
Sounds Familiar - Der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche· Folge 68
Wie sehen echte Bilder von Mutterschaft aus? mit Lovis Trummer
Donnerstag, 14. Mai 2026 · 43 min
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Shownotes
Mütter machen die Fotos. Sie halten Erinnerungen fest, dokumentieren den Alltag, fotografieren ihre Kinder, ihre Familien, besondere Momente. Doch wenn man später durch die Kamera scrollt oder alte Fotoalben anschaut, fällt oft etwas auf: Die Mutter selbst ist kaum zu sehen.
In dieser Folge spricht Sissi mit der Fotografin Lovis Trummer darüber, warum Mutterschaft so oft unsichtbar bleibt – gesellschaftlich, emotional und ganz konkret auf Bildern. Gemeinsam sprechen sie über echte Bilder von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit und darüber, warum gerade diese unperfekten, rohen und ehrlichen Momente festgehalten werden sollten.
Lovis begleitet Frauen fotografisch durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Dabei geht es ihr nicht um perfekte Familienbilder, sondern darum, Frauen sichtbar zu machen in dem, was sie täglich leisten, tragen und durchleben. Es geht um Care-Arbeit, Körperbilder, Verletzlichkeit und die Frage, warum wir so selten gelernt haben, Mutterschaft wirklich zu sehen.
Außerdem sprechen die beiden darüber, wie Fotos helfen können, Erfahrungen zu verarbeiten und Erinnerungen greifbar zu machen - gerade in einer Zeit, die oft gleichzeitig wunderschön und überfordernd ist.
Eine Folge über Sichtbarkeit, Erinnerung und darüber, warum Mütter nicht nur hinter der Kamera stehen sollten.
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Und ich habe eine neue Folge Sounds Familia für euch. Und wir hatten ja gerade den Muttertag und zum Muttertag gab es ja ganz viele Äußerungen auf Social Media. Ich war auch sehr wütend, weil der eine Tag, der macht ja die Mutterschaft nicht aus im Jahr. Und wir haben einfach viele Dinge, die einfach wichtig sind, worüber wir reden sollten.
Und ich glaube, jeder merkt, wenn man dann wirklich Mutter geworden ist, wie politisch Mutter sein einfach auch ist. Und eine Sache, die ich heute gerne mit euch besprechen möchte, ist die Sichtbarkeit von Mutterschaft. Die Mütter sind meistens die, die die Erinnerungen festhalten, aber selber kaum darin vorkommen.
Sie machen Fotos, sie dokumentieren das Leben, sie halten fest, wie unsere Kinder wachsen. Und irgendwann schaut man durch seine Handy oder seine Kamera oder durch Fotoalben und dann merkt man, es gibt Bilder vom Kind, es gibt Bilder vom Partner oder Partnerin mit Kind. Von ganz vielen Familienmomenten, aber sie selber sind kaum auf den Bildern.
Und irgendwie dachte ich mir, dass es einfach eine total schöne Folge wäre, mal darüber zu reden, wie wir einfach Mutterschaft sichtbarer machen können und woran das einfach liegt, warum das nicht so ist. Und es ist ja einfach was viel Größeres als nur ein Foto, sondern wir wollen einfach unsere Mutterschaft sichtbar machen.
Und dazu habe ich mir eine Gästin eingeladen, die dazu ganz viel sagen kann. Sie ist nämlich Fotografin. Sie fotografiert Frauen unter der Geburt, in der Schwangerschaft, im Wochenbett und macht Mutterschaft sichtbar. Und heute habe ich zu Gast Lovis Trummer. Sie lebt in Berlin, ist auch Mutter und macht einfach viel mehr als nur Fotos.
Herzlich willkommen, liebe Lovis. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Ja, ich freue mich sehr. Wir haben schon ganz viel immer über Social Media geschrieben, über deine Arbeit. Leider haben wir noch nie zusammen gearbeitet, aber ich glaube, das wird auch noch kommen. Heute sitzt du erst mal hier und ich würde mich total freuen, wenn du einfach auch mal berichtest, weil deine Bilder sind ja nicht einfach nur schöne Bilder, sondern sie sind echte Bilder.
Und genau das ist ja das, was wir einfach auch brauchen, um einfach Mutterschaft sichtbar zu machen. Das sind die echten Bilder, sondern nicht die, die man sich so vorstellt, wie man so schön geschminkt. Romantisch. Romantisch. So diese typischen Bilder. Ich will die jetzt gar nicht irgendwie schlecht machen, aber so, wenn man früher noch kennt, man ist dann irgendwie in so ein Fotostudio gegangen.
Ich kann mich noch daran erinnern, mein Sohn ist 15 und unsere ersten Bilder mit ihm haben wir auch irgendwie bei so einem Fotografen gemacht im Studio, wo wir dann alle fertig sind. Und das sind so Bilder, die ich heute gar nicht mehr machen würde oder von meinen Folgeschwangerschaften auch nicht gemacht habe. aber ja.
Deine Bilder sind einfach echt so, wie das echte Leben, wie das ist als Muttersein. Aber wie bist du dazu gekommen? Ich habe eigentlich eher Journalismus studiert, also eher Fotojournalismus. Ich komme aus so einer dokumentarischeren Richtung von Fotografie und habe auch Kommunikationswissenschaft und Philosophie studiert und lange als Fotografin aber auch schon gearbeitet, bevor ich Mutter wurde.
Aber mit der Geburt meines ersten Kindes hat sich mein Fotografie-Business tatsächlich total verändert, weil ich einfach nicht glauben konnte, was das für große Prozesse sind, die da passieren, was man als Frau dadurch lebt auf ganz vielen Ebenen. Und dann war für mich klar, ich möchte mein Fotografie-Business komplett auf die Frau und die Mutter ausrichten und ihr sozusagen den roten Teppich ausrollen und sie würdigen in dem, was sie da alles tut und hält und macht.
Hast du deine eigene Mutterschaft dann dokumentarisch begleitet? Also hast du Bilder von deinen Schwangerschaften, Geburten, Wochenbetten? Genau, ich habe das auch an den Stellen, wo ich es gefühlt habe. Gemacht und habe aber auch gemerkt, dass es ist ja was total Sensibles. Also es gibt ja auch Phasen, wo es einem vielleicht nicht so gut geht in der Mutterschaft.
Und da eine Fotografin zum Beispiel reinzulassen, ist ja nochmal ein extra Step, sage ich jetzt mal. Und mir ist es aber total wichtig, auch diesen Frauen, denen es vielleicht nicht so gut geht und die eine Leidensgeschichte haben, auch denen Fotos zu ermöglichen und ihnen aber von vornherein zu sagen, ihr müsst nicht lachen, ihr müsst nicht glücklich sein, gerade mit der Situation, ihr dürft oder gleichzeitig, man kann ja auch glücklich sein und eine Leidensgeschichte haben, auch das darf da sein.
Ihr könnt mir vertrauen, ich hole euch da ab, ich lasse das da sein. Manchmal weinen die Frauen bei mir auch in den Shootings, weil das halt rauskommen darf, das, was sie durchlebt haben, was vielleicht auch nicht so schön war. Vielleicht auch gleich eine kleine Therapiestunde, also wie so ein Retreat, dass man sozusagen die Situation einfach festhält.
War das dann, also du hast, ich meine, du bist selber Fotografin, hast du selber viel fotografiert, weil das ist ja das, was wirklich, was ich auch im Intro gesagt habe, dass man halt durch sein Handy geht und man hat super viele Fotos von seinen Kindern und dann sucht man, also ich suche auch, Also obwohl ich sozusagen Content-Creatorin bin.
Suche ich, es gibt viele Bilder von mir alleine, aber es gibt wenig Bilder, wo man mich wirklich sieht in meiner Mutterschaft, wo ich mit meinen Kindern bin, wo ich auch manchmal das einfach gerne hätte, dass jemand einfach ein Foto macht. Also Freundinnen machen das oft. Ja, so das zum Beispiel beim Thema Stillen, finde ich, ist es total spannend an dem Beispiel zu sagen.
Genau, es gibt vielleicht ein Bild, was jemand mal aufgenommen hat, wo man so verwackelt in der Ecke sitzt und irgendwie stillt. Und das ist dann das Bild, was wir als Frauen haben, wo wir zu sehen sind, wie wir diese große Sache machen. Das ist ja manchmal, stehen Frauen jahrelang, manchmal eben auch gar nicht, ist ja auch alles voll fein.
Und da setze ich eben an, dass es davon ein ikonisches Bild gibt. Also ich finde, das darf ikonisch sein. Eine Frau, die ihr Kind stillt oder eine Frau, die ihr Kind einfach hält, die kann es ja auch füttern, es gibt ja ganz viele Sachen, aber einfach die wirklich mal in den Fokus zu rücken. Und dass sie wirklich dieses Bild ausführen darf, wie in einem Fotoband von einem, ja, also wirklich so was Ikonisches könnte in einer Ausstellung hängen.
So denke ich, so stelle ich mir das mal vor. Und das ist genau das Gefühl, was ich der Frau geben will. Also dass sie wirklich mal gesehen wird in dem, was sie tut. Weil das ist sehr, sehr viel. Was passiert mit den Frauen, wenn du genauso, wie du es jetzt gerade beschreibst, einfach diese Momente, die eigentlich ja alltäglich sind, aber ja doch so besonders sind und vor allen Dingen auch, wenn man sie sich Jahre später anguckt, wenn man eigentlich, also ich habe das jetzt gerade gemerkt, ich habe ja vier Kinder und die beiden Großen sind ja schon 15 und 13 und da habe ich einfach nicht so viele Bilder von mir.
Also ich habe ja meine letzten beiden Geburten begleiten lassen fotografisch. Das ist natürlich die schönste Erinnerung. Und ich bin so traurig jetzt einfach, weil ich einfach von den ersten beiden Geburten das einfach nicht habe. Ich habe halt so ein paar schlechte, also ich habe wenigstens mal Bilder. Ich habe was.
Aber das finde ich natürlich auch so gerade so diese Wochenbettmomente, so diese echten Momente, die habe ich kaum. Ja, das haben viele Frauen erst im Nachhinein, manchmal nach dem ersten Kind, das ihnen auffällt. Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, da eine Fotografin dabei zu haben bei der Geburt, aber jetzt danach denke ich mir, warum habe ich das nicht gemacht?
Das ganz, ganz oft so oder auch im Wochenbett, weil irgendwie denkt man, ja, was geht? Habe ich die dann da noch mit im Raum? Will ich das? Ich bin ja dann auch total verletzlich in dem Moment. Ich bin ungeschminkt. Ich bin ja total roh. Aber wenn man dann durch diese Erfahrung geht, der Geburt und das Wochenbett, merkt man schon, warum es total schön ist, am Ende ein Bild davon zu haben, um das einfach auch zu integrieren.
Was ist mir da passiert? Wie war das eigentlich? Wie sah der Raum aus, in dem ich da lag? Wie sah meine Wochenbettablage aus? Was hatte ich denn an? Wie lag ich da in diesem Bett? Oder auch bei der Geburt? Wie war mein Gesichtsausdruck? Das ist so schön, das nochmal greifen zu können im Nachhinein, weil wir in der Situation ja oft sehr involviert sind natürlich. Wir haben total zu tun.
Wir wollen aber danach das nochmal verstehen, integrieren, was da passiert ist. Und dabei kann es total helfen. Wie kommen die Frauen zu dir? Gerade weil du ja so echte Bilder, also wirklich so dieses so, ich habe dir ja beschrieben, dass ich das so hatte, dieses Fotostudio und wir saßen dann wie die perfekte Familie mit unserem ersten Baby.
Auch ganz süß, aber es ist einfach nicht das, was ich... Es war nochmal eine andere Zeit, wo man diese Bilder gemacht hat. Wie die zu mir kommen, auf welchem Wege sozusagen? Ja, weil du es gerade so beschreibst auch, dass es einfach wie so, dass so viele Emotionen frei werden und so. Das ist ja auch eine besondere Beziehung. Oder wie schaffst du auch diesen Raum, dass man einfach sich so fallen lassen kann?
Weil es soll ja genau nicht so sein, wie das jetzt jemand da ist. Aus der Kalten, genau. Also ich versuche genau dieses aus der Kalten fotografiert werden komplett zu vermeiden. Also ich habe einen ganz schönen Space zum Beispiel, wo jetzt eine Schwangere oder je nachdem eine Mama mit ihrem Baby, die Stillfotos haben möchte oder so zum Beispiel, kommt.
Da läuft ganz schöne Musik und ich integriere in meine Shootings, Das ist so ein bisschen mein USP sozusagen. Am Anfang einen kleinen Check-in. Das ist wie so eine kleine Meditation mit Musik. Und da geht es darum, die Augen zuzumachen. Das geht nur so drei Minuten. Und einmal kurz reinzuspüren und zu überlegen, wie geht es mir eigentlich gerade als Mutter? Weil das ist ja genau das.
Was ganz oft wegrutscht im ganzen Gewusel mit den Kids. Und wo ist der Moment auch in der Schwangerschaft? Es ist total schön, reinzustören, sich mit dem Kind zu verbinden, mit der Mutterschaft zu fragen. Wie geht es mir eigentlich gerade? Und das ist der Moment, der ganz viel ausmacht. Die spüren dann rein, entspannen sich, verbinden sich mit sich selbst.
Wir atmen einmal durch und die kommen dann an und dann gehen wir in die Bilder. Und das ist ein Riesenunterschied, weil die sind dann halt weich und die lassen dann zu und die verbinden sich mit sich. Das ist dann eben nochmal ein bisschen mehr eine Erfahrung. Und genauso ist es manchmal im Wochenbett. Ich hatte jetzt ein Shooting, da bin ich zu einer Frau gegangen, da hat der Mann erstmal das Baby genommen und ich habe die Frau ins Bett gepackt, zugedeckt und da haben wir diese Meditation gemacht, diesen kleinen Check-in und da flossen erstmal Tränen und dann hat sie mir erstmal von ihrer Journey erzählt, was sie durch hat gerade nach der Geburt.
Und das hat so viel dazu beigetragen, dass diese Bilder danach, wir haben dann zum Beispiel auch Bilder von ihrer Kaiserschnittnarbe gemacht, das hat sie sich total gewünscht. Dass das eben mehr ein Integrieren des eigenen Erlebens war und auch eine Wertschätzung. Ich finde ja genau solche Bilder fehlen ja einfach auch in der Gesellschaft, weil wenn man sich jetzt mal überlegt, ich habe da vor ein paar Tagen mit einer Freundin drüber gesprochen, sie meinte, sie wusste früher gar nicht, wie Mutterschaft auch aussieht, weil es diese Bilder gar nicht ist.
Also sie konnte sich unter dem Begriff Wochenbett, Geburten, man kennt ja so diese ganzen Sachen wie, ja, wenn man das im Film sieht, also so ist ja nicht Geburt. Oder Babyfüßchenzeit, so diese Babyfüßchen überall. In Geddes. Genau, im Blumentopf, die Kinder. Ja, und das meinte sie so, dass sie gar keine Vorstellung hatte, also dass als junge Frau sie überhaupt gar keine Vorstellung hatte, was das, wie diese Zeit als Frau, in der man sozusagen in Wochenberg, Geburt und Schwangerschaft für einen ja greifbar ist, hatte sie gar keine Vorstellung, weil es keine Bilder gibt. Ja, total.
Und was denkst du, was das Problem ist, auch einfach gesellschaftlich, dass wir diese Bilder einfach nicht haben? Also mir ging es zum Beispiel so, dass ich erschreckend fand, als ich mein Kind bekommen hatte, dass ich in der Elternzeit quasi wie in so einer Blase so ein bisschen war. Also ich hatte manchmal das Gefühl, der Tag vergeht bis 12 Uhr, ich habe eine Windel gewechselt, ich habe es nicht geschafft zu duschen, wir versuchen rauszukommen, aber da ist wieder die Windel vor, ich muss nochmal.
Also man ist so mit Dingen beschäftigt in so einer unsichtbaren Welt irgendwie und ich habe mich gefühlt, als wäre ich unter so einer Glaskuppel und niemand da draußen kriegt mit, was wir hier machen als Mütter und es ist ja auch so, dass ein ganz großer Teil des Bruttoinlandsprodukts durch Care-Arbeit ja auch getragen ist und das ist aber irgendwie...
Findet es nicht statt so im öffentlichen Leben. Also ich habe das Gefühl, es ist wie in so einer Schattenwelt. Und dadurch sind wir Mütter ja auch in so einer Schattenwelt. Und erschreckend fand ich, dass ich fast wie in so einer Schublade war. Also in der Mutti-Schublade, sage ich manchmal. Wie so abwertend.
Babypause, die macht da die Windeln. Und ich dachte so, hä, es ist doch total krass, was wir hier machen. Das ist doch auch heroisch. Das ist doch, das ist nämlich viel. Wir tragen hier so viel und uns selbst ja auch noch. Warum wissen das nicht alle da draußen? Also das ist so der Zwiespalt. Und ich glaube, wie du schon sagst, Bilder können halt helfen natürlich, was sichtbar zu machen oder auch darüber zu sprechen.
Aber das empfinde ich auch als großen Missstand, an dem sich unbedingt was ändern muss. Weil es müsste ja andersrum sein. Unsere Gesellschaft müsste ja viel mehr auf diesem... Auf der Elternschaft, auf dem Geborenwerden ausgerichtet sein. Ich glaube, das ist so der erste Moment, wo viele Frauen und Familien merken erst mit Kindern, wie politisch eigentlich das eigene Leben ist.
Weil wir da halt einfach, wenn wir jetzt über Care-Arbeit reden, also ich meine, wir beide, es ist immer so ein bisschen, ich spreche da jeden Tag drüber, ich glaube, wenn man auch einfach so mit diesen Themen täglich sich beschäftigt, auch in so einer Bubble, auch einfach in Berlin hier lebt, wo wir ja schon sehr viel Sichtbarkeit schaffen.
Aber wenn ich dann einfach an die anderen Teile in Deutschland denke, an die Mütter, die jeden Tag sozusagen ihrer Care-Arbeit nachgehen, überhaupt gar keine Aufmerksamkeit bekommen, keine Sichtbarkeit, das ist ja einfach das große Problem. Und ich glaube einfach auch, dass wir gesellschaftlich, politisch, da gibt es so viel Arbeit und es gibt ja andere Länder, die es uns vormachen, wo es einfach besser laufen könnte.
Also ich finde ja immer, Finnland ist nicht nur im Bildungssystem, sondern einfach auch was Care-Arbeit einfach so ein großes Vorbild und ich glaube einfach dadurch, dass diese Arbeit so wenig Anerkennung hat. Unbezahlt eben auch ist. Unbezahlt, keine Anerkennung und ich glaube jeder, der wirklich mal.
Full-Time-Care-Arbeit gemacht hat, weiß, wie intens das ist. Genau, das sind ja auch dann nicht nur die Mütter. Also wenn viel mehr Väter sozusagen ja auch in dieser Elternzeit involviert sind, erleben die ja auch Ähnliches. Also es ist ja auch nicht so, dass es jetzt wirklich nur die Mütter müssen oder sollen. Das könnte ja auch anders aufgeteilt sein.
Das finde ich, und das zeigen ja dann auch einfach die Bilder, die einfach das mal darstellen, Also, dass man nicht dieses Bild hat, wir setzen uns jetzt aufs Sofa als Familie. Klar, so ein Bild ist auch schön zu haben, aber zu sehen, wie sieht so ein Alltag mit Baby aus, tragen, wie du es gerade beschrieben hast, dann muss ich schon wieder die Winde wechseln.
Aber mich würde mal interessieren, was deine Erfahrung auch so ist, wenn die Frauen sich dann auf diesen Bildern sehen. Also, du warst da, du bist gekommen und dann hat man so diese Bilder. Wie sind die Emotionen dann da? Es ist ja was sehr, ja, manchmal auch Unangenehmes, sich selber zu sehen. Ich glaube, das haben wir leider generell alle so mit Bildern oder zumindest die, die selten vor der Kamera stehen, selten Bilder von sich sehen.
Also es ist ja einmal dieses Spiegelbild, dem ich begegne und komischerweise haben wir ja alle dann eine innere Kritikerin oder viele Menschen, eine große kritische Stimme in sich, die dann rauskommt und dann sofort sagst, wie sehe ich denn jetzt hier aus? Oder sofort Fehler sucht und findet. Und das ist total gemein eigentlich, weil so würden wir ja nie über unsere Freundinnen oder Freunde sprechen.
Das machen wir irgendwie nur bei uns selber. Und das ist total unnötig. Trotzdem sage ich nie, es geht hier um Selbstliebe. Liebe, ich finde immer Selbstliebeshooting oder so, finde ich, führt nicht dahin, wo ich finde, Neutralität, da wollen wir ja eigentlich eher hin, Body Neutrality, also sich zu akzeptieren, zu sagen, ey, okay, that's me, Und ich höre mal auf, mich jetzt zu kritisieren. Ich lasse das einfach mal.
Und deswegen gibt es bei mir auch immer eine Begleitung. Also das funktioniert nicht ohne Kommunikation und Begleitung. Ich finde bei Fotografie sowieso total wichtig. Das heißt, da gibt es eine E-Mail, wo man nochmal darauf vorbereitet wird, bevor man diese Bilder öffnet, diese innere kritische Stimme nochmal auszuschalten, sich nochmal an das Shooting zu erinnern. Wie war das?
Was war das für ein Gefühl? Und dann reinzugehen, sich schöne Musik anzumachen und die Bilder anzugucken, sich es gemütlich zu machen. Also wirklich da sich selber sozusagen zu maddern, bei dem Gefühl, sich selbst gleich anzuschauen. Und dann ist es was anderes. Dann kann man diese Bilder anders nehmen auch. Hast du das Gefühl, dass es denen schwerfällt, sich schön zu finden?
Also ja, weil wir eben selber diese innere kritische Stimme haben und dann sofort irgendwas, irgendeinen Fehler finden. Und das sieht niemand anderes. Das sehen nur wir selber. Das ist total absurd. Und auch, ich habe die Erfahrung gemacht, Jahre später siehst du es auch nicht mehr. Also du guckst dir Bilder an von vor fünf Jahren zum Beispiel von dir selbst und denkst dir, oh, das sah ja frisch aus.
Und genau in der Zeit haben wir aber genau... Oft genau so schlecht auch über uns gedacht. Findest du? Ich finde mal, wenn man Bilder von früher anguckt, denke ich immer so, okay, jetzt sehe ich irgendwie viel. Ja? Gut, vielleicht hast du das für dich schon aufgeschlüsselt. Also, dass ich immer denke, da sah ich viel älter aus als jetzt.
Ja? Ja, habe ich das ganz oft gesagt. Oder babymäßiger. Ja, babymäßiger. Aber das ist ja dann schon gut. Dann hast du ja schon so ein bisschen Frieden mit deiner Journey vielleicht geschlossen. Ja, ich meine, es ist natürlich, wenn du ein Kind geboren hast, dann ist es ja einfach auch die Heilungsprozesse im Wochenbett, die Regeneration also ich meine, man schläft wenig, ich bin ja nicht in der und das wird sie auch einfach festhalten, diese Echtheit ja, das darf dazugehören, ja.
Aber ich frage mich dann immer, wann fühlen wir Frauen uns dann schön? Ich glaube, es ist was Inneres, also ein liebevoller Umgang mit uns selber und mit unserer Geschichte und auch dann nicht zu sagen, ja es ist okay, das ist die Phase, in der ich da gerade war in meinem Leben. Und das ist total in Ordnung. Und das nehme ich an für mich.
Ich finde das schön, wie du das beschreibst. Es ist eigentlich so, dass du auch so diese Verbindung schaffst. Diese Verbindung wieder zu seinem Körper, von der man eigentlich vielleicht auch getrennt ist. Sodass man durch dieses Bild einfach sieht, das bin ich und einfach wieder in diese Verbindung geht.
Weil das ist ja das, was vielen dann einfach fehlt. Voll. Ich würde jetzt gerne noch mal ein bisschen darauf gehen, das, wie du vielleicht auch sagen kannst, wie können wir da so ein bisschen besser werden einfach, weil die Kinder möchten ja später auch ihre Mama sehen. Also wie können wir vielleicht im Alltag auch einfach Momente schaffen, wo wir wieder mehr versuchen, dass wir auch es ist immer so, ich finde es immer so schwierig, man will auch nicht alles, ich bin diejenige, die immer sagt, komm, let's do ein Foto, alles sind immer genervt davon, aber danach freuen sich alle.
Also auch so, ich merke das so bei meinen Großeltern oder, ja genau, gerade weil ich die immer bin, die dann sagt, okay, das fotografieren wir nochmal, auch wenn das vielleicht in dem Moment jetzt auch mal anstrengend ist und die Kinder nicht wollen oder ich sage, ich möchte gerne genau dieses Jahr wieder genau das gleiche Foto einfach um die Jahre zu sehen.
Also wir machen halt auch immer im Urlaub immer das gleiche Bild. In der Konstellation stellen die auch genau gleich, um zu sehen. Aber wie schaffen wir das einfach da auch so ein bisschen besser uns einfach auch sichtbar zu machen? Tipps für, weil ich finde, das ist gar nicht so einfach, Weil wir möchten ja auch an diese Zeit erinnern, weil wer hat die, also den Großteil der Arbeit ist ja einfach mal so, machen ja auch die Mütter.
Ja, man kann ja, also ich glaube, es ist Übungssache, dass man es immer wieder, wie du schon sagst, du bist die Person, die das auch immer mal einfordert und im Nachhinein freuen sich alle. Und das kann man ja auch machen, wenn man zum Beispiel steht im Park gerade und sagt, kannst du mal ein Foto von mir machen? Also das hatte ich gerade die Situation, dass ich spaziert bin mit meiner Familie durchs Neandertal.
Wir waren irgendwie im Urlaub und da gab es so ein wunderschönes Rapsfeld. Und da hatte ich so den Impuls, boah, ich will jetzt ein Stillbild in diesem Rapsfeld haben. Und habe zu meinem Mann gesagt, hier bitte, war schon so, mal gucken, was da für ein Bild rauskommt. Ich bin da kritisch. Aber trotzdem wollte ich das unbedingt haben, habe es ein bisschen voreingestellt und habe mich dann mit meinem Kind im Stehen hingestellt, das gestillt in diesem Rapsfeld und habe mir dieses Foto geholt sozusagen.
Ich dachte, jetzt ist so ein Moment. Und ich habe auch gerade so eine Karte rausgebracht fürs Wochenbett, auch mit so Impulsen, welches Foto du von dir selbst machen kannst im Wochenbett mit dem Handy ohne großen Aufwand. Und das kann zum Beispiel ein Bild sein von dir in deinem Netz-Schlüppi, wie du vorm Spiegel stehst.
So einen Tag nach der Geburt sollst du noch nicht stehen. Aber einmal kurz zur Toilette und dann machst du einmal dieses Bild im Spiegel mit, wie du da stehst, dein Körper nach der Geburt. Gar nicht im Sinne von Bounce Back oder irgendwas, sondern einfach so, hey, dieser Körper hat gerade ein Kind geboren, ich mache mal kurz ein Bild davon. Einfach ein Selfie.
Und das habe ich dann, ein paar Jahre später gucke ich mein Handy durch und finde das und freue mich so sehr darüber, dass ich das gemacht habe, weil... Eine Verbindung habe zu dieser Person, die geboren hat. Ich habe heute auf Social Media gesehen, eine Frau, die ich auch mal betreut habe, die geschrieben, alles Liebe zum Muttertag und habt ihr auch nur Selfies mit euren Kindern?
Also weil sie geschrieben hat, man hat halt einfach nur Selfies, weil keiner, die ich fotografiere, sondern sie hat gesagt, ich habe einfach eine Million Selfies. Ist auch schön. Ist auch schön, dass man wenigstens drauf ist, aber dass man das halt einfach schafft, diese Momente, also sich auch einfach, glaube ich, traut zu fragen.
Traut zu fragen, sich das auch einzufordern. Ich brauche das jetzt mal hier. Das ist wichtig, was ich hier mache. Und ich glaube, es ist auch wichtig für die Partnerperson einfach zu sagen, so hey, gibt es nicht Momente, wo ich vielleicht auch mal mehr darauf achten kann. Momente festzuhalten. Das ist ja einfach so, dass man das nicht immer sagt.
Ich finde es immer doof, wenn man es sagen muss. Es wäre schön, wenn es sich einfach ändert und selbstverständlicher wird. Also, dass man einfach diese Situation einfach sagt, ey, ich fotografiere jetzt mal. Also ich sage ganz oft zu meinem Mann, kannst du das jetzt mal fotografieren? Ja. Dann denke ich immer so, dann ist das nicht mehr so echt. Ja, das stimmt, aber es ist halt ein Übungsprozess, dass wir das umkehren gesellschaftlich.
Also wir sind ja sehr in die Unsichtbarkeit der Mutterschaft gerutscht und da müssen wir jetzt wieder raus und dafür brauchst du eben auch ein bisschen so dieses Einfordern, glaube ich. Wie war das? Also du hast jetzt gerade gesagt, du machst das mit da. Also ich meine, es ist auch schwierig mit einer Fotografin zusammen zu sein.
Dann traut er sich gar nicht die Bilder so zu machen oder wie? Ich habe es vorangestellt und er hat ganz viele machen müssen, damit ich dann gucke, dass eins dabei ist. War eins dabei im Raffsfeld? Das war was dabei. Okay. Und ich habe auch versucht, nicht kritisch mit mir zu sein. Ja, das ist was Wichtiges. Wenn wir jetzt sehen, wie schaffen wir sozusagen deine Bilder, sozusagen die du von Frauen machst, dass wir einfach das in die Öffentlichkeit bringen.
Weil ich glaube, das ist wirklich das große Thema. Wie schaffen wir es einfach, diese Zeit und diese wichtige Arbeit einfach nach draußen zu bringen? Das ist für mich, finde ich so, gerade als ich darüber nachgedacht habe, dass wir die Folge machen, einfach wie kommen einfach diese täglichen Szenen, dass wir einfach schaffen, dass es echte Mutterschaft, ich will nicht sagen echte, sondern dass es einfach eine sichtbare Mutterschaft ist.
Ja, wie schaffen wir das? Gute Frage. Ja, weil wir brauchen einfach diesen Raum, damit einfach gesehen wird, dass das ja auch ein paar Grundbedürfnisse sind, die abgedeckt werden, die einfach, wie du sagst, Care-Arbeit muss einfach honoriert werden. Also ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass das halt nicht romantisiert gesehen wird, weil wir haben ja alleine schon, was die Werbung angeht, da ganz große Probleme, finde ich, weil das ist ja einfach nicht so dargestellt, wie es denn wirklich ist.
Ja, ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass die Mütter rauskommen irgendwie aus dieser Schublade, wo wir so abgewertet werden, als wäre das irgendwie so eine Pause. Die sitzt da zu Hause und spielt da mit den Babyspielzeugen mit ihrem Kind rum, so nach dem Motto. Sondern nee, es ist was Ikonisches.
Es darf auf einer großen Leinwand sein, auf einem riesigen Poster hängen. Das darf eine Ausstellung führen, es darf auf den Covern sein von der Vogue. Ja, das ist einfach was ganz Großes, allumspannendes, betrifft uns ja auch alle. Also so Mutterschaft. Ich meine, wir sind nicht alle Mütter, müssen wir auch nicht sein, aber wir haben auch alle eine Mutter. Also es ist...
Genau, also ich glaube einfach ganz viel Sichtbarkeit. Es gibt ja jetzt nicht nur Gender Pay Gap, sondern auch Gender, kennst du den Begriff, Gender Photo Gap? Hast du das gehört? Gab es da auch ganz viele Artikel dazu? Und ich meine, das stimmt ja auch einfach. Überall haben wir diese Benachteiligung, ob es bei der Bezahlung ist, bei den Bildern und bei unserer täglichen Arbeit.
Das ist wirklich einfach, zieht sich durch, dass diese Familienmomente nicht dokumentiert werden. Das hat ja auch was mit Selbstbewusstsein zu tun. Also ich glaube, viele Mütter sind dadurch natürlich auch total rausgedrängt und verunsichert und wissen gar nicht, wie groß das eigentlich ist. Ich glaube, je mehr wir rauskommen aus diesen Selbstzweifeln und mehr ins Selbstbewusstsein gehen, desto mehr können wir auch diese Mutterschaft trotz Selbstbewusstsein.
Auch als etwas empowerndes Empfinden, was uns in unserer Persönlichkeit weitergebracht hat. Das heißt nicht, dass man alles daran gut finden muss. Und dann sich auch vielleicht zu trauen, das auch zu zeigen, auch mal zu posten. Nicht nur das Bild, wo ich halt lächle mit meinem Kind in die Kamera oder so, sondern eben auch vielleicht mal ein Bild von, ja, das ist meine Kaiserschnittnarbe.
Und das empfinden viele Frauen als Befreiungsschlag. Ja, danach kommt immer, wenn einer sozusagen so ein Bild teilt und so, oh danke, dass ich gesehen fühle. Und du hast ja auch sehr viele Frauen begleitet in ihren Stillherausforderungen, weil das ist ja auch so ein Thema. Das ist ja einfach, man denkt ja immer, Stillen ist ganz natürlich und man legt das Kind an die Brust und man trinkt es ganz gemütlich.
Und es gibt gar keine Probleme, aber viele wissen ja einfach, dass Stillen einfach auch erstmal gelernt werden muss und dass es einfach oft ein harter Weg ist, bevor man dieses Bild im Rapsfeld dann teilen kann. Dass es steinig ist und da hast du ja glaube ich auch ganz viel begleitet und das heilt ja auch ganz viele Frauen, du hast glaube ich auch mal gesagt dass du Frauen begleitet hast, die wirklich ihre auch ihre Narben, die sie hervongetragen haben durch.
Stillherausforderungen oder Stillprobleme dass sie Milchstau oder einen Abzess gehabt haben, einfach zu sehen, hier ist meine Narbe aber ich habe sozusagen, neun Monate oder wie lange auch immer mein Kind sozusagen darüber ernährt das finde ich einfach ganz stark, diese, Zeichen zu setzen, so sieht es einfach in echt aus, ohne Vorzeige.
Du hast gesagt, du hast sozusagen so einen kleinen Bogen geschaffen, weil das ist ja das Thema, wer wird erinnert, wer organisiert Erinnerung und wer bleibt sichtbar. Also diese Punkte einfach auch zu schaffen, das ist ja auch noch ein weiterer Teil, der eigentlich mit in die Aufklärungsarbeit, wo ich hier mit dir in der Folge sitze, eigentlich ist es ja auch nochmal meine Aufgabe mit als Hebamme, da einfach auch nochmal in die Aufklärung zu gehen, diese Sichtbarkeit zu schaffen.
Also die Partnerperson aufzuklären. Ja, das ist eigentlich, könnte auch eine gute, also ja, sollte eigentlich auch mit in die Partner-Tätigkeiten reinfallen als Support, ne? Ja, total darauf zu achten. Ich finde es nämlich auch so, das ist, glaube ich, auch nochmal wichtig, so zum Beispiel deiner Arbeit zu folgen, deine Bilder, weil auch hier kommen wir ja dann wieder an unsere Grenzen sozusagen, wenn du fotografisch begleitet wirst, dass es natürlich auch ein Privileg wieder ist, ne? Also ich meine, die Arbeit muss ja auch bezahlt werden.
Finde ich, können wir schon nochmal einfach auch drüber reden. Ja, auf jeden Fall. Weil das einfach ja auch nicht jedem möglich ist, sozusagen sich immer so begleiten zu werden. Du bietest wahrscheinlich auch unterschiedliche Sachen an, ne? Genau, es gibt Pakete und es gibt auch immer die Möglichkeit, sich das schenken zu lassen.
Also ich finde es auch ein total schönes Geschenk zur Geburt, zum Beispiel für die Frau. Ja. Und oft überlegt man ja, was könnte man der Frau schenken? Oder manche schenken noch nicht mal der Frau was, sondern da kriegt natürlich das Baby ganz, ganz viel, was auch gut ist. Aber ja, wäre jetzt auch ein Anreiz zu überlegen, was könnte man der Frau schenken?
Was würde sie freuen? Was würde ihr helfen in ihrem Prozess gerade? Und das könnte sowas ja sein. Bietest du auch an, sowas wie, das, was ich gerade gesagt habe, dass man so ein bisschen auch vielleicht die anderen Personen sozusagen helfen, das einfach festzuhalten? Weil das finde ich ja, weil du, also ich schaffe es gerade zum Beispiel nicht.
Ich schaffe es zum Beispiel nicht, diese regelmäßigen Familienshootings hat auch immer keiner mehr Bock. Ich finde es immer super. Und jetzt habe ich auch ältere Kinder, die sagen, ach nee, Mama, nicht schon wieder. Aber ich finde es einfach so schade, weil je älter die werden, desto. Ja, ich möchte diese Momente so festhalten, das ist manchmal so schwierig, dass man, eigentlich hätte ich gerne so jemanden, der immer so unsichtbar dabei ist und begleitet.
Ja, gute Idee für ein Produkt habe ich gerade. Mal gucken, ob da nochmal was kommt. Ja, warte, da wollte ich noch eine Sache dazu sagen. Ja, aber weißt du, was ich meine? Weil dich kann man jetzt ja sozusagen Fotografinnen oder Fotografin kann man sozusagen kurzfristig buchen, aber ich glaube, es braucht einfach, um das zu schaffen, braucht es, glaube ich, einfach wirklich noch mehr Aufklärung und sagen, wie wichtig das halt ist, weil viele denken ja einfach nur, ein Foto ist sowas, auch ein bisschen Eitelkeit und da geht es ja nicht um Eitelkeiten oder eine Schönheit festzuhalten, sondern um Momente.
Genau, das ist eigentlich eher ein Begleiten. Und gerade bei so Familienfotos muss man ja, also ich finde das auch was total Schönes. Und es kann ja auch gerade, wenn die Kinder ein bisschen älter sind, haben die natürlich auch eine andere Herangehensweise an sowas. Und da kann man ja auch total spielen. Ich gehe dann oft mit Familien in die Natur zum Beispiel und dann hat jeder da zu tun. Die Kinder rennen durch die Wiese, spielen, klettern da rum.
Man ist miteinander und auch da achte ich sehr darauf, wieder diese verbindenden Fotos zu machen, wo man wirklich im Kontakt ist, nah beieinander ist. Und das kann ja auch was total Verbindendes sein. Ich glaube, Fotografie hat immer ganz viel mit Kommunikation zu tun. Und je nachdem, wie du es gestaltest, desto wohler fühlen sich natürlich auch die Menschen oder desto unwohler.
Und das ist das eine. Und das ist ja auch einfach die, ich glaube, das ist ja das Wichtigste deiner Arbeit, dass du genau das, dass sie die Kamera vergessen. Genau. Und was mir dazu auch noch einfällt, dieses Miteinander. Es geht ja darum, irgendwie auch die Verbindung dieser Familie. Also wir machen das miteinander.
Das will man ja eigentlich sozusagen festhalten, das will man eigentlich fühlen, das will man eigentlich zeigen, das will man eigentlich bewahren. Und was ich auch total spannend finde, ich habe so ein Generationsshooting entwickelt, also für Frauen, wo sozusagen die Uroma, die Oma, die Mutter und dann die Tochter und dann manchmal fünf oder sechs Generationen sozusagen zusammen in einem Raum oder in einem Setting oder bei denen zu Hause zusammenkommen.
Und dann machen wir quasi ein Generationsshooting und das hat auch so eine Kraft, weil diese Frauen bilden ja so eine Linie sozusagen und sind endlich mal zusammen in einem Raum und dann, was wir uns ja oft wünschen, wenn man die Kinder nicht mehr so oft sieht vielleicht oder so, wir wollen eigentlich nochmal zusammenkommen und dann wird auch noch gesehen, dass wir einander möglicherweise geboren haben oder einander, ja, so eng eigentlich miteinander sind.
Und das ist auch ein Shooting, was total die Kraft entfaltet auf dieser Verbindungsebene, wo auch Tränen fließen. Dinge hochkommen. Also es ist total spannend, was Fotografie da machen kann eigentlich. Was es für eine Kraft haben kann, wenn man natürlich auch die entsprechende Kommunikation noch mit reinbringt.
Weil da geht es ja dann auch darum, noch diesen Raum zu halten für diese Gefühle. Und da ist ja manchmal auch Schmerz noch da und so. Also total spannend finde ich das einfach, was Fotografie auf der mentalen Ebene auch noch machen kann. Ich finde das total super, aber gerade diese Generation, diese Älteren, die will ja immer gar nicht auf Bilder.
Aber die sind ganz dankbar dann. Also sie wollen erst mal nicht. Aber irgendwann sind die dann ganz dankbar, weil die dann auch so butterig weich werden, dadurch, dass sie zusammen sind und das ein sehr achtsames Setting ist. Und dann sind die so dankbar, dass sie endlich, also das sind meistens die, wo die Tränen dann als erstes fließen.
Und wenn man jetzt noch mal auf Frauen zurückbringt, ist das ja natürlich auch so. Dass diese Sichtbarkeit, diesen, gerade wenn wir jetzt auf der Frauenebene bleiben, auf dieser Mutterschaft noch, dass ja auch Frauen gerade aus der Generation gelernt haben, nicht so viel Raum einzunehmen. Und dass das was mit Eitelkeit zu tun hat und ich glaube, deshalb ist das genau, was du gerade beschreibst, dass da auch ganz viel Traume auch ist, weil diese Sichtbarkeit hatte die Generation ja noch viel weniger und dann diese Räume zu schaffen und das zu fotografieren, das ist ja, da ist ja ganz viel Energie.
Das ist ganz viel Energie, weil die durften ja gar nicht so weich sein, wie wir jetzt. Die hatten ja auch kein Wochenbett oder so oft. Das höre ich ganz oft. Also dieses, ich hatte, das gab es bei uns nicht. Die mussten sich nach der Geburt noch beweisen sozusagen. Obwohl, was willst du eigentlich noch beweisen?
Nach der Geburt. Aber ja, das verbindet eben die Generation. Also das ist ja auch schön, da wieder zusammen zu sein, Weil am Ende sind wir ja alle Frauen, die... Gegebenenfalls Mütter sind und Kinder geboren haben und durch diese Phasen, in unterschiedlichen Epochen vielleicht, aber trotzdem durchgegangen sind.
Und das finde ich, also da einfach diesen Raum zu haben und auch zu sagen, ja, wir dürfen, das alles zeigen und das ist, glaube ich, auch dieses Umdenken, was wir jetzt gerade so haben, warum wir einfach das zeigen wollen, wie viel mehr das einfach ist, Mutterschaft, Fährarbeit, was dazu gehört, um das halt einfach nach draußen zu tragen und ich glaube, das ist halt einfach für mich so der wichtigste Punkt, so deine Arbeit das so dokumentarisch zu zeigen und dann, das ist echt und das müssen wir einfach zeigen, damit es auch verstanden wird und da ist es irgendwie so, krass, es ist nicht nur schön, sondern einfach, unheimlich, finde ich, politisch, was du machst.
Ja und sich wirklich auch den Raum einzufordern, also du hattest ja gefragt, wie können wir noch sichtbarer sein mit dem Thema, wie können Mütter und Frauen noch sichtbarer sein. Und ich glaube, das ist es auch. Also sich den Raum einzufordern, der einem gebührt eigentlich. Was ich auch total spannend finde, dass wir Mütter sozusagen ja wirklich über Generationen, Familiengeschichte festhalten.
Aber selbst so wenig drin vorkommen. Also weißt du, du dokumentierst das, die Erinnerung. Es sind ja meistens die Mütter. Aber selber verschwinden sie aus diesem System. Genau, die halten den Raum. Dahinter... Ja, und das ist halt schön, das mal umzudrehen, zu sagen, hallo, da bist du, du hast hier das gemacht.
Ja, und das ist halt einfach ein ganz, ganz wichtiger Teil, dass du diese wunderbare Arbeit machst und das einfach nach draußen trägst. Und deshalb freue ich mich einfach, dass du heute darüber berichtet hast und vor allen Dingen auch, dass du diese Bilder auch so echt einfach zeigst auf deinem Instagram-Kanal, dass du Menschen wieder findest, die das auch mit uns teilen.
Weil ich glaube, da muss man so mutig sein, weil man immer denkt, man muss diese ganz wunderbar einstudierten Bilder, wo man halt perfekt geschminkt, also so und diese echten Bilder halt einfach. Da bin ich auch jeder Frau immer so dankbar, weil ich habe das natürlich am Ende, ich darf ja ganz viel auch gar nicht zeigen, also ganz viel bleibt auch privat und ich freue mich natürlich immer am Ende der Shootings, wenn ich dann frage und wie sieht es aus.
Wie wollt ihr damit weiter verfahren, darf ich da was teilen und ja, Manche Frauen sind dann wirklich so, dass sie sagen, ja, bitte teile es. Es ist mir wichtig, dass noch mehr Frauen das sehen. Und ich habe dadurch irgendwas bei mir. Heilen hört sich jetzt so blöd an, aber irgendwas, ja, es hat sich gut angefühlt und das darf raus. Ich bin stolz auf mich.
Ich finde, es hört sich gar nicht blöd an. Ich finde genau das, wenn man sich wirklich traut, einfach auch dazu zu stehen, wie du auch sagst, einfach Narben zu fotografieren, Geburtsberichte sozusagen. sagen, das ist irgendwie mein Weg, meine Geburt gewesen. Das finde ich total heilend, einfach das auch mal so dann noch zu sehen.
Und so eine besondere Stillgeschichte, die einen über Wochen begleitet hat, wenn man Kinder Raum dafür bekommt. Ja, da einfach Raum dafür bekommt. Das finde ich auf jeden Fall total wichtig. Ja. Ja, vielen Dank dafür. Ich danke dir auch. Und schön, dass du heute alles mit uns geteilt hast. Und ich glaube einfach für euch ist es super wichtig, dass ihr einfach mal darüber nachdenkt.
Weil es ist einfach nicht nur ein Foto und es ist total wichtig, dass wir da drauf sind in unserem täglichen Sein. Und im Alltag geht es einfach total unter. Und deshalb ist es so eine kleine Erinnerung. Und guckt mal durch euer Handy, wie viele Fotos es von euch in den letzten paar Wochen gegeben hat.
Und wenn es da wenige sind, dann solltet ihr auf jeden Fall, ist es auf jeden Fall total okay oder ihr solltet es auch tun, das einfach einzufordern, eure Partnerin oder Partner einfach darauf aufzuhören, ich möchte auch mal auf dem Bild drauf sein mit meinen Kindern in den Momenten, damit ich auch diese Erinnerung einfach noch habe, weil es geht ja auch so schnell, dass die einfach so schnell groß sind. Total.
Und dann ist es, dann hat man natürlich, Erinnerungen hat man immer auch im Herzen, aber es ist schön, sich einfach auch diese Bilder anzuschauen. Ja, im Nachhinein ist man sehr dankbar, wie wir angefangen haben mit den Geburtsbildern. Genau, ich bin auch sehr dankbar. Manchmal habe ich so ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich das bei den beiden Großen, dass sie das nicht haben.
Aber ich glaube, ich habe ein paar Bilder und ich habe denen das ja auch erklärt, dass es da einfach noch nicht so, da gab es das auch einfach noch nicht so. Das ist ein Prozess. Das ist ein Prozess, genau. Lovis, ich wünsche dir alles Gute. Für alle, die über Lovis Arbeit alles erfahren möchten, das teile ich euch natürlich in den Shownotes und folgt ihr gerne bei Instagram. Wie heißt dein Account, kannst du ja nochmal sagen?
Ich heiße hautnah shooting auf Instagram. Ja, und da habt ihr hautnahe Bilder. Ja. Vielen Dank für deine Zeit heute. Vielen, vielen Dank, dass ich da sein durfte. Ihr Lieben, das war es schon wieder für diese Woche bei Sounds Familiar. Und ich glaube, wir haben alle eins mitgenommen, dass wir auf jeden Fall darauf achten sollten, dass wir uns sichtbar machen in unserer Mutterschaft und einfach auch mal sagen können, kannst du jetzt mal bitte ein Foto von mir machen, damit wir einfach diese Momente auch erinnern, aber dass diese Momente auch einfach zeigen, was wir jeden Tag leisten.
Und ich freue mich von euch, wenn ihr mir berichtet, ob ihr da ein bisschen besser geworden seid. Ich habe nämlich das gestern auch geschaut, das habe ich schon in der Folge gesagt, dass ich einfach geguckt habe. Ich brauche auch wieder mehr Bilder mit meinen Kindern, um einfach diese Erinnerungen auch zu schaffen.
Und dann habe ich mir noch was Neues überlegt, weil ich einfach merke, dass ihr auch die Hebammen-Themen so vermisst, dass ich hier auch bei Soundsfamilie einmal im Monat über ein bestimmtes Hebammen-Thema reden werde. Ich mit euch sozusagen eine Solo-Folge und ich würde mich freuen, wenn ihr einfach mir ein paar, ich habe natürlich schon ein paar Ideen zu folgen, über die ich gerne sprechen möchte mit euch, aber wenn ihr Ideen habt oder wenn ihr gerade, wenn ihr euch was wirklich beschäftigt zu Hebammen-Themen, die ich gerne für euch besprechen sollte, dann könnt ihr mir die einfach schreiben in der E-Mail, die unten angegeben ist in meinen Shownotes oder auch gerne bei Instagram könnt ihr mir schreiben,
weil dann können wir nämlich bald schon damit anfangen, sodass hier auch wieder zu den ganzen Elterenthemen, Expertinnenthemen auch wieder ein paar Hebammthemen für euch stattfinden. Und jetzt wünsche ich euch erstmal eine gute Woche. Ich freue mich, wenn ihr den Podcast bewertet. Das hilft mir immer sehr und wenn ihr die Folge auch, wenn sie euch gefallen hat, gerne an eine Freundin oder einem Freund weiterleitet.
Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.