
Podcast Royale· Folge 1
007 jagt Dr. No (1962): Die Geburt des James-Bond-Films
Montag, 5. Oktober 2026 · 2 h 17
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Shownotes
đïž Im ersten Watchalong des Podcast Royale besprechen Cornelius, Frank und Lars die Geburt des James-Bond-Films. â007 jagt Dr. Noâ ist der erste Film der offiziellen Reihe aus dem Jahr 1962 und der erste Auftritt von Sean Connery als James Bond. AuĂerdem geht es in unserer ersten Folge um Uhren, Waffen, Strelitzien, den Kalten Krieg und um die fragwĂŒrdige Praxis des Yellowface.
Die 007-Filmreihe beginnt standesgemÀà mit einem Doppelmord. Der MI6-Agent John Strangways und seine Assistentin Mary Trueblood werden auf Jamaika getötet. James Bond wird in die Karibik geschickt, um die HintergrĂŒnde aufzuklĂ€ren.
Doch wie immer haben uns zuletzt nicht nur Bond-Filme beschÀftigt, sondern auch die folgenden Filme und Serien, die wir zu Beginn der Folge kurz besprechen:
Emergency Room (imdb.com/title/tt0108757) (1994â2009)
Moral (letterboxd.com/film/moral) (1982)
letterboxd.com/film/1917 (2019)
The Unholy Trinity (letterboxd.com/film/the-unholy-trinity-2024) (2024)
Amrum (letterboxd.com/film/amrum) (2025)
Godzilla x Kong: The New Empire (letterboxd.com/film/godzilla-kong-the-new-empire) (2024)
Disclosure Day (letterboxd.com/film/disclosure-day) (2026)
Wer sich noch intensiver mit James Bond und seinen Waffen beschÀftigen möchte, dem empfehlen wir das folgende Buch, das wir in dieser Folge erwÀhnen:
Daniels, Licensed Troubleshooter: The Guns of James Bond (headstamppublishing.com/licensed-troubleshooter), Headstamp Publishing, Nashville 2024
Das Daumenkino (instagram.com/das_daumenkino) bietet kurze Filmreviews eines professionellen Amateurkritikers. Das James-Bond-Lexikon (bond-lexikon.de) ist das inoffizielle Nachschlagewerk zu Ian Flemings 007. Unter dem Decknamen Universal Exports Germany (instagram.com/universalexportsgermany) operiert unsere Station G.
Das Lexikon bietet eine Besprechung von â007 jagt Dr. Noâ (bond-lexikon.de/die-filme/007-jagt-dr-no) und eine Playlist mit zentralen Szenen des Films (youtube.com/playlist?list=PLuBJbSkgC39Calp5iVLâŠ).
Diese Folge haben wir am 8. Juli 2026 in Mainz, MĂŒnchen und MĂŒnster aufgenommen. Wir danken unserer Station-Voice Malte (sprecherdatei.de/sprecher/malte_kuckel.php) fĂŒr seine Stimme und youtube.com/@LuisHumanoide fĂŒr die Musik.
Neue Folgen erscheinen immer am 007. des Monats â ĂŒberall, wo es Podcasts gibt (podcast-royale.de/@podcastroyale/links).
Folgencover: © 1962 London Operations, LLC und Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Podcast Royale: Alles rund um Ian Flemings James Bond. Cornelius, bist du aufgeregt? Ich bin sehr aufgeregt! Huiuiuiui⊠Okay. Seid ihr so weit? Ja! Ja! Gut.
Dann wĂŒrde ich sagen 3 ⊠2 ⊠1 ⊠und los!
Film lĂ€uft. Happy Global James Bond Day! Alles Gute! Wir haben nur im Hintergrund diese Situation, die dadurch fast noch ein bisschen bedrohlicher wird, dass sie abseits der BĂŒhne stattfindet. Und dann macht der Frank doch glatt noch ein Bier auf! Hallo und willkommen bei Podcast Royale! Wir sind schon alle sehr aufgeregt. Und wenn ich âwirâ sage, dann meine ich damit unsere altbewĂ€hrte Rudelglotzen-Runde.
Was es damit auf sich hat, das erzÀhlen wir noch im Laufe des Films gleich. Aber jetzt stellt euch doch mal kurz vor. Wir fangen mal an mit dem Lars. Hallo! Der Lars, das bin ich. Ich bin der Herausgeber des James-Bond-Lexikons. Das ist das inoffizielle deutschsprachige Nachschlagewerk zu Ian Flemings 007 mit Artikeln, Besprechungen, aktuellen Meldungen und Terminen aus der Welt des britischen Spions mit der Lizenz zum Töten, frei zu finden im Internet unter www.bond-lexikon.de. Und dann hÀtten wir noch den Frank.
Ja, hallo! Ich bin Frank. Ich bin so ein bisschen fĂŒr den technischen Part zustĂ€ndig, betreue die von Lars genannte âwww.bond-lexikon.deâ-Seite und bin so fĂŒr die Aufnahme zustĂ€ndig. Und die erste Stimme, die ihr gehört habt, die gehört dem lieben Cornelius. Hi zusammen! Ich bin der Cornelius. Ich bin vor ein paar Jahren unter die professionellen Amateurkritiker gegangen und habe mit dem Instagram-Channel âDas Daumenkinoâ eine kleine Plattform, bei der ich Filme nach einem recht simplen System, nĂ€mlich Daumen hoch/ Daumen runter bewerte.
Ich schreibe noch kurze Reviews dazu. Schaut es euch gern mal an. Das Ganze findet ihr auf Instagram unter âDas_Daumenkinoâ oder auch bei Letterboxd zu finden. Der letzte im Bunde wĂ€re der Eike. Der ist aber tatsĂ€chlich heute verhindert. Ich glaube, sein Hamster hat Geburtstag. Wir wissen es nicht genau.
Aber wir freuen uns, beim nĂ€chsten Mal ihn hier auch begrĂŒĂen zu dĂŒrfen. Ja, es ist schade, dass er heute nicht da sein kann zu unserer allerersten Folge. Und zu der wĂŒnschen wir allen, die uns heute an unserem ersten Tag tatsĂ€chlich schon hören: Happy Global James Bond Day! Denn der Anlass fĂŒr die Veröffentlichung dieser Folge und fĂŒr den Start unseres kleinen Podcasts, der ist der Global James Bond Day am 5. Oktober 2026.
Auch wo das herkommt und warum das so ist besprechen wir im Laufe dieser Folge. Und auch wenn das hier jemand spĂ€ter, vielleicht auch Jahre spĂ€ter hört â die Folge wird ja nicht schlecht â, wĂŒnschen wir: Happy Global James Bond Day! Falls es wieder ein 5. Oktober zufĂ€llig ist. Alles Gute! Okay, dann wollen wir, bevor wir jetzt zum Eingemachten kommen, einmal kurz starten zum Warmwerden mit einer kleinen Runde, was wir denn zuletzt geguckt haben fĂŒr Filme.
Frank, wie schaut es denn bei dir aus? Ja, da ich ja ein bisschen am Renovieren bin und mein Fernseher wochenlang abgebaut war, habe ich tatsĂ€chlich nicht viel gesehen. Ich weiĂ jetzt gar nicht. An einen Film kann ich mich gar nicht erinnern. Ich mache gerade einen Rewatch von âEmergency Roomâ. Das ist wahrscheinlich fĂŒr die meisten nicht so interessant.
Das war super. Habe ich geliebt frĂŒher. Habe ich tatsĂ€chlich nie gesehen. LegendĂ€r! War Ende der 90er halt wirklich ein Ding. Ich mag sie und die ist jetzt seit ein paar Wochen bei Netflix.
Und da habe ich gesagt Guckst du noch mal rein.
Und das kannst du halt abends mal so nebenbei gucken. Aber Filme habe ich bewusst nicht gesehen in der letzten Zeit. Lars, wir schaut es bei dir aus? Ich habe in letzter Zeit eine bunte Mischung von Filmen gesehen, die alle nicht ganz aktuell sind, sondern die ich mehr oder weniger nachgeholt habe. Ich starte mal mit etwas Abseitigem, und zwar mit dem Film âMoralâ aus dem Jahr 1982.
Also schon ein Ă€lteres SchĂ€tzchen. Produktion von den Philippinen unter der Regie von Marilou Diaz-Abaya. Ein Film, der wohl â so kann ich das jetzt hier wiedergeben, weil es von einer Filmwissenschafts-Professorin so eingeleitet wurde und dann wird es ja wohl stimmen â zu den Klassikern der philippinischen Kinoproduktion gehört, ĂŒber die ich ĂŒber diesen Film hinaus nichts weiĂ. Aber immerhin den habe ich jetzt gesehen.
âMoralâ handelt von vier Protagonistinnen, vier
Frauen Joey, Kathy, Sylvia und Maritess.
Und diese vier Frauen werden erwachsen und begegnen zahlreichen Problemen und Herausforderungen, aber auch schönen Momenten, die das Leben ihnen bietet. Es geht um Liebe. Es geht um GeschlechterverhÀltnisse. Es geht um Misshandlung. Es geht um Abtreibung. Es geht aber auch um Freundschaft und Zusammenhalt.
Und wenn ich das auf diese Stichworte bringe, hört man vielleicht schon: Das ist jetzt nicht der Film, den man abends zum Abschalten nebenbei guckt, sondern ein bisschen was Gehaltvolleres. Kann man sich aber vielleicht mal vornehmen, wenn man sich per se fĂŒr Filme und Kino interessiert und bei den Philippinen, so wie ich, vielleicht noch eine Leerstelle bisher hatte. Man findet den Film frei auf YouTube in einer restaurierten Fassung.
Der es da legal zu finden, weil er bewusst dort so eingestellt wurde von den Rechteinhabenden, und deswegen kann man sich den sehr leicht mal anschauen. âMoralâ von den Philippinen, 1982 â eine Empfehlung! Dann habe ich aber auch was gesehen, was ein bisschen breiter bekannt sein dĂŒrfte aus dem Mainstream-Kino, und zwar â1917â von Sam Mendes.
Sam Mendes ist ja einer der Regisseure, die uns auch in der Bond-Reihe unterkommen. Auf den kommen wir im Laufe der nĂ€chsten Watchalongs dann noch mal. Aus dem Jahr 2019, also auch nicht aktuell. Mit dem Kameramann Roger Deakins. Auch auf den werden wir nochmal kommen im Laufe unserer Watchalongs. Und man erkennt, wenn man die Bond-Filme oder den Bond-Film, den die beiden verantwortet haben, gesehen hat â âSkyfallâ nĂ€mlich â die Verwandtschaft: Die Farben, die Plansequenzen, also die langen Einstellungen oder scheinbar langen Einstellungen ohne Schnitt.
Es spielt mit unter anderem Andrew Scott, einer meiner liebsten Schauspieler, den wir aus âSpectreâ kennen. Die ganze Geschichte hat mich persönlich so ein bisschen erinnert an eine Novelle von der irischen Autorin Jennifer Johnston: âHow Many Miles to Babylon?â, eins meiner absoluten LieblingsbĂŒcher.
Und ich glaube alleine das hat schon dafĂŒr gesorgt, dass ich den Film unmittelbar gut fand und er mich berĂŒhrt hat. Ein Kriegsfilm, und auch damit wieder nicht was besonders Leichtes. Musik von Thomas Newman. Auch den kennen wir ja aus der Bond-Reihe. Und auch hier gibt es erstaunliche Ăhnlichkeiten, was die Musik angeht.
Also die Szene mit Patrice und der Fall in den Fluss in âSkyfallâ â auch darauf kommen wir im Laufe des Podcasts irgendwann nochmal â das kommt so praktisch eins zu eins auch wieder in â1917â vor. Also ich fand das fast ein bisschen sehr erstaunlich, wie groĂ die Parallelen zwischen âSkyfallâ und â1917â insbesondere sind.
Aber Cornelius, du kennst dich besser aus mit Filmen im Allgemeinen als ich. Du kennst den natĂŒrlich auch. Ist dir das auch aufgefallen? Ja, also du hast das Wesentliche eigentlich schon zusammengefasst. Es ist ein technisch absolut prĂ€ziser und hochwertiger Film, audiovisuell absolut beeindruckend. Und wie du schon gesagt hast: Die Story ist sehr packend inszeniert, sehr mitreiĂend.
Und Thomas Newman, den du auch vorhin genannt hast, das ist ja Sam Mendesâ Haus- und Hofkomponist, der ja auch mit ihm dann seinen Oscar zum Beispiel auch fĂŒr âAmerican Beautyâ bekommen hat, der hier auch wirklich die ganze Szenerie dermaĂen gut musikalisch untermalt. Es ist einfach richtig, richtig gut und funktioniert im Kino vor allem ganz toll.
Also es war ein ganz groĂes Kinoerlebnis damals. Also auch eine Empfehlung, wĂŒrde ich sagen. Cornelius, was hast du gesehen? Ach, bei mir war es wie immer ein Mix aus allen Genres, was man so sich reinziehen kann. Zum einen âThe Unholy Trinityâ, so ein New-Age-Western mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle â auch ein Grund, warum ich den Film eigentlich sehen wollte â und Samuel L. Jackson.
Der Film möchte mehr sein, als er ist. Sieht optisch ĂŒberhaupt nicht gut aus. Die Story packt einen gar nicht. Der Film war leider ĂŒberhaupt nicht ĂŒberzeugend. Schade. Ja, wirklich schade. Ich habe mich mal wieder auf einen Western gefreut, weil das Western-Georgia gerade wieder ein bisschen am Aufleben ist.
Da gibt es auch sehr gute Filme dazu, aber der war leider nichts. Dann habe ich noch gesehen âAmrumâ, der letzte Film von Fatih Akin, den ich ja sehr, sehr schĂ€tze als Regisseur. Und ich hatte auch mal wieder Lust auf einen deutschen Film. Und wenn, dann muss es schon was mit Anspruch sein. Und da ist Fatih Akin immer eine gute Adresse.
Und âAmrumâ ist ein Nachkriegsdrama â Zweiter Weltkrieg â, der auf der Insel Amrum, wie der der Name schon sagt, spielt und der eigentlich gar keinen groĂen oder langen zu erzĂ€hlenden Plot hat, sondern eigentlich von der Bildsprache lebt und die Emotionen einfĂ€ngt. Und das macht der Film einfach richtig gut.
GroĂe Sehempfehlung! Gerade wenn man was ĂŒbrig hat fĂŒr Kamera, Inszenierung etc., dann auf alle FĂ€lle sehr sehenswert. Dann habe ich den neuesten Godzilla- King-Kong-Film âThe New Empireâ gesehen. Ich mache es kurz: Ich stehe auf sowas mal zwischendurch. Viel Ballabumba, Hirn aus und ab die Post. Macht SpaĂ.
Und zu guter Letzt den neuesten Steven-Spielberg-Film âDisclosure Dayâ, auf den ich mich vorab sehr, sehr gefreut habe, der aber hinter den Erwartungen geblieben ist. Der macht genau das, was man von einem Spielberg-Film erwartet. Der lehnt sich sehr an an seine vorigen Filme, hat kreative Kamera-Einstellungen, aber ĂŒberzeugt jetzt weder vom Plot noch von der komplett, sag ich mal, von der Gesamt-Inszenierung.
War ein guter Film, aber nicht mehr und nicht weniger. Interessant, weil da habe ich durchaus solche und solche Kritiken gelesen und gehört. Ja. Also die offiziellen Kritiken waren so mittelmĂ€Ăig. Aber im Bekanntenkreis habe ich einige, die waren total begeistert. Also der Film steht bei mir auch auf der Watchlist.
Und das werde ich die nĂ€chsten Wochen dann nochmal angehen. Unbedingt! Der braucht ein bisschen, um in die GĂ€nge zu kommen, der Film. Der schleppt sich so ein bisschen durch die erste HĂ€lfte. Aber dann nimmt der Fahrt auf und funktioniert dann auch in vielen Szenen sehr gut. Und Emily Blunt ist natĂŒrlich wie immer fantastisch, der kannst du immer zugucken.
Das ist ganz toll. Also kann man auf alle FĂ€lle schauen. Wunderbar! Das war der kleine Film-Exkurs.
Ich wĂŒrde sagen Wir machen uns bereit fĂŒr den Hauptfilm.
Sehr gerne. Nochmal kurz zur ErklĂ€rung: Was machen wir heute beim Watchalong? Wir schauen zusammen den Film âJames Bond â 007 jagt Dr. Noâ aus dem Jahre 1962.
Das bedeutet Ihr alle, die zuhört, ihr nehmt euch jetzt das Medium eurer Wahl.
Egal ob VHS, DVD, Blu-ray, Stream. Es ist eigentlich egal. NatĂŒrlich wird es ein bisschen einen Versatz geben, weil die Filme unterschiedlich lang sind, allein auch aufgrund der Auflösung. Das macht aber gar nichts, weil man kann einfach anhand des Dialogs, den wir hier fĂŒhren, auch dann immer folgen und dann entsprechend vor- und zurĂŒckspulen.
Es geht ja nur um ein paar Sekunden letzten Endes. So weit das Konzept. Es steht natĂŒrlich jedem frei, da mitzumachen oder auch nicht. Den Podcast darf man auch gerne hören, wenn man nicht nebenbei den Film schaut.
Aber ich wĂŒrde sagen Den vollen Genuss hat man nur, wenn man den Film nebenbei
nochmal mitlaufen lĂ€sst, zumal es, glaube ich, bei vielen so ist, dass sie âDr. Noâ nicht mehr so genau vor Augen haben, weil das nicht einer der James-Bond-Filme ist, die man sowieso alle paar Monate nochmal anguckt. Bei unserem kleinen Konzept können wir natĂŒrlich nebenbei nur uns hören. Und so geht es dann auch unseren Zuhörenden wahrscheinlich, dass sie uns zuhören und nicht unbedingt dem Film.
Dabei folgen wir einem Anspruch, den Alfred Hitchcock mal formuliert hat, indem er nĂ€mlich gesagt hat: Ein guter Film muss so produziert sein, dass man ihn auch ohne Ton verfolgen kann. Ob â007 jagt Dr. Noâ diesen Anspruch erfĂŒllt, das sehen wir in den nĂ€chsten 109 Minuten. Erstmal hören wir, was uns inhaltlich erwartet.
â007 jagt Dr. Noâ ist der erste Bond-Film der offiziellen Reihe aus dem Jahr 1962 und der erste Auftritt von Sean Connery als James Bond. Der Film und mit ihm die gesamte Reihe beginnt mit einem Doppelmord. Der MI6-Agent John Strangways und seine Assistentin Mary Trueblood werden auf Jamaika getötet.
James Bond wird aus seinem zivilen Leben in London gerissen und in die Karibik geschickt, um die HintergrĂŒnde aufzuklĂ€ren. Trotz mehrerer AnschlĂ€ge auf sein Leben setzt er die Ermittlungen fort, unterstĂŒtzt von seinem CIA-Kontakt Felix Leiter und vom ortskundigen Fischer Quarrel. Gemeinsam kommen sie zwei VerdĂ€chtigen auf die Schliche: der SekretĂ€rin des KolonialsekretĂ€rs Miss Taro und dem Geologen Professor Dent.
Eine Spur radioaktiver Gesteinsproben fĂŒhrt Bond schlieĂlich auf die abgelegene Insel Crab Key. Dort treffen er und Quarrel auf die Muschelsucherin Honey Rider. Doch die Situation eskaliert. Quarrel wird getötet. Bond und Rider geraten in Gefangenschaft. Sie werden in das Versteck des mysteriösen Dr. No gebracht â jenes Mannes, dem Strangways bei seinen Nachforschungen zu nahe gekommen war.
Dr. No verfolgt einen gefĂ€hrlichen Plan: Er will US-amerikanische Raketen umlenken, um einen Krieg zwischen den USA und China auszulösen â aus Rache sowohl am Westen als auch am Osten. Doch Bond gelingt es, sich zu befreien. Er tötet Dr. No, zerstört dessen Anlage und kann gemeinsam mit Honey Rider aufs Meer entkommen.
Dort werden die beiden schlieĂlich von einem Boot unter dem Kommando von Felix Leiter gerettet. Damit kann es losgehen. Wie eingangs erwĂ€hnt: Unser zustĂ€ndiger Kollege Eike, der eigentlich das RunterzĂ€hlen ĂŒbernimmt, ist heute leider nicht dabei. Wir denken an den Hamster. Und deswegen ĂŒbernimmt unser AltersprĂ€sident.
Das ist der Frank. Okay. Seid ihr so weit? Jo! Ja! Gut, dann wĂŒrde ich sagen: 3 ⊠2 ⊠1 ⊠und los! Film lĂ€uft. Und wir werden begrĂŒĂt vom MGM-Löwen. Cornelius, bist du aufgeregt? Ich bin sehr aufgeregt! Huiuiuiui⊠Der Frank könnte uns jetzt sagen, wann wir diesen Film zuletzt gesehen haben, weil er unsere Liste fĂŒhrt. Das ist ein Weilchen her.
Wir haben so viel zu besprechen! Die Gunbarrel-Sequenz ⊠Hier sehen wir Bob Simmons im Pistolenlauf. Das mĂŒssen wir alles jetzt im Laufe der nĂ€chsten guten eineinhalb Stunden aufarbeiten. Am 11. MĂ€rz haben wir den Film zuletzt gesehen. 11. MĂ€rz? Mhm! Das ist schon ein Weilchen her fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse.
Wir sind ja eigentlich immer ganz gut dabei. Die erste Besonderheit dieses James-Bond- Films â wer andere kennt, und das sind wahrscheinlich die meisten derjenigen, die uns zuhören: Wir gehen ĂŒber von der Pistolenlauf-Sequenz in die Titelsequenz und es gibt keine Pre-Title-Sequenz. Aber nur hier. Beziehungsweise weil es der erste Film ist.
Genau! Diese Pre-Title-Sequenz hat sich bei dem zweiten Bond-Film der offiziellen Reihe âLiebesgrĂŒĂe aus Moskauâ so ein bisschen durch Zufall wohl im Schnitt ergeben. Hier fehlt sie noch. Wer den Film zum ersten Mal seit einer ganzen Weile sieht und sich jetzt irgendwie an etwas Bekanntes erinnert fĂŒhlt, der hat vielleicht den zum Zeitpunkt dieser Aufnahme jĂŒngsten Bond-Film âKeine Zeit Zu Sterbenâ gesehen, in dem dieses Muster, die Farben, die Punkte und der ganze Stil wieder aufgegriffen werden.
So ist es. Und hier wird auch schon ⊠Also der Pistolenlauf ist eigentlich auch schon ein HerzstĂŒck der Bond-DNA. Und dieses Element trĂ€gt sich ja wirklich durch alle oder fast alle Filme dann. Erfunden und gefilmt von Maurice Binder, den wir jetzt hier gerade auch auf der Titelkarte sehen. Wen das genauer interessiert, dem empfehlen wir unsere Themenfolge zum Thema Pistolenlauf-Sequenz. Die kommt dann demnĂ€chst.
Wer sich zwischendurch informieren will â das werde ich noch hĂ€ufiger sagen â, der kann das James-Bond-Lexikon ansteuern. Da gibt es natĂŒrlich auch einen Artikel zur Pistolenlauf-Sequenz, auch zur Titelsequenz und selbstverstĂ€ndlich eine Besprechung von â007 jagt Dr. Noâ. Wir sehen hier auf der Titelkarte gerade den Namen von Monty Norman, dem Komponisten des James-Bond-Themas.
Auch dazu findet ihr einen Artikel im Lexikon. Und wer sich so ein bisschen auskennt, fĂŒr den kommt es vielleicht ĂŒberraschend, dass das nicht John Barry ist, der hier der Komponist des James- Bond-Themas ist, sondern das Thema als Kern sozusagen, das stammt tatsĂ€chlich von Monty Norman. Alles weitere, sowohl das Arrangement als auch die spĂ€teren Filmmusiken, hat dann John Barry gemacht.
Und wir sind auf Jamaika und sehen die drei blinden MĂ€uschen, die in den Queenâs Club dackeln. Also die StĂŒhle sind schon echt sehr gewöhnungsbedĂŒrftig. Ja, 60er-Jahre halt. Naja, meine Eltern hatten mal einen Sofa, das das gleiche Muster hatte. Das war deutlich nach den 60ern. Wobei ich teilweise das Design der 70er schlimmer fand als das der 60er.
Wobei ich diese Tische mit diesem eingebauten grĂŒnen FlieĂ drinnen, diese Spieltische, schon echt cool finde. Ja. Das sind nur die ersten Beispiele fĂŒr viel grĂŒnes Mobiliar, das wir in diesem Film sehen werden. Und die ganze Serie beginnt standes- gemÀà mit einem Mord â einem Doppelmord, wie wir gleich sehen werden.
Commander Strangways ist jetzt hier gerade erschossen worden. Cornelius, willst du auf den Filmfehler eingehen? Nö, mach du mal. Naja, wir haben gerade gesehen: In diesem Auto spiegeln sich in den Fenstern die Scheinwerfer des Kamera-Teams. In den frĂŒhen Filmen findet man immer noch den einen der anderen Filmfehler.
Das kommt noch vor. Und da kommen noch einige weitere. Da kommen noch ein paar. Das sei aber verziehen, weil ⊠das ist einfach ⊠in ganz vielen â auch modernen â Filmen passiert das. Ich finde es auch eher drollig. Mich stört es ĂŒberhaupt nicht. Wir sehen hier Dolores Keator als Darstellerin in ihrer einzigen bekannten Rolle.
Und diese Szene hier ist gedreht in ihrem Haus. Also sie spielt hier in ihrem eigenen Haus auf Jamaika und wurde weder vorher noch nachher in Filmen gesehen. Ich finde, sie macht das ganz gut â dafĂŒr, dass sie keine gelernte Schauspielerin ist. Ja. Nur das Blut ist mir zu hell. Das sieht bisschen billig aus.
Wir danken Technicolor fĂŒr die Farben. Das war aber tatsĂ€chlich auch ein Aspekt. Man wollte eben mit dem Film â wir sind hier im Jahr â62 â man wollte eben ⊠Deswegen hatten wir auch gerade in der Titelsequenz die Punkte und so weiter gesehen: Man ⊠Wir haben hier Farben, Rhythmus, dann der Ăbergang eben in diese karibische Musik.
Der Film kommt halt aus einer Zeit, in der Pop-Art, Werbung, modernes Grafikdesign und so weiter immer stĂ€rker ins Kino eben einsickerte. Und schon hier sagt der Film eben damit, dass er eben kein grauer Spionage- Thriller XY ist, sondern wirklich was Besonderes ist. Auch fĂŒrs Kino eben produziert. Ja, ich denke, man erkennt es tatsĂ€chlich auch, wenn man den Film neben andere Filme hĂ€lt, die zur gleichen Zeit erschienen sind.
Wenn wir ins Filmjahr 1962 schauen, dann haben wir da vor allem noch âLawrence von Arabienâ mit Peter OâToole, der in dem Jahr mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde. Ganz groĂes Kino! Ganz groĂes Kino, natĂŒrlich. Die âMeuterei auf der Bountyâ mit Marlon Brando. Fantastische Filme, die aber vom Stil her natĂŒrlich ganz anders sind.
Also ich wĂŒrde mal sagen, vor allem einfach viel langsamer erzĂ€hlt. âDr. Noâ ist schon recht flott erzĂ€hlt. Ja, im Vergleich zu diesen Filmen auf alle FĂ€lle. So, und jetzt sind wir hier im Club und im Casino. Wir steuern auf die erste ikonische und vielleicht die ikonischste Szene des ganzen Films zu.
Im Hintergrund hier ĂŒbrigens an der Wand das GemĂ€lde mit dem Pferd, das wird uns nochmal begegnen: In âSpectreâ und in âKeine Zeit Zu Sterbenâ hĂ€ngt es auch wieder an der Wand. Und wir sind hier in einem Set von Ken Adam, dem berĂŒhmten Film-Set-Designer, der uns noch hĂ€ufig unterkommen wird und sehen hier die berĂŒhmte Casino-Szene.
Jetzt passiert es gleich, richtig. Gleich passiert es.
Auch hier Es gÀbe so viele Dinge zu sagen.
Wir mĂŒssen mal gucken, wie wir das hier nacheinander alles aufarbeiten. Der Film zwingt uns ja so ein bisschen zur KĂŒrze. Aber das ist ja vielleicht auch gar nicht schlecht. Ich finde fast am interessantesten an der ganzen Sache, dass ja hier dieses Muster der Vorstellung âBond. James Bond.â von Sylvia Trench vorgegeben wird, gespielt von Eunice Gayson.
Und sie ist hier diejenige, die zuerst mal sagt: âMein Name ist Trench. Sylvia Trench. Und wer sind Sie?â Und dann folgt er ja eigentlich nur ihrem Muster. So ist es. Zu den ersten drei James-Bond-Filmen der offiziellen Reihe gibt es einen relativ berĂŒhmten Kommentar von Filmschaffenden, die beteiligt waren an den Filmen.
Der sogenannte Criterion Commentary. Und in dem ist zu hören, dass eine der Inspirationen fĂŒr dieses Setup hier fĂŒr die EinfĂŒhrung des Titelhelden von hinten â man sieht ihn erst nur so ĂŒber die Schulter und dann nur seine HĂ€nde â die EinfĂŒhrung von Benito Juarez im Film âJuarezâ aus dem Jahr 1939 war, mit Paul Muni und Bette Davis. âJuarezâ, also wie gesagt, ein Film aus den spĂ€ten 30er-Jahren, in dem dieses Muster vorkommt. Kann man sich mal angucken, ist ganz interessant.
Da ist das noch viel extremer. Also die Szene habt ihr ja gerade gesehen, die weltberĂŒhmte. Ich finde es auch cool, dass die Leute damals noch einfach in den Filmen rauchen konnten. Ich glaube, die Szene wĂ€re bei weitem nicht so cool gewesen, wenn man hier Bond nicht hĂ€tte rauchen lassen. Das ist auch einfach irgendwie das ganze Verrauchte.
Ich weiĂ, es ist ein Studio, aber trotzdem. Es hĂ€ngt so der Rauch ĂŒberall irgendwie. Das hat einfach was. Ja, aber ich meine: Es waren die 60er. Da wurde ĂŒberall geraucht. Richtig. Ich finde, das hat aber nach wie vor was Cooles. Das erinnert mich auch an diese James-Dean-Zeiten. Ich weiĂ nicht. Jetzt ist das ja total verrucht, aber ⊠damals nicht schlecht!
Verrucht, verraucht und verrufen. Richtig. Und ich finde immer wieder, wenn ich Filme aus der Zeit sehe, dass es doch erstaunlich âanzĂŒglichâ ist. Also die Tatsache, dass die beiden jetzt hier einfach mal so ihr Date ausmachen finde ich schon nicht schlecht. Also muss man sich auch erstmal trauen, zu sagen: Hier ist meine Karte und wir sehen uns dann.
Ich finde auch echt krass, wie viel â weil wir gerade vorhin darĂŒber gesprochen haben â langsam erzĂ€hlt und du ⊠Ja, es ist wirklich schon so: Der Film ist schon sehr flott jetzt im ersten Viertel, sage ich mal.
Ich meine Der Film lĂ€uft jetzt wirklich keine zehn Minuten gefĂŒhlt
und es passiert wahnsinnig viel: Wir haben schon einen Mord gesehen, wir haben die EinfĂŒhrung von Bond und, und, und ⊠Es ist schon viel Exposition und so weiter. Der hat ja dann ⊠SpĂ€ter kommt so ein bisschen ein DurchhĂ€nger, aber es passiert jetzt schon in den ersten Szenen sehr viel.
Jetzt wird eingefĂŒhrt Miss Moneypenny.
Richtig. Gespielt von Lois Maxwell. Kanadische Darstellerin, die auch der Bond-Reihe ewig erhalten bleiben wird.
Und auch hier wieder Die Chemie zwischen den Beiden ist einfach super toll.
Das liegt natĂŒrlich in erster Linie an Connery, gar keine Frage. Die berĂŒhmte doppelte Leder-TĂŒr, ĂŒber der das Licht angegangen ist. Und wir betreten einen weiteren ikonischen Ort, nĂ€mlich das BĂŒro des vorgesetzten M, gespielt von Bernard Lee. Und der Film hatte insgesamt â es ist ja der erste Film der Reihe â wirklich ein ganz, ganz beschrĂ€nktes Budget: eine Million Dollar.
Das klingt vielleicht viel, aber das war schon 1962 fĂŒr so eine Filmproduktion nicht viel Geld. Und dieses Set, in dem hier das BĂŒro angesiedelt ist, das besteht zu einem guten Teil aus PappmachĂ© und Plastik. War ja auch der Grund, warum man sich entschieden hat, âDr. Noâ als erstes zu verfilmen. Also ursprĂŒnglich war ja mal der Plan, mit âFeuerballâ zu beginnen.
Man hat sich aber dann aus rechtlichen GrĂŒnden ⊠Das ist nochmal eine andere Geschichte. Dazu vielleicht noch der Hinweis auf unsere andere Watchalong-Folge zu âFeuerballâ, hört gerne mal rein! Genau. Und zur Themenfolge â007 und das Rechtâ. Auch da werden wir das ein bisschen auseinanderlegen, welche Lizenzprobleme und Streitereien es da gab.
Das ist spannender, als es im ersten Moment klingt. Du hast es gerade schon angedeutet: Der erste Roman von Ian Fleming war âCasino Royaleâ aus dem Jahr 1953. Fleming hat 1954 von CBS 1000 Dollar bekommen dafĂŒr, dass die einen Fernsehfilm damit machen dĂŒrfen. Das haben die dann auch gemacht. Der ist im Oktober 1954 gelaufen.
Das war keine exklusive Vereinbarung und so konnte er die Rechte an âCasino Royaleâ nochmal verkaufen â an einen Produzenten namens Gregory Ratoff. Der ist dann verstorben. Die Rechte sind ĂŒbergegangen an Charles Feldman. Und tatsĂ€chlich hat der sich dann entschieden, diese berĂŒhmte Parodie zu machen aus dem Jahr 1967 bei Columbia Pictures.
Da sind die Rechte dann eine Weile geblieben, bis sie bei Sony gelandet sind. Und irgendwann gab es dann Verhandlungen zwischen Sony Pictures und MGM United Artists. Um die Geschichte sozusagen möglichst kurz zu machen: Man hat dann Rechte getauscht â âJames Bond: Casino Royaleâ gegen âSpider-Manâ. Und so sind diese Rechte dann irgendwann bei EON Productions gelandet, die 2006 âCasino Royaleâ gemacht haben.
Also der erste Roman als einer der letzten Filme â von heute aus gesehen. âFeuerballâ war rechtemĂ€Ăig auch umstritten. Und irgendwie ist man bei âDr. Noâ gelandet. Und im Ergebnis wĂŒrden wir wahrscheinlich alle sagen: Das war eine ganz gute Entscheidung, den zuerst zu machen. So ist es. Aber das war vor allem â weil du es ja vorhin erwĂ€hnt hast, 1 Million Dollar Budget â genau der Grund, warum man eben sich entschieden hat, âDr. Noâ zu verfilmen, weil ⊠Wir sind ja bei dem Film relativ nah am Buch dran.
Das Ende ist ziemlich anders geworden, da kommen wir spĂ€ter noch drauf. Aber der Film ⊠Zum GlĂŒck. Genau. Naja, kommen wir noch dazu. Aber letzten Endes spielt der Film ja eigentlich zum GroĂteil auf Jamaika und hat jetzt nicht diese exotischen ⊠⊠exotischen SchauplĂ€tze oder opulenten Sets und so weiter.
Beziehungsweise eben nur den einen. Genau, und das hat man einfach mit dem Budget ganz gut hinbekommen.
Wir haben gerade hier gesehen den Waffenmeister Geoffrey Boothroyd,
so der Charakter im Film. Der ist benannt nach einem Menschen, den es tatsĂ€chlich gab. Beziehungsweise im Film heiĂt der Major Boothroyd bloĂ. In Wirklichkeit hieĂ das Vorbild Geoffrey Boothroyd. Fleming hatte im ersten Roman âCasino Royaleâ James Bond eine Beretta gegeben, eine italienische Handfeuerwaffe.
Boothroyd hat dann Fleming geschrieben und auseinandergelegt, warum das nicht so eine gute Idee ist â er soll stattdessen was anderes benutzen. Und das ist dann tatsĂ€chlich auch in den BĂŒchern umgesetzt worden und hier in den Film geschrieben worden. Peter Burton spielt Major Boothroyd. Und der hat jetzt hier Bond ausgestattet mit einer Walther PPK, der Polizei-Pistole kurz. Das, was wir gesehen haben, war aber tatsĂ€chlich eine Walther PP.
Genau. 7,65 mm, wenn mich nicht alles tÀuscht. Das mag sein. Unser Waffen-Experte ist der Eike, der ja heute leider wegen des Hamsters nicht da ist. Der kann uns das dann irgendwann nochmal erzÀhlen, aber ⊠Auch wieder einer dieser kleinen Filmfehler: Gesagt wird Walther PPK, gezeigt wird Walther PP.
Mich persönlich stört es ĂŒberhaupt nicht. Nee. Peter Burton ist ĂŒbrigens noch mal in einer ganz kleinen Rolle in âFeuerballâ zu sehen. Und auch das begrĂŒndet eine Tradition der Bond-Filme, die nĂ€mlich lautet: Das Ganze ist eine kleine Familie und jeder, der irgendwo mal zum Einsatz kam, den verwendet man im Zweifel nochmal, wenn es geht.
Jetzt sind wir in Bonds Wohnung. Die auch wieder grĂŒn ist. Die auch wieder grĂŒn ist.
Und man fragt sich hier Warum zum Geier steht der Fernseher an dieser Stelle?
Unter den Bildern von den Autos. Ja, hinter der TĂŒr vor allem irgendwie. Und man weiĂ gar nicht, von wo aus man gucken soll, also ⊠Ja, da hinten steht der Schminkspiegel. Ja. Ja, wobei ich aber auch gestehen muss: In meiner Vorstellung ist Bond keiner, der viel Fernsehen guckt. Nee. Vermutlich nicht.
Bonds Wohnung sehen wir nur ganz selten. Bis heute gibt es drei Filme, in denen Bonds Wohnung zu sehen ist, nĂ€mlich auĂer â007 jagt Dr. Noâ noch âLeben und sterben lassenâ und âSpectreâ. Und weil ich so flugzeugbegeistert bin, hier einmal der Hinweis â das muss leider jedes Mal sein, wenn wir den Film gucken: Bond landet in einer Maschine der Pan Am â eine Fluggesellschaft, die es heute leider nicht mehr gibt; nach dem Golfkrieg und dem Lockerbie- Attentat sind die dann bankrott gegangen â in einer Boeing 707.
Und da lautet natĂŒrlich die Frage: Ist das Zufall, dass das eine 707 ist und die 007 kommt da fast drin vor? Man weiĂ es nicht. Was aber bestimmt kein Zufall war, war die ĂŒberaus unpassend Sonnenbrille, die Felix Leiter hier trĂ€gt. Ist das eine Damen-Sonnenbrille? Ich ⊠Vermutlich. Also das ist echt ⊠Das passt so gar nicht.
Also ich meine Er kann es tragen. Aber âŠ
Hier jetzt auch wieder ein kleiner Film- fehler: Er hat jetzt ⊠Bond gibt ihm den Hut. Und der ist dann auf einmal wieder schnell weg. Da sehen wir die Brille nochmal. Felix Leiter hier gespielt von Jack Lord.
Und ich wĂŒrde sagen Er kann es wirklich auftragen,
aber die Brille an und fĂŒr sich ist schon kriminell. Ja. Und wir haben jetzt zum ersten Mal so im Film das Bond-Theme gehört. Und zwar wieder auf eine Art und Weise eingesetzt, die nicht so hundertprozentig eingĂ€ngig ist. Wir sagen es hĂ€ufiger. Das haben wir ⊠Das hat man tatsĂ€chlich in den ⊠Bei ein paar Sean-Connery- Filmen. Bei âLiebesgrĂŒĂe aus Moskauâ fĂ€llt es vor allem stark auf, dass dann das Bond-Theme schon sehr âŠ
ich sage mal: inflationÀr dann verwendet wird und eingesetzt wird. Auch in Szenen, wo man das jetzt gar nicht unbedingt brÀuchte, sage ich mal. Denn so spektakulÀr ist das, was wir hier gesehen haben, ja nicht. Nee. Felix Leiter ist schwer irritiert. Diese Brille! Ja. Und auch, dass die nach unten beziehungsweise oben hin so abgetönt ist.
Das ist so ein bisschen gestuft. Nach unten wird das heller. Das sieht wirklich ganz schlimm aus. Ja, sagen wir mal, er hat den Hut da jetzt hinten auf die RĂŒckbank gelegt oder so. Wer weiĂ. Wir werden sehen. Passt ja ⊠Kommt gleich nochmal ins Bild. Wunderschöner Cadillac Eldorado! Und ein VW KĂ€fer im Hintergrund.
Schau, da ist nĂ€mlich der Hut wieder! Da ist er wieder. Genau. Ein weiterer kleiner Filmfehler â wir haben so ein bisschen SpaĂ dran, deswegen ⊠Wir meinen es nicht böse. Hier in den Aufnahmen sieht man ja ganz gut, dass das Armaturenbrett ziemlich rot ist. Und wenn man dann auf den Tacho in der ⊠⊠im Close-up guckt, dann ist es ziemlich schwarz.
Also, das war auch nicht dasselbe Auto, was man da genommen hat. Im Hintergrund schwebt ein Flieger ein. Das sind schöne Bilder. Ja. Das Wetter ist nicht das beste. Nee. Mal so, mal so. Je nach Winkel. Stimmt auch wieder, ja. Ich finde ja toll diese WeiĂwandreifen. Die geben den alten Autos gleich ein viel hochwertigeres Aussehen, wenn man es vergleicht mit den modernen. Ich finde, es sieht toll aus.
Es folgt â wenn man so will â die erste Actionszene. Die beiden prĂŒgeln sich jetzt. Und wenn man dabei drauf achtet, fĂ€llt schon auch so ein bisschen auf, dass Sean Connery sich mit seinem Stuntman Bob Simmons abwechselt â Bob Simmons, den wir auch in der Pistolenlauf- Sequenz gesehen haben. Und was man ab und zu lesen kann ist: Wenn man es genau nimmt, ist der erste Mann, der in der offiziellen Reihe James Bond gespielt hat, Bob Simmons. Denn den sehen wir ja in der Pistolenlauf-Sequenz zuerst.
Dramatische Musik im Hintergrund.
Nochmal FĂŒr die Filmmusik war zustĂ€ndig Monty Norman im Wesentlichen.
Und wir kommen noch auf die eine oder andere Stelle â also insbesondere beim Abspann, wĂŒrde ich sagen â an der wir vielleicht sagen wĂŒrden, dass die Filmmusik noch nicht ganz auf der Höhe ist, bevor dann John Barry fĂŒr lange Zeit ĂŒbernimmt. Ja, wobei ⊠Mit gewissen Unterbrechungen. Richtig. Genau. Der gute Mr. Jones, gespielt von Reginald Carter, vergiftet sich mit Cyankali.
Und das ist so der erste Hinweis, dass hier irgendetwas ablĂ€uft, was den Betroffenen so viel Angst einflöĂt, dass sie sich lieber umbringen als Informationen preiszugeben. Tolles GebĂ€ude! Und Connery bringt seinen ersten Oneliner. Stimmt. Da kommen spĂ€ter auch nochmal ein paar gute. Roger Moore ist ja bekannt fĂŒr seine Oneliner, aber ich wĂŒrde sagen, Sean Connery darf man da auch nicht unterschĂ€tzen.
Der hat einige gute. Ja, total. Wir sind in einem weiteren relativ grĂŒnen BĂŒro. Also ich vermute, dass die grĂŒnen Möbel und Lampen vielleicht doch gĂŒnstig zu haben waren irgendwo. Ja, gut. Diese Bankerâs Lamps, die gab es ja schon immer irgendwo. Zu der Zeit auch. Aber ja, es ist schon sehr grĂŒn. Erbsig teilweise.
Naja, da ist ein rotes Stuhlpolster! Wir werden in diesem Film noch das eine oder andere Mal ĂŒber Bilder sprechen, die im Hintergrund oder auch im Vordergrund zu sehen sind. Hier sieht man hinten im Flur, im Treppenhaus sozusagen, ein GemĂ€lde von Elisabeth II., denke ich, gell? Mhm. Man achte jetzt mal auf den Hintergrund: Die drei vom Anfang tapsten da hinten weit im Hintergrund durchs Bild. Sieht man kaum.
Das erinnert mich immer so ein bisschen an diese âPettersson und Findusâ-BĂŒcher, die ich als Kind hatte, bei denen man so lange gucken konnte und irgendwo die kleinen MĂ€uschen entdeckt hat. Ja, die waren putzig! Wir sind wieder im Haus von Dolores Keator, der Darstellerin von Mary Trueblood, die hier die zweite war, der es an den Kragen ging im Film.
Und um das Blut ziemlich sicher zuordnen, reichte uns damals eine Blutgruppe und ein Rhesusfaktor. Professor Dent! Sind das Wandteppiche? Ich hab mich auch gerade gefragt ⊠Das wurde aber jetzt tatsĂ€chlich alles auf Jamaika gedreht. Ja. Genau, also wir hatten ja sozusagen die Exposition, wie du eben gesagt hast, in London im GroĂen und Ganzen.
Und ich denke mal fĂŒr den Rest des Films bleiben wir jetzt in Jamaika. Genau. Der erste Martini! Schön. Das ist jetzt ein bisschen unspektakulĂ€r inszeniert. Wahrscheinlich wusste man zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wirklich, wie bedeuten das spĂ€ter mal wird. Stimmt. So ein bisschen was Ă€hnliches gilt fĂŒr eine Szene, die jetzt schon ein paar Minuten zurĂŒckliegt.
Wir sind nicht dazu gekommen, alles zu besprechen. Und zwar der Waffenmeister Major Boothroyd. Wir hatten ihn schon erwĂ€hnt, gespielt von Peter Burton. Auch die Szene ist sehr kurz und sehr oberflĂ€chlich und ⊠Desmond Llewelyn wird ja spĂ€ter diese Rolle als Q dann ĂŒbernehmen, wobei er spĂ€ter in âDer Spion, der mich liebteâ auch nochmal Major Boothroyd genannt werden wird, so dass man sieht: Das ist dieselbe Figur.
Aber Q, gespielt von Desmond Llewelyn, wird ja auch wirklich eine Ikone dieser Filmreihe werden. Und ich glaube auch das hatte man hier beim ersten Film noch nicht so ganz vor Augen, welches Potenzial in dieser Rolle drinsteckt. So ist es. Ja. Ich finde tatsĂ€chlich auch cool hier die Szene mit dem Haar an der SchranktĂŒr.
Da merkt man auch einfach mal, dass man bei dem Film einfach noch gar nicht mit den ganzen Gadgets und so weiter gearbeitet hat. Das ist einfach noch wirklich richtig Agenten-Spionage-Thematik. Auch das mit dem Chauffeur vorher, dass er auch wirklich nicht irgendwie âŠ
Er vermutet Da ist irgendwas faul.
Und dann guckt er er sich die Sachen nochmal genau an und handelt dann entsprechend und kann dann den Bösewicht mehr oder weniger ĂŒberlisten. Und ohne Gadgets, ohne Tricks und so weiter, sondern es ist wirklich noch ziemlich geerdet das Ganze hier in dem Film. Hat Professor Dent eine schwarz-rot-goldene Krawatte an? Joa âŠ
Herrlich! Was halten wir von dem Anzug? Von dem von Bond? Ja. Fantastisch. Ich finde den auch gut. Nicht ganz so gut wie den aus âGoldfingerâ. Aber auch nicht schlecht. Ich finde die Kombi sehr schick. Das Hemd auch schön mit diesen Cocktail-Manschetten. Ja. Also zumindest teilweise â was das Hemd angeht â ist er ausgestattet von Turnbull & Asser.
Britischer Herrenausstatter, der der Bond-Reihe ja auch bis heute verbunden ist. Das sieht schon sehr, sehr gut aus, wĂŒrde ich sagen.
Also ich meine Connery kann im Prinzip alles tragen. Aber das hier sieht schon gut aus.
Du hast eben erwĂ€hnt, dass er nicht so viel mit Gadgets arbeitet, sondern mehr mit Haaren und auch das ist ja ein Thema, das bei Connery wichtig ist. Ja. Du sprichst die MĂŒtze an von ihm, richtig? So perfekt, wie er in fast jeder Hinsicht war, so wenig Haare hatte er leider schon sehr frĂŒh. Und er hat tatsĂ€chlich in allen seinen Bond-Filmen ein irgendwie geartetes Haarteil getragen.
Also wir sehen so ein bisschen Haarersatz auf seinem Kopf. WĂ€re mir aber persönlich ⊠Ich habe das auch erst recht spĂ€t mal erfahren, ehrlich gesagt. Ich auch. Ich schaue ja schon wahnsinnig lange Bond-Filme und ⊠Seit wann schaust du eigentlich Bond-Filme? Keine Ahnung. Ich glaube, seitdem ich so ⊠Ja, ich sage mal: So seitdem ich so ⊠So mit neun, zehn, die Richtung habe ich damit angefangen. Irgendwie ⊠bin ich da herangefĂŒhrt worden.
Und die liefen ja dann ab und zu immer im TV. Da hatte ja die ARD die Rechte lange Zeit gehabt. Und dann liefen die ab und zu mal immer am Samstagabend. Und dann durfte man den ab und zu immer mit angucken. Und so ging das ganze dann los. Aber dann so wirklich die groĂen Ereignisse waren dann bei mir tatsĂ€chlich dann Kinoerlebnisse, damals mit Pierce Brosnan.
Vor allem und angefangen mit âDer Morgen stirbt nieâ 1997. Das war so mein erster Kinofilm tatsĂ€chlich. Aber ja, ich habe tatsĂ€chlich das nie hinterfragt bei Sean Connery mit dem Toupet. Ich auch nicht. Mir wĂ€re es auch nicht aufgefallen. Ich habe das erst viel, viel spĂ€ter gelesen. Mittlerweile ist es ja wirklich auch kein krasses Trivia-Wissen mehr.
Das weiĂ eigentlich so gut wie jeder. Aber ich finde es gut gemacht. Also mir wĂ€re es nicht aufgefallen. Nee, nee, mir auch nicht. In der Zwischenzeit sind zwei neue Charaktere eingefĂŒhrt worden: Quarrel, gespielt von John Kitzmiller. Und im Hintergrund sehen wir Pussfeller, den Betreiber der Bar, gespielt von Lester Prendergast.
Und ich finde, die beiden gehören so zu den sympathischsten Charakteren, die in den Bond-Filmen ĂŒberhaupt vorkommen. Ich finde, die mag man einfach irgendwie, oder? Total. Ich finde es immer ganz irritierend ⊠Gut, wenn man jetzt die Filme per se so anschaut, passt alles wunderbar, weil ⊠Hier lernen sich die beiden kennen.
Aber es ist ja tatsĂ€chlich, wenn man die BĂŒcher auch chronologisch sich âŠ
Oder Wenn man die BĂŒcher chronologisch gelesen hat, ist es so, dass das nicht das
erste Aufeinandertreffen der beiden ist. Denn im zweiten Buch von Ian Fleming, in âLive and Let Dieâ, gibt es da schon den ersten Auftritt, weil der Film auch recht viel in der Karibik â auf Jamaika auch â spielt. Da taucht Quarrel dann in â007 jagt Dr. Noâ im Buch wieder auf. Richtig. Jetzt haben wir bei der Verfilmung die Reihenfolge umgedreht und ohne spoilen zu wollen: Das Ganze mit dem Wiederauftauchen wird ein kleines bisschen schwierig.
Deswegen wird das dann in âLeben und sterben lassenâ â dem Film â anders gelöst. Darauf kommen wir dann bei dem Watchalong zu âLeben und sterben lassenâ. Das dauert aber noch ein bisschen. Die Krawatte ist toll! Von Bond. Bisschen kurz, aber gut. Ist echt ein bisschen kurz. Die Socken gehen auch nicht bis zum Knie. Also: Ganz perfekt ist niemand.
Bei Quarrel merkt man halt doch wieder, dass man einfach immer noch im Jahr â62 ist. Ja. Weil man hier schon ihn als ⊠Ja, ich sage jetzt mal, als kolonialen Stereotyp auch darstellt in einigen Szenen. Das kriegt man spĂ€ter im Film dann auch noch mal sehr stark mit. Ja, man muss es aussprechen: Der Film hat rassistische Elemente.
Und das ist aus meiner Sicht auch die gröĂte SchwĂ€che, die der Film hat.
Jetzt kann man sagen Es könnte alles noch viel schlimmer sein. Aber es ist nicht gut.
Wir sehen hier eine Band, die es tatsÀchlich gab und die ewig lange noch auf Jamaika sehr, sehr erfolgreich war. Das ist die Band von Byron Lee, den wir hier auch als Bandleader sehen. Und die spielen im Film sozusagen sich selbst. Wir sehen hier unter den Tanzenden unter anderem noch den Location Manager Chris Blackwell.
Sieht man hier ganz kurz. Mehr oder weniger blond ist er. Wie die Leute tanzen hey! Und Chris Blackwell wird spĂ€ter groĂ Karriere machen. Der grĂŒndet Island Records. Ein Label, das unter anderem Bob Marley unter Vertrag hatte. Und Chris Blackwell war so erfolgreich, dass er dann spĂ€ter das Anwesen von Ian Fleming auf Jamaika, nĂ€mlich Goldeneye, gekauft hat.
Mhm! Ich höre da ein Bier zischen. Kann das sein? Das kann sein, ja! Sehr gut. Was gibt es? Ein Bolten Alt. Sagt mir nichts â ich bin eher der Weintrinker. Aber ⊠Nee. Kenne ich jetzt auch nicht. Wohlsein! Es gibt mehrere Einstellungen, in denen man sowas wie einen Kamerablitz sehen kann. Gleich vor dem Hotel wird das auch nochmal unterkommen.
Und in dem Criterion Commentary, den ich eben schon angesprochen habe, kann man hören, dass das so umgesetzt wurde, dass hier mal der eine oder andere weiĂe Frame in den Film reingeschnitten worden ist, damit der Effekt, dieser Blitz-Effekt, stĂ€rker ist. Man kann da den fĂŒr den Schnitt zustĂ€ndigen Peter Hunt im Criterion Commentary unter anderem hören, der das erlĂ€utert. Das ist ganz interessant zu hören.
EON hat dafĂŒr gesorgt, dass nach drei Kommentaren â zu den ersten drei Bond-Filmen der offiziellen Reihe â dieses Projekt eingestellt wurde. Man munkelt, weil ihnen das dann doch alles ein bisschen zu offen und zu ungeschĂŒtzt war, was da so erzĂ€hlt wurde. Aber die Kommentare sind wirklich ganz gut. Wenn man da mal rankommt an den Criterion Commentary, kann ich das nur empfehlen.
Und neben Peter Hunt, das mĂŒssen wir vielleicht der VollstĂ€ndigkeit halber noch erwĂ€hnen, waren kreativ verantwortlich fĂŒr den Film in der Regie Terence Young. Auch ĂŒber den werden wir noch viel sprechen. Die Produktion haben gemacht Harry Saltzman und Albert âCubbyâ Broccoli. Das Drehbuch haben geschrieben Richard Maibaum, Johanna Harwood und Berkely Mather.
Und die Kamera hat Ted Moore gemacht. Maurice Binder hatten wir schon erwĂ€hnt fĂŒr die Titelsequenz. Monty Norman fĂŒr die Musik. Und Ken Adam machte das Produktionsdesign und die ganzen Sets. Auf den werden wir jetzt in den nĂ€chsten Szenen auch noch öfter eingehen. SpĂ€testens am Ende des Films, ja. Vielleicht noch ⊠Wir können ja jetzt schon ein bisschen ĂŒber â jetzt, wo die hier gerade noch den Dialog fĂŒhren â ein bisschen was zu Terence Young sagen.
Es war ja sein erster James-Bond-Film, bei dem er Regie gefĂŒhrt hat. Und er war ja auch maĂgeblich dafĂŒr verantwortlich, dass Sean Connery tatsĂ€chlich diese Rolle bekommt. Und Terence Young, der ja einen, ich sage mal, einen recht Ă€hnlichen Lebensstil gefĂŒhrt hat wie James Bond: Der hat immer die schönen KĂŒnste gemocht der Welt, hat es sich gut gehen lassen, gut gegessen, gut getrunken und so weiter und so fort âŠ
War wohl immer recht elegant unterwegs. Richtig. Hat viel von der Welt gesehen. So ist es. Und Terence Young hat dann Sean Connery seine Welt ihm so ein bisschen nÀher gebracht und wirklich ihn mitgenommen zum Essen und ⊠Sean Connery war ja wirklich jetzt ⊠Der hat ja kaum Schauspielerfahrung davor gehabt, hat diverse Jobs gemacht, war jetzt aber nicht der Gentleman, den er hier verkörpert im Film.
Und Terence Young hat ihn dahin so ein bisschen geformt.
Also ein bisschen Etikette Wie benimmt man sich? Wie hÀlt man das Besteck richtig?
Welchen Wein bestellt man? Und so weiter und so fort.
Und er hat auch gesagt Bitte trag diesen Anzug mehrere Tage am
StĂŒck, damit du dich einfach da richtig hineinfĂŒhlen kannst. Und er hat wirklich das so verinnerlicht, Sean Connery, dass er wirklich diese Rolle einfach dann fantastisch verkörpert hat, was wir jetzt zum Beispiel sehen. Ja, Sean Connery kam aus ganz einfachen VerhĂ€ltnissen. Er ist Schotte â nicht EnglĂ€nder, wie manche vielleicht denken könnten â aus Edinburgh, und hat sich wirklich hochgearbeitet.
Ian Fleming selbst war am Anfang von der Wahl, die da fĂŒr den Hauptdarsteller auf Sean Connery gefallen ist, ĂŒberhaupt nicht begeistert. âDen LKW-Fahrerâ hat er ihn genannt.
Ja. Also Ian Fleming meinte âDer LKW-Fahrerâ, der sei eigentlich
nicht derjenige, den er sich in der Rolle vorstellt. SpĂ€ter war er so begeistert von Connery, dass er in die BĂŒcher, die danach kamen, sogar eine schottische Familiengeschichte fĂŒr James Bond reingeschrieben hat. Mhm. Cornelius, was sehen wir hier im Hintergrund an Blumen? Strelitzien! Das ist so ein Motiv, das sich durchzieht.
Das ist nicht nur ein Motiv, das sich durchzieht. Also, ich glaube, in fast jedem James-Bond- Film â in den Daniel-Craig-Filmen glaube ich jetzt weniger â aber ich sag mal: vor allem in den ganzen Sean-Connery- und vielen Roger-Moore-Filmen tauchen Strelitzien sehr oft auf, gerade wenn es zu den exotischen SchauplĂ€tzen kommt. Ist tatsĂ€chlich auch meine Lieblingsblume. UnabhĂ€ngig davon, dass die jetzt hier so oft in James- Bond-Filmen auftauchen, finde ich die wunderschön. Wachsen wirklich an ganz vielen tropischen Orten. Also ⊠auch in Australien und so weiter und so fort.
Und ⊠Wunderschöne Blume. GefÀllt mir sehr gut. Man sieht sie hier in der Vase. Ja, ja, wobei die hier definitiv nicht echt ist. Nee, das mag schon sein. Aber es ist so ein Punkt, der sich durch die Filme zieht. Das ist uns mittlerweile aufgefallen. Wir sind aber noch nicht dahinter gekommen, warum das so ist. Ob das ein Scherz ist, den sich die Macher erlauben oder ob da was Tieferes dahinter steckt.
Also ⊠In âDie Welt ist nicht genugâ hat man sie wieder. Ich weiĂ nicht, ob jemand das Vorsprechen von Daniel Craig fĂŒr die Rolle des James Bond vor Augen hat. Da gibt es diese Szene, in der er zum ersten Mal auf Vesper Lynd trifft. Das ist noch nicht im Zug, sondern in einem Raum. Da macht er die TĂŒr auf. Und es gibt Aufnahmen davon, wie er da vorgesprochen hat.
Und da sind im Hintergrund Strelitzien zu sehen. Das ist schon interessant. Der Bootsmann hier, der jetzt das Tau abmacht und Strangways auf Crab Key fĂ€hrt âŠ
Ich wĂŒrde sagen Der liefert eine der schlechteren Performances als Schauspieler ab.
Ich finde vieles sehr, sehr ĂŒberzeugend, das was er macht nicht so toll. Und hier haben wir eine Mischung aus Dreharbeiten und Aufnahmen on location und Modellen. Auch der Modellbau ist ja etwas, was sich durch die Bond-Reihe durchzieht. Also hier, das soll eine Bauxit-Mine sein, die wir hier sehen. Das ist teilweise ein Modell.
Modelle kommen ja generell ganz hÀufig vor in ganz vielen James-Bond-Filmen. Finde ich auch cool. Es ist halt wirklich handwerklich eine tolle Sache. Sieht nach wie vor gut aus. Es altert auch gut. Das sieht besser aus als irgendwelche computergenerierten Geschichten im ersten Stadium, was dann irgendwie ganz schlecht altert. Und die Miniaturen, die haben halt immer den Test der Zeit bestanden.
Ich finde das nicht gut, dass du hier ĂŒber âStirb an einem anderen Tagâ herziehst! Doch, doch. Kommt auch noch. Ja, der Name Derek Meddings, der wird noch hĂ€ufiger fallen in den kommenden Folgen. Der wird uns eine Weile begleiten mit seinen Modellen. Und jetzt fĂ€llt ein anderer Name! NĂ€mlich? Der Ken. Der Ken! Ken Adam.
Oder Adam. UrsprĂŒnglich deutscher Herkunft. Ist, als er noch ganz klein war, mit seiner Familie von den Nazis zur Emigration gezwungen worden und ist dann ein ganz GroĂer geworden in der Welt des Films. Und der hat dieses Set hier gemacht. Auch Ken Adam, den Set-Designer, hören wir im Criterion Commentary. Und wenn ich mich richtig erinnere â es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich den Kommentar gehört habe noch mal â hat er gesagt: Dieses Set, das wir hier sehen, das hat, glaube ich, 450 Dollar gekostet.
Das ist schon krass. Erstaunlich. Ja, was er mit so wenig Geld gemacht hat. Ja. Und so ikonisch. Wir werden auch darĂŒber in vielen, vielen Folgen, die hoffentlich noch kommen in unserer kleinen Podcast-Reihe noch hĂ€ufiger sprechen.
Ich sage immer Wenn man einen Raum sieht, in dem Stein und Metall gemischt sind,
oben in der Decke ein runder Ausschnitt â dann weiĂ man eigentlich: Man hat es mit Ken Adam zu tun. So ist es. Das ist wirklich ein Stil-Element, was einen wirklich durch ganz, ganz viele James-Bond-Filme begleitet. Man kann mal einen Screenshot machen. Und das kann man dann wiederholen in âMan lebt nur zweimalâ. Man kann das wiederholen in âMoonrakerâ. Man kann das wiederholen in ganz vielen Filmen.
Das ist im Prinzip eins wie das andere. Jedes Mal anders, aber doch wiedererkennbar. Was halten wir von der Spinne? Ach, diese Spinne. Ja, da scheiden sich ja so ein bisschen die Geister. Im Buch ist es ja ein groĂer Skorpion. Quatsch. TausendfĂŒĂler meine ich. Stimmt. Warum man sich hier auf eine Spinne geeinigt hat? Wahrscheinlich einfach ⊠sind die leichter zu bekommen. Stichwort: Budget.
Aber zur Spinne kommen wir gleich noch. Da gibt es ja noch mehr zu erzÀhlen dazu. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die aus dem KÀfig auch ganz schnell raus kÀme, wenn sie wollte. Ja, wahrscheinlich. Du hattest mal eine, Frank? Ja. Wir sehen hier die erste von vielen, vielen Rezeptionistinnen, die in der Bond-Reihe James Bond anhimmeln.
Das ist auch so ein kleines Motiv, das sich durchzieht. Das gehört fast zur Bond-Formel. Das Hotelzimmer hat doch â was den Aufbau angeht â eine gewisse Ăhnlichkeit zum Labor von Professor Dent. Also auch da hat man wieder ein ganz kleines bisschen am Budget gespart. Und das Haar ist weg! WĂŒrdet ihr hier gerne wohnen?
Nein. Ich sofort. Ich finde, das ist ein hĂŒbsches Hotelzimmer. Ich wĂŒrde das direkt nehmen. Ich finde, es sieht sehr spartanisch aus. Vor allem finde ich diese StĂŒhle relativ unbequem. Die Lehne ist viel zu niedrig. Ihr seid aber auch kritisch. Die zweite warme Flasche Wodka aus der Schublade. Um Gottes Willen! Pfui Spinne!
Einen guten Wodka kannst du bei Zimmertemperatur trinken. Ja, theoretisch schon. Trotzdem mag ich es nicht. Also nach einem Tag wie er ihn hatte trinke ich alles bei Zimmertemperatur.
Vor allem Das ist ja ein Smirnoff, den er hier trinkt,
wenn ich das richtig sehe ⊠Ich glaube schon. Oh, das wirft fast die Frage auf, ob das produkt placement ist. In den 60ern? War das da schon ein Ding? Nein, nicht wirklich. Also man sagt ⊠Es gab schon solche Produktplatzierungen, wenn man so will, gab es schon. Aber das hat jetzt nicht den Hintergrund und auch nicht den Stellenwert, den es dann spÀter hatte.
Das ging dann erst Anfang der 80er wirklich los. In unserem Watchalong zu âFeuerballâ werden wir ausfĂŒhrlich darĂŒber sprechen. Und dann lĂŒften wir jetzt an der Stelle auch so ein ganz kleines bisschen den Vorhang: Wir nehmen unsere Folgen nicht chronologisch auf. Wir schauen zwar die Filme mehr oder weniger in der Reihenfolge und senden unsere Podcast-Folgen genau in der chronologischen Reihenfolge, aber bei der Aufnahme geht es so ein kleines bisschen durcheinander aus organisatorischen GrĂŒnden.
Und hier hast du deine Spinne.
Genau. Stichwort organisatorische GrĂŒnde.
Man hat aus organisatorischen GrĂŒnden hier die Spinne nicht auf Sean Connery laufen lassen, sondern auf seinem Stuntman Bob Simmons, der genauso viel Angst vor Spinnen hatte wie Sean Connery. Das war fĂŒr alle wirklich ⊠Also muss es eine Qual gewesen sein bei den Dreharbeiten. Das kostet tatsĂ€chlich auch ein bisschen Ăberwindung. Als ich meine das erst Mal auf den Arm gesetzt habe âŠ
Das ist ⊠Man achte darauf, dass die Musik synchron zum Schlagen mit dem Schuh ist. Ja. Wobei ja diese groĂen Spinnen tatsĂ€chlich eigentlich meist ziemlich harmlos sind. Trotzdem war die ziemlich intense, die Szene, fand ich. Ja. Die hat mich schon immer ein bisschen gebeutelt. Aber auch, weil ich auch Schiss vor Spinnen habe, aber das âŠ
Viele Menschen haben Angst vor Spinnen, tatsĂ€chlich. Ja. Ja, auch er hat sich den Bauch gehalten und ist ins Bad gegangen. Ist ihm nicht so gut bekommen. Ich denke, was bekannt ist â du hast es gerade gesagt: Bob Simmons musste einspringen, weil Connery nicht bereit war, das zu machen, obwohl die Spinne natĂŒrlich ganz ungefĂ€hrlich ist.
Es gab dann noch eine Glasplatte, auf der die Spinnen entlanggelaufen ist. Das sieht man in der einen oder anderen Einstellung auch. Genau. Was vielleicht bis heute noch nicht so ganz breit bekannt ist, ist, dass dieses Set, also das Bett, in dem Connery liegt, fĂŒr einige Einstellungen um 90 Grad gedreht war.
Das Bett stand an der Wand und Connery stand im Bett. Und auf die Art und Weise hat man dann die eine oder andere Einstellung gedreht. Ich glaube, das ist gar nicht so verbreitet als Wissen. Ich finde es auch gut, dass du gerade nochmal gesagt hast, dass die SchlĂ€ge von Bond mit dem Schuh auf die Spinne mit Einsatz der Musik âŠ
Das ist ja auch wirklich was, was in den 50er-, 60er-Jahren ganz oft gemacht wurde. Finde ich cool. Das hat man dann irgendwann mal spÀter sein lassen. Dann arbeitete man mehr mit Effekten, also mit Soundeffekten, als mit der eigentlichen Musik. Aber das war damals auch ein schönes Element.
Guck mal Sogar sein Tresor ist grĂŒn, fĂ€llt mir gerade auf.
Miss Taro wird gespielt von Zena Marshall. Also â auch hier wieder das Thema Rassismus, das, glaube ich, angesprochen werden muss. Wir haben eine nicht-asiatische Schauspielerin, die eine asiatische Figur darstellt. Und dafĂŒr ist sie auch entsprechend zurechtgemacht worden. Also, man hat die Augenlider so manipuliert mit Klebeband, dass das die einfache Lidfalte imitiert.
Und es drĂ€ngt sich natĂŒrlich die Frage auf: Warum haben wir hier dieses, was man als Yellowfacing auch bezeichnet? Warum spielen da nicht-asiatisch gelesenen Menschen asiatisch gelesenen Charaktere? Und warum hat man nicht zum Beispiel eine chinesische Schauspielerin verpflichtet? Ja ⊠Ja, ich glaube, das war einfach â so blöd es klingt, ohne das jetzt schmĂ€lern zu wollen â aber ich glaube, das war der damalige Zeitgeist einfach.
Es kam ja auch im Jahr davor â 1961 â âBreakfast at Tiffanyâsâ raus. Der Film, ⊠Ja! ⊠in dem Mickey Rooney ja auch den asiatischen Nachbarn spielt, der sehr aufgedreht ist. Und das ist ja heute auch einer der umstrittensten Punkte in diesem ganzen Film, der ja bis heute noch total abgefeiert wird aus verschiedensten GrĂŒnden. Was ich total nachvollziehen kann.
Das ist ein wunderbarer Soundtrack mit âMoon Riverâ von Henry Mancini.
Aber hier das gleiche Thema Warum nimmt man
nicht gleich einen Asiaten, um einen Asiaten darzustellen? Also ⊠FĂŒr heute ein No-Brainer. Damals scheinbar anders gedacht. Genau. Du hast gerade âFrĂŒhstĂŒck bei Tiffanyâ erwĂ€hnt. Wenn man es damit vergleicht, dann hat man hier sozusagen noch immerhin bestimmte Grenzen gewahrt. Also man hatte hier offensichtlich ein bisschen ein besseres GefĂŒhl dafĂŒr, was man sich erlauben sollte und was nicht.
Noch kein gutes GefĂŒhl. Ich denke, da haben wir Fortschritte gemacht. Wobei bis heute in dem Bereich Probleme bestehen. Bei âEin Quantum Trostâ werden wir auf das Thema auch noch mal zurĂŒckkommen unter anderem. Aber ⊠Naja, es ist immer eine Frage des MaĂstabs und eine Frage, woran man das misst, was da gemacht wurde.
So ist es. Und auch hier wieder: Johnny muss den Brief aus dem Fach holen. Die Aufgabenteilung ist klar. Selbst Miss Taro hat einen grĂŒn bezogenen Hocker. Aber ein gelbes Telefon. Das Telefon gefĂ€llt mir gut, muss ich sagen. Das Modell finde ich schön. Hast du wahrscheinlich nicht mehr mit telefoniert, mit WĂ€hlscheiben-Telefonen.
Nein. Habe ich nicht mehr erlebt. Also das erste Telefon, an das ich mich erinnern kann bei meinen Eltern, hatte schon Tasten. Also auch in Telefonzellen oder so? Waren die schon alle umgerĂŒstet auf Tastentelefone? Da fragst du was ⊠Ich will jetzt nicht ausschlieĂen, dass ich mal an einer vorbeigegangen bin, die eine WĂ€hlscheibe hatte.
Aber benutzt habe ich eine WĂ€hlscheibe noch nicht. AuĂer, glaube ich, in irgendeinem Technikmuseum, in dem man das als Kind mal ausprobieren durfte. Oh Gott, ihr seid alle so jung! So. Und jetzt muss â diejenigen, die schon mal mit mir einen Bond-Film geguckt haben, wissen das â ein Stichwort fallen: die RĂŒckprojektion!
Ja. Warum hat man diese RĂŒckprojektionen gemacht? Es gibt irgendwie drei Dinge, die mir in dem Film nicht gefallen. Das hĂ€tte man so einfach anders machen können. Und die RĂŒckprojektion ist eins davon. Ich finde das gar nicht so schlimm. Ich finde das ganz drollig, wie du so schön sagst. Ich finde den Wagen auch sĂŒĂ.
Das ist, wenn man so will, ja die erste wirkliche âŠ
Also Auch ein Muster, was sich durch viele Bond-Filme zieht,
ist ja die berĂŒhmte Verfolgungsjagd. Meistens mit dem Auto. Hier ist es tatsĂ€chlich ⊠ja, wenn man so will, die erste. Und Bond fĂ€hrt hier einen Sunbeam Alpine. Das ist eigentlich jetzt kein tolles Auto. SpĂ€ter kommen wir noch zu Aston Martin und Co. Das war einfach damals ein recht gĂ€ngiges Auto, was man vor allem auf Jamaika sich schnell kaufen beziehungsweise mieten konnte.
Hier die Szene, die jetzt kommt mit dem Bagger, die finde ich ganz spannend, weil dieser Bagger oder dieser Kran tatsĂ€chlich so auf der StraĂe stand. Ach echt? Ja, ja. Der hat die Dreharbeiten gestört. Und dann hat Terence Young gesagt: Warum ⊠Dann haben sie ein bisschen improvisiert und gesagt: Wir lassen es einfach drinnen.
Bond fĂ€hrt unten durch. Und dann bauen sie das so entsprechend ein. Und das wird jetzt auch dem Bösewicht hier zum VerhĂ€ngnis. Und jetzt kommt der nĂ€chste Oneliner. Vorher kommt das brennende Auto auf uns zugestĂŒrzt. Und wer genau hingeguckt hat, hat gesehen, dass das so aussah, als ob der uns eigentlich auch ummĂ€ht. So war es in der Tat.
Die Kamera hat dran glauben mĂŒssen. Ja, mich stört ja in den Filmen immer, dass Autos immer so leicht im Flammen aufgehen. Das passiert im Normalfall nicht, wenn die da runterfallen. Nein. Es sei denn, du hast Sprengstoff im Kofferraum. Genau.
Und der Oneliner war âDie waren auf dem Weg zu einer Beerdigung.â
Das Haus von Miss Taro, das wir hier sehen, ist ĂŒbrigens das Hotel, in dem die Crew fĂŒr âLeben und sterben lassenâ dann spĂ€ter untergebracht sein wird. Also das, was wir von auĂen sehen. Und wenn wir jetzt in ihr Haus reingehen, sind wir wieder in einem Set von Ken Adam. Was ich ja auch abgefahren finde: Wie sie das hier darstellen.
Weil ⊠Das ist ja hier auch jetzt â um das Klischee vollends zu bedienen â hier auch jetzt alles sehr asiatisch eingerichtet. Bambus. Ja, aber das ist ja auch verrĂŒckt, dass man auf Jamaika lebt und dann sich so dann entsprechend einrichtet. Das musst du ja auch ⊠Das ganze Equipment ⊠und die Ausstattung musst du ja auch damals bekommen haben.
Also nur mal von der Logik her. Stimmt. Ich glaube nicht, dass man da auf Jamaika damals zum örtlichen Bambus-Fritzen gegangen ist und dann gesagt hat: Ich hĂ€tte gern hier was fĂŒr meine Wohnung. Doch, doch. Auch in dieser Szene sieht man wieder, wie fantastisch das Schauspiel von Sean Connery ist. Also er schafft es, auf eine gewisse Weise elegant zu sein, gleichzeitig aber auch bedrohlich, wie er jetzt hier mit diesem Handtuch in seinen HĂ€nden operiert.
Wie er ihr das um den Hals gelegt beziehungsweise von ihr weggezogen hat. Das sieht aus wie jemand, der gleich zuschlĂ€gt. Und gleichzeitig könnte er auch genau so in der Oper sitzen und wĂŒrde nicht auffallen. Das ist schon toll. Und sie ist zu bedauern. Also, sie ist sozusagen eingeklemmt zwischen Dr. No auf der einen Seite â auf den kommen wir noch â und James Bond auf der anderen Seite.
Und ihr bleibt dazwischen eigentlich nichts anderes ĂŒbrig als ihren Körper herzugeben, um der Mission zu dienen. Auf der schlechten Seite natĂŒrlich. Ich liebe Deckenventilatoren in Filmen! Kommen die oft vor? Ich habe da noch nie drauf geachtet. Ich weiĂ es nicht, aber immer wenn man einen sieht, finde ich, vermittelt das ein tolles GefĂŒhl.
Es ist einem plötzlich warm. In âApocalypse Nowâ zum Beispiel. In der Eröffnungsszene. Den hat Lars ja immer noch nicht gesehen. Ja! KulturlĂŒcke! Tja ⊠Der kommt auf die Liste. Nimm den Final Cut. Davon habe ich gehört. Ja, guckt den doch mal mit mir! Mensch. Das machen wir mal. Können wir gerne machen.
Also Eike ist auf jeden Fall auch dabei. Wenn er mal wieder Zeit hat. Sie lackiert sich danach die NÀgel. Man möchte wissen, was die beiden da gemacht haben in der letzten Stunde, dass sie danach die NÀgel neu lackieren muss. Ich will es gar nicht wissen. Wir konnten hier jetzt gerade ganz gut sehen, dass Bond eine Rolex trÀgt.
Eine Submariner. Wobei sich das nicht so ganz konsequent durch den Film durchzieht. Wer ist eigentlich von uns der Uhren-Experte? Niemand im Zweifel, oder? Auch Eike. Wenn. Ja, da bin ich ganz raus. Ich habe meine Smartwatch und bin damit glĂŒcklich. Ich habe kein groĂes Faible fĂŒr Uhren. Ja, geht mir Ă€hnlich.
Also wie gesagt, wir haben gerade an seinem Arm gesehen: die Rolex Submariner. Und Rolex wird ja eine lange Beziehung zum James-Bond-Franchise haben. Eingangs hat Bond noch eine andere Uhr getragen, und zwar eine Gruen Precision. âGruenâ geschrieben mit âueâ. Der Uhrmacher ist ursprĂŒnglich ein Deutscher gewesen: Dietrich GrĂŒn.
So ein bisschen wie Böing ja ursprĂŒnglichen ein Deutscher war, der dann in den USA als Boeing Flugzeuge gebaut hat, hat er dann in den USA Uhren gemacht, nachdem er ursprĂŒnglich aus Osthofen kam. Das ist hier gerade ⊠Ich weiĂ nicht ⊠30, 40 km sĂŒdlich von mir. Ich sitze in Mainz. Und Osthofen ist ganz in der NĂ€he.
Daher kommt der Uhrmacher ursprĂŒnglich, der die Uhr gemacht hat, die Bond im ersten Teil des Films getragen hat. Und jetzt sind wir bei der Rolex. Jetzt macht er sich es gemĂŒtlich. Und zwar mit welcher Musik? Oh, ich ⊠Was ist das gleich? Ach! Der Mango Tree! Ja, natĂŒrlich. âUnderneath the Mango Treeâ.
Das wird spĂ€ter nochmal ein groĂes Thema. Und auch hier sehen wir wieder so ein bisschen Detektivgeschichte. Jetzt macht er hier das Bett so zurecht, damit das so aussieht, als ob die da drin liegen. Herrlich! Das schaut aber auch ganz schön verwĂŒstet aus, das Zimmer.
Wie gesagt Man fragt sich, was die da gemacht haben.
Und jetzt hockt er sich da hin und wartet. Hier keine Krawatte an und dann spĂ€ter ⊠Das ist auch nochmal ein kleiner Schnittfehler oder beziehungsweise Filmfehler. Mal hat er eine Krawatte an, mal wieder nicht. Einen kleinen Anschlussfehler gibt es auch mit den Socken. Also man kann mal auf die KniestrĂŒmpfe achten: Die sind mal hochgezogen und mal nicht.
Worauf ihr achtet ey ⊠Frank. Wie lange kennst du uns jetzt? So ein RĂŒpel! Der wollte da in Ruhe Karten spielen und jetzt kommt der da rein. UnverschĂ€mtheit. Und hier haben wir den nĂ€chsten Patzer, was die Waffen angeht. Und zwar ist das ein besonders unangenehmer im Prinzip. Also Professor Dent hat jetzt sechs SchĂŒsse hier abgefeuert ins Bett.
Wir sehen, wie er langsam versucht, die Waffe da heranzuziehen und dann auf Bond anlegt und abdrĂŒckt. Aber es passiert nichts. Und Bond nimmt das gelassen hin und sagt: Das ist eine Smith & Wesson, die Sie da haben. Die hat sechs Schuss. Und die sechs Schuss, die haben Sie ins Bett gefeuert. Deswegen geht keine Gefahr mehr von Ihnen aus.
Das stimmt aber nicht. Das, was wir da sehen, ist ein Colt. Und dieser Colt hat sieben Schuss.
Das heiĂt Der Waffenfehler fĂŒhrt dazu, dass die Szene genau so, wie wir sie
sehen, eigentlich gar nicht funktionieren wĂŒrde. Aber auch das ist so ein bisschen der Tatsache geschuldet, dass das der erste Film ist und dass das Budget vielleicht nicht gereicht hat, um das richtige Modell zu finden. Der Laie wird es nicht merken. Aber wenn man ehrlich ist wĂ€re es auch 99 % des Publikums nicht aufgefallen.
Nein. Das war jetzt so ein bisschen die Eike-GedĂ€chtnis-ErwĂ€hnung. Wenn er hier gewesen wĂ€re, hĂ€tte er das gesagt. FĂŒr diejenigen, die sich fĂŒr die Waffen interessieren, eine kleine Empfehlung: Caleb Daniels, Licensed Troubleshooter: The Guns of James Bond. Ein Buch, das sich ganz den Waffen von James Bond widmet.
Wie alle Hinweise auf Quellen und auch die Film- empfehlungen, die wir aussprechen beziehungsweise Besprechungen von Filmen, die wir sonst gesehen haben: Es findet sich alles in den Folgenbeschreibungen unserer Podcast-Folgen. Also im Podcatcher eurer Wahl findet ihr im Text, soweit möglich mit Links, die Angaben, die wir hier erwÀhnen. Falls das ein oder andere dabei ist, was euch inspiriert, was ihr nachschauen, nachlesen, nachhören wollt, findet ihr es in der Folgenbeschreibung.
Und ich muss ein weiteres Stichwort nennen. Ja! Die drei Punkte, die mir an dem Film nicht gefallen. Zwei hatten wir: die rassistischen Elemente und die RĂŒckprojektionen. Sag es! Die amerikanische Nacht! Die Day-for-Night-Aufnahmen! Sind wir hier jetzt bei Nacht? Soll das Nacht sein? Es soll Nacht sein, aber man hat einfach ⊠Es soll wohl Nacht sein.
Das ist einfach dem geschuldet, dass man einfach wahrscheinlich ein sehr straffes Timing hatte und auch, wie gesagt, sehr knappes Budget. Und man hat dann einfach das so drehen mĂŒssen, wie halt gerade die Bedingungen waren, LichtverhĂ€ltnisse und so weiter, dass du ĂŒberhaupt noch erkennen kannst, was da abgeht.
Weil ⊠Du kannst einfach im total Dunklen einfach nicht wirklich filmen. Da brauchst du entsprechende LichtverhÀltnisse. Und deswegen hat man ⊠Das ist ja nicht nur in dem Film so. Das sieht man ja in einigen Filmen aus der Zeit. Nein. Ja. Das hat man einfach damals nicht wirklich besser hinbekommen.
Nein, es ist mir klar: Es liegt an der Technik. Also an der Stelle vielleicht der entsprechende Hinweis: â007 jagt Dr. Noâ, aufgenommen auf 35 mm, natĂŒrlich analog â das muss man zu der Zeit eigentlich nicht erwĂ€hnen. Digital ging noch nicht. Gefilmt mit der Kamera, die damals fast Standard war: Mitchell BNC im Format 1,75:1. Und das Filmmaterial, die Kameras, die Empfindlichkeit des Films haben es damals nicht hergegeben.
Man konnte das nur bei Tag, bei Sonnenlicht aufnehmen und dann entsprechend runterdimmen. Und dann sieht das eben so aus, wie das hier aussieht. Das ist zwar irgendwie dunkel und man denkt, das könnte Nacht sein, aber man hat heftige Schatten und irgendwie ergibt das alles kein Bild. Also wenn man mal anfÀngt, darauf zu achten, dann finde ich persönlich stört es.
Ja, ich denke mir halt immer: Es ist halt im Kontext der Zeit zu sehen und ich finde das jetzt gar nicht so verkehrt, weil ich einfach weiĂ, dass der Film Anfang der 60er entstanden ist. Ich finde ⊠Hier sei vielleicht nochmal erwĂ€hnt: Das Buch âDr. Noâ, was ja â53 ⊠Nein, nicht â53. Wann kam es raus, âDr. Noâ? Ja, doch, â53. Nee, das war âŠ
Quatsch, â53 war âCasino Royaleâ natĂŒrlich. Ich weiĂ gar nicht, an welcher Stelle âDr. Noâgerade ist. Das war, glaube ich, das vierte oder fĂŒnfte tatsĂ€chlich. Und die Stelle, die Szene, wo sie rĂŒberfahren nach Crab Key ist richtig, richtig gut geschrieben. Also die ist richtig spannend. Das ist richtig ⊠Weil man auch hier jetzt merkt, man kommt jetzt von dem Bond, der von Club zu Hotel zu weiĂ ich nicht lĂ€uft, jetzt auf einmal segelt der ĂŒber nach Crab Key und jetzt wird der Film ja auch zu so einem Abenteuerfilm.
Und jetzt kommt die wunderbare Szene mit Ursula Andress, wie Honey Rider hier aus dem Wasser steigt. Und jetzt kannst du hier deinen Monolog zu Botticelli halten. Ja, ich ergĂ€nze erst noch, weil ich es gerade im Hintergrund noch mal nachgeschaut habe, dass wir niemandem was Falsches erzĂ€hlen: Also âDr. Noâ ist der sechste Roman der Reihe aus dem Jahr 1958.
Der sechste sogar, okay. Genau. Und hier die wunderbare Ursula Andress als Honey Rider, die aus dem Meer steigt. Ich verweise jetzt einfach mal pauschal auf unsere Besprechung zu â007 jagt Dr. Noâ im Lexikon. Da haben wir es ausfĂŒhrlich beschrieben.
Die Ikonografie ruft auf Erinnerungen an Sandro Botticellis âDie Geburt der Venusâ.
Dieses GemĂ€lder haben vielleicht viele vor Augen. Die Venus steht da auf der Muschel und kommt aus dem Meer. Ja, eine Szene, die vielleicht die zweite groĂe ikonische Szene ist nach der EinfĂŒhrung des Titelhelden im Casino. Die EinfĂŒhrung des Bond-Girls hier am Strand. Ja. Wie sie aus dem Wasser steigt.
Im Buch ist sie ĂŒbrigens nackt. Hier hat sie einen Bikini an. Wobei ich mal ein Interview gesehen habe mit Ursula Andress, die gemeint hat, sie haben sich dieses Oberteil selber irgendwie zusammengenĂ€ht, weil es Bikinis in der Form zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wirklich gab. Die kamen erst wirklich erst spĂ€ter auf und dann hat man sich da so ein bisschen selber beholfen.
Ja, das ist eines der vielen Dinge, die die Bond-Filme eingefĂŒhrt haben. Also man unterschĂ€tzt das teilweise noch selbst, wenn man die Filme oft gesehen hat, wie innovativ die oft waren. Das erste Space Shuttle, das man ĂŒberhaupt hat fliegen sehen, sehen wir in âMoonrakerâ. Also das fliegt in âMoonrakerâ, bevor das in Wirklichkeit geflogen ist.
Das macht man sich nicht klar. Dann sind wir mit âMan lebt nur zweimalâ aus dem Jahr 1967 noch vor â2001: A Space Odysseyâ. Und so geht das weiter. Und auch der Bikini ist was, was in die Popkultur vielleicht nicht durch James Bond eingefĂŒhrt wurde, aber was hier sehr, sehr frĂŒh zu sehen war. Im Roman ist es so, dass sie eine gebrochene Nase hat und die Muscheln sammelt und verkauft, um Geld zu sparen, damit sie sich eine Schönheitsoperation leisten kann, unter anderem.
Ja, die Figur der Honey Rider weicht sowieso sehr stark hier im Film vom Buch ab. Da ist die Figur ganz anders erzĂ€hlt, hat viel mehr Facetten. Man weiĂ ĂŒberhaupt âŠ
Also man kriegt viel mehr mit Wo sie herkommt,
was ihr Leidensweg war und ist. Und wie du schon gesagt hast, diese Nasen- geschichte mag jetzt eher banal klingen, aber das ist so eine groĂe Baustelle bei ihr. Und ich finde, die Figur wird hier fĂŒr den Film aufs Wesentliche reduziert. Muss man auch beim Film machen, das ist immer ein bisschen abgespeckter. Aber ich finde, die Figur ist im Buch viel besser ausgearbeitet. Die gibt mir her.
Ja. Hier ist sie so ein klassisches Bond-Girl. Sie trĂ€gt die Rolle jetzt so ein bisschen mit und bringt die Story ein bisschen voran. Aber im Buch ist das viel tiefer. Da steckt viel mehr dahinter und da wird auch viel mehr im Detail ĂŒber die Person erzĂ€hlt. Das ist hochinteressant, weil sie ja tatsĂ€chlich auf diesen Inseln zur Welt kommt oder aufwĂ€chst vielmehr und sich nur wirklich am Strand, im Meer und so weiter aufhĂ€lt und nie zur Schule gegangen ist, sich nur anhand eines Lexikons weiterbildet und dann von A bis Z da durchliest.
Das ist schon sehr spannend geschrieben, fand ich. Bis Z ist sie nicht ganz gekommen, aber ⊠Nicht ganz, gell? Ich weiĂ gar nicht bis zum welchem Buchstaben. Ja. Genau. Ja. Wir haben gerade schon erwĂ€hnt, dass natĂŒrlich das ikonografische Vorbild, das hier aufgegriffen wird, Botticelli und âDie Geburt der Venusâ ist.
Diese Szene am Strand wird dann aber auch in spĂ€teren Bond-Filmen wiederum aufgegriffen. Also âStirb an einem anderen Tagâ, da ist es dann Halle Berry, die aus dem Meer kommt. Da gibt es ja noch andere Referenzen in diesem Film. Wir gehen dann im Watchalong zu âStirb an einem anderen Tagâ auf diese ganzen Punkte ein.
Auch der Name James Bond, in Form des Ornithologen, kommt da dann wieder vor. Und in âCasino Royaleâ ist es dann letztlich Daniel Craig als James Bond, den wir aus dem Meer kommen sehen, in so einer Art Umkehr der Rollen. Da gucken wir uns plötzlich an, wie er sehr knapp bekleidet aus dem Meer steigt und bewundert wird von Solange.
Ursula Andress ist ĂŒbrigens von Kirk Douglas ĂŒberredet worden, diese Rolle hier anzunehmen. Das wusste ich auch nicht. Also auch da sieht man mal wieder: Die Welt des Films ist klein. Verheiratet war sie zu der Zeit des Drehs mit John Derek und spĂ€ter dann mit Jean-Paul Belmondo. Ich fand es auch toll, dass sie als sie aus dem Meer rauskam dann wieder das Lied âUnderneath the Mango Treeâ vor sich her singt.
Das gibt dem Film so eine Leichtigkeit.
Und man merkt auch dann immer Man ist einfach auf einer karibischen Insel.
Das passt einfach voll gut zum Setting. Das ist auch ein schöner Song. Ich höre den auch ⊠Den habe ich auch in meiner privaten Playlist und höre den sehr gerne. Ja, der ist super! GefÀllt mir gut. Und du hattest es eben erwÀhnt, in der Wohnung von Miss Taro haben wir eine Vorausdeutung: Da wird der Song schon auf dem Schallplattenspieler aufgelegt.
Richtig. Diejenigen, die den Film in der deutschen Synchronisation hören, hören an der Stelle dann ĂŒbrigens die echte Stimme oder die Originalstimme von Sean Connery, wie er mit einstimmt in das Lied.
Vielleicht kann man sagen So perfekt und toll Sean Connery war,
zwei Sachen hatte er vielleicht nicht unbedingt: Viele Haare auf dem Kopf und eine gute Singstimme. Trifft beides auf mich auch zu. Dito. Sean Connery und du, Frank, ihr seid euch schon sehr Àhnlich. Wohl eher nicht, aber ⊠Was er auch hat sind Tattoos auf dem Unterarm. Die habe ich nicht tatsÀchlich.
Die sieht man hier nÀmlich wieder so ein bisschen. Also man hat versucht, die abzudecken. Auf dem rechten Unterarm sieht man es hier. Das ist so grÀulich, als ob er da irgendwie Schlamm drauf hÀtte oder so. Da hat man versucht, sein Tattoo zu verstecken. Er war ja bei der Navy und ist auch dementsprechend als Seemann tÀtowiert.
Das wĂŒrde doch heute keinen mehr jucken. Ja. Meinst du, man wĂŒrde ihm das heute lassen? Mit Sicherheit. Ich finde schon, dass so ein groĂes Anker- Tattoo auf dem Unterarm in diese Rolle des James Bond auch heute nicht so gut passen wĂŒrde, ehrlich gesagt. Irgendwie ⊠weiĂ ich nicht. Aber Bond war doch auch bei der Marine, also âŠ
Ja ⊠Gut, als Offizier, aber ⊠Bitte? Als Offizier. Vielleicht hĂ€tte er sich da nicht so tĂ€towieren lassen, aber ⊠Ja ⊠Also in mein Bild von James Bond passt das irgendwie nicht rein, aber vielleicht muss ich das korrigieren. Und auch hier wieder, also ⊠Monty Norman sagt uns mit seiner Musik schon ziemlich deutlich, was wir jetzt fĂŒhlen sollen.
Es ist wohl gerade spannend, gell? Ja, aber es ist nicht nur die Musik an der Stelle. Es ist tatsĂ€chlich auch generell dieser ganze Abschnitt auf der Insel. Also ich finde, das fĂŒgt sich alles super zusammen. Und es ist natĂŒrlich jetzt langsamer insgesamt als ein moderner Actionfilm. Aber sie ist dramaturgisch schon klug gemacht, finde ich.
Weil ⊠Die drei werden von einer ⊠Ja, ich sage jetzt mal: unsichtbaren Ordnung gejagt. Also ⊠Dr. No besitzt nicht nur GebĂ€ude, sondern eben diese ganze Insel und herrscht ĂŒber sie, sozusagen. Und gerade diese ganze ⊠Da kommen wir spĂ€ter noch zu: Es kommen dann WasserfĂ€lle und StrĂ€nde und so weiter und so fort.
Das hat schon so eine QualitĂ€t. Also ich finde, das hat Young schon alles sehr gut eingefangen. Und auch diese ganzen Locations sind also nicht nur Deko und schön anzuschauen, sondern die ⊠ist auch fĂŒr die Handlung auch förderlich, auf alle FĂ€lle. Wo wir beim Sound sind, können wir noch erwĂ€hnen, dass Norman Wanstall fĂŒrs Soundediting zustĂ€ndig war.
Und der wird uns noch in zwei Folgen unterkommen, nĂ€mlich bei âGoldfingerâ, da ist er auch wieder dran, und wenn wir ĂŒber die Oscars sprechen. Der hat nĂ€mlich fĂŒr âGoldfingerâ den Oscar fĂŒr das beste Soundediting gewonnen. Und hier kommt jetzt ehrlich gesagt meine Lieblingsszene, wenn die beiden sich hier erstmal waschen und dann âŠ
Also meine Lieblingsszene hier von diesem Ensemble sozusagen, wie sie ĂŒber die Insel sich fortbewegen, wie sie jetzt hier Pause machen und wie sie ihm dann spĂ€ter auch ihre Hintergrundgeschichte immerhin so ein bisschen erzĂ€hlt. Der Wasserfall ist auch toll. Die Brusthaare, Kinder! Guckt euch die Brusthaare an!
Wunderbar! Ja, und auch hier wieder â wir hatten es eben schon angesprochen: rassistische Elemente. Also Quarrel wird hier schon ziemlich durch den Kakao gezogen, wĂŒrde ich sagen. Also erst wird er hier so ein bisschen als Alkoholiker dargestellt, der da nicht lassen kann, den Rum zu trinken. Und jetzt gleich ist er derjenige, der sich so sehr vor dem Drachen fĂŒrchtet, der diese offensichtlichen Autoreifen-Spuren hinterlĂ€sst.
Das macht ihn natĂŒrlich so ein ganz kleines bisschen zum Lachobjekt. Ja. Sehe ich auch so. Genau. Hier erzĂ€hlt sie jetzt ihre Geschichte. Du hast es eben angesprochen. Ja, aber wirklich in einer sehr, sehr abgespeckten Version. Sie erzĂ€hlt auch, dass sie als Kind, Jugendliche, misshandelt wurde. Also sie erzĂ€hlt hier offensichtlich eine Vergewaltigungsgeschichte und erzĂ€hlt dann, wie sie dem TĂ€ter eine Spinne, eine Schwarze Witwe, eines Tages ins Bett gesetzt hat, die den getötet hat.
Das hat eine ganze Weile gedauert, bis der gestorben ist. Und man merkt, das Bond so ein ganz kleines bisschen schockiert ist, das zu hören. Das hat er wohl nicht gedacht. Naja, aber ich finde es generell ganz gut, dass die sich hier so mal ein bisschen austauschen. Ja. Weil âŠ. Das ist ja dann, was spĂ€tere Bond-Girls angeht, ist es dann auch so: Da erfĂ€hrt man eigentlich so gar keine Background-Story.
Wobei ja in den BĂŒchern die meisten Bond-Girls auch eigentlich viel mehr Tiefe haben als es in den Filmen dargestellt ist. Ja. Das ist ein Fakt, der natĂŒrlich teilweise der Natur des Buchs und des Films auf der einen und auf der anderen Seite geschuldet ist.
Also ich wĂŒrde sagen Die meisten Charaktere haben in den BĂŒchern mehr Tiefe.
Ja. Weil man einfach mehr ErzĂ€hlraum hat, um das auszubreiten. Aber immerhin. Also ich gebe dir völlig Recht: Sie hat hier die Gelegenheit, eine Hintergrundgeschichte zu erzĂ€hlen. Und obwohl der Film mit 109 Minuten einer der kĂŒrzesten Bond-Filme ist â der wurde dann nur noch von âEin Quantum Trostâ untertroffen um drei Minuten und auch das erst im Jahr 2008 â nutzt man hier die Gelegenheit, diese wenigen Minuten Background-Story zu geben, die ihrem Charakter auf jeden Fall mehr Tiefe verleiht.
Wobei die schwarze Witwe, glaube ich, jetzt nicht relativ gefĂ€hrlich ist fĂŒr Menschen. Ich glaube es auch nicht, aber wissen tue ich es nicht. Was sagt unser Spinnen-Experte? Die ist tödlich. Echt? Ja, ja, die ist tödlich. Ja, das schon. Das habe ich auch gehört. Aber die sei ja so zierlich und klein, die kommt gar nicht durch die Haut richtig durch, habe ich mal gehört, bei Menschen.
Ich kann mich auch tĂ€uschen. Frank, wie verhĂ€lt sich das? So ganz genau bin ich in dem Thema auch nicht drin. Also ich weiĂ, dass das mit Kleinkindern tatsĂ€chlich ein Problem ist in Australien. Aber die gilt als eine der tödlichsten Spinnen. Das schon, ja. Das heiĂt, wir mĂŒssten das jetzt mal auf einen Versuch ankommen lassen?
Ja, wir testen das mal. Ja. Ich glaube nicht. Hier wechselt zum Beispiel die Location auch irgendwie ⊠Also gerade war ja noch Tag, jetzt ist wieder die Situation, die du vorhin gesagt hast, Lars. Irgendwie ⊠Ist es Nacht? Ist es Tag? Man weiĂ es nicht wirklich. Es ist irgend so ein Zwischending. Wir haben so eine Ăberblendung auch.
Ja. Man ist auf einmal in so einem Sumpfgebiet. Das finde ich auch ein bisschen immer so aus dem Zusammenhang gerissen. Irgendwie ⊠Ich weià auch nicht. Gerade hattest du noch die schöne Kulisse mit Wasserfall im Hintergrund. Man sitzt irgendwie an schönen Palmen. Jetzt ist hier irgendwie so eine Sumpflandschaft, weil halt da wahrscheinlich dieser Drachen ⊠das Drachenauto ⊠der Drachenpanzer besser fahren kann.
Genau. Ich meine, irgendwie mĂŒssen wir aus der einen Situation â wir wandern ĂŒber die Insel â in die nĂ€chste Situation kommen â wir sind im Versteck des Bösewichts â. Und dafĂŒr mĂŒssen die hier einmal gefangen werden.
Aber ich wĂŒrde sagen Diese Szene funktioniert
im Roman deutlich besser als im Film, weil man sich es da eben nur vorstellt. Hier ⊠Und wir kommen nachher, wenn wir rekapitulieren â Was gefĂ€llt uns? Was gefĂ€llt uns nicht? â noch zu den stĂ€rksten und schwĂ€chsten Szenen des Films. FĂŒr mich persönlich ist das hier die schwĂ€chste. Das ist einfach nicht ganz sauber umgesetzt, finde ich. Ja.
Obwohl sie dramatisch und tragisch ist. Das schon. Aber ich verstehe auch nicht, wenn ⊠Also Quarrel hat so Angst vor diesem Drachen. Und dann hockt er sich ins GebĂŒsch und ballert wissentlich ⊠Also nach dem so-und-so- vielten Schuss, dass da einfach nichts geht ⊠Ja, tragische Szene, aber ich sehe das wie du.
Ich finde dieses ganze Drachen-Thema ⊠Es ist ein bisschen schwierig umgesetzt. Auch hier wieder die Parallele zum Buch: Da ist das ganze viel bedrohlicher dargestellt. Da ist auch dieses GefĂ€hrt auch viel gröĂer. Also hier wirkt das ja wirklich wie ein umgebautes Auto. Im Buch sind ja da, glaube ich, keine Ahnung wie viel Mann allein in diesem Fahrzeug drinnen.
Genau. Es wird dann beschrieben, wie sie da drinnen gefangen genommen sind. Ja. Es gibt ein bisschen Beschreibung der Fahrt in das Versteck und wie sich das dann anfĂŒhlt und so. Und ich hatte beim Lesen tatsĂ€chlich auch eigentlich immer das GefĂŒhl, dass wir da in einem viel gröĂeren Fahrzeug sind als wir es hier sehen.
Richtig. Ja. Also ein Biss der Schwarzen Witwe ist sehr ⊠unwahrscheinlich. Nur ausgewachsene Weibchen sind in der Lage, die menschliche Haut zu durchdringen. Allerdings wenn sie dich erwischt, hast du ein Problem. Ja. So ein klassischer Fall von âDie beiĂt nicht!â beziehungsweise âDas hat die noch nie gemacht!â.
Es kann tödliche Komplikationen geben. Ja. Haben wir eine Quelle dazu? Wir wollen ja hier korrekt sein. Das war jetzt tatsÀchlich Wikipedia. Immerhin. Nicht das Schlimmste. Und wir sehen hier blanke KupferoberflÀchen. Mit wem können wir es da wohl zu tun haben? Ken Adam hat auch dieses Set wieder kreiert.
Da war der Ken wieder am Zug. Das ist wirklich ⊠Also diese ganze Anlage ⊠Jetzt ist wirklich ⊠Ken Adam pur! Das ist alles sehr klinisch, mechanisch, wie du schon gesagt hast Lars. Sehr futuristisch anmutend. Ich kann mich daran erinnern, wie beeindruckend ich diese Szene hier als Kind fand. Also, auch ich habe die ersten Bond-Filme wirklich zu frĂŒh gesehen, wĂŒrde ich jetzt im Nachhinein vielleicht mal sagen, und die HĂ€lfte nicht verstanden.
Ich weiĂ nicht, vielleicht rĂŒhrt die Faszination auch daher. Ich bin jetzt der letzte, der behaupten wĂŒrde, dass alle James-Bond-Film eine besonders groĂe Tiefe hĂ€tten und fantastische Arthouse-Meisterwerke wĂ€ren, aber ich glaube, wenn man diese Filme in relativ jungem Alter das erste Mal sieht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groĂ, dass man so eine gewisse Faszination empfindet, die einen dann auch im Erwachsenenalter nicht mehr so ganz loslĂ€sst.
Und diese Szene hatte auf jeden Fall dazu beigetragen. Die MĂ€nner in diesen Schutz- AnzĂŒgen! Die MetalloberflĂ€chen! Was hier passiert! Dass sie hier dekontaminiert werden. Die mobile Dusche! Das hat man irgendwie als Kind nicht verstanden. Die mobile Dusche! Also, das fand ich schon alles sehr faszinierend.
Mal ganz abgesehen davon, dass man hier was zu sehen bekommt. Ist halt auch wahnsinnig kreativ. Ja. Also ich wollte jetzt natĂŒrlich darauf hinaus, dass man hier die beiden Hauptfiguren sieht, wie sie scheinbar nackig durch diese mobile Dusche fahren. In Zeiten von hochauflösenden Versionen können wir sehen, dass Ursula Andress natĂŒrlich was an hat.
Was ich auch immer schon interessant fand, ist, dass er noch mehr Strahlung ĂŒbrig hat als sie. Woran liegt das? Also, warum strahlt er stĂ€rker als sie? Weil er irgendwie da tiefer im Schlamm gewĂŒhlt hat oder was? Schlechter gewaschen. Schlechter gewaschen. Vermutlich. Diese Luke auch! Und auch hier wieder typisch Ken Adam: Der Kontrast zwischen dem blanken Stein und dem blanken Metall.
Toll. Und wie die beiden durch die Schleuse und durch die zweite Luke durchgehen, werden sie empfangen von den Mitarbeiterinnen von Dr. No: Schwester Lily und Schwester Rose, gespielt von Yvonne Shima und Michel Mok. Und ich finde fantastisch diesen Kontrast â also SchieĂerei, Quarrel ist durch den Flammenwerfer getötet worden, Sumpf, Gefangennahme, Transport hierhin und Dekontamination âŠ
Und jetzt werden sie hier hofiert. Und jetzt werden sie hier hofiert. Die beiden Damen in weiĂen Kleidchen. âAch, ihr zwei Armen! Kommt ins Zimmer! Wir haben leider erst auf den letzten DrĂŒcker eure genauen KleidergröĂen bekommen. Schaut euch mal an, ob euch was hiervon passt.â Das ist schon ganz toll inszeniert.
Die TĂŒren fahren auf Knopfdruck auf. Auch cool, ja. Auch das 1962 futuristisch. Das wĂŒrde mir zum Beispiel gefallen, das Zimmer. Da wĂŒrdest du gerne wohnen? Ja, es ist aber auch witzig ⊠Die TĂŒr geht gar nicht. Diese ⊠keine Ahnung ⊠Duschvorhang-TĂŒr ⊠Keine Ahnung, was das ist. Die sieht aus wie ein dreckiger Duschvorhang, gell?
Ich finde es immer so witzig, wenn die Leute dann auch so ⊠hier jetzt so ⊠Hotelpersonal einen aufs Zimmer bringen und dann nochmal das Zimmer irgendwie zeigen. âHier ist das Bad!â Also ich meine, es gibt ja einfach gar nicht so viel zu sehen. Das war ja frĂŒher voll das Ding dass man noch irgendwie aufs Zimmer gebracht wurde.
Und dann auch âHier ist das Bad.
Hier ist das Bett. Und hier ist der Schrank. So. Ciao!â Auch das wird in spĂ€teren Bond-Filmen nochmal aufgegriffen. Also in âMoonraker âist es, denke ich. Da kommen wir nochmal drauf. Jetzt gibts hier erstmal einen sehr dĂŒnnen Kaffee. Ja, es ist nicht viel Kaffee drin, aber dafĂŒr was anderes. Ich hĂ€tte jetzt auch Bock auf einen Kaffee.
Gönn dir! Wobei diese ganzen BetonwĂ€nde, diese massiven, schon irgendwie so eine Anmutung haben fĂŒr ⊠Also wie so ein Bunker oder ein ⊠Ja, also mein Fall ist das auch nicht. Also ich mag ja diese amerikanischen Lofts, wo du da diese ⊠diese Klinker-Optik hast. Das mag ich ja tatsĂ€chlich ganz gerne. Aber so reine BetonwĂ€nde ist nicht so meins.
Ja, aber das ist eben genau die Kombination, die Ken Adam ganz fantastisch hinbekommen hat. Das ist elegant. Das ist luxuriös. Das ist futuristisch. Und gleichzeitig ist es aber auch bedrohlich. Es ist ein Luxushotel und ein GefÀngnis zur gleichen Zeit. Das ist genauso wie der Kontrast von elegant, weltgewandt auf der einen Seite und bedrohlich und gewalttÀtig auf der anderen Seite, den Connery verkörpert.
Ich wĂŒrde sagen Das sind die Spannungen, von denen der Film lebt.
Ja. Das ist aber ein Muster, was ja sich ganz oft durch andere Bond-Filme auch zieht. Die Uhr zeigt 01:24 h. 84 Minuten von 109 Minuten sind bereits herum. Und wir sehen zum ersten Mal die untere HÀlfte des Bösewichts Dr. No ⊠Wie er hier James Bond aufdeckt und sich was auch immer genau anguckt ⊠und dann wieder geht.
Also, wir werden auch auf dieses Muster in den nĂ€chsten Filmen nochmal kommen. Aber das ist hier sozusagen das eine Muster der EinfĂŒhrung eines Bösewichts, das wir aus dem Bond-Filmen kennen. Der Bösewicht wird sich nĂ€mlich bis zum Schluss quasi aufgespart und tritt erst ganz am Ende auf. Und die Tatsache, dass wir uns an Dr. No als an einen der bedrohlicheren Bösewichte, wĂŒrde ich jetzt einfach mal behaupten, erinnern, die hat sicher ganz viel damit zu tun, dass er so wenig Screentime hat.
Er tritt halt erst ganz spĂ€t und dann auch nur kurz auf. Genau. Und das ist so ein bisschen das Prinzip âNur nicht den Bösewicht entzaubern!â. Der ist eigentlich dann am bedrohlichsten, wenn wir ihn nicht sehen, sondern, wie du eben so schön gesagt hast, Cornelius, so im Hintergrund spĂŒren. Klassisches Element der Beherrschung an der Stelle: Der Bösewicht, der die beiden hier gefangen genommen hat, kleidet sie ein.
Also sie mĂŒssen das anziehen, was Dr. No ihnen zur VerfĂŒgung stellt. Volle Kontrolle! Wobei ich sein Hemd tatsĂ€chlich mag. Ich finde das auch ganz cool irgendwie.
Da sind wir wieder an dem Punkt Connery kann alles tragen.
Ja. Connery und Brosnan. Das waren die beiden, die konnten eigentlich wirklich alles tragen. Man achte hier auf den Hintergrund! Cornelius? Warte ⊠Dieser Korridor, der fĂŒhlt nicht weiter als bis zu der nĂ€chsten TĂŒr. Ach so, du meinst ⊠ja. Ja, genau. Das meintest du jetzt. Sprichs aus! Optische TĂ€uschung.
NĂ€mlich? Hilf mir auf die SprĂŒnge! Es ist ein GemĂ€lde. Im Hintergrund nach der nĂ€chsten TĂŒr ist der ⊠ist Schluss ⊠ist der weitere Korridor nur noch gemalt. Wir haben gesehen, wie Bond einmal so ein bisschen nach da hinten guckt und andeutet, dass er da auch mal gerne gucken gehen wĂŒrde. Gut, dass er es nicht gemacht hat. Da gehts nĂ€mlich nicht weiter.
Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Ich weiĂ noch, da war was. Aber ich hab gedacht, die haben irgendwie mit Spiegeln gearbeitet ⊠Aber das geht ja auch nicht. Nee. Es ist tatsĂ€chlich gemalt. Und damit kommen wir zum letzten und vielleicht beeindruckendsten Set des Films. GemĂŒtlich! Das Bösewicht-Versteck von Dr. No, und selbstverstĂ€ndlich alles designt von Ken Adam.
Das sieht aber ziemlich cool aus, muss ich sagen. Ja. Das gefĂ€llt euch jetzt? Ja. Ja, das ist gemĂŒtlich. Gut, ich bin kein Freund von diesem Kupfer, weil ich glaube, das Kupfer sieht nicht lange so gut aus. Das wird ja irgendwann grĂŒn auch. Wenn das oxidiert, dann wird das ja so grĂŒnlich. Also ⊠Ja. Dieser Monitor oder was das ist!
Ja. Da lĂ€uft im Hintergrund natĂŒrlich â und jetzt spreche ich ĂŒber die Produktion des Films â ein Film durch. Und auch hier lohnt sich wieder der Criterion Commentary. Eins der Probleme war, dass dieser Filmabschnitt so kurz war. Der ging irgendwie nur ein paar Sekunden. Und deswegen musste man das hier alles schneiden, weil der Film mit den Fischen im Hintergrund immer nur ein paar Sekunden lang lief.
Und wir sehen zum ersten Mal Dr. No. Gespielt von Joseph Wiseman. Und auch er ist so zurechtgemacht, dass er ⊠naja ⊠zumindest asiatisch wirkt. Ja. Also auch er hat solche Prothetiken oben ĂŒber den Augen. Wenn man drauf achtet, sieht man es in der hochauflösenden Fassung ganz gut. Und der zweite Wodka- Martini wird serviert.
Was sie trinkt, wird nicht gesagt. Ist das Cola? Nee. Wahrscheinlich ein Rotwein. Oder ⊠Cranberry-Schorle oder sowas. Hustensaft. Und der Blick auf das GemĂ€lde ⊠Wer möcht es erzĂ€hlen? Auch das ist mittlerweile fast James-Bond-Allgemeinwissen. Du natĂŒrlich! Also. Als er hier die Treppe hochgeht, guckt auf dieses GemĂ€lde.
Das ist das PortrĂ€t des Duke of Wellington. Ein relativ berĂŒhmtes GemĂ€lde von Francisco de Goya, das zu der Zeit, als der Film entstanden ist, gestohlen war. Und zwar wurde das aus einem Museum in London geklaut. Und die Anspielung hier im Film fĂŒr diejenigen, die es damals verstanden haben, war offensichtlich dass Doktor No was mit diesem GemĂ€lde- Diebstahl zu tun hatte.
Ein Punkt, der mich als Jurist interessiert und der vielleicht ein bisschen weniger bekannt ist, ist, dass dieser ganze Fall in die Justizgeschichte eingegangen ist. Der TĂ€ter ist nĂ€mlich verurteilt worden seinerzeit nicht fĂŒr den Diebstahl des GemĂ€ldes, sondern nur fĂŒr den Diebstahl des Rahmens. Das GemĂ€lde hat er irgendwann zurĂŒckgegeben.
Und einer der berĂŒhmtesten britischen Juristen, Jeremy Hutchinson, Queenâs Counsel, hat ihn verteidigt und hat erreicht, dass er nur fĂŒr den Diebstahl des Rahmens verurteilt worden ist. Wenn jemand sich dafĂŒr genauer interessiert, empfehle ich wieder unsere Folge â007 und das Rechtâ, die demnĂ€chst kommen wird.
Was du alles weiĂt! Tja ⊠Um dieses Thema GemĂ€lde in âDr. Noâ perfekt zu machen: Im Hintergrund dieses Abendessens hier sehen wir noch mal so ein niederlĂ€ndisches GemĂ€lde mit so einer Personengruppe. Ein GemĂ€lde von Jan Steen. Und dieses GemĂ€lde, das hier im Hintergrund des Abendessens an der Wand hĂ€ngt, das wird dann wieder in âDiamantenfieberâ auftauchen.
Also auch die GemĂ€lde ziehen sich durch die Filme durch. Das ist natĂŒrlich ganz bewusst so gemacht worden. Das sind so kleine Gimmicks, die immer mal wieder auftauchen. Und wenn jemand den Film zum 27. Mal guckt, so wie wir, dann findet er da immer mal wieder was Interessantes, wenn er auf solche Details achtet. Finde ich schön, weil die Bond-Filme einfach auf so vielen unterschiedlichen Ebenen funktionieren und SpaĂ machen.
Ja. Da im Hintergrund hinter Honey Rider sieht man es jetzt, das ist dieses GemĂ€lde von Jan Steen, das in der Wohnung von Tiffany Case in âDiamantenfieberâ wieder auftaucht. Die Wache, die hier eingreift, gespielt von Milton Reid â und auch der wird uns nochmal begegnen, und zwar im âSpion, der mich liebteâ als Sandor bei dem Bösewicht in âSpionâ, Karl Stromberg. Das ist der, der vom Dach fliegt.
Ganz genau. Der hat sich ja kaum verÀndert. Diejenigen, die jetzt tatsÀchlich unseren Podcast als Watchalong hören und uns zuhören und nicht dem Film, verpassen hier einen schönen Dialog. Also ich finde, dieser Dialog zwischen Bond und den Bösewicht ist fantastisch inszeniert. Kann man sich nochmal angucken. Man darf gern auf YouTube mal das James-Bond-Lexikon suchen. Da haben wir Playlists hinterlegt mit den Szenen aus den unterschiedlichen Filmen beispielsweise. Und man findet auch diese Szenen hier in unserer Playlist und kann sich den Dialog nochmal angucken.
Es lohnt sich. Also Bond tritt hier wirklich ganz provokant auf, fordert Dr. No heraus. Der erlĂ€utert, dass er sowohl vom Westen als auch vom Osten sich enttĂ€uscht fĂŒhlt und deswegen jetzt fĂŒr SPECTRE arbeitet â die Organisation, die sich ja auch durch das Bond-Franchise durchziehen wird. SPECTRE, die Spezialorganisationen fĂŒr ⊠Jetzt ist wieder die Frage, ob man alles zusammenbekommt ⊠Special Executive for Counter- intelligence, Terrorism, Revenge, and Extortion âŠ
ist glaube ich die AbkĂŒrzung. Und in der deutschen Synchronisation war damals noch die Rede von GOFTER. Aber nur in dem Film. Ja. Das Ă€ndert sich dann irgendwann zu Phantom. Und deswegen kriegt man als derjenige, der die deutschen Synchros immer guckt, irgendwann den Anschluss mit âSpectreâ aus dem Jahr 2015, glaube ich, gar nicht so richtig hin. Aber es ist alles die gleiche Organisation, die sich durchzieht.
Und jetzt hat Dr. No genug von der Provokation. Das fand ich ⊠Den Dialog fand ich hier auch wirklich sehr interessant auch im Buch geschrieben. Man möge mir verzeihen, dass ich hier immer wieder das Buch irgendwie zitiere beziehungsweise hier als Beispiel heranziehe, aber âDr. Noâ fand ich richtig gut.
Das war einer der besten James-Bond- Romane, die ich gelesen habe. Und ⊠Ja, ich fand gerade des Ende super spannend und ich fand auch das wesentlich aufregender erzĂ€hlt und der Showdown auch viel spektakulĂ€rer, als er hier im Film ist. Und mir ist total bewusst, dass hier die finanziellen Mittel fehlten, wahrscheinlich auch die technischen Mittel, um das so umzusetzen, was im Buch zu lesen ist, aber ja âŠ
Was hier wieder sehr geschickt gemacht ist, ist, dass wir nur andeutungsweise sehen, wie Bond hier verprĂŒgelt wird. Dann blendet es weg und wir haben nur im Hintergrund diese Situation, die dadurch fast noch ein bisschen bedrohlicher wird, dass sie abseits der BĂŒhne stattfindet. Und dann macht der Frank doch glatt noch ein Bier auf!
Ich wollte gerade sagen Du redest vom Flaschenöffnen?
Ja! Schönes GerĂ€usch. Das bleibt drin. Auch hier wieder ein kleiner Blick hinter unsere Kulissen: Der liebe Frank ist unser Aufnahmeleiter und ich bin bei uns fĂŒr den Schnitt verantwortlich. Ich mache nichts. Juchu! Aber das Ăffnen von Bier- und Weinflaschen, das ist ein GerĂ€usch, das im Schnitt allenfalls verstĂ€rkt wird, aber nicht rausgeschnitten wird.
Du meinst dann ⊠⊠sowas? Das war eine Whiskyflasche und kein Wein, das habe ich bis hierhin gehört. Stimmt das? Ja. Ja, sehr gut. Was ist es? Ein Fettercairn 14. Ah, schön. Cornelius, du hast es angesprochen: Es gibt im Buch ganze Szenen, die sehr viel mehr Hintergrund und Einblick vermitteln, als das im Film umgesetzt wurde und vielleicht auch umgesetzt werden konnte.
Und diese Szene gehört dazu, gell? Ja, das ist ja dann quasi dieser ⊠Ja, wie soll man sagen? So ein Irrgarten fast schon. Ja, fast so ein Parcours, gell? So ein Parcours, den da Dr. No â warum auch immer â hat. Als ob der da irgendwie so oft Leute einlĂ€dt oder ⊠Ja, oder ob er James Bond testen will?
Also ich hab das ⊠Ja, aber der wĂŒrde ja nicht dieses ganze Konstrukt da und diesen Parcours, dieses Labyrinth da bauen, nur weil er auf Bond gewartet hat, damit er da rein kann. Also es ist irgendwie so ausgelegt, als ob er da Leute einfach durchschleust und damit foltern möchte. Genau, er möchte sie foltern. Und ich denke, er macht so eine Art perfides Experiment.
Also ich meine, er will im Buch rausfinden, wie viel Schmerz Menschen ertragen können und ⊠⊠und wie weit man geht. Ja, und da er natĂŒrlich mitbekommen hat, dass James Bond ein ganz besonders toller Hecht ist, freut er sich jetzt, dass er an dem mal ausprobieren kann, wie weiter sein Skala machen muss, so ungefĂ€hr.
Also es ist schon alles sehr perfide. Ja. Und wenn man das liest, ist es eklig und es vermittelt sich so richtig diese Bedrohlichkeit des Bösewichts im Buch. Total! Du hast ja auch diese ganze Sequenz jetzt hier ⊠Also es ist einfach sehr körperlich, sehr schmutzig, sehr klaustrophobisch. Davor hatten wir doch den, ich sage mal, Smoking-Glanz und jetzt kriecht auf einmal Bond durch Hitze, Wasser, Metall und so weiter.
Und im Buch, wie du schon gesagt hast, ist es ja viel krasser geschrieben. Dieser Gang, durch den er hier lĂ€uft, das ist ja im Buch nochmal viel enger. Und mal wird es richtig heiĂ, so heiĂ, dass er sich die HĂ€nde verbrennt, dass er sein Hemd, was er auch anhat, dann ausziehen muss und das hernehmen muss, damit er irgendwie die HĂ€nde verdeckt. Dann wird es wieder total kalt.
Dann kommt ja den nĂ€chsten Raum rein und dann kommt ja noch der groĂe Showdown, den wir hier leider auch nicht so umgesetzt haben in dem Film. Ja, da wĂŒrde ich sagen: zum GlĂŒck! Das wĂ€re auch damals nicht gut gewesen. Das wĂ€re was gewesen, das wĂ€re ⊠Wenn sie das gemacht hĂ€tten wie im Buch â und es gab ja mal eine Drehbuchfassung, die wirklich das 1:1 kopiert hĂ€tte âŠ
Aber man hat eben genau das, den Showdown mit dem Oktopus am Ende, eben nicht gemacht, weil das auch gar nicht umsetzbar gewesen wÀre zu dem Zeitpunkt. Mit dem Kraken. Ja, das wÀre aber auch wirklich total affig wahrscheinlich gewesen. Und es wÀre, wenn sie das gemacht hÀtten, die Szene, die man wahrscheinlich dann am liebsten wieder rausgeschnitten hÀtte.
Stichwort affig.
Auch eine weitere Drehbuchfassung hatte mal vorgesehen, dass â und so ist es wohl richtig, wenn man in die Quellen guckt â Dr. No einen Affen hatte als so eine Art Maskottchen. Gut, dass es nicht im Film gelandet ist! Was man hĂ€ufig lesen kann, ist, dass der Plan wohl mal gewesen wĂ€re, Dr. No sollte ein Affe sein.
Das ist wohl ein bisschen eine FehlĂŒberlieferung. Ich wĂŒrde in dem Röhrensystem aufgrund der Enge durchdrehen. Ja, es ist fĂŒr Klaustrophobiker nichts. Nein. Also das erinnert mich so an die Zeiten, wo ich bei der freiwilligen Feuerwehr in diesen AtemschutzĂŒbungsstrecken war. Das war fĂŒr mich immer ein bisschen Horror tatsĂ€chlich.
Das muss man sich so vorstellen? Ja, also im Prinzip noch ein bisschen enger. Und dann ⊠Also wir haben dann nur Hitze. Das Ding wird dann aufgeheizt und halt komplett dunkel. Und du musst dann dich da durchhangeln. Das heiĂt, was wir hier sehen ist so absurd gar nicht, sondern du hast es schon Ă€hnlich erlebt?
Also nicht, dass es so heiĂ ist, dass du dir die HĂ€nde verbrennst oder dass Wasser ankommt. Das natĂŒrlich nicht. Aber von diesem Röhrensystem ⊠Also natĂŒrlich nicht in dieser Ausbreitung. Aber das war halt so ganz klassisch die jĂ€hrliche WiederholungsĂŒbung. Interessant! Das ist das erste, was ich höre!
Auch das hier wieder so ein typischer Bond-Move: Man nimmt sich die AusrĂŒstung beziehungsweise hier den Anzug von jemandem von den Bösewichten und schleust sich dann quasi ein und manipuliert dann quasi von innen die ganze Geschichte. Und ich war natĂŒrlich zu voreilig! Ich habe eben beim sozusagen zentralen Wohnzimmer von Dr. No schon behauptet, das sei das letzte groĂes Set des Films. Nein! Das hier ist natĂŒrlich das letzte groĂes Set.
Ja. Wer hat das eigentlich gemacht? Derjenige, welcher! Kommt nur einer in Frage. Ken Adam war es wieder. Wir haben gar nicht so viel ĂŒber den eigentlichen Inhalt und Plot des Films geredet. Also hier sehen wir jetzt, worauf das ganze eigentlich hinauslĂ€uft. Dr. No versucht ja hier, Raketen, die von den USA gestartet werden, abzulenken, indem er mit so einem Funksignal versucht, âTopplingâ zu betreiben, also das Ablenken durch Beeinflussung des Navigationssystems von diesen Raketen.
Wir sehen auf den Bildschirmen Raketenstarts. Jetzt auch gleich beim Höhepunkt des Films. Weil er fĂŒr diesen Funkstrahl, diesen Radio Beam, den er da aussendet, so viel Energie braucht, hat er da natĂŒrlich ein kleiner Atomreaktor, der das ganze Ding betreibt. Und wenn das aus heutiger Sicht so ein ganz kleines bisschen unglaubwĂŒrdig wirkt, dann muss man natĂŒrlich bedenken, was der historische Kontext war.
1962, das Jahr, in dem der Film entstanden und veröffentlicht wurde, war das Jahr, in dem der Kalte Krieg mit der Kubakrise seinen Höhepunkt erreicht hat. Im Oktober nÀmlich, also genau wirklich in der Zeit, in der der Film veröffentlicht worden ist. Also wir sind da in der Epoche von Kennedy, Chruschtschow und Castro.
Es sind auf Kuba Atomraketen stationiert worden. Es kam â so ist jedenfalls die landlĂ€ufige ErzĂ€hlung â zu einer Situation, in der der dritte Weltkrieg so nah vor der TĂŒr stand wie vorher und nachher nicht mehr. Das stimmt nicht. 1983 war es Ă€hnlich. Was war da? Ach, wie war das noch? Die NATO hatte eine theoretische FĂŒhrungsĂŒbung gemacht und die Infos kamen in der DDR wohl irgendwo âŠ
Ich bin da nicht ganz tief drin. ⊠Aber die Sowjets haben das wohl ziemlich ernst genommen. Und da war es auch schon ziemlich knapp. Das habe ich auch verpasst. Und es gibt halt diesen Fall, wo ein sowjetischer Oberst durch eine Störung oder eine Fehlinformation seiner Ăberwachungsinstrumente nicht auf eine ankommende Rakete reagiert hat. Also eine angeblich ankommende Rakete reagiert hat.
Er hat gesagt, die Amis wĂŒrden halt nicht nur eine abschieĂen und hat halt nicht sofort den Gegenschlag initiiert. Also es war schon ein paarmal ziemlich nah dran. Jedenfalls ist der Film aber sozusagen in einer Zeit veröffentlicht worden, in der das fĂŒr das Publikum erstmal unmittelbar nachvollziehbar war, was hier passiert.
Das ist richtig. Richtig, ja. Jetzt kommt der Mini-Satellit! Der ist so putzig. Ja, ja. Es ist ein Modell. Das Boot auch im Hintergrund! Das erinnert mich an solche Moosgummi-Bötchen. Da sehen wir auf den Bildschirmen die Raketen starten. Also das Muster ist hier angelegt und in âMan lebt nur zweimalâ wird das dann, aus meiner Sicht jedenfalls, zur Perfektion getrieben. Das ist ja einer meiner liebsten Bond-Filme, ĂŒber den wir dann demnĂ€chst sprechen werden.
Auch da geht es ja darum, dass Raketen gestartet und abgefangen werden. Aber hier haben wir das Motiv schon. Ja, und das Finale ist jetzt auch weniger gigantisch, sage ich mal, als spÀtere Bond-EndkÀmpfe oder Showdowns. Aber das ist halt hier, wie du schon gesagt hast, die Blaupause. Also, du hast: Schurke plus Hightech-Anlage plus uniformierte Handlanger plus Countdown plus Sabotage von innen.
Und das ist ja wirklich, wie du gesagt hast, dieses ⊠die Formel fĂŒr den ultimativen Bond-Showdown, den es ja bis ⊠keine Ahnung ⊠bis in die spĂ€ten 90er so gab. Auch schön, dass du âHightechâ gesagt hast. 60 Jahre spĂ€ter schmunzelt man natĂŒrlich so ein bisschen darĂŒber. Ja. Damals war das the Latest Shit. Ja.
Und hier werden jetzt Dr. No seine metallischen HĂ€nde zum VerhĂ€ngnis. Ja! Auch das ein Motiv, das sich durch die Film und auch BĂŒcher zieht: Der Bösewicht wird sozusagen mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Man kann kritisch sein und sagen: Das hat ein Element des Ableism. Also hier wird jemand aufgrund seiner BeeintrĂ€chtigung sozusagen auf der einen Seite als böse markiert und auf der anderen Seite dann auch hinterher in den Tod getrieben.
Da kratzt es. Genau. Nicht ganz untypisch fĂŒr die Bond-Filme jedenfalls der Zeit auch die Skala, die bis 50 geht und ab 25 ist es gefĂ€hrlich. Ja, der Klassiker! Auch mit Countdown und so weiter. Das muss immer irgendwie sein. Immer knapp. Viele Anzeigen und Skalen. Was wir noch nicht haben â darauf kommen wir dann im nĂ€chsten Watchalong mit âLiebesgrĂŒĂe aus Moskauâ â sind die Karten und PlĂ€ne.
Also hier haben wir immerhin einen Globus, der ist auch schon beleuchtet von innen. Der blinkt. Aber die Karte und der Plan, die werden dann so richtig exzessiv im nĂ€chsten Bond-Film âLiebesgrĂŒĂe aus Moskauâ eingesetzt. Da gibt es eigentlich keine Einstellung, in der man nicht im Hintergrund einen Plan an der Wand hĂ€ngen sieht.
Hier ist es immerhin der Globus. Niemand da! Nein. Honey ist nĂ€mlich gefesselt beziehungsweise festgeschnallt auf dem Boden und wird da von Krabben gefressen. Nein, wird sie natĂŒrlich nicht! So ist es nur im Buch. Genau. Und man hat im Film versucht, das nachzubauen â hat aber nicht geklappt. Ich glaube, es gibt doch die Szene.
Die gibt es. Die ist doch eine ⊠Das ist eine Deleted Scene tatsÀchlich. Ich glaube, die gibt es schon die Szene. Haben sie aber nicht genommen. Ich hÀtte jetzt fast behauptet, es gibt eigentlich gar keine Deleted Scenes zu dem ersten Bond-Film. Ich dachte schon. Ich kenne keine. Ich kann mich auch tÀuschen.
Wir mĂŒssen es nochmal nachgucken. Aber ja, man hat versucht, das zu drehen, aber das mit den Krabben ging nicht so recht. Die wurden quasi gekĂŒhlt geliefert und haben sich nicht bewegt. Dann hat man versucht, die aufzuwĂ€rmen. Das hat ihnen nun auch nicht gerade gutgetan. Und irgendwann hat man dann beschlossen: Das lassen wir doch mal lieber weg. Das Wasser steigt.
Das ist bedrohlich genug. Ich komme nochmal auf den Criterion Commentary zu sprechen, der wie gesagt eine groĂe Empfehlung ist. Da ist dann unter anderem zu hören, dass an dieser Stelle hier das Budget fĂŒr die Spezialeffekte aufgebracht war. Also man war sozusagen bis unmittelbar vor diese Szene hier gekommen und dann war das Geld leer.
Und dann hat man gesagt Gut, wir brauchen jetzt zum Abschluss
aber noch ein bisschen Knall und Peng und eine groĂe Explosion. Und dafĂŒr musste man dann nochmal Zusatzbudget organisieren. Also bis vor einer Minute hat es eine Million gekostet und wenn man nachschaut: Das offizielle Produktionsbudget des Films sind ⊠ich glaube 1,1 Millionen liest man hĂ€ufig. Und diese 100.000 Zusatz, die sieht man jetzt hier gerade auf dem Bildschirm in die Luft gehen.
Ja. TatsÀchlich. Auf jeden Fall hatte Dr. No keinen guten Arbeitsschutzbeauftragten, so wie die alle links komplett durcheinander gerannt sind. Da fehlte der Evakuierungshelfer mit der gelben Weste, gell? Ja, auf jeden Fall. Oder irgendein Konzept. Zum nÀchstgelegenen Notausgang und nicht alles durcheinander rennen.
Im Evakuierungsplan stand 1. Ruhe bewahren!
Genau. Dann haben wir hier tatsĂ€chlich auch so ein typisches Bond-Muster, wie ich finde. Wir hatten jetzt gerade vor wenigen Sekunden die groĂe Explosion des Lagers des Bösewichts, wie so oft. Und dann hast du nun die ⊠ich nenne das jetzt einfach mal die romantische Auflösung, meistens romantisch-ironisch. Diesen Ausklang, der aber wirklich immer nur so ein paar Sekunden geht.
Dann gibt es noch einen flotten Spruch und dann ist aus. Also die Enden sind immer sehr abrupt nach den Showdowns. Solange kein Fisch blinzelt ⊠Ja. Das kommt auch noch. Auch dazu in einer spĂ€teren Folge. Genau, und auch Felix Leiter hat hier nochmal einen Auftritt. Zwar einen merkwĂŒrdigen ⊠Also Felix Leiter ist ja sein ⊠sozusagen ⊠alliierter Kontakt. CIA-Mann.
Wir sehen ihn hier aber auf einem britischen Boot, das ĂŒbrigens auch ein extrem kleines Boot ist, das irgendwie voll mit Soldaten ist. Und man fragt sich so ein bisschen: Wie ist denn dieses ganze Ensemble hier zustande gekommen? Aber ja ⊠Und natĂŒrlich zieht Bond es vor, noch ein bisschen alleine hier auf See zu schippern.
Mit der tollen Musik. Ja. Also die Musik, an der Stelle, wĂŒrde ich sagen, ist schlecht gealtert, oder? Ja. An der Stelle hĂ€tte ich sie auch nicht mehr gebraucht, ehrlich gesagt. Das wirkt schon sehr kitschig. Sehr kindisch, wenn man so will. Da hĂ€tte man sich jetzt vielleicht irgendwie einen eigenen Score einfallen lassen können.
Da wÀre das Bond-Theme jetzt auch nicht wirklich gut gewesen. Ja. Und wir haben nicht nur ein schnelles Aus nach dem finalen Kampf und Showdown, sondern auch extrem kurze Endtitel. Die sind jetzt auch schon durchgelaufen. Und damit ist unser erster Film vorbei! Schön! Herrlich wars! Herrlicher Film. Mag ich immer wieder gerne.
Gibt einem immer so ein gutes GefĂŒhl. Der ist jetzt gar nicht spektakulĂ€r. Der plĂ€tschert so vor sich hin. Und durch die exotischen SchauplĂ€tze gibt der einem immer so ein bisschen Urlaubs-Feeling. Finde ich toll. Ich habe tatsĂ€chlich auch wenig auszusetzen. Wie schon die angesprochenen Punkte, die wir ja leider bei den frĂŒhen Filmen öfter mal haben, was Sexismus oder Rassismus angeht.
Das ist halt auch ⊠ja, die Zeit halt.
Aber sonst muss ich sagen Ich mag den Film.
Wir wollen im Nachgang zum Film noch mal so ein ganz kleines bisschen unsere Gedanken zusammenfassen und â so werden wir das dann auch in den nĂ€chsten Watchalongs handhaben â kurz zusammentragen: Was hat uns gefallen? Was hat uns nicht gefallen? Was sehen wir als StĂ€rken, was sehen wir als SchwĂ€chen an?
Welche Szene bleibt in Erinnerung, welche eher nicht?
Und Cornelius Als unser Filmexperte erwÀhnst du nochmal, was die Meinungen
der Kritik und des Publikums ist, soweit es sich anbietet.
Ich wĂŒrde mal Folgendes sagen Wenn man in unserer Besprechung von
âDr. Noâ im Lexikon reinschaut, dann sieht man, dass der Film bei uns so weit eigentlich ganz solide und teilweise sogar ganz gut weggekommen ist. Ich finde es erstaunlich, im Nachhinein zu sehen, wie viele der Elemente, die sich dann spĂ€ter als klassisch und ikonisch herausgeschĂ€lt haben, schon in diesem ersten Film angelegt sind.
Es gibt aber auch Ausnahmen. Also die Rolle des Q haben wir erwĂ€hnt. Die ist hier noch nicht so richtig ausgearbeitet. Wenn wir uns angucken, wie die Rollen hier besetzt sind, wĂŒrde ich sagen ⊠Wir sind jetzt gar nicht auf die Casting-Geschichte des Films eingegangen und wollen das jetzt auch nicht mehr allzu sehr ausrollen an der Stelle âŠ
aber das waren teilweise ja wirklich auch ZufĂ€lle, warum die Darsteller:innen da gelandet sind, wo sie gelandet sind. Aber das hat sich doch alles als GlĂŒcksgriff weitestgehend erwiesen. Frank, du hast es gerade zum Schluss nochmal erwĂ€hnt: Die rassistischen Elemente sind ein Tiefpunkt des Films. Aber einer von wenigen! Ich denke mal die Musik von Monty Norman kann teilweise auch nicht so ganz mithalten.
Aber ansonsten, wĂŒrde ich sagen, ist das ein erstaunlich starker Film, wenn man sich ĂŒberlegt, dass das der Anfang war und niemand der Beteiligten wissen konnte, was man da eigentlich lostritt. Also was ich wirklich mochte oder was fĂŒr mich eine der ikonischsten James-Bond-Szenen ist, ist halt wie Honey Rider da aus dem Meer raus stiefelt.
Das ist einfach ⊠Oder die ganze ⊠Eigentlich die komplette Szene auf der Insel mochte ich sehr, sehr gerne. Ja, ansonsten ist eigentlich schon alles gesagt worden. Also ich habe jetzt keine wirkliche Szene, die mich stört. Ich glaube, ich habe ihn in unserer Liste auch mit am stĂ€rksten bewertet. Also fĂŒr mich war es ja wirklich eine 4/5.
Genau, unser Bewertungssystem ist ja das verbreitete 5-Sterne-System. Genau. Und Frank, du hast tatsĂ€chlich 4 Sterne verteilt. Ja. Ich mag halt generell die Connerys. Also Connery ist mein Lieblings-Bond. Das wird man in den nĂ€chsten Filmen auch hören. Und ⊠Ja, da war fĂŒr mich auĂer ⊠auĂer der letzte von ihm ⊠war da jetzt wirklich kein âŠ
kein wirklich schlechter dabei. Genau, du hast es erwÀhnt: Du und Eike, ihr habt beide 4 Sterne von 5 vergeben. Unsere Redaktion, aus deren Stimmen sich dann auch unsere Gesamtbewertung zusammensetzt, hat vier Köpfe. Ich bin mit 3,5 Sternen so ein bisschen in der Mitte. Bei 3,5 Sterne landet der Film dann auch im Ergebnis, weil, Cornelius, du nÀmlich 3 Sterne vergibst. Damit bist du von uns der Kritischste.
Ja, kritisch ⊠Kritisch ist relativ hier. Also, ihr habt es eigentlich schon im Wesentlichen gesagt: Der Film macht verdammt viel richtig. Und dafĂŒr, dass es der erste Schuss, der erste Streich war von diesem Franchise, wie du schon gesagt hast, Lars, wird hier verdammt viel schon eingefĂŒhrt. Und zwar nicht nur das adaptiert, was man aus dem Roman kennt, sondern wirklich auch diese ganzen zentralen Elemente, die die Figur James Bond ĂŒberhaupt zu dem gemacht haben, was sie dann ist, weil âŠ
Die wurde ja wirklich erst populĂ€r durch die Filme. Und wir haben hier diese ganzen Elemente wie Gunbarrel, der Stil, der Humor, die Ken-Adam-Sets, die Musik, und und und und und ⊠Das sind alles die Elemente, die hier zum ersten Mal aufkamen und so eingefĂŒhrt wurden. Und das funktioniert einfach richtig, richtig gut.
Ich wĂŒrde dem Film ⊠Ich habe dem Film ja 3 Sterne gegeben. Warum? Weil ich trotzdem einfach sehe, dass sie noch nicht ⊠Man merkt einfach ⊠Man spĂŒrt einfach wirklich, dass es der erste Film noch ist.
Sie wussten noch nicht genau In welch Richtung
geht das? Hat das einen Erfolg oder nicht? Man hĂ€tte auch, glaube ich, ĂŒberhaupt nicht geahnt, wie kommerziell erfolgreich der Film dann ĂŒberhaupt am Ende war. Ich glaube, das ist so ein bisschen der Star-Wars-Effekt. Ich glaube, George Lucas hat sich damals auch nicht ertrĂ€umen lassen, dass der erste Teil seines Films von â77 dermaĂen erfolgreich wird.
Und ich finde halt Er hat einen sehr guten Start, der Film.
Er hat einen ticken ⊠Also in der Mitte hat er ziemliche LĂ€ngen und dann verliert er mich auch so ein StĂŒck weit. Und dann geht es wieder ⊠Wenn sie auf der Insel sind und dann eher wieder in den Abenteuermodus gehen ⊠Da hat er mich dann wieder. Und fĂŒr mich sind auch die stĂ€rksten Szene, das ist ganz klassisch bei mir sind einfach wirklich die ikonischen: Das ist die Honey-Rider-Szene am Strand.
Das ist die Casino-Szene, wo sich Bond vorstellt. Und noch ein paar kleinere Elemente. Dr. Nos Intro zum Beispiel. Dem gegenĂŒber stehen ein paar ⊠wir haben es gerade beim Watchalong auch erzĂ€hlt ⊠ein paar SchwĂ€chen wie zum Beispiel der Drache, wie der inszeniert ist und so weiter. Das hĂ€tte man durchaus vielleicht anders machen können.
Aber insgesamt einfach 3/5 Sternen ist jetzt auch definitiv nicht schlecht. Es ist ein sehr, sehr guter oder sehr, sehr solider Film, sage ich mal so. Nicht brilliant â die besseren Connery-Film kommen dann noch. Aber wirklich ein sehr, sehr guter Auftakt. Ein sehr guter Start fĂŒr das Franchise. Wir haben es jetzt schon an mehreren Stellen erwĂ€hnt â Frank, du sagtest es auch eben in Bezug auf die rassistischen Elemente: Der Film ist ein Kind seiner Zeit.
Und ich denke mal im Ergebnis hÀngt die Bewertungen zu einem guten Teil davon ab, inwieweit man bereit ist, den Film, wenn man ihn anschaut, zu kontextualisieren und sozusagen als Produkt seiner Zeit zu betrachten. Man merkt beim Anschauen ganz klar, dass man einen alten Film ansieht und keinen modernen Film.
Beziehungsweise inwieweit man sagt: Nein, ich bin jetzt ein Zuschauer im hier und heute und wenn ich da was sehe, was mir nicht gefĂ€llt, dann fĂŒhrt das zu einer Abwertung. Es spiegelt sich so ein bisschen wider in den Bewertungen, die man auch auf den einschlĂ€gigen Portalen und Aggregatoren findet. Wenn man sich das zum Beispiel anguckt bei IMDb, Letterboxd, dann wird man feststellen, dass der Film ganz solide wegkommt, das ist ja praktisch die aggregierte Publikumsbewertung, aber jetzt nicht herausragend bewertet wird.
Also auf der IMDb steht er bei 7,2/10 und auf Letterboxd bei 3,4/5. Also wir kommen gerundet so ungefĂ€hr bei 7/10, bei 70 % raus. Das Tomatometer sagt was ganz anderes. Also bei Rotten Tomatoes haben wir ja das Tomatometer, das sozusagen die aggregierte Kritiker:innenbewertung angibt. Und die steht tatsĂ€chlich hier bei 95 %, was schon auĂergewöhnlich ist.
Wow. Und das zeigt so ein bisschen, dass der Film â wenn man das unter dem Strich zusammenfassen will â vielleicht bei einer professionellen Kritik besser wegkommt als in einer allgemeinen Publikumswertung. Und vielleicht hat es ein bisschen was damit zu tun, dass man den im Prinzip mit der Brille desjenigen angucken muss, der den in seinen Kontext zurĂŒckversetzt, um ihn wirklich sehr gut zu finden, wĂ€hrend wenn man ihn eher aus der Perspektive des hier und heute anguckt man vielleicht nicht ganz so begeistert ist.
Na gut, aber dass der Film nicht nur bei den professionellen Filmkritikern â Stichwort: 95 % bei Rotten Tomatoes â dann Anklang fand, sondern auch beim Publikum, hat man auch daran gemerkt, dass der Film ja auch 60 Millionen eingespielt hat letzten Endes. Bei 1 Million Produktionsbudget ist das schon fĂŒr die damalige Zeit richtig, richtig gut.
Das stimmt. Also es ist wirklich ein richtiger Hit gewesen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass die Leute einfach den Stil und die Mechanik einfach von Bond verstanden haben zu dem Zeitpunkt und auch einfach dann entsprechend gefeiert haben. Und deswegen sind sowohl die Kritiken als auch der kommerzielle Erfolg entsprechend.
â007 jagt Dr. Noâ hat seine SchwĂ€chen. Doch die lassen sich ĂŒberwiegend damit erklĂ€ren, dass es sich um den ersten Bond-Film der offiziellen Reihe handelt. Und damit, dass er 1962 entstanden ist. Die rassistischen Elemente des Films, der noch deutlich den britischen Kolonialismus der Zeit atmet, reiĂen ein modernes Publikum ebenso aus seinem Seherlebnis heraus wie die wenig ĂŒberzeugenden RĂŒckprojektionen und Day-for-Night-Aufnahmen.
Immer wieder macht sich zudem das ungleichmĂ€Ăige ErzĂ€hltempo bemerkbar. Doch die stĂ€rkenden ĂŒberwiegen klar und machen den ersten Eintrag in der Bond-Filmreihe zu einem stilsicheren Aufschlag, ohne den das Franchise wohl nicht das geworden wĂ€re, was es heute ist. Hier ist schon fast alles vorhanden, was bis heute einen guten Bond-Film ausmacht.
Von der ikonischen Vorstellung des Titelhelden im Casino mit den Worten âBond. James Bond.â ĂŒber Monty Normans James-Bond-Thema bis hin zu Sean Connery, der den Geheimagenten mit einer faszinierenden Mischung aus BrutalitĂ€t und Eleganz verkörpert. Hinzu kommen die starke Besetzung fast alle weiteren Rollen und das stilprĂ€gende Produktionsdesign von Ken Adam.
Interessant ist der Kontrast zwischen den hervorragenden Bewertungen der Kritik einerseits und den weniger hervorragenden EinschĂ€tzungen des Publikums andererseits. Bei â007 jagt Dr. Noâ handelt es sich um ein gelungenes Bond-FrĂŒhwerk fĂŒr Kenner. Ein modernes Publikum muss sich dagegen an die Filmsprache einer vergangenen Epoche erst gewöhnen.
â007 jagt Dr. Noâ markiert nicht weniger als die Geburtsstunde des Bond-Films. Das war sie, die erste Folge des Podcast Royale! Wir freuen uns ĂŒber das Interesse. Diesmal natĂŒrlich ganz besonders. Allen, die das hier tatsĂ€chlich am Tag der Veröffentlichung hören, wĂŒnschen wir nochmal Happy Global James Bond Day!
Wir freuen uns sehr, dass ihr unsere erste Folge gehört habt und hoffen, dass ihr dranbleibt. Die aktuellen KinovorfĂŒhrungs- Termine fĂŒr â007 jagt Dr. Noâ â wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist â findet ihr, jedenfalls soweit das im deutschsprachigen Raum stattfindet, in unserer Terminliste im James-Bond-Lexikon, die laufend aktualisiert wird.
Schaut mal rein, vielleicht findet ihr ja KinovorfĂŒhrungen in eurer NĂ€he. Und weil das hier die allererste Folge ist, die wir aus Anlass des Global James Bond Day am 5. Oktober 2026 veröffentlichen, also am Jahrestag der UrauffĂŒhrung von â007 jagt Dr. Noâ â das war im Jahr 1962 â mĂŒsst ihr auf die nĂ€chste Folge nicht lange warten: Die erscheint nĂ€mlich schon am 7. Oktober.
Der 7. â das ist der Tag, an dem wir immer veröffentlichen. Der 007. eines Monats um 0:07 Uhr, das ist der Zeitpunkt, an dem immer neue Folgen unseres Podcasts erscheinen. Zu finden ĂŒberall da, wo es Podcasts gibt. Und alle Informationen findet ihr auf der Website zum Podcast Royale unter www.podcast-royale.de.
Wir danken unserer Station-Voice Malte fĂŒr seine Stimme und Luis fĂŒr die Musik und sagen: Vielen Dank und tschĂŒss! Bis zum nĂ€chsten Mal! Ciao! Ciao!