SWR Kultur lesenswert - Literatur

Die Welt in einer Kneipe

Freitag, 28. August 2026 · 8 min

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Shownotes

Die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth (swr.de/kultur/literatur/bestenliste-2025-03-02…), geboren 1959, hat mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht. In Deutschland wurde sie allerdings erst in den vergangenen Jahren mit so großartigen Romanen wie „Ein falsches Wort“ oder „Wiederholung“ entdeckt.
Romane, die im Original bereits vor einigen Jahren erschienen sind. Zumeist geht es darum um traumatische Erlebnisse in einer Familie; Erlebnisse, die bereits Jahrzehnte zurückliegen.
Gescheiterte Existenzen

Nun gibt es ein brandneues Buch von Vigdis Hjorth, wie ihre vorangegangenen Romane von Gabriele Haefs ins Deutsche übersetzt. „Der gute Mensch von Sandvika“ ist in einem anderen Milieu angesiedelt als Hjorths vorherige Romane.
Der Hauptschauplatz ist eine herunter gekommene Kneipe in der Kleinstadt Sandvika. Dort treffen sich Existenzen vom Rand der Gesellschaft:
Sozialhilfeempfänger, Trinker, Gestrandete, Gescheiterte. Mittendrin: die Ich-Erzählerin, Schriftstellerin von Beruf, und ihr Hund.
Eine bemühte Geschichte

Sandra Kegel, Mitglied der Jury der SWR-Bestenliste ist eine bekennende Anhängerin von Vigdis Hjorth, wird mit diesem neuen Roman aber nicht warm.
Die Autorin, so Sandra Kegel, bekomme dieses Milieu schriftstellerisch nicht in den Griff, möglicherweise, weil es ihr so fern liege. Die Geschichte wirke ausgedacht und in ihrer Suada bemüht.
Tragischer Lottogewinn

Angelehnt an Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ stelle Hjorth zwar die Frage, wieviel Güte in der Welt sei, aber, so Sandra Kegel, auch die am Ende tragisch zugespitzten Erzählung einer Frau, der ein hoher Lottogewinn zum Verhängnis wird, sei eher aufgesetzt und rette den Roman im Ganzen nicht. Leider.

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