
#10 – "Geschlechtergerechtigkeit in der Musikwirtschaft: Who’s in, who’s out?" mit Lea Karwoth
Donnerstag, 19. Juni 2025 · 1 h 04
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Shownotes
Reeperbahn Festival Deep Dive
In den vergangenen Jahren haben sich unzählige Medienberichte, Bücher, Podiumsdiskussionen und Formate mit dem Thema Sexismus in der Musikszene beschäftigt. Dass wir in der Branche ein massives Problem haben – von ungleichen Berufschancen bis hin zu offenem Machtmissbrauch und Übergriffen, denen Frauen und genderqueere Personen ausgesetzt sind – steht außer Frage. Auch, dass das ein Problem ist – für die Betroffenen, aber auch für uns als Branche, die aufgrund bestehender Strukturen wertvolle Talente verliert. Aber: Es gibt auch Menschen, Initiativen und Projekte in der Branche, die diesen Status Quo nicht hinnehmen und mit vielfältigen Lösungsansätzen für mehr Diversität und Chancengleichheit einstehen. Genau diese Lösungsansätze wollen wir uns bei Reeperbahn Festival Deep Dive anschauen und reflektieren, was wir als Branche von ihnen lernen können. Dazu sprechen wir mit Keychange-Projektleiterin Lea Karwoth sowie mit Musikwissenschaftlerin Grace Goodwin und Gabriela Gironas, Gründer*in der Kreativ-Consultingagentur Cool Shit, Cool People.
Triggerwarnung: In dieser Folge werden auch Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, sexuellen Übergriffen, Diskriminierungserfahrungen sowie Machtmissbrauch thematisiert. Bitte höre diese Folge nur, wenn du dich dazu in der Lage fühlst. Wenn du oder jemand in deinem Umfeld von diesen Themen betroffen, findest du in den Shownotes Hilfsangebote.
Was denkst du über das Thema? Hinterlass uns eine Bewertung und sag uns deine Meinung zum aktuellen Deep Dive, auf den Social Media Accounts des Reeperbahn Festivals oder per E-Mail an deepdive@reeperbahnfestival.com
Shownotes:
Diese Ausgabe von Reeperbahn Festival Deep Dive wurde bereits am 28. Mai 2025 aufgezeichnet.
Wenn du oder Menschen in deinem Umfeld sexueller Gewalt betroffen sind, findest du hier hilfreiche Ressourcen und Supportangebote:
In akuten und lebensgefährlichen Notfällen unbedingt den Rettungsdienst anrufen: 112
Hilfsangebote im Überblick:
Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt für Menschen aus der Kultur- und Medienbranche: Hier gibt es unabhängig, betriebsunabhängig und kostenlos Beratung für Betroffene, Zeug*innen und Arbeitgebende: themis-vertrauensstelle.de
• Hilfstelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 oder per E-Mail/Chat: www.hilfetelefon.de
• LARA-Fachstelle gegen sxualisierte Gewalt an Frauen, trans, inter* und nicht-binären Personen: 030 – 216 88 88 oder www.lara-berlin.de
• FrauenKrisenTelefon: 030 – 615 42 43 oder www.frauenkrisentelefon.de
• Bff-Hilfsdatenbank mit lokalen und nationalen Hilfsangeboten: frauen-gegen-gewalt.de/de/organisationen.html
• Telefonseelsorge (auch per Chat oder E-Mail möglich): telefonseelsorge.de // 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222
• Muslimisches Seelsorgetelefon: 030 – 443509821
• Krisenchat für Menschen unter 25 Jahren: krisenchat.de
Handlungsempfehlungen:
• Keychange: What can I do? keychange.eu/what-can-i-do
• Be the Change: Handlungsempfehlungen aus der Studie von MIDiA, believe & tunecore datocms-assets.com/119568/1715870626-gerexecut…
Glossar:
• #MeToo
Auf die Aktivistin Tarana Burke zurückgehende soziale Bewegung, die ihren Ursprung auf Twitter mithilfe des gleichnamigen Hashtags nahm. Die Bewegung macht das Ausmaß sexueller Belästigung, Übergriffe sowie Machtmissbrauch deutlich. #MeToo hat die öffentliche Debatte um diese Themen maßgeblich geprägt und in Deutschland zur Gründung der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung & Gewalt geführt.
• A-Gender /Agender
Eine Person, die sich als geschlechtslos oder geschlechtsneutral identifiziert oder zum Konzept von Geschlecht keinen Zugang findet und sich folglich keinem Geschlecht zuordnen kann oder will.
• cis/cis-männlich/cis-weiblich
Unter dem Begriff Cis-Geschlechtlichkeit fallen alle Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem von außen zugeschriebenen sowie mit dem unmittelbar nach der Geburt bestimmten Geschlecht übereinstimmen. Den Begriff gibt es bereits seit 1914.
• FLINTA* / FINTA*
Der Begriff FLINTA* ist ein Akronym und steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen – also alle aufgrund ihres Geschlechts marginalisierten Gruppen. Oftmals wird auch die Abkürzung FINTA* verwendet, mit der Begründung, dass Lesben Frauen sind und es bei dem Begriff um Geschlechtsidentitäten und nicht um sexuelle Orientierungen gehen soll. Dagegen wird argumentiert, dass ein Gros der Errungenschaften im feministischen Kampf auf Lesben zurückgeht und dass Lesben eine spezielle Form geschlechtsbezogener Gewalt und Diskriminierung erfahren, der heterosexuelle Frauen nicht ausgesetzt sind.
• Gender Care Gap
Der Gender Care Gap ist eine Kennziffer, die auf der Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes basiert. Sie zeigt den unterschiedlichen Zeitaufwand auf, den Frauen und Männer für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen.
• Gender Equality
Gender Equality (deutsch: Gleichstellung der Geschlechter) bezeichnet die Grundannahme, dass alle Menschen unabhängig ihres Geschlechtes die gleichen Bedingungen und Chancen haben sollten, um ihr volles Potenzial zu entfalten, sowie gleichwertig behandelt werden sollten. Dabei bedeutet Gleichstellung explizit nicht, dass Frauen und Männer gleich werden, sondern dass alle Menschen frei sind, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Lebensentscheidungen zu treffen, ohne von Stereotypen oder Vorurteilen eingeschränkt zu werden.
• Gender Equity
Gender Equity (deutsch: Geschlechtergerechtigkeit) hat das Ziel einer fairen Behandlung aller Geschlechter unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse, kultureller Barrieren und historisch und systemisch bedingter Diskriminierungsmechanismen. Der Weg zu mehr Gender Equity kann auch bedeuten, temporäre Sondermaßnahmen zum Ausgleich ebendieser Diskriminierungsmechanismen einzusetzen, wie zum Beispiel Quoten.
• Gender Minorities
Gender Minorities sind Personen, die sich weder als cis-männlich noch als cis-weiblich identifizieren. Der Überbegriff meint trans, inter, nicht-binäre und a-gender Personen.
• Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap verdeutlicht die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern.
• genderqueer
Genderqueer ist ein Synonym für nicht-binäre Geschlechtsidentitäten.
• Inter
Intergeschlechtlichkeit bezeichnet ein körperliches Phänomen: Inter bezeichnet Personen, deren körperliches Geschlecht sich als nicht eindeutig weiblich oder männlich identifizieren lässt. Häufig werden bei Betroffenen schon im Kindesalter Operationen vorgenommen, um ihre Körper dem weiblichen oder männlichen Geschlecht anzugleichen.
• Intersektionalität
Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken mehrerer Unterdrückungsmechanismen, wie zum Beispiel Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, soziale Herkunft, Behinderung, Gesundheitszustand und Alter. Treten mehrere dieser Diskriminierungsfaktoren bei einem Menschen auf, so kann dies zu Mehrfachdiskriminierungen führen und die soziale Ungleichheit verstärken.
• LGBTQIA+
Das Akronym umfasst Menschengruppen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität und/oder ihrer sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren. Die Abkürzung steht für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, queer, inter and asexual/agender“.
• Nicht-binär / non binary / enby
Die Begriffe nicht-binär, non-binär oder enby (für Englisch „nonbinary“) bezeichnen Menschen, die sich als nicht ausschließlich männlich oder weiblich identifizieren oder ihre Geschlechtsidentität außerhalb der binären Geschlechterordnung (cis-männlich / cis-weiblich) verorten.
• Queer
Sammelbezeichnung für sexuelle Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, und Geschlechtsidentitäten, die nicht binär oder nicht cis sind.
• Sexismus
Sexismus bezeichnet die bewusste oder unbewusste Diskriminierung von Menschen aufgrund des Geschlechts.
• Trans / trans*
trans Menschen sind all jene Personen, denen bei der Geburt ein …