STREITWERT· Folge 34

#33: Generalleutnant Hameseder: Europa hat sich verrechnet!

Donnerstag, 10. September 2026 · 54 min

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Shownotes

In dieser Episode diskutiert Stephan Zöchling mit Generalleutnant Erwin Hameseder über die Wehrfähigkeit Österreichs, die Zukunft des Bundesheeres, Neutralität und Rüstungsindustrie und die Frage, ob Europa wirtschaftlich und militärisch überhaupt in der Lage ist, für seine eigene Sicherheit zu sorgen.

Hameseder war jahrzehntelang einer der einflussreichsten Manager im österreichischen Raiffeisen-Verbund und ist gleichzeitig Generalleutnant des Bundesheeres. Seit 1975 ist er Soldat, stieg als erster Milizsoldat bis in die höchsten militärischen Ränge auf und bezeichnet das Bundesheer selbst als seine „beste Managementschule“. Zuletzt leitete er die Wehrdienstkommission, die Vorschläge für eine grundlegende Reform des österreichischen Wehrdienstes erarbeitet hat.

Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie sicher Österreich in einer zunehmend unsicheren Welt tatsächlich ist. Hameseder spricht über ein Bundesheer, das jahrzehntelang kaputtgespart wurde, über fehlendes Personal und mangelnde Einsatzbereitschaft und darüber, warum die Politik den Empfehlungen seiner Wehrdienstkommission nur teilweise gefolgt ist. Dabei geht es auch um ein breiteres Verständnis von Sicherheit: von militärischer Verteidigung bis zum Schutz kritischer Infrastruktur und der Versorgung mit Energie, Wasser und Lebensmitteln.

Themen der Folge:
• Wie einsatzfähig ist das österreichische Bundesheer wirklich?
• Was Manager von Soldaten und Soldaten von Managern lernen können
• Die Wehrdienstreform und warum die Politik der eigenen Kommission nicht vollständig gefolgt ist
• Österreichs Neutralität in einer veränderten europäischen Sicherheitsordnung
• Warum die heimische Sicherheits- und Rüstungsindustrie mit rechtlichen Hürden kämpft
• Milliarden für das Bundesheer und die Frage, wer wirtschaftlich davon profitiert
• Interessenkonflikte zwischen Wirtschaft, Politik und Bundesheer
• Europas Überregulierung und der fehlende gemeinsame Kapitalmarkt
• Warum Europa sein Wachstum und seine Verteidigung nicht ausreichend selbst finanziert

Der Gast:
Erwin Hameseder ist Jurist, Manager und Generalleutnant des österreichischen Bundesheeres. Jahrzehntelang prägte er den Raiffeisen-Verbund in führenden Funktionen und war bis Juni 2026 Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes. Parallel dazu machte er eine außergewöhnliche militärische Karriere in der Miliz und wurde als erster Milizsoldat bis zum Generalleutnant befördert.

Hameseder verbindet damit zwei Welten, die selten so unmittelbar aufeinandertreffen: Kapital und Verteidigung. Im Gespräch stellt er sich auch den unbequemen Fragen, die aus dieser Doppelrolle entstehen: Wie unabhängig kann jemand mit engen Verbindungen zu Wirtschaft, Politik und Bundesheer sein? Was passiert, wenn Loyalität zur Partei und militärische Überzeugung auseinandergehen? Und wie viel Sicherheit ist Österreich tatsächlich bereit, sich zu leisten?

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