Pia liest· Folge 168

Pia liest Hörergeschichten - 60 - Runaway Part 4

Samstag, 31. Oktober 2026 · 52 min

MP3

Shownotes

Eine Hörergeschichte von Thorsten
Min. - Min.: Begrüßung und Update
ab Min. Geschichte ,,Runaway Part 4" von Thorsten

Liebe Hörerherzchen,

Heute geht es weiter mit der ersten Reihe aus Hörerfeder, die mir für Pia liest zum Vertonen angeboten wurde. Heute hört ihr Teil 4 von Runaway von Thorsten. Teil 1 ist im April, Teil 2 im Juni und Teil 3 im August erschienen und sehr zu empfehlen :)

Ich plane weiterhin, die weiteren Folgen im Zweimonatsrhythmus zu veröffentlichen, sofern der gute Thorsten schreibt wie der Wind; sonst müsst ihr euch ein bisschen länger gedulden :)

Ganz herzlichen Dank für deine tollen Einsendungen, Thorsten! Es ist mir eine Freude und euch allen wünsche ich viel Freude beim Hören!

Bitte macht außerdem gern weiter mit euren Einsendungen :-D Wenn ihr mir eure Geschichten für den Podcast schicken mögt, damit ich sie vertone, immer her damit: kontakt@pia-liest.de

Geräusche von freesound.org
Musik von Myuu youtube.com/user/myuuji

Veröffentlichungen mit meiner Stimme im Oktober:
- Der äußerst katastrophale Ausflug in den Zoo von Joel Dicker, erschienen bei Hörbuch Hamburg
- To Break a God von Anna Benning, gelesen zusammen mit Leonard Hohm, erschienen beim Argon Verlag

Wenn ihr mich unterstützen möchtet, schreibt mir doch gerne eine (möglichst nette :D ) Bewertung bei itunes bzw. Apple Podcast oder bewertet den Podcast bei Spotify oder im Podcastplayer eurer Wahl. Auch Weiterempfehlungen an Freunde, Bekannte und Verwandte helfen sehr. Je mehr Hörerherzchen, desto besser!
Und wenn ihr mich monetär unterstützen möchtet, könnt ihr mir einen Betrag eurer Wahl an danke@pia-liest.de schicken. Auch darüber freue ich mich sehr. Ein dickes Danke an der Stelle an alle Paypal-Unterstützer für die Unterstützung im vergangenen Monat. <3 Ich weiß das sehr zu schätzen! Das gesprochene Dankeschön reiche ich im November nach <3

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Pierre-Liest. Es ist der letzte Samstag im Monat, ich melde mich aus der Vergangenheit denn heute, wenn ich aufnehme, ist es der XXIII. und das hat einen ganz bestimmten Grund! Der Oktober wird einfach nur wild und ich möchte die Folge jetzt schon hochladen.

Und das hängt damit zusammen, dass unsere Podcast-Tour mit Stimme im Kopf beginnt! Das heißt ihr könnt uns Denise und mich mit Stimmen im Kopf und einem... Wirklich sehr spannenden True Crime Fall. Ab Ende Oktober live auf der Bühne erleben, Tickets gibt es überall wo es Tickets gibts. ich mach hier einfach mal unverschämt Werbung und darüber hinaus ist auch noch Buchmesser.

Ich bin da vom siebten bis elften also volles Programm Wenn ihr dort seid quatscht mich gerne an! Ich freue mich einige Bookies dort zu sehen. Genau Und davor ziehen wir um. Also nächste Woche ist Umzug angesagt und dann wird es einfach nur noch wuselig ab da. Und ein großes Chaos. deswegen möchte ich dafür sorgen, dass ihr die Folge für Oktober quasi schon bekommt beziehungsweise die hochgeladen ist damit sie pünktlich für euch da ist.

am letzten Samstag im Monat genau lange Rede kurzer Sinn Ich habe zwei Veröffentlichungen für euch mitgebracht, die im Oktober erschienen sind, die ich jetzt schon sehen kann. Manchmal werden die Sachen bei den Anbietern etwas später gelistet und das wäre einmal der äußerst katastrophale Ausflug in den Zoo von Joel de Kerr, erschien bei Hörbuch Hamburg.

Und hier möchte ich eine ganz klare Empfehlung aussprechen Das war das witzigste, bizarste, abstruseste Buch was ich seit Jahren gesprochen habe wenn nicht sogar immer. Ich durfte in die Rolle einer neun, acht-neunjährigen irgendwie so schlüpfen. Und vor allem ist es einfach kein Kinderbuch! Also ich glaube man kann's mit Kindern auch hören aber eigentlich ist das ein Buch für Erwachsene mit ganz viel Botschaft und unfassbar witzig und unterhaltsam.

und vor allem so einen Snack für zwischendurch also... Das Buch hat keine vier Stunden Laufzeit. Dann zum zweiten To Break a God von Anna Benning Finale Band der Götterlich-Trilogie. Das habe ich zusammen gelesen, wieder mit Leonhard Hohm und es ist beim Argon-Verlag erschienen! Und wenn ihr Bock auf eine richtig geile dystopische Fantasy habt dann hört euch diese Reihe an Leute.

Ich hatte unfassbar viel Spaß mit Aurora und der ganzen anderen Truppe Und hatte richtig Schwierigkeiten, diese Geschichte loszulassen. Weil sie mir einfach so viel Freude gemacht hat. Also warme Herzensempfehlung von mir für euch ist erschienen im Argon-Verlag To Break a God von Anna Benning. Ist aber der dritte Teil ne?

Nur als Hinweis! Erster Teil to Tempta God, zweiter Teil to Love a God. So die Dankesrunde für Oktober, die hole ich im November nach ganz fest versprochen. Wie gesagt, ich nehme jetzt knapp ein Monat vorher die Begrüßung auf damit ihr die Folge einfach pänklich habt. Ich sage schon mal Danke an diejenigen, die via PayPal einen kleinen monetären Gruß da lassen.

und wenn ihr mich auch unterstützen möchtet dann könnt ihr das tun indem ihr via Paypal an dankeadpia-least.de einen Betrag eurer Wahl schickt oder natürlich auch indem ihr eine positive Bewertung auf dem Portal Eurer Wahl im Podcatcher Eures Vertrauens bei Spotify etc. abgebt, oder indem ihr den Podcast natürlich weiter empfehlt!

Heute gibt es übrigens den vierten Teil der Geschichte um unseren liebgewonnenen Werwolf-Gestaltwandler Run Away von Thorsten. Und an dieser Stelle nochmal lieben, lieben Dank Thorsten dass du mir diese tolle Reihe anvertraut hast! Es macht mir mit jedem Teil mehr Spaß und ich freue mich auf jede Fortsetzung.

Genau und euch wünsche ich jetzt ganz viel Spaß damit. Ich hoffe, wir sehen uns auf irgendeiner Bühne in den kommenden Wochen. Wir sind mit Stimmen im Kopf noch bis Anfang Dezember auf Tour und ansonsten wünsche ich euch eine wunderbare Zeit! Hat eine tolle Spooky-Season und einen wunderbaren Herbst und letztlich auch Übergang zum Winter.

soweit ist es schon wieder das Jahr, schon wieder fast rum unfassbar. Ja, wir hören uns nächsten Monat wieder! Eine Hörergeschichte von Thorsten. Jetzt mach dir bloß nicht ins Hemd, Welpe! Was in dieser Nacht mit dir passieren wird ist völlig natürlich.". Caruso hat gut reden. Der alte Sack hat diese ganze Vollmond-Verwandlungsblutrauschnummer schon tausendmal durchlebt.

Natürlich hatte er all das voll im Griff – wie schön für ihn. Allerdings geht es hier verdammt nochmal um mich. Mir steht die erste Vollmond nacht nach meinem Kampf gegen Victor bevor. Sie wird mir eine weitere Vollverwandlung einbringen... Ich werde die Kontrolle über meinen Körper und mich selbst verlieren.

Schmerzen, Monstrum, Amoklauf, Filmriss – was zur Hölle soll daran natürlich sein? Caruso tut so als wäre all das so stinknormal wie Stimmbuch-und Morgenlatte von wegen. Die ganze Zeit habe ich schon das Gefühl gleich kotzen zu müssen. Dabei habe ich seit der Pizza von gestern Abend nichts mehr runterbekommen.

Bestimmt rührt ein Großteil des flauen Gefühls in meiner Magengrube auch von Carusos Schrottkarre her. Seit Stunden kurven wir über namenlose Landstraßen durch das Hinterland. Caruso meidet die Autobahn! Ich beginne zu vermuten, warum das so ist – er haust in einem uralten Wohnmobilmarke Eigenbau. Ein kleines enges Gefährt, was an allen Ecken und Enden quiecht und klappert.

Das Teil schafft kaum Achtzig kmh. Im Wohnbereich gibt es einen zerkratzten Tisch mit zwei Sitzbänken. Ihr Polster ist abgeschabt und die Farbe zu einem hässlichen Grau-Gelb vergelbt Die Spüle in der winzigen Kochnische steckt voller schmutziger Teller, Tassen und Besteck. Ich habe einen Blick in den Kühlschrank geworfen und dort nur ein Glas Senf und eine fast leere Packung Salami gefunden – ah ja!

Und ein kleines Medizinfläschchen aus braunem Glas. Abgesehen davon scheint Carusos Ernährungen nur aus Schwarz im Kaffee und Kippen zu bestehen. Ich schwöre er hat so viele Zigaretten gebunkert als wolle er das Zeug schmuggeln. Drei Überquellen der Aschenbecher habe ich gezählt. Logisch, dass es in Carusos Karre so sehr stinkt das ich kaum Luft bekomme.

Das klapper Teil ist ein Raucherpuff auf Rädern! Am Rückspiegel baumelt ein Wunderbaum. Eigentlich sollte er die Luft hier drin erfrischen – doch ich werde den irren Gedanken nicht los, daß der Wunderbaum kapituliert und sich selbst am Rücksspiegel erhängt hat. Im Heck des Wohnmobils befindet sich hinter einem braunen Vorhang Carousos Bett.

Alte Kopfkissen und Becken auf einer noch älteren Matratze. Direkt daneben gibt es eine schmale Tür. Dahinter verbirgt sich ein Kabuff mit Waschbecken und Chemie-Klo. Um es auf den Punkt zu bringen, Carusos Wohnmobil ist total hässlich! Es könnte gut einem mörderischen Hinterweltler als Fluchtfahrzeug dienen.

Wonach ich vergeblich Ausschau gehalten habe. sind irgendwelche Hinweise darauf das Caruso mehr isst als einen alter Vagabund? Natürlich hab' ich keinen Schimmer davon womit ein Wehrwolf sich so umgibt. Ich konnte zumindest kein Horrorzeug entdecken wie ein Windspiel aus dem Knochen seiner Opfer. Auch keinen Ordner voller Zeitungsartikel über rätselhafte Raubtierangriffe.

Alles Fehlanzeige, als wäre das Wohnmobil bloß eine knatternde Dreckschleuder und sein Fahrer ein verlebter Stinkstiefel. Verdammt Runaway! Wo bist du da nur wieder reingeraten? Verretzt du mir wenigstens wohin wir unterwegs sind?! Caruso hält den Blick stur auf die Landstraße vor uns gerichtet. Zu einem einsamen Ort an dem sich die große Bestie heute Nacht ungestört austoben kann... Frustriert blicke ich aus dem Beifahrerfenster nach draußen.

Die öde Landschaft wird nur durch ein paar kleine Dörfer und alte Bauernhäuser unterbrochen. Willkommen am Arsch der Welt! Vereinzelt werden wir von anderen Autos überholt, ich säufze. Ginge es nach mir würde sich heute Nacht niemand austoben... Du weißt nicht zufällig wie man diese Krankheit loswird?

Mit einem heftigen Ruck reist Karuso das Lenkrad nach rechts tritt hart auf die Bremse. Ich werde nach vorn geworfen. Der Sicherheitsgurt presst mir die Luft aus den Lungen. Schlingernd und quietschend kommt Caruso Karre zum Stehen. Aufgebracht hupend rast ein Auto von hinten an uns vorbei, beinah werden wir zusammen gekracht – ich ringe keuchend nach Luft!

«Spinnst du?» bringe ich echt sind über die Lippen. «Was soll die Scheiße?! Willste uns umbringen? Ich will meinem Ärger und Schrecken noch weiter Luft machen. Als ich mich zu Caruso umdrehe, bleibt mir jedoch jedes patzige Wort im Halse stecken.». Caruso's Gesicht ist zornes Rot. An seiner Schläfe pocht eine dicke Adder.

Seine Pranken halten das Lenkrad so fest, um klammert dass die Knöchel weiß hervortreten. Die Farbe seiner Augen wechselt zu gelb – seine Zähne werden größer und spitzer. «Tue das nie wieder!« brüllt er mich an. Ich will etwas erwidern doch als ich den Mund öffne liegt Caruso wieder los. Sei bloß still du Idiot!

Ich habe dir was zu sagen und es wird eine einmalige Botschaft sein. also hör mir zu Karusoatmet tief durch. Du wirst niemals, Niemals wieder davon sprechen dass es eine Krankheit ist so wie wir zu sein Verstanden? Es ist unsere Art Unsere Natur keine solche von der wir gehalten werden müssen. Kapier das gefälligst!

Es ist unser Dein Erbe. Du bist kein jämmerlicher Mensch der in irgendeiner obskuren Krankheit leidet. du wurdest als Gestaltwechsel geboren. Das ist kein Fluch, den wir brechen müssten. Es ist eine Gabe die seit tausenden von Generationen weiter vererbt wird.". In deinem Blut lebt eine Kraft fort – Die älter ist als jede menschliche Errungenschaft!

Unsere Ahnen durchstreiften die Kontinente als die mächtigsten Jäger aller Zeiten zu einer Ära in der die Menschen sich noch feigezitternd um ihre Lagerfeuer scharten. Wir waren da lange bevor sie Statuen und Tempel für ihre Götter bauten. Caruso holtschnaufend Luft, um vorzufahren…. Wir standen immer zwischen wilden Tieren und menschlicher Zivilisation.

Die Wildnis jenseits ihrer Städte war unser Reich, wir haben Wunder gesehen und Schrecken überstanden die du dir nicht vorstellen kannst! Wir haben Siege gefeiert und bittere Niederlagen stoisch erduldet…. doch heute gibt es nur noch wenige von uns. Die Menschen sind so überzählig dass es ihnen scheiß egal wäre wenn die Hälfte von ihnen verhungern würde aber unsere Anzahl ist gering.

run away Sei gefälligst stolz, dass du zu uns gehörst! Eindringlich sieht mich Karuso an. Er wirkt nicht mehr wie ein alter Knacker der in einem ramponierten Blechalmer über die Landstraßen irrt – er ist ein erfahrener Krieger. Ein weit gereistern Nomader auf der Suche nach seinen letzten verlorenen Artgenossen.

Ein stolzes, grimmiges Relikt…. Und noch was? Hör auf von Wehrwölfen zu sprechen... Das ist ein Wolf aus dummen Menschenmüten. Wir sind Gestaltwechsel. Nicht alle haben eine Bestiengestalt, die an einen Wolf erinnert. Manche von uns ähneln Beeren. Andere gleichen Füchsen, Vielfraßen oder Hyänen! Meine Großmutter sprach davon wie sie als junges Mädchen einmal eine große Schamanin sah, Die einer sibirischen Tigerin glich.

Seine Raubtiervisage glättet sich wird wieder menschlich Doch der Blick aus seinen Augen mit dem er mich streng mustard ist genauso eindringlich wie zuvor. Denk an dich selbst An dein dunkelrotes Haar. Hast du schon mal von Wölfen mit Blutrotem Fell gehört? Ich kann nur schweigend mit dem Kopf schütteln.

Bezeichne dich selbst nicht als Krankwälper, Du bist von unserem Blut! Karuso wendet sich ab, betätigt den Blinker und fährt weiter. Ich drehe mich weg, starre aus dem Seitenfenster. An der Breitseite die Karuso soeben auf mich abgefeuert hat habe ich eine ganze Weile zu knabbern. Klar spätestens seit der Alte aufgetaucht ist liegt es auf der Hand – ich bin nicht der einzige Werwolf oder besser, nicht der einzige Gestaltwechsel.

Caruso sagt dass wir ein eigenes Volk sind – Ein uraltes Volk wenn alles stimmt was er mir gerade um die Ohren gehauen hat. In meinem Hirn greifen die Zahnräder ineinander. Sie drehen sich wie wild um das alles zu verarbeiten. Ich muss zugeben dass Carusos Worte etwas Verführerisches haben. Wenn er die Wahrheit sagt dann bin ich kein abnormaler Freak der völlig allein und entwurzelt auf der Welt ist Kein abartiges Monster, das bis an sein Ende einsam von Ort zu Ort fliehen muss.

Nein... ich wäre etwas Besonderes! Einer der letzten lebenden Gestaltwechseler. Ich müsste nie ein normales lahmes Menschenleben führen keinen Schulabschluss machen keine Ausbildung absolvieren nicht jeden Tag in irgendeinem Scheiß Job arbeiten damit reiche Bosse noch reicher werden. stattdessen könnte für immer ein wildes freies Leben nach der Art der Gestaltwechslern.

Caruso hat gesagt, die meisten von uns seien Nomaden. Er selbst scheint in ganz Europa unterwegs zu sein! Ich würde lügen wenn ich sagen würde dass diese Vorstellung keine Faszination auf mich ausübt. und dennoch irgendwas an Carusos Vortrag weckt mein Misstrauen. Wenn es wirklich kaum noch Gestaltwechsel gibt Warum sind meine Eltern mich dann direkt nach der Geburt los geworden?

Müsste ein Aussterben? das folgt nicht jedes neue Kind total abfeiern Aber ich wurde einfach in eine Babyklappe gestopft und schiss. Das passt nicht zu dem, was Caruso erzählt – selbst wenn sich meine Erzeuger nicht um mich kümmern konnten, hätten sie mich dann nicht eher bei anderen Gestaltwechseln gelassen als bei ahnungslosen Menschen?

Irgendwas verschweigt Caruso mir! Ich öffne wieder die Augen und betrachte mein Gesicht im Rückspiegel. Mein Haar ist dunkelrot, die Augen gelb…. Die Zähne sind spitz und eine Spur zu groß für meinen Kiefer.". Mit den krallen Fingern ziehe ich den Hals-Ausschnitt meines T-Shirts herunter. Auf meiner Haut sprießen sie, dichte rötliche Herrchen.

Ironischerweise habe ich im Gesicht immer noch keinen Bartwuchs! Noch einige von Karusos Worten stoßen mir sauer auf…. Du bist kein jämmerlicher Mensch – in deinem Blut lebt eine Kraft fort die älter ist als jede menschliche Errungenschaft. Sei stolz das du zu uns gehörst.". Ich kann mir nicht helfen, aber dieser Teil der Ansprache erinnert mich an den Müll den Faschos labern.

Die Typen sind scheiße! Menschen wie ich sind für die wie Freiwild. In meinem ersten Jahr auf der Straße haben wir ein paar Fashos richtig über die Fresse poliert – sie sind mit Feusten und Schlagringen auf mich los. Auch damals sind mir vor Wut Krallen gewachsen, damit konnte ich mich wenigstens etwas verteidigen und dann abhauen.

Also habe ich eine extreme Abneigung gegen diese Typen. Eine ganze Weile hänge ich schweigend meinen Gedanken nach, dann stelle ich eine längst überfällige Frage. Aber bewahrt ihm nicht so lange wie wir. Sie sind abhängig von Menschenblut, damit hört mein Wissen schon auf. Shit! Da hab ich mir deutlich mehr erhofft... Wirklich?

Du hast keinen Schimmer was sie so treiben? Wo sie leben und was die so drauf haben, bohre ich nach. Was weißt du denn über Kubaner?! Was ist typisch für ihre Kultur? Er widert Karuso Hä? Wie kommst du denn jetzt darauf? Ich weiß bloß dass Kubane Insel vor Amerika ist, antworte ich. Warum sollte ich etwas über die Leute dort wissen?

Bin schließlich noch nie jemandem aus Kuba begegnet?". Caruso Brum zustimmend. «Hm, und ich habe noch nie Vampire getroffen.». Ergrinst spöttisch. «Schließlich gibt es keinen geheimen Zirkel in dem sich Wesen wie Vampire Gestaltwechseler und irgendwelche Gartenswehr getreffen um ihre Angelegenheiten zu regeln.

Warum fragst du überhaupt? Stehst Du etwa auf die Schlürfer? Wie ein Gruffdi siehst Du eigentlich gar nicht aus! Alter wer sagt denn heute noch Grufti?! Und nein, ich stehe kein Stück auf Vampire. Im Gegenteil – Ich habe einen Kalt gemacht! Karuso lacht auf… Du? Willst du mich auf den Arm nehmen? Energisch schüttle ich dem Kopf... Nein, ich hab wirklich ein Vampir gekillt bei meiner ersten Vollverwandlung.

Er wollte mir das Blut aussaugen aber ich habe ihn zur Asche und Knochenstaub pulverisiert. Meine Worte erfüllen ihren Zweck. Karuso wirft mir einen anerkennenden Blick zu. Räufe Leistung, Welpe Wirklich eine reife Leistung! Unser Roadtrip endet zu meiner Überraschung in einem ehemaligen Steinbruch. Er liegt in einem langgestreckten, hügeligen Waldstück.

Ein altes Firmenchild liegt rostend auf dem Boden halb im Schlamm begraben. Das Gelände wurde durch einen hohen Zaun mit spitzen Metalldornen von neugierigen Eindringlingen geschützt. Das große Tor im Zaun wurde einst mit einer schweren Kette gesichert Doch irgendwann wurde sie geknackt und liegt nun ebenfalls im Matsch.

– Zieh mal das Tor auf, verlangt Caruso. Ich steige aus.". Die alten Scharniere quietschen grauenhaft aber das Wohnmobil passt locker durch die Öffnung. Langsam fährt Caruso die Rostlaube in den stillgelegten Steinbruch. Ich blicke die asfaltierte Zufahrt herunter, links und rechts der Straße haben Bäume und Unterholz alles über Wuchtrad.

Würde ich ein paar Meter weitergehen und der Kurve folgen, wie die Zufat beschreibt, könnte ich das Eingangstor nicht mehr sehen…. Das bedeutet, auch von der Hauptstraße weiter unten am Waldrand kann man nicht bemerken was wir hier oben treiben. Und trotzdem bin ich unzufrieden. Bist du sicher dass das hier ein guter Ort ist?

Frage ich Caruso als ich ihn eingeholt habe. dabei deute ich auf die alten Bierdosen die überall herum liegen. Wir sind nicht die ersten die herkommen! Caruso verschließt seine Karre und macht eine wegwerfende Handbewegung. Die Jugendlichen aus den umliegenden Kuhdörfern kommen manchmal her Feiern ihre Partys, saufen Phantakorn und Wodka, hören den unterdurchschnittlichen Krawall, den sie Musik nennen.

Kann uns aber egal sein! Es ist mitten unter der Woche. Nachts wird es noch kalt – wir bleiben sicher ungestört. Und falls nicht? Sagen wir das wäre nicht unser Problem.". Der fiese Unterton in seiner Stimme gefällt mir überhaupt nicht. »Hör mal ich bin nur aus einem Grund mit dir gekommen Karuso«. Du hast versprochen zu verhindern, dass ich jemanden töte nachdem ich mich verwandelt habe.

Egal was passiert, verstanden? Karuso negt.". Klar! Selbstverständlich!". Das ist mir zu wenig. »Karuso es ist mir bitter ernst. Ich will kein Menschenblut an meinen Händen kleben haben. Schwöre es mir. Zu meiner Erleichterung senkt der alte Gestaltwechseler zustimmend den Kopf. Kein Menschenblutt bei deinem ersten Mondrausch – ich schwöre's dir« eratmet tief durch.

Du denkst an deinen Kumpel, dem ich die Hand gebrochen hab was? Etwas brutal das gebe ich zu. Denke daran Runway. Ich bin seit Jahrzehnten unterwegs und treffe immer weniger von unserer Art Dafür immer mehr und mehr Menschen. Irgendwann vergeht das mit Gefühl für diesen nackten Affen. Er schildet den Kopf.

Darum ist die heutige Vollmond Nacht nicht nur für dich wichtig sondern auch für mich. Der erste Mondrausch ist etwas dass bei uns gefeiert wird Ein wichtiges Ereignis in deinem Leben Ob du es glaubst oder nicht, ich bin stolz, dass ich dabei sein kann. Ich preisse die Lippen aufeinander.". In Caruso's Weltbild mag das etwas Megatolles sein aber ich habe einfach tierisch Schiss vor dem was heute Nacht mit mir passieren wird.

Natürlich vertraue ich dem Alten nicht genug um das zuzugeben. Uns bleibt noch Zeit! sagt Caruso mit Blick zum Himmel. Sieh dich ruhig etwas um – ich treff derweil ein paar Vorbereitungen. Das Gelände ist zwar groß doch viel gibt es hier nichts zu sehen. Der Steinbruch klafft wie eine gewaltige Wunde in der hügeligen bewaldeten Landschaft.

Nackte, bleiche Felswänder ragen hoch in die Luft – der Boden besteht ebenfalls aus grau-weißem blanken Gesteinen. Von den Maschinen, die hier früher zum Einsatz kamen sind natürlich keine mehr da! Ein paar alte Barakken und Baucontainer verrotten noch als Stumme Zeugen vor sich hin. Die feiernden Dorfkits haben sie mit versauten Graffiti besprüht.

In einige der herumliegenden Felsbrocken wurden Initialen und Herzen geritzt. In einer Senke hat sich ein kleiner See gebildet, Flechten- und Zähregewächse wie Disteln sprießen an seinem steinigen Ufer. Irgendwann haben die Partypipel dort einen Lagerfeuerplatz errichtet. In einem Kreis aus Kopfgroßen Fündlingen liegt ein Aschehaufen – erinnert mich an Victor!

Darum stehen ein paar alte Bierzeltgarnituren. Jede Menge Glasscherben und Bierdosen spicken den Boden ringsherum. Normale Teens kommen her, um die Sau rauszulassen. Ich komme hereum zum Monster zu werden.". Missmutig streun ich am Ufer des Sees entlang. Eine leichte Abendbrieze kräuselt seine Oberfläche, kleine Wellen verzerren mein Spiegelbild.

«Heute Nacht werde ich frei sein! Schwächling!» droht die Stimme des wütenden Kerls in meinem Kopf. »Hals Maul« schreihe ich die Stimmer an. Noch bin ich hier... noch…. Der Mond ist auf meiner Seite. Ich werde mit ihm aufsteigen, du wirst untergehen.". In dem Instinktivenwissen das die Stimme recht hat knirsche ich mit den Zähnen.

Achschloch! Ich kann spüren wie sich die große Bestie in mir regt. Die Sonne steht bereits tief, höchste Zeit zu Caruso zurückzugehen. Der Himmel verfärbt sich von hellblau über orange-rot zu dunklem lila und wird dann schwarz. der Wind streicht durch die Wipfel der Bäume. Er trägt den klagenden Ruf eines Kreuzjens heran.

Ich kauere auf dem Grund des Steinbruchs. Gegen die heraufziehende Kühle habe ich eine Decke eng um mich geschlungen. Meine Klamotten musste ich ausziehen, das verdammte Biest wird weit über meine menschliche Größe heranwachsen! Wie beim Kampf gegen Victor würden meine Sachen einfach in Fetzen gerissen werden.

Karusosvorbereitungen sind bestenfalls dürftig ausgefallen – es gibt keine brennenden Kerzen, kein qualmen des Räucherwerk…. Weder sitze ich in einem Ritualkreis, der mit geheimen Symbolen geschmückt ist. Noch hat er ein albernes Banner gemalt auf dem Happy-Mont raus steht. Nein! Der alte Sack sitzt bloß auf einem dicken Stein – eine Zigarette im Mundwinkel.

Er hält zwei unterarmlange Stöcke locker in den Händen die er zurecht geschnitzt hat. Kein Plan was er damit vorhat. Seine menschliche Gestalt hat er fast völlig abgelegt. Schwarz behaart, muskulös mit glühenden Augen scharfen Klauen und Fankzenen droht er vor mir. Also nochmal! Alles was heute passiert ist völlig normal für uns.

Du bist noch jung und unerfahren. Deine Verwandlung wird schmerzhaft sein. Je mehr du dagegen ankämpfst desto schlimmer wird es Sie hoch zum Mund. Glaubt mir das wird helfen. Ich starre auf den Boden vor mir. Ich will dass hier nicht. ich will kein Monster sein. Mein Herz pocht angespannt, meine Klauen krallen sich am Stoff der Decke fest.

Wenn diese Nacht nur schon vorbei wäre... Plötzlich kommt mir ein schrecklicher Gedankel in den Sinn! Was wenn ich mich bei Tagesanbruch nicht wieder im Runaway zurück verwandele? Was wenn Ich für immer die Bestie bleibe?! Mein Herz schlägt schneller, mein Mund ist so trocken dass mir die Zunge am Gaumen klebt.

Alter es ist heiß, ist das ein Fieberschub? Schweißperlen erscheinen auf meiner Haut, sie kann durch die feinen roten Herrchen. Es ist kein Fieber! Die Verwandlung beginnt. Brennend erwacht der Schmerz in meinen Muskeln. Sie zucken, krampfen. Echt sind, grüme ich mich zusammen Knacken schiebt sich mein Kiefer vorwärts... ...die Zähne werden noch größer Drücken knirschend aneinander.

Scheiße tut das weh. Es soll aufhören, krächt sie Ich. es geht weiter. Mein Schädel vibriert, Nasenbein und Oberkiefer verwachsen. Mir wird heißer und heißer, kochendes Blut pulsiert durch meine Adern – ich kann kaum atmen! Die Vibrationen wandern von meinem Schädl aus mein ganzes Skelett hindurch. Jeder Knochen knackt wie brennendes Holz das in der Feuersglut aufbricht.

Sie wachsen verschieben und verhärten sich. Meine Haut juckt wie die Hölle. Das rote Fell wächst Verdeckt meine dicke ledrige Haut. Ich krümme mich zusammen, sperre mich gegen den Schmerz. Das macht es noch schlimmer! Mein Herz donnert unregelmäßig gegen seinen Käfig aus Rippen. Knackend dehnt sich mein Brustkorb aus – die wachsenden Organe darin fordern mehr Platz ein als mein Körper ihnen bietet.

Hände, Finger, Füße, Zehen… Alles wird monströs. Meine Krallen hinterlassen tiefe Kratzer auf dem harten Boden. Lass' mich raus Schwächling. Die Schmerzen rasen Kreuz und quer durch meinen Körper. Ich sterbe, ich sterbe! Caruso beginnt zu singen völlig unerwartet. Es ist kein richtiges Lied Kein Gesang wie ich ihn jemals zuvor gehört habe.

Singt er in einer längst vergangenen Sprache? Nein es sind keine Worte die Caruso hinaus in den Nacht sinkt. Viel mehr sind das anschwellende und absteigende Laute zugleich lockend und warnend. Jeder laut den er mit rauer Kehle singt hat seinen Namen, seine Bedeutung. Ich weiß es! Ein uralter Singsang aus einer Zeit bevor es Sprachen überhaupt gab.

Haruya-lua-rajoho Karuso beginnt seine zwei Stöcke rhythmisch gegeneinander zu schlagen. Ihr trockenes klares Tatok tatok tatock vereint sich mit dem Singsangen. Haruuya-Lua-Rajoho Das wütende Pochen in meiner Brust passt sich dem rhythmischen Schlag der Stecke an. Tatoch, tattoch, tatoch. Ich kann etwas besser atmen.

Sie zum Mond schwächlingen Lass los! Gib mich frei! Ich sammle meine Kräfte Drehe mich auf den Rücken Öffne die gelben Augen Seh hinauf zum Mond. Er steht direkt über mir. Höre ich das Lied von Caruso? Oder ist es der Gesang des Mondes? Trotz meiner fürchterlichen Qualen erkenne ich jetzt zum ersten Mal, wie schön er ist.

Er, der seit Uhrzeiten über den Nachthimmel wandert – so wie ich von Stadt zu Stadt ziehe! Wir sind beide Nomaden. Er ,der seit Uhrzeit in seine Gestalt wandelt Neumond, Mondsichl, Halbmond, Vollmond Ewigerzyklus. Sein Wandel ist mein Wandel. wir sind beide Gestaltwandler. Sein Licht ist hell und sanft.

Ich erkenne Blaues Schillern, das von der Mondoberfläche aufsteigt. Der Mond trägt Krater und Narben die von seinem langen Leben erzählen – auch ich trage Narben, die meine Geschichte widerspiegeln. Sein schimmerndes Licht wird vom mystischen Blau zu warmem tröstenden Orange. Schmerzen sind nicht so schlimm wenn jemand für dich da ist, der Trost spendet!

Ist das nicht ein Gefühl dass Kindern von ihren Müttern und Vätern vermittelt wird? Die Schmercen verblassen…. Runaway verblasst. Ich streife die Decke von mir wie den Kokon, aus dem der Schmetterling schlüpft. Erhebe mich zur vollen Größe! Der Schwächling ist endlich fort. Dies is' die Nacht des Jägers.

Ich bin frei. Silbern spiegelt sich das Mondlicht in meinen Pupillen. Mein Blick erkennt jedes Detail um mich herum. Jeden Halm, jede Kerbe im Gestein, jeden Kiesel... Meine scharfen Ohren erhaschen jedes noch so leise Geräusch, Den Flügelschlag eines Nachtfalters Das Klicken und Zirpen der Fledermaus die ihn jagt.

Das Rauschen des Windes, der beides trägt. Unter meinen Tatzen spüre ich Die Wärme der Sonne, die Noch immer vom steinigen Boden abgestrahlt wird. Schnüffelend hebe' ich meine Schnauze in die Luft. Was verrät mir der wind? Ich wittere den Nahen See Frösche mit kaltem Blut Erdig, feucht und voller Getier Und ich rieche ihn Den anderen Gestaltwechseler Caruso.

So hat er sich dem Schwächling vorgestellt. Mit einem selbstbewussten Knurren drehe Ich mich zu ihm um. Er hat seinen Gesang beendet Die Stacke aus den Händen gelegt. Nun steht er vor mir Betrachtet meine muskulöse Gestalt Das zottige rote Fell Glänzende Klauen und Fänge Leuchtende Augen, spitze Ohren, den langen Schweif.

Und ich sehe auf ihn herab! Er ist kleiner als ich, menschlicher. Sein Gesicht ist flach. Wo ist seine Schnauze? Warum hat er keinen Schweif?! Wo bleibt der Rest von dir? Warum wechselst du die Gestalt nicht vollständig? Caruso hält meinen Blickstand. Dies is deine Nacht, deine Jagd. Dieser Vollmond gehört dir allein.

Geh, stille deinen Hunger. Das muss er mir nicht zweimal sagen. Gestern Abend hat der Schwächling sich zuletzt genährt. Kalte Pizza, widerlicher Menschenfraß! Mein Magen ist leer, doch die Gerüche des Waldes versprechen mehr reichhaltige Beute. Caruso tritt zur Seite – er weiß das ich keinen Lehrmeister benötige.

Meine Instinkte sagen mir alles was ich wissen muss… Die Jagd ist mein Geburtsrecht.". Schon habe ich den Steinbruch hinter mir gelassen, Pirsche auf allen Vieren durch den dichten Nachtwald. Die Wipfel der Bäume verdecken den Vollmond, doch meine Augen sehen in der Dunkelheit und mein Geruchsinn zeigt mir den Weg!

An Moos unter Holz- und Wurzelwerk haften die Gerüche von Mäusen, Eichhörnchen, Madern und Rehen. Die würzige Weitluft füllt meine Lungen – eine Wohltat nach dem Gestank der Menschenstätte und Karusos verdammten Zigaretten. Ich rieche, dass er in meiner Nähe bleibt. Doch erwart ausreichend Abstand um mir nicht in die Quere zu kommen.

Vielleicht werden wir eines Nachts zusammen auf die Pürsch gehen... doch diese Jagd ist mein! Da! Ein neues Aroma zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Schwer und dominant weht der Geruch eines Keilers heran. Tief inhaliere ich die Fährte. Er ist hier vor kurzem entlang gegangen. Der Keiler ist noch jung und stark.".

Geboren im letzten Jahr. Er hat seine Rotte früh verlassen, mein Magen knurrt, meine Zunge lächzt nach ihm. Entschlossen folge ich seiner Pferde. Ich halte mich gegen den Winter mit der mich nicht verrät – näher und näher! Seine Ausdünnstungen werden stärker. Nun kann ich ihn hören, sehen. Zwischen zwei Eichen durchhüllt das Wildschwein den Boden.

Langsam hirsche ich näher. Mein Blick ruht auf der Beute. Näher, das Mondlicht weiht sie meinem Hunger. Noch näher. ein kraftvoller Sprung nach vorne! Meine Clown packen den Keiler. wütend grunzt. er versucht zu entkommen. Mit einem Biss töte ich die Beute. Die Jagd ist vorbei. Ich breche den Körper auf Verschlinge warmes Fleisch.

Sein Blut löscht meinen Durst. Nachdem ich gefressen habe steigt mein Geheul hinauf zum Mond. Den Rest der Nacht will ich durch den Wald streifen, meine Freiheit auskosten. Der Schwächling hat immer entschieden wohin er fliehen will. Von einer dreckigen Menschenstadt zur nächsten. Möge er nie wieder erwachen.

Nun da er fort ist kann ich wählen wohin ich gehe. Ich will nichts mehr von Städten und ihren Bewohnern wissen. Nein die Freiheit des Waldes Und die Nähe von Artgenossen sind es die ich begehre. So wandle ich unter alten Bäumen hindurch, steige die bewaldeten Hügelketten hinauf und hinab. Bachläufe sicken zwischen bemoosten Findlingen hindurch – noch ist es früh im Jahr doch die Fahne stehen bereits hoch!

Ein Kreuzchen ruft in der Ferne wittere Ichrehe Doch mein Hunger ist gestellt, so lasse ich sie ziehen. Auf einem Hügel lege ich mich unter den Bäumen nieder Genieße die erfrischende Luft, die vor Kraft strotzt Unter dem Laubkrabbeln Käfer, Larven kriechen durch die Erde. Feinstes Gespinst aus Pilzfäden durchzieht alles, verwebt die Bäume zu einem lebendigen Netzwerk.

Der Wald atmet, wächst, stirbt und treibt neues Leben aus. – doch als der Wind dreht steigt mir ein neuer Geruch in den Nüstern. Mein Herz schlägt schneller! Kann das sein? Ich wittere…. Ja ich habe mich nicht getäuscht, Menschengeruch Knurrend erhebe ich mich. Was treibt eine dieser Kreaturen hier? Warum stört sie meinen Frieden mit ihrer Anwesenheit?!

Ich dulde keinen Menschen in meinem Wald! Zorn steigt in mir auf, der Wald muss gesäubert werden Und der Schwächling ist nicht da um mich aufzuhalten. Ich verlasse den Hügel folge dem Geruch. Der Steinbruch taucht in meinen Gedanken auf Verfluchtes Menschenwerk. Sie haben das Land dort geschendet Die Bäume gefällt, den Leib der Erde aufgerissen.

Ihre Maschinen haben sich in die Hügel genagt, geraubt und getötet. Noch immer riecht es dort nach ihnen... Und nun wittere ich frisch ein von Ihnen vor mir! Was treibt er hier? Suchte einen weiteren Ort um die Erde aufzureißen? Menschen rauben und töten auch wenn ihr Hunger längst gestillt sein sollte… Doch diesem Hier werde ich dazu keine Gelegenheit mehr lassen.".

Ich kann riechen, dass er allein in den Wald gekommen ist. Zwischen zwei Bäumen steht ein Konstrukt aus totem Holz, lange Stelzen darauf ein kleiner Sitz. Da oben kann ich ihn erkennen – ich knurre! Der Mensch soll sehen, daß die Schrecken aus dem alten Legenden seines Volkes wahr sind. Also trete ich aus dem Unterholz, richte mich zu meiner vollen Größe auf….

Er schreit …. «Ich renne». Er sitzt in der Falle keine Chance zu entkommen. Plötzlich reiste etwas hoch, ich sehe ein kurzes Aufblitzen. Ein Knallpeitsch durch die Dunkelheit – etwas schlägt in meiner Brust ein! Brennender Schmerz…. Ich brülle vor Zorn auf, renne weiter... Ich rieche Blut das aus meiner Verletzung spritzt.

Lächerlich. mein Fleisch heilt schneller als seine Waffe töten kann. Die Wunde wächst zu, die Kugeln werden aus meinem Körper herausgequetscht. Noch bevor sie zu Boden fallen, habe ich den Menschen von seinem Setz gerissen und auf den Waldboden geworfen. Der Aufprall treibt ihm die Luft aus den Lungen – lässt seine Sinne schwinden!

Ich erhebe meine rechte Tatze. Ein Prankenhieb und es wird vorbei sein. Lasst das! Ein fester Griff hält meinen Arm zurück, Knurren drehe ich mich um…. Mein Blick trifft den von Caruso. Was soll das? Herrsche ich ihn an. Das ist meine Nacht, mein Jagd! Dieser Mensch isst meine Beute! Caruso fletscht seine Fangzähne.

Dies mag deine Nacht sein – aber dieser Mensch ist nicht deine Beute. Du wirst sein Leben nicht beenden. Dafür werde ich Sorge tragen.". Verwundert reiße ich mich los und mustere Caruso grimmig. Warum was kümmert dich dieser Mensch?! Caruso schnaubt verächtlich... Weniger als mein letzter Schiss, doch ich habe dem Jungen versprochen dass nach dieser Nacht kein Menschenblut an seinen Händen kleben wird.

Ich brauche einen Moment um zu begreifen. Warum sollte mich etwas kümmern das du ihm versprochen hast? Der Schwächling ist fort! Ich will nicht, dass er wiederkehrt. Nach siebzehn Jahren bin ich frei. Von nun an werde ich ihn ebenso unterdrücken wie er mich all die Zeit unterdrückt hat. Karuso nickt als hätte er das erwartet.

Natürlich willst du nicht wieder zu ihm werden. Runway ist jämmerlich, allerdings hast du genauso wenig eure gemeinsame Natur verstanden wie er.". Der Vollmond hat dir deine Fähigkeit geschenkt! Doch wenn die Sonne aufgeht wird der Junge zurückkehren – ihr wurdet in seiner Gestalt geboren. Das verleiht ihm einen gewissen Heimvorteil, verstehst Du was ich meine?

Du kannst den Jungen von innen heraus bekämpfen. Einen Moment seiner Schwäche nutzen um mit Runway den Platz zu tauschen Die Rückverwandlung hinaus zögern. Doch ihn so unterdrücken wie er es mit dir tat, wird den nicht gelingen. Frustriert brülle ich meinen Zorn in die Nacht hinaus. Nein du lügst! Ich will mir meine Freiheit nicht länger streitig machen lassen.

Weder von ihm noch von jemand anderem... ...ich fordere die Kontrolle über unser Leben.". Karuso grinst böse. Es gibt einen Weg. Zieh mich an. Ich trage immer nur das Gesicht, dass ich gerade brauche. Die menschliche Gestalt ist für mich bloß ein Schafspelz, den ich zur Tarnung anlege. Eine Täuschung damit ich mich unerkannt inmitten meiner Beute bewegen kann!

Ich habe meine scheinbar menschlichen Seite nicht unterdrückt sondern mit meiner Raubtier Natur verschmolzen. Es gibt einen Ritus der dir das genauso ermöglichen kann. Du willst nicht länger von dem Jungen bevor mundet werden? Du willst frei sein? Dann isst der Ritus die einzige Möglichkeit für dich.

Gereizt gehe ich auf und ab diesen Ritus. Kannst du ihn durchführen? Hier und jetzt?! So wie du den Schwächling im Steinbruch eingelolt hast, um mir die Verwandlung zu erleichtern. Doch Karuso schüttelt den Kopf... Der Ritus der Übernahme ist viel komplexer. Die Durchführung übersteigt meine Möglichkeiten.

Dafür brauchst du eine Schamanin. Sei unbesorgt. Ich weiß wo einer zu finden ist! Ich werde Runway zu ihr locken Einverstanden? Ich schütle den Kopf. Nein Aber ich habe keine andere Wahl. Zuerst rum Wenn das der Weg ist, um den Schwächling loszuwerden, bringen uns zu dieser Schamanin.". Ich atme tief durch.

Blicke zu dem Bewusstlosen. Und warum darf ich diesen Menschen nicht töten? Karuso schnaubt. Weil Runaway nicht ganz der Schwächlingen ist für den du ihn hältst! Sein Körper is dem Vergleich zu deinem schmächtig und verwundbar. Sein Wille war jedoch stark genug, um dich fast siebzehn Jahre lang in Schacht zu halten.

Nach der Rückverwandlung wird er sich kaum noch an die Ereignisse dieser Nacht erinnern können…. Doch wenn du einen Mord begehst, ist das zu elementar als dass er ihn einfach vergessen würde. Dieses Wissen würde den Jungen und dich nur noch weiter entzweien – das würde deine Übernahme durch das Ritual gefährden!

Wieder werde ich nicke-ich... Ich verstehe…. Dann lassen wir den Kerl hier einfach so liegen? Ein mitleidloses Zähne fletschen verzehrt Karusos Gesicht. Keine Sorge, ich habe Runaway lediglich geschworen, dass du keinen Menschen töten wirst.". Verdammte Scheiße, warum hört das nicht endlich auf? Keuchend krimme ich mich auf dem Erdboden wie ein Wurm auf einer heißen Herdplatte.

Diese verfluchten Schmerzen! Eben hatte ich noch das Gefühl gleich in Stücke gerissen zu werden – doch jetzt scheint mein Körper an einer Schrottpresse gefangen zu sein. Mit jedem weiteren Herzschlag werde ich mehr zerquetscht. Meine Rippen pressen Lungen und Herz zusammen. Meine Haut ist strafgespannt.

Die Schädelhöhle isst so klein für meinen Gehirn.". Mein Körper wird eng und enger. Dann ist es plötzlich vorbei, die rasenden Schmerzwellen veräppen. Alles was bleibt sind ein drühendes Pochen hinter meinen Schläfen und ein furchtbares Brennen in den Muskeln. Meine Weile bleibe ich einfach nur still liegen.

Verwende meine ganze Kraft darauf weiter zu atmen! Als sich das Waage zu blinzeln sticht mir greiles Licht in die Augen. Warum ist es so hell? Weil der Morgen längst angebrochen ist... Die liebe Sonne steht schon hoch am Himmel. Karusos Stimme ist geradezu widerwärtig fröhlich! Also hör auf zu jammern, sieh lieber zu, dass du auf deine Menschenfüße kommst.

Alter was laberst Du? Es ist doch gerade erst dunkel geworden... Echt sind rapple ich mich auf. Ich kauere mich ans Ufer des kleinen Sees. Die Sonne scheint aus östlicher Richtung über die Baumwipfel in den Steinbruch hinab…. es ist Tag stammle ich lahm Sag ich doch! Karuso steht neben mir und hält mir die Decke hin.

Was soll ich denn damit? Mein Kopf ist noch nicht ganz klar, warum ist es schon morgens? Karuso grinst. Nun jetzt wo du dein schönes dichtes Fell wieder eingebüsst hast dachte ich du willst nicht länger nackt herumlaufen. falls doch steht dir das natürlich frei. sonderlich beeindruckend bist du in dieser gestalt allerdings nicht.

oh shit Ich reiße Caruso die Decke aus der Hand und schlinge sie um meinen Körper. Sein höhnisches Gelächter halt von den Steilwänden des Steinbruchs wieder, doch ich beachte ihn schon nicht mehr. Vielmehr starre ich meine Hände an! Meine Finger münden immer noch in scharfen Krallen. Alles ist so sehr mit Dreck-und Blut verkrustet, dass meine Hende fast schwarz aussehen.".

»Caruso? Was ist...? Was habe ich getan?! Oh Gott...«. Der Alte hörte auf zu lachen. Er merkt, dass ich gleich in Panik ausbreche. Das ist nichts! Nur Wildschweinblut! Wie hypnotisiert klebt mein Blick an meinen zitternden Händen... W-Wildschweinnblut stotterte wie ein hohes Echo. Ibelkeit steigt in mir auf.

Caruso senkt sich auf die Knie und nimmt meine Hände hin. Er sieht mich fest in die Augen. Ja, run away! Wildschwainblut? Du hast einen Keiler erlegt…. Eine gute Jagd. Du hast keinen Menschen getötet, wie ich es dir versprochen habe, ja? Seine Stimme klingt ruhig und sicher doch sagt Karuso auch die Wahrheit.

Ich versuche mich an die letzte Nacht zu erinnern. Da war der Mond. Er war so schön da war der Wald So dunkel und doch vertraut Ein Keiler Siegesgeheul. Es war nur ein Wildschwein Wiederhole ich langsam. Karuso nickt Genau! Nur ein WildSchwein. Stell dir vor, es wäre Döner gewesen oder was immer ihr Kitz von heute auch ist.

Ich entziehe meine Hände Karusosgriff. Döna macht man nicht aus Schweinefleisch und Döne wird nicht lebendig serviert! Karuso lacht rau. – Ich sehe du kommst klar. Bist schon nicht mehr so grün um die Nase? Er greift in seine Manteltasche und zieht ein Stück Seife und eine kleine Bürste mit harten Borsten heraus.

Jede Wette du wirst dich jetzt sehr gern waschen wollen. Während Karuso zum Wohnmobil geht, gleite ich in den See hinein. Das Wasser ist eiskalt doch im Vergleich zu den Schmerzen die ich gerade durchgestanden habe tut es kaum weh! Ich genieße das eisige Bad sogar. Hauptsache ich kann mir diese widerliche Kruste aus Erde Schweiß und Schweineblut abwaschen.

Selbst mein Haar ist völlig verklebt Und dieser beißende Raubtier gestankt den ich verströme Der gehört verboten. Ich tauche unter, weiche die Dreckschichten ein. Danach seife ich mich ein und schrubbe jeden Quadratzentimeter meiner Haut ab, bis sich nicht mehr sieben Meilen gegen den Wind nach Wehrwolfwurz stinkt.

Beband steige ich aus dem Wasser und trockne mich mit der Decke ab. Danach habe ich das Gefühl, mich vor Erschöpfung kaum noch auf den Beinen halten zu können. Ich bin völlig fix und alle, maule ich gernend als ich in das Wohnmobil einsteige.". Karuso nickt wissend. Kann ich dir nicht verübeln? Hau dich aufs Ohr!

Wir fahren weiter wenn du ausgeschlafen bist!". Er deutet an mir vorbei. Über dem Führerhaus befindet sich ein niedriger Alkhoven, in dem Caruso schon meinen alten Schlafsack ausgebreitet hat. Nicht zu fassen – er hat sogar einen extra Kissen für mich dazu gelegt! «Welde dir nichts darauf ein, der Platz ist sowieso frei», brummt Caruso grimmig.

»Okay, trotzdem danke…«. Der alte Grundst bloß missmutig. Meine Sachen liegen auf der Sitzbank, ich schlüpfe in die Boxershorts, schnappe mir mein T-Shirt... Aus purer Gewohnheit greife ich mir meine Jeans, um sie ebenfalls anzuziehen. Auf der Straße schlafe ich immer in voller Montur – das muss sein, damit mir nichts geklaut werden kann während ich am Ratzen bin!

Außerdem muss sich auch nachts schnell abhauen können. In Ruhe aufstehen und anziehen gibt es nicht wenn Gefahr im Anflug ist. Aber hier könnte ich mir den Luxus gönnen nur in T-Shirt und Shorts zu pennen. Ich lasse meine Jeanes wieder los.". Mit letzter Kraft kletterte ich über die alte Sitzbank hinauf in den Alkhoven.

Natürlich riecht es auch hier derbe nach kaltem Zigarettengefeim. Zum Glück gibt's ein kleines Schiebefenster, das sich öffnen lässt – so kann ich wenigstens etwas Rischluft schnappen! Gähnend wälze ich mich auf den Rücken, krieche Träge in meinen vertrauten Schlafsack…. Boah ist mein Akkulär. Kaum habe ich mich ausgestreckt fallen mir die Augen zu.

Der Schlaf kommt über mich wie eine riesige blaue Welle — sie zieht mich hinab in eine dunkle stille Traumwelt... tiefer? Und tiefer, wie auf den Meeresgrund. Nach kurzer Zeit werden aus dem ruhigen Atemzügen des Welpen sanfte Schnarchlaute. Zufrieden zünde ich mir eine Zigarette an und koche Kaffee.

In aller Seelenruhe trinke ich meine Tasse aus, dann gönne ich mir noch eine Zigarette. Nun habe ich genug gewartet! Auf leisen Sohlen pirsche ich hinüber zum Alkofen. Hey run away schläfst du? Keine Reaktion. Energisch tippe ich gegen seine Schulter. Nichts passiert. Die Augen bleiben geschlossen, der Mund mit den scharfen Zähnen steht ein Stück offen.

Run away! Wach auf, du nix nutziger Frau Pelz! Völlig unbeeindruckt schnarchte Junge Leise weiter. Bis der wieder ein anderes Lebenszeichen von sich gibt werden sicher viele Stunden vergehen. Sehr gut... Ich verlasse das Wohnmobil. Aus der Manteltasche ziehe ich das kleine Mobiltelefon und tippe die Nummer ein.

Als am anderen Ende jemand abnimmt, bleibt es dort Toten still. Ich habe ihn aufgespürt – er heißt Runaway! Wir sind auf dem Weg. Ohne auf eine Antwort zu warten beende ich das Gespräch. In grimmiger Vorfreude zerre ich an der verfluchten Silberkette um meinen Hals. Bald. Sehr bald.

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