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Status 3· Folge 9

Folge 9: 20 Jahre DBRD

Donnerstag, 29. Oktober 2026 · 52 min

MP3

Shownotes

Show Notes
Notfallsanitätergesetz (NotSanG) im Volltext (gesetze-im-internet.de/notsang/BJNR134810013.h…)
Das 2013 beschlossene und am 1. Januar 2014 in Kraft getretene Berufsgesetz, um dessen Entstehung sich große Teile des Gesprächs drehen.
gesetze-im-internet.de/notsang/BJNR134810013.h…

Bundestag: Öffentliche Anhörung zum Notfallsanitätergesetz (30. Januar 2013) (bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2013/4245460…)
Bericht des Bundestages über die Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss, auf die sich die Schilderung der Wortmeldungen von Bundesärztekammer und Jens Spahn bezieht. Besonders interessant: und
bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2013/4245460…

Bundesgesetzblatt 2023: Änderung von BtMG, BtMVV und NotSanG (ALBVVG) (recht.bund.de/bgbl/1/2023/197/regelungstext.pdf)
Primärquelle zur 2023 eingefügten Regelung des § 13 Abs. 1b BtMG, die Notfallsanitätern die Gabe von Betäubungsmitteln der Anlage III ohne vorherige ärztliche Anordnung ermöglicht.
recht.bund.de/bgbl/1/2023/197/regelungstext.pdf

Deutscher Rettungsdiensttag 2026 in Hamburg (deutscher-rettungsdiensttag.de)
Kongressseite zum Jubiläumskongress am 20./21. November 2026 am Gründungsort Hamburg, auf den die Gäste am Ende der Folge hinweisen.
deutscher-rettungsdiensttag.de

FACHLICHE VERTIEFUNG
DBRD-Stellungnahme zur Umsetzung des Betäubungsmittelgesetzes (dbrd.de/aktivitaeten/stellungnahmen/672-stellu…)
Position des Berufsverbands dazu, dass die BtMG-Novelle vor Ort durch die Ärztlichen Leitungen Rettungsdienst endlich umgesetzt werden muss – das im Gespräch kritisierte Umsetzungsdefizit.
dbrd.de/aktivitaeten/stellungnahmen/672-stellu…

DBRD-Musteralgorithmen zur Umsetzung des Pyramidenprozesses (dbrd.de/aktivitaeten/aktuelles/705-neu-online-…)
dbrd.de/aktivitaeten/aktuelles/705-neu-online-…

MITEINANDER SPRECHEN STATT ÜBEREINANDER REDEN (dbrd.de/aktivitaeten/stellungnahmen/714-mitein…)
dbrd.de/aktivitaeten/stellungnahmen/714-mitein…

GÄSTE & EINRICHTUNGEN
DBRD-Vorstand: Frank Flake, Martin Großmann, Michael Stanley (dbrd.de/der-verband/ueber-uns/vorstand)
Kurzprofile der beiden Gäste und ihrer Funktionen im Verband.
dbrd.de/der-verband/ueber-uns/vorstand

Rettungsdienst des Landkreises Oldenburg (oldenburg-kreis.de/portal/seiten/rettungsdiens…)
Dienststelle von Frank Flake, der dort den Rettungsdienst leitet und die DBRD-Algorithmen vollumfänglich eingeführt hat.
oldenburg-kreis.de/portal/seiten/rettungsdiens…

DBRD Akademie GmbH (dbrd-akademie.de/ueber-uns)
Die aus dem Verband ausgegliederte Tochtergesellschaft, die seit dem ersten PHTLS-Kurs 2008 die internationalen Kursformate wie PHTLS, AMLS, EPC oder GEMS in Deutschland durchführt.
dbrd-akademie.de/ueber-uns

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Frank Flake Das Problem, was ich sehe, und das ist das, was mich so ein bisschen ärgert, ist. Die Notfallreform hat ja einen Grund. Wir fahren ja so ein bisschen mit dem ICE gerade voll vor die Wand. Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird dieses System komplett kippen.

Michael (Mike) Stanley Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Status 3, dem Podcast vom DBRD zur Berufspolitik im Rettungsdienst. Mein Name ist Michael Stanley und ich bin sozusagen die Stimme zum Podcast. Heute im Interview frage ich Frank Flake, eines der Gründungsmitglieder des DBRD, warum der DBRD überhaupt gegründet wurde.

Michael (Mike) Stanley Und wie das so im Rettungsdienst vor 20 und 25 Jahren war, wie da die Kultur war und wie da die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen war. Das werden sehr spannende Einblicke und Rückblicke. Ich glaube, das ist ein gutes Interview geworden. Vorher will ich euch einmal noch abholen. Wir haben jetzt, seitdem es den Podcast gibt, immer wieder über das NotfallG gesprochen und über den Reformgedanken, dass irgendwie die Notfallversorgung angepasst werden muss.

Michael (Mike) Stanley Und jetzt ist es tatsächlich so: die aktuelle Version des NotfallG, also die der aktuellen Bundesregierung, ist im Bundestag beschlossen worden. Und zwar Mitte Oktober. Das heißt, dass das NotfallG jetzt nicht mehr groß geändert wird, voraussichtlich, sondern am 20. 11. in den Bundesrat kommt. Und formal ist das NotfallG nicht zustimmungspflichtig vom Bundesrat.

Michael (Mike) Stanley Allerdings kann der Bundesrat mit einer ausreichenden Stimmmehrheit dazu kommen, das Ganze nochmal in den Vermittlungsausschuss zu schieben. Ob das passiert, ist offen. Es gibt die Chance, dass das passieren könnte. Es gibt aber auch die Chance, dass das nicht passiert. Wir werden es sehen. Wenn es in den Vermittlungsausschuss geht, dann werden wir sicherlich nochmal drüber sprechen im Podcast.

Michael (Mike) Stanley Dann gibt es relativ viele komplexe Möglichkeiten, wie es mit dem Gesetz weitergehen kann. Auch je nachdem, wie viele Stimmen wer abgegeben hat und so weiter. Hoffen wir mal, dass es dazu nicht kommt. Sollte es nicht dazu kommen, dann würde das Gesetz also voraussichtlich zum nächsten Jahr in Kraft treten.

Michael (Mike) Stanley Und wir werden das jetzt nicht ausführlich diskutieren können, was die vielen Vor und Nachteile dieses Gesetzes sind. Und was wir aber vielleicht noch einmal ganz kurz rausstellen sollten, ist Ein großer Schritt ist, dass die medizinische Notfallrettung eine eigenständige medizinische Leistung wird im SGB V, also im Sozialgesetzbuch V.

Michael (Mike) Stanley Da haben wir ja durchaus lange und oft darüber diskutiert in der Berufspolitik und uns das gewünscht. Es wurde immer wieder betont, dass Rettungsdienst nur eine Transportleistung sei. Nach SGB V und deswegen ja auch nur Transport die Abrechnungsgrundlage sein könne. Das ist jetzt vorbei, wenn dieses Gesetz eben in Kraft tritt.

Michael (Mike) Stanley Das ist der Paragraf 30 medizinische Notfallrettung in dem neuen Gesetz und da wollen wir einmal ganz kurz reingucken: Was ist umfasst in der medizinischen Notfallrettung? Grundsätzlich ist die medizinische Notfallrettung für eine Situation zuständig, nämlich für rettungsdienstliche Notfälle. Und was ist ein rettungsdienstlicher Notfall?

Michael (Mike) Stanley Auch das definiert das Gesetz, nämlich da gibt es zwei Bedingungen. Eine davon muss zutreffen. Bedingung 1 wäre, es herrscht unmittelbare Lebensgefahr. Wenn das der Fall ist, dann liegt ein medizinischer, ein rettungsdienstlicher Notfall vor. Die zweite Bedingung wäre, es liegt die ernste Befürchtung vor, dass eine lebensbedrohliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintreten könnte, oder eine schwere gesundheitliche Schädigung eintreten könnte, wenn nicht unverzüglich eine medizinische Versorgung erfolgt.

Michael (Mike) Stanley Also eins von diesen beiden Bedingungen, unmittelbare Lebensgefahr oder lebensbedrohliche Verschlechterung oder schwere gesundheitliche Schädigung, welche durch unverzügliche medizinische Versorgung abzuwenden wäre. Dann ist die Notfallrettung zuständig. Und was sind nun Leistungen der Notfallrettung?

Michael (Mike) Stanley Was gehört zur Notfallrettung dazu? Auch das ist definiert. Das sind drei Punkte. Erstens das Notfallmanagement. Zweitens die Notfallversorgung und drittens der Notfalltransport. Notfallmanagement, das ist die Arbeit in den Rettungsleitstellen, wenn der Notruf reinkommt über die 1. 1. 2. Die Entgegennahme des Hilfesuchens, die Vermittlung der erforderlichen Hilfe, also nicht nur die Entsendung eines Rettungswagens, sondern eben gegebenenfalls auch die Weitergabe an die 116 117 oder die Entsendung eines Krankentransportwagens, da kommen wir gleich nochmal zu.

Michael (Mike) Stanley Und sofern im Einzelfall erforderlich, auch die barrierefreie telefonische oder telemedizinische Notfallberatung. Das gehört alles zum Notfallmanagement, selbstverständlich auch telefonische Anleitung lebensrettender Sofortmaßnahmen und eben auch die Nutzung von Digitalen Ersthelfer-Alarmierungssystemen und auch den Zugriff auf das bundesweite AED-Kataster, das es geben soll, wenn dieses Gesetz in Kraft tritt.

Michael (Mike) Stanley Das ist Notfallmanagement. Dann haben wir die Notfallversorgung. Was gehört zur Notfallversorgung? Die Notfallversorgung ist Die aus medizinischen Gründen erforderliche Versorgung durch nichtärztliches Fachpersonal an dem Ort, an dem sich der Versicherte zum Zeitpunkt des rettungsdienstlichen Notfalls befindet.

Michael (Mike) Stanley Und während des Notfalltransports. Also nochmal in Kurz: die Notfallversorgung ist die medizinische Versorgung des Patienten am Einsatzort. Und auf dem Transport. Und da ist jetzt der Begriff, da kann man streiten, wir haben uns auch durchaus dazu geäußert, nicht ärztliches Fachpersonal genannt. Wir fänden einen anderen Begriff schöner, aber.

Michael (Mike) Stanley Klar wird, das Gesetz sieht es so vor, dass wir überwiegend diese Einsätze ohne ärztliche Unterstützung durchführen. Die Notfallversorgung umfasst auch sofern aus medizinischen Gründen im Einzelfall erforderlich, eine zusätzliche Versorgung durch Notärzte, die auch telemedizinisch erbracht werden kann Also, wir haben Notfallmanagement, die Arbeit in der Leitstelle, wir haben die Notfallversorgung, die Arbeit an der Einsatzstelle und auf dem Transport.

Michael (Mike) Stanley Und jetzt kommt natürlich noch der Transport. Der Notfalltransport umfasst zum einen den aus medizinischen Gründen erforderlichen Transport in die nächste geeignete Versorgungseinrichtung und zum anderen die aus zwingenden medizinischen Gründen erforderliche Verlegung von einer Versorgungseinrichtung in eine andere.

Michael (Mike) Stanley Da geht es natürlich darum, die Notfallverlegung von einem Krankenhaus zum Beispiel der Grundversorgung in ein Krankenhaus mit erweiterten Versorgungskompetenzen. Das ist also die medizinische Notfallrettung. Ich hatte angesprochen, auch Krankentransport, da wurde auch ein bisschen was geändert. Unter anderem ist es jetzt gesetzlich möglich.

Michael (Mike) Stanley dass ein Krankentransportwagen von der Leitstelle entsendet werden kann zu einem Patienten, wo vorher kein Arzt war, wo vorher kein Krankentransportschein ausgefüllt wurde. Das ist mancherorts jetzt schon umgesetzt worden. Es ist jetzt auf Bundesebene oder wenn dieses Gesetz in Kraft tritt, auf Bundesebene möglich.

Michael (Mike) Stanley Wir werden sicher nochmal ein oder mehrere Folgen machen zum NotfallG, weil das ganze Thema komplex ist und ich jetzt nur den schnellen Abriss des einen Paragrafen gemacht habe. Ich finde es trotzdem wichtig, da einmal zu sprechen drüber, was jetzt sich ändern könnte. Jetzt ist der Rettungsdienst also im Sozialgesetzbuch 5 eine medizinische Leistung geworden.

Michael (Mike) Stanley Das war vor 20 Jahren unvorstellbar, das war schon, als ich angefangen habe im Rettungsdienst, eigentlich was, wo alle immer gesagt haben, das ist ein Fiebertraum. Jetzt ist es da. Und wie das vor 20 Jahren war und vor 25 Jahren war, das wollen wir uns jetzt mal im Interview anhören. Frank, herzlich willkommen zurück in diesem Podcast sozusagen.

Michael (Mike) Stanley Du warst ja schon mal da in Folge 1. Für diejenigen, die dich vielleicht noch nicht gehört haben oder vergessen haben, wer du bist, stell dich doch bitte nochmal kurz vor.

Frank Flake Ja, danke, Mike. Schön, dass ich wieder dabei sein kann. Ja, ich bin Frank Flake, erster Vorsitzender des DBRD und Gründungsmitglied. Denn darum geht es ja, glaube ich, heute und bin unter anderem auch Leiter Rettungsdienst Landkreis Oldenburg, Notfallsanitäter und ich glaube Das sollte an Vorstellung ausreichen.

Michael (Mike) Stanley Alles klar, ja, man kennt möglicherweise den Namen auch von dem einen oder anderen Buchrücken. Vom Fachbuch und ich habe natürlich ein bisschen recherchiert und auch festgestellt, du warst auch direkt nach Gründung oder mit Gründung des DBRD im Beirat des DBRD.

Frank Flake Ja, das ist korrekt, genau.

Michael (Mike) Stanley Okay. Jetzt ist es vielleicht für den einen oder anderen und für mich auch ehrlich gesagt schon so, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie es wäre ohne DBRD. Aber wie war denn das 2006? Wissen wir, ist der DBRD gegründet worden? Was war denn so 2005, 2006 los im Deutschen Rettungsdienst? Wie kam das zu eurer Gründungsidee?

Frank Flake Naja, so ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde oder aus einer Bierlaune heraus, so entstehen ja meistens Ideen. Also die Urväter des DBRD waren genau fünf Personen. Das war der Ingo Kohlmorgen, der Marco König, der Klaus Rungaldier. Bernhard Lewitzki und ich. Und wir haben uns kennengelernt über ERC-Kurse.

Frank Flake Wir waren dort Instruktoren bei diesen Kursen oder sind zu dem Zeitpunkt da eingestiegen als Instruktoren. Und da sitzt man dann auch abends zusammen und spricht über das eine oder andere. Und uns haben natürlich viele Dinge damals im Rettungsdienst gestört. Wir waren alle Rettungsassistenten und wollten irgendwie auch weiterkommen.

Frank Flake Und es gab damals schon einen Berufsverband, den BVRD, nicht zu verwechseln mit dem BVRD in Österreich. Das sind natürlich zwei unterschiedliche Institutionen.

Michael (Mike) Stanley Natürlich.

Frank Flake Mit denen waren wir überhaupt nicht zufrieden mit der Arbeit. Und so entstand so ein bisschen die Idee: Mensch, eigentlich müsste man was anderes machen.

Michael (Mike) Stanley Okay. Und was war so 2005? Jetzt ist natürlich die Schwierigkeit, wir wissen jetzt schon. Wenn man einen Rettungsdienstbereich in Deutschland kennt, dann kennt man einen Rettungsdienstbereich, aber ihr wart ja damals schon aus verschiedenen Rettungsdienstbereichen. Was waren so Themen, die euch beschäftigt haben, 2005?

Frank Flake Die eingeschränkte Kompetenz, damals waren wir natürlich immer noch gebunden an die Empfehlung der Bundesärztekammer. Ich sag mal, bei Nitro war dann Schluss. Der venöse Zugang war dann vielleicht noch das, was so standardmäßig erfolgte, aber dann waren wir halt in dem, was wir taten, eben zumindest rechtlich auch ein wenig eingeschränkt.

Frank Flake Das war das eine. Zum anderen wollten wir natürlich etwas verändern und das kann man als Einzelner eben einfach nicht. Und da war eben die, oder daraus ist die Idee entstanden, eben ein Berufsverband zu gründen, der am Ende dafür sorgt, in der Politik und durch Drängen etc. das Berufsbild Rettungsassistent zu reformieren.

Frank Flake Wir waren nicht die einzigen, es gab natürlich immer mal Stimmen aus der einen oder anderen Ecke. Einzelne, die Ähnliches forderten, weil man da festgestellt hat, naja, die Zeit verändert sich, der Rettungsdienst verändert sich, das Berufsbild des Rettungsfachpersonals wächst aber nicht mit. Also müssen wir da ran.

Frank Flake Und das war so das Hauptargument erstmal, warum wir uns da in irgendeiner Form konstituiert haben.

Michael (Mike) Stanley Verstehe. Ich erinnere mich, ich habe mal die kommentierte Fassung des RettAss G gelesen, und da steht schon drin, dass man sich 1989, als das RettAss G in Kraft trat sich , alle Beteiligten einig waren, dass das jetzt der kleinste gemeinsame Nenner ist und ein wichtiger Schritt, aber schon damals sich alle einig waren, dass eigentlich da nochmal was folgen muss, weil das sozusagen noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Michael (Mike) Stanley Dann passierte aber ja relativ lange nichts an diesem RettAssG. Und ich erinnere mich natürlich auch noch an die Notkompetenz, die Empfehlung der Bundesärztekammer, die dem man viel Aufmerksamkeit geschenkt hat damals. Und ich weiß, dass in meinem Rettungsdienstbereich also ein IV-Zugang ohne Notarzt unvorstellbar war, als ich angefangen habe als Rettungsassistent.

Michael (Mike) Stanley Und das ging so weit, dass ich mal ein NEF abbestellt habe bei einem unauffälligen Schlaganfallpatienten und sagte, naja, dann legen wir jetzt noch schnell einen Zugang und fahren in die Klinik. Und dann sagte mein erfahrener Kollege, nee, nee, das mit dem Zugang, das geht jetzt nicht mehr, wir haben ja jetzt keinen Notarzt mehr.

Michael (Mike) Stanley Das war ja schon nochmal deutlich später, aber ich weiß, dass da oder verstehe, dass da einiges nicht so ideal lief. Ich weiß auch, dass es Rettungsdienstbereiche gab, wo zum Beispiel Notärzte Zugänge wieder entfernt haben. Die Rettungsassistenten gelegt hatten.

Frank Flake Genau.

Michael (Mike) Stanley Und zwar nicht nur in einer Stadt oder nicht nur an einem Ort, sondern das gab es leider immer wieder zu der Zeit oder davor noch. Genau, insofern kann ich mir das auch gut vorstellen, wie dann da Motivierte Retter, die mehr wissen und konnten, als vielleicht nach Gesetz vorgesehen, sich überlegt haben, wie sie da was verändern können.

Michael (Mike) Stanley Und dann habt ihr den DBRD gegründet. Im November 2006 in Hamburg.

Frank Flake Genau.

Michael (Mike) Stanley Deswegen machen wir auch dieses Jahr den Deutschen Rettungsdiensttag in Hamburg als Hommage sozusagen an den Gründungsort, 20 Jahre später. Und es gibt ja dazu auch auf dem SK Verlag einen Artikel dazu, der einfach nur kurz erwähnt, dass der DBRD gegründet wurde Und da gibt es einen schönen Satz drin von den Zielen, die der DBRD damals hatte.

Michael (Mike) Stanley Unter anderem wurde angestrebt, die Verbesserung der präklinischen Versorgung aller dem Rettungsdienst anvertrauten Patienten. Nach derzeit geltendem wissenschaftlichen Stand und den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Und mein Eindruck ist Wir tragen dazu bei, dass die Versorgung sich verbessert.

Michael (Mike) Stanley Das würde ich schon mal so sagen. Das ist mein Gefühl, dass der DBRD da durchaus das tut und ich weiß. Ich habe, glaube ich, 2012 einen PHTLS-Kurs gemacht und damals viel gelernt als Rettungsassistent und 2013 in meinem AMLS-Kurs auch sehr viel gelernt und gemerkt. Versorgung geht ja noch anders und noch besser.

Michael (Mike) Stanley Und ich glaube, diese Kurse und auch zum Beispiel das ABCDE, das heutzutage selbstverständlich ist. Ich erinnere mich, das war damals. Überhaupt nicht so. Ich habe noch bewusst sein Atmung-Kreislauf gelernt und musste auch viele Diskussionen durchleben, ob jetzt abc. de gut ist oder nicht.

Frank Flake Das denke ich auch. Also ich glaube, wir haben viel dazu beigetragen und wir tragen immer noch ganz viel dazu bei. Dass sich der Rettungsdienst weiterentwickelt, wie du es gerade schon gesagt hast, das ABCDE-Schema, der ERC und die ERC-Kurse waren so die ersten, die das auf den Markt brachten. Da war allerdings die Problematik, dass nur bedingt Rettungsfachpersonal an diesen Kursen teilgenommen hat.

Frank Flake PHLS, AMLS, das, was wir dann am Ende nach Deutschland geholt haben als Berufsverband. ist ja speziell auf das Rettungsfachpersonal zugeschnitten, natürlich auch auf alle am Rettungsdienst Beteiligten, auch auf die notärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Keine Frage, aber vor allen Dingen fürs Rettungsfachpersonal.

Frank Flake Und ich glaube, hätten wir das nicht so stringent verfolgt, wäre das ABCDE nie in die Notfallsanitäter- Ausbildung eingeflossen und hätte sie massiv verändert. Also, ich glaube, der rote Faden kommt von uns. Und auch die Strategien, die sich hinter diesen Konzepten verbergen, werden natürlich vielfach in der Ausbildung Genutzt und angewendet.

Frank Flake Insofern haben wir da natürlich schon mal einen großen Pflock eingeschlagen. Und um nochmal so ein bisschen zurückzugehen, damals war es zumindest für Rettungsfachpersonal gar nicht üblich nach Leitlinien und Standards. zu arbeiten, davon abgesehen, gab es viele Leitlinien, die es heute gibt, natürlich auch noch gar nicht.

Frank Flake Und wenn, dann kannte man sie nicht, zumindest nicht in der Ausprägung. Und war da vor allen Dingen fremdbestimmt. Und das war ein großes Problem. Also es ging nicht nur um Kompetenzen, sondern es ging natürlich auch darum, dem Rettungsfachpersonal eine Stimme zu geben, die wir zu dem Zeitpunkt eben nicht hatten.

Frank Flake Und ich glaube, dass uns das sehr gut gelungen ist.

Michael (Mike) Stanley Ja, also ich meine, ich bin natürlich auch ein bisschen befangen, das ist kein Geheimnis, ich bin auch im Vorstand seit zwei, drei Jahren. Aber ich habe auch den Eindruck, dass der DBRD auf jeden Fall bundesweit bekannt ist. Ich erlebe ja, dass bei neuen Landesrettungsdienstgesetzen auch wir befragt werden, dass wir bei den ganzen Bemühungen des Bundes um das NotfallG durchaus angehört wurden, auch vor Ort in Berlin von PolitikerInnen eingeladen worden sind zu Gesprächen.

Michael (Mike) Stanley Und wir arbeiten immer wieder auch an den Leitlinien mit. Das heißt, die laden uns auch ein und sagen. Hier die Perspektive des Rettungsfachpersonals soll da auch berücksichtigt werden. Das ist auf jeden Fall was, was mich sehr freut und was natürlich ohne Gründung dieses Vereins nie möglich geworden wäre.

Frank Flake Nee, natürlich nicht. Wir waren natürlich seinerzeit so ein bisschen, hatten wir eine Menge Flausen im Kopf und haben gedacht, Mensch, wir werden wahrscheinlich relativ schnell ohne Ende wachsen. Das hat sich dann ein bisschen anders dargestellt. Wir hatten bis 2015, also 2014, erinnerst du dich, ist ja das Notfallsanitätergesetz auf den Markt gekommen.

Frank Flake Also es war von 2006 Der Gründung bis 2014 ja nochmal eine Menge Zeit, die wir da gebraucht haben, um das Ganze an den Start zu bringen. Und wir haben gedacht, dass wir sehr schnell, sehr groß werden. sind aber 2014, 2015 so bei 2. 500 Mitgliedern gewesen und auch lange dort hängen geblieben. Also wir waren.

Frank Flake Ich sag . mal, ich glaube, 2010, 2011 schon bei dieser Zahl und da hat sich das so ein bisschen angependelt. Und man kann sagen, dass wirklich mit der Installierung des Notfallsanitätergesetzes der Umbruch kam. Also 2015, seitdem haben wir praktisch jährlich vierstellige Zuwächse. Nettozuwächse an Mittel Mitgliedern und es werden immer mehr.

Frank Flake Ich denke ja immer, irgendwann müsste der Break-Even-Point kommen. Tut er aber nicht und so Gott will, schaffen wir es am 01. 11. in diesem Jahr. Die 20. 000er Marke zu knacken. Damit sind wir natürlich im Bereich der präklinischen Versorgung und Notfallmedizin sicherlich die größte berufsständische Vereinigung.

Frank Flake Und bei 20. 000 Mitgliedern haben wir natürlich auch eine Stimme. Deswegen kann aus meiner Sicht die Politik auch nicht an uns vorbei und wir merken das, wir werden eingeladen. Wir haben natürlich auch gute Kontakte nach Berlin in die Politik. Und ich glaube, unsere Stimme ist da schon ein wenig was wert.

Michael (Mike) Stanley Absolut. Und weil man sich das vielleicht gar nicht so vorstellen kann, aber du sagtest es schon im Bereich der Organisationen und Fachgesellschaften, die sich um die Präklinik kümmern. Ich möchte jetzt keine einzelnen nennen, aber jeder wird eine einfallen, einen Verein oder eine Organisation oder eine Fachgesellschaft, wo er sagt, ja, die ist ja bekannt, die kümmert sich auch um präklinische Themen.

Michael (Mike) Stanley Und da variieren die Mitgliederzahlen zwischen 2000 und 4500, zum Beispiel. Da reden wir von den großen Fachgesellschaften, die mitmachen. Das schmälert ja deren Engagement und deren Arbeit überhaupt nicht. Aber andersrum zeigt es uns doch, dass die 20. 000 Mitglieder bei uns offensichtlich uns auch Gewicht geben.

Michael (Mike) Stanley Und das ist ja schön, sozusagen nicht nur finanziell uns die Möglichkeit geben. Präsent zu sein, sondern eben auch unser Stimmgewicht geben.

Frank Flake Absolut, also es liegt wahrscheinlich, also nicht nur an der berufsständischen Vertretung, sondern auch An den vielen Leistungen rund um zu, denen wir den Mitgliedern bieten, vor allen Dingen was Rechtsberatung angeht. Du weißt es ja selber auch, dass wir extrem viele Anfragen, rechtliche Anfragen pro Woche bekommen.

Frank Flake was unsere Versicherungsleistungen angeht, etc. pp. Ich will da gar nicht tiefer drauf eingehen, aber ich glaube, das Gesamtpaket ist das, was das Ganze interessant macht.

Michael (Mike) Stanley Das stimmt. Und wie ich immer sage, zu einem Preis weniger als ein Netflix-Abo im Monat. Also übrigens teurer wird jetzt diesen Monat. Das ist aber sehr spannend, da wollte ich nochmal drauf zurückkommen. Das heißt, ihr hattet euch aber schon vorgestellt als mit der Gründung, dass das, ich sag mal so, grob in diese Richtung geht.

Michael (Mike) Stanley Also dass ihr. viele Mitglieder bekommt, dass ihr von der Politik gehört werdet. . Also das war schon ganz konkret, weil ich hätte mir auch gut vorstellen können, dass man am Anfang sagt, puh, wir gucken mal, was passiert, aber

Frank Flake Nee, das war natürlich schon das Ziel. Also das Ziel war ganz klar, dem Rettungsfachpersonal eben, wie gesagt, diese Stimme zu geben und ein neues Berufsbild auf den Markt zu bringen oder zumindest den Rettungsassistenten so zu reformieren. Dass die Dinge, die zeitgemäß sind, auch in diese Gesetze und vor allen Dingen dann am Ende auch in die Tätigkeit des Russfachpersonals einfließen.

Frank Flake Es gab ja bis 2014 auch noch den anderen Berufsverband. Es hieß mal, dass der in den besten Zeiten auch so um die 3000 Mitglieder gehabt hätte. Das weiß ich nicht, das kann alles sein, vielleicht auch mehr oder weniger. Genau. Aber der verschwand sozusagen immer mehr, je mehr wir sozusagen da an den Staat ging.

Frank Flake Ich glaube, wir haben es am Anfang richtig gemacht. Wir haben, und das sieht man vielleicht so ein bisschen an den Gründungsmitgliedern. Wir haben versucht, gleich so ein bisschen das Who's Who des damaligen Rettungsdienstes, also alle, die so ein bisschen was zu sagen hatten, auch zusammenzuholen zur Gründung.

Frank Flake Und ich glaube, das ist uns auch ganz gut gelungen mit der Auswahl dort. Und das hat eben dazu geführt, dass wir an vielen Bereichen einen Schulterschluss bekommen haben. Bei den Hilfsorganisationen etc. Bei dem Rettungsfachpersonal. Und das, glaube ich, hat uns dann auch einfach geholfen, ein Stück weit auch größer zu werden.

Michael (Mike) Stanley Im November 2006 gegründet und 2007 habe ich dann einen SK-Verlag-Artikel gefunden, den ich natürlich auch in die Shownotes tue. Wo es darum ging, ob es nicht eine neue Berufsbezeichnung, ein neues Berufsbild geben soll. Und der Link dazu und wahrscheinlich hieß der Artikel auch dazu, lassen Sie mich durch.

Michael (Mike) Stanley Ich bin, Punkt, Punkt, Punkt. Und dann war eben unklar, wie es weitergehen soll. Wird das RettAss G novelliert? Wird es einen anderen Namen geben? Und ich glaube, es gab sogar eine Abstimmung irgendwann, wo der DBRD gefragt hat, sozusagen die Community, wie möchtet ihr denn genannt werden? Und damals hat sich dann schon der Notversanitäter durchgesetzt, richtig?

Frank Flake Ja, das ist richtig. Also es gab natürlich total viele Ideen, sehr viele aus heutiger Sicht. Abgefahrene Namen, die man weder damals noch heute sinnvoll verwenden konnte. Aber der Notfallsanitäter hat sich irgendwie rauskristallisiert. Kann heute nicht mehr sagen, wer den Begriff erstmalig aufgebracht hat, das weiß ich nicht, aber es macht ja auch Sinn, wenn ich jetzt auch zum Beispiel sehe, dass auch die Österreicher ja den Notfallsanitäter als das Berufsbild haben.

Frank Flake Zwar inhaltlich nicht vergleichbar mit Deutschland, aber Am Ende die gleiche Bezeichnung, dann glaube ich, ist das auch aus heutiger Sicht eine gute Wahl gewesen.

Michael (Mike) Stanley Übrigens, liebe Grüße nach Österreich. Da wird ja auch gerade daran gearbeitet, das sogenannte Sanitätergesetz dort zu überarbeiten. Genau. Da ist ja unsere, ja man kann sagen, Schwesterorganisation der BVRD in Österreich auch sehr involviert und freut sich, falls hier ÖsterreicherInnen zuhören, auch bestimmt dort über Mitgliedschaft und Unterstützung.

Frank Flake Absolut.

Michael (Mike) Stanley Und auch 2007, während man sich also überlegte, ob und wie eine Novellierung des Gesetzes stattfinden kann, habe ich auch gefunden eine Stellungnahme. Und zwar gab es Sorge ärztlicher Berufsverbände, ob denn nicht ein Schlaganfall in Zukunft vielleicht ohne Notarzt versorgt werden könnte und davor wurde explizit gewarnt.

Michael (Mike) Stanley Ich weiß nicht, wie und wo alle jetzt gerade das hören und ob es noch Rettungsdienstbereiche gibt, wo standardmäßig ein NEF zum Schlaganfall mitalarmiert wird. Ich erlebe das jedenfalls so, dass das eigentlich nicht mehr vorkommt in meinen Gebieten oder in den Gebieten, die ich kenne. Damals war das noch üblich Und wie gesagt, schon sozusagen mit dem Blick auf mögliche Reformen haben damals, hat damals die ärztliche Berufsgruppe gewarnt und gesagt: Vorsicht, hier könnten in Zukunft Notärzte vielleicht nicht hingeschickt werden, und das wäre ja.

Michael (Mike) Stanley Gefährlich für die Patientin. Kannst du dich daran erinnern, an die Diskussion?

Frank Flake Ja, an die Diskussion kann ich mich sehr gut erinnern. Besonders ein bekannter Notfallmediziner aus dem süddeutschen Raum. hat das geprägt und gepredigt.

Michael (Mike) Stanley Und deine Affinität zu Porschefahrzeugen.

Frank Flake Das ist richtig genau. Dem war es besonders wichtig, dass Schlaganfallpatienten notärztlich versorgt werden, wobei eine Versorgung hier gar nicht stattfindet und das war ja auch der Grund, warum wir gesagt haben, das macht ja gar keinen Sinn. Der steigt ja auch nur ins Auto und fährt mit, weil der Rest ja schon erledigt ist.

Frank Flake Aber diese Diskussion, da ist jetzt der Schlaganfall sicherlich nur ein Bild, sage ich mal, was uns da vor Augen schwebt, die Diskussionen grundsätzlich kennen wir ja auch heute immer noch. In anderer Form. Und das ging natürlich damals schon los. Also, dass man Angst hatte, dass das Rettungsfachpersonal vielleicht zu stark wird, einen Teil der Einsätze wegnimmt, Patienten nicht Fach oder regelgerecht versorgt werden.

Frank Flake Ich glaube, dass wir in vielen Bereichen diese Diskussion mittlerweile, ich sage mal, dass sie sich überholt haben, aber eben leider nicht in allen Bereichen.

Michael (Mike) Stanley Ja, sehr spannend, weil ich habe auch noch gefunden, auch wo es wieder um das Rettungsdienstgesetz oder Rettungsassistentengesetz ging. wieder eine Meldung und die, die Links kommen alle in die Shownotes, kann sich jeder nochmal selbst durchlesen. Und mich hat das sehr beeindruckt und ich lese jetzt einfach mal vor.

Michael (Mike) Stanley Zitat ist natürlich nicht der ganze Artikel, aber der relevante, für mich relevante Teil. Aus den Stellungnahmen der Bundesärztekammer und der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte, also die BAND, geht eindeutig hervor. Dass sie sich wie bereits 1989 gegen eine Kompetenzerweiterung für Rettungsassistenten aussprechen.

Michael (Mike) Stanley Als einziger Berufsverband für das Rettungsfachpersonal hat der DBRD eine Stellungnahme abgegeben, Er wird auch am kommenden Mittwoch in der Expertenanhörung anwesend sein. Da sind zwei Sachen, die ich ganz wichtig finde. Erstens, es ist hoffentlich unseren HörerInnen nicht entgangen. Wir arbeiten Sehr vertrauensvoll und gut mit der BAND zusammen.

Michael (Mike) Stanley Wir haben nicht immer dieselbe Meinung, aber das muss man auch gar nicht haben in einer Demokratie, aber wir sind da auf Augenhöhe miteinander und sprechen miteinander. Und das ist jetzt natürlich eine sehr, sehr alte Meldung, die ist eben auch fast 20 Jahre her, 19 Jahre her. Das war natürlich eine andere BAND und eine andere Zeit.

Michael (Mike) Stanley Ich fand es trotzdem wichtig, das an der Stelle jetzt zu erwähnen, weil das natürlich auch ein bisschen zeigt, in was für einer Umgebung dieser Berufsverband gegründet wurde, wie die ich sag mal anderen Berufe sich positioniert hatten zu uns als Rettungsassistenten, zu uns, als Rettungsfachpersonal. Und Eigentlich finde ich den letzten Satz fast wichtiger.

Michael (Mike) Stanley Als einziger Berufsverband für das Rettungsfachpersonal hat der DBRD eine Stellungnahme abgegeben. Da haben wir angefangen zu sagen: Hey, Moment mal, es soll nicht nur über uns gesprochen werden, sondern wir wollen da auch mitreden. Wenn über uns gesprochen wird, wollen wir auch sagen, wie wir das Ganze sehen.

Frank Flake Absolut. Man muss natürlich zur damaligen Zeit eben sehen, wir reden hier vom Rettungsassistenten. Und der hatte natürlich eine völlig andere Ausgabe. Ausbildung, als heute der Notfallsanität.

Michael (Mike) Stanley Entschuldige, und wahnsinnig viele Überleitungsklauseln, ne?

Frank Flake Ja, genau, richtig.

Michael (Mike) Stanley Das muss man auch noch sagen, die auch zeitlich nicht begrenzt wurden.

Frank Flake War ein großer Flickenteppich, was die Qualität angeht. Da muss ich natürlich ehrlich gestehen, auch wenn es mir an der einen oder anderen Stelle schwerfällt, das war nicht ganz unberechtigt von den Bundesärztekammer und sicherlich auch von der BAND. Da genau drauf zu schauen, so will ich es mal nennen, weil es eben einfach eine andere Zeit war.

Frank Flake Aber so wie damals ist es natürlich auch heute unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass wir das System verändern müssen.

Michael (Mike) Stanley Ja

Frank Flake Ja, auch damals die Stellungnahme war ja nicht so, als dass wir jetzt die totale Öffnung gepredigt haben, sondern wir sagten, ja gut, dann müssen wir es halt ändern, dann müssen wir halt da ran, weil es eben nicht mehr zeitgemäß ist. Und Da hat sich sozusagen auch von diesem Credo ja heute eigentlich nichts verändert.

Michael (Mike) Stanley Genau. Und das finde ich so spannend. Also sozusagen die konkreten Inhalte, die wir diskutieren, sind natürlich andere heute als damals. Aber immer so das Ringen um Was kann der Rettungsdienst leisten? Was sollte der Rettungsdienst leisten mit und ohne Notarzt? Das zieht sich ja einfach durch die ganze Geschichte.

Frank Flake Absolut, wir sagen das ja immer wieder, wir sind auch einer Meinung, wir brauchen die notärztliche Kompetenz, wir brauchen den guten Notarzt an der Einsatzstelle, aber wir brauchen eben einfach nicht mehr so häufig, wie wir ihn früher benötigen. Und das Problem, was ich sehe, und das ist das, was mich so ein bisschen ärgert, ist, die Notfallreform hat ja einen Grund.

Frank Flake Wir fahren ja so ein bisschen mit dem ICE gerade voll vor die Wand. Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird dieses System komplett kippen. Und ob wir es dann eingefangen kriegen, und da rede ich nicht nur vom Rettungsdienst, sondern vom gesamten Gesundheitssystem, ob wir es dann eingefangen kriegen, wage ich zu bezweifeln.

Frank Flake Dann wird es hart für alle Beteiligten. Das heißt, der Fokus muss heute wirklich darauf liegen, was brauchen wir an welcher Stelle. Und da gibt es sicherlich Einsätze, da sind wir gut beraten. auf die notärztliche Kompetenz zurückzugreifen, das sind aber die wenigsten Einsätze. Und wir müssen dahin kommen, so zielgenau zu disponieren.

Frank Flake dass auch nur dort der Notarzt zum Einsatz kommt. Alle anderen Einsätze kann das Rettungsfachpersonal abarbeiten. Deswegen finde ich es auch manchmal so müßig, diese Diskussion. Immer wieder um Kompetenz und es ist ja auch nicht so, dass wir das gerne machen, immer wieder auf die Trommel zu hauen. Aber es gibt eben noch viele, auch leider ärztliche Kolleginnen vom alten Schlag die das scheinbar nicht so sehen.

Frank Flake Ich weiß nicht, was der Grund ist, will da auch keinem irgendwas Falsches nachsagen, aber ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir einfach damit aufhören. Und versuchen gemeinsam ein gutes, tragfähiges Gesundheitssystem auf den Markt zu bringen.

Michael (Mike) Stanley Absolut. Und ich glaube, das muss man auch mal betonen, sozusagen, es gibt natürlich auch innerhalb der Berufsgruppe der Ärzte schaft Sehr viele verschiedene Stimmen und sehr viele verschiedene Perspektiven, und es gibt natürlich auch sehr viele Ärztinnen und Ärzte, die das genauso sehen Und die auch gar kein Interesse daran haben, mit dem NEF nachts zum 3 zum Urapidil-Spritzen rauszufahren.

Frank Flake Genau.

Michael (Mike) Stanley Oder wie ein guter, geschätzter Kollege mir neulich erzählte, sogar mit dem NEF ohne Sonderrechte rauszufahren, um ein Vomex zu verabreichen. Das sind natürlich Stilblüten, die wir möglichst vermeiden wollen im Rettungsdienst und für die Krankenkassen ist das auch nicht sinnvoll. Gleichzeitig, glaube ich, ist es natürlich so, dass.

Michael (Mike) Stanley Da auch, und da kann man glaube ich durchaus die Bundesärztekammer nennen, als Vereinigung, die da natürlich auch den Blick drauf hat, wie und wo Ärzte gebraucht werden und gebraucht werden sollten, die Soweit ich das überblicke, zumindest seit 2005 sehr konsequent eine Linie fährt, vielleicht sogar seit 1989 sehr konsequent eine Linie fährt.

Michael (Mike) Stanley Und immer sagt, nein, mehr geht nicht, hier sollte ein Arzt herkommen. Und zwar bei jeder Frage, die ich finden konnte, die den Rettungsdienst betrifft. Und da passt ganz gut. 2013, kleiner Sprung nach vorne, das ist kurz vor dem NotSanG. Also, wir erinnern uns, das NotSanG ist in Kraft getreten, 2014, wurde natürlich verabschiedet, 2013 entsprechend, Ende 2013, glaube ich.

Michael (Mike) Stanley Und irgendwann Anfang 2013 gab es eine öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss zum Netz an G. Ich werde auch den Link natürlich in die Shownotes tun. Und ich erinnere mich daran auch. Ich war ganz frisches DBRD-Mitglied. Ich war damals natürlich Rettungsassistent und war sehr interessiert daran zu hören, wie es jetzt weitergeht mit meinem Beruf und mit meiner Arbeit.

Michael (Mike) Stanley Habe also das alles verfolgt im Online, im Parlamentsfernsehen. Und damals gab es einen jungen Politiker, so jung, doch, der war schon damals jung, muss man sagen. Der auch jetzt immer wieder in den Nachrichten ist, Jens Spahn.

Frank Flake Ja, genau, Jens Spahn, genau.

Michael (Mike) Stanley Und der stellte Fragen im Rahmen seiner Funktion als CDU-Abgeordneter an verschiedene Expertinnen und Experten, auch an den DBRD. Und nach einer Äußerung der Vertreterin der Bundesärztekammer, in der sie sagte, also ich habe es so verstanden, dass sie im Prinzip sagte, das ist alles ganz schön teuer, was ihr hier vorhabt, das Geld könnt ihr euch sparen, gibt es lieber uns.

Michael (Mike) Stanley Und das ist jetzt meine Lesart. Allerdings scheint es auch Jens Spahn so verstanden zu haben, denn er fragte nochmal ironisch nach, ob er das richtig verstanden hätte. Man solle sich das ganze Geld einsparen und dann lieber an die Ärztinnen und Ärzte auszahlen. Und sie antwortete darauf sogar noch mit, na so illusorisch will ich nicht sein, was umgeschrieben ja bedeutet, ja, das wäre eigentlich schon die perfekte Lösung aus meiner Sicht.

Michael (Mike) Stanley Genau. Ich war richtig fassungslos damals und ich war auch erschrocken, dass das nicht mehr Wellen nach sich gezogen hat.

Frank Flake Also es hat die größte Welle nach sich gezogen, die sich überhaupt noch nach sich ziehen kann. Also ich war dabei, ich war direkt dort. im Plenum und hab mir das Ganze mit angehört. Zu der Zeit war hatten wir ja noch einen anderen Vorsitzenden, der an der Überfragung teilgenommen hat Und ich bin ganz ehrlich gesagt der Ärztin, der damaligen Vorsitzenden von der Bundesärztekammer heute noch dankbar.

Frank Flake Denn genau aus diesem Grunde haben wir es geschafft, das Notfallsanitätergesetz zu installieren. Es waren durch diese Aussage in dem Saal alle so genervt davon, dass es wieder nur darum ging, gebt uns mehr Geld und wir lösen jedes Problem. Vor allen Dingen Jens Spahn und es haben wirklich alle mit den Augen gerollt und geraunt.

Frank Flake Das war sozusagen die letzte Frage und dann war für ihn klar, okay, jetzt ist hier Schluss. Ihr hat uns damit wirklich über die Hürde geholfen. Es gab noch ein paar andere, es war ganz interessant. Es hat auch noch einen Professor, der heute auch noch tätig ist. der sich sehr um Reanimationsforschung auch bemüht, unter anderem seinerzeit auch eine Studie über Airway Management und die Intubation.

Frank Flake Am Einsatzort, die hat er da zitiert. Wir haben das dann auch schnell aufklären können, weil die Erfolgsquote war sehr hoch bei diesen Intubationen. Und wir konnten dann schnell aufklären, dass es sich um eine Studie handelt, die mit Paramedics gemacht wurde. Auch das hat dann sicherlich vielleicht den ein oder anderen.

Frank Flake Ich sage mal, hat ein bisschen dazu geführt, dass wir da weitergekommen sind.

Michael (Mike) Stanley Ja, interessant. Also, genau, ich meine, die Charaktere sozusagen auch an den Spitzen dieser Verbände ändern sich natürlich, es sind andere Menschen, es sind andere Zeiten. Deswegen geht's Wie gesagt, es ist kein altes Draufhauen, aber ich glaube, wenn man verstehen will, in welcher Welt der DBRD gegründet wurde und welchen Weg der DBRD gegangen ist, dann muss man auch verstehen, gegen welche Widerstände der angetreten ist und deswegen ist mir das wichtig, sozusagen diese Beispiele zu nennen.

Frank Flake Also die Widerstände waren sehr hoch, aber es gab natürlich auch Zuspruch, das muss man auch sagen. Auch viel Zuspruch von ärztlicher Seite und von ärztlichen Kollegen. Es gab schon damals eine ganze Menge Kollegen, die auch bei den Beratungen immer dabei waren, dieser Befragung dort. Durch das Parlament sind natürlich ganz viele Sitzungen in Berlin vorausgegangen, bei denen wir praktisch die Inhalte besprochen haben, wie könnte das aussehen, etc.

Frank Flake Daraufhin ist auch der Referentenentwurf dann irgendwann mal gekommen und erstellt worden. Und da hat man teilweise um einzelne Worte gerungen und das über Stunden, sage ich mal. Und da muss man eben einfach auch deutlich anerkennen, dass es eben auch viele gab, die schon die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Frank Flake Und wo der Zuspruch dann auch groß war und die auch ganz klar gesagt haben: doch, wir müssen das machen und wir brauchen das auch. Und wir stehen da hinter euch, Rettungsfachpersonal.

Michael (Mike) Stanley Und ich bin dem DBRD, aber auch diesen Menschen und diesen Organisationen sehr dankbar. Denn ich war damals junger Rettungsassistent und war mir nicht so sicher, wie meine Karriere weitergehen soll und wie lange ich im Rettungsdienst arbeiten möchte. unter den damaligen Umständen, sowohl gehaltstechnisch wie auch von der Arbeit zufriedenheit her.

Michael (Mike) Stanley Und ich muss sagen, jetzt als NotSan Ich fahre in einem Rettungsdienstbereich, wo die DBRD-Musteralgorithmen komplett umgesetzt sind. Und mir fehlt da nichts und ich habe da große Zufriedenheit, Berufszufriedenheit dadurch, dass ich Patienten gut versorgen kann. eigenverantwortlich gut versorgen kann und trotzdem natürlich immer ein NEF nachfordern kann, wenn ich eins brauche.

Michael (Mike) Stanley Und ich glaube, ich wäre wahrscheinlich nicht mehr im Rettungsdienst, wenn das Not G nicht gekommen wäre und vor allem auch nicht so gekommen wäre, wie es jetzt gekommen ist mit den entsprechenden Änderungen, 2a, BtMG und so weiter.

Frank Flake Ja, und bei mir war es natürlich genauso, dass ich immer so ein Stück weit den Veränderungswillen hatte. mir der Rettungsdienst wichtig war, also schon bei meinem Einstieg, das ist ja schon ein bisschen her. Hauptamtlich bin ich 1985. In den Rettungsdienst eingestiegen. Schon damals hat es mich sofort gepackt und ich wollte was verändern, was ich und viele andere natürlich gemeinsam dann ja auch irgendwie geschafft haben.

Frank Flake Und genauso sehe ich das auch. Also Ich verstehe häufig gar nicht, warum sich so viele damit schwer tun. In meinem Landkreis werden ja, in dem ich zuständig bin, eben auch die DBRD-Musteralgorithmen gemacht. Wir haben den nicht bestrafenden Umgang mit Fehlern, weil Fehler passieren. Wir haben die Möglichkeit, falls es nicht passt, darüber hinauszugehen und natürlich auch immer das NEF nachzurufen.

Frank Flake Und ich glaube, das funktioniert gut. Die Menschen sind zufrieden. Wir merken das natürlich auch. weil wir nicht so im Fachkräftemangel stecken wie andere. Darüber haben wir ja auch schon mal in einem Podcast gesprochen. Und was mich einfach nur wundert, ist, warum machen es eigentlich nicht alle so?

Frank Flake Also A, warum will jeder das Rad neu erfinden? Warum wundert sich der eine oder andere, dass es in seinem Bereich nicht läuft? Und wenn man dann dahinter guckt, stellt man eben fest, warum es nicht läuft. Das Leben könnte eigentlich so einfach sein.

Michael (Mike) Stanley Ja, das denke ich mir auch. Ich war neulich in Brandenburg zu einer kleinen Fortbildungsveranstaltung und habe mich da sehr wohl gefühlt, weil ich auch früher in Brandenburg als Rettungsassistent gearbeitet habe und dort auch Rettungsassistent gelernt habe. Und Brandenburg ist ja eines der Bundesländer, das sich an die sogenannte sechs Länder SAA, BPR angeschlossen hat.

Michael (Mike) Stanley Und musste aber feststellen, dass selbst innerhalb Brandenburgs schon Unterschiede bestehen von diesen Sechs-Länder-SAA/BPR. Wir wissen, Nordrhein-Westfalen hat nochmal ein separates Kompendium, wo wirklich sehr eindrücklich gezeigt wird, wie unterschiedlich man das machen kann mit eigentlich vermeintlich einheitlichen SOPs.

Michael (Mike) Stanley Und auch bei den anderen Bundesländern gibt es große Unterschiede, nicht überall, aber bei vielen, so dass man eigentlich nicht von einem einheitlichen Maßnahmenkatalog sprechen kann. Und ja, ich bin da nicht in Verantwortung, das zu entscheiden, aber ich wundere mich da auch immer warum das so unterschiedlich gehandhabt wird und ob das wirklich so ist, dass sozusagen lokale Unterschiede so gravierend sind, auch biologisch anscheinend bei verschiedenen EinwohnerInnen, dass man dann eine andere Dosierung eines Medikaments braucht oder ein anderes Medikament braucht oder auch manche Medikamente dann nicht braucht, die man aber sonst bundesweit schon für sinnvoll erachtet.

Michael (Mike) Stanley Das ist schon verwundernswert und jetzt muss man sagen, haben wir die Reise des DBRD schon so ein bisschen diskutiert und ja, es zeigt sich, glaube ich, es gibt noch zu tun.

Frank Flake Ja, es gibt eine ganze Menge zu tun, also um sozusagen dann wieder den Sprung zu den Anfängen des DBRD zu bekommen, ist es ja so, dass gleich am Anfang gemeinsam mit dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter der Pyramidenprozess initialisiert wurde, dass wir die Idee hatten gleichsam entsprechende Algorithmen auf den Markt zu bringen, die das abdecken, um eben, also die sogenannten Musteralgorithmen, um eben allen etwas an die Hand zu geben, wie man das machen könnte.

Frank Flake Eben als Grundlage den Pyramidenprozess hat. Auch da, glaube ich, hatten wir immer einen guten Riecher und haben das gut vorangetrieben. Auch da muss man sagen, dass der Pyramidenprozess gemeinsam mit dem Bundesverband und hinterher mit ganz vielen anderen Protagonisten eine extrem angenehme Arbeitsatmosphäre hatte.

Frank Flake Da gab es wenig Stress, es gab wenig hin und her. Es ging ja eigentlich darum, was es in drei Jahren ausbild war. Ja. Und das war eine gute Geschichte. Also ich glaube, das hat uns insgesamt alle sehr weit gebracht, dass das auf den Markt gekommen ist.

Michael (Mike) Stanley Absolut. Und jetzt gibt es ja schon die, sozusagen, die dritte Version des Pyramidenprozess und Man muss sagen, der Konsens ist ja, dass es in drei Jahren als Minimum ausbildbar ist. Das ist der Konsens zwischen DBRD und BV-ÄLRD. Und ich freue mich, wenn Schulen auch darüber hinaus noch Dinge ausbilden möchten und wollen und finde das auch wichtig, dass natürlich nicht alles, also da steht nichts zur Anatomie, Physiologie drin, aber das muss natürlich ausgebildet werden, damit man dann versteht, warum man was anwendet oder warum man was tut.

Michael (Mike) Stanley Aber genau, ich glaube auch, dass das extrem wertvoll ist. Und gleichzeitig sind wir eben noch nicht so weit, dass der Rettungsdienst in Deutschland Einheitlicher funktioniert und gibt es auch immer wieder auch Versuche, das, ich weiß nicht, entweder zu verhindern oder vielleicht wird die Notwendigkeit gar nicht gesehen, das zu tun.

Michael (Mike) Stanley Und ich bin sehr froh, dass wir mit so vielen Mitgliedern und eben mit dieser relativ kurzen Geschichte, muss man sagen, von 20 Jahren, also gerade aus dem Teenager-Alter raus soweit sind , und da jetzt weiterhin darauf zuarbeiten können, auch konstruktiv darauf zuarbeiten können, zu unterstützen. Ein Beispiel vielleicht, das mir gerade direkt einfällt.

Michael (Mike) Stanley Wir haben durchaus die eine oder andere Stellungnahme gemacht, wo wir Rettungsdienstbereiche kritisiert haben dafür, dass sie Betäubungsmittel der Anlage 3 Nicht etablieren im Rettungsdienst oder auf den RTWs und haben gesagt: Hey, das BtMG ist jetzt lang genug geändert, es wird Zeit. und uns haben verschiedene ärztliche Leiter durchaus auch kontaktiert und auch andere Rettungsdienstleitungen kontaktiert und gesagt, ja Wir sehen das ja eigentlich genauso, aber wir haben folgendes logistisches Problem oder unsere Kreisapotheke hat da eine ganz besondere Auslegung oder Vorstellung, wie das zu laufen hat.

Michael (Mike) Stanley Und das haben wir uns angehört als DBRD und wir, das auch habe ich schon mal erwähnt, dass das BtMG und die BtMVV gerade in der Überarbeitung ist, so eine routinemäßige Überarbeitung. Und wir da auch wieder freundlicherweise gefragt worden sind, ob Änderungen notwendig sind vom BMG. Und da haben wir entsprechend auch Änderungsvorschläge eingebracht, die Zu diesem führen können, dass die Logistik einfacher wird vor Ort und dass hoffentlich dann Rettungsdienstbereiche, die dadurch strengere Kontrollen oder strengere Auslegungen der Gesetzestexte trotzdem sehr praktikable Lösungen am Ende haben.

Michael (Mike) Stanley Das, glaube ich, habe ich ein gutes Gefühl, dass das berücksichtigt wird und dass das hoffentlich den Leuten das Leben einfacher macht. Also ich will sagen, wir fordern nicht nur, sondern wir helfen auch.

Frank Flake Natürlich.

Michael (Mike) Stanley Und was mich auch sehr freut in diesem Zusammenhang, auch die Band hat genau Dieselben Änderungen gefordert. Das ist natürlich kein Riesenzufall, sondern wir haben miteinander gesprochen. Und auch die Band hat gesagt: Ja, Mensch, wenn diese kleinen Änderungen dazu führen können, dass dann die Anarchesie besser wird, dann.

Michael (Mike) Stanley Macht es ja Sinn.

Frank Flake Absolut, ist eine der am meisten angewendeten Maßnahmen oder Medikamentenapplikationen im Rettungsdienst Diana Geseh Ist auch sicherlich immer noch einer der meisten Gründe in vielen Rettungsdienstbereichen, warum ein NEF gerufen wird oder womöglich auch ein Telenutarzt dazu. Und natürlich gibt es diese Situation, die man als Notfallsanitäter nicht beherrschen kann mit dem, was man zur Verfügung hat.

Frank Flake Und dann braucht man eben ärztliche oder notärztliche Hilfe. Das ist auch gar kein Problem, aber das meiste kann man wahrscheinlich eben mit den Dingen arbeiten. Und das ist so ein bisschen das, was mich häufig wundert. Du hast gesagt, genau, das BtMG ist von, soweit ich weiß, 2023 geändert worden. Genau, das heißt, wir sind jetzt im dritten Jahr danach.

Frank Flake Kleines praktisches Beispiel, in meinem Landkreis haben wir es innerhalb von 14 Tagen umgesetzt. Also im Juli kam es, im August war es umgesetzt. Es geht alles, ja. Und was mich so ein bisschen stört, ist, der Notfallsanitäter ist 2014 auf den Markt gekommen und wir haben 2026. Wir reden hier also von zwölf Jahren.

Michael (Mike) Stanley Ja.

Frank Flake Notfallsanitäter, klar ist, man hätte nicht erwarten können, dass jetzt innerhalb von zwei, drei Jahren sich die Welt ändert. Das geht nicht. Das müssen natürlich erstmal Menschen ausgebildet werden. Allein die Ergänzungsprüfung macht natürlich, das ist eine formale Prüfung, das ist natürlich etwas, was für uns auch seinerzeit wichtig war, das zu installieren.

Michael (Mike) Stanley Für mich war das sehr wichtig.

Frank Flake Aber es macht natürlich aus dem Rettungsassistenten keinen dreijährig ausgebildeten Notfallsanitäter. Das heißt, man musste die Mannschaft erstmal durchmischen etc. Man musste erstmal für genug Aufbau sorgen, um ein gewisses Ausbildungs- und Qualitätsniveau zu bekommen. Das ist alles verständlich, aber nochmal ist zwölf Jahre her.

Frank Flake Das haben wir jetzt. Und der Schalter muss jetzt endlich umgelegt werden. Und zwar vollständig. Ich habe ja immer noch so ein bisschen den Traum, ich weiß nicht, ob ich das noch erlebe. Ich sage mal, rein rechnerisch habe ich noch fünf Jahre, dann ist, sag ich mal, ist.

Michael (Mike) Stanley Fünf Berufsjahre hoffe ich.

Frank Flake Ja, fünf genau. Ja, hoffe ich auch. Man weiß es ja nie, ob ich das noch erlebe, aber mein Traum wäre natürlich schon, dass wir bundeseinheitlich auf hohem Niveau entsprechende Handlungsanweisungen, SOPs, wie man es auch immer nennt, hat. Als Mindestgrundlage der Pyramidenprozess aus meiner Sicht darf man da nicht drunter.

Frank Flake Das muss gesetzt sein. Und auch von den Dosierungen, die dort notwendig sind bei den Medikamenten. Muss man vernünftige Dosierungen wählen, die am Ende dem Patienten auch helfen? Ich lese natürlich auch manchmal in Algorithmen Dosisangaben, wo ich mir denke, naja, gut, da kann man auch Karottensaft auf die Stirn schmieren.

Frank Flake Der Effekt ist wahrscheinlich der gleiche. Das wirkt so ein bisschen wie, ja, ich gebe mal ein bisschen was hier an die Hand, dann ist hier Ruhe. Damit können sie nichts verkehrt machen. Also es hat dann keine Nebenwirkung, aber eben auch keine Wirkung. Das wollen wir natürlich nicht. Aber wie gesagt, das ist ein bisschen mein Traum, dass wir irgendwann auf hohem Niveau einheitliche Algorithmen haben und Handlungsanweisungen vielleicht.

Frank Flake Bringt das Fachgremium, was ja jetzt installiert werden soll bei der Notfallreform, dort ein bisschen Licht ins Dunkel. Da schauen wir mal, das hängt natürlich davon ab. Wie es dann am Ende auch besetzt ist und was sie für eine Arbeit machen.

Michael (Mike) Stanley Absolut. Und es ist kein Geheimnis, dass wir natürlich als DBRD den Anspruch haben, da durchaus auch einen Platz zu haben.

Frank Flake Ja.

Michael (Mike) Stanley Aber auch wenn wir den bekommen, sind wir natürlich dann nur einer von Von vielen Stimmen dort drin, und da muss man natürlich schauen, ob die anderen Stimmen in dieselbe Richtung denken.

Frank Flake Ja, genau.

Michael (Mike) Stanley Sehr gut. Frank, das war jetzt ein einerseits schneller Ritt, aber andererseits ausführlicher Ritt durch 20 Jahre DBRD. Habe ich noch was vergessen?

Frank Flake Ja, was man vielleicht nochmal erwähnen könnte, ist das, was wir irgendwann mal ausgegliedert haben, nämlich unsere Kursformate, DBRD-Akademie etc. Also wir haben am Anfang kurz darüber gesprochen, die Kurse, die machen wir ja nicht zum Selbstzweck, sondern da ist es ja auch das Ziel am Ende für einen einheitlichen hohen Qualitätsstandard innerhalb Der gesamten Rettungsdienstfamilie zu sorgen.

Frank Flake Und das war auch ganz spannend. Wir haben ja PHTLS, ich glaube, 2007, 2008 nach Deutschland geholt. Und dem vorausgegangen waren natürlich viele Anfragen bei der NAEMT, unserer Schwesterorganisation, die der Lizenzgeber dieses Systems ist in den USA. Es war aber immer wichtig, und es ist auch heute noch, dass diese Lizenzen ausschließlich an Non-Profit-Organisationen im besten Fall an einen Berufsverband gehängt werden.

Frank Flake Das merkt man auch in vielen anderen Ländern, da ist es an Berufsverbände gehängt. Oder man hat eben Non-Profit-Organisationen gegründet, die praktisch so ein Absprengsel der NAEMT sind. Und so haben wir es geschafft. Also, wie gesagt, ganz, ganz viele vorher haben es versucht, die Systeme zu holen, haben es nicht hinbekommen.

Frank Flake War bei uns natürlich auch, gingen viele Gespräche voraus mit den Kollegen aus den USA, haben das dann aber eben geholt und nach und nach die anderen Kurssysteme, die auf dem deutschen Systemen auch sinnhaft sind, eben nachgeholt. Und ich glaube, das hat halt auch eine ganze Menge gemacht. Irgendwann haben wir dann halt gesagt: gut, das eine hat mit dem anderen jetzt erstmal sozusagen zumindest steuerrechtlich nichts zu tun und haben das dann voneinander getrennt.

Frank Flake Und ich glaube, das war seinerzeit auch eine kluge Entscheidung. Das zu trennen, aber auch die DBRD-Akademie, muss man eben wissen, macht das nicht zum Selbstzweck. Ist auch eine Non-Profit-Organisation, eine hundertprozentige Tochter des DBRD e.V. Und alles, was da am Ende gegebenenfalls erwirtschaftet wird an Geld, fließt entweder in die Kurssysteme zurück oder ist für die berufspolitische Arbeit da.

Michael (Mike) Stanley Genau.

Frank Flake Und insofern haben wir damit, glaube ich, damals auch einen ganz guten Weg eingeschlagen. Und das Hat sicherlich auch noch viel dazu beigetragen, dass sich der DBRD so entwickelt hat. Ich glaube, es gibt heute nicht mehr viele, die uns nicht kennen. Oder ich hoffe das natürlich. Ohne es ganz genau zu wissen.

Frank Flake Und ich glaube, beides trägt dazu bei. Also zum einen unsere Präsenz mit jetzt vermutlich 20. 000 Mitgliedern am 01. 01. 11. Und je mehr Mitglieder man hat, desto mehr wird natürlich darüber gesprochen und weiterempfohlen. Aber wir sehen natürlich auch mehrere tausend Menschen pro Jahr auf unseren Kursen.

Frank Flake Weit über 200 finden da pro Jahr statt in den verschiedensten Systemen. Und wenn man sich überlegt, dass da jedes Mal 20 bis 24 Leute drin sitzen, Dann ist das natürlich auch nochmal eine Schlagzahl, die dafür sorgt, dass sich DBRD als, ich sag mal, als Marke auch dementsprechend verbreitet.

Michael (Mike) Stanley Das stimmt. Und ja, sehr gute und wichtige Ergänzung. Ich. Kann auch nur sagen, ich bin also sozusagen wirklich froh, dass ihr damals die Idee hattet, den DBRD zu gründen. Und auch allen Mitstreitern oder ehemaligen Mitstreitern, die da mal im Vorstand waren, im Beirat waren und das Ganze begleitet haben, auch wenn sie jetzt vielleicht nicht mehr dabei sind oder nicht mehr so eng an den DBRD gebunden sind, aber ich bin trotzdem da allen sehr dankbar.

Michael (Mike) Stanley Weil die natürlich diesen Weg bereitet haben und da zählst du auch du dazu. Ihr habt natürlich gemeinsam sozusagen die Grundlage geschaffen für alles, was jetzt kommt, und für alles, was jetzt sozusagen der DBRD macht.

Frank Flake Alle hatten ihre Zeit und ich glaube, jeder der ehemaligen Vorstands oder Beiratskollegen hat viel dazu beigetragen, dass wir uns so entwickelt haben, wie wir uns entwickelt haben. Und irgendwann werden andere ans Ruder kommen. Wichtig ist nur, dass die Arbeit weitergeführt wird.

Michael (Mike) Stanley Absolut.

Frank Flake Und zwar in dem Sinne. Denn es gibt noch eine ganze Menge zu tun. Also das erinnert mich immer ein bisschen daran, dass ich so ein bisschen blauäugig damals war Als das Notfallsanitätergesetz dann wirklich gekommen ist, dass ich mir dachte, naja, gut, und was machen wir jetzt eigentlich? Also, jetzt haben wir den Pflock eingeschlagen.

Frank Flake Heute weiß ich Das war tatsächlich wirklich nur ein ganz kleiner Tropfen auf den heißen Stein und nur der Anfang. Da ging die Arbeit erst los.

Michael (Mike) Stanley Ja, absolut. Aber

Frank Flake gut, so denkt man dann eben, wenn man sich besonders über so einen Erfolg freut.

Michael (Mike) Stanley Ja, sehr schön, Frank. Wir haben 20 Jahre DBRD im November des Jahres. Diese Folge wird im Oktober online gehen. Und dann wissen die Leute, warum wir 20 Jahre DBRD feiern, einen Monat darauf. Und ich hoffe, dass wir möglichst viele HörerInnen treffen in Hamburg beim Deutschen Rettungsdiensttag. Ein paar Tickets gibt es noch, viele sind es nicht mehr, glaube ich, aber ein bisschen was geht noch.

Frank Flake Ja, genau, wir sind fast Voll, tatsächlich. Ein paar gibt es noch, aber er sieht sehr gut aus.

Michael (Mike) Stanley Und wenn wir uns nicht in Hamburg sehen, dann freue ich mich sehr, wenn ihr uns ansprecht auf der nächsten Veranstaltungen, wo wir rumlaufen. Frank ist immer gut zu sehen, weil der deutlich größer ist als ich. Aber die Chance ist da, dass ich dann da auch irgendwo weiter unten drum rumlaufe.

Frank Flake Ja, natürlich. Und wenn ihr Fragen habt, dann sprecht uns natürlich gerne an, ruft uns an, schreibt uns, wir freuen uns. Über jeden, mit dem wir in Kontakt treten können.

Michael (Mike) Stanley Perfekt. Vielen Dank, Frank, für das Interview und bis zum nächsten Mal.

Frank Flake Ja, danke.

Michael (Mike) Stanley Ja, aus heutiger Sicht finde ich ziemlich verrückt, was wir da besprochen haben. Was mich immer noch nachdrücklich beeindruckt, ist die Vorstellung, dass damals doch immer wieder auch IV-Zugänge, die gelegt worden sind durch Rettungsassistenten und die auch korrekt lagen und liefen. Tatsächlich entfernt wurden durch einen Notarzt und dann neu gelegt worden sind.

Michael (Mike) Stanley Da haben wir uns doch auch kulturell deutlich weiterentwickelt. Das kommt nicht vor. Und die Arbeit mit unseren Notärzten auf der Straße ist doch Überwiegend vertrauensvoll und sehr gut heutzutage. Ich glaube, bei allem Meckern, in das man manchmal auch gerne rutscht bei so einem langweiligen Nachmittag auf der Wache, muss man doch festhalten, der Rettungsdienst hat sich nicht nur von der Ausstattung her erheblich verbessert, sondern hat sich auch von seinen ganzen Umständen erheblich weiterentwickelt.

Michael (Mike) Stanley Wir haben nicht nur das NotSan G, wir haben auch die Heilkunde-Erlaubnis unter bestimmten Bedingungen innerhalb des NotSanG, das Betäubungsmittelgesetz wurde angepasst und jetzt stehen NotfallsanitäterInnen mit drin Und jetzt ist eben tatsächlich auch dieser Rettungsdienst in das Sozialgesetzbuch V als eigenständige Leistung aufgenommen worden.

Michael (Mike) Stanley Das ist schon beachtlich. Wie habt ihr diese ganzen Veränderungen erlebt? Habt ihr besondere Hoffnungen oder Befürchtungen in Bezug auf das NotfallG und die Änderungen, die da anstehen? Sprecht gern mit mir drüber, lasst es mich wissen. Am liebsten wie immer persönlich, zum Beispiel beim Deutschen Rettungsdiensttag im November in Hamburg.

Michael (Mike) Stanley Und natürlich gerne auch auf Social Media, auf den bekannten DBRD-Kanälen oder auch sehr gerne Als Mail an podcast@ dbrd .de. Ich lese und schreibe nach wie vor gerne Mails, auch wenn man mir sagt, dass das altmodisch ist. Und damit verabschiede ich mich schon wieder für diese Folge. Bis zum nächsten Monat und denkt immer daran, Performance ist kein Verbrechen.

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