
Schlafreise durch vergessene Welten· Staffel 3· Folge 9
Die Lavaröhren Islands – Verborgene Kathedralen aus Feuer und Zeit
Freitag, 19. Dezember 2025 · 25 min
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Shownotes
Schlafreise durch die Lavaröhren Islands - Verborgene Kathedralen aus Feuer und Zeit
Tauche ein in die mystischen Unterwelten Islands, wo vor Jahrtausenden glühende Lava unterirdische Kathedralen erschuf. Diese Folge nimmt dich mit auf eine beruhigende Reise durch die spektakulären Lavaröhren der Vulkaninsel – von der gewaltigen Raufarhólshellir bis zur eisgefüllten Lofthellir.
🌋 Was dich erwartet:
• Die faszinierende Entstehung von Lavaröhren und ihre einzigartigen Strukturen
• Reise durch Islands längste und schönste unterirdische Tunnel
• Wissenschaftliche Fakten zu Geologie, Vulkanismus und extremophilem Leben
• Die Verbindung zwischen Feuer und Eis in absoluter Dunkelheit und Stille
• Mythen der Huldufólk und Islands kulturelles Erbe
🎧 Perfekt zum:Einschlafen • Entspannen • Meditieren • Lernen
Erfahre, wie diese jahrtausendealten Naturwunder als Laboratorien für die Marsforschung dienen und was sie uns über die Zukunft unseres Planeten lehren. Eine beruhigende Schlafreise mit wissenschaftlicher Tiefe und sanftem Umweltbewusstsein.
Schlafreise durch vergessene Welten – Dein Podcast zum Entspannen, Loslassen und Lernen
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch vergessene Welten, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Schlafreisereien wie Schlafreise durchs Universum, heute nehme ich dich mit auf eine Reise in die verborgenen Adern Islands, in unterirdische Welten, die das Feuer der Erde selbst erschaffen hat. Wir tauchen ein in die Lavaröhren Irlands, jene geheimnisvollen Tunnel und Höhlen, die vor Jahrtausenden von glühender Lava geformt wurden und heute als stille Zeugen der Urgewalt unseres Planeten ruhen. Stell dir vor, du stehst am Rand eines Lavafeldes im Süden Islands, unweit der kleinen Stadt Vera Gerdi, die Luft ist kühl und trägt den salzigen
Geruch des nahen Atlantiks. Unter deinen Füßen erstreckt sich schwarzes, zerklüftetes Gestein, so weit das Auge reicht. Doch was du siehst, ist nur die Oberfläche einer verborgenen Welt, unter dir, manchmal nur wenige Meter tief, liegt ein Labyrinth aus Tunneln, das sich über Kilometer erstreckt. Lass uns gemeinsam hinabsteigen in die Raufarol Cellier, eine der längsten und bekanntesten Lavaröhren Islands. Der Eingang erscheint wie ein Tor in eine andere Zeit. Das Tageslicht fällt durch die Öffnung und zeichnet einen leuchtenden Keil in die Dunkelheit. Die Temperatur dickt spürbar, während du die ersten Schritte in die Röhre machst.
Hier unten, geschützt vor Wind und Wetter, herrscht eine konstante Kühle von etwa 0 bis 4 Grad Celsius, unabhängig von der Jahreszeit draußen. Die Raufahol Schellier entstand vor etwa 5000 Jahren bei einem Ausbruch des Vulkansystems Blaviol. Damals Floß ein mächtiger Lavastrom durch diese Region und während die Oberfläche der Lava schnell abkühlte und erstarrte, bewegte sich das glühende Innere weiter als der Nachschub an Lava schon schließlich versiegte Floß das noch flüssige Material aus der bereits erstarrten Hülle heraus. Und hinterließ einen hohlen Tunnel. Was du nun betrittst, ist gewissermaßen die versteinerte Arterie eines Vulkanausbruchs, die Wände der Röhre erzählen Geschichten in dem schwachen
Licht, das vom Eingang hereinfällt, kannst du die Strukturen erkennen, die das fließende Gestein hinterlassen hat. Hier verlaufen wellenförmige Muster, sogenannte Fließmarken, die zeigen, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit die Lava sich bewegt hat. Manche dieser Wellen sind nur wenige Zentimeter hoch, andere Formen regelrechte Stufen im Gestein, Wissenschaftler können aus diesen Strukturen ablesen, dass die Lava hier mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 bis 15 Kilometern pro Stunde geflossen ist. Eine beeindruckende Kraft der Natur an der Decke der Röhre hängen bizarre Formationen, das sind Lavazapfen, auch Lavastalagmiten genannt, die entstanden, als die letzten Reste der geschmolzenen Lava von
der Decke tropften und dabei sofort erstarrten. Manche sind dünn wie Finger, andere dick wie Baumstämme, sie wirken wie versteinerte Tränen der Erde. Ein Zeugnis jenes Moments, als das Feuer erlosch und die Stille Einzug hielt. Je tiefer du in die Raufarol Schellier Vordringst, desto weiter wird der Tunnel an manchen Stellen erreicht die Höhle eine Breite von 30 Metern und eine Höhe von 10 Metern. Du könntest hier einen Bus durchfahren lassen, der Boden ist uneben.
Bedeckt mit großen und kleinen Gesteinsbrocken, die von der Decke gefallen sind. Seit Jahrtausenden wirkt hier die Erosion langsam, aber unaufhaltsam. Wasser sickert durch, Risse im Gestein, gefriert im Winter und sprengt winzige Teilchen ab, in geologischen Zeiträumen werden diese Höhlen vergehen, doch jetzt, in diesem Moment sind sie noch da, ein vergängliches Wunderwerk.
Die Raufarhols Schellier erstreckt sich über eine Länge von etwa 1350 Metern. Das macht sie zu einer der längsten Lavaröhren Irlands, die für Besucher zugänglich ist. Doch sie ist bei weitem nicht die einzige über das ganze Land verteilt gibt es Hunderte, wenn nicht tausende solcher Tunnel, viele sind noch unerforscht, versteckt unter meterdicken Schichten aus Moos, Erde. Und Lavagestein lass uns nun zu einer anderen bemerkenswerten Lavaröhre Reisen, zur Vidgelmier im Westen Islands. Sie liegt im Halmund Arraun Lavafeld, das vor etwa 11100 Jahren bei Ausbrüchen unter dem Gletscher Langyökull entstand. Die Vitgelmir ist mit einer Länge von etwa 1600 Metern und einer Breite von bis zu 16
Metern eine der größten bekannten Lavaröhren der Welt. Ihr Name bedeutet in etwa die weite Höhle und dieser Name ist Programm, wenn du die Vitgelmir betrittst, erfasst dich sofort ein Gefühl der Ehrfurcht, die schiere Größe dieses unterirdischen Raumes ist überwältigend. Die Decke wölbt sich hoch über dir, getragen von einer Architektur, die kein Mensch geplant hat, sondern die allein durch die Gesetze der Physik und die Kraft des fließenden Gesteins entstanden ist. Die Luft hier unten ist erstaunlich rein, fast steril, es gibt kaum organisches Material, kaum Bakterien oder Pilze.
Die Lavaröhren Eitlands gehören zu den saubersten natürlichen Umgebungen der Erde. An den Wänden der Vidgelmier leuchten Farben, die du in der grauen Landschaft Islands nicht erwarten würdest. Rote, Gelbe und Orangetöne mischen sich mit dem dominierenden Schwarz. Diese Farben stammen von Mineralien, die in der Lava eingeschlossen waren. Eisenoxide verleihen dem Gestein rötliche Töne, Schwefelverbindungen sorgen für Gelb. Jede Farbe erzählt von der chemischen Zusammensetzung der Lava, von der Temperatur, bei der sie geflossen ist, und von den Gasen, die während des Ausbruchs freigesetzt wurden. In der Vitgelmir gibt es auch Eisskulpturen ja, du hast richtig gehört, Eis in einer Lavahöhle. An manchen Stellen, besonders in
der Nähe von Öffnungen durch die kalte Luft eindringen kann, bilden sich im Winter bizarre Eisformationen, Stalagmiten und Stalaktiten aus klarem blauem Eis wachsen aus dem schwarzen Lavagestein, im Sommer schmelzen sie größtenteils wieder, doch Jahr für Jahr kehren sie zurück, ein beständiger Zyklus von werden und vergehen. Die Temperatur in der Vidgelmier liegt das ganze Jahr über konstant bei etwa -0 Grad Celsius. Gerade an der Grenze zwischen Gefrieren und tauen. Das macht diese Höhle zu einem empfindlichen Ökosystem, selbst kleine Veränderungen in der Außentemperatur können sich hier auswirken.
Wissenschaftler nutzen die Lavaröhren Islands daher auch als natürliche Laboratorien, um Klimaveränderungen zu studieren. Die Eisformationen in den Höhlen dienen als Archive, in denen Informationen über vergangene Klimabedingungen gespeichert sind. Lass uns nun weiter nach Norden Reisen zur Sur cellier im Gebiet Borgard Fjordur.
Die Surtschelier ist mit fast 2000 Metern Länge die längste Lavaröhre Islands und gleichzeitig eine der Geschichtsträchtigsten. Ihr Name leitet sich von Surtre ab, dem Feuerriesen aus der nordischen Mythologie, der am Ende der Welt alles mit Feuer vernichten wird. Die alten Isländer waren überzeugt, dass dies ein Tor zur Unterwelt sei, ein Ort, an dem übernatürliche Wesen hausten.
Archäologische Funde in der Socellier zeigen, dass Menschen diese Höhle seit der Besiedlung Islands im 9. Jahrhundert kannten und nutzten, man fand Reste von Steinmauern, die vermutlich als Schafpferche dienten. Die Höhle bot Schutz vor dem rauen isländischen Wetter und so nutzen die Bauern sie zeitweise als Unterschlupf für ihre Tiere.
In mittelalterlichen Schriften wird die Surcellier als unheimlicher Ort beschrieben, an dem man lieber nicht allein sein sollte, die Höhle selbst ist ein Wunderwerk der Natur, sie besteht eigentlich aus 2 parallel verlaufenden Röhren, die an manchen Stellen durch Durchbrüche miteinander verbunden sind. An einigen Stellen ist die Decke eingebrochen und Tageslicht fällt in senkrechten Strahlen in die Dunkelheit. Diese Lichtschächte haben im Laufe der Jahrhunderte leben in die Höhle gebracht, Moose und Flechten wachsen in der Nähe der Öffnungen und im Sommer kannst du hier sogar einige wenige Insekten finden, die sich in diese unwirtliche Umgebung verirrt haben.
Die Sur Celier entstand vor etwa 9000 Jahren, als das Halmund Arraun Lavafeld gebildet wurde. Das ist eine Zeit, in der in Europa die ersten Ackerbauern sesshaft wurden, in der die Steinzeit langsam der Bronzezeit wich, während Menschen anderswo begannen, ihre ersten Dörfer zu errichten, Floß hier in Island glutflüssiges Gestein und formte diese unterirdische Kathedrale.
Eine besondere Eigenschaft der Lavaröhren ist ihre akustische Qualität. Die glatten Wände reflektieren Schallwellen auf eine Art und Weise, die fast musikalisch wirkt, ein einzelner Ruf kann sich in ein langgezogenes Echo verwandeln, das mehrere Sekunden nachhallt. Wissenschaftler haben gemessen, dass die Nachhallzeit in manchen Abschnitten der Sur cellier bis zu 8 Sekunden betragen kann.
Das ist vergleichbar mit großen Konzertsälen. Es ist kein Wunder, dass die alten Isländer glaubten, hier würden Geister flüstern in den Lavaröhren Islands herrscht eine fast absolute Dunkelheit, abseits der Eingangsbereiche dringt kein Sonnenlicht vor deine Augen, so sehr sie sich auch anstrengen mögen, können hier nichts wahrnehmen.
Es ist eine Dunkelheit, die in unserer modernen, hell erleuchteten Welt selten geworden ist. Eine Dunkelheit, die gleichzeitig beunruhigend und beruhigend wirkt in dieser absoluten Finsternis wird dir bewusst, wie abhängig wir von Licht sind, aber auch, wie wenig wir es wirklich brauchen, um zu sein, die Stille in den Lavaröhren ist ebenso bemerkenswert wie die Dunkelheit. Wenn du still stehst und auf deinen Atem achtest, wirst du feststellen, dass du fast nichts anderes hörst. Kein Rauschen von Wind, kein Zwitschern von Vögeln, kein fernes Brummen von Verkehr, nur dein Herzschlag, dein Atem und vielleicht das gelegentliche Tropfen von Wasser. Diese Stille hat etwas Meditatives. Sie lädt dich ein, nach innen zu
horchen, dich auf dich selbst zu konzentrieren. Die Lavaröhren Islands sind auch von wissenschaftlichem Interesse weit über Geologie und Vulkanologie hinaus. Astrobiologen Wissenschaftler, die nach Leben auf anderen Planeten suchen, nutzen sie als Analogumgebungen für mögliche Lebensräume auf dem Mars. Der Mars hat ebenfalls zahlreiche Lavaröhren, die durch vulkanische Aktivität in seiner fernen Vergangenheit entstanden sind.
Diese Röhren könnten Schutz bieten vor der tödlichen Strahlung an der Marsoberfläche und wenn es jemals mikrobielles Leben auf dem Mars gegeben hat oder noch gibt, dann könnte es in solchen unterirdischen Refugien überleben. Tatsächlich haben Forscher in einigen isländischen Lavaröhren extremophile Mikroorganismen gefunden.
Bakterien, die unter extremen Bedingungen überleben können. Diese winzigen Lebewesen ernähren sich von den Mineralien im Gestein und benötigen kein Sonnenlicht, sie nutzen chemische Energie, die bei der Verwitterung des Gesteins freigesetzt wird. Das zeigt, dass Leben auch unter scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen möglich ist.
Eine Erkenntnis, die unsere Suche nach außerirdischem Leben grundlegend beeinflusst hat. Lass uns nun zu einer kleineren, aber nicht weniger faszinierenden Lavaröhre Reisen, zur Loft Hallier im Norden Islands, in der Nähe des Miwattensees. Die Lofthellier ist bekannt für ihre spektakulären Eisskulpturen.
Hier dringt im Winter kalte Luft ein und gefriert das Wasser, das von der Decke tropft. Im Laufe der Jahre haben sich massive Eissäulen gebildet, manche über 3 Meter hoch, sie glitzern im Licht der Stirnlampen wie gefrorene Wasserfälle, wie Kunstwerke aus purem Kristall. Die Lofthellier ist etwa 370 Meter lang, also deutlich kleiner als die zuvor beschriebenen Höhlen.
Aber ihre Schönheit ist atemberaubend. Die Kombination aus schwarzem Lavagestein und blau weißem Eis erzeugt einen Kontrast, der fast unwirklich erscheint. Es ist, als hätte jemand die Elemente Feuer und Eis, die beiden prägenden Kräfte Islands, in einem einzigen Raum vereint. Die Entstehung dieser Eisskulpturen ist ein dynamischer Prozess. Jedes Jahr verändern sie sich leicht, neue Säulen wachsen, alte Schmelzen ab oder brechen zusammen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Menge und Form des Eises in der Loft Hellia empfindlich auf Klimaveränderungen reagiert.
In den letzten Jahrzehnten mit steigenden Durchschnittstemperaturen hat die Menge an ganzjährigem Eis in der Höhle abgenommen. Das ist ein Warnsignal. Ein stiller Zeuge des Klimawandels, der unseren Planeten verändert Island selbst ist ein Land, das durch Vulkanismus geprägt ist. Die Insel liegt auf dem mittelatlantischen Rücken, jener gewaltigen untermeerischen Gebirgskette. Wo die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinanderdriften jedes Jahr entfernen sich diese Platten etwa 2 Zentimeter voneinander, und der Spalt, der dabei entsteht, wird von aufsteigendem Magma gefüllt. Eisland ist gewissermaßen ein Produkt dieses Prozesses, ein Ort, an dem die Erdkruste noch
jung und lebendig ist. Der. Es gibt auf Island über 130 Vulkansysteme, von denen etwa 30 in historischer Zeit aktiv waren. Im Durchschnitt ereignet sich alle 4 bis 5 Jahre ein Vulkanausbruch, manche sind klein und kaum bemerkenswert, andere sind gewaltig und verändern ganze Landschaften. Der Ausbruch des Laki Kraters von 1783 bis 1784 zum Beispiel war einer der verheerendsten in der Geschichte Islands.
Über einen Zeitraum von 8 Monaten ergossen sich etwa 14 Kubikkilometer Lava über das Land. Die dabei freigesetzten Gase führten zu einer Klimaabkühlung auf der gesamten Nordhalbkugel und zu Hungersnöten. Die 10 Tausende Menschen das Leben kosteten. Doch Vulkanismus ist nicht nur zerstörerisch, er ist auch eine der kreativsten Kräfte der Natur, jeder Ausbruch schafft neues Land, neue Formen, neue Möglichkeiten für Leben.
Die Lavaröhren sind ein perfektes Beispiel dafür. Sie sind Räume, die ohne Vulkanismus niemals existieren würden, Kathedralen aus Feuer, die uns an die unglaubliche Macht und Schönheit unseres Planeten erinnern, in den Lavaröhren Islands kannst du auch etwas über die Zeit lernen, geologische Zeit, die in ganz anderen Maßstäben gemessen wird als menschliche Zeit. Die Felsen, die dich umgeben, sind tausende von Jahren alt. Und doch sind sie in geologischen Begriffen sehr jung.
Ein Gestein, das vor 5000 Jahren geformt wurde, ist für einen Geologen fast wie ein Neugeborenes. Die ältesten Gesteine Eilands sind etwa 16000000 Jahre alt, gefunden in den Westfjorden, das ist ein Wimpernschlag verglichen mit den ältesten Gesteinen der Erde, die. Die über 4 Milliarden Jahre alt sind.
Diese unterschiedlichen Zeitskalen helfen uns, unsere eigene Existenz in Perspektive zu setzen. Wir Menschen leben für ein paar Jahrzehnte, vielleicht ein Jahrhundert Zivilisationen, erheben sich und fallen über Jahrtausende, aber die Erde, die Kontinente, die Ozeane, sie existieren über Millionen und Milliarden von Jahren, die.
Wir sind nur Gäste, flüchtige Besucher in einer Geschichte, die lange vor uns begann und lange nach uns weitergehen wird. Doch diese Erkenntnis sollte uns nicht klein machen, sie sollte uns vielmehr zeigen, wie wertvoll unsere Zeit ist, wie einzigartig dieser Moment, in dem wir leben, und sie sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, diesen Planeten zu schützen, der uns ein Zuhause gibt.
Die Lavaröhren Islands sind empfindliche Ökosysteme, obwohl sie aus hartem Gestein bestehen, können sie durch menschliche Aktivität leicht beschädigt werden. Jeder Schritt hinterlässt Spuren, Hautschuppen und Bakterien, die wir mit uns tragen können die sterile Umgebung verändern. Graffiti, Müll oder das Abbrechen von Gesteinsformationen als Souvenirs zerstören etwas, das Jahrtausende alt ist und niemals zurückkehren wird. Island hat erkannt, wie wertvoll diese unterirdischen Welten sind viele Lavaröhren stehen unter Naturschutz, der Zugang ist teilweise beschränkt und wo Touristen zugelassen sind, gibt es strenge Regeln.
Es ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch, Menschen diese Wunder der Natur erleben zu lassen, und der Notwendigkeit, sie zu bewahren. Dieser Balanceakt ist symbolisch für eine größere Herausforderung, vor der die Menschheit steht. Wir leben in einer Zeit, in der unser Einfluss auf den Planeten so groß ist wie nie zuvor der Klimawandel. Verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verändert die Atmosphäre die Ozeane, das Eis, die Wälder, Arten sterben aus in einem Tempo, das an frühere Massenaussterben erinnert.
Plastikmüll verschmutzt die entlegensten Orte der Erde, die Lavaröhren Islands, diese Zeugen der Urgewalt und Schönheit unseres Planeten. Erinnern uns daran, dass die Erde ohne uns existiert hat und ohne uns existieren wird. Aber sie erinnern uns auch daran, dass wir Teil dieses Planeten sind, dass unser Schicksal untrennbar mit seinem Schicksal verbunden ist. Wenn wir die Lavaröhren zerstören, zerstören wir ein Stück Naturgeschichte, wenn wir das Klima verändern, verändern wir die Bedingungen, unter denen wir selbst leben können. Es gibt eine isländische Sage, die von den Hulduvolk erzählt, den verborgenen Menschen.
Diese Wesen sollen in Felsen und Hügeln wohnen, unsichtbar für die meisten Menschen. Die Isländer haben großen Respekt vor diesen Wesen und ihren Wohnstätten, Straßen werden um bestimmte Felsen herumgeführt, Bauvorhaben werden geändert, um die Behausungen der Hulduvolk nicht zu stören. Das mag für Außenstehende seltsam erscheinen, aber es ist Ausdruck einer tiefen Achtung vor der Natur und ihren Geheimnissen. Vielleicht brauchen wir mehr von dieser Achtung, vielleicht sollten wir die ganze Erde als Wohnstatt behandeln, nicht nur von uns Menschen, sondern von Millionen anderer Arten von Ökosystemen, die über Jahrmillionen gewachsen sind, die Lavaröhren Islands mit ihrer Stille. Ihrer Dunkelheit, ihrer
zeitlosen Schönheit lehren uns Demut. Sie zeigen uns, dass es Dinge gibt, die größer sind als wir, die mächtiger sind, die älter sind, wenn du in einer Lavaröhre stehst, umgeben von Gestein, das einst flüssig war, heiß genug, um Metall zu schmelzen und jetzt kalt und fest, spürst du vielleicht eine Verbindung zu den Urkräften der Erde.
Du bist Teil eines Ganzen, ein winziges Staubkorn in der Geschichte des Universums. Und doch bist du hier jetzt in diesem Moment, du atmest, du denkst, du fühlst. Das ist ein Wunder, nicht weniger erstaunlich als die Entstehung einer Lavaröhre die Reise durch die Lavaröhren Islands ist auch eine Reise zu uns selbst, in der Dunkelheit und Stille. Finden wir Raum für Gedanken, die im Lärm des Alltags untergehen?
Wir können uns fragen, was ist wirklich wichtig, was bleibt, wenn alles andere vergeht und wir können erkennen, dass unsere Erde, dieses blaue Juwel im Schwarzen, all das Wertvollste ist, das wir haben, Island, das Land aus Feuer und Eis, zeigt uns die Extreme, zu denen unser Planet fähig ist. Und doch ist es auch ein Ort von fragiler Schönheit.
Die Gletscher Islands schmelzen in alarmierendem Tempo, der Ocyukull ein Gletscher im Westen des Landes, wurde 2019 offiziell für tot erklärt, er hatte so viel Masse verloren, dass er nicht mehr als Gletscher bezeichnet werden konnte. Eine Gedenktafel wurde aufgestellt mit einem Brief an die Zukunft. Der endet mit den Worten Wir wissen, was passiert und was getan werden muss, nur du weißt, ob wir es getan haben. Diese Worte sind eine Mahnung und eine Hoffnung zugleich, eine Mahnung, dass wir handeln müssen, jetzt nicht in einer fernen Zukunft und eine Hoffnung. Dass wir es schaffen können, dass wir unseren Kurs ändern, dass wir lernen, im Einklang mit der Erde zu leben, nicht gegen sie gute Nacht und Träume von
den vergessenen Welten, die noch darauf warten, entdeckt zu werden und von einer Zukunft, in der wir und die Erde gemeinsam gedeihen.