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STAR FM Rocktalk· Folge 12

Bülent Ceylan: Raus aus der Schublade

Mittwoch, 9. September 2026 · 41 min

MP3

Shownotes

Im Rocktalk zeigt Bülent Ceylan seine zweite, erstaunlich persönliche Seite: weg vom reinen Comedy-Star, hin zum leidenschaftlichen Metal-Musiker. Er erzählt mit viel Witz und Herz von seiner Liebe zu Heavy Metal, wilden Festivalmomenten, harter Live-Arbeit und echter Szene-Akzeptanz. Dazu kommen berührende Einblicke in sein neues Album, prominente Features wie Doro und die klare Botschaft: Sei authentisch, glaub an dich und geh deinen eigenen Weg.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hi, hier ist Simon und willkommen beim Star FM Rock Talk. Bei uns im Sender schauen dauernd die größten Rockstars vorbei. Und wir setzen sie natürlich alle direkt vors Mikrofon. Hier geht's um alles. Von neuer Musik über alte Geschichten bis hin zu den legendärsten Momenten. Kürzlich war wieder mal ein Star bei uns. Doch im Gegensatz zu den meisten unserer Gäste verbindet man den nicht direkt mit lauten Gitarren und Rock'n'Roll. Bülent Ceylan.

Den kennt man ja eher als einen von Deutschlands erfolgreichsten Comedians und Fernsehpersönlichkeiten. Aber er hat auch einen irgendwie oft missverstandenen Hang zu Heavy Metal. Darüber wollte ich natürlich ein bisschen mehr von Bülent wissen. Und der Kollege hat gar nicht mehr aufgehört zu erzählen.

Von Korn, Zusammenarbeit mit Doro, aber auch, warum er als Komiker einen Vorteil bei seiner Musikkarriere hat. Und damit viel Spaß beim Rocktalk mit Bülent Ceylan. Bülent, danke, dass du bei uns ins Studio vorbeikommst. Ja, ich danke euch. Und wir ein bisschen über dein mittlerweile schon zweites Metal-Album reden können.

Wahnsinn. Und weil es schon das zweite ist, vielleicht blicken wir noch mal kurz ein bisschen zurück und du erklärst mir, wie du eigentlich so von deinem Bühnenprogramm dazu gekommen bist, jetzt auch noch Musik zu machen. Naja, es ist ja so, ich bin fast 28 Jahre jetzt schon auf der Bühne, kann man sagen.

28 Jahre. Mit fünf angefangen. Wahnsinn. Was hast du denn mit fünf auf der Bühne gemacht? Nee, nee, so nicht. Ich bin ja schon 50. Also ich habe tatsächlich mit 21, 22 war ich so, da habe ich gesagt, jetzt gehe ich mal auf die Bühne mit Comedy. Allerdings habe ich vorher schon eine Rockband gehabt. Also ich habe eigentlich mit Rockmusik war eigentlich schon.

Heavy Metal war schon eigentlich viel früher da als die Comedy, was Perform angeht, weil ich habe so eine Jugend, Schulband oder was weiß ich, kann man sagen, und haben natürlich auch Englisch gesungen damals und haben uns auch schon eigene Songs da komponiert und alles. Aber es hat irgendwie nicht so funktioniert, weil es ist ja so, wenn du so jung bist, der eine geht die Richtung, danach geht die und so hat sich das irgendwie verloren.

Comedy habe ich auch immer, natürlich war immer in meinem Blut und so und dann ist ja leider in Deutschland so, dieses Schubladendenken, weißt du, du musst dich auf eins konzentrieren, kannst jetzt nicht alles, warum kann man nicht alles machen, wenn man, wenn man, wenn man es kann. Wenn man es kann, das wollte ich jetzt nicht gerade sagen. Oder wenn man es liebt, wenn man es liebt, wenn man dazu steht, wenn man es, wenn man es, ich glaube, das muss man, man muss immer das machen, was authentisch ist und was man fühlt.

Und Musik war schon immer irgendwie immer Teil meines Lebens war, aber es gab nie so den Moment, jetzt machst du doch mal wieder eine Rockband, und gehst mal nach vorne. Es hat sich irgendwie nicht so ergeben. Bis dann irgendwann mal Mars Singer, komischerweise die Sendung, wo man sich ein Kostüm vergleitet und dann mussten die Leute erkennen, wer man ist.

Und dann haben die gesagt, hey Bülün, du bist du eigentlich, du hast immer so dieses Rocker-Image, auch bei der Comedy, du bist immer so der Headbanger und was weiß ich, war es ja auch schon auf Wacken, der allererste Comedian 2011 auf der Hauptbühne. Das war ja wirklich so. Es gab ja vorher noch keinen Comedian auf der Hauptbühne und 2011 haben sie es versucht auf Wacken und es hat funktioniert.

So und so kam dieses Metal-Image auch immer mehr. Das ist doch der mit den langen Haaren, der da, und dann macht er Stand-Up, aber er kommt so raus, der hört doch auch so Musik. Und selbst meine Frau, als ich meine Frau kennengelernt habe, das war das Witzigste. Also ich steigte ins Auto und ich hatte Choren ganz laut aus Versehen.

Und dann sie so, du hörst das ja wirklich. Und du kommst nicht mehr raus aus dem. Ich sag, ja klar. Also echt, einige haben gedacht, das wäre so, ja das ist so ein Image-Ding, dass er das jetzt so sich, als Comedy-Rocker, das muss man doch leben, das kann man nicht, das sieht man doch, das kann man nicht spielen.

Kann nicht machen, hey, rock'n'roll oder was ist das? Mach ja richtig. Ja und so war das dann irgendwie hat sich das irgendwie mehr etabliert und bei Mars Singer war es tatsächlich so, da durfte ich wirklich Killing in the Name auf, ich durfte was von Rammstein, ich durfte System of a Down singen also ne, wirklich also auf meine Stimmlage so ein bisschen und alles so abgestimmt und das war im Fernsehen schon total krank dass es damals im Fernseh-Privatsender läuft auf einmal Killing in live und fucking out oder irgendwo.

Das war einfach geil. Und so kam das dann, dass dann jeder gesagt hat, hey, Bülent, du musst eine Band machen. Jetzt hast du es doch noch im Fernsehen. Mach das doch. Du musst deine eigenen Songs. Und so kam ich dann irgendwie erstmal zu einer anderen Plattenfirma und da war es, die wollten aber ein bisschen so, dass ich mehr so auch Mainstream mache.

Mainstream, also da gab es so ein paar Lieder, die waren auch schon so in Hardrock, Heavy Metal, aber mehr so Mainstream. und irgendwie konnte ich mich noch nicht so ausleben, so richtig, wie ich das möchte. Also nichts gegen Ballaren habe ich ja jetzt auch im neuen Album, also das gehört ja auch dazu.

Aber wo ein bisschen härter geht, wo man nicht auf 2,50, nicht länger als drei Minuten darf der Song sein und so. Und da waren Napalm Records, da kam mir durch Christine, die jetzt auch hier sitzt, meine Musikmanagerin, die hat dann D&D kennengelernt und so kam ich dann zu Napalm Records und ich muss sagen, das Beste, was mir passieren konnte.

Was musikalisch angeht, also weil Thomas, also der Chef und die Crew, das Team. Also merkt man ja auch hier schon, wie geil, man fühlt sich sofort wohl, man fühlt sich auch so ein bisschen hey, Family, also ich kenne euch ja nicht jetzt, habe ich kennengelernt, aber man hat schon das Gefühl. Das passt alles und das liebe ich halt dann, wenn du wirklich bei einer Metal-Plattenfirma bist, das ist was ganz anderes, als wenn du bei einer anderen, was weiß ich, auch wenn die große Plattenfirma hat, das sind halt, aber die gucken halt.

Wo passt du rein? Was willst du eigentlich wirklich? Es sind ja am Ende des Tages auch irgendwie Fans, die dich dann da beraten. Oder mit dir arbeiten. Auch, aber bei Napalm ist es halt tatsächlich so, die spüren das, was du machen willst und die stehen dahinter und sagen, und vor allem das Geile ist, Thomas sagte zu mir, also Bülent, wir machen das, weil wir daran glauben und weil wir gegen dieses Schublade-Denken auch gehen, das ist noch der, wo der jetzt hat, der kommt, jetzt ist er doch Comedian, es bleibt der Comedian.

Sondern aber, es wird dauern. Es wird nicht von heute auf morgen, wird das die Metal-Welt sofort die Hallen stürmen und sagen, ja geil, nur weil du will ein Schellern, sondern man muss die jetzt langsam erobern. Und da muss man ein bisschen langen Atem haben, sagt er. Die müssen merken, der meint das jetzt, er hat sein zweites Album, also Emi meint das jetzt doch ernst, aber das wäre nur so ein Projekt.

Und das ist so, glaube ich, und wir müssen es auch ein bisschen mehr Metal aufziehen, also auch das Album, das war, das ist so, Comedy-Style ist alles cool, aber, du willst auch die Metal-Welt erobern und du magst ja auch Metal, es ist ja nicht so, dass du jetzt dich so übertreibst mit Schminke und allem, aber so ein bisschen, du liebst, du gehst auch auf Festivals so mit deinem langen Mantel, mit dem, wie du so aussiehst und das kannst du doch machen mit deinen schwarzen Nägeln, kannst du ja nicht ausleben.

Und so musst du dich auch dem Metal-Publikum ein bisschen auch mehr zeigen. Und dass du es auch ernst meinst. Aber auch nicht, dass ich das verarsch. Also das nicht. Und ich glaube, da habe ich mit Napa und Records, ja, was heißt, bin ich ganz froh, dass ich mit denen zusammengekommen bin. Weil ich merke das ja auch bei Festivals, wenn ich sage, ich arbeite jetzt mit Napa und Records.

Das feiern die Leute. Das ist echt krass. Also die Metaller wissen, Ey, das ist eine Plattenfirma, die ist authentisch, die ist Metal-affin. Also weißt du, das ist jetzt nicht so, ah, so eine Plattenfirma, die Mainstream-Plattenfirma. Ja gut, die ist groß, aber die machen halt nur ein Projekt mit Bühlen. Aber so glaubt man.

Und das war mir halt wichtig. Wie kann ich... Die Authentizität dadurch auch ein bisschen zu kriegen, oder? Die wissen alle natürlich, alle wissen irgendwo, dass ich schon immer Metal geliebt habe. Und deswegen kann ich auch als Comedian immer total akzeptiert auch auf Wacken, und so weiter. Das war auch auf der Fullmetal-Cruise und jetzt Fullmetal-Holiday haben wir ja auch mit der Band jetzt gespielt, wo ich dann in den Pool springen musste. Oder beziehungsweise haben sie mich reingeschmissen.

Und das war, gehörte dazu, es war arschkalt. Aber es war geil. Aber wie ist denn da so die Akzeptanz, wenn du so, gerade bei so einem großen Festival wie Wacken, wo du wirklich von allen Genres, allen kleinen, im Metal gibt es ja wirklich tausend kleine Bubbles, wie nehmen die dich wahr? Also ich meine, in Deutschland kennt dich ja eigentlich jeder so aus dem Fernsehen, aber so als tatsächlicher Musik-Act kennt dich ja eigentlich noch keiner so in dem Stil wie jetzt dich als Comedian. Ja, also.

Von der Masse her, ja, hast du recht. Natürlich, wir überraschen immer. Also wir sind wirklich so wie Eichhörnchen, wir sammeln als Band. Das heißt, die Leute schreiben mir, das ist echt interessant, also jetzt zum Beispiel Wacken. Wir haben eröffnet mit der Band. Also auch noch krass. Uns waren alle da, die 80.000.

Ich war auch da. Ich habe den Bumps angeguckt. Ja, ja. Und dann haben die gesagt, also die Leute, die so kritisch waren, Die haben gesagt, haben wir nicht gedacht, du hast mich abgeholt. Also live hast du mich richtig abgeholt. Ich habe mal bei Spotify reingehört und so, aber Mettler wollen dann sehen, naja, mal gucken.

Kann man ja alles irgendwie mischen, aber live, da zählt's. Und da haben die gesagt, ihr, du und deine Band, die haben uns echt abgeholt. Die haben ja echt gefeiert, auch die Leute. Nee, aber da muss ich ehrlich sagen, da war ich auch ganz stolz, dass wir da wieder einen Meilenstein wieder nach vorne gekommen sind.

So ist es auch. Oder hier Schlacko. Leider gibt es jetzt nicht mehr Schlacko-Festival. Ja, da waren wir auch. Und das war in der Nähe von Saarbrücken. Saarland ist auch so ein Festival. Und da haben wir die Leute, da waren wir mitten in der Hitze. Es war mittags. Also es war brutal. Und da waren die Leute alle so weit weg im Schatten. Und irgendwann kamen die immer mehr nach vorne, immer, und da war scheißegal die Sonne, und dann stand auf einmal voll.

Das heißt, wir haben uns wirklich so wie im Fernsehen, wie so ein Film, was ist so eine Rockband? Hä, was ist das denn? Was ist das denn jetzt? Der Komiker. Und dann auf einmal wird es immer voll und auf einmal feiern die das. Und das war schon so, du gewinnst die Leute, indem du einfach machst und tust und die merken, der will. Und ich glaube, ich glaube.

Ich war schon immer ein Live-Künstler. Klar, Leute kennen mich jetzt von Wenzel, aber ich habe ja auch mit der Comedy zehn Jahre gebraucht, um einen Durchbruch zu schaffen. Das war nicht von heute auf morgen. Das war sogar noch fast schlimmer als mit der Musik. Hier habe ich ja so ein bisschen Vorschuss, aber bei der Comedy damals war es so, da waren 10, 20 Leute. Oder wenn hier so viele Leute waren wie jetzt, war ich schon happy.

Ja, es war so. und so fängst du an. Es gab ja kein Facebook, kein Instagram, kein Social Media. Das heißt, du musst dir das wirklich tingeln und erarbeiten. Ich habe so einen Ehrgeiz in mir und ich will das natürlich auch mit der Band erreichen. Natürlich, es kommen jetzt nicht nur, so wie bei der Comedy zehn Leute, es kam schon mehr, aber man will schon, es ist jetzt auch nicht so wie bei der Comedy, wo dann alles, ah ja, klar, die Halle ist sofort ausverkauft, das ist jetzt nicht, aber deswegen will ich ja mir das, sag ich mal, auch erarbeiten, weil die Leute, die es dann gehört haben, live, die sagen immer, hey, es sind geile Sachen dabei, es hätte mir gefallen oder, jeder hat mal den einen Lieblingssong oder so oder sagen, ah,

das ist noch mehr ein bisschen mein Ding, wenn du das machst oder so. Aber das ist halt so, ich bin halt so, ich muss ja das machen, was mir so gefällt. Und jetzt mitten hier beim zweiten Album war ja Doro Pech, die Queen of Metal, und sie, gerade sie, macht mit mir eine Ballade und Und das Lied Wolfsherz ist tatsächlich vielleicht für den einen oder anderen schnulzig.

Wobei Mettler auch schnulzig sein können. Also wir wissen es alle. Ja, ich meine, was heißt schnulzig? Ich weiß, auf der einen Seite, wir müssen ja auch mal Kinder machen und brauchen auch mal ruhigere Lieder. Also ich weiß nicht, kann es sein Speedmetal und dabei Kinder machen? Das ist alles Geschmackssache und Temposache.

Aber so versuche ich das auch manchmal. Die Comedy-Max ist immer irgendwo mal drin, auch zwischen den Liedern. Kannst du das denn ausschalten? Nee, komplett nicht. Aber ich glaube, die Leute freuen sich, Also die Mettler freuen sich auch. Also ich glaube, wenn ich gar kein, wenn ich ganz trocken nur die Lieder machen würde, gäbe es bestimmt auch Leute, die sagen, hey, super, der macht wirklich.

Aber ich glaube, die meisten sagen, hey, ich habe auch ein bisschen lachen können. Geil, es ist mal ein Battle-Konzert, weil wenn ihr irgendwas ist zum Beispiel, letztens, ich habe noch drüber geredet, ich sage, ich will eigentlich auch als Mettler, als Musiker wahrgenommen. Und da hat der liebe Gott mir ein Zeichen gesetzt, tatsächlich.

Und zwar, wir waren auf diesem Biker-Festival, Magic Bike da, das war super, wir waren sogar Headliner und es war echt voll das Zelt, es war super und wir kommen raus mit der Band und auf einmal Technik, alles weg, alles weg, so, nur noch das Mikro ging. Und da habe ich dann 10 Minuten oder 15 Minuten improvisiert mit Comedy.

Und die Leute sind verreckt. Die haben gesagt, die dachten sogar fast, das gehört dazu, dass das am Anfang verreckt und dann machen wir Musik. Und ich habe gesagt, nee, nee, Leute, das ist wirklich. Und die haben richtig geschwitzt hinten dran und dann irgendwann so. Und da habe ich gesagt, siehst du, hat der liebe Gott mir ein Zeichen gesagt, guck mal, jetzt brauchst du die Comedy.

Weil es sind andere Musiker, die hätten gesagt, wir wären wieder gegangen. Dann wäre das ganze Publikum die ganze Zeit da gestanden und gehofft, wann es endlich weitergeht. Und ich konnte halt überbrücken damit. Das heißt, die Leute waren sogar fast noch mehr gehypt danach. Und jetzt fangen wir an. Aber das ist ja ein Riesenvorteil bei dir, dass du ja einfach schon als Performer, als Entertainer da schon so viel Erfahrung hast, dass du mit einem Publikum umgehen kannst, dass du ein Publikum anheizen kannst, dass du mit denen kommunizieren kannst.

Das fehlt ja vielen, ich meine, du bist ja weitestens jetzt auch ein junger Musiker, weil du es jetzt noch nicht so lange mit dem Cinema, also Newcomer so und wenn man das jetzt mal so vergleicht mit einer anderen Band, die gerade irgendwie ein Album rausgebracht haben oder zwei Alben, die stehen auf der Bühne und die wissen nicht, wie sie mit den Leuten umgehen sollen, die wissen nicht, wie man dafür Stimmung sorgt, aber du halt als, gestandener Entertainer kannst es natürlich viel besser.

Das ist das, was mir auch hilft und so gewinne ich auch so, also Christine sagt immer, mein Mensch sagt immer, das ist immer so geil, wie du immer kämpfst und wie du immer die Leute kriegst. Und manchmal, wo man denkt, die kriegt man doch gar nicht. Das ist das ganz komische Problem. Und dann kriegt sie das doch.

Das waren jetzt keine Metal oder so. Wir waren ja auch schon auf so einer Gala oder irgendwas, wo man dann sagt, die wollten jetzt Musik und dann mache ich da diesen Song oder irgendeinen Fernseher. Und trotzdem haben wir die Leute dann gekriegt. Und das ist schön natürlich. Und das gibt mir auch natürlich auch die Motivation, immer auch das weiterzumachen, auch für mich selber.

Und natürlich wünscht man sich auch irgendwann mal dann, dass eine große Anzahl an Leuten kommt und dann auch mal irgendwo den einen oder anderen Song mitsingen. Aber ich denke, so eine Doro Pech zum Beispiel, da muss ich sagen, da bin ich sehr dankbar, weil wenn die schon mit mir ein Lied macht. Dann kommt er als nächstes.

Ja, nicht nur das, sondern das war ein Ritterschlag. So sehe ich das, weil die Leute dann sagen, hey, auch die Mettler sagen, wenn sie jetzt schon mit ihm singen, also komm, dann gucken wir uns den jetzt mal live an. Irgendwas muss ja an dem dran sein mit seiner Musik. Gucken wir uns das mal live an. Und ich glaube, wenn die Leute live kommen, dann werden sie sehen, wie wir hier verrecken für die Leute.

Also wirklich, wir gehen ja, es ist ja nicht so, dass wir dann sagen, heute kommt der Song. Sondern es geht schon ab. Wir leben das. Und die Musiker sind auch richtig geil. Also das sagt auch jeder, der da auch von den Profis, auch Saltatio Mortis hat gesagt, die geile Band. Und Peter Maffei sogar sagt, ey mein Freund, das war eine richtig gute Band. Ich möchte sie haben.

Wie klar bist du denn zustande mit Duch? Also ich meine, ist ja auch Micha von Innex mit auf dem Album drauf. Ja, in Extremo ist auch dabei. Sind es Leute, die rufst du dann einfach irgendwie an oder? Die kannte ich tatsächlich persönlich beide, weil wir uns im Laufe der Jahre auf Festivals und so weiter, Doro Pech hat tatsächlich mal eine Laudatio auch gehalten.

Da habe ich einen Comedypreis gekriegt, 1Live Krono oder irgendwas. Und da hat die Doro eine Laudatio gehalten. Ja, das ist schon Jahre her. Und das hat sie toll gemacht. Und Doro ist alles so ein lieber Mensch. Also, weißt du, das Lied ist ja rausgekommen, muss man dazu sagen. Wir haben das Lied gemacht, Wolfs Herz.

Da ist gerade ihre Mutter ganz schwer krank gewesen und jetzt kommt, Achtung, das Gänsehaut-Moment, sage ich immer. Also leider im traurigen Sinne, aber wir haben das Lied gemacht und in der Nacht, ist ihre Mutter gestorben. Und das Lied geht ja genau davon, dass du einen Menschen verlierst. Also du hast, oder er ist nicht mehr da.

Der Text ist ja genau davon. Und ich habe auch zu Doro gesagt, weißt du, selbst die, die sagen, was ist das jetzt für eine liebe Ballade oder so, wenn die Leute wüssten, was da für eine Geschichte dahinter steckt, dann würden die sofort die Kosche halten, sag ich, weil das hat ja eine Bedeutung, das Lied. Und auch für mich hat das eine Bedeutung.

Und ich glaube, das ist, jeder verliert ja mal einen Menschen in seinem Leben. Der eine sagt es detailliert, bei der Doro war es so, dass natürlich sie es auch öffentlich gemacht hat und deswegen kann ich das jetzt so sagen, sie hat ja alles abgesagt gehabt, aber ihr war das wichtig noch mit mir, diese Aufnahmen zu machen, weil sie wusste, sie macht die Aufnahme mit mir, das Musikvideo mit mir und dann kann sie wieder zurück nach Hause zu ihrer Mama.

Und da ist es dann in der Nacht passiert und ich muss sagen, das finde ich so krass. Also diese, wenn man das noch weiß bei dem Lied, dann denkst du wirklich, wir haben, also ich und mein Team haben das Lied für sie wie geschrieben. Dabei also es würde sie selber hätte das geschrieben. Was ich meine, aber wir haben das ja so aber es sollte so sein und bei Michael in Extremo, da haben wir tatsächlich ein Lied gemacht, kompletter Kontrast zur Ballade, also wirklich Randale und Radau ist wirklich ein Party-Song und wirklich so, das passt zu in Extremo und passt auch zu mir, auch wenn ich eher so ein Kamillenteerocker bin.

Deswegen haben wir auch so ein Foto gemacht bei Randale und Raub mit der Teetasse, ich sehe Randale und Radau oder mit der Teetasse, aber was heißt Randal und Radau? Das heißt ja nicht, einfach jetzt, wie jetzt alles jetzt zerstören, sondern randaleinander drauf ist, einfach hey, komm, Kopf reinmachen, ein bisschen drauf scheißen, weil jeder will dir irgendwie auch mal was sagen und dies und ach, muss ich mich jetzt auch recht finden, dass ich mal feiere, muss ich jetzt immer schlechtes Gewissen haben, dass ich jetzt mal gefeiert habe, weil die Welt so schlimm ist.

Ja, die Welt ist schlimm und wir wissen und wir reden auch darüber und es gibt auch Texte und es gibt auch Songs dazu, aber wir können nicht nur 24 Stunden immer nur, ach Gott, wie alles ist schlimm, alles ist schlimm und wir müssen, und ich spende auch und ich mache auch, aber Leute, irgendwie brauchst du auch für deine Seele und das wissen wir alle, wir Männlein, wir brauchen, deswegen haben wir diese Festivals und diese Konzerte, wir brauchen auch mal, wo man Kopf frei macht, wo man einfach sagt, ja genau, hey, feiern, komm, lass uns mal was trinken, lass uns mal chillen, lass uns mal einfach, umarmen und Party machen und ich glaube, da ist das Lied genau perfekt und er hat das so mit seiner Mutter Monika als Solo, weißt du, normales ist ein Gitarrensolo,

hat er mit seiner Mutter Monika gemacht. Das hat er selber gespielt. Ja, das selber gemacht. Und das finde ich halt geil. Und das Lied, das geht auch richtig ab, das kommt aber noch. Ich weiß gar nicht, ob ich darüber erzählen durfte. Ja, genau. Nochmal das okay eingeholt, ja? Ich erzähle immer so viel. Da bin ich ganz stolz drauf.

Weil in Extremo ist ja auch sind Legends in der Szene sowieso. Und, Der ist so ein geiler Typ, auch die Band. Und der hat den Song gehört. Ich habe gesagt, was sagst du denn dazu? Ich habe ja immer gedacht, die sagen bestimmt. Ja, mega, super. Und dann hat er noch was reingebracht. Im Refrain selber hat er noch was reingebracht. Da gibt es so ein Part, wo er sagt, komm, komm, komm, komm.

Und das hat er gemacht. Und es hat noch so ein bisschen mehr Power und mehr Party. Und ich finde, du hast gemerkt, dass er auch Bock hat. er, ich meine, er sagt, ja, ich hab's doch nicht geschrieben, aber ich mach da noch was rein und so, wenn's okay ist für euch. Und so hat's immer eine geile Aufnahme geworden, geiles Lied.

Und ich bin ganz stolz auf die Lieder, wobei mein absoluter Favorit ist ein Hoch auf die beschissenen Zeiten. Das ist diese Powerballade. Das ist für mich wie so eine äh, ich will jetzt nicht selber loben, aber mach ich das. Das ist für mich so wie so eine Hymne. Weil ein Hoch auf die beschissenen Zeiten, ich finde, ist so aktuell.

Warum? Weil es gibt für jeden gibt es immer beschissene Zeiten im Leben. Und es sind auch manchmal auch politisch, als alles eben. Aber was heißt ein Hoch auf die bestimmten Seiten? Weil gerade wenn es scheiße läuft, dann merkst du ja, wer sind deine Freunde? Wer ist noch bei dir? Wer ruft dich an? Wer, auch wenn du mal eine andere Haltung hast, ist der immer noch trotzdem dein Freund? Weißt du?

Das merkt man doch immer. Wenn es dir schlecht geht, dann siehst du deine wahren Freunde. Wer ist noch für dich da? Wer ruft dich wirklich an? Und deswegen finde ich das Lied so wirklich sehr, das ist wirklich bühlend pur. Kommt richtig so von dir selbst. Ja, weil das ist so. Und das sind so auch hier selbst das Lied am Ende gut.

Kein Bock drauf und so auf diese aktuelle Lage, blaue Wahlplakate und so. Das sind alles so Sachen, die mich natürlich auch beschäftigen. Aber das sind so, oder ich liebe eigentlich die ganzen Songs, muss ich sagen. Also wirklich. Aber es gibt natürlich so, wo ich sage, dieses zum Beispiel Leck-mich-Tag, das ist sowas, Und warum legt mich da, das ist auch auf dem Album, ihr könnt mich alle mal, ihr labert mich voll und allem und so weiter.

Das ist genau, wo man sagt, hey Bühlen, dass du mal sowas sagst. Ihr könnt mich alle mal. Aber warum? Warum sage ich das? Ja, weil es so ist. Jeder denkt so. Du machst jetzt hier die Sendung mit mir. Dann kommt irgendeiner von außen, schreibt dir, ich habe die Sendung mit mir. Aber das kannst du so und so besser machen. oder so. Dann sagst du, hey, was willst du von mir?

Dann hab ich dich gefragt. Es ist doch immer so, du gehst irgendwie, du hast Standing Ovation, dann gehst du raus und irgendeiner meckert wieder und du hast, weißt du, wenn du ihn jetzt fragst, sag mal, wie findest du, wie hab ich heute moderiert? Und der sagt dir dann ehrlich die Meinung, dann bist du selber schuld, weil du hast ihn ja gefragt.

Dann musst du das aushalten, wenn der dann sagt, ja, da hast du ein bisschen so, oder? Aber. Wenn du nicht fragst, und dann kommen jetzt manche Leute, jetzt kommen ja immer von überall, kommen die dann her und wollen dir immer sagen, ah, musst du es denn so machen? Willst du nicht mal einen gescheiten Beruf lernen? Willst du nicht mal das machen?

Ich meine, jeder, der hier sitzt, der weiß genau, von was ich rede. Weil wir sind ja auch so in unserer Welt. Es fängt doch schon damit an, warum willst du denn die Haare wachsen? Warum, weißt du, warum ist das? Und dann will man einfach irgendwann mal lecken. Dann leck mich doch alle am Arsch. Ich lebe so, ich will das so.

Ich will so aussehen. Ich trage jetzt, wieso trägst du das? Immer wieder, warum trägst du eigentlich so schwarz? Der Klassiker. Ich trage auch mal hell. Dann sehe ich aus wie so ein deutscher Anwalt. Also ich... Setze ich locker mal. Natürlich trage ich auch mal hell. Im Urlaub trage ich auch mal was Helles. Mein Gott, ich bin... Ich trage auch mal Schlappen.

Dann erkenne ich die Leute wenigstens nicht mehr wieder, oder? Ja, das ist es. Dann gehst du gut aus wie der Menge. Aber das sind so Dinge, wo ich dann sage, lass doch die Menschen so wie sie sein. Und wenn sie bunt... Auch auf Metal-Festival tragen manche rosa und sind bunt und was weiß ich. Das ist doch schön. Das ist ja wirklich dann scheiß drauf.

Wie die Leute sich teilweise wirklich gewollt, dann einfach Spaß, dann mit der Kleidung haben, gerade auf dem Festival, ist schon auch einfach, da bin ich fast immer ein bisschen neidisch. Ja, ja, ja, genau. Aber die Leben, wenn die jetzt glücklich sind, lass sie doch glücklich sein. Mein Gott, da geht doch nicht hin.

Der hat dich doch nicht gefragt nach deiner Meinung. Das ist doch feier. Aber hast du das Gefühl, dass du jetzt mit der Musik dann da einfach ein bisschen mehr rauslassen kannst, was dich so beschäftigt, jetzt kannst du mal wirklich auch ernst sein und einfach mal, Sachen von der Seele reden, die du sonst so an deinem Comedy-Programm nicht machen kannst?

Ja, genau, weil bei Comedy kann ich natürlich auch meine Botschaften raushauen, das mache ich auch, aber natürlich immer so kurz, weil du kannst ja jetzt nicht fünf, vier Minuten über eine NZT Sachen so ganz ernst, beim Sing ist was anderes, da kannst du vier Minuten einen Song machen und der ist ernst und der ist auf die zwölf.

Also der, wo du sagst, hey, krass, das ist Oder das geht jetzt ans Herz. Das kannst du bei Songs, das ist ein ganz anderer Transport an die Leute. Wie kommt der denn bei den Leuten an, dann so ein ernster Song, die das jetzt eher dann überraschend aufnehmen wahrscheinlich, oder? Ich hatte ja im ersten Album Rüstung aus Hass. Das ist eine Ansage an alle, die Hass predigen und leg deine Rüstung ab, die voller Hass ist.

Das ist ein sehr ernster Song. Und so nachdem, was ist aus dir passiert? Das kannst du auch als Politiker. Bei Menschen, die auf einmal sich verändert haben durch Macht, durch Geld, durch Gier und einfach nur voller Hass sind, voller Neid und so Missgönner. Und das ist so ein Lied an die ganzen Hass-Pretty, an die ganzen Arschlöcher, die Diktatoren und allem und das muss ich sagen das kommt sogar bei der Comedy haben die es gefeiert, also weil das am Ende kam und ich mache natürlich diese Ansage dazu ich lasse es nicht einfach, ich muss dazu natürlich ein, zwei Sätze sagen.

Um die auch abzuholen, die Comedy-Leute und sagen, wow. Und das haben die aber echt gefeiert. Also das muss man ehrlich sagen, weil sie gemerkt haben, dass ich das lebe und ich habe es auch live gesungen. Und weil es auch eine Botschaft hat. Natürlich eine Stunde lang irgendwie nur Lieder, das wäre bei einer Comedy-Show, das ist zu viel für die.

Es reicht auch, wenn du es verkürzt auf zweieinhalb Minuten bei Comedy-Shows. Das ist was anderes. Weil du hast ja da auch ganz buntes Publikum, also gemischt. Der eine hört Santa Maria und der andere hört. Was das ist, Slipknot, was weiß ich, du hast alles. Die anderen hören Rap. Also bei Comedy-Publikum ist es wirklich super gemischt, aber wenn du so einen gemeinsamen Nenner findest, wenn es um die Message geht, weißt du, es geht dann nicht darum, dass ihr jetzt die Gentarren-Sound liebt, sondern es geht darum, für das Comedy-Publikum, ah, der hat jetzt eine Message, der hat jetzt eine Botschaft, das feiern die dann.

Das ist meine Mutter, die ja ja gerne Roland Kaiser, dieser Roland Kaiser, meine Mama ist 84, 84. Die liebt das. Sie liebt das so sehr, dass ich sage, ja okay. Und für meine Mama bin ich auch in eine Schlagersendung gegangen, weil, also Ratskomin oder hab dann auch mal mit Roland Kaiser Constantin Maria in Rockversion gemacht.

Das hat er noch nie gemacht, dass sie sich darauf eingelassen hat. Das ist ja eh schon ein Wunder. Und so bringe ich das so schleichend da rein immer. So habe ich das immer gemacht. Und das finden die Mettler eigentlich okay, weil sie sagen, naja, der ist ja jetzt als Komitin reingemacht mit denen ein Rocksong.

Das ist, würde ich jetzt aber so richtig Schlager singen, dann würde ich sagen, was willst du jetzt erreichen? Bist du jetzt Metal oder was ist das denn jetzt? Aber wenn du da so ein bisschen so die Comedy reinbringst, also wenn du da einen Auftritt hast, und so konnte ich das, das war mein großer Vorteil, dass ich zu der Metalwelt gesagt habe, da gehe ich jetzt als Comedian rein und versuche den Rock so ein bisschen da reinzubringen, so auf die witzige Art und Weise.

Aber wenn ich auf Festivals bin, natürlich mache ich da auch mal einen Gag zwischendrin und so. und ist auch okay, glaube ich. Aber. Das, was du gesagt hast, die ernsten Botschaften, auch mal so richtig bühlen, weil bühlen kann ja nicht 24 Stunden immer witzig sein. Ich rede ja auch nicht mit dir. Okay.

Oh Gott, das ist ja anstrengend. Ich finde das ganz anstrengend, wenn Komiker auch bei Talkshows die ganze Zeit irgendwie versuchen, das hat In-Character. Das ist, ich finde, auf der Bühne, klar, dann zahlst du ja dafür, für diese Komische, aber auch auch da bin ich nicht immer so, sondern da muss auch mal was Ernstes mal zwischendurch raus.

Und bei Musik ist es halt so, da ist es schön, wenn es ein Bonbon, wenn man zwischendurch mal einen Gag hört, aber im Grunde genommen wollen die Leute erst mal Musik hören und wo sind deine Botschaften? Ist es Party jetzt heute? Was kommt da für ein Song? Und das kann sich halt ausleben. Also ist ja dann eigentlich fast, also gibt es ja oft bei Bands und Künstlern generell, dass man so eine Bühnen Personalität entwickelt.

Und das klingt ja für mich jetzt eher so, als würdest du deine Bühnenpersonalität eher ablegen in der Musik als andersrum bei deinem Comedy-Programm. Bei Comedy bin ich auch so, wie ich bin. Aber trotzdem spiele ich ja auch Figuren und Rollen und das mache ich ja jetzt nicht den ganzen Tag. Insofern, hast du schon recht, da spiele ich dann, also wenn ich den Hasan mache, den Harald die Anneliese, da kommt sie gerade wieder raus.

Manchmal kommt sie dann auch hier. Aber so Sachen ist natürlich auch okay. Es gehört auch zu mir. Trotzdem, wenn ich Bühlen dann auf der Bühne, bin ich auch als Stand-Up, bin ich schon Bühlen, der auch mal gerne was erzählt oder mal Witziges. Ich will ja auch die Leute entertainen. Aber du hast schon Recht, dass bei der Musik.

Ist es eher so, dass du, noch mehr Bühlen bist im Sinne von du entertainst zwar die Leute, aber du sagst schon viel ernste Sachen auch. Aber musikalisch halt. Also du singst das halt. Und ich glaube, bei der Musik will ich auch ein bisschen, will ich natürlich auch genauso wie in der Comedy auch Liebe.

Also Liebe im Sinne, hey, wir verbreiten heute Liebe, Rassismus hat hier keinen Platz. Und ich glaube, das sind so Sachen, das sind so Botschaften, die sind mir wichtig. So will ich auch das Publikum, die erziehen mich und ich erziehe die. Also wir, wie so ein Date. Und am Ende feiern wir gemeinsam. Also das Schönste war, als mal so drei, vier Frauen mit Kopftuch haben sich verirrt bei mir auf einem Metal-Konzert.

Die dachten, es wäre eine Comedy-Show und wollten zu mir zur Comedy-Show. Wir haben nur gelesen, Bühle haben nicht gewusst, was auf sie zukommt. Und da waren die einfach mittendrin im Moshpit, waren die dann mit ihrem Kopf. Das war Wahnsinn. Und die haben so Spaß gehabt. Die haben gesagt, hey, Bühle, normal, wir hören die Musik gar nicht. Weil hinterher bin ich noch rausgekommen, da haben wir so Autogramm und so.

Und dann, wir hören die Musik an, wir dachten, das wäre eine Komödie. Aber es hat so Spaß gemacht. Und da habe ich gedacht, ey, guck mal, was das für eine Brücke jetzt geschaffen hat. Da kannst du dann auch nur Leute erreichen damit, irgendwie auf eine ganz andere Art und Weise wahrscheinlich. Ja, würdest du niemals sagen, wie sind eure Brüder, dass ihr hier seid?

Und wussten sie es? Ich weiß es nicht. Da haben sie nicht gesagt, haben sie nur gelacht. Also was ich damit sagen will ist, es spielt dann am Ende, gar keine Rolle, wenn du, guck mal, ich mache Rockmusik und trotzdem, also es haben sogar einige geschrieben, sie sind aus ihrer Komfortzone raus, weil sie mich zwar kannten, und haben gesagt, komm, gucken wir es mal an und die hören zum Beispiel nur Rap oder Hip-Hop und waren jetzt mal da und haben aber gemerkt, wie live, wie live das ganz anders ist.

Und ich kann das gut nachvollziehen. Das ist ungefähr bei mir mit... Ich habe jetzt so ein Opernprojekt gehabt und so weiter und auch mit Opermusik, wenn ich jetzt so im Fernsehen das sehe oder im Radio das so, dann denke ich, also klassische Musik ist was anderes, aber so Opern so. Aber wenn du das live dann erlebst, es ist tatsächlich was anderes.

Live zu sehen oder Jazzmusik. Jazz mag ich tatsächlich nur live. Wenn ich das so höre, denke ich, ein bisschen schräg. So jetzt nur das hören, vielleicht beim Kaffee und so mal, wenn du das und hörst im Hintergrund so ein bisschen Jazz, ist okay. Aber live zu sehen und so sehe ich, also bei mir ist natürlich auch Metal, höre ich auch gern so, aber ich liebe das ja auch.

Aber für einen, der jetzt so Metal nicht affin ist oder Rock, dem rate ich erstmal live zu so einem Festival zu gehen, weil es sind so viele verschiedene, wie du selber sagst, auch vorhin, so verschiedene Sparten. Und ich glaube, dass für jeden auch was dabei ist. Und wenn nicht, dann ist es die Atmosphäre.

Die einen mitkriegt. Ja, und guck mal, Ich glaube, gestern habe ich auch gesagt, meine Frau zum Beispiel, meine Frau hört eher so Black Music, Soul und alles so Sachen auch. Und das Einzige, was sie gerne hört von Metal, ist Nothing Else Matters. Oder Nickelback. Oh je, das wird ja immer schlimmer. Ja, ja.

Aber hey, das ist für jemanden, der gar nicht mit Rockmusik so zuttern, ist das ja schon ein Riesenschritt. Naja, aber das kann ja das Tor sein, um dich dann weiter zu interessieren. Wenn einem das gefällt, dann kann einem ja das gefällt und dann entwickelt man sich da immer weiter wie so eine Treppe. Und so habe ich sie zu Wacken gebracht.

Weil ich ja selber diesen Puff war. Und meine Kinder waren da. Der Einzige, der eingeschlafen ist, war mein Kleinster. Wie alt ist der? 23? Der ist ja ganz klein, der ist im Kindergarten. Aber der war gerade Mittagsschlaf. Aber ansonsten waren alle da und meine Frau hat das, muss ich es ehrlich sagen, die hat das schon gefeiert. Die war auch stolz, das ist ja geil.

Sie sagte, das ist die Energie, das geht richtig ab. Und das Publikum ist sehr, sehr nett. Also das muss man einfach mal sagen. Das ist hier immer so ein großes Vorurteil. Dass das alles so gefährlich ist. Das habe ich ja gemerkt, als ich mit Lukas schon hier hergefahren bin, der Taxifahrer, der hat gedacht, der Teufel sitzt neben ihm.

Und dann dachte ich, nur weil er so lange Haare, so Metal. Naja, und drei Meter groß ist. Ja, und drei Meter groß. Der hat ihn so angerufen. Und das ist ja auch so ein scheiß Vorurteil. Nur weil die Pommeskabel denken, ja, manche, du betest den Teufel an. Aber der leckt mich doch alle am Arsch. Verkundigt euch doch mal ein bisschen. Fühlst du dich da manchmal wie so eine Art Botschafter, dass du in deiner Position, wo du ein Publikum hast, was jetzt nicht so Metal-affin ist, aber sie dich schon so als diesen Metal-Typen kennt, fühlst du dich manchmal ein bisschen dazu verpflichtet, da die Flagge hochzuhalten und sagen, ey Leute, Metal ist nicht das, was ihr denkt?

Ich muss meine Metal-Community immer so ein bisschen verteidigen bei anderen. Ich lebe ja in diesen verschiedenen Welten, sag ich manchmal, und ich bin... Und die Mettler, die feiern das, also die das sehen, so wie du oder wie hier vielleicht, das sehen, ey krass, der Bühner ist ja wirklich, der geht ja da überall rum und der meint das ernst.

Der verteidigt uns wirklich. Also es ist jetzt nicht so, dass er sich, also wer das jetzt nicht verstanden hat, dann weiß ich, kann ich auch nicht mehr helfen. Ich kann jetzt einfach nicht mehr helfen, wenn die Leute immer noch denken, ja, der macht. Nee, Leute, also warum soll man sich denn quälen, wenn man die Musik wirklich nicht mag, warum soll ich denn jetzt eine Band machen und auftreten auf Festivals und Rock und auf Tour gehen und hier Interviews machen, wenn man dazu nicht steht und das liebt und aus Leidenschaften.

Also ich finde, ich habe schon immer dafür gestanden, das zu machen, habe immer, ich mache es schon so lange, also stehe ich auf der Bühne. Ich mache nur das, was wirklich, wo ich dahinter stehen kann und was mir Spaß macht, was ich fühle. Und ob das dann jedem gefällt oder nicht, das ist eine andere Sache.

Aber es gibt auch Leute, die Metallica nicht gut finden, obwohl die 95.000 hier Berliner Stadion ausverkauft sind. Trotzdem gibt es immer Leute, es gibt immer Leute, die das nicht mögen oder das nicht mögen. Das ist einfach so. Du kannst nie es allen recht machen. Aber ich sage immer, auch zu den jungen Leuten, glaube ich immer, glaubt an euch und lasst euch nicht beirren.

Wenn ihr denkt, ihr geht den Weg oder ihr wollt die Musik machen oder ihr wollt das machen, eurem Leben oder beruflich auch, dann macht das. Weil wenn man wirklich dran glaubt und das wirklich will und liebt, dann funktioniert es auch. Und man muss ja nicht jetzt genauso groß werden wie Metallica oder was, aber man kann schon seine Community vielleicht sicher arbeiten mit den Jahren.

Und ich glaube, daran glaube ich. Und ich merke ja auch, dass da Zuspruch da ist. Und ich meine, sonst wäre Napalm Records, also ich meine, wer Thomas kennt, den Chef und auch die Leute arbeiten, ich glaube, die würden das nicht machen. Die würden, weil das ist ja auch für denen gewisses, die haben sich so ein Image aufgebaut mit Authentizität und allem. Warum sollen die das machen?

Warum sollen die jetzt sagen, ja, nur weil Bühlen, Schellen, Bühlen. Nee, die sagen, nee, das ist, der meint es ernst. Und ich glaube, das, so Leute brauchst du natürlich, die dich, das ist auch so wie dich jetzt hier. Das ist einfach, du brauchst die Leute, die das, oder Doro Pech oder hier in Extrem, die sagen, nee, nee, Leute, ihr kennt hier Bühlen nicht.

Ach, hier an die ganzen Metal-Publikum, der meint das, geh doch mal hin. Und das ist so, jeder Musiker braucht das, jeder. Ich fühle mich ja tatsächlich, ich merke, ich rede wie ein Newcomer. Und das ist tatsächlich so. Ich gebe auch nicht, ich denke nicht, ich bin nur, weil ich Bühlen in Schellen heiße und wir haben mir jetzt als Comedian was aufgebaut.

Ich bin der King, um Gottes Willen, ich gebe einem riesen Respekt daran, jedes Publikum. Da hast du schon verloren. Wenn du rausgehst und sagst, ich bin hier Axl Rose, der manchmal so die Einstellung manchmal so rüberbringt, für meines Erachtens, aber vielleicht lieg ich auch falsch. Aber ich finde, man muss immer wertschätzend sein zum Publikum und immer wissen, ohne die, Bist du nix am Ende? Ja, ist so, ist so.

Und deswegen dankbar sein und wenn die Leute kommen, schön. Und wenn nur ein paar Leute kommen, die dich feiern, dann spiel für die. Und das ist so, das habe ich schon immer so gefühlt, so bin ich erzogen worden. Und nie mit der Arroganz auf die Bühne zu gehen. Natürlich ist genießen können und das wirkt dann natürlich auch irgendwann selbstbewusst, wenn man dann irgendwie, hey, wieder auf der Bühne so.

Aber wenn du wüsstest, wie ich vorher aufgeregt bin und dass ich fünfmal auf Toilette gehe und auch immer bete. Ich bin Christ und man kann auch Metal machen und Christ sein. Das gibt es viele sogar, gibt viele auch. Aber ich bin jetzt kein Missionar oder sowas, um Gottes Willen. Aber ich habe für mich, für mich hilft mein Glaube unheimlich viel, auch bete ich auf Feuer und dass alles gut wird.

Und ich glaube, das ist bei mir halt so, mein Metal ist positiv am Ende. Ich rede über Missstände, aber am Ende hat man so eine Hoffnung immer in den Songs. Und das ist so, was ich jetzt vermittle. Es gibt auch anderen Metal, natürlich. Und ich finde, jeder soll das so leben, was er leben möchte. Und ich glaube, darum geht's. Ich glaube, um Authentizität und da zu stehen und sich benehmen.

Oh, das war ein perfekter Abschlusswort. Besser kann's nicht werden. Bühne, danke, dass du vorbeigekommen bist und wir ein bisschen über Metal plaudern können und über dich als Person und dein neues Album.

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