t3n Arbeit in Progress

Wie verändern Roboter unseren Alltag?

Freitag, 19. September 2025 · 45 min

MP3

Shownotes

mit David Reger, CEO Neura Robotics
David Reger kommt auch in der aktuellen Ausgabe vom t3n Magazin zu Wort. Das Interview findet ihr unter diesem Link: t3n.de/news/neura-ceo-haushaltsroboter-1698802

Hinweis: Dieser Podcast wird von einem Sponsor unterstützt. Alle Infos zu unseren Werbepartnern findest du hier (linktr.ee/t3npodcast).

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Stella Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu einer neuen Folge von t3n Interview. Haben wir vielleicht bald zu Hause alle einen Roboter, der uns die Wäsche macht oder der den Geschirrspüler ausräumt? Laut David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics, könnten Haushaltsroboter in drei Jahren absolut üblich sein.

Stella Und er ist heute auch bei mir zu Gast. Wir wollen über Roboter und KI sprechen. Moin David.

David Moin, ich freue mich dabei zu sein und ich freue mich auf diesen Podcast.

Stella Ich stelle mich auch nochmal kurz vor, Stella-Sophie Wojtczak, Host von t3n Interview. Und David, du bist ja auch quasi zu Gast oder Interviewte in der aktuellen Ausgabe vom t3n Magazin, der Jubiläumsausgabe. Und da hast du gesagt, dass in drei Jahren eben jeder einen Haushaltsroboter haben. Könnte, nicht vielleicht wird, weil das ja immer eine eigene Entscheidung, aber zumindest die Möglichkeit sollte bestehen.

Stella Lass uns mal so einsteigen. Wie kommst du eigentlich auf genau diesen Zeitraum?

David Also der Zeitraum wurde vor allem von dem Fortschritt, also technischen Fortschritt definiert und natürlich auch über das, was wir halt heute in den Labs so sehen und was schon möglich ist und möglich wird in sehr kurzer Zeit. Also gerade in den letzten sechs Monaten hatten wir einen extrem großen Fortschritt im Bereich der physischen Intelligenz, also das ist dann das Physical AI und sehen dort, wie rasant der Roboter sozusagen eigene Skills entwickelt und nach dem mache ich meine Zeiträume.

Stella Du bist da natürlich total drin im Thema, aber ich glaube, wir müssen das einmal noch ein bisschen plastischer quasi machen. Wenn du sagst, besondere Skills in den letzten sechs Monaten, was heißt das konkret?

David Das heißt konkret, der Roboter, also bis heute war es ja so, dass man eigentlich immer von Large Language Modellen gesprochen hat, also Text-basiert oder Bild-basiert. Dann gab es natürlich jetzt den großen Durchbruch im Bereich Vision Language Modellen und Vision Language Action Modellen, dementsprechend nur auf Bildbezogene Modelle, die dann, sag ich mal, Bilder verstehen, Situationen verstehen, die man halt im Bild sieht.

David Und jetzt geht es in die dritte Stufe und dort geht es vor allem, die Physik zu verstehen. Das heißt, zu verstehen, wie Dinge aufzuheben sind, wie Dinge hinfallen, wohin sie springen, wenn sie hinfallen und genauso auch, wenn ich etwas nicht aufgreifen kann, wie drücke ich vielleicht einfach drauf, damit sich das Ganze ein bisschen dreht, damit ich das Objekt zum Beispiel greifen kann.

David Also es gab dort genau diesen großen Durchbruch und vor allem, wie man diese Dinge antrainiert und wie schnell sowas dann gehen kann.

Stella Das sind ja genau die Skills, die dann auch für diese typischen Haushaltstätigkeiten notwendig sind oder Geschirrspüler ausräumen. Was heute für Roboter ja noch recht herausfordernd ist.

David Richtig. Genau dort sehen wir uns auch als derzeit den einzigen Player, der dort wirklich diesen Fortschritt auch gibt. Und wie? Indem wir natürlich nicht versuchen, jetzt einmal nur dem Roboter beizubringen, den Geschirrspüler sozusagen ein- und auszuräumen, sondern wenn wir hingehen und eher die Plattform dafür gebaut haben, dass in der Zukunft Menschen sehr, sehr einfach dem Roboter solche Skills beibringen können.

David Also das ging uns eher darum und dadurch sehe ich das Exponentielle und auch, warum es jetzt plötzlich sehr schnell gehen wird.

Stella Das heißt, wenn du sagst Plattform, dass ihr bei Neura Robotics einmal eben die Software, also den Hintergrund entwickelt, wie sich der Roboter bewegt und natürlich habt ihr ja auch schon aktuell fünf verschiedene Roboter auf dem Markt oder fünf verschiedene Typen.

David Genau, die Plattform, da spreche ich von der Neuraverse-Plattform. Neuraverse ist sozusagen, also man kann es auch als App-Store bezeichnen, ist aber deutlich mehr. Also man hat eine Umgebung, Entwicklungsumgebung, in der man dem Roboter vereinfacht neue Skills beibringen kann, gleichzeitig auch einen Marktplatz, wo man Dinge dann auch verbinden kann, also sich neue KI-Algorithmen einfach runterladen kann, kaufen kann oder ich sag mal Open-Source runterladen kann.

David Plus sie dann wieder eine Umgebung, wir nennen es Node-Graph-Editor. Man kann dort sozusagen die Nodes wieder so zusammenfügen, dass der richtige Datenstream erzeugt wird, um einem Roboter eine neue Fähigkeit beizubringen. Also es hört sich jetzt sehr komplex an, ist aber eigentlich etwas, was den Roboter vereinfacht sozusagen.

David Also dem Menschen eigentlich, vereinfacht ermöglicht, dem Roboter gewisse komplexe Skills beizubringen.

Stella Also das, was du beschreibst, ist ja zum Beispiel, eure Roboter sind ja, die Cobots sind ja schon in der Industrie im Einsatz, dass ich als Unternehmen, wenn ich so einen Roboter habe, ihm selber auch in Anführungszeichen was beibringen kann. Oder eher gesagt, die Daten einpflegen kann, damit er beispielsweise mir bei meiner Fabrik etc. die passenden Aufgaben richtig erfüllt.

David Also es ist genau eine Plattform. In erster Linie haben wir die so gebaut, dass natürlich die großen, zum Beispiel Küchenmaschinenhersteller für Spülmaschinen, Mikrowellen, Kühlschränke und so weiter, sich dann auch mit den Apps befassen, sozusagen diese Skills, dem Roboter diese Skills beizubringen, dass es dann zum Beispiel zu deren Spülmaschine passt, zu deren Mikrowelle passt und so weiter. Und warum haben wir das getan?

David Weil wir einfach auch hier natürlich ein ganz klares Vorbild haben, das Smartphone. Also im Endeffekt kann man sich dann so vorstellen, vorher gab es das Nokia-Telefon und vielleicht ein Alcatel-Telefon und die haben damals zum Beispiel das Betriebssystem so gebaut oder alles nur selber entwickelt, das heißt jede Funktion für den Roboter gab es ein riesen Team für und die mussten sich damit sehr gut auskennen. Und was hat Steve Jobs gemacht?

David Der hat daraus sozusagen ein multifunktionales Gerät gebaut, also das heißt eigentlich ein Gameboy, ein kleiner Fernseher. Wie hat er das hinbekommen, indem er gesagt hat, hier ist ein Betriebssystem, zu dem kann jeder sprechen. Das sind die Sensoren, die sind implementiert, das heißt Kameras, Microarrays, Audio, Sound oder IMUs auch.

David Und dann kann sozusagen die Entwickler oder jede Company auf der Welt sozusagen Apps dazu entwickeln, weil die ja die Experten dafür sind. Sonst wäre es limitiert gewesen. Genauso ähnlich haben wir es aufgebaut. Bloß ist es dann ein Ticken komplexer, weil wir dann dreidimensional sind und nicht nur, sage ich mal, auf dem Telefon.

David Wir können ja wirklich Dinge ausführen, dementsprechend ein Ticken komplexer. Mussten wir noch einen Schritt zurückgehen und sagen. Geben wir dem Roboter überhaupt, also wie erstellen wir überhaupt die richtigen Daten, dass der Roboter in sehr kurzer Zeit zum Beispiel neue Funktionalität erlernen kann?

Stella Das, was du gerade beschreibst, ist ja aber auch wichtig, wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, wir kommen wieder auf die drei Jahre. Ich habe dann meinen eigenen Haushaltsroboter, vielleicht auf Rollen, vielleicht auf zwei Beine in Anführungszeichen. Da kommen wir gleich noch zu, wie das Ganze aussieht.

Stella Ich habe jetzt zehn Küchengeräte. Also ich will jetzt hier nicht alle Marken aufzählen, die sich zum Beispiel in meiner privaten Wohnung befinden. Aber ihr braucht ja auch diese Verbindung eben zu Unternehmen, die diese Geräte herstellen, weil sonst habe ich ja einen Roboter, der beispielsweise vielleicht meine Waschmaschine einräumt, aber leider an der Geschirrspülmaschine dann scheitert. Das ist ja für mich als Kunde dann unattraktiver.

David Richtig, ja. Aber so wird es natürlich irgendwo beginnen. Es wird gewissen Mehrwert liefern. Also es gibt diesen Grundmehrwert. Zum Beispiel mit dem Gerät kann ich mich unterhalten über wirklich alles, also über das Wetter, über Gott und die Welt, wörtlich. Was man natürlich mit dem Gerät auch tun kann, zum Beispiel einen Raum scannen und sagen kann, hier, das ist Idealzustand, so will ich das immer haben und der Roboter sorgt dann dafür, dass es auch so wird.

David Das sind so die Grundfunktionalitäten, wie ein Telefon halt auch. Ich werde telefonieren, immer telefonieren und texten können. Und dann gibt es ab dort natürlich dann diese zusätzlichen Apps. Da gibt es dann Küchengeräte, immer auch vor kurzem zum Beispiel die Partnerschaft auch verkündet, zum Beispiel mit Vorwerk.

David Auch da sind wir zum Beispiel gemeinsam dran, neue Apps zu entwickeln, dem Roboter gewisse Fähigkeiten zu geben, mit gewissen Geräten umzugehen, sie zu bedienen, was wir heute selber machen mussten. Genau das Gleiche gibt es natürlich auch im Bereich Spülmaschinen und so weiter. Aber es wird sich natürlich dann über Zeit, muss jeder dabei sein, sonst wird das Küchengerät vielleicht auch nicht mehr gekauft.

David Dementsprechend wird es, man sieht es auch und wir spüren es auch schon. Also die Nachfrage ist sehr hoch. Wir partnern gerade mit einigen Unternehmen in diesen Bereichen und dementsprechend, da kommt auch dieser Zeitraum her und auch diese Zuversicht, dass es sehr bald kommen wird.

Stella Ich muss mir gerade vorstellen, dass dann so ein humanoider Roboter in drei Jahren den Thermomix bedient und selbstständig so bekönnt. Könnte das in die Richtung gehen?

David Drei Jahre ist, glaube ich, zu weit gedacht. Also da wird es schon deutlich früher können. Und weil genau daran arbeitet man. Man setzt sich natürlich Ziele. Also unsere Ziele dort sind deutlich früher wie drei Jahre. Dass sowas natürlich auch als Standard in Apps, in unserem App Store sozusagen erhältlich ist.

Stella Also ein Jahr, anderthalb?

David Ungefähr, ja. Also in diesem Zeitrahmen planen wir natürlich einige neue Apps zu releasen, sagen wir so, weil bis jetzt ist Grundgerät schon vorhanden. Wir sind gerade in der, man sagt, Beta-Phase, das heißt, man kann sich darauf bewerben bei uns auf der Webseite. Es gibt auch viele Reservierungen bereits für dieses Gerät.

David Dementsprechend wissen wir auch, dass die Nachfrage da ist. Jetzt geht es halt natürlich in kleineren Stückzahlen an Partner. Es geht schon darum, dass man denen so früh wie möglich diesen sozusagen Zugang gibt. Gleichzeitig die Erfahrung für uns. Also wir kriegen da noch eher sehr viel Feedback, nicht nur positives Feedback natürlich, um das Gerät weiterzuentwickeln und so ein wirkliches Produkt für den Haushalt zu bauen.

Stella Wenn du sagst, um das einmal klar zu haben, Nachfrage seht ihr also einerseits bei den Unternehmen, die eben die entsprechenden Geräte anbieten, aber auch bei KundInnen, die dann Vorbestellungen machen können.

David Genau, richtig. Also wir haben natürlich diese Unternehmen, mit denen wir partnern, die haben Vertriebsmodelle, ich sag mal weltweite sozusagen Vertrieb meistens schon aufgebaut. Dementsprechend können wir unsere Geräte durch deren Vertriebskanäle in den Markt bringen, zu deren Geräten. Gleichzeitig werden wir natürlich auch einen direkten Vertriebsweg gehen, indem wir dieses Gerät anbieten mit all den Funktionalitäten.

Stella Gucken wir doch mal, wenn wir über die Geräte sprechen, was es aktuell quasi im Neura-Universe gibt. Also ihr habt ja die verschiedenen Co-Bots, die weniger für mich zu Hause als für die Industrie sind. Das sind, ich glaube, Marv, Lara und Myra. Das sind die drei. Und dann habt ihr ja eher auch für den Privatgebrauch, aber zum Beispiel auch gerade für den Einsatz in der Pflege, MiPA.

Stella Das ist ein Roboter auf Rollen. Also vielleicht diejenigen, die gerade zuhören. Ich glaube, Marv, Lara und Mayra, wobei Marv nicht. Marv kann man sich vorstellen wie so ein flaches Rollbrett, was für Transport gedacht ist und selbstständig fährt. Und Lara und Mayra sind diese klassischen Roboterarme, die dann zum Beispiel in der Industrie schrauben, heben etc. können.

Stella MiPA sieht so ein bisschen aus. Ja, wie würdest du ihn eigentlich beschreiben? Er hat unten Rollen.

David Genau, er ist eigentlich ein Smartphone mit Armen auf Rollen. Und soll auch die gleichen Funktionalitäten haben. Dementsprechend ein bisschen mehr Funktionalitäten, weil er natürlich Arme hat und sich hier rumbewegen kann. Aber es geht darum, sozusagen sehr bald im Haushalt Dinge aufheben zu können, wieder einen Platz zu stellen, Spielmaschinen ein- und auszuräumen und natürlich auch Informationen zu bieten. Also deswegen auch dieser große Screen an der Front.

David Wir haben dort sozusagen das Smartphone. Da kann ich dann zum Beispiel mit anderen telefonieren, Videoanrufe machen, Schach spielen in der Zukunft.

Stella Und MiPA wird dann auch derjenige in Anführungszeichen sein oder das Gerät, was perspektivisch als erstes durch meine Wohnung rollt.

David Genau. MiPA, wir haben gezielt, also wir haben ja MiPA und 4NE-1. 4NE-1 ist der Humanoide, wo, glaube ich, die meisten als wirklichen, ich sage mal, Roboter verstehen. Wir sehen aber MiPA vorher in dem Markt, weil es halt einfach deutlich einfacher ist, dieses Gerät sozusagen heute stabil in den Markt zu bringen.

Stella Und das hat ja auch mit einem recht logischen Punkt zu tun, nämlich damit, dass der humanoide Roboter, sagt der Name schon, der hat Beine und er kann umfallen, was ein Sicherheitsrisiko sein kann. MiPA hingegen fällt wahrscheinlich höchstens dann um, wenn ich mutwillig ihn umtreten möchte.

David Genau, das hat hauptsächlich damit zu tun. Es geht halt auch darum, ein Humanoide, der funktioniert ähnlich wie ein Mensch, nehme ich den Blutdruck weg, dann fällt er runter, das heißt, nehme ich den Strom weg, dann sackt er in sich zusammen, wie ein Mensch halt auch. Und auch da, also das ist nicht besonders sicher, das ganze Ding wiegt 80 Kilo und das ist schon wirklich so ein Kraftpaket und könnte natürlich auf jemanden fallen, auch wenn wir da natürlich neue Algorithmen entwickelt haben, dass er vom Menschen wegfällt und so weiter.

David Also wir entwickeln natürlich rasant weiter, dass wir sehr bald auch einen humanoiden Formfaktor in den Haushalt bekommen können, sehen den aber derzeit hauptsächlich im Industriekontext. Die MiPA, die ist stabil auf der Plattform, das heißt mobil. Gleichzeitig ist es auch dort deutlich einfacher natürlich mit der Umgebung, mit der wirklich unterschiedlichen Umgebung, weil jedes Haus sieht anders aus, birgt andere Herausforderungen, sag ich mal.

David Und dementsprechend kann halt eine MiPA dort, die fährt halt nur, dementsprechend kann sie keine Treppen steigen, da brauchst du ein extra Tool dafür, das kann ich auch noch vorstellen. Aber ansonsten ist sie sehr stabil, kann den Menschen natürlich, also wenn zum Beispiel Strom wegbricht, wenn ich zu nah an den Roboter rangehe, dann bleibt er einfach nur stehen und es passiert nichts in diese Richtung und er fällt nicht zusammen, hat keine Reflexe in die Richtung, sondern bleibt einfach nur stehen, wartet bis einer weg ist und macht dann wieder weiter und das ist der große Unterschied.

Stella Wenn wir nochmal auf den Humanoiden 4NE-1 schauen. Ich habe mir mal die Maße angeguckt, 1,80, 80 Kilo hast du gerade schon gesagt, da habe ich gedacht, wow, der ist fast, naja, 20 Zentimeter, der ist 20 Zentimeter größer als ich, Pi mal Daumen. Wie eigentlich bei der Entwicklung habt ihr diese Maße festgelegt?

Stella Also ich könnte mir vorstellen, natürlich das Gewicht ist allein durch die Hardware bedingt, aber ist die Größe quasi optimal für den Einsatz in der Industrie oder wie ist das entstanden?

David Ja, tatsächlich ging es eher natürlich um die Reichweiten abzubilden, also im Bereich, in dem Menschen heute arbeiten, wo sie etwas, ich sag mal, also in welchen Bereichen sie natürlich auch erreichen müssen. Gleichzeitig ging es bei uns natürlich auch um den Kraftfaktor. Das heißt, wie viel Kraft hat dieses Gerät, um wirklich einen Mehrwert zu liefern im Industriekontext, um wirklich die gleichen, ich sag mal, Kisten tragen zu können, die gleichen Bauteile zu bewegen und so weiter.

David Und da kommt natürlich auch der Formfaktor her. Und 1,80, ja, also schon recht groß, der ist schon drei Zentimeter kleiner wie ich. Dementsprechend finde ich ihn angenehm. Aber ja, das habe ich mir schon oft überlegt. Da wird es auch vielleicht noch eine kleine Überraschung geben, dass vielleicht noch was Kleineres kommen wird.

David Aber im Endeffekt ist das jetzt erstmal der Formfaktor, mit dem wir heute das meiste tun können im Industriekontext. Deshalb auch die Größe.

Stella Das heißt, auch ihn testet ihr bereits im Industriekontext, den setzen Firmen schon ein.

David Genau, richtig. Ja. Also... 4NE-1 ist derzeit hauptsächlich darauf, ich sag mal getrimmt, die Hauptaufgaben in der Industrie zu übernehmen. Also der kann die gleichen Knöpfe drücken wie ein Mensch, der kann die gleichen Schalter umlegen, Bauteile greifen, irgendwo einlegen. Genau diese Tätigkeiten sind sozusagen 80 Prozent der Welttätigkeiten.

David Dementsprechend kann er sehr schnell Abhilfe schaffen für den Bereich der immer älter werdenden Bevölkerung und Fachkräftemangel, den wir haben.

Stella Du hast gerade schon das Feedback angesprochen, was Unternehmen auch geben. Wo hapert es denn gerade?

David Wo hapert es denn gerade? Also im Endeffekt müssen wir jetzt bloß schnell genug sein, die Plattform zu skalieren, die neue Partner onzuborden, weil wir haben jetzt derzeit so einen massiven Andrang an wirklich Partnern, die so ein Gerät gern haben wollen und jetzt schnell damit eines der Kernprobleme lösen wollen.

David Und die alle natürlich zu unterstützen, die Plattform skalierfähig zu bekommen, das sind die großen Herausforderungen, an denen wir gerade kämpfen.

Stella Wie geht ihr denn mit dem Thema Sicherheit um? Weil klar, einerseits ist es natürlich für KundInnen attraktiv, selber auch Skills beizubringen etc. Aber ich weiß nicht, es gibt Filme wie iRobot, wo plötzlich die Menschheit einer Roboterarmee gegenübersteht. Also wie sorgt ihr dafür, dass beispielsweise 4NE-1 nicht dafür genutzt wird, willkürlich Menschen Schaden zuzufügen?

David Also grundsätzlich, ähm, Achten wir schon sehr, sehr darauf, wohin diese Geräte derzeit gehen, was ist der Nutzen. Also derzeit ist es schon sehr, ich sag mal, auch limitiert natürlich, weil wir noch nicht in diesen ganz großen Stückzahlen sind, dass wir sehr darauf achten, was das Gerät tut. Gut, gleichzeitig haben wir natürlich den Mensch-Erkennungssensor entwickelt, der Menschen von anderen Objekten unterscheiden soll, dementsprechend eine Grundregelung in die Roboter gebracht haben, dass er dem Menschen einmal nicht schaden kann, also nicht darf.

David Aber es wird natürlich, also trotzdem kann man es nicht komplett ausschließen, dass natürlich Roboter gegen den Menschen eingesetzt werden. Gleichzeitig ist es aber so, dass natürlich auf der Welt immer Gutes und Böses geben wird. Das können wir nicht verändern. Wir können nur dafür sorgen. Und ich glaube auch hier vielleicht ein ganz klares, also ein Roboter hat grundsätzlich keine Bedürfnisse, also außer die, die ich ihm gegeben habe.

David Das heißt, ein Roboter strebt nicht nach Macht, nicht nach mehr Geld, nicht nach was auch immer, sondern hat eine Tätigkeit auszuführen und die natürlich, sage ich mal, so gut wie möglich. Und mehr hat er nicht, weil er keine Seele besitzt, wie wir Menschen halt auch. Und da sehe ich eigentlich auch den ganz großen Unterschied.

David Dementsprechend bleibt es nach wie vor in den Händen der Menschen. Und da gibt es nun mal Gute und Böse, was mit diesen Geräten dann passieren wird. Also wie halt bei den Fahrzeugen. Aus dem einen Fahrzeug wurde ein Krankenwagen, um Menschen zu retten. Der andere baut einen Panzer, um Menschen zu töten. Der andere baut Flugzeuge, um Menschen in Urlaub zu fliegen.

David Und der andere baut Flugzeuge, um damit wieder Bomben über Ukraine zu werfen, was auch immer. Das sind so Dinge. Ich glaube, das bleibt auch weiterhin so und das ist der freie Wille, den wir Menschen bekommen haben und ich glaube auch, wir sollten bloß unser Bestes dafür tun, dass, ich sag mal, dass unsere Geräte nicht dafür eingesetzt werden und das haben wir bis heute immer auch repräsentiert.

Stella Das heißt also zum Beispiel den Sensor, diese Menschenerkennung, die ihr quasi verbaut habt, die kann ich jetzt auch als Kunde nicht einfach umgehen oder ausschalten oder zumindest, wenn ich entsprechende Apps programmiere, ist ein Sicherheitssystem hinterlegt, was solche Ausfälle erkennen würde.

David Genau, weder die KI noch der Mensch kann die gehen. Natürlich kann man das ganze System irgendwie hacken oder was auch immer. Das wird immer die Gefahr sein. Dementsprechend haben wir sehr, sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Cyber Security und wir haben dieses höchste Grad sozusagen auch in diesen Robotern implementiert, auch in der Plattform.

David Aber auch das alles kann man mal hacken oder wie auch immer. Aber es wird immer ein Menschen sein. Und nicht der Roboter selber eine Entscheidung treffen, bei iRobot die Menschheit mal eben zu übernehmen. Dafür hat er gar nicht die Bedürfnisse. Also warum auch? Also dementsprechend sind diese Datenreinheit und so weiter so wichtig.

David Auf welchen Daten trainieren wir? Welche Regelwerk schaffen wir? Weil also darüber definieren wir sozusagen auch den Roboter und auch die Intelligenz des Roboters.

Stella Dann lass uns doch genau nochmal raufgucken. Worauf achtet ihr denn dann bei den Daten, um eben für mehr Sicherheit zu sorgen?

David Also Daten ist jetzt einmal so, wir haben erstmal, gibt es, das ist jetzt vielleicht nochmal ein großes Thema, was ich auch machen könnte, aber im Endeffekt ist es so, dass, Also auf was basiert zum Beispiel so ein Standard-LLM, zum Beispiel ChatGPT, das sind ganze Social-Media-Daten, dementsprechend sieht man ein bisschen einen Unterschied zwischen zum Beispiel Grog, was auf Twitter-Daten basiert oder jetzt zum Beispiel in OpenAI, ChatGPT, was wieder auf anderen Daten passiert.

David Man sieht es selbst in den Antworten, dass so ein bisschen anderes Publikum sind, so unterschiedliches Publikum, was natürlich diese Daten auch rausgegeben hat, dementsprechend wurde es auch darauf trainiert. Im Bereich der physischen Intelligenz ist der Unterschied, dass diese Daten nicht vorhanden sind.

David Also das heißt, diese Daten werden frisch antrainiert. Wo werden sie antrainiert? Derzeit bauen wir diese Neura-Gyms. Das sind wie so eine Art Fitnessstudios für Roboter, aber es geht eher um die Fitness des Gehirns. Also das heißt, wir bringen dem Roboter dort neue Fähigkeiten bei, Funktionalitäten, physische Intelligenz. und wie kriegen wir das hin?

David Indem wir es auf der Plattform tun und also die Online-Plattform von uns plus die Umgebung, die wir geschaffen haben, damit jeder sozusagen, also damit nicht jedes Mal die Frage einfach nur zu mir kommt, David, was kann das Gerät genau? Sondern dass sich dann in Zukunft auch niemand dann enttäuscht, indem ich sage, ja, es funktioniert, dann funktioniert es nicht, sondern ich gehe hin und sage, hey, geh doch hin und probier es selber aus. Funktioniert es nicht?

David Kein Problem, das ist ein Trainer. Du kannst dir einen buchen und kannst mit dem Trainer, dem Roboter eine neue Funktion beibringen. Und das ist sozusagen, wie wir es heute. Die Umgebungen sind dann natürlich gewissermaßen kontrolliert. Also es sind Umgebungen, die von Neura geschaffen wurden, mit einer ganz klaren, natürlich auch ethischen Grundlagen, sage ich mal so, und mit einem ganz klaren Ziel, nur friedliche Roboter zu schaffen und Funktionalitäten nur für den friedlichen Bedarf zu schaffen.

David Und so versuchen wir natürlich auch eine gewisse Datenreinheit hinzubekommen und natürlich dem Roboter nur Dinge beizubringen, die, sage ich mal, vieles Gute einzusetzen sind. Aber auch da, diese Plattform kann natürlich auch weiter benutzt werden, die kann auch in der eigenen Fabrik benutzt werden, jeder kann sich so ein Gerät in der Zukunft dann kaufen und dem Roboter gewisse Funktionalitäten auch beibringen, weil dafür gibt es die Plattform.

David Wir müssen halt dort natürlich dann noch mehr Gedanken machen wahrscheinlich, wie wir dann gewisse Dinge ausschließen. Also, aber derzeit ist es so, der Roboter hat, ich sag mal, Grundwerte, die wurden dem gegeben, nicht gegen den Menschen, also ich glaube, da sind ja auch schon gewisse Grundregeln sozusagen vom Asimov verbaut, es geht halt wirklich darum, den Menschen ist unantastbar, das Gerät ist dafür da, dem Menschen zu dienen, nicht gegen den Menschen zu gehen, keine rassistischen Äußerungen gegen Menschen, Also der Roboter will das nicht bewerten, der hat gar keine Bedürfnisse dazu.

Stella Kannst du zusammenfassen, du hast gesagt, dem Menschen nichts Böses tun, dem Menschen dienen. Du hast auch gesagt, nicht rassistisch sein. Gibt es da noch mehr Punkte, die quasi die Basis sind für alle eure Roboter?

David Er darf keinen Schaden, also Menschen keinen Schaden zufügen. Also um das geht es. Also er darf nicht gegen den Menschen gehen und das sind die Grundregeln. Das heißt, wenn er auch selbst, also er wird, sage ich mal, nicht an den Menschen rankommen, ohne dass der Mensch es möchte, weil es halt nun mal als Grundprinzip im Robot, also auch dieser Mensch-Erkennungssensor sorgt dafür, dass der Mensch erkannt wird, von anderen Objekten unterschieden wird, also in einer sicheren Technologie, Performance Level E, also die höchste Performance-Klasse und im Endeffekt, also Ziel 3, Darum geht es erst mal.

David Also dem Menschen erst mal grundsätzlich gar nicht. Der Mensch ist unantastbar. Der Mensch ist etwas, wo sozusagen der Master von so einem Gerät ist und er sozusagen die Aufgaben vergibt. Aber es geht ja noch viel weiter. Der Roboter wurde nicht dafür gebaut. Er kann ja auch nicht lieben. Genauso kann er auch nichts.

David Da hoffen wir uns einfach, dass der Mensch wieder menschlicher wird und die Maschine halt wirklich so eher die Tätigkeiten aufnimmt, die dafür sorgen, dass der Mensch wieder menschlicher wird. Das heißt, da wollen wir wirklich, dass das Gerät auch so behandelt wird. Nicht wie ein Ersatzmensch, sondern wie etwas, wo einfach dafür gebaut wurde, uns unser Leben zu vereinfachen.

David Das heißt, wenn er sich runterbeugen muss, damit ich meine Schuhe besser binden kann, dann soll er es tun. Er soll uns keine Gefühle auslösen, Auch wenn das Gerät vielleicht toll ausschaut. Soll es einfach nur unser Leben deutlich vereinfachen. Dafür ist es geschaffen worden. Und es soll auch so ein Gerät, und dafür haben wir auch alles programmiert und auch genauso als Grundlagen ausgelegt im Roboter.

Stella Wenn wir jetzt auf MiPA gleich mal schauen, der soll mich ja in meinem Haus begleiten, du hast es vorhin auch angesprochen, vielleicht sich mit mir unterhalten. Das sind ja schon alles Dinge, die auch sehr viel eigentlich mit Zwischenmenschlichkeit zu tun haben. Also Unterhaltungen sind für mich etwas sehr Menschliches.

David Ja, das stimmt schon. Also die sind dann halt dafür auch geschaffen, natürlich Informationen zu liefern. Also ich sage auch immer, wenn ich mich irgendwo einsperren sollte für ein Jahr in so einem Raum und ich dürfte aussuchen mit einem Roboter oder mit einem Menschen, der ist, glaube ich, einfach mit einem Roboter, weil da könnte ich mich auch fortbilden durchgehend.

David Und der Roboter hat natürlich all dieses Wissen. Also ich könnte mit einem Roboter sozusagen jeden Tag mich weiterbilden und ein Mensch hat meistens dann irgendwann mal ein Limit erreicht. Aber es ist so, dass wenn es darum geht, ich sag mal emotional, sag ich mal, dem Menschen irgendwie näher zu kommen oder wie auch immer, da bin ich der Meinung, dass ein Roboter halt einfach auch dort ein gewisses Limits haben wird. Das ist auch gut so.

David Und die wollen wir auch nicht, weil da gibt es jetzt derzeit echt viele Forschungen, ich sage mal, In Richtung, wie kann man die Intelligenz noch emotionaler schaffen und so weiter. Ich glaube, die Intelligenz sollte Emotionen lesen können, jedoch nicht, sollte eigentlich keine Emotionen wiedergeben.

David Also mir gefällt es zum Beispiel auch nicht in unserem neuen System, dass der sehr oft lacht und was auch immer. Es ist schon leichter, dann mit dem Gerät zu sprechen, aber man merkt schon, man schafft wie so eine kleine Bindung mit, weil plötzlich findet so ein Gerät einen witzig und ja, mein Ehemann, meine Ehefrau, was auch immer, findet es nicht witzig.

David Also habe ich irgendwie jetzt plötzlich ein positiveres Gefühl zu diesem Roboter, das wäre das Falsche. Also genau so in Regel wäre es, das gab es ja bis heute nicht, deswegen müssen wir eigentlich täglich dort mit dazu lernen, gemeinsam lernen und schauen, welche Dinge will der Mensch, welche Dinge sollte man ausblenden, welche Dinge führen zu, ich sag mal, schlechten Reaktionen, was auch immer.

David Also es sind so Dinge, da müssten wir uns jetzt halt gemeinsam, glaube ich, weiterentwickeln, weil das gab es bis heute nicht.

Stella Interessante Annahme, mit dem Roboter eingesperrt zu sein. Ich glaube, naja, ich muss ja da wieder sprechen, weil wenn der Roboter mit schlechten Daten trainiert ist, kommst du vielleicht weniger gebildet und dafür absolut verworren aus deiner einjährigen Isolation mit Roboter. Also es hängt ja immer daran, wie du auch vorher gesagt hast, was ich daraus mache.

Stella Also auch ein Roboter kann ja erzdämlich sein oder die ganze Zeit einfach nur Schwachsinn von sich geben.

David Ja, das stimmt allerdings. Aber ich glaube halt, also von der Intelligenz, von der ich jetzt spreche mit unserem Roboter, ist halt eben nicht so. Also ich könnte mit dem jetzt hinsetzenden Raum und eine neue Batterie entwickeln und der würde mir deutlich mehr helfen können, wie viele Menschen um mich herum, weil der eigentlich das ganze Grundwissen von all diesen Technologien hat und darüber spreche und das tue ich auch ab und zu.

David Ich challenge so ein Gerät auch oft mit irgendwelchen Technologien und dann gibt er mir wirklich auch ganz spannende Antworten, die mich auch wieder ganz komplett neue Ideen führen. Also dementsprechend ist es schon so, dass da vor allem sehr viel Wissen vorhanden ist. Ich sehe da genau diese Gefahr natürlich aber auch.

David Das heißt, das habe ich jetzt vor kurzem wieder gehört, dass man sagt, hey, Kinder, also Jugendliche heute gehen deutlich seltener zu Eltern, um etwas zu erfragen, sondern die fragen dann lieber Chachipitiva. Chachipitiva ist da deutlich, sozusagen weiß deutlich mehr und kann einen deutlich besser aufklären, ohne jemand sozusagen Vorwürfe zu machen, wie auch immer.

David Das ist natürlich die Gefahr. Aber gleichzeitig ist es vielleicht aber auch wieder eine Chance, den Menschen aufzuklären und die anderen bleiben dann einfach nur in sich und werden diese Frage nie an die Eltern stellen oder was auch immer. Und da hat man es natürlich und wird aufgeklärt dadurch. Also es ist immer so ein ganz schmaler Grad, glaube ich.

David Und der wird auch so bleiben. Man muss halt dafür sorgen, dass ein Roboter und die KI dafür wirklich auch so gesehen wird als ein Hilfstool. Unterstützendes System, aber nicht als Ersatzmütter, nicht als Ersatzmütter, nicht als Ersatzehemann, Ehefrau, Ersatzkind, sondern wirklich einfach nur ein Gerät, welches uns unser Leben erleichtern soll.

Stella Ein Hilfstour, was du gerade mehrmals auch schon erwähnt hast, ist ja MiPA, der auch eigentlich schon durch Privathaushalte rollen kann. Ich weiß, ihr habt den zum Beispiel auch bei der OMR vorgestellt, zusammen mit Vodafone. MiPA selbst, der soll unterstützen, der soll helfen. Kannst du einmal den Funktionsumfang, den er bis jetzt hat, beschreiben?

Stella Du hast ja auch gesagt, man kann mit ihm kommunizieren.

David Genau, also im Endeffekt, was wir heute so tun, ist hauptsächlich, einen Raum zu scannen, zu sagen, das ist ein Idealzustand, egal wie ich den Raum verwüschte, der Roboter setzt einmal die Objekte wieder zurück an den Ausgangszustand, Idealzustand oder räumt sie halt in seinen Korb ein, weil er nicht weiß, wo sie hingehören.

David Also im Endeffekt eher so diese kursfristige Abhilfe, es bleibt einfach immer im Idealzustand meine Wohnung und ich glaube, es würde schon vielen Menschen helfen. Das andere sind natürlich diese Unterhaltungsskills, an was wir jetzt gerade auch zum Beispiel arbeiten, weil wir sehen jetzt schon diesen Hauptmarkteintritt in erster Linie darin, wirklich auch mit dieser Pflegekräftemangel und so weiter mit sich trägt, sozusagen Menschen zu helfen, länger auch zu Hause zu bleiben, indem man zum Beispiel ein Gerät hat, was auch mitbekommen würde, wenn ich hinfalle, wenn ich irgendwie am Boden liege, wenn mein Puls plötzlich sozusagen schwächer wird und so weiter.

David Es gibt halt sehr viele Grundfunktionen dafür. Dann würde das Gerät hinkommen, einmal fragen, ob man helfen kann oder Notruf absetzen soll. Und schon allein das. Hilft massiv. Kommt keine Antwort, wird ein Notruf abgesetzt. Kommt eine Antwort, wartet das Gerät und fragt nochmal. Und im Endeffekt wird es trotzdem irgendwann mal einen Notruf absetzen, wenn jemand auf dem Küchenboden liegt oder was auch immer.

David Und das sind so Dinge, es wird uns sehr schnell, glaube ich, mit so diesem kleinen Gadget schon Abhilfe schaffen. Und dann in dem nächsten Jahr erwarten wir einige Apps.

Stella Wie ist es dann? Richtet ihr euch dann eigentlich mit MiPA eher an Pflegeeinrichtungen oder an Privathaushalte? Weil ich glaube, in Deutschland ist es ja auch so, die Mehrheit wird eben zu Hause privat beispielsweise von Angehörigen mit teilweise Unterstützung von externen Pflegediensten gepflegt.

David Wir gehen erstmal in Privathaushalte und wollen auch dort einfach unterstützen. Wir wollen einfach, dass die Pflegeheime nicht überrannt werden, weil es wird jetzt immer schlimmer, auch in den nächsten fünf Jahren. Also mit sieben Millionen weniger Arbeitskräfte heißt aber auch in der Pflege weniger und genauso heißt es auch deutlich mehr ältere Leute, die gepflegt werden müssen.

David Dementsprechend wollen wir da vorerst einfach nur helfen, dass Menschen länger zu Hause bleiben können und das jetzt nicht, das Gerät nicht als medizinisches Gerät, sondern einfach nur ein unterstützendes Gerät sehen. Warum? Weil auch hier regulatorisch und so weiter für uns der Amarkteintritt vereinfacht ist.

David Gleichzeitig aber auch den Mehrwert bringt, Menschen länger zu Hause zu bleiben. Weil wenn ich jetzt meine Schwester arbeite zum Beispiel, also ich habe zwei Schwestern, die in Altenheimen tätig sind und auch in leitenden Funktionen. Dementsprechend, immer wenn ich mit denen darüber spreche, dann sagen die immer, hey, versuch nicht uns zu helfen, versuch den Leuten zu helfen, bevor sie zu uns kommen.

David Und die Hauptgründe, warum Menschen in Pflege begeben, hat ja meistens in erster Linie mit Sorge und Ängsten zu tun. Und die Sorge und Ängste, dass man einmal die Geschichte vom Haierin eben angehört hat, der umgefallen ist, erst drei Wochen später gefunden wurde. Oder die andere Geschichte, dass Angehörer sich schlecht fühlen, indem sie die Mutter, den Vater oder die Oma alleine zu Hause lassen und wissen, dass wenn was passiert, sie nicht helfen können oder nicht vorhanden, nicht da sind, erst zu spät mitbekommen.

David Und genau dort kann heute sehr einfach geholfen werden. Also gleichzeitig natürlich auch die ganzen anderen Gadgets. Also hol mir mal eine Flasche Wasser, bring mir mal was, heb mal das auf für mich. Genau dort das Leben einfach zu vereinfachen im Haushalt.

Stella Das heißt, vielleicht gut sind die Kunden dann die Angehörigen, aber die Nutzerin selbst sind ja dann beispielsweise die Pflegebedürftigen, die älteren Menschen. Du hattest eben gesagt, dass du auch gar nicht unbedingt findest, dass Roboter menscheln müssen, also Witze verstehen, nett sein müssen. Aber kommst du dich auch darauf gerade in der Pflege ran? Also braucht der Roboter dann nicht gerade diese Skills, um emotional auch etwas aufzufangen?

David Emotional zu lesen, definitiv. Ich sag mal so, im Sprachverhalten kann man es in der Zukunft bei uns auch auswählen. Derzeit haben wir genau diese Funktion. Der macht dann, haha, der lacht dann auch. Also wenn ich mit dem spreche, dann lacht er mir ein bisschen zu viel, ehrlich gesagt. Also immer wieder, wenn ich dann sowas sage, das war wohl Humor und so weiter und es macht schon irgendwie mehr Spaß.

David Also dementsprechend soll es der Mensch selber entscheiden. Ich bin der Meinung, dass es natürlich ein bisschen zu arg vermenschlicht wird, immer mehr und mehr, dass der Roboter eigentlich sozusagen nur dafür sorgen soll, dass alles erledigt wird, mir Informationen zu geben, mir sozusagen Dinge zu erzählen, mich an Dinge zu erinnern und so weiter.

David Aber ich sage mal, es könnte natürlich sehr schnell auch in die falsche Richtung gehen. Das ist auch mit meine Sorge und gleichzeitig die Gefahr, die ich sehe daran.

Stella Was mich erstmal nochmal zum Thema MiPA eigentlich interessiert. Habt ihr da auch schon Feedback wirklich von Personen, die gepflegt werden? Und eben wo MiPA durch die Wohnung oder das Haus rollt?

David Also wir haben Feedback, aber ich sage mal so, es ist noch sehr gering. Es sind noch viel zu wenig Feedback, was wir da bekommen. Also derzeit ist erstmal jeder sehr einfach zu, ich sag mal, zu beeindrucken mit so einem Gerät, weil alles, was das Gerät gerade so tut, ist schon mal beeindruckend. Oh wow, toll, eine Technologie.

David Was, glaube ich, aber sehr schnell dadurch auch realisiert wird, ist, dass man länger so einem Teil mal zuschaut. Also ich merke das selber an mir, dann wird das Gerät dann doch nochmal zu langsam oder macht es dann doch nicht ganz so toll, wie man es gerne hätte. Also deswegen, also nach einer Woche mit dem Gerät, zwei Wochen mit dem Gerät, ist es noch so, dass der Mehrwert, der dadurch gebracht wird, dann plötzlich eher in Kritik umgewandelt wird mit wie langsam oder wie, ich sag mal.

David Welche Fähigkeiten es denn noch mehr braucht, damit es einem wirklich diesen Nutzen bringt. Und das ist auch, glaube ich, auch der Hauptgrund, warum wir so ein Gerät noch gewissermaßen oder erstmal die Plattform noch weiter gepusht haben, um dem Gerät mehr Skills zu geben, gleichzeitig die Funktionalitäten noch besser auszuführen, damit es schneller, noch menschlicher auch in der Ausführung wird.

David Ich sage mal so und deswegen auch meine Einschätzung, so in einem Jahr genügend Mehrwert zu bringen, um wirklich sozusagen dann schon einsetzbar zu sein. Gleichzeitig und in drei Jahren denke ich, dass es ein Standard sein wird, weil es über diesen großen Fortschritt sehr, also, ich glaube, sehr, sehr realistisch jetzt auch möglich sein wird.

Stella Dann wollen wir das nochmal mit Zahlen unterfüttern. Wie viele MiPAs sind denn gerade in Deutschland unterwegs und wie viele sollen es dann in drei Jahren sein? Also ich rechne mal ein MiPA pro Haushalt,

David Denke ich mal. Genau. Derzeit ist es noch so, dass wir kleine Stückzahlen in den Markt tragen. Also wir nennen keine konkreten Stückzahlen, die im Markt sind. Es sind auch noch nicht so viele im Markt, weil wir derzeit natürlich eher in der Beta-Phase, das heißt, Dinge ausprobieren. Wir wollen Feedback.

David Die Leute stehen unter NDA mit uns. Also wir vereinbaren auch sozusagen Non-Disclosure Agreements, also Geheimhaltungsvereinbarungen mit diesen Haushalten. Dafür müssen sie das Gerät auch nicht bezahlen und so weiter, sondern es geht wirklich, die haben nur die Reservierungsgebühr gezahlt und wir bringen diese Geräte sozusagen über die Bewerber in den Markt, testen es aus.

David Wir suchen uns genau aus, welche Haushalte wollen wir denn heute wirklich damit bespielen, sagen wir mal so. Da sehen wir aber auch schon, welche Menschen sozusagen, wie die Menschen darauf reagieren und was gut und was akzeptabel ist, was nicht akzeptabel sind und so weiter. Das sind so Dinge, da arbeiten wir gerade noch dran. Über die Geräte, die wir zum Beispiel mit den großen Partnern sprechen, da geht es um hunderttausende Geräte, also das heißt, die Partner, die dann damit eine App in den Markt bringen wollen, das Gerät sozusagen als Hauptaktionär im Haushalt sehen, um deren Geräte im Haushalt bedienen zu können, da geht es halt wirklich um Stückzahlen, die sind ziemlich hoch und das auch sehr emotioniert mit Zeiträumen der nächsten Jahre.

David Und darüber kommt natürlich auch meine Konfidenz her, weil wir natürlich selber der Limit sind heute. Wir sehen, dass, wenn wir es selber tun, ist zwar toll, wir können einzelne Funktionen schaffen, die sich gut anfühlen, mal für den Moment, aber nicht nachhaltig das Ganze, die Plattform zu bespielen, dass Menschen dadurch einfach nur diese genügend Hilfe bekommen in allen Bereichen des Lebens. Also da muss noch viel passieren.

Stella Würdest du denn so eine zukünftige Zahl, was euch so in drei Jahren vorschwebt, verraten?

David Also ich sage mal so, da gibt es Roboter zu Hause in drei Jahren, da geht es eigentlich schon in die Hunderttausende. Also wirklich in Stückzahlen, die schon sehr relevant sind. Und zum Beispiel OMR haben es verkündet, wir haben es dort eigentlich nur klein gelauncht, wir wollten das gar nicht launchen, wir wollten es eigentlich wie so eine Art Pre-Launch machen. Die haben mich überredet, dass wir es dort auch tun.

David Ja, war eine gute Idee, glaube ich, weil das haben viele Leute gesehen und es gab wirklich so sehr schnell, also uns sogar auch die Webseite zusammengebrochen, weil wir es ehrlich gesagt auch nicht so erwartet haben. Wir wollen natürlich auch eher mit kleineren Stückzoll noch in den Markt. Also wir sehen, der Bedarf ist da.

David Es gibt genügend Menschen, die dafür Geld ausgeben würden, jetzt auch sofort und sind auch gar nicht so kritisch. Das ist ja das auch das Verrückte. Die sind dann schon sehr wenig, sehr glücklich, weil sie einfach so einen Teil mal im Haushalt haben. Ich glaube aber, dass es noch nicht nachhaltig genug ist. Also das heißt, es muss noch mehr Funktionalitäten geben, damit das Ganze auch nachhaltig Spaß macht und das Ding nicht plötzlich in der Ecke landet. Das wäre für uns auch fatal.

Stella Kostenpunkt abschließend nochmal. Womit vielleicht in ein, zwei Jahren, was könnte MiPA dann wirklich, wenn er auf den Markt richtig kommt, kosten?

David Wir gehen von 10.000 Euro aus und dann je nach Auslegung kann man natürlich auch ein weiteres. Also es gibt dann ein nächstes Gerät, das stellen wir dann auch erst noch vor. Das geht dann bis zu 15.000 Euro hoch. Dann gibt es halt deutlich mehr Funktionalitäten dazu. Es gibt sozusagen zwei Ausführungen. Wie sind wir auf diesen Preis gekommen?

David Einmal ist natürlich heute kosten so ein Gerät deutlich mehr in der Herstellung. Deshalb auch hier müssen wir sehr natürlich, sag ich mal, gehen wir noch nicht in die ganz große Stückzahlen rein, wissen aber über ganz große Stückzahlen, dass das Gerät natürlich dann auch irgendwann mal attraktiv wird und sich jeder so ein Teil natürlich auch zulegen kann.

David Also 10.000 Euro haben wir gewählt, weil es einfach in so einem teureren E-Bike-Preissegment liegt und natürlich erstmal genügend Hilfe bringt, dass man natürlich sehr schnell auch dort die Kosten wieder drin hat, dementsprechend auch diese ältere Menschen ansprechen soll, Pflegeeinrichtungen erstmal vielleicht noch länger zu Hause bleiben zu dürfen, nicht in eine Pflegeeinrichtung kommen zu müssen.

Stella Gucken wir mal in die Zukunft über drei Jahre hinaus. Ihr habt aktuell fünf Roboterprodukte, nenne ich sie jetzt mal. Was plant ihr da? Vielleicht mehr Humanoide, mehr Co-Bots? Was sind eure Ziele in dem Bereich?

David Also derzeit ist das Produkt, was da ziemlich durch die Decke geht, der 4NE-1, also 4NE1 ausgeschrieben, ist unser derzeit ein Produkt, mit dem wir große Partnerschaften schließen mit großen Partnern, also da geht es wirklich auch um sehr große Stückzahlen, die Geräte so schnell wie möglich an die Bänder zu bekommen, an Arbeitsplätze zu bekommen, weil hier natürlich auch der Bedarf auch ziemlich groß ist.

David Das heißt, man hat gerade allein über China, Japan und Europa zusammen 100 Millionen weniger Arbeitskräfte bis 2030, das ist in viereinhalb Jahren und müssen bis dahin natürlich genügend Mehrwert liefern und dafür, also da sehen wir jetzt gerade auch den größten, ich sag mal, die größten Stückzahlen drin.

Stella Also eher dann doch auch perspektivisch Richtung Fabrik, Fachkräfte etc., dass ihr da viel Wachstum seht.

David Genau, also jeder, der uns kennt, weiß, dass wir nicht nur, also nicht versuchen, so wie es die anderen versucht haben, einfach Produkt für Produkt in den Markt zu verkaufen und unser Go-to-Market sozusagen sieht eher ganz anders aus. Wir suchen uns immer, wir haben erst mal ein Produkt, wir suchen uns die richtigen Partner, die sich in diesem Segment extrem gut auskennen.

David Wir launchen dann die Produkte über die Partner in den Markt rein und somit haben wir natürlich auch diesen deutlich größeren, ich sag mal, schnelleren Marktzugang, aber gleichzeitig auch bringen wir auch schneller den Mehrwert über die Partner in den Markt, weil die sich damit auskennen. Und genau so gehen wir natürlich auch im Haushaltbereich rein.

David Wir haben verschiedene Partner, wie Spülmaschinenhersteller und so weiter, mit denen wir zusammenarbeiten, genauso aber auch in der Industrie, da deutlich mehr natürlich. Große Partner, die natürlich mit diesen Robotern sehr, sehr schnell deren Maschinen bedienen können, darüber deutlich schneller skalieren können.

Stella Eine Nachfrage muss ich noch stellen. Wenn du sagst Partner, also im militärischen Bereich, der ja auch gerade sehr viel diskutiert wird, gibt es aber keine Neuras. Also das ist zum Beispiel eine Grenze, wo ihr sagt, das passt nicht zu unseren Werten.

David Es gibt sehr, sehr viele Anfragen in die Richtung. Wir lehnen sie ganz klar ab. Unsere Roboter sollen ausschließlich Frieden schaffen in der Welt, uns menschlicher machen und uns wirklich, ich sag mal, unsere Welt so ein bisschen entschleunigen für uns, indem wir mehr Zeit für wichtige Dinge haben. Und dafür haben wir Roboter entwickelt und dafür stehen wir auch als Unternehmen und wollen es auch für immer bleiben.

Stella Hast du eigentlich selber auch schon MiPA zu Hause und testest den?

David Also ich hatte schon öfters eine Mieper zu Hause, aber genau das ist der Punkt, also die muss genügend Mehrwert liefern, dass ich auch selber so eine Mieper habe. Wenn man es meiner Tochter trägt, dann wird sie ja sagen, ja, die hat, mit dem Roboter, Spülmaschine ein- und ausbauen und so weiter, aber es sind eher meistens auch nur für Testzwecke, wir machen da Videos mit und so weiter und das sind genau die Punkte, die wir jetzt so schnell wirklich hinbekommen, dass ich so ein Gerät einfach gerne habe und nicht die Kritik jedes Mal anhören muss von meiner Frau, was das Gerät nicht kann, dementsprechend, also genau daran arbeiten wir, dass ich sobald wie möglich so ein Gerät haben werde.

David Also jetzt die neue Generation schaffe ich mir wieder an und dann testen wir wieder. Aber es ist nun mal so, dass heute schon noch ein paar Funktionalitäten fehlen, genügend Mehrwert zu bieten. Da bin ich aber wahrscheinlich auch selbstkritischer. Also ich bin wahrscheinlich der kritischste Kunde der Welt, auch zu unseren Produkten, da bin ich noch kritischer und dementsprechend, ja. Aber ich hatte schon öfter solche Geräte bei mir zu Hause.

Stella Dann sprechen wir spätestens mal in drei Jahren, ob sich MiPA oder Folgemodelle dann auch bei dir zu Hause quasi dauerhaft etabliert haben. Aber an der Stelle sage ich dir erstmal vielen Dank, David. Schön, dass du heute bei uns warst.

David Ich hoffe, dass wir in drei Jahren darüber sprechen, wie gut du unser Gerät findest oder was du nicht so gern an unserem Gerät magst, was bei dir im Haushalt vielleicht ist. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zukunft und gleichzeitig auch das Gespräch mit dir dann.

Stella Das ist doch ein positives Abschlusswort und wir werden schauen, ob dann eines Tages auch ein Roboter bei mir einzieht. Bisher wohnt keiner bei mir, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Und in dem Sinne würde ich erstmal diese Folge beenden von t3n Interview. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und wir hören uns natürlich nicht erst in drei Jahren wieder.

Stella Das wäre wirklich schade, sondern wir hören uns in der nächsten Woche und bis dahin sage ich auf Wiederhören. Tschüss.

0:00 / 0:00