
Nahost. Nah Dran.· Folge 37
Ehemaliger AA-Spitzen-Diplomat kritisiert deutsche Nahost-Politik – Talk mit Martin Kobler
Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 1 h 13
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Der ehemalige deutsche Spitzen-Diplomat Martin Kobler hat in Krisenregionen wie dem Irak, Libyen, Afghanistan und den palästinensischen Gebieten gearbeitet. Im Gespräch mit Karim El-Gawhary kritisiert er die deutsche Nahostpolitik und fordert, Gesprächskanäle offenzuhalten, aber doch gleichzeitig wirksame Sanktionen gegen Israel zu ermöglichen. Er warnt vor Doppelstandards in der Außenpolitik und betont, dass das Völkerrecht und internationale Gerichte unabhängig davon respektiert werden müssen, gegen wen sich ihre Entscheidungen richten. Mit Blick auf Gaza spricht er sich für die Aussetzung bestimmter Handelsprivilegien im EU-Assoziierungsabkommen mit Israel und gegen Waffenlieferungen aus, bei denen ein Einsatz für mögliche Kriegsverbrechen nicht ausgeschlossen werden kann. Zugleich plädiert er dafür, zwischen Angriffswaffen und defensiven Waffensystemen zu unterscheiden. Kobler kritisiert außerdem, dass kontroverse Debatten über die deutsche Nahostpolitik im Auswärtigen Amt nicht ausreichend geführt werden und zieht dabei Parallelen mit Tabuthemen, die die Aufarbeitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes behindert haben. Für eine langfristige Lösung der Konflikte fordert er eine regionale Sicherheitsarchitektur für den Nahen Osten und eine aktivere Rolle Europas, das seine wirtschaftliche Stärke stärker in politischen Einfluss übersetzen müsse.
Buch: Peter Köpf, Martin Kobler: Weltenbeben: Europas Chance auf neue Strahlkraft, Europa Verlag 2025
europa-verlag.com/Buecher/6707/Weltenbeben.html
Offener Brief ans AA: Ex-Diplomaten fordern mehr Druck auf Israel (tagesschau.de/ausland/asien/israel-kritik-dipl…)
Wortlaut des Briefes (live0.zeit.de/pdf/appell.pdf)
Produktion: Martin Druml
Musik: Nour Ashour
Grafic Design des Logos: Mona Henry