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Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

Folge 97 - Kein Raketenstart der Konjunktur

Freitag, 24. Mai 2024 · 29 min

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Shownotes

Daten aus den USA treiben Märkte an
Die amerikanische Inflationsrate ist die derzeit am stärksten beäugte Zahl bei den Finanzmarktprofis. Kein Wunder, denn sie ist es, die d für die Zinssenkungen in den USA ausschlaggebend ist. Und diese wiederum würde den Aktienmärkten zu neuem bzw. weiterem Schwung verhelfen. in Deutschland sieht es trotz DAX Rekorden weiterhin nicht sehr rosig aus. Trotz steigender ZEW Umfragewerte ist ein konjunktureller Raketenstart weiterhin in großer Ferne...

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Die USA standen mal wieder im Mittelpunkt des weltweiten Börsengeschehens. Die weiterhin hohe Inflation jenseits des Atlantiks hält die Märkte in Atem. So waren die Daten zur US-Inflation von den Märkten sehnlichst erwartet worden. Im Vergleich zum Vormonat fiel die Inflationsrate auf einen Wert von 3,4% und erfüllte damit die Erwartungen der meisten Volkswerte.

Aber auch andere Daten aus den USA, wie die Erzeugerpreise, wurden minutiös beäugt und bewertet. Auch in Deutschland gab es eine Vielzahl interessanter und relevanter Daten zu verarbeiten. So Schnitt der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung deutlich besser ab als angenommen. Und auch die Beurteilung der aktuellen Konjunktur lag deutlich über den Erwartungen der Volkswerte und Finanzmarktprofis.

Die fünf Wirtschaftsweisen stellten zudem ihr Frühjahrsgutachten für Deutschland vor, der DAX lässt sich derzeit nicht beirren und nähert sich Schritt für Schritt der 20.000 Punktemarke. Wie geschritt war gestern. Welche Folgen werden aus den US-Daten für die Zinsentwicklungen abgeleitet und wie realistisch ist es, dass der DAX die 20.000 Punktemarke noch in diesem Jahr erreicht?

Wir sprechen drüber in dieser Folge. Micro trifft Makro. Hallo und herzlich willkommen zur 97. Folge Micro trifft Makro. Heute ist Dienstag der 21. Mai 2020 und bei mir ist der Cheffolkswirt der DK Bank, Dr. Ulrich Carter. Guten Morgen Herr Carter. Hallo. Ja, Folge 97 und nur noch ganz wenig Zeit bis zur Folge 100 Herr Carter.

Wir haben ja nach der letzten Aufnahme schon mal so ein bisschen überlegt, was wir da Besonderes machen wollen oder ob wir da überhaupt was Besonderes machen wollen oder ob wir sagen, wir machen Business as usual. Nein, wir machen natürlich was Besonderes und wir sind so auf die Idee gekommen, wir kümmern uns mal so ein bisschen um die Börsenweisheiten und Börsenmüten oder auch besonders merkwürdige Begriffe, die da immer mal auftauchen.

Und wollen uns sie mal so ein bisschen näher anschauen und da würde uns natürlich freuen, wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer uns mal schreiben würden, welche Mythenbegriffe Weisheiten sie denn gerne mal entschlüsselt hätten von Ihnen Herr Carter, damit sie endlich mal wissen, stimmt das jetzt eigentlich alles, was da immer so gesagt wird oder nicht?

Und wenn Sie uns da etwas zuschicken wollen, dann machen Sie das gerne ganz einfach per E-Mail an podcast@dk.de. Ja und ich habe übrigens die Zeit auch mal genutzt, ein paar alte Folgen zu hören und da muss man wirklich sagen, dass wir wirklich unglaublich viele Themen schon gestreift haben, so in den letzten Jahren, in denen wir das jetzt hier machen, also von der Verabschiedung von Frau Merkel übrigens eine tolle Folge damals mit Robin Alexander oder die Sonderfolgen auch zum Russland-Ukraine-Krieg, die wir gemacht haben, relativ schnell immer hintereinander, relativ aktuell auch das ganze inklusiv in der Live-Folge am Abend und natürlich auch die Begleitung der US-Wahl und das wird ja dieses Jahr auch wieder ein Thema werden,

also wir werden ja dieses Jahr auch wieder eine US-Wahl erleben dürfen, das ist ja immer ein ganz besonderes Ereignis und natürlich auch bei uns im Podcast ein großes Thema. Und natürlich wollen wir auch schauen, ob wir nach 100 Folgen nicht nochmal irgendwas entstauben müssen, wie heißt es so schön, unseren Podcast noch attraktiver machen, da müssen wir nochmal gucken, was sich da vielleicht noch anbietet, vielleicht können wir nochmal ein bisschen was verändern, ein bisschen was flotter gestalten, schauen wir mal, was uns da so einfällt in unserem Alter Herr Carter.

Ja, all diese Themen werden wir dann in Folge 100 nochmal aufgreifen, mehr dazu in den noch ausstehenden Folgen davor, beziehungsweise am besten folgen sie auch unseren Social Media Accounts auf Instagram zum Beispiel, da werden wir sicher auch nochmal so ein paar Sachen im Vorfeld posten. Jetzt aber genug der Vorrede und ab in medias Rees, denn es gab viel zu verarbeiten für die Märkte in der letzten Woche, allen voran standen die US-Inflationsdaten im Mittelpunkt, die wurden heiß erwartet von den Finanzmarktprofis und nun ist klar, ja, Zinssenkungen kommen, nein, die Inflation ist noch nicht ganz da, wo wir sie haben wollen, das ist glaube ich so das Fazit, was man ziehen kann.

Die Märkte haben dennoch positiv reagiert und die Zinssenkungen, würde ich jetzt mal sagen, ist irgendwie so halbwegs jetzt eingepreist für September, das ist zumindest das, was man hört aus den USA und dann können sich ja die Markteilnehmerinnen und Markteilnehmer jetzt wieder um die anderen Sachen alle kümmern, oder?

Das ist korrekt zusammengefasst, das können Sie ja auch in Ihrem Alter noch. Danke. Aber man muss immer wissen, also was am Markt da erwartet wird, das kann auch ganz schnell wieder ausgepreist werden. Im Gegensatz zu den Analysten kann der Markt ja seine Prognosen, die täglich notiert werden in den Wettpapierkursen, kann er diese Prognosen ja schnell stillsteigend wieder einkassieren, abändern, auch gerne mehrmals im Monat und der Markt macht ja auch sehr häufig gebraucht von dieser Möglichkeit, das heißt die Kurse schwanken ja eben auch sehr stark, also wie viele Zinssenkungen da in den vergangenen Quartalen, da schon eingepreist worden sind und dann auch wieder verschoben wurden.

Das war eine schlechtere Performance, als die Markanalysten es gehabt haben, auch bei uns und unseren Prognosen, die waren da besser als der Markt in dem Punkt, ansonsten ist das halt auch sehr schwierig den Markt dazu schlagen. Aber es ist richtig, zurzeit ist eine Zinssenkung eingepreist in diesem Jahr, aber ganz klar das hängt ganz eindeutig von den weiteren Inflationszahlen ab, gerade in Amerika.

In Europa ist es ein bisschen entspannter. Hier kommt die erste Zinssenkung im Juni, aber auch hier muss man natürlich auf die Zahlen gucken und die Inflationszahlen sind eben noch längst nicht in trockenen Tüchern, das kann man nur immer wiederholen. Die Zahlen sind so hoch, gerade in Amerika und ob sie ausreichend rückläufig sein werden sind, das können wir erst gegen Ende des Jahres beurteilen und wenn das nicht der Fall ist, ja dann haben wir ein Problem an den Marken.

Ja und dann gab es ja noch weitere Daten, auch wieder in den USA, die sogenannten Erzeugerpreise, ich glaube die kamen ein bisschen vor den Inflationsdaten und die sind deutlich höher ausgefallen als erwartet und haben schon ein bisschen für Unruhe gesorgt vielleicht. Was steckt denn genau hinter diesen Daten dieser Erzeugerpreise, das ist ja quasi schon das erste Mysterium, was wir hier wieder haben.

Welche Art von Preisen sind das denn und wer erzeugt da was? Ja, okay, also die Inflation, die wir gemeldet bekommen, die bezieht sich ja auf die Verbraucher, also auf uns als Konsumenten. Inflation soll angeben, wie viel kann ich mir für mein jährliches Einkommen wirklich an Gütern und Dienstleistungen kaufen und zwar sind das alles Konsumgüter, das was der private Haushalt kauft sind, alles Konsumgüter.

Aber deswegen sind zum Beispiel eben Aktien oder Immobilien oder Gold oder Krypto oder sonst was, ist da eben nicht drin, weil das keine Konsumgüter sind. Die Preise für die Konsumenten hängen natürlich aber auch davon ab, was so in der Wirtschaft passiert, das heißt also wie sich die Preise von den, ja wir sollen mal sagen, Nicht-Konsumenten entwickeln, also die Preise auf den sogenannten vorgelagerten Produktionsstufen, also da wo es produziert wird und das sind dann eben die Erzeugerpreise.

Also bevor die Waren vom Händler an den Konsumenten verkauft werden, werden sie ja innerhalb der Unternehmen verkauft und dann an die Händler verkauft und diese Preisentwicklung wird eben auch gemessen. In Deutschland gibt es einen Erzeugerpreisindex für Güter, es gibt einen für Erzeugerdienstleistungen, es gibt einen für Landwirtschaftsgüter und das kann man sagen, das ist so eine Art Frühindikator für die Verbraucherpreisinflationen.

Und gerade bei den Güterpreisen, da hatte man schon im letzten Jahr, vor dem vorletzten Jahr schon gesehen, dass sich das Geschehen eben dann doch beruhigt, indem ausmaß, indem eben diese Produktionskettenproblematik da in der Pandemie wieder zurückging und diese Produktionsketten sich verbesserten, da sanken dann eben auch die Knappheitspreise bei Industriegütern und da hat man schon sehr früh gesehen, neben den Energiepreisen, die ja auch Rückläufe fahren, aber auch eben aus diesen Erzeugerpreisen, hat man schon sehr früh gesehen, dass die Inflation wohl zurückgehen würde, wie das eben ja in diesem Jahr auch passiert ist.

Das ist aber jetzt auch vorbei. Also diese Beruhigung bei den Erzeugerpreisen ist vorbei, die Produktionsketten sind eben wieder hergestellt und die Weltwirtschaft läuft wieder und jetzt kommt wieder das ganz normale Spiel von Knappheit, bei Rohstoffen, bei Produktionskapazitäten und Nachfrage und das bestimmt dann jetzt, wie es auch bei den Erzeugerpreisen weitergeht und das zeigt sich eben, dass es da auch wieder nach oben gehen kann.

Eine Sache, die ich auch noch gelesen habe, das vielleicht noch mal als kurze Zwischenfrage, die Kernrate der Inflation, die hat sich ja auch nochmal verringert und das war ja auch nochmal ein ganz wichtiger Punkt bei der US-Inflation wohl, dass insbesondere die Güter, die nicht sowohl latil sind, in der Inflationsrate auch deutlich gesunken sind.

Ist das richtig? Ja, das ist richtig. Wobei es wirklich bei den letzten Inflationszahlen in Amerika echt um 10. geht. Die Zahlen selber sind ja noch so hoch, sowohl Inflation als auch Kernrate in Amerika sind deutlich über 3% und wir müssen auf 2% runter. Und das erleichterte bei den letzten Meldungen war, dass es eben nicht höher reingekommen war als erwartet, sondern ein Zehntel niedriger, aber das sind wirklich Nihons.

Und ja, das bezieht sich auf die Kernrate, das heißt also da sind ja die Nahrungsmittelpreise draußen, vor allen Dingen die Energiepreise draußen und damit wird ein unverfälschtes Bild ermöglicht auf die Preis Trends, weil Nahrung und Energie schwankt eben sehr stark und das filtert man raus, um zu sagen, wie ist denn der Trend bei den anderen Preisen und da spielen dann ganz stark Dienstleistungspreise in der Rolle, die sind dann Träger als Energiepreise und für die Dienstleistungspreise sind die Löhne dann eben wieder ganz wichtig.

Diese Analyse macht man eben, wenn man sich halt ein Bild machen möchte, wie geht es weiter und deswegen wird eben auf diese Zahlen aus der stark geachtet, gibt nicht nur die Kernrate, sondern gerade jetzt in den letzten ein, zwei Jahren mit dieser Inflationsentwicklung sind viele, viele neue Ansätze bei den statistischen Ämtern und bei den Notenbanken entstanden, wie kann man denn aus den Zahlen noch besser herausfiltern, was wohl morgen passiert, gibt es ganz viele neue Informationsmaße bei den Preisen.

Aber auch mit diesen Anstrengungen geht es nicht daran vorbei, dass die Zahlen im Herbst eben heute noch ausreichend unsicher sind, dass man eben schon Vollentwarnung geben kann, deswegen müssen wir eben abwarten bis Ende des Jahres, wie es ausschaut. Ja in Deutschland gab es auch ganz viele Daten zu verarbeiten, fangen wir mal mit dem ZEW-Index an, der ja die konjunkturellen Aussichten so ein bisschen beleuchtet.

Der lag deutlich über den Erwartungen, wir hatten ja schon in der letzten Folge den Blick auf das Verlassen des rezessiven Fahres geworfen so ein bisschen. Nun werden auch die Aussichten deutlich besser eingeschätzt durch die Befragten dort und auch die konjunkturelle Lage, also das was aktuell passiert, wurde positiver bewertet als gedacht und zwar deutlich besser als gedacht.

Warum lagen denn die Analysten hier so daneben bei den Erwartungen und wo kommt denn der Optimismus bei den Befragten her? Naja so sehr daneben gelingen hat man jetzt nicht, also man kann ja nicht sagen, dass das ein Raketenstart jetzt ist für die Konjunktur, was wir da herauslesen aus dem ZEW Erwartungen.

Außerdem ist für Deutschland, das kann man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man sich die Zeitungen durchliest, für Deutschland ist es eindeutig als Konjunkturindikator der IFO Geschäftsklimaindex, der wichtigste wird die Kollegen in München freuen, aber das ist wirklich das Zufall, was wir in Deutschland haben, wenn wir sechs Monate oder auch zwölf Monate in die Zukunft blicken wollen.

ZEW Index ja, der gibt vor allen Dingen, kommt der früher als IFO, das ist der Einvorteil und er gibt auch eine gewisse Tendenz für IFO vor. Ja und wie gesagt, es geht nach oben, aber so doll ist es nicht, oder wenn man im Regierungs sprech bleiben würde, es fehlt ja Wumms für die Konjunktur. Muss man aber sicherlich auch ein bisschen unterscheiden in Europa, in einigen Ländern in Europa läuft es ja deutlich besser, etwa in Spanien, auch in den Niederlanden, durchaus auch in Frankreich oder auch in Italien.

Das hat in einigen Ländern sehr stark was mit den fiskalischen Impulsen zu tun, das heißt einfach ausgedrückt, da gibt der Staat zurzeit ziemlich viel Geld aus. Das ist hier in Deutschland nicht der Fall und die deutschen Unternehmen leiden immer noch ein bisschen unter der Auftragslage, wir haben auch heute auch die Aufträge bekommen, aber wieder unbefriedigend, wobei die Auftragsreichweite vom Statistischen Bundesamt jetzt sogar leicht nach oben gegangen ist, dass Puffer, den die Unternehmen haben aus bestehenden Aufträgenheit zu produzieren.

Aber bei näher hin sehen wir das auch eine kleine Illusion, denn die Auftragsreichweite wird wiederum dadurch errechnet, wie die durchschnittlichen Umsätze der Unternehmen im letzten Jahr waren und wie die Aufträge sich zu diesen Umsätzen verhalten. Das sind aber die Umsätze eingebrochen, das heißt also ein Auftragsbestand, der da ist, nimmt sich immer besser aus, wenn nur die Umsätze geringer sind und die Aufträge selber im aktuellen Rand sind eben noch zu gering, aber das wird sich eben auch in Deutschland langsam bessern, wir rechnen ja damit, dass es im nächsten Jahr durchaus nach oben geht.

Wenn Sie jetzt sagen, da wird Geld ausgegeben durch den Staat, was heißt denn das genau, Das heißt, die sagen dann, okay, wir vergeben Aufträge für Straßenbau oder irgendwelche Dinge oder wie muss man sich das vorstellen? Weil die gehen wir nicht einfach das Geld an die Unternehmen. Das geläuft ja über Aufträge wahrscheinlich dann auch, oder?

Ja, ja, es geht hier um die Infrastrukturmittel aus dem sogenannten Wiederaufbaufonds der Europäischen Union, Next Generation EU in Pandemiezeiten beschlossen. Und Volumen damals 720 Milliarden, das hat mein Informationsindex jetzt 800 Milliarden die werden aufgenommen über die Institution der Europäischen Union und werden dann an die Länder der Europäischen Union vergeben, etwa 50/50 zur Hälfte als Zuschuss, das hat es noch nie gegeben, dass die Länder Geld in erheblicher Größenordnung bekommen, um eben Vorhaben voranzutreiben.

Man hat eben insbesondere in der Pandemie gesagt, die Wirtschaft muss wieder da anknüpfen, wo sie vorher war und wenn die Pandemie vorbei ist, muss es wieder weitergehen. Dafür sind die Mittel jetzt auch eingesetzt worden, die sind auch zum großen Teil verteilt. Die Hälfte dieses Topfes geht nach Italien und nach Spanien.

Frankreich, Deutschland erhalten davon relativ wenig. Griechenland erhält auch wenig in absoluten Beträgen, aber vom Griechenland ist ja auch eine sehr, sehr kleine Ökonomie von der relativen Bedeutung fürs Land erhält Griechenland sogar die höchste Summe mit etwa 20 Prozent in Relation zum eigenen Bruttoinlanden.

Es sind deutliche Zahlen, die da im Spiel sind und das zeigt sich natürlich dann auch in der Dynamik. Das heißt, da werden Infrastrukturmaßnahmen gemacht, da sind ganz, ganz breite Verwendungen. Das geht wirklich von Forschungsförderung bis hin zu Transformationsthemen, Infrastruktur und die werden gerade eingesetzt.

Das ist der Grund, warum gerade in Italien eben sehr viel Impulse da sind. Im Gegenteil, dafür, dass diese externen Impulse da sind, ist das Wachstum in Italien dann vor dem Hintergrund dann so doll und auch nicht, weil wir sind ja da auch noch im Bereich von einem Prozent oder ähnlichen. Die EU-Kommission, die hat jetzt ja auch noch mal gesagt, naja, so doll läuft es nicht in Deutschland, denn Deutschland ist aus Sicht der EU-Kommission für dieses Jahr zumindest erst mal schlusslich, gerade mal 0,1 Prozent Wachstum.

Trauen Sie der deutschen Wirtschaft zu. Das ist ja tatsächlich ziemlich mau. Die Wirtschaftsweisen haben auch eher Frühjahrsgutachten veröffentlicht, da sieht es auch nicht so doll aus. Wie geht es denn jetzt weiter mit Deutschland? Ist es denn wirklich so mau, wie die alle behaupten und wie kommen überhaupt diese ganzen Schätzungen zustande?

Die sind ja auch immer ein bisschen unterschiedlich. Ja, es hängt vor allen Dingen bei diesen Unterschieden, also ein Grund ist, dass die immer zu unterschiedlichen Zeitpunkten kommen. Also man hat Wirtschaftsbeobachtung und am regelmäßigsten berichten noch die Banken, weil die Banken und die Teilnehmer in den Finanzmärkten, die müssen jeden Tag ihre Zahlen neu rechnen, damit jedem Indikator da reinkommt.

Das heißt, da sind die Prognosen für Bruttoinlandsprodukt und alle anderen Zahlen am aktuellsten. So eine Institution wie ein Forschungsinstitut, die haben zweimal im Jahr eine Veröffentlichung darüber, wie sie die Welt sehen und wie sie halt prognostizieren. Der Sachverständigerrat hatte früher sogar nur einmal im Jahr im November seinen Gutachten, also eine Prognose im Jahr und die veraltet natürlich dann sehr schnell.

Der Rat hat jetzt seinen Prozedere geändert, die haben das Jahresgutachten jetzt aufgeteilt in zwei Gutachten, einmal im Frühjahr, einmal im Herbst und die neuesten Zahlen, die kamen jetzt eben vom Sachverständigerrat, haben sich eingereit in das, was an den Finanzmärkten auch so üblich ist. Also der Rat hat in diesem Jahr eine 0,2 für Deutschland.

Wir haben seit Jahresanfang eine 0,3. Das heißt also, da ist wirklich kein großer Unterschied. Und im nächsten Jahr hat der Rat auch eine Verbesserung in der deutschen Konjunktur vorausgesehen. Auf 0,9, wir sind noch knapp über 1 Prozent, also das entspricht sich schon in etwa und deutet eben an, dass dieses Jahr eben noch sehr, sehr verhalten sein wird in Deutschland.

Aber das mit zunehmender Nachfrage aus dem Konsumbereich, die Einkommen nehmen jetzt zu in Deutschland. Die Tarifabschlüsse hört man ja jeden Tag, sind deutlich so hoch, dass eben die Einkommensverluste aus dem Corona, aus der Inflation zurzeit eben langsam ausgeglichen werden, das wird in den Unternehmen zugutekommen.

Und dann wird auch wieder mehr investiert werden, es werden wieder mehr Maschinen gekauft werden, mehr Fahrzeuge gekauft werden, als alles, was Deutschland liefert. Und deswegen ist es für das nächste Jahr schon, aber bleiben wir auch die Aussicht, dass die Konjunktur sich auch wieder fängt. Was ich mich gerade noch frage, wenn das jetzt Frankreich beispielsweise macht, dass sie eben Geld in den Markt pumpen, wenn man das mal so ausdrücken darf, so bildlich, warum machen wir das in Deutschland eigentlich nicht so und schieben auch noch mehr Geld in den Markt rein, um da eben die Konjunktur vielleicht noch ein bisschen besser am Laufen zu halten?

Naja, das könnte man natürlich machen auch, sicherlich auch die Zahlen verbessern, aber man sieht das mal genau anschaut, liegt bei uns übrigens auch in anderen Ländern, also ob die das so richtig machen, jetzt ist schon die Frage. Also liegt in Europa generell, liegen die Probleme am Ende ja dann doch nicht so sehr auf der Nachfrage Seite.

Ja, wir haben schwache Nachfrage, aber das ist ja alles nicht so ausgeprägt, nicht so stark, auch im historischen Vergleich. Die Probleme liegen eher auf der Angebotsseite. Die Unternehmen könnten, klar einige Unternehmen könnten ein paar mehr Aufträge für Maschinen vertragen. Bauwirtschaft hat sicherlich Kapazitäten in Deutschland, das ist richtig.

Also insofern könnte also auch der Staat hier mit ein bisschen mehr Nachfrage die Zahlen, die Konjunkturzahlen schon verbessern, aber viel höhere Wachstumsraten bekommen wir gar nicht hin, denn die Kapazitäten sind ja dann schnell wieder ausgefüllt. Wir haben ja jetzt selbst bei diesen migrigen Wachstumzahlen haben wir ja kein Problem mit Firmen pleiten, mit Unterauslastung, mit Arbeitslosigkeit beispielsweise.

Die Aufgabe in Deutschland besteht eher darin, wenn wir die Wirtschaftslage und auch den Blick nach vorne verbessern wollen, die Aufgabe besteht eher produktiver zu werden. Das ist unsere Aufgabe, weil unsere Einsatzmittel ja begrenzt sind. Das geht bis zu den Umweltinvestitionen, wenn wir nicht produktiver werden, werden wir auch diese Umweltinvestition gar nicht hinbekommen, weil es eben so viel ist.

Deswegen ja, in jedem Fall, wenn der Staat in Deutschland Investitionen macht, um die Wirtschaft produktiver zu machen, dann ist das auch zu begrüßen. Auf dem anderen Blatt steht eher, ob er die jetzt auch auf Pump aufnehmen, machen sollte diese Investition, oder ob man bei einer Billion Steuereinnahmen nicht erwarten kann, dass irgendwie auch genug Geld für Zukunftinvestitionen da ist.

Das steht auf dem ganz anderen Blatt. Und umgekehrt, diese ja jetzt ganz gute Wirtschaftslage in Italien oder Spanien, die wird dann auch schnell wieder verpuffen, wenn die Gelder eben aus dem Wiederaufbaufonds ausgegeben sind, wird ja noch viel schlimmer. Im Gegenteil, eben in den 2018 soll der Fonds ja zurückgezahlt werden.

Das heißt, da wird es dann die Staatshaushalte auch in Italien, auch in Spanien, dann belasten. Und deswegen bleibt dabei, Schuldenfinanzierung ist immer ein Bumerang, da kommt irgendwann dann wieder zurück. Wenn man Pecher fliegt da an den Kopf, es ist das alte Lied, die Frage, ob man sich nur aufs Geld ausgeben versteifen sollte oder ob man nicht eben auch viele, viele andere Maßnahmen von der Bürokratie bis hin zu anderen Produktivitätsmaßnahmen ergreifen sollte.

Das ist auch der Kernpunkt der Diskussion zur Zeit. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, aber allein nur immer mehr Geld draufzuschmeißen auf die Probleme, wird diese Probleme eben auch nicht lösen. Der DAX, der ist jedenfalls optimistisch und bewegt sich langsam, aber stetig irgendwie so fühlt sich zumindest an Richtung 20.000 Punkte Marke.

Wie realistisch ist es denn, dass der Index noch dieses Jahr diese Marke erreicht, die gefühlte Stimmung im Land und die Stimmung an den Börsen, die scheint so ein bisschen voneinander abgekoppelt zu sein. Wenn man sich so umhört, dann sind alle eher so, ja läuft nicht so in Deutschland, sagen Sie ja auch an der Börse, aber da läuft es kräftig.

Ja, das haben wir ja schon häufig besprochen und auch festgestellt hier. Die Unternehmen an der Börse sind weltweite Unternehmen. Das ist wirklich auch eine ganz besondere Eigenschaft der deutschen Wirtschaft, weil wir eben so exportorientiert sind, weil wir diese Traditionen haben, ist das Bewusstsein bei den deutschen Firmen dafür, dass man eben nicht nur in Deutschland verkauft, wie das beispielsweise in amerikanischen Firmen machen würde, die sagt, ich habe so einen riesigen Markt hier in Amerika vor mir, ich verkaufe hier in Amerika, der Rest der Welt interessiert mich nicht.

Das ist traditionell eben überhaupt nicht die Denke der deutschen Unternehmen, sondern die haben immer den Weltmarkt vor Augen und das zeigt sich eben dann darin, dass auch viele, viele Umsätze halt im Ausland stattfinden. Können die Unternehmen jetzt, was ihre eigene Geschäftsentwicklung zumindest angeht, durchaus über die Probleme in Deutschland ein bisschen stärker hinweg gucken.

Und ja, der Aktiemarkt ist ja weiterhin in guter Verfassung, das bleibt auch intakt, die Fundamentaldaten stimmen, die Markteilnehmer sind trotzdem vorsichtig, das heißt, sie sind nicht überinvestiert, was ja auch wichtig ist, damit es weiter nach oben geht. Also ich persönlich glaube jetzt nicht an DAX 20.000 in diesem Jahr, aber im kommenden Jahr kann ich mir das durchaus vorstellen.

Der Dow Jones hat gerade die 40.000 geknackt und das Umfeld ist einfach zurzeit sehr günstig, die Konjunktur läuft nicht so langsam, aber eben auch nicht so schnell, die Inflation erscheint zumindest im Griff, Zinsen gehen perspektivisch runter, Finanzsystem funktioniert und das nach den Belastungen aus den letzten Jahren, das muss man auch mal würdigen, wo man ja immer im Finanzsystem eigentlich unterstellt, das ist ständig zusammenbricht.

Ja, es ist ganz klar, dass auch das Finanzsystem ein Instrument ist, was seine Probleme hat und auch periodisch Schwierigkeiten bei der Funktionsweise hat und repariert werden muss, aber es gibt eben auch viele und auch lange Zeiten, in denen das System einfach funktioniert und das tut, was es tun soll, nämlich Investitionen und damit Fortschritt und damit Wachstum von morgen zu finanzieren und das findet zurzeit beispielsweise statt.

Trotz aller dieser Belastungen, die da sind, das heißt nicht, dass das jetzt immer so weiter geht, die Konjunktur kann auch mal wieder nach unten schwanken, ob das mit der Inflation eben so doll weitergeht, haben wir ja gerade auch schon festgestellt, ist auch nicht gesagt, insofern müssen wir gucken, auch Geopolitik kann ja jeden Tag zuschlagen, das wissen wir mittlerweile auch, ja und auch im Finanzsystem kann es sein, dass sich jetzt gerade schon wieder viele Entwicklungen aufbauen, die man nicht richtig sieht, die vielleicht in zwei oder drei Jahren dann offen ausbrechen und dann wieder repariert werden müssen, aber das ist der ganz normale Lauf der Dinge in der Wirtschaft, in der Weltwirtschaft, selbst für manche dazu sagen

würden eine ganz normale Wahnsinn, es ist aber so, Wirtschaft verläuft nun mal eben nicht mit dem Lineal gezogen, gradlinig nach oben, Wirtschaft verläuft in Schwankungen manchmal chaotisch, aber was man zumindest aus den letzten 1000 Jahren sagen kann, dass die Wirtschaftsleistung und die Wirtschaftsmöglichkeiten trennensiell vom Trend, der immer weiter nach oben gehen und das kann sein, dass das in den nächsten Jahren ein bisschen langsamer der Stadt findet, weil wir eine ganze Reihe vom Blastungsfaktoren haben, aber dass der Trend weiter nach oben geht, das bleibt und das zeigt sich dann eben auch an der Börse. Ja, eigentlich hätte ich jetzt wieder gerne Börsenweisheit gebracht, aber die sparen wir uns mal auf für die Folge 100,

denn da haben wir dann eine ganze Folge lang Zeit, darüber zu sprechen und wer weiß, vielleicht kommt ja auch noch die eine oder andere Zuschrift an unsere E-Mailadresse podcast@dk.de von unseren Zuhörerinnen und Zuhörern, vielleicht ist in der Börsenweisheit dabei, die wir noch gar nicht kennen oder noch nie gehört haben, bei ihnen wage ich es zu bezweifeln Herr Kater, Sie kennen sie bestimmt alle und haben sie schon alle gehört und entkräftet, oder zumindest wahrscheinlich die meisten, die wir so kennen. Ja, manche stimmen ja. Ja, da bin ich auch gespannt, ob wir mal eine finden, wo sie sagen, die stimmt. Also, aber ich glaube, das sind dann eher so grundsätzliche Verhaltensregeln, wo man dann sagt, ja das macht Sinn, danach zu

handeln, weniger so diese, wie wir es beim letzten Mal hatten, Cell and May and Go Away, ich glaube, das sind dann eher so tatsächlich so ob der Haarencrete auf dem Mist oder nicht und wie war das nochmal mit der Bauernregel, also das Wetter kann man auch nicht vorher sagen, so ist es manchmal an der Börse eben auch. Ja, aber das eben uns alles auf für Folge 100 und ich würde sagen, wir machen für heute mal Feierabend, Sie gehen wieder Ihre Analysen machen, gucken sich irgendwelche Indizes und Daten an und ich fange mal an dem Podcast fertig zu machen, damit er auch gesendet werden kann.

Wenn Sie Fragen haben rund um Börse Wirtschaft neben den Börsenweisheiten, dann schreiben Sie uns auch gerne am Podcast@dk.de, denn die greifen wir dann auch gerne auf. Das war es von uns für heute, ich freue mich auf die nächsten Folgen, machen Sie es gut und bis bald, Tschüss! Mikro trifft Makro ist ein Podcast der DK Bank. Weitere Informationen zur DK Bank finden Sie unter www.dk.de/dk-gruppe www.dk.de/dk-gruppe [Musik] Das kommt jetzt aus dem Neuerungsstück in Dorfv großartig eines neuen.

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