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Shownotes
<p>Für diese Folge klettern wir weit nach oben in den Elfenbeinturm, fast bis zum Magnolienpavillon. Dort haben wir eine ausreichend gute Sicht auf das heutige Thema.</p><h2>Shownotes</h2><ul>
<li>
<p>Einstiegsfrage: Was macht man, wenn man von Computern Ahnung hat und in einem Computersystem eine Sicherheitslücke findet?</p>
<ul>
<li>Blackhat-Antwort: ausnutzen, um Geld oder Macht zu erlangen (was natürlich strafbar ist)</li>
<li>Whitehat-Antwort: melden, damit die Sicherheitslücke geschlossen wird (entweder als "Full Disclosure" oder "Responsible Disclosure")
<ul>
<li>ist idiotischerweise auch strafbar, siehe <a href="gesetze-im-internet.de/stgb/__202a.html"&… 202a</a> und <a href="gesetze-im-internet.de/stgb/__202b.html"&… 202b StGB</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>offenbar sind Tätigkeiten in der IT-Sicherheit mit ethischen Fragen verknüpft... und nicht nur da</p>
<ul>
<li>vgl. Einfluss von Social-Media-Algorithmen auf Meinungsbildung</li>
<li>vgl. "Psychose" durch Chatbots</li>
<li>vgl. automatisierte Todesurteile durch Kampfdrohnen</li>
<li>etc.</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>1984: erste Formulierung einer konsistenten Hackerethik durch den US-Journalisten Stephen Levy, hier in der durch den CCC propagierten Phrasierung</p>
<ul>
<li>"Der Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, sollte unbegrenzt und vollständig sein."
<ul>
<li>vgl. STP050: "Hacker" ist konzeptionell nicht auf Computertechnik beschränkt</li>
<li>Fürsprache für das Informationszeitalter, und Gegenrede gegen künstliche Knappheit des Immaterialgüterrechtes (siehe STP040)</li>
</ul>
</li>
<li>"Alle Informationen müssen frei sein."
<ul>
<li>vgl. Open-Source-Lizenzen (siehe STP040)</li>
<li>vgl. Informationsfreiheits-/Transparenzgesetze</li>
</ul>
</li>
<li>"Mißtraue Autoritäten – fördere Dezentralisierung."
<ul>
<li>vgl. STP056 zu (De-)Zentralisierung</li>
<li>Hacker als Menschen, die nicht gut durch Autorität lernen, sondern eher trotz Autorität</li>
</ul>
</li>
<li>"Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut, und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Spezies, Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung."
<ul>
<li>vgl. die Neigung von Hackern, sich mit Nicknames statt bürgerlichem Namen zu identifizieren</li>
</ul>
</li>
<li>"Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen."
<ul>
<li>vgl. Programmieren als künstlerische Tätigkeit</li>
<li>vgl. Computerkunst, <a href="de.wikipedia.org/w/index.php?title=Demoszene&a…;
</ul>
</li>
<li>"Computer können dein Leben zum Besseren verändern."
<ul>
<li>in der ausführlicheren Erklärung bei Wikipedia: "[Hacker] sind der Überzeugung, dass jeder von Computern profitiert, und wenn jeder mit Computern so umgehen würde, wie sie es tun, die Hackerethik die Welt zum Besseren wenden kann."</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>1989: infolge des <a href="de.wikipedia.org/w/index.php?title=KGB-Hack&am…; Erweiterung der Hackerethik durch den CCC um zwei Zusatzpunkte</p>
<ul>
<li>"Mülle nicht in den Daten anderer Leute."</li>
<li>"Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen."</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>2001: <a href="freie-gesellschaft.de/wiki/Hackerethik"&g… der Hackerethik</a> durch den finnischen Philosophen Pekka Himanen</p>
<ul>
<li>Hackerethik als Gegenentwurf zur <a href="de.wikipedia.org/w/index.php?title=Arbeitsethi… Arbeitsethik</a>, von Himanen definiert als: "Arbeit muss als gottgewollter Lebenszweck betrachtet werden, sie muss so gut wie möglich verrichtet werden und Arbeit muss als Pflicht gelten, die man erledigt, weil sie erledigt werden muss"
<ul>
<li>Hackerethik hingegen zentriert um leidenschaftliches kreatives Handeln mit gesellschaftlichem Mehrwert</li>
<li>Austausch und Freiheit mehren den gemeinsamen Wohlstand</li>
</ul>
</li>
<li>Himanen sieht einen Bezug zu der platonischen Lehre, in der "sich wahre Erkenntnis plötzlich ergibt und nur dann, wenn man zusammenlebt und oft und familiär miteinander kommuniziert"</li>
</ul>
</li>
</ul>