich die Bagger kommen und da den Humus wegschieben und da so viel an Naturzerstörung auch passiert, dann merkt man schon, da ist man jetzt irgendwie in einer schwierigen Situation, findet man das super oder nicht.

Sigrid Und es war unglaublich, wie schnell sich die Natur dann eh wieder vieles zurückholt. Und ich habe dankenswerterweise auch eine Kollegin im Team, die Gerlinde, die hat nicht nur ein Händchen für Tiere, sondern auch für Pflanzen. Und die hat bewusst halt gezielt auch wieder Wildpflanzen an den Ställen angesetzt und gepflegt in dem trockenen Sommerheuer. War das ja auch ganz schön aufwendig.

Sigrid Und jetzt schaut es irgendwie wieder wie eins aus fast.

Andi Absolut. Ja, und was hat sich jetzt durch den Umbau verändert? Also was wurde umgebaut? Was habt ihr übergemacht?

Sigrid Ja, also wir haben ein Mehr an Gehegefläche, wir haben uns da nahezu verdoppelt, aber wir haben in diesem Zug auch die alten Gehege auf einen moderneren Stand gebracht, also ein bisschen was an Sanierungsmaßnahmen gemacht, aber auch, in jedem Gehege jetzt ein Vorgehege, neu integriert. Das erlaubt uns neu ankommende Bären hier sanfter, sich eingewöhnen zu lassen, da es nämlich diese berühmten elektrischen Zäune in diesem Vorgehege nicht nötig sind, weil da haben die Vorgehege auch ein Gitterdach, also da kann der Bär nicht überklettern.

Sigrid Der kommt sozusagen in der Transportbox zu uns, ist enorm gestresst, läuft dann, wenn die Transportbox geöffnet wird, in sein Vorgehege hinaus und kriegt nicht gleich von allen Seiten einen elektrischen Schlag. Und alte Tiere können wir dort besser absperren, um sie zu beobachten. Wenn der Tierarzt kommen muss, können wir dort Tiere absperren.

Sigrid Also das ist einfach ein besseres Bärenmanagement, das dadurch nötig möglich geworden, auch in den alten Gehegen. Und die neuen Gehege haben jetzt auch ein sogenanntes Bärenhaus. Da haben wir Innenboxen. Also auch das ist, ja, ein Bär leidet jetzt nicht schnell an Kälte, aber ein sehr altes Tier oder ein frisch operiertes Tier will man nicht in so.

Sigrid Einer Außenhöhle die Rekonvaleszenzzeit verbringen lassen. Und die können jetzt in den Innenboxen solche Zeiten verbringen. Und da haben wir auch einen Operationsraum integriert. Unsere Tierärzte sind eh cool. Wildtierärzte sind wahrscheinlich die am wenigsten verwöhnte Tierarzt-Spezies. Also die knien im Schlamm und man baut ein Batezelt rund um den betäubten Bären auf und stellt ein paar Strahler auf.

Sigrid Aber da können wir jetzt schon besser arbeiten und natürlich auch für bessere Hygiene sorgen, wenn wir Tiere behandeln müssen. Ja, und wir haben unsere Ausstellung, die so circa 18 Jahre alt war, die wirklich sich sehr stark konzentriert hat auf die Bärenprojekte von Für Pfoten. Da haben wir zwar auch ein bisschen die Streuner Thematik, Streunertiere, Katzen, Hunde in anderen Ländern hat Für Pfoten da große Kastrationsprojekte.

Sigrid Das haben wir auch schon thematisiert, aber ansonsten waren wir sehr bärenlastig in unserer Vermittlungsarbeit. Und, und ich glaube, das habe ich bei unserem letzten Treffen auch erwähnt, dass es halt jetzt die Aufgabe sein wird, dass wir die Sympathie, die den Bären sofort entgegengebracht wird, auch ein bisschen nutzen und umzulenken, als unsere Gäste auch mit einem Meer konfrontieren.

Sigrid Das könnten sie sich nicht auch vorstellen, sich ähnlich zu empören, wenn sie über Kälbertransporte und anderes erfahren. Und das machen wir wahrscheinlich doch auf eine relativ sanfte und Ausflugstourismus verträgliche Art und Weise. Aber wir thematisieren das Thema Ernährung und hoffen, dass unsere Gäste mitnehmen, dass es ein leichtes sich aufzuregen über einen eingesperrten Bären in Aserbaidschan, weil das betrifft uns alle ganz weit weg nicht.

Sigrid Aber wenn wir da rausgehen und unsere Gäste fahren dann heim und bleiben beim McDonalds stehen und kaufen sich die Chicken McNuggets und freuen sich, weil es viel und günstig ist, dann haben wir eine Chance verpasst. Also das Thema Ernährung mit einem Ernährungsquiz, das jetzt bald in Betrieb gehen wird und wo wir halt auch spielen mit dieser Idee, der Bär ist ja auch groß und stark.

Sigrid Der ist ein Symbol dafür, groß und stark zu sein und sehr gesund und sehr vital, und isst hauptsächlich Pflanzen. Und dass das auch eine sehr gute Idee für uns Menschen wäre. Wir nehmen da auch den Klimaschutz mit. Also wenn das manche Leute schon nicht aus Tierschutzgründen ein Anliegen ist, das ist ja mittlerweile aufgelegt.

Sigrid Also es sickert jetzt so schnell durch, dass eine pflanzenbasierte Ernährung. Unser Planet dringend braucht. Also nicht nur für das Klima, nicht nur für das Tierwohl und natürlich für unsere eigene Gesundheit, dass wir österreichische Spitzenreiter im Fleischkonsum sind. Das ist bekannt. Und ich merke auch, das Thema Fleisch ist bewusst. Und ja, wir haben viele, die sagen, ich bin eh schon vegetarisch, aber ich steige jetzt nicht mehr von dem Thema Milch herunter.

Sigrid Also Milch, ja, die Kuh wird gemolken, da stirbt sie nicht. Da denkt man, die stirbt ja nicht, wenn es gemolken ist, die gibt ja sowieso Milch. Aber dass wir damit eine Filz an allen Kälbern produzieren, die wir nicht brauchen, die gar keinen großen Wert haben. Die sind wie ein Beiprodukt von der Milchproduktion und die verfrachten wir in Länder, wo keine Standards gelten.

Sigrid Und wenn dort halt viele eh schon tot ankommen, dann ist der Schaden nicht so groß, weil unser Kälberfleischmarkt ist nicht mehr groß existent. In anderen Ländern sind die Haltungen und das Mästen billiger. Also was wir an lebenden Tieren aus Österreich hinauskarren und auch wieder hineinkarren, Und ich glaube, die Bedingungen für die Kälber sind extrem. Und auch hier, wenn man durch die Gegend marschiert, die Bauernhöfe, natürlich haben die viel, viel bessere Standards als viele andere.

Sigrid Aber diese Kälber-Iglos und ich finde allein die Erfindung eines Kälber-Iglos ist ja irgendwie schon, wenn ich denke, eine Kuh und ihr Kalb, ihr säugendes Kalb, das ist fast der Inbegriff eines Säugetiers erstmalig und einer Mutter-Kind-Beziehung. Und man lässt das gar nicht mehr zu, sondern das Kalb wandert an die Außenhaut des Stalles. Das darf nicht einmal mehr innen im Stall sein, wo noch ein bisschen ein angenehmeres Klima vielleicht herrscht, weil das Wertvolle ist die Kuh und das Wertvolle ist natürlich die Milch der Kuh.

Sigrid Und das Kalb lebt dann einmal die ersten Tage in dem Kälberiglo, isoliert von anderen, damit das Kalb nicht an anderen Kälbern saugt und damit halt Verletzungen produziert. Da sagt dann unser Tierschutzgesetz, das darf nur ein befristeter Zeitraum sein, später müssen sie in Gruppen leben können. Wenn die sich dann trotzdem gegenseitig besaugen, weil ihr Sorgbedürfnis nicht befriedigt werden konnte, dann kriegen sie so Klammern in das Flotzmal eingezogen, damit das besaugte Kalb einen Schmerz verspürt und weg geht.

Sigrid Also wo man sich denkt, mehr kann man ja nicht ein Tier an ein System anpassen als das, was da passiert. Ja. Also in meiner Kindheit war ich in Stellen und Kälber zu streicheln hat für mich, das ist ein Kindheitserlebnis, was glaube ich jedes Kind machen sollte. Und jetzt werden die Kälber wie eine Ware behandelt, nicht mehr sichtbar.

Sigrid Und ich glaube, wir verstecken das ganz bewusst. Wir wissen, dass das die Leute nicht sehen würden wollen. Aber wir Konsumenten hinterfragen halt auch nicht, wie Milch produziert wird.

Elisabeth Ja, es ist total spannend, weil die Emily und ich waren jetzt vor kurzem in der Steiermark beim Klauenpflegekurs, weil uns wichtig ist, dass wir unsere Tiere natürlich auch gut versorgen können. Da gehört für uns die Klauenpflege natürlich mit dazu. Und da hat ein Tierarzt referiert, der spezialisiert ist auch auf diese Thematik.

Elisabeth Und der hat so lapidar im Zuge des Vortrags, weil da ging es auch zeitweise um Rinder, und der hat so in einem Nebensatz gesagt, es ist uns ja eh völlig bewusst, dass die Rinder nicht artgerecht ernährt werden, weil die bräuchten einen viel höheren Raufutteranteil für ihre Gesundheit. Aber das kann man ja nicht fördern, weil das hat zu wenig Energie.

Elisabeth Und wenn die zu wenig Energie kriegen, dann produzieren sie ja nicht so viel Milch. Das heißt, man füttert die ganz bewusst nicht artgerecht, damit sie mehr Milch produzieren. Und das hat also Lapid auch in einem Nebensatz gesagt. Aber das war wirklich spannend, Nämlich ja in der... Ich tut mir schwer, das auszudrücken. Es war ihm klar, dass das nicht okay ist.

Elisabeth Das war in der Landwirtschaftsschule. Ja, das war die Landwirtschaftsschule. Da war der Seminarraum drin in der Landwirtschaftsschule. Und das war zwiespältig. Einerseits hat er ganz genau gewusst, dass das nicht okay ist, was da abgeht. Aber es war klar, ja, ist halt so. Und das sind so Dinge, das weiß halt, also erstens einmal weiß sowieso der Großteil der Menschen nicht, dass man für die Milchproduktion Kälber braucht.

Elisabeth Also das ist immer wieder erschütternd aufs Neue, wenn die Leute zu uns kommen und da plötzlich sagen, boah, das habe ich nicht gewusst. Erwachsene, da reden wir nicht von Kindern, weil immer so zitiert wird, ja, die Kinder glauben, wenn man die Kuh ist lila. Nein, stimmt nicht, auch die Erwachsenen.

Elisabeth Aber eben solche Informationen, dass wir uns völlig bewusst haben, dass die Tiere eigentlich gar nicht weder artgerecht gehalten noch artgerecht ernährt werden, das wird natürlich nicht kommuniziert in der Öffentlichkeit. Und das finde ich schade. Also ich will da gar niemanden jetzt dafür anklagen, sondern ich finde, die Öffentlichkeit, der Konsument, die Konsumentin hätte eigentlich das Recht und die Pflicht, diese Dinge auch zu erfahren, geschweige denn eben die Schweinehaltung.

Elisabeth Die haben halt dort alles, also die haben Kühe gehabt dort, aber auch Schweine. Dort, wo wir dann die Klaubenpflege im Freien in der Praxis gemacht haben, war so ein Mini-Schweinestall, damit die Schüler das dort halt allernen und die Schülerinnen. Und es hat gestunken, das kann man sich nicht vorstellen. Vollspaltenboden, natürlich, muss man ja lernen, was man zukünftig macht.

Elisabeth Ich denke mir manchmal, wenn ich bei uns am Hof komme, es riecht. Aber dort riechst du mal wirklich, wie das stinkt. Und in so einer Umgebung oder die ganzen Betriebsräume, wo die Leute sich dann dort aufhalten, umziehen, das hat alles gestunken, das war so ekelerregend. Und wenn man Konsumentinnen und Konsumenten dorthin einmal bringen würde und sagt, das ist euer Essen, riecht ihr das einmal, da würdest du einfach gehen.

Elisabeth Da brauchst du noch gar keinen Schlachtraum zeigen. Es reicht der Gestank in dem Stall. Anyway, Entschuldigung, war jetzt ein bisschen...

Sigrid Nein, ich muss da natürlich jetzt auch gleich nachschießen, wenn wir über Kälber reden. Und ich meine, man kann vielleicht eh nicht genug über Kälber reden, weil wir sollten jetzt vielleicht alle Konsumentinnen ein bisschen mehr an Kälber denken, dass ja auch Kälber ab einem gewissen Alter ein Raufutter brauchen würden, damit das Vordauungssystem optimal funktionieren kann.

Sigrid Und dass das aber zur Folge hätte, dass das Kalbfleisch nicht zu hell ist und der Konsument ist ein helles Kalbfleisch gewöhnt und deswegen kriegt er ein helles Kalbfleisch. Und es gibt schon die Initiative Kalbfleisch Rosé, aber da sind wir immer noch in so einem geringen Prozentanteil. Also ja, was wir mit Kälbern aufführen, das geht auf keine Kuhhaut mehr, würde ich auch sagen.

Sigrid Und wir haben heuer im Bärenwald mit Gästen von uns, ich habe eine Kollegin, die eine unglaubliche Expertise zum Ernährungsthema hat und auch eine Pädagogin ist. Und da haben wir einfach einmal ausprobiert, ganz niederschwellig unseren Gästen eine Blindverkostung von Pflanzenmilch anzubieten. Als wir das so aufbereitet haben, die Sarah hat dann auch die Fakten und Mythen rund um diese Art der Milch aufbereitet.

Sigrid Was ist jetzt der CO2-Ausstoß, wenn ich einen Liter Milch, die Produktion einen Liter Kuhmilch im Gegensatz zu einem Liter Dinkelmilch und so weiter und der gesundheitliche Aspekt Kalzium, Sojamilch und dergleichen. Und wir dachten, wir sprechen da vielleicht die ganz junge Generation an oder auch Kinder, weil das ist halt so spielerisch. Wir haben das dann so einordnen lassen. Schmeckt diese Milch? Also fünf kleine Becher schauen alle gleich aus.

Sigrid Oder wir hatten sogar sieben verschiedene Pflanzenmilchen. Was ist der Plural von Milch? Milch? Milch? Milchen? Zum Verkosten, also die schauen alle gleich aus und dann merkt man, es kommt eine Familie und der Opa drückt sich ganz auf der Seite vorbei und denkt sich, ich will damit jetzt überhaupt nichts zu tun haben.

Sigrid Dann kommen einmal die Youngsters, die kennen das Gamifizierte, quasi ich werde überall unterhalten, was wurde da für mich für eine Station aufgebaut und ich kann das und ich bin der Schnellste und ich bin der Superstar, und die hat mir das halt einordnen lassen, schmeckt es nussig, schmeckt es geträdig und also da waren manche schon extrem gut, also da kann man sich auch ein bisschen challengen mit ihrem Wettbewerbsgedanken und dann kommt aber doch der Opa auch, weil der war auf Reha, weil er ein Herz-Kreislauf-Patient war und auf der Reha hat man ihm eh schon erklärt, der kennt sich total aus, also das war unglaublich, dass da eh so ein Bewusstsein da ist, aber die Umsetzung und während wir da jetzt sitzen, wir trinken gerade alle einen Kaffee und haben

Sigrid eine Hafermilch und das geht eigentlich hervorragend. Also ich glaube, wir müssen da vielleicht alle ein bisschen. Offener werden. Das Ernährungsverhalten ist, glaube ich, so sehr Gewohnheit, weil wir es immer so gemacht haben. Aber ich glaube, wenn wir einfach da unseren Blick weiten, es schmeckt uns auch was anderes.

Sigrid Und für Pfoten vertritt ja jetzt nicht, dass wir jetzt alle sehr schnell vegan werden müssen. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir so nett spielen. Und das beeinflusst natürlich unsere bäuerliche Produktion und auch, wie unsere Landschaft ausschaut. Aber das wirklich schöne Prinzip, das vier Pfoten vertritt, das 3R-Prinzip, leider ist er sperrig, weil aus dem Englischen, reduce, replace und refine, da kann sich wirklich jeder finden, weil das heißt nicht, ich muss oder soll von heute auf morgen kein Fleisch mehr oder keine Milchprodukte, sondern das sagt.

Sigrid Ich kaufe bessere Produkte im Sinne der Qualität ein. Also wenn, dann wechsle ich auf Bioprodukte oder im Optimalfall kenne ich eine landwirtschaftliche Produktion in meiner Nähe, wo ich die Produktionsbedingungen sehe. Ich konsumiere davon weniger, weil es könnte die Beilagenesser, und da denke ich an den Josef Hader, ich bin nicht der Beilagenesser in dem Sinn.

Sigrid Bei uns ist, ja, das Gemüse ist eine Beilage und das Fleisch muss der Hauptstar auf dem Teller sein. Und ich glaube, es ginge ganz einfach anders. Oder auch, wenn wir sagen, wir bieten zwei Formen von Curry an. Das eine hat mit Hühnerfleisch, das andere ist ohne Hühnerfleisch. Und das mit Hühnerfleisch ist um vier Euro oder fünf Euro oder was auch immer teurer.

Sigrid Dass wir den Konsumenten damit ein bisschen das Gefühl geben, ihr habt es in der Hand. Und wenn ihr jetzt da auf das Hühnerfleisch verzichtet, ihr werdet sehen, es wird euch wahrscheinlich nicht schlechter schmecken. Also dass wir da nicht viel kreativer werden, auch die Gastronomie, das wundert mich.

Sigrid Und das Anders, also das Ersetzen, und ich finde bei Pflanzenmilch, das geht so leicht, bei Butter, es geht so leicht. Also das ist mir ein Rätsel, dass wir Österreicher und Österreicherinnen, wann wir da umdenken und ob wir das noch erleben. Ja, also dieses 3R-Prinzip, das ist etwas, das wollen wir jetzt jedem da mitgeben.

Elisabeth Das finde ich total schön, dass ihr so mutig seid und euch da so exponiert. Ich könnte euch ja den Luxus leisten zu sagen, wir fokussieren uns jetzt nur auf die Beeren und da kennt man genug Erzählen dazu und Zeigen und Filmchen und Experimentchen und wie auch immer und dieses heikle Thema nicht ansprechen.

Elisabeth Aber dass ihr diesen Kanal hier oder die Gelegenheit hier nutzt, dass ihr schon so viele Leute da habt, auch mit diesem Thema einmal ein bisschen zu beschäftigen, das finde ich wirklich mutig und toll. Echt großartig. Weil ich finde, wir haben uns beim Herfahren darüber unterhalten. Bei den Bären, da macht man so einen Riesenaufwand.

Elisabeth Und im Vergleich jetzt unsere Lunau zu Hause, unser Kunakuneschwein, genauso groß, genauso lieb, genauso knuffig oder noch viel lieber.

Andi Knuffig.

Elisabeth Man kann es knuffeln. Als Vertreter in ihrer Spezies Schwein sozusagen. Da machen wir jetzt das Theater nicht. Und das ist schön, das ganz bewusst zu verknüpfen. und zu sagen, hier Leute, schau, es gibt ja noch andere Lebewesen, die es vielleicht verdient haben, respektiert zu werden.

Sigrid Also es ist dringend notwendig, denke ich, und wenn also. Mit den Bären, wie gesagt, wir haben da so leicht die Sympathien auf unserer Seite. Und wenn wir nicht versuchen würden, diese Sympathie für Tiere auch umzulenken, dann würden wir da wirklich eine Chance verpassen. Oder dann würden wir nicht auf die echten Probleme in unserem Alltag schauen.

Sigrid Und wer soll es sonst, also das müssen wir uns einfach leisten können als Organisation, weil wir wissen ja die Zahlen, wir sehen ja, was los ist. Und wir haben diese sehr starken und sehr schönen Bilder mit den Bären. Unsere Gäste fahren ja heim mit schönen Fotos und irgendwie diesem guten Gefühl, da tut sich was und es ist nicht alles nur schlecht.

Sigrid Aber ich glaube, ein bisschen was Schlechtes muss man jetzt schon noch mittransportieren, dürfen, weil seit ich das beobachte, seit sicher gut 30 Jahren und ich war in meiner Studienzeit so euphorisch, weil da sind halt wirklich neue Formen an Tierhaltung und da war so ein Aufbruch. Aufbruch, die Bioszene ist immer stärker geworden und ich habe mir gedacht, das wird jetzt ganz schnell durch die Decke gehen und bald werden wir keine Vollspaltenböden mehr haben und ich habe dazu jetzt keine genauen Statistiken im Kopf, aber, es ist nicht besser geworden, es wird eher schlechter.

Sigrid Wir hoffen durch ein bisschen auf die Empowerment-of-Consumer-Richtlinie, die ja vor wenigen Wochen in Kraft getreten ist, wo ich denke, wenn Konsumenten nicht mehr so leicht angelogen werden können, also wo auf jeder Milchverpackung, auf jeder Fleischverpackung oder so wirklich. Keine Mogelwerbung gemacht werden darf. Also da darf nicht das Huhn in der grünen Wiese gezeigt werden, wenn das nicht in dem Produkt drinnen steht.

Sigrid Die nationale Umsetzung, die wird noch sicher länger dauern und es wird viele Ausnahmen genehmigen. Aber ich glaube, gerade im Bereich der tierischen Lebensmittel, da wollen wir vielleicht gerne ein bisschen beschwindelt werden. Und es wird auch, die Regularien machen es auch sehr leicht. Aber wie reagieren Konsumentinnen und Konsumenten, wenn auf der Verpackung das Huhn aus, ich weiß es nicht wo, aus den Niederlanden oder aus noch weiter weg ist?

Sigrid Dass das Schwein, das Liegeschwillen oder Wunden hat und auf dem Vollspaltenboden liegt und tränende Augen hat, weil genau die Fäkalien, die du vorhin angesprochen hast, das so stinkt, dem die Schleimhäute zerstört. Also konsumieren wir das dann immer noch? Oder werden wir dann lauter? Dieses Lautwerden von Konsumentinnen, Konsumenten, Gäste, Gästinnen, das fällt dann umso leichter, wenn ich sehe, was ich da konsumiere.

Sigrid Oder ich entscheide mich dann halt schon für das Alternativprodukt.

Andi Wir werden sehen, wie kriegen wir es im Bogen wieder. Aber ich kann da jetzt noch einmal einspringen.

Sigrid Was natürlich bei euch am Hof so schön ist, dass die Menschen diese landwirtschaftlich genutzten Tiere erfahren können. Und das beschäftigt mich immer noch, wie schaffen wir das? Also reicht es, wenn wir das nur mit Videomaterial, mit aufbereiteter Info und sowas wie dann zum Beispiel dieser Pflanzenmilchverkostung, oder müssen Menschen Kälber sehen, damit sie Kälber super und schützenswert oder Kälber respektieren können und die Ansprüche von Kälbern verstehen können und dann umdenken.

Sigrid Und ja, der Bernwald wird jetzt keine Auffangstation für eh alles. Aber wie wir da unsere Vermittlung noch schärfen und diese positiven Momente ermöglichen und diese Verbindung zu den genutzten Tieren, das ist jetzt schon noch, ja, da benötigt es jetzt noch viel Feintuning. Aber ich kann ja einfach alle unsere Gäste zu euch schicken, oder?

Elisabeth Genau.

Andi Das ist der Teil, wo wir sagen, machen wir mal wieder Werbung.

Elisabeth Werbung Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2023. Dies sind die Abenteuer des Hof Sonnenweide, der mit Käpt'n Elisabeth und Kommander Andreas und über 150 Tieren seit mehr als zwölf Jahren unterwegs ist, um eine neue Lebensweise zu erforschen, voller Respekt für die Natur- und Tierwelt.

Elisabeth Viele Lichtjahre von Turbokapitalismus und Ellbogenmentalität entfernt, dringt Hof Sonnenweide in Welten vor, die viele Menschen bisher noch nicht erlebt haben. Angetrieben durch neueste Technologien pfeifen sie auf Impuls- und Warp-Geschwindigkeit. Fünf-Sterne-Bewertungen lassen die Post abgehen und mit einer Patenschaft oder Spende beamen sie die Tiere auf Hof Sonnenweide in eine glückliche Zukunft.

Elisabeth Oder um es in den Worten von Commander Spock zu sagen, live long and prosper. Werbung Ende. Ja, ich bin mir schon sehr sicher, dass es damit natürlich ein Stück weit steht und fällt. Es ist ja, Ausländerfeindlichkeit ist dort am höchsten, wo gar keine sind. Also dort, wo du wirklich in Kontakt mit den Menschen kommst und merkst, der ist ja genauso wie ich, der ist nett, der ist freundlich, der hilft mir, sind die Ressentiments geringer als dort, wo man sich ja gar nicht sieht, wo man nur aus den Medien, aus den heut dementsprechenden Medien, erfährt, wie böse die alle sind.

Elisabeth Und deswegen, ich denke schon, dass der Kontakt mit diesen sogenannten Nutztieren, dieses Erleben, das Sehen, das Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes, ein Schweinchen einmal den Bauch zu kraulen, eine Putte neben sich zu sitzen haben, jetzt zuletzt, waren wieder Leute bei uns, ältere Menschen, die noch nie im Leben eine Putte gesehen haben, wenn wir die nicht mehr beim Namen, gar nicht im Freien, sondern noch nie gesehen haben, weil die ja eher weggesperrt werden, die waren komplett geflasht.

Elisabeth Die sind dann gesessen und haben irgendwie eine halbe Stunde lang die Putte gestreichelt und wollten dann den Hof verlassen und plötzlich ist die Putte ihnen nachgelaufen und die haben die Welt gar nicht mehr verstanden, was da los ist. Und das bewirkt dann schon sehr viel, denke ich, das zu erleben, dass diese Tiere genauso clever, genauso sozial lebenswert sind, wie unsere Hundsies und Katzies zu Hause, denen man das ja auch nicht antun würde.

Elisabeth Und jeder Tropfen hüllt den Stein. Wenn Menschen das erleben, weitererzählen möglicherweise, ein Stück weit umzudenken. Und so wie du sagst, das ist ja immer unsere Botschaft. Das ist jetzt nicht das Ziel, dass morgen alle aufhören zum Fleisch essen und kann mich mehr trinken, aber einfach drüber nachdenken und vielleicht ein bisschen reduzieren und mehr aufhören.

Elisabeth Mehr pflanzliche Produkte konsumieren. Das ist das große Ziel.

Sigrid Ja, ich glaube, bei den landwirtschaftlich genutzten Tieren, da hat man auch, also wenn ich jetzt über eine Tierschutzorganisation für Pfoten spreche, das Gefühl, naja, dafür gibt es ja auch Bauernhöfe. Also ist das jetzt was Besonderes, eine Kuh zu sehen? Weil die sieht man ja eh auch auf der Alm. Aber Vermittlungskonzepte dahinter.

Sigrid Und in Wahrheit, wir sehen sie ja auch nicht mehr auf Bauernhöfen. Bauernhöfe sind mittlerweile hermetisch abgeschottete Anlagen und das aus wahrscheinlich mehreren Gründen. Und Seuchen sind sicher ein Thema und man kann das verstehen, dass jeder Landwirt, jeder Landwirt, den kein Interesse an vielen Schuhen, die da reinkommen und irgendwas mitbringen hat.

Sigrid Aber auch, weil was die Konsumenten nicht sehen, das kann keine Beschwerden auslösen. Und die Zeiten sind vorbei. Wie ich das erwähnt habe, ich als Kind bei meiner Verwandtschaft in Bauernhöfe zu gehen und Tiere erleben zu dürfen und halt den Geruch und dieses warme Fell und, Ein Käuble mit dem Stroh abreiben und all diese Dinge, das gehört wahrscheinlich zu einer Kindheit dazu, in der man ein Verhältnis zu Tieren aufbauen kann.

Andi Das ist aber das, was einfach mit offenen Augen ein bisschen wandern geht. Es war auch, wie mein Iga da unterwegs war, so Waldviertel, muss ich sagen, hat mich sehr schockiert. Ich habe das nicht erwartet, weil man keine Rinder sieht. Du siehst, du riechst sie, es stinkt überall nach Gülle, aber die Rinder sind im Stall drinnen.

Andi Und wenn du da so zu Fuß wanderst, dass du mit dem Auto schnell vorbeifahrst, ist das was anderes, als wenn du zu Fuß vorbeigehen musst und du siehst, dass die im Stall drinstehen, die stehen in Dreck und die Miesen werden akribisch abgesäbelt, mindestens dreimal im Jahr und dann wird die Gülle draufgespritzt, aber die Tiere sind nicht auf der Wiese.

Andi Tirol ist ja das Gleiche, also durch Tirol fahren, macht ja keiner mehr mit offenen Fenstern. Ich musste, wenn mir Klimaanlage ausgefallen ist, Tirol stinkt, rindt und Kuh, aber du siehst keine. Also ein paar gibt es halt auf den Almen oben für die Touris, aber der Großteil ist in Tirol immer noch in Anbindehaltung im Steuerdrehen.

Andi Die Wiesen wird abgemacht.

Elisabeth Ich habe vor kurzem einen Podcast gehört, wo ein Bauer darüber berichtet hat, dass die Herkunftskennzeichnung so mantraartig immer wiederholt, wie wichtig das wäre, die Herkunftskennzeichnung. Dass es aber ein ziemlicher Schuss ins Knie sein kann, weil die Deutschen mittlerweile erkannt haben, dass dieses Almen-Idylle in Österreich in Wirklichkeit nur Postkarten-Idylle ist. Die meiste Milch kommt aus Oberösterreich und Niederösterreich, wo die Viecher eingesperrt sind.

Elisabeth In Massenproduktion, die wenigsten Tiere stehen in Österreich auf der Alm, wohingegen in Deutschland mit viel Fläche im Norden die Tiere tatsächlich draußen stehen in seiner Extensivhaltung und so weiter. Und die Deutschen jetzt danach gesagt haben, ja Leute, Herr Postkarten-Idylle können Sie heimpacken, wir haben höhere Standards als ihr.

Elisabeth Und dementsprechend, die Herkunftszeichnung kann ein Schuss ins Knie sein. Aber anyway, anderes Kapitel. Sorry.

Sigrid Ja, aber ich denke, um landwirtschaftlich genutzte Tiere zu erfahren, braucht es genau so etwas, was ihr betreibt. Es braucht Lebenshöfe. Man könnte sich fragen, ist das wirklich notwendig, dass Menschen und Tiere, diese Art von Tieren kennenlernen dürfen? Aber es ist wahrscheinlich wirklich hoch notwendig. Auf jeden Fall.

Andi Ja, die Pute ist das beste Beispiel. Kaum jemand hat eine Pute gesehen, außer auf der Verpackung, leicht stilisiert. Aber sonst, ja.

Elisabeth Du hast gesagt, der Umbau ist noch nicht ganz vollzogen. Ein paar Dinge kommen noch. Was steht noch in Aussicht? Was wird noch fertiggestellt?

Sigrid Also ja, vor allem was das Vermittlungskonzept angeht. Wir sind da noch irgendwie sehr niederschwellig oder vielleicht auch sehr... Das ist ausschlugsfreundlich. Aber wir haben zum Beispiel Selfie-Points, das sind große Gemüsesilhouetten, da kann man seinen Kopf durchstecken und ein Erinnerungsfoto machen und lustigerweise, das machen die Menschen, die lieben das und die Idee war, da einen Upload zu erzeugen und zu verlinken auf einen Kanal, der pflanzenbasierte Ernährung bewirbt.

Sigrid Und so weit sind wir noch nicht. Und natürlich haben wir einen Partner hier, der da die Gastronomie betreibt. Und das muss für beide Parteien, also für uns als Tierschutzorganisation, aber auch für die lokale Gastronomie verträglich sein. Und da überlegen wir halt an Konzepten, die jetzt nicht gleich so einen Schuss vors Knie geben, aber doch ein sanftes.

Sigrid Also es soll dem Schnitzelesser, der hier auch ist, nicht gleich schlecht werden oder nicht gleich der Appetit auf seinen Schnitzel vergehen. Aber ein sanftes Nachdenken soll es schon auch ermöglichen. Und es sollen natürlich die Menschen, die irgendwie schon eine sehr klare Meinung zu ihrem Konsum haben, sich hier auch abgeholt fühlen und nicht den Eindruck haben, was da wird überhaupt noch Fleisch serviert. Also da düfteln wir noch herum.

Sigrid Wir haben ein paar kleine Detailbereiche, da geht es jetzt mehr um so Infrastrukturelles. Wie kühlen wir unser Futter für die Bären? Ideal. Weil irgendwie kommt man da ja jetzt mit der Geschwindigkeit des Klimawandels und der Wasserverfügbarkeit oft gar nicht mehr nach. Was brauchen wir an Filter- und Pumpsystemen, damit unsere Teiche halbwegs eine Wasserqualität haben?

Sigrid Und wie sehr müssen wir Futter für die Bären kühlen? Oder ist es dann effizienter oder ressourcenschonender, wenn wir uns das öfters liefern lassen? Also eher solche Komponenten. Und ja, gärtnerisch, wir sind auch ein Natur-im-Schaugarten. Garten zu dem Thema Bären, also essbare Bären. Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, weil es halt einfach aufgelegt war.

Sigrid Es war halt so lustig, Braunbeeren und Brombeeren und, Unsere Gäste dürfen all das Bärenobst auch naschen. Aber da, überlegen wir gerade, wir wollten auch einen Pilzgarten anlegen, weil Pilze manchmal halt so für ein Einstiegsprodukt für Fleischersatz, Pilze können so zubereitet werden, dass sie ein bisschen diese Haptik und die Konsistenz haben.

Sigrid Und es gibt im Waldviertel innovative Unternehmen, die so geimpfte Baumstämme und auch sehr viel an Wissen dazu haben. Da wollten wir kooperieren, dann war absehbar, dass diese Trockenheit kommt und wir haben eh die große Baustelle im Griff haben müssen und konnten uns um solche Details noch nicht kümmern.

Sigrid Aber dass wir einerseits halt einen Pilzgarten anlegen, wir haben jetzt zum Beispiel so ein Hochbeet, wo wir Bohnen und andere Pflanzen drinnen haben und wir haben dann gesehen, unsere Gäste, wenn man sie auffordert, ja das könnte es kosten, also irgendwelche Kräuter, Also ihr könnt es das kosten, dass unsere Gäste, die, vielleicht sehr häufig Stadtpublikum sind, Das zwar irgendwie gerne machen würden, aber irgendwie nicht mehr sich getrauen oder können oder ganz genau Anleitungen brauchen oder muss das jetzt gewaschen werden oder ist das eh nicht giftig oder dieses Zerreiben zwischen den Fingern und riechen, und einschätzen können, könnte das genießbar sein oder nicht.

Sigrid Also was da auch für ein Wissen verloren geht und für eine. Ich erkunde die Natur einfach mit einem gewissen natürlichen Herangehensweise, da wird mir jetzt schon nichts passieren, auch einem Vertrauen, dass wir jetzt nicht in ein Pflanzenkostbett etwas einpflanzen, was giftig sein könnte. Und die Bohnen, die so schön blühen und ranken, die haben unsere Gäste fasziniert und da kann man auch schon ganz viel über Bohnen und das sind Proteinspender, und was erzeugt jetzt ein Kilo Fleisch an CO2-Ausstoß und ein Kilo Bohnen und ich finde gerade die Hülsenfrüchte bieten ja eine Buntheit und eine Vielfalt, da kann man ja auch mit diesen Farben sehr schön spielen.

Sigrid Also ja, vielleicht geht es auch künftig in diese Richtung, da warten wir jetzt noch ein bisschen mit unseren Wasserverfügbarkeiten und auch den Flächen, die wir noch bespielen können, ab. Aber können wir vielleicht einmal Linsen und Kichererbsen und Bohnen und all diese Pflanzen auch zeigen und jedem Gast eine Bohne mitgeben und sagen, das ist jetzt deine Starterbohne, setz du zu Hause in deinem Fensterbank mal an und vielleicht erinnert es dich an deine, Handvoll Rezepte von, ja, wie können wir über Hülsenfrüchte.

Sigrid Und ich meine, weite Teile dieser Erde haben das ja jahrtausendelang, glaube ich, so gemacht. Der Fleischkonsum ist ja erst der hohe Fleischkonsum und diese Idee, dass Protein nur von Fleisch kommen kann, ist ja eine sehr junge Entwicklung. Und ja, der gesundheitliche Aspekt, den will ich da jetzt gar nicht mehr ansprechen.

Sigrid Also ja, das sind noch so Dinge, wo wir noch schärfen wollen.

Elisabeth Schön.

Andi Ja.

Elisabeth Elisabeth, hast du noch eine Frage?

Andi Nein, im Moment nicht. Gibt es noch etwas, was du gerne noch anmerken würdest, was da wichtig ist?

Sigrid Nein, also wir haben uns im Vorfeld schon unterhalten und eure gärtnerische Expertise, das ist ja auch etwas für uns Spannendes, also das einmal anzuzapfen und ihr habt da unglaublich wertvolle Kontakte. Und dieser Austausch ist einfach immer unglaublich inspirierend und schade ist es natürlich, dass wir so weit voneinander wegbiegen, weil sonst könnten wir ganz tolle Kooperationsprojekte in der Vermittlung machen.

Andi Ich habe sogar zu Fuß her geschafft.

Sigrid Ja, das stimmt.

Andi Meine lieben Fernwahl-Team.

Sigrid Das stimmt.

Andi Eine halbe Stunde mit dem Auto.

Sigrid Das stimmt.

Andi Betriebsausflug, wir würden uns sehr freuen.

Sigrid Ja, wir natürlich auch, aber wir wollen dann immer alle mithaben und ja, also vielleicht kommen wir mal auf.

Elisabeth In zwei Teilen

Sigrid Einfach. In zwei Teilen, genau.

Elisabeth Ich habe dir das letzte Mal vorgewarnt, heute nicht, aber dir fällt sicher ein Titel ein für unsere Playlist, für die Lastisaurus-Playlist.

Sigrid Lieber Andi, ich bin natürlich vorbereitet. Na schon. Und ich weiß, dass ich mich letztes Mal als Bruce-Spring-Rianerin geoutet habe und habe mir gedacht, ich könnte da schon einen ziemlichen Kontrapunkt draufsetzen. Und wir haben jetzt ja auch ein bisschen so schwere Themen angesprochen und es ist heute ein bisschen so ein nebliger Tag und wir wissen, jetzt kommt die graue, die manchmal ein bisschen trostlose Zeit.

Sigrid Und das ist eine Zeit, wo ich so oft, und das begleitet mich schon Jahrzehnte und wird mich bis zu meinem Sterbebett, glaube ich, als Musikstück begleiten, das so inspirierend und schön sein kann, da kann man so richtig hineinkippen. Das ist Kiss Charits Köln-Konzert.

Elisabeth Wow, na da bin ich neugierig.

Andi Das sagt man gar nichts, das werden wir uns jetzt beim Heimfahren anhören.

Elisabeth Genau.

Andi Vielen, vielen Dank für die...

Elisabeth Darf ich auch was sagen?

Andi Achso, ja, genau. Die Idee ist das nicht meins.

Elisabeth Mach. Ich nehme, weil Patrick Stewart ist gestorben, das ist der Käpt'n Jean-Luc Picard. Sir, muss ich ja sagen, Sir Patrick Stewart, ganz ein großartiger Mann, der sich übrigens auch für Tierschutz sehr eingesetzt hat. Und ihm zu Ehren nehmen wir das Raumschiff Enterprise Theme.

Andi Da gibt es ja gerne das Lied dazu.

Elisabeth Nein, diese Einstiegsmelodie. Klar. So, jetzt darfst du eine Abmoderation machen, Elisabeth. Nein, nein. In diesem Sinne hat es uns wirklich sehr gefreut, Sigrid. Das ist echt ein Mini-Urlaub für uns, zu euch zu kommen. Das heißt, in drei Jahren später machen wir den nächsten, oder?

Sigrid Ja, ich werde mich bis dahin natürlich täglich vorbereiten.

Elisabeth Ja, dann wünsche ich euch schöne Woche. Lasst die Sau raus.

Andi Tschüss. Bis bald.

Sigrid Baba und bis bald.

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