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Shownotes
Vier Bücher und so gut wie kein Dissens, ist das möglich? Judith von Sternburg, Paul Jandl und Hubert Spiegel aus der Jury der SWR Bestenliste stellten vor allem die literarischen Qualitäten der ausgewählten Bücher heraus.
Die Veranstaltung im ausverkauften Schießhaus begann mit dem Roman „Das Leben der M“ (swr.de/kultur/literatur/rachel-cusk-das-leben-…) von Rachel Cusk, den Eva Bonné für den Suhrkamp Verlag ins Deutsche übertragen hat und der auf Platz 5 der SWR Bestenliste im Oktober steht. Zwar konnte sich die Runde nicht darauf einigen, ob der Text tatsächlich als „Roman“ zu bezeichnen sei, aber die Art und Weise, wie Cusk die Identität einer prominenten Schauspielerin dekonstruiert, überzeugte das Podium.
Der Roman „Die Lücken“ (swr.de/kultur/literatur/shida-bazyar-die-lueck…) von Shida Bazyar (Platz 4) wird in Heilbronn als Großwerk der Erinnerungsliteratur gefeiert. Vor allem die migrantische Perspektive auf das fiktive Hunsrück-Örtchen Heimesbach wird von Juror Hubert Spiegel (FAZ) gelobt.
Etwas „zu gemütlich“ findet hingegen Judith von Sternburg den Erzählton in Ingo Schulzes Roman „Das Wasser im August“ (swr.de/kultur/literatur/ingo-schulze-das-wasse…) (Platz 2), die Kritikerin der Frankfurter Rundschau freut sich aber, dass der Autor für ein verbales Abrüsten in den gegenwärtigen Ost-West-Debatten plädiert.
Bei der Spitzenreiterin der Bestenliste im Oktober gab es dann großes Lob für die Erzählkunst der Schriftstellerin Emma Cline. Ihr neuer Roman „In die Schweiz“ (swr.de/kultur/literatur/emma-cline-in-die-schw…) steht nun im zweiten Monat hintereinander auf Platz 1, und die Jury zeigt sich begeistert von der Geschichte des demenzkranken David Hastings, der sich für einen assistierten Suizid in Zürich entschieden hat.
Dabei zeigt sich auch auf sprachlicher Ebene, worunter die Hauptfigur leidet: Die Gegenwart jedenfalls weiß David immer schwerer einzuordnen, während vergangene Erlebnisse ihm weiterhin zu schaffen machen.
NZZ-Kritiker Paul Jandl zeigt sich beeindruckt von der Empathie der jungen Autorin für die Gebrechen des alten Mannes und empfiehlt die Lektüre des herausragenden Buchs.
Aus den vier Büchern lasen Antje Keil und Dominik Eisele. Durch den Abend führte Carsten Otte.