
Introvertiert im Vordergrund: Wie fällst du ruhig auf?
Freitag, 17. April 2026 · 33 min
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Shownotes
mit Christin Berges, Coach
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Stella Introvertierte bekommen in der Arbeitswelt mitunter weniger Sichtbarkeit. Darunter leiden sie selbst, aber auch für Teams bringt es Nachteile, wenn gute Ideen zum Beispiel nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommen. Und daher bekommt ihr in dieser Episode selbst Anregungen, wie ihr mehr Sichtbarkeit bekommt, wenn ihr zum Beispiel eher introvertiert seid oder wie ihr auch als Extrovertierte einfach ein besseres Klima schaffen könnt, was übrigens allen zugute kommt.
Stella Mein heutiger Gast ist Christine Berges. Sie hat diese Erfahrung selbst gemacht und heute arbeitet sie als Coach speziell mit introvertierten Personen. Jüngst erschien ihr Buch Ruhig sichtbar werden, in dem sie introvertierten Tipps für mehr Sichtbarkeit bei der Arbeit gibt, aber auch auf die Perspektive der Extrovertierten eingeht.
Stella Und übrigens, es gibt auch echt viele dazwischen und da würde ich mich selbst so ein bisschen einordnen. Ich bin Stella-Sophie-Wolzack, Host von t3n Arbeit in Progress. Christine, lass uns doch gleich so anfangen. Welche Nachteile haben eigentlich introvertierte Personen beruflich?
Christin Ich glaube, dafür ist es ganz wichtig, sich zunächst einmal bewusst zu machen, dass wir in einer Arbeitswelt leben, die Extroversion idealisiert. Und tatsächlich auch in einer Gesellschaft. Es geht schon in Kindheit und Schulzeit eigentlich los, dass wir doch bitte eher laut zu sein haben, kommunikativ, durchsetzungsstark, selbstbewusst.
Christin Also es ist ein sehr extrovertiertes Ideal, das uns da vorgelebt wird und an dem wir uns stetig messen, gerade wir Introvertierten, und dann häufig das Gefühl haben, wir sind irgendwie ein bisschen zu leise. Und das setzt sich natürlich fort dann auch später in der Arbeitswelt, wo wir das so ja sehr täglich eigentlich in kleinen und großen Herausforderungen spüren.
Christin Da ist es nämlich auch ganz wichtig zu wissen, Intro- und Extroversion unterscheidet sich nicht durch laut oder leise, sondern tatsächlich durch unterschiedliche Denkstile, durch unterschiedliche Arbeitsstile. Und wenn ich da auf eine introvertierte Person schaue, die erst nachdenken muss, bevor sie eine Idee entwickelt hat und dann auch wirklich sprechreif machen kann, wohingegen extrovertierte Ideen im Sprechen entwickeln, ja, dann wird, glaube ich, relativ schnell klar, dass ein Meeting eher für extrovertierte Persönlichkeiten gemacht ist.
Christin Da steigen wir gleich ein ins Thema, da sprechen wir, da entwickeln wir Ideen im Sprechen. Und da bleibt eigentlich nur noch sehr, sehr wenig Denkraum dann für introvertierte Persönlichkeiten. Die Ideen kommen dann häufig erst danach, aber dann ist es zu spät und niemand hat die Ideen gehört. Und das finde ich sehr schade.
Stella Und genau darauf gucken wir ja heute auch im Podcast auf dieses typische Meeting-Thema, was, glaube ich, jeder auch schon mal erlebt hat. Auch vielleicht Extrovertierte, dieses nicht zu Wort kommen, ja eigentlich wollen, aber irgendwie, es kommt dann nicht so raus. Aber ich würde sagen, damit jeder vielleicht sich so ganz grob auch selbst einordnen kann, haben wir zum Einstieg oder hast du zum Einstieg einen kleinen Selbsttest mitgebracht.
Stella Vielleicht Disclaimer, das schreibst du ja auch in deinem Buch. Das ersetzt jetzt natürlich keine psychologische Einordnung, sondern es ist eher dafür, so ein kleines Gefühl dafür zu bekommen. Magst du loslegen?
Christin Ja, sehr gerne. Also an alle ZuhörerInnen, ihr könnt direkt mitmachen, indem ihr eure Hände geballt vor euch auf den Tisch legt oder in euren Schoß legt. Ich werde euch jetzt zehn Situationen vorlesen und ihr spürt einfach mal so ein bisschen für euch rein, ist das eine Situation, die euch bekannt vorkommt oder ist die euch eher völlig fremd?
Christin Sollte es eine Situation sein, wo ihr so ein inneres Nicken verspürt, also merkt, ja, da erkenne ich mich drin wieder, dann würde ich euch bitten, einen Finger zu heben. Wenn ihr sagt, nee, das ist überhaupt nicht meins, dann bleibt alles wie gehabt. Ich beginne, ich werde es auch relativ zügig vorlesen, weil es geht wirklich darum, so ein bisschen aus dem Bauch heraus hier zu agieren.
Christin Situation 1. Schaut jemand während meines Redebeitrags im Meeting komisch, nehme ich das wahr? 2. Im Job fühle ich mich bei 1 zu 1 Gesprächen wohler als in einer Gruppe. 3. Um zu einer Entscheidung zu kommen, wege ich Pro und Contra gewissenhaft ab. Vier. Ich mag es lieber, tief in ein Projekt einzutauchen, als bei mehreren Projekten nur am Rande beteiligt zu sein.
Christin Fünf. Ich wünsche mir, mich und meine Ideen im Beruf besser durchsetzen zu können. Sechs. Ich arbeite lieber allein als in einer Gruppe. Sieben. Nach einem intensiven Workshop-Tag mache ich es mir am liebsten zu Hause gemütlich. 8. Meine Arbeitsergebnisse stelle ich am liebsten erst vor, wenn sie final sind.
Christin 9. Im Meeting verpasse ich oft den richtigen Augenblick, um meine Idee zu äußern. 10. Smalltalk mag ich nicht, aber ich rede im Job gern über Dinge, die mir wichtig sind. Das sind die 10 Situationen. Jetzt schau gerne mal, wie viele Finger du gehoben hast. und sollten es zwischen 10 und 6 Finger sein, dann kann es sein, dass du eher introvertiert bist.
Christin Sind es 0 bis 4, bist du eher extrovertiert und bei 5, da bist du so dazwischen, man nennt das im wissenschaftlichen Kontext auch ambivertiert. Das heißt, je nach Situation kannst du dich eher introvertiert oder extrovertiert verhalten.
Stella Und lass uns doch an dem Punkt schon einmal bleiben, weil du schreibst in deinem Buch auch, es gibt häufig das Bild von Introvertierten als die graue Maus. So von der Person, die halt generell eher zurückhaltend ist, die nicht auffällig ist. Ich wäre echt gespannt von den Zuhörenden, wie viele jetzt auch überrascht sind nach der Einordnung und denken, oh, bin ich vielleicht doch eher in der Mitte oder doch extra oder introvertierter, je nachdem.
Stella Aber vielleicht kannst du uns das auch nochmal hier in dem ersten Drittel quasi der Folge so ein bisschen erklären. Introvertierte sind nicht die graue Maus, sondern was sind sie denn mitunter stattdessen?
Christin Genau, das ist tatsächlich ein ganz häufiges Missverständnis, auch wenn ich mit Führungskräften spreche. Die denken immer so, die Introvertierten sind die im Team, die sich nicht trauen, was zu sagen. Und tatsächlich ist es vielmehr so, dass es vielmehr Introvertierte gibt, als wir denken. Wenn wir an die graue Maus denken, dann denken wir, da ist maximal ein, zwei Personen im Team.
Christin Aber nein, das sind tatsächlich ein Drittel bis 50 Prozent, die eher introvertiert sind. Und ich sagte schon, das hat weniger mit laut und leise zu tun, sondern mit vielen anderen Faktoren. Dass man beispielsweise vier Augengespräche bevorzugt, dass man Energie, mentale Energie auflädt, indem man sich eher zurückzieht von sozialer Interaktion.
Christin Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Faktor. und es ist natürlich auch dadurch gekennzeichnet, wie man arbeitet, dass man Projekte gerne erstmal zu Ende bringt, bevor man sie anderen vorstellt. Also dieses, die einen sind laut, die anderen sind leise, das ist viel zu kurz gedacht. Also da geht es tatsächlich noch tiefer.
Stella Und das, was du ansprichst, die einen sind laut, die anderen sind leise, ist ja aber auch etwas, was schon in der Arbeitswelt so gelebt wird. Das heißt, tendenziell eher die lauteren Ideen, da geht es ja ein bisschen dazu, Dazu, dass es ja auch Hinweise gibt, wer zum Beispiel immer sehr präsent im Büro jetzt ist, andere Debatte, aber fällt vielleicht eher auf, wird dann eher positiv gesehen, vielleicht für die nächste Position vorgeschlagen.
Stella Das heißt, dieses Thema Sichtbarkeit wird ja mit Lautstärke verknüpft, das ist ja das eine und das bedeutet ja dann, und das schreibst du auch in deinem Buch, dass häufig, und du hast es ja selber auch erlebt, Introvertierte dann regelrecht inneren Druck verspüren nach dem Motto gut. Dann muss ich jetzt extrovertiert sein. Und da hast du ja auch die Gummiband-Metapher mit dabei, dass man immer so ein bisschen quasi, sagen wir mal an den persönlichen Einstellungen, so ein bisschen an die Grenzen gehen kann.
Stella Aber vielleicht erklärst du selbst einfach, was quasi das Gummiband mit diesem Druck zur Veränderung zu tun hat.
Christin Genau. Also wenn du dir vorstellst, dass ich ein Gummiband zwischen meinen Fingern habe, dieses Gummiband steht stellvertretend für unsere Persönlichkeit, Sei es jetzt extrovertiert oder introvertiert. In meinem Beispiel ist es eher eine introvertierte Persönlichkeit. Wozu wir tendieren im beruflichen Leben, weil halt dieses Ideal, das eher lautend besteht, ist, dass wir versuchen, eher extrovertiert zu sein.
Christin Das heißt, wir bringen dieses Band permanent auf Spannung. Also wir versuchen permanent, er laut zu sein. Und man kann sich vorstellen, dass dieses Aufspannung bringen einfach sehr viel Energie kostet. Das heißt, es ist sehr, sehr anstrengend. Und das geht für eine gewisse Zeit, vielleicht kennen das auch einige von euch, dass wir durchaus in der Lage sind, uns beispielsweise für ein Vorstellungsgespräch eher locker, eher laut zu geben.
Christin Und wenn wir dann versuchen, wir haben den Job bekommen und wir dann versuchen, das auch dauerhaft zu tun, uns also auch im beruflichen Alltag dauerhaft eher laut zu verhalten, in Meetings, in Workshops, sei es bei Smalltalk, in der Kaffeeküche, Dann bricht dieses Kartenhaus irgendwann zusammen. Also dann merken wir irgendwann, dass es unheimlich anstrengend, immer laut zu sein. Und es gelingt dann in vielen Situationen auch nicht.
Christin Also wir gehen dann aus dem Meeting, ärgern uns, dass wir nichts gesagt haben, ärgern uns, dass wir vielleicht in der Mittagspause eher zurückhaltend waren, in dem Gespräch mit den KollegInnen. Also das ist etwas, was temporär gut funktioniert, auf Dauer aber nicht. Und darauf sollte man als introvertierte Person so eine Art Sichtbarkeitsstrategie für sich aufbauen.
Christin Also, dass man wirklich bewusst entscheidet, beispielsweise in der Wochenplanung, was sind wichtige Meetings, steht vielleicht eine Präsentation an, wo ist es wirklich wichtig für mich, in eine eher extrovertierte Sichtbarkeit zu gehen und wo macht es aber vielleicht auch Sinn, schon auch auf Sichtbarkeit zu setzen, wenn es in dem Moment wichtig ist, aber das eher auf eine leise Art und Weise zu tun.
Christin Also auf eine Art, die meinen Bedürfnissen, meinen Stärken entspricht. Und da müssen wir oft ein bisschen kreativ sein, weil hier gibt es nicht so viele Vorbilder im beruflichen Alltag.
Stella Das führt mich jetzt ehrlich gesagt direkt zu der Frage, wir sind so ein bisschen negativer eingestiegen. Welche Nachteile gibt es denn? Aber bevor wir konkret auf Meetingsituationen gucken, welche Stärken bringen denn tendenziell Introvertierte mit?
Christin In der Arbeitswelt sind wir sehr auf diese extrovertierten Stärken ausgerichtet. Das sehen wir in Bewerbungs-, also in Stellenprofilen, da wird sehr viel mit diesen Worten, auch wenn es um die Auswahl von Führungskräften geht, das schauen wir immer eher auf die lauten Attribute. Aber tatsächlich würden Unternehmen, Organisationen ohne leise Stärken gar nicht funktionieren.
Christin Das merkt man häufig, wenn dann eher leise Teammitglieder gehen, also dann merkt man erst so richtig, was die eingebracht haben, wie wertvoll und wichtig die eigentlich für Teams sind. Und tatsächlich macht leise Persönlichkeiten vor allem aus, dass sie sich sehr gut, sehr tief in Themen einarbeiten können.
Christin Also sie sind wirklich ExpertInnen häufig auf ihrem Gebiet, machen natürlich dadurch beispielsweise in KundInnen-Gespräche auch Eindruck, indem sie wirklich zeigen können, dass sie sich sehr gut auskennen mit ihren Inhalten. Sie sind häufig analytisch sehr gut aufgestellt. Das ist ein weiteres Thema.
Christin Oder aber auch in Themen, in Momenten, wo es heiß hergeht, wo einfach viel los ist. Also auch in Krisensituationen sind sie diejenigen, die auch einen kühlen Kopf behalten können, die sehr weitsichtig denken. Die Risiken im Blick haben. Also da kommt ganz, ganz viel zusammen, was im unternehmerischen Kontext natürlich wichtig ist.
Christin Und wir selber verlieren aber auch für unsere eigenen Stärken. Also wir Introvertierte verlieren auch durch diesen Abgleich mit diesem extrovertierten Ideal häufig den Blick auf das, was uns eigentlich ausmacht und das, was wir so gut können.
Stella Was ja auch schade ist, du schreibst in deinem Buch auch, dass es ja auch ein Thema mit Empathie ist, auch diese eine Frage, ich glaube, es ist direkt die erste, wie nehme ich eigentlich wahr im Meeting, wenn jemand vielleicht irgendwie einen Gesichtsausdruck hat, der eine bestimmte Emotion zeigt, das zeigt ja auch, dass introvertierte Personen einfach da sehr empfänglich sein können, auch zu schauen, hey, was passiert eigentlich gerade in meinem Umfeld?
Christin Definitiv. Introvertierte haben eine sehr gute Beobachtungsgabe und einhergehend mit Empathie können sie häufig wirklich der Fels in der Brandung sein für Teams. Die Person, der Dinge anvertraut werden beispielsweise, weil sie natürlich auch gute ZuhörerInnen sind. Also auch da gut zuhören, wirklich auch ein Gefühl dafür entwickeln können, wo drückt der Schuh und dann entsprechend auch einwirken können.
Stella Was vielleicht an der Stelle auch wichtig ist, das heißt nicht, dass Extrovertierte diese Fähigkeiten nicht haben. Genauso heißt es nicht, dass alle introvertierten Menschen oder tendenziell introvertierten Menschen super empathisch sind. Das ist natürlich, das kann sein, das muss aber nicht sein, sondern ich glaube, worum es dir auch in deinem Buch geht, ist einfach nochmal darauf aufmerksam zu machen.
Stella Hey, auch die Introvertierten, ihr habt auf jeden Fall Stärke und es ist nicht so, dass ihr quasi immer hinter den Extrovertierten so hinterherlaufen müsst. Vielleicht sei das auch an der Stelle gesagt nicht, dass wir wollen hier eigentlich nicht zwei Lager erzeugen, sondern genau im Gegenteil schauen.
Stella Hey, wie können wir denn möglichst gut zusammenarbeiten, sodass alle Bedürfnisse, egal ob extra oder introvertiert, auch Platz finden und das eben auch die Organisation vorantreibt in gesunder Art und Weise. Aber jetzt lasst uns doch mal auf das Thema Meetings schauen. Ich glaube übrigens, dass es nicht nur für Introvertierte teilweise Stress pur, sondern auch für Extrovertierte. Und ein Tipp, den du ja generell gibst, ist Vorbereitung, Meetingagenda setzen.
Stella Ich glaube, das würde jedem Meeting gut tun und es ist ja eigentlich auch so, dass das generell immer geraten wird, also sich vorher einmal klar zu werden, hey, Was wollen wir da eigentlich? Was sind die Ziele? Was sind die Aufgaben, die wir besprechen? Aber in deinem Buch machst du ja auch ganz klar quasi drei Ziele auf, die sich Introvertierte eher setzen sollten, bevor sie sich dann Gedanken machen, okay, wie verhalte ich mich in dem Meeting? Was für Ziele sind das?
Christin Genau, also einmal geht es um die Frage, ja vor allem, was möchte ich denn im Meeting für mich erreichen? Worum geht es denn eigentlich? Das erste ist erstmal eine grundsätzliche Sichtbarkeit zu erreichen. Also wirklich mit einem Beitrag sichtbar zu werden. Beim zweiten geht es vielmehr um Wirkung, also wirklich eine Idee zu präsentieren, eine Grundlage dafür zu schaffen, diese dann im Nachgang natürlich auch umzusetzen.
Christin Und bei der dritten geht es mehr darum, tatsächlich auch ein Stück weit in der Rolle zu sein, dass ich einladend bin für ein Meeting. Vielleicht in der Rolle als Teamleiter, als Teamleiterin, vielleicht aber auch als mitarbeitende Person, die ein Meeting organisiert, weil sie beispielsweise eine Projektleitung hat.
Christin Also da sich ganz klar nochmal zu vergegenwärtigen, was ist denn überhaupt meine Zielsetzung in einem Meeting. Das kann unter Umständen auch bedeuten, das ist vielleicht mal ein Meeting, das für mich gar nicht so relevant ist. Hier darf ich mich zurückziehen, hier darf ich in dieser präferierten Rolle bleiben, eher als beobachtende Person vielleicht teilzunehmen, auch das ist möglich.
Christin Also so ein bisschen zu schauen, was ist denn eigentlich der Grad dessen, welche Wirkung ich entfalten möchte in einem Meeting.
Stella Lass uns doch quasi mit dem ersten Mal einsteigen, weil ich glaube, die Sichtbarkeit ist ja so die erste Hürde, dieses nämlich generell Ich möchte nicht mehr aus einem Meeting rausgehen mit dem Gedanken, jetzt habe ich nichts gesagt und die Idee habe ich vor allen Dingen quasi, während die moderierende Person abmoderiert hat, entwickelt.
Stella Also wenn ich in dem Stadium mich quasi befinde, was kann ich denn dann konkret tun?
Christin Genau, also Vorbereitung, du sagtest es gerade schon, ist da tatsächlich der Schlüssel. Im Idealfall liegt mir natürlich ein Thema vor, worum geht es denn eigentlich im Meeting? sollte das nicht da sein, auch gerne den Mut haben, danach zu fragen. Also, was soll denn eigentlich der Kern dessen sein? Machen wir ein Brainstorming? Gibt es eine bestimmte Herausforderung?
Christin Dass man sich einfach die Voraussetzungen dann schafft, sich auch gut auf ein Meeting vorbereiten zu können. Und dann geht es gar nicht so sehr darum, wirklich eine Dauerpräsenz in einem Meeting zu zeigen, sondern es reicht eigentlich, ein, zwei, vielleicht auch drei Punkte zu bringen, die ich mir vorher aufschreibe. Also mehr muss es gar nicht sein.
Christin Was ist eigentlich die Key Message oder auch die Idee, die ich gerne in diesem Meeting teilen möchte, dass ich mir das nochmal klar mache, mich darauf ausrichte und fokussiere, mir vielleicht auch so eine kleine, gerade in virtuellen Meetings geht das ja gut, so eine kleine Note schreibe, mir die an den Bildschirm klebe, um mich einfach daran zu erinnern, das ist das, was ich sagen möchte.
Christin Und dann ist es auch häufig natürlich so eine Überwindung, das kennen vielleicht auch viele, so die ersten Worte zu sagen. Das ist ja meistens so herausfordernd. Also da wirklich für sich zu schauen. Vielleicht ist man schon ein paar Minuten vor dem Meeting im Raum, vielleicht schon mal kurz Smalltalk zu halten, zu fragen in die Runde, wie geht's?
Christin Also allein dieses schon mal gesprochen zu haben, hat einen unheimlich guten und wichtigen psychologischen Effekt und kann da sehr hilfreich sein. Um entsprechend was zu sagen und ja, tatsächlich der erste und der letzte Redebeitrag, der bleibt immer am besten im Gedächtnis. Also zu schauen, wenn ich gut vorbereitet bin, wenn es die Möglichkeit gab, vielleicht direkt am Anfang einen Punkt zu setzen oder wenn ich merke, oh, meine Idee kommt erst im Laufe des Gespräches, das dann am Ende zu tun.
Christin Das kann durchaus eine Möglichkeit sein. Und ja, Sichtbarkeit entsteht natürlich auch schon durch Dinge wie, ist meine Kamera an, bin ich gut ausgeleuchtet, Bin ich über die Kamera, wenn wir uns virtuell treffen, bin ich auf Augenhöhe oder dann auch in Präsenz, wo setze ich mich hin? Also ich habe früher dazu tendiert, mich gerade in großen Meetings irgendwie sehr weit nach hinten zu setzen, am liebsten in die zweite Reihe.
Christin Aber da wirklich zu schauen, dass ich mich eher in die Mitte des Tisches beispielsweise setze, weil dann die Hürde, die Sichtbarkeit, die Aufmerksamkeit der anderen zu gewinnen nicht so groß ist.
Stella Aber das klingt auch schon so, als wie hast du es selber geschafft, dich da auch zu überwinden, weil das sind ja dann auch genau, man muss ja die ganze Zeit trotzdem aus seiner Komfortzone rausgehen.
Christin Genau, also das ist natürlich etwas, das ich so tun würde, wenn es ein wirklich wichtiges Meeting für mich ist. Also da wirklich strategisch durch die Woche schauen, schauen, welche Meetings stehen an, wo es ist wirklich für mich wichtig, Präsenz zu zeigen, Sichtbarkeit zu zeigen und dann entsprechend vor dem Meeting dafür sorgen, dass die eigenen mentalen Akkus aufgeladen sind.
Christin Also dass ich nach Möglichkeit in der Zeit keine Gespräche führe, sondern mich eher ein bisschen zurückziehe, wenn die Möglichkeit besteht, vielleicht in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang zu machen, statt in großer Runde Mittagessen zu gehen. Also da wirklich für sich als introvertierte Person drauf zu achten, was helfen kann, die mentalen Akkus wirklich aufzuladen, dass ich mich dann auch so fühle, dass ich denke, okay, da kann ich jetzt auch nach vorne gehen.
Stella Und ein Punkt, den du ja nicht nur in dem Kontext angesprochen hattest, sondern generell war ja auch, was nach dem Meeting kommt, dass das ja auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, nämlich dieses Anknüpfen, vielleicht Ideen nachreichen.
Christin Richtig, richtig. Also nach dem Meeting ist die Chance nicht vollends vergeben, sondern ganz im Gegenteil. Man sollte sie nach wie vor für sich nutzen, wenn man wirklich das Gefühl hat, jetzt ist die gute Idee da. Beispielsweise, indem man zwei, drei Punkte aus dem Meeting noch zusammenfasst und dann ergänzt, mir ist nach dem Meeting noch eine Idee gekommen, was haltet ihr denn von Punkt XY?
Christin Also da wirklich den Mut zu haben, auch Ideen nochmal nachzureichen, Entweder schriftlich, was ja eine Art der Kommunikation ist, die Introvertierten sehr gelegen ist, da nicht spontan, man ganz in Ruhe nachdenken kann. Und zum anderen natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in ein Vier-Augen-Gespräch zu gehen.
Christin Also das ist ja auch etwas, das hatten wir auch gerade im Selbsttest, was viele Introvertierte bevorzugen, dass man wirklich schaut, wer ist gerade projektverantwortlich, wer war vielleicht auch die Person, die eingeladen hat zum Meeting und da einfach nochmal an die Tür klopft oder aber auch eine Nachricht schreibt und da entsprechend nochmal in den Austausch geht.
Stella Wir gucken jetzt quasi auf das nächste Level, nämlich das Thema Wirkung zeigen, was ja dann in dem Sinne auch anspruchsvoller ist, weil da geht es ja auch darum, spontan auf die Redebeiträge der anderen zu reagieren und da dann natürlich auch trotzdem seine eigenen Ideen einzubringen. Also wenn wir darauf gucken, auf dieses zweite Ziel in Anführungszeichen, hast du da vielleicht noch ein, zwei Tipps?
Christin Also da kann man natürlich sehr schön schauen. Wie kann ich denn jetzt sicher gehen, gerade wenn ich eine gute Idee habe, auch schon im Vorhinein, dass ich das sicher platziere und da kann ich tatsächlich auch im Vorhinein von einem Meeting schon für Sichtbarkeit sorgen, indem ich die moderierende Person des Meetings, die einladende Person anspreche und sage, ich habe da einen wichtigen Punkt, Plane mich da mal fürs Meeting bitte mit ein.
Christin Und dann habe ich tatsächlich im Vorhinein schon gesichert, dass mir hier Redezeit eingeräumt wird und tatsächlich auch Redezeit, die ich ja vorab sehr gut vorbereiten kann, wo ich mir schon ganz genau überlegen kann, wie möchte ich das formulieren, wie mache ich da mal einen Punkt. Das kann eine Möglichkeit sein und manchmal ergeben sich natürlich auch spontan in einem Meeting dann Ideen, dass man da auch schaut, wie kann ich da unterkommen.
Christin Da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich suche eine Alternative zu der verbalen Ebene, also ich hebe die Hand beispielsweise in Präsenz oder auch die virtuelle Hand und, Oder ich schaue auch, wie ich mich so ein bisschen in die Diskussion auch einklinken kann. Also vielleicht gab es einen Redebeitrag, der meiner Idee sehr nahe kommt oder die beispielsweise schon ein gutes Argument geliefert hat, warum meine Idee funktionieren könnte und dann wirklich zu sagen, ja, ich möchte hier gerne nochmal anschließen an das, was Andrea gesagt hat.
Christin Meine Idee dazu wäre XY. Genau, das kann eine gute Möglichkeit sein, da dann auch nochmal Wirkung zu entfalten. Oder aber auch hier im Nachgang, ganz ehrlich zu dem, was wir gerade schon besprochen haben.
Stella All das, was du gerade gesagt hast, wo ich dir auch so zugehört habe, da habe ich so gedacht, hey, das sind ja eben gerade, und das hatten wir ja auch eingangs gesagt, nicht nur Tipps für introvertierte Personen, sondern kann dir auch Extrovertierten helfen. Weil was du ja auch mit deinem Buch immer wieder ansprichst, auch mit diesem Titel Ruhig sichtbar werden, ist ja nicht nur ruhig im Sinne von, was vielleicht die erste Assoziation ist im Sinne von nicht laut und weit raus, sondern auch diese innere Ruhe zu transportieren, die introvertierte Tendenz ja dann auch mitbringen, wie du ja auch in den Stärken erwähnt hattest.
Stella Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt für extrovertierte Menschen, die gerade zuhören, nämlich auch das Thema Vorbereitung oder sich vielleicht auch da ganz bewusst eben vorher schon zu überlegen, wo möchte ich denn meinen Punkt machen, damit ich da auch gut wahrgenommen werde, damit ich auch in dem Moment vielleicht nicht ausbreche und ganz viel rede, sondern genau den Punkt treffe.
Stella Also vielleicht an der Stelle auch, wenn ihr euch vielleicht eher zu den Extrovertierten zählt, auch das kann hier ja vielleicht nochmal ein Anreiz sein für eine Art von Perspektivwechsel, der euch persönlich dann auch ganz direkt was bringt. Und zuletzt in dieser Reihe gucken wir auf das Thema Verantwortung übernehmen.
Stella Das ist ja dann quasi das Oberlevel, weil dann muss ich ja als introvertierter Mensch vielleicht auch die Extrovertierten einfangen und moderieren und ganz, ganz viel, ganz spontan machen. Wie kann ich mich denn darauf gut vorbereiten und damit umgehen?
Christin Genau, also wenn introvertierte Verantwortung übernehmen, dann ist es natürlich Herausforderung und Chance aber auch zugleich. Das heißt, wenn wir einladende sind von Meetings, dann haben wir natürlich die Möglichkeit, diese Meetings auch gleich schon so zu gestalten, dass sie einmal einem selber und natürlich auch anderen Introvertierten im Team zugutekommen.
Christin Das heißt, ich kann mich vorab schon mal sehr gut strukturieren, indem ich eine Meetingagenda für mich selber natürlich erstmal aufsetze, an der ich mich orientieren kann, zum anderen diese aber natürlich auch teilen, dass alle anderen die Möglichkeit haben. Und gerade wenn es wichtige Projekte sind, kann ich natürlich auch im Vorfeld schon schauen, wo könnte es denn Diskussionen geben, mit wem kann ich vielleicht auch im Vorfeld schon mal sprechen, wo ich vielleicht davon ausgehe, diese Person könnte Bedenken haben, also auch da schon mal schauen, wo kann ich in meine bevorzugte Austauschvariante, dem Vier-Augen-Gespräch schon mal gehen.
Christin Und während des Meetings hilft es dann natürlich auch, schon mal am Anfang auf die Agenda hinzuweisen, auch die Zielsetzung nochmal zu erklären und dann so ein bisschen mit Fragen zu lenken, also da nochmal zu steuern. Gerade wenn ich vielleicht auch das Gefühl habe, dass ein gewisser Punkt nicht beachtet wurde, dann nochmal darauf hinzuweisen und zu sagen, Punkt XY, Wenn wir den nochmal mit einbeziehen, wie verändert vielleicht das auch nochmal die Richtung, in die wir jetzt gerade gehen.
Christin Also das liegt der Introvertierten sehr, statt sehr entschlossen in eine Diskussion zu gehen, ist eher vielleicht so ein bisschen moderierend, mit Fragen dann entsprechend zu steuern. Also das kann eine Art und Weise sein, die Introvertierten aufgrund ihrer Stärken sehr liegt und dann auch gleichzeitig natürlich zielführend ist entsprechend, genau.
Christin Also da für sich so ein bisschen zu schauen und auch zusammenfassend beispielsweise zu agieren. Also da die eigene gute Beobachtungsgabe zu nutzen, die Gabe zu nutzen, wirklich Dinge gut zusammenfassen zu können, auf den Punkt bringen zu können, auch vielleicht im Nachgang, indem ich dann nochmal ein kleines Memo schicke, das waren hier unsere wichtigsten Learnings, ich übernehme Aufgabe XY, melde mich dann zu Termin X nochmal bei euch, dann mit den entsprechenden Ergebnissen, also da für sich zu schauen, wie kann ich auf eine leise Art und Weise ein Meeting für mich lenken und entsprechend moderieren.
Stella Und auch auf eine sehr verbindliche Art und Weise, gerade was du gerade beschrieben hast, also auch hinterher die Zusammenfassung, das ist ja auch wieder was, wieder ein Punkt, wo dann ja alle von profitieren. Du hast für dich eine Sicherheit, einen Überblick, aber gleichzeitig ist es ja auch, ich glaube, ich nenne es jetzt mal Meeting einmal eins, quasi sehr vorbildlich, dann auch bewusst eben hinterher nochmal zusammenzufassen, was sind die Aufgaben, wie gehen wir damit jetzt vor.
Stella Was an mehreren Stellen auch durchgeklangen ist, ist die Zusammenarbeit von Introvertierten und Extrovertierten. Wie toll die sich ergänzen kann. Du schreibst auch im Buch, du hast selbst die Erfahrung gemacht, quasi mit so einem super beruflichen Duo, wo du jemanden an deiner Seite hattest, der extrovertiert war.
Stella Und das würde ich so zum Abschluss des Podcastes gerne nochmal ansprechen. Wie kann denn eben zum Beispiel im Projekt gerade so eine sehr gelungene Zusammenarbeit zwischen eher Intro und Extrovertiert aussehen?
Christin Genau, also Intro und Extrovertierte. Das mag man auf den ersten Blick nicht meinen, aber geben tatsächlich ein perfektes Duo ab. Denn wenn man sich mal so die Stärken setzt der verschiedenen Persönlichkeitstypen anschaut, dann ergänzen die sich ganz wunderbar. Also wir haben auf der einen Seite die eher Introvertierten, die bedacht, sind reflektiert, sehr weitsichtig.
Christin Dann vielleicht aber auf der anderen Seite ein bisschen zögerlich. Und da kommen dann die Extrovertierten ins Spiel, die dann wirklich den Zug nach vorne mit reinbringen. Also es ist eigentlich eine sehr gute Kombination, um nur ein Beispiel zu nennen. Und genau, du hast es ja gerade angesprochen, tatsächlich habe ich auch da selber Erfahrungen mitgemacht.
Christin Erst war ich etwas skeptisch. Also wir hatten ein Auftakt-Meeting und meine extrovertierte Kollegin ist dann gleich mit zig Ideen um die Ecke gekommen. Und ich dachte, ich habe gerade erst von dem Projekt gehört. Ich muss mich eigentlich erst mal einarbeiten. Ich muss erst mal meine Gedanken dazu sortieren.
Christin Also so ging es dann erst mal los. Aber wir haben dann über die Wochen und Monate tatsächlich eine gute Vorgehensweise einfach gefunden. Auch tatsächlich durch ein Stück weit Offenheit. Dass ich gesagt habe, ich brauche erstmal ein bisschen, lass uns doch erstmal ein paar Stichpunkte irgendwie auftun, in welche Richtung es jetzt gehen soll, dass ich einfach schon mal eine Ahnung habe, dafür mich ein bisschen vorbereiten, ein bisschen recherchieren, schon mal ein bisschen eintauchen kann und lass uns dann sprechen.
Christin Also das waren dann so Dinge, wo wir wirklich sehr transparent darüber gesprochen haben, was für eine Arbeitsweise uns eigentlich liegt. Und ja, diese Kombination von der Bewusstmachung, was kann eigentlich der eine gut, was kann eigentlich der andere gut, das auch zusammenzubringen und für sich zu nutzen.
Christin Der eine ist eher so ein bisschen analytischer, tiefgehender unterwegs. Die andere Person präsentiert dann vielleicht gerne nach außen, übernimmt dann den Part. Also man kann auch so ein bisschen schauen, wie teilen wir denn eigentlich die Aufgaben, passend zu dem, was wir gerne tun und gut können, auf.
Christin Und genau, also wenn man da sehr bewusst strategisch auch ein Stück weit mit vorgeht, dann kann ein ganz wunderbares Projekt in der Zusammenarbeit zwischen Intro- und Extrovertierten entstehen.
Stella Da hätte ich auch noch ganz, ganz viele Fragen zu, aber wir müssen leider so langsam zum Ende dieser Episode kommen. Eine Frage habe ich aber noch, die schaffen wir noch. Du hattest ja jetzt auch in verschiedenen Punkten, wir haben über Meeting-Organisationen unter anderem gesprochen. Wir haben jetzt gerade kurz das Thema Projekte angerissen.
Stella Aber wenn wir nochmal aufs große Ganze schauen, welche Strukturen, welcher Umgang wäre denn hilfreich, um generell einfach einen besseren Austausch und ein besseres Miteinander zu schaffen, wo sich alle wohlfühlen und alle produktiv miteinander arbeiten können?
Christin Ganz wichtig dafür ist wirklich eine Transparenz und das Wissen darüber zu haben, was hinter diesem Intro und Extro steht. Welche Arbeitsweisen, welche Denkweise, dass man darauf eingehen kann. Um nochmal ein, zwei Beispiele zu nennen. Stichwort Open Space Büro. Das ist für Introvertierte sehr herausfordernd, weil Introvertierte einfach optimal arbeiten können, wenn sie sich zurückziehen können.
Christin Und da fehlen häufig Rückzugsmöglichkeiten. Also da wirklich zu schauen. Dass es sowohl Arbeitsumgebungen als auch Austauschformate gibt, die sowohl introvertierten als auch extrovertierten Persönlichkeiten zugutekommen. Was sich tatsächlich gerade in der Zusammenarbeit bewährt hat, ist ein zweistufiges Verfahren.
Christin Also dass man erstmal die Möglichkeit hat, nachzudenken, jeder arbeitet für sich und dann in den Austausch geht. Häufig überspringen wir diesen ersten Schritt. Also das ganz grundsätzlich einzubauen, das geht in jedem Format, sei es ein Meeting, sei es ein Workshop. Also für all diese Formate macht das unheimlich Sinn. Also wirklich zu schauen, was brauchen die Menschen, um gut arbeiten zu können? Wie denken sie? Wie arbeiten sie?
Christin Und da eine Flexibilität innerhalb der Organisation zu gewährleisten, das ist unheimlich wichtig und kommt letztlich dann allen zugute.
Stella Das ist ehrlich gesagt, finde ich, ein ganz wichtiger Punkt, weil auch wenn ich an dein Buch denke, da hast du ja auch genau das Beispiel gebracht mit dem auch Open Space beispielsweise und dann auch ergänzt, dass sich gezeigt hat, dass auch Extrovertierte sehr dankbar waren zum Beispiel für Rückzugsmöglichkeiten, wo sie einfach mal einen Rügenbereich hatten, auch um fokussiert zu arbeiten, weil da ist ja dann tendenziell auch das Problem, oh, hier blinkt wieder was Neues auf, hier passiert neuer Reiz, oh, oh, reagiere ich drauf.
Stella Und ich finde, das fasst nochmal sehr, sehr gut zusammen, all das, was du auch in diesem Podcast mit uns geteilt hast, dass es ja ein Gewinn für beide Seiten ist und es gar nicht nur in Anführungszeichen die introvertierten und die extrovertierten Menschen sind, sondern wir ja viel mehr darauf schauen sollten, hey, was ist denn damit im Verbund?
Stella Weil ich glaube ja persönlich, dass jeder diese Anteile in sich trägt.
Christin Definitiv, ja, das ist so. Also jeder ist ein bisschen intro, ein bisschen extro irgendwo und wenn wir da die Möglichkeit haben, aber auch je nachdem, wie unser Energiehaushalt heute aussieht, uns entsprechend dann Umgebungen oder Formate auszusuchen, dann ist das natürlich ideal.
Stella Schöner Abschluss, jeder ist ein bisschen Intro, jeder ist ein bisschen Extro und wir sind leider am Ende dieser Episode. Liebe Christine, vielen Dank, dass du heute bei uns zu Gast gewesen bist.
Christin Ich habe zu danken, es war mir eine Freude. Vielen Dank für das schöne Gespräch.
Stella Das freut mich zu hören und ich freue mich vor allen Dingen auch, wie ihr das Gespräch empfunden habt, was ihr mitnehmen konntet. Schickt uns doch sehr, sehr gern Feedback an podcast@t3n.de. Ich freue mich, wenn ihr wieder einschaltet. Auf Wiederhören.