TATsache - über Menschen und Morde· Staffel 1· Folge 8

Folge 8: Der Axtmord von Kalletal

Montag, 5. Oktober 2026 · 53 min

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Shownotes

Und die wochenlange Jagd nach dem Täter
Im Juni 2022 wird ein 39-jähriger Mann in Kalletal-Stemmen im eigenen Bett erschlagen. Seine Freundin wird in dieser Nacht vergewaltigt und muss gemeinsam mit ihren Kindern unter Zwang mit dem mutmaßlichen Täter ins Auto steigen. Nachdem eine Autofahrerin die Polizei auf einen auffällig fahrenden Wagen aufmerksam gemacht hat, wird der mutmaßliche Täter von der Polizei gestoppt, flieht und bleibt mehrere Wochen verschwunden.
In dieser Folge erzählen wir, was in dieser Nacht genau passiert ist und wie die Ermittler den flüchtigen Tatverdächtigen schließlich aufspüren.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo zusammen, schön dass ihr da seid. Zutatsache über Menschen und Morde! Ich bin Selina Stolze? Ich bin Marc Matthäus. Schön, dass ihr mit dabei seid. Und bevor wir starten ein kleines Housekeeping an dieser Stelle. das ist ja unsere achte Folge heute und sollte eigentlich auch unsere letzte in Staffel eins sein.

acht Folgen pro Staffel. Das war so unser ursprünglicher Plan. aber da wir ja die ungeplante Pause zwischendrin hatten wollten wir euch jetzt Zumindest noch eine weitere Folge liefern, bevor wir in die Recherche für Staffel zwei gehen. Das bedeutet also dass ihr in zwei Wochen möglicherweise auch in drei das kommt so ein bisschen darauf an wie die Recherschen jetzt laufen Noch eine Folge bekommt Also eine weitere extra Folge in Staffel eins.

Die gibt es noch und dann hört ihr uns zwar ne Weile nicht Aber wir kommen auf jeden Fall wieder. Wir brauchen einfach nur ein bisschen Zeit um Staffel Zwei möglichst vorzubereiten anders würde das hier überhaupt nicht laufen, aber Staffel zwei kommt und wir hoffen natürlich ihr bleibt uns erhalten bis dahin.

Wir würden ja am liebsten durchziehen. Ja das Problem an der Nummer ist halt letzten Endes dass die Recherche einfach wahnsinnig aufwendig ist. also gerade wenn es um geklärte Fälle geht da hast du dann häufig mit Urteilen zu tun da hast Du dann häufig auch Ermittlungshintergründen zu tun, das ist jedenfalls mein Ansatz.

Ich will da nicht einfach nur reine Fakten aneinander ballern sage ich jetzt einfach mal sondern dann möchte ich schon mehr Wert liefern dass es das womit wir beide angetreten sind und dementsprechend sind die Recherchen dahinter manchmal ein bisschen aufwendiger richtig und wir würden das natürlich am liebsten hauptberuflich machen.

dann könnten wir das auch einfach weiter laufen lassen. Aber so schön das auch wäre. Das Gegenteil ist der Fall, wir können uns das leider nicht erlauben hier Vollzeit dran zu arbeiten. Aber ihr könnt uns natürlich jederzeit schreiben, nur weil ihr uns jetzt nicht im Podcast hört. Heißt das nicht dass wir weg sind?

Also über Instagram oder auch Kommentare auf Spotify könnt ihr euch jederzeit bei uns melden! Wir sind auf jeden Fall nicht weg. folgt uns gerne und sobald wir auch wissen wann wir mit der nächsten Staffel starten können geben wir euch natürlich Bescheid. So sieht's aus. und damit komme zum Fall von heute der Axtmord von Kalletal bevor ich irgendwas zum Fall sage.

Inhaltswarnung vorab. Das ist heute wirklich ein Fall, der schockiert, der mich auch heute noch mitnimmt. das muss sich ganz klar so sagen Und viele Menschen vor Ort beschäftigt dieser Fall nach wie vor. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die sich an diesem Fall auch ganz bestimmt in dreißig Jahren noch erinnern werden.

Das liegt zum einen an der Brutalität der Tat das liegt am Schicksal der Opfer und es liegt daran dass der Mörder einfach nach seiner Tat wirklich wochenlang auf der Flucht gewesen ist. Wir sprechen hier nicht nur über heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen wir sprechen auch über eine Vergewaltigung.

Beim Prozess hat der Vorsitzende Richter von einer Zitat Blutart, wie aus einem Horrorfilm gesprochen. Der Oberstaatsanwalt hat gesagt es sei eine der grausamsten Fälle der letzten Jahre in der Region gewesen. Ihr kennt mich ihr kennt meine Einstellung zu Inhaltswarnungen. ich spreche keine Aus wenn sie nicht absolut notwendig ist aber die muss heute einfach sein.

Überhaupt nicht schlimm, wenn ihr da sagt. Ich kann das heute hier nicht weiter hören oder ich ertrag das einfach nicht. Da seid ihr mit Sicherheit nicht die einzigen. Nee absolut. und dass es uns einfach sehr wichtig. schaut einfach auf euch. Ich muss dazu sagen Selina hat heute keine Ahnung was darauf sie zukommt.

Ich habe damals in der Zeit als der Mörder auf der Flucht gewesen ist noch für Radiolipte in der Nachrichten Redaktion gearbeitet. wir haben da regelmäßig mit Polizei- und Staatsanwaltschaft drüber gesprochen Immer wieder im Kontakt mit den Ermittlerinnen und Ermittlern gewesen, als der Mörder festgenommen ist.

Und wir haben auch danach immer wieder mit den Menschen im Kalletal gesprochen. Das ist also für mich ein Fall an dem ich mich mit Sicherheit in dreißig Jahren noch erinnern werde. Ja, wir haben nur ganz kurz mal drüber gesprochen, als wir das Thema festgelegt haben. Ist vollkommen richtig! Also bis auf ein zwei Artikel weiß sich tatsächlich nichts über den Fall und bin genauso gespannt was du da zu erzählen hast.

Wenn wir also über den Axtmord von Kallital sprechen, dann will ich nicht über die blutigen Details oder über das Beziehungsgeflecht hinter der Tat sprechen. Das zumindest nicht so in den Fokus stellen. an der einen oder anderen Stelle ist es wichtig ja aber eben auch nicht mehr als nötig. und eins noch die Namen aller Beteiligten habe geändert.

Wir sind heute im Weser Bergland an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterwegs. Selina, du hast keine Berührungspunkte zu den Kreisen Lippe, Mindenlöbecke Schaumburg und Hameln Pyrmont. So geht es wahrscheinlich vielen... Wie würdest Du die Region als Ausentstehende beschreiben?

Ja wie Du sagst. also ich war selbst auch noch nie da musste also googlen Begriffe, die zum Weser-Bergland immer wieder fallen sind. Zum Beispiel malerisch idyllisch und märchenhaft. Ich habe mir dann auch mal die Bilder angeguckt Und das trifft es schon ganz gut. Also stellte ich einfach eine Landschaft vor wie aus einem alten Märchenfilm oder so sanfte grüne Hügel Dichte Wälder alte Burgen und mittendrin ein breiter blauer Fluss der sich durchs Tal schlängelt und dass ist eben die Weser.

Diese Mittelgebirgslandschaft ist wohl vor allem als Erholungs- und Aktivregion bekannt. Liegt, du hast es ja gerade schon so ein bisschen eingegrenzt hauptsächlich in Niedersachsen reicht im Westen aber bis nach Nordrhein-Westfalen und grenzt im Süden auch noch an Hessen richtig? Ja Das trifft schon sehr, sehr gut.

Und diese Idylle gibt es im Kreis Lippe in den Kreisen drumherum und vor allem aber in der Gemeinde Kalletal nach dem achzehnten Juni-Zweitausendzwanzig wochenlang nicht mehr. Ich muss sagen ich habe rückblickend den Eindruck dass diese Izylle ganz besonders im Ortsteil stemmen danach auch irgendwie nie wieder zurückgekehrt ist.

An diesem frühen Samstagmorgen tun sich die Abgründe der Menschheit auf. Das ist nicht meine Aussage, das ist ein Zitat, dass in diesem Zusammenhang einfach immer wieder gefallen ist. An diesem Frühen-Samstagmorgn sitzt eine Frau kurz vor Rinteln in ihrem Auto. Rintel liegt in Niedersachsen im Kreis Schaumburg also direkt hinter der Landesgrenze zu NRW.

Die Frau schließt zu einem silbernen Passat auf. Der ist irgendwie komisch unterwegs, der Fahrer hat den Wagen ganz offensichtlich nicht unter Kontrolle, er fährt in Schlangenlinien. Mehrfach kommt er fast von der Straße ab. also nimmt die Frau ihr Handy und wählt die Einz-Einz-Null. Sie geht möglicherweise davon aus dass der Fahrrad betrunken sein könnte.

Ganz offensichtlich ist ja aber auf jeden Fall eine Gefahr für andere Autofahrerinnen und Autofahrer. Die Zeugin lässt also lieber mal ein bisschen Abstand und bleibt mit der Polizei in Kontakt. Sie gibt dann eben so die Standortdaten durch, und die Polizei rindeln schickt einen Streifenwagen raus. Der findet die beiden Autos dann auch relativ schnell, die da hintereinander herfahren... ...die Polizistinnen und der Polizisten winken den silbernen Passat raus, halten den Wagen an Anders als erwartet, schlägt ihnen allerdings keine Alkoholfahne entgegen sondern fast schon apatisches Schweigen.

In diesem Auto sitzt ein Mann neben ihm sitzt eine Frau und auf der Rückbank sitzen zwei Kinder. die Kinder starren ins Leere so hat mir die Polizei später beschrieben. Die Frau sagt nichts wirkt aber irgendwie innerlich unruhig. Kommunikation mit den Insassen ist schwierig, der Fahrer und die Beifahrerin sprechen nur gebrochenes Deutsch.

Die Polizisten versuchen es also mit einem Übersetzungsprogramm und deuten den beiden an auszusteigen – genau das passiert dann eben auch! Die Frau, nennen wir sie einfach mal Julia B., versucht sich mit Gesten mitzuteilen. Sie deutet also den Polizistin mit der flachen Hand einen Kehlenschnitt an…. Was die Polizei möglicherweise auch als Drohung verstehen könnte, ist hier aber definitiv als Hilferuf gemeint.

Der Fahrer versteht diese Geste und er merkt sofort dass es für ihn jetzt eng werden könnte. Wie aus dem Absoluten nichts sprintet er los und flieht. der Grund dafür ist nicht etwa das der Mann betrunken ist und deshalb nicht kontrolliert werden will Und dass er eigentlich überhaupt gar keinen Führerschein hat und daher in Schlangenlinien unterwegs gewesen ist, auch das ist nicht der Grund für die Flucht.

Dieser Mann, nennen wir ihn einfach mal Alexander A., hat vor ein paar Stunden einen anderen Mann brutal ermordet und erahnt, dass Julia B. der Polizei davon erzählen wird welchen Horror sie da gerade mit angesehen und selbst erleben musste. Ich will mir gar nicht vorstellen was für eine unglaubliche Angst die Frau gehabt haben muss.

Alexander A. flüchtet, hinterher sprintet der Streifenpolizist. es geht dann eben über Wiesen, über Felder und auf so einen kleinen Wald zu. Alexander A springt über ein Bach. Der Polizist ist ihm ziemlich dicht auf den Fersen und setzt dann auch zum Sprung an. Auf der anderen Seite landet der Polizista aber so unglücklich dass er umknickt und sich dabei den Fuß bricht.

Die Verfolgung ist damit natürlich beendet und Alexander A entkommt. Ein Krankenwagen kommt, die Sanitäter kümmern sich logischerweise um den verletzten Polizisten und seine Kollegin spricht in der Zeit mit Julia B. Die steht immer noch komplett unter Schock und erzählt der Polizistin was sie eben dieser Nacht erlebt.

Und wenn diese Geschichte so stimmt, das wird der Streifenpolizistin dann jetzt auch klar. Dann geht es eben nicht um Alkohol am Steuer, dann geht's nicht um fahren ohne Fahrerlaubnis – dann sprechen wir hier über einen heimtückischen Mord! Julia B. nennt der Polizistin eine Adresse in Nordrhein-Westfalen, in Kalital Stämmen um genau zu sein.

und genau da fahren kurze Zeit später dann auch mehrere Polizeiautos vor. Kriminaltechnik mit dabei Spuchensicherung mit dabei die Mordkommission. Weser ist auch vollständig vor Ort. Kurz vorher ist schon eine Polizeistreife der Polizei Lippe da gewesen und die hat eben bestätigt, dass in diesem Haus ein Mann tot im Bett liegt und ganz offensichtlich umgebracht worden ist.

In kompletter Montur stehen die Ermittlerinnen und Ermittlern kurz drauf in der Wohnung, in der Weserstraße. Die Szenerie wirkt tatsächlich wie im Horroff-Film. Im Bett liegt ein nackter Mann auf dem Rücken. Nennen wir ihn Yuri Pee. An der Wand sind überall Blutspritzer zu sehen Und die Todesursache ist ganz offensichtlich Denn in der Schläfe von Yuri PEE steckt noch eine Axt.

Das muss ich hier so deutlich ansprechen, ganz einfach. Weil sonst die Wucht und die Brutalität einfach nicht deutlich genug wird. Abwehrverletzungen sind übrigens nichts zu finden. Und auch das deckt sich mit der Aussage von Julia B., sie sagt dieser heimtückische Mord sei nicht das einzige Verbrechen gewesen, dass in dieser Nacht in dieser Wohnung in Kalital Stemm stattgefunden hat.

Wir sprechen zusätzlich noch von einer Vergewaltigung. Ich muss einmal kurz eine Zwischenfrage stellen. Wie genau hängen denn Alexander A und Julia B und jetzt auch noch Yuri P zusammen? Da gibt es mit Sicherheit eine Beziehung oder Vorgeschichte, oder so... Diese Vorgeschichte gibt es natürlich. Schauen wir uns vielleicht erst mal Julia B an, die ist im Juni-Zweißen-Zweiundzwanzig-Vierundzwanzig Jahre alt hat bis vor Kurzem mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der Ukraine gelebt.

Die Kollegen von der Neuen Westfälischen haben davon gesprochen dass die Familie irgendwo in der Region Donbass gelebt haben soll. Im Februar-Zwanzig bricht dann ja aber eben der Krieg aus Russland überfällt die Ukraine Und laut NW wird Der Mann von Julia B in den ersten Kriegswochen von russischen Soldaten erschossen.

Sie flieht daraufhin mit ihren Kindern und auf der Flucht lernt sie Alexander A kennen, der ist zur Tatzeit thirty-six Jahre alt kommt eigentlich aus Azerbaijan es aber schon vor mehreren Jahren in die Ukraine ausgewandert. dass er gerade aus dem Gefängnis kommt das weiß Julia b zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Ich gehe mal davon aus, dass sie in erster Linie einfach froh gewesen ist. Dass sie nicht alleine mit den Kindern fliehen muss. Alexander A und Julia B kommen sich während der Flucht näher Und es entsteht sowas wie eine Beziehung. Er ist jedenfalls bald schon ihr Exfreund. Als er ihr gesteht, dass er bis vor kurzem wegen Mortis im Gefängnis gesessen hat, beendet sie sofort die Beziehung.

Und das sorgt letztlich dafür, dass Alexander A. plötzlich Obdachlos ist und auch Tage und Wochen lang im Wald in Hütten oder auf der Straße lebt. Und Yuri P., das Opfer wie kam Dada jetzt noch dazu? Juri P. lebt mit seiner Familie im Weser-Bergland, der ist neununddreißig Jahre alt und kommt ursprünglich auch aus der Ukraine.

Er ist allerdings nicht vor dem Krieg geflohen sondern lebt schon seit etlichen Jahren in Deutschland hat er seinen eigenen Betrieb in der Region und über mehrere Ecken hört er eben von Julia B., die da gerade auf der Flucht ist und holt sie die Kinder unter Alexander A. Mit dem Auto von der polnischen Grenze ab.

Erst leben die vier Geflüchteten also bei der Familie, später dann haben sie ihre eigene Wohnung im Kalletal. Als sich Julia B und Alexander A dann trennen geht Yuri P eine Beziehung mit ihr ein und das obwohl er verheiratet ist und mit der Frau Kinder hat. dass es hier um ne Beziehungs-Tat geht und dass Alexander a wirklich dringend tatverdächtig ist Das ist für die Mordkommission von daher auch innerhalb der ersten Stunden klar.

Ich grätsch dann nochmal kurz rein, weil du gerade von Beziehungstat gesprochen hast. Das würde ich gerne kurz thematisieren denn es gibt Kritiker also es gibt Menschen die diesen Begriff völlig fehl am Platz finden und zwar gleichwertig mit so Begriffen wie Familien-Drama. Und sie lehnen diese Begriffe eben komplett ab weil Sie finden das damit schwere Gewalt verbrechen wie zum Beispiel Mord oder Totschlag als Ja, sagen wir Tragödie verharmlos und auch die Schuld vom Täter abgelenkt wird.

Ich ganz persönlich finde auch das so Begriffe wie Familien-Drama zum Beispiel tatsächlich den Eindruck erwecken dass die Tat in einer Art Streit passiert bei dem beide Seiten irgendwie schuld sind. In Wahrheit ist es ja meistens einseitig also es geht oft um Macht und Kontrolle. aber du benutzt diesen Begriff jetzt Warum genau?

Ich bin da komplett bei dir. Also mein Paradebeispiel dafür ist immer Erweiterter Suizid, das ist so... Nee! Das ist es nicht. Es ist ein Mordpunkt. Erweiteter Suizide stilisiert letzten Endes in Mord irgendwie zum Kollateralschaden eines Selbstmords und das is verharmlosend gemeint. Wenn ich von Beziehungs-Tat spreche, dann benutze ich da ein Wort das Ermittlerinnen und Ermittlern mir gegenüber immer wieder nutzen.

Immer dann wenn es letzten Endes eine Beziehung zwischen Täter oder Opfer gibt. Also ganz konkret – Das kann der Sohn und die Mutter sein! Das ist ne Beziehungen. Oder das kann die Nichte und der Neffe sein! Es können natürlich auch zwei Brüder sein, auch das wäre eine Beziehungstat. Also es geht da nicht darum oder anders ausgedrückt.

Es ist eben keine Bezeichnung dafür dass es wirklich eine Liebesbeziehung, eine Affäre, was auch immer... also dass es da etwas Körperliches gegeben hat. Das ist einfach nur ein Begriff den die Polizei immer wieder nutzt wenn es darum geht dass es nicht der große Unbekannte gewesen ist der hier möglicherweise die Tat begangen hat.

Okay, das müssen wir noch mal ganz klar machen. Dass du das vollkommen rational verwendest weil es gibt eben auch die Lesart dass dadurch die Verantwortung jetzt zum Beispiel ganz subtil vom Täter weg hin zu der Beziehungsdynamik oder der Partnerschaft verlagert wird. also nach dem Motto Das ist aus dieser Nein, auf gar keinen Fall.

Auf gar keinen fall. wir müssen auf jeden Fall klar machen es gibt diese Kritik und so Begriffe wie beziehungs drama oder sowas werdet ihr bei uns auch sicherlich nicht hören. Ich bin auch großer fan davon ein Femizid als Femizi zu bezeichnen schlicht und ergreifend weil alles andere wird dem nicht gerecht punkt.

So aber nochmal Beziehung start Bezieht sich in diesem Fall darauf, dass es eben irgendeine Beziehung, irgendein Verbindung zwischen Täter und Opfer gegeben hat. Und das eben nicht der Täter als der große Unbekannte gesucht wird. Alles klar! Dann kommen wir zurück zu deinem Thema. jetzt muss ich nochmal fragen wie ist Alexander A. Jetzt in die Wohnung gekommen?

Ja, und genau das ist bis zum Schluss nicht ganz klar. Die Polizei findet an diesem Samstagmorgen jedenfalls keine Einbruchsspuren. heißt also entweder hat er einen Schlüssel gehabt oder es von irgendwem in die Wohnung gelassen worden? Das ist nie zweifelsfrei geklärt worden! Du hast jetzt immer wieder gesagt dass die Geschichte die Julia B der Polizei erzählt hat komplett schlüssig und nachvollziehbar gewesen sei.

was genau hat sie denn der Polizei gesagt? Also Julia B sagt aus, dass Yuri P in dieser Nacht bei ihr und ihren Kindern geschlafen hat. Und mitten in der Nacht steht dann also Alexander A im Schlafzimmer und hat ne Achs dabei! Sie will wach geworden sein nachdem Alexander A Yuri P neben ihr im Bett erschlagen hat.

Der Mord an dem Nebenbuhler reicht dem thirty-sechjährigen Alexander A aber noch nicht. Er packt Julia B bedroht sie mit nem Messer und zährt sie dann an den Haaren ins Badezimmer und da vergewaltigt er sie brutal. Spuren dieses Verbrechens kann die Polizei an diesem Tatort auch sichern, und nach dem Mord und nach der Vergewaltigung nötigt Alexander A. Julia B., ja dazu die Kinder zu wecken zwingt sie in das Auto von Yuri P. Und damit will er dann eben fliehen dass er keinen Führerschein hat und eigentlich keine Ahnung wie man Auto fährt.

Das sorgt dann eben später dafür, dass eine andere Autofahrerin von einer Alkoholfahrt ausgeht und die Polizei ruft. Die Polizei ist dann also am Tatort und sichert die Spuren? Es gibt auch ganz deutliche Hinweise darauf, das Alexander A der Täter sein dürfte. Und der läuft in dem Moment ja aber noch freier rum.

Also gehe ich mal davon aus, dass spätestens jetzt die Polizei die Fahndung hochfährt? Ja, ja und das ganz massiv. Also in den Kreisen Lippe und Schaumburg und Hameln Pymons sind Spezialeinsatzkommandoes, mobile Einsatzkommandos und Hubschrauber unterwegs und davon dann tatsächlich auch gleich mehrere.

Grund ist natürlich dass der Tatverdächtige möglicherweise bewaffnet ist und dass die Polizei ihn als äußerst gewaltbereit einschätzt. Schon am Samstag Nachmittag geht daher eben eine Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Detmold und der Kriminalpolizei Bielefeld raus. Wir sprechen hier also nicht nur von einer Öffentlichkeitsfandung, sondern auch von einer Warnung der Öffentlichkeit.

Da heißt es nachmittags um siebzehn Uhr zehn ich zitiere... Die Polizei Bielefeld richtete nach einem Tötungsdelikt in der Weserstraße im Ortsteil Stämmen am Samstagmorgen achzehnter sechster zwanzig eine Mordkommission ein. Der wird dann relativ deutlich beschrieben, also nicht nur mit Alter, mit Größe und Gewicht sondern eben auch mit besonderen Erkennungsmerkmalen.

Beispielsweise eben mit seinen Tattoos. das ist ein Skorpion an der Schulter und ein Schwert mit Schlangen auf dem Arm. Und dann heißt es da weiter. ich zitiere nochmal Der Aufenthalt des Gesuchten ist derzeit unbekannt. Möglicherweise hält er sich im Bereich Renteln oder Kalletal auf? Sprechen Sie den gesuchten Beiantreffen nicht an, nehmen sie in diesem Bereich keine Anhalter mit.

Personen die ihn kennen, die Kontakt zu ihm haben oder Hinweise zum jetzigen Aufenthaltsort geben können werden gebeten sich umgehend bei der Polizei zu melden. Hinweise bitte an die Mordkommission Weser bei der Polizeien Bielefeld oder an jede andere Polizeidienststelle unter eins, eins null Zitat Ende.

Ja da läuft es einem schon eiskalt den Rücken runter ne? Also solche Pressemitteilungen bekommen wir auch echt super selten. das wirklich eine gefährliche Person auf der Flucht ist und akut gesucht wird ist jetzt nicht alltäglich in der Nachrichten Redaktion nie. Es ist ja letzten Endes ganz offensichtlich Gefahr im Verzug, der Mann ist möglicherweise bewaffnet.

Der Mann wird als äußerst brutal und gefährlich eingeschätzt, dringend tatverdächtig in Mord begangen zu haben... ...und wenn du das in den Zeitungen liest oder im Radio hörst, da wird dir anders. Das ist mal völlig klar! Ja? Das Wochenende vergeht auf jeden Fall. Alexander A bleibt verschwunden. die Polizei Ja, sucht wirklich intensiv und tagelang nach ihm.

Immer wieder gibt es Hinweise aber immer wieder ist Alexander Ahr schon verschwunden als die Polizei persönliche Gegenstände von ihm findet beispielsweise eben im Wald oder am Waldrand. wie gesagt also er hat längere Zeit im Wald gelebt und er kennt sich ja mittlerweile in dieser abgelegenen Gegend aus.

Am Montag den zwanzigsten Juni gibts dann eine zweite gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Detmold und der Polizei Bielefeld. Die kommt am frühen Nachmittag bei uns in der Radiolippe nachrichten Redaktion rein. Da heißt es, ich zitiere... Die Öffentlichkeit wird weiterhin um Mithilfe gebeten bei der Ermittlung des derzeitigen Aufenthaltsorts, des thirty-seixjährigen Alexander A. Zitat Ende.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen dann noch ein bisschen genauer auf die Tat ein. Darüber haben wir ja gerade schon gesprochen und dann geben die Ermittlerinnen und Ermittlern eben eine aktuelle Einschätzung ab. Ich zitiere nochmal aus dieser Pressemitteilung Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wird Eifersucht als Tatmotiv angenommen.

Die vierundzwanzigjährige Beifahrerin war zu einem früheren Zeitpunkt mit den mutmaßlichen Täter liiert, in ihrer Wohnung wurde das neun und dreißigjähriger Opfer getötet. Der dringend tatverdächtige verschaffte sich offenbar Zugang zur Wohnung. dort versetzte er dem Opfer mit einer Axt einen Schlag auf den Kopf die am Sonntag, dass das Opfer unmittelbar an den Folgen des Akztiebes verstorben ist.

Umfangreiche Verhandlungs- und Durchsuchungsmaßnahmen verliefen am Wochenende erfolglos, diese erfolgten unter Hinzuziehung von Polizeihubschraubern, Diensthunden und Spezialeinsatzkräften.". Die Pressemitteilung endet dann eben mit einem dringenden Zeugenaufruf und mit der Warnung, ich zitiere noch mal weiterhin gilt.

Sprechen Sie den Gesuchten bei Antreffen nicht an? Nehmen sie in diesem Bereich bitte keine Anhalter mit! Nach aktuellem Kenntnisstand ist Alexander Ahn nicht motorisiert und weiterhin zu fußflüchtig. Er ist ja aber in den Tagen nach dem Mord schon noch gesehen worden oder?! Ja, absolut. Mal in einem Waldgebiet in der Nähe mal dann eben auch in nem Supermarkt beim Einkaufen das hat der damalige Leiter der Mordkommission im Podcast aus erster Hand erzählt wusste ich tatsächlich bis dahin auch nicht.

absolute Empfehlungen sind allerdings auch ein paar Ungenauigkeiten drin. Das ist der Grund warum ich hier nochmal die Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft zitiere. Hätten das die Macher da mit der Pressemitteilung auch gemacht, dass sie sich die einfach rausgesucht hätten dann wäre das wahrscheinlich aufgefallen.

Am Dienstag den einundzwanzigsten Juni zwanzig gibt es auf jeden Fall einen Update der Polizei Bielefeld zu den Fahndungsmaßnahmen. Da heißt es Die Mordkommission WESA hat im Rahmen der Fahrendungs- und Ermittlungsmaßnahme eine Vielzahl von Hinweisen aus der Bevölkerung zum möglichen Aufenthalt des Tatverdächtigen erhalten.

Derzeit ist die Polizei Bielefeld mit der Polizei Lippe und weiteren starken Polizeikräften vor Ort, um den Fandungshinweisen nachzugehen. Die Polizei Bielefeld richtet vor Ort einen Medienanlaufsteller auf dem Parkplatz zur Wasserski-Anlage in Stämmen ein. Im Rahmen des Einsatzes wird die Polizei angetroffene Personen kontrollieren, Ziel ist es den Gesuchten aufzufinden und festzunehmen sowie Gefahren für unbeteiligte Personen auszuschließen.".

Zitat Ende. Es ist auch mal eine Ansage ne? Ja und das wird ganz anders. ich habe gerade nochmal kurz überlegt wie viele Tage waren dass jetzt hier erflüchtig ist. drei Vier, ich bin mir jetzt gerade nicht ganz sicher ob ich richtig mitgezählt habe. Aber so jemand auf der Flucht und so viele Einsatzkräfte die ihm nicht haphaft werden können das ist schon...

Das sorgt natürlich auch einfach für Verunsicherungen in der Bevölkerung. also die Leute bei uns in Lippe sind wirklich schockiert gewesen sind extrem verängstigt gewesen. wir haben immer wieder Anrufe gekriegt Immer wieder Mails von Leuten, die einfach gefragt haben. Hat die Polizei den jetzt mittlerweile?

Einfach weil ja klar da geht die Angst um vollkommen klar. Insbesondere wenn die Polizei halt warnt dass der gefährlich ist und bewaffnet sein könnte. also das verstehe ich schon dass da einige Menschen sicherlich sehr unruhig waren und ruhig wurden und Angst hatten schlicht Klar Klar ist für die Polizei.

aber jetzt, Alexander A versteckt sich irgendwo in der Gegend und das eben obwohl die Polizei wirklich mit einem absoluten Großaufgebot nach ihm sucht quasi jeden Stein umdreht. Mittlerweile sind auch Zielfahnder des Landeskriminalamts auf ihn angesetzt, da sprechen wir nachher noch mal ein bisschen ausführlicher drüber.

Am Dienstagabend gibt's auf jeden Fall noch eine Pressemitteilung. die kommt gegen zwanzig Uhr achtundvierzig also zu einer Zeit wo normalerweise Ermittlerinnen und Ermittlern keine Pressemetteilungen mehr verschicken. Und darin heißt es ich zitiere nochmal Nach einem vollendeten Tötungsdelikt in Kalletal, in der Nacht von Freitag auf Samstag, achtzehnter, sechster, zwanzig und einer anschließenden Öffentlichkeitsfahndung nach einer dringend hartverdächtigen Person sind aus der Bevölkerung diverse mögliche Sichtungen des Sechsunddreißigjährigen Alexander A. gemeldet worden.

Am Dienstag-Nachmittag, einundzwanzigster, sechster, zwanzig lagen den Ermittlern der Mordkommission WESA vielversprechende Hinweise zum Aufenthaltsort des Sechstund dreißigjährigen Nähe von Stämen vor. Die bereits bestehenden Fahndungen konzentrierten sich daraufhin auf ein ländliches Areal im Grenzbereich zu Niedersachsen.

Im Zuge der eingeleiteten Maßnahmen wurden erneut Hubschrauber, Diensthunde Spezialeinsatzkräfte sowie Kräfte der Bereitschaftspolizei eingesetzt. Der gesuchte Alexander A. konnte vor Ort nicht angetroffen werden – die Polizei endet auch an dieser Stelle wieder mit einem Zeugenaufruf und mit der Warnung.".

Wir sehen hier also, dass die Polizei ganz offensichtlich versucht die Bevölkerung zu informieren über die Medien. Dass die Polizei sehr offensichtlich versucht irgendwie die Leute zu beruhigen aber gleichzeitig eben auch zu warnen. Ja absolut! Wie gesagt solche Fälle haben wir äußerst selten und dann ist es natürlich auch wichtig das die Medien und die Polizeibehörde zusammenarbeiten, denn sie sind ja auch auf die Hinweise angewiesen.

Und die nächste Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft lässt dann nicht lange auf sich warten. Die geht nämlich schon am Mittwoch-Mittag raus. da geht es um wieder neue Hinweise wie bei der Polizei eingegangen sind. ich zitiere Der wegen Mordes dringend tatverdächtige Alexander A. befindet sich weiterhin auf der Flucht und wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht, er könnte Kontakt zu osteuropäischen Lkw-Fahrern suchen oder hat möglicherweise seine Kleidung bereits nach der Tat gewechselt.

Im Zuge der gestrigen Maßnahmen wurde unter anderem ein Mann kontrolliert, der eine ähnliche Erscheinung wie der gesuchte hatte – einer Überprüfung bestätigte jedoch dass es bei ihm nicht um A handelt. Es ist nicht auszuschließen, dass der gesuchte den Kontakt zu osteuropäischen Lkw-Fahrern sucht um seine Flucht vorzusetzen.

Zudem besteht der Verdacht er könnte sich Wechselkleidung besorgt haben.". Die Wechsel Kleidung wird dann relativ genau beschrieben. heute wissen wir im Rückblick Alexander A hat an diesem Nachmittag wohl ein Geschäft in Rindeln besucht und hat sich da neue Kleidungen gekauft. Die Vermutung, dass er per Anhalter möglichst schnell so weit wie möglich wegkommen will liegt natürlich nahe.

Im Landkreis Schaumburg gibt es auch mehrere Autobahn-Rasthöfe. Hier setzt die Polizei an und informiert darüber schon am Mittwochabend.". Die Mordkommission Weser weitet ihre Fahndungsmaßnahmen nach dem dringend tatverdächtigen Alexander Ahrweiter aus und führt heute eine Flugblattaktion an der A-II zwischen Bielefeldt und Hannover durch, um weitere Hinweise zu erhalten.

Nach den bisherigen Ermittlungen erscheint es möglich, dass Alexander A. Kontakt zu osteuropäischen Fernkraftfahrern oder anderen Reisenden sucht- oder gesucht hat um als Anhalter oder auf anderen Wegen seine Flucht fortzusetzen. Daher wird die Mordkommission Weser heute Nachmittag mit Unterstützung mehrerer Kreispolizeibehörden und der Bereitschaftspolizei Flugblätter auf Raststätten- und Parkplätzen entlang der A-II verteilen.

Die Fahndungsblätter beinhalten, wie bisher veröffentlichen Bilder des dringenden Tatverdächtigen sowie Informationen zum Sachverhalt und Handlungsaufforderungen in den vier Sprachen Deutsch, Polnisch, Russisch und Tschechisch. Eine Medienanlaufstelle wird ab vierzehn Uhr an der Raststelle Lipperland Süd eingerichtet.

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der dringend tatverdächtige weiter im Raum Kalletal aufhält, werden sichtbare und verdeckte Maßnahmen der Polizei zur Aufklärung des Falz durchgeführt.". Der thirty-sechjährige Alexander Ahrs dringentatverdächte ich am Samstag den achtzehnten Juni zwanzig ein Mord im Lipischen Kallettal begangen zu haben.

Du kannst dir also vorstellen, Selina das sind extrem heftige Tage gewesen für die Menschen da an der Grenze zwischen NRW und Niedersachsen. Da ist ein mutmaßlicher Mörder auf der Flucht. immer wieder weiß die Polizei darauf hin dass er extrem gefährlich ist möglicherweise bewaffnet sein könnte. Wichtigste Frage an der Stelle bringen die neuen Verhandlungsaktionen überhaupt irgendwas?

Ja, darauf gehen Polizei und Staatsanwaltschaft noch am Donnerstagabend ein. In einer Pressemitteilung kurz vor Mitternacht heißt es. Und allein die Tatsache dass diese Pressemetteilungen um dreiundzwanzig Uhr neunundzwantzig rausgeht. das unterstreicht ja schon wie intensiv die Polizei hier ermittelt hat.

da heißt es also am Donnersdagabend. Die Mordkommission Wieser hat am Donnerstag, der Donnestag, den Fahndungsmaßnahmen durchgeführt. An Raststätten und Parkplätzen der A-II zwischen Bielefeldt und Hannover wurden Pfandungsplakate aufgehängt und Flugblätter an LKW-Fahrer und weitere Verkehrsteilnehmer verteilt.

Dadurch konnten neue Hinweise erlangt werden, denen die Ermittler nun nachgehen. Wie bereits berichtet, könnte Alexander A. versuchen oder versucht haben, mittels osteuropäischer Lkw-Fahrer oder anderer Reisender seine Flucht vorzusetzen? Um die Verkehrsteilnehmer für diese Möglichkeit zu sensibilisieren und um weitere Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten zu ermitteln wurden zahlreiche Gespräche geführt und mehrere Tausend Flugblätter verteilt.

Im Zuge der Maßnahme entlang des etwa neunzig Kilometer langen Streckenabschnitts, erhielten die Beamten vereinzelte Hinweise zumöglichen Sichtungen des sechsohn dreißigjährigen. konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort liegen nicht vor. Gleichzeitig wurden neue sichtbare und verdeckte Fahndungsmaßnahmen im Bereich Kalletal durchgeführt, so wurde unter anderem nach einem Hinweis ein Waldstück westlich der Ortschaft Silixen durchsucht.

Insgesamt führten die durchgeführten Fahnderungsmaßen nicht zum Auffinden des gesuchten Alexander A. Es scheint also, als ob der mutmaßliche Mörder tatsächlich irgendwie versucht wegzukommen und das bewahrheitet sich dann auch. Am Montag drauf, also am siebenundzwanzigsten Juni gibt's nochmal ein Pressestatement – da loben die Ermittlerinnen und Ermittlern eine Belohnung von fünftausend Euro für Hinweise aus, die eben dazu führen dass Alexander A. festgenommen wird….

Und es gibt noch einen Update zu den Fahndungsmaßnahmen! Auch hier zitiere ich nochmal An Campingplätzen, Kleingartenanlagen, Tankstellen und Lebensmittelgeschäften werden die Plakate aufgehängt um weitere Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten zu erhalten. Dazu zählen auch Beobachtungen wie zum Beispiel eine aufgebrochene Gartenhütte oder der Diebstahl von Lebensmitteln.

An diesem Montag macht dann noch eine weitere Nachricht die Runde schockierend ohne Ende, denn keine zwanzig Kilometer von Kalletal entfernt hat es noch einen Mord gegeben. In Oberkirchen im Landkreis Schaumburg ist die Inhaberin eines schreibbaren Geschäfts tot in ihrem Laden gefunden worden. Viele Medienvertreter fragen da natürlich sofort, gibt es einen Zusammenhang oder hat der Axtmörder hier wieder zugeschlagen?

Für die Polizei Niedersachsen und den Nordrhein-Westfalen ist aber relativ schnell klar dass es eben keine Verbindung gibt und genau das bestätigt sich später auch. Die Festnahme gibt's relativ schnell nach der Tat und für diesen Mord wird ein anderer Mann später zu lebenslangerhaft verurteilt. Das ist natürlich ein ganz böser Zufall, ne?

Also du hast hier innerhalb von wenigen Kilometern relativ zeitnah zwei Morde ... ähm... Und natürlich steht da erst mal die Frage im Raum Kann es da eine Verbindung geben zumal ja eben auch Der mutmaßliche Mörder aus dem ersten Fall noch auf der Flucht ist? also Zwei solche Taten in kurzer Zeit. Ebenfalls super selten und ja schon heftig in dem Fall, ne?

Also der Polizei ist relativ schnell klar das habe ich ja gerade schon kurz angerissen dass die taten nicht zusammen passen ganz einfach weil der modus operandi ganz offensichtlich ein anderer gewesen ist. Das wissen wir das weiß die Bevölkerung in dem moment aber eben einfach noch nicht richtig. Für die Polizei ist aber eben relativ schnell klar, die Tat ist mit Sicherheit nicht Alexander A. zuzuschreiben.

Die Polizei in Bielefeld bittet auf jeden Fall jetzt Zielfahnder des Landeskriminalamts um Hilfe. Die fangen auch sofort an Alexander A systematisch zu durchleuchten. Von der Geburt bis zur Flucht wird alles auf den Kopf gestellt. Das hat mir mal der ehemalige LKA-Pressechef Frank Scheulen gesagt, als wir uns über die Arbeit von Zielfahndern unterhalten haben und das bringt dann letzten Endes auch den Erfolg.

es dauert ein kleines bisschen. Die Zielfahnder können nämlich eine neue Telefonnummer von Alexander A ausfindig machen Und die ist auch aktiv. anhand dieser Nummer können sie in Orten. Der Standort befindet sich mal in Deutschland Mal in Polen Und so stellt die Staatsanwaltschaft Detmold eben eine Rechtshilfe ersuchen bei den polnischen Behörden.

Die kooperieren natürlich mit der deutschen Polizei und halten sich einfach bereit für den Fall, dass Alexander Ahr nach Polen flieht also über die Grenze drüber. da darf logischerweise die deutsche Polizei dann nicht einfach so hinterher. Für den fall gibt es denn eben diese rechtshilfe? er suchen und da sind die polnische Polizisten sehr gut vorbereitet und gut fünf Wochen nach der Tat meldet die Polizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft den Durchbruch.

In der Pressemitteilung vom XXI. Juli-Zweitausend-Zweiundzwanzig heißt es, ich zitiere, Fandungserfolg flüchtiger beschuldigter im Fall des Tötungsdelikts vorm achtzehnten Juni-zwanzig-zweiund zwanzig festgenommen.". Nachdem es den Beamten der Mordkommission Weser durch intensive Ermittlungen gelungen war, den Aufenthaltsort des Beschuldigten Alexander A. zu lokalisieren, konnte er gestern am späten Abend im brandenburgischen Briskow-Finkenherd nahe der polnischen Grenze festgenommen werden.

Dem Beschuldigte wird zur Last gelegt am achtzehnten Juni zweiundzwanzig ein neununddreißigjährigen Mann aus Rinteln in Kalletal im Schlaf mit einem Achstieb getötet und anschließend seine frühere Freundin vergewaltt zu haben. Bei einer Kontrolle in Rindeln gelang ihm zumindest vorübergehend die Flucht.

Die Festnahme erfolgte durch Spezialeinsatzkräfte der Brandenburgischen Polizei, hervorzuheben ist die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Polizeibehörden beider Länder. Darüber hinaus stand die Staatsanwaltschaft Detmold im engen Austausch mit den polnischen Strafverfolgungsbehörden, die für den vermuteten Fall eines Aufenthalts des Beschuldigten Vorbereitet und ebenfalls zum Zugriff bereit waren.

Der Beschuldigte wird im Laufe des Tages nach Detmold verbracht und dort der Haftrichterin des Amtsgerichts Detmould vorgeführt werden, die ihm dann den bereits bestehenden Haftbefehl wegen Mordes verkünden. wir Zitat Ende. Endlich! Ja... Über ein Monat hat das gedauert Und mehr als einen Monat wissen die Menschen vor Ort einfach nicht dass sie eigentlich keine Gefahr mehr zu befürchten haben, aber solange eben nicht hundertprozentig klar ist dass der Mann gefasst ist besteht natürlich immer irgendwie die Angst und gleichzeitig ist es natürlich auch für die Menschen in Brandenburg überhaupt gar nicht klar welcher man da eben in ihrer Nähe unterwegs ist.

also da gab's ja letzten endes auch erst kurzfristig den hinweis drauf also nachdem dann eben die nummer bekannt gewesen ist. Nach dem klar war wo er sich in etwa aufhält, ist das alles wahnsinnig schnell gegangen und innerhalb von vierundzwanzig stunden so hat der zuständige mk leiter damals gesagt hat es dann eben den zugriff gegeben.

also die kommunikation da muss wahnsinnigt gut gewesen sein und so ist es ja dann eben auch in der pressemitteilung beschrieben worden dass das Ganze so schnell, so intensiv und so erfolgreich abläuft. Da dürften die Telefonhörer geglüht haben da ist mal von aus zu gehen. Gibt es denn jetzt im Prozess noch irgendwelche Erkenntnisse?

Ich habe mich ja die ganze Zeit gefragt Haben die Kinder irgendwas mitgekriegt? Mal abgesehen natürlich von der Angst ihrer Mutter während der Fahrt. Also die Kinder sollen, so ist es dann eben auch von Julia B. gesagt worden geschlafen haben. also die haben wohl verhältnismäßig wenig mitbekommen sowohl vom dem Mord als auch der Vergewaltigung.

da haben sie vermutlich wenig mit bekommen. und trotzdem ist natürlich klar die erleben natürlich ihre Mutter die sehen wie ihre Mutter drauf ist. Du weißt natürlich auch nie, was dazwischen der Mutter und den Kindern geredet worden ist. Das ist mal vollkommen klar her! Am neunten Januar-Zweißen-Dreiundzwanzig beginnt dann auf jeden Fall der Prozess vor dem Landgericht.

Detmold Alexander A. sitzt auf der Anklagebank. mittlerweile ist er siebenunddreißig Jahre alt Und gleich am ersten Prozesttag fällt ein Satz der den Prozess komplett verändert Alexander A gesteht den Mord, er bestreitet aber eben die Vergewaltigung. Die Verteidigung trägt dann eine Erklärung vor und darin schildert Alexander A seine Version der Ereignisse.

dem späteren Opfer gesehen und diese Situation habe er eben nicht ertragen. Und das ist der Grund, warum er dann zur Axt gegriffen habe. Damit ist eben der Mord überhaupt gar nicht mehr die zentrale Streitfrage sondern es geht jetzt plötzlich einfach darum Warum hat er ihn getötet? Was ist danach passiert?

Dass er die Vergewaltigung abstreitet Das hat natürlich Gründe, es steht nämlich eben auch die Sicherungsverwahrung im Raum. Das ist mal vollkommen klar. und ... Die Anklage geht eben davon aus dass das Opfer keine Chance gehabt hat geschlafen hat und... Dass Alexander A eben gewusst hat wo er war, dass er ohne zu zögern zugeschlagen hat Und dass er eben mit einem Achstieb getötet hat.

Das zeigt ja eben auch Die Durchtriebenheit, diese Bösartigkeit. Das ist im Prozess immer wieder deutlich geworden und dementsprechend muss das Gerichtern natürlich auch prüfen... ...ist damit die Voraussetzung für Mord aus Heimtücke erfüllt? Das liegt jetzt natürlich auf der Hand. wenn jemand schläft dann isst er arg-und wehrlos und das sind ja die Bedingungen für einen Mord Aus Heimtycke Hat im Bett gelegen, hat den Angriff nicht vorher gesehen und hat dementsprechend natürlich auch keine Chance gehabt sich zu verteidigen.

Und genau diese Situation hat Alexander A eben ausgenutzt. Die Aussage von Julia B die ist vor Gericht Ganz ganz wichtig. also das was sie aussagt, dass er hatte sich ja vorher schon immer wieder bewahrheitet. Das hatten unter anderem auch die Spurensicherer gesagt. Julia B ist beim Prozess übrigens nicht in Deutschland.

Sie ist mittlerweile wieder in die Ukraine zurückgegangen und sie sitzt ich meine es wäre ein Kiev gewesen hat sie im Gericht gesessen während der Krieg drum herum tobt, das muss man sich mal vor Augen halten. Also sie sitzt da in einem Gericht in Kiew und durchlebt... ...das alles nochmal! Sie ist dann per Video zugeschaltet worden und hat da natürlich eine wahnsinnig emotionale Aussage gemacht.

auch das ist vollkommen klar. ich habe es gesagt sehr dass ganze immer wieder durchleben müssen. Eine der zentralen Aussagen ist dann gewesen sie hätte es nicht ertragen. Ihrem peiniger dem Mann, der ihren geliebten umgebracht hat gegenüberzustehen und das so zu erleben und von daher hat das Landgericht Detmold zugelassen dass sie per Video zugeschaltet wird.

am Ende kommt ein Urteil dabei rum mit dem die Nebenklage, mit dem die Staatsanwaltschaft sehr zufrieden sind. Also es ist die höchsten mögliche Strafe, die nach deutschem Recht möglich ist. Es ist Mord und damit wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. gleichzeitig wird die besondere Schwere der Schuld festgestellt und anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet Und ich habe da mit Leuten aus Ermittlungskreisen drüber gesprochen.

Genauer darf ich an der Stelle nicht werden und die sind übereinstimmt, der Meinung Alexander A wird im Leben nicht wieder aus dem Gefängnis kommen. Der wird bis zu seinem Lebensende im Knast sitzen Und das ist wirklich selten dass mir Menschen von Polizei oder generell dass mir aus der deutschen Justiz sagen, dieser Mann wird mit Sicherheit nicht wieder frei kommen und sich da hundertprozentig sicher sind.

Ja die meisten halten sich da ein bisschen zurück wobei bei so einer Strafe du hast es ja gerade selbst gesagt wir haben das auch schon mal thematisiert in einer früheren Folge da wieder freizukommen ist wirklich schwierig sehr sehr schwierig. Ein Grund, warum die anschließende Sicherungsverwahrung verhängt worden ist.

Ist übrigens auch die Vergangenheit von Alexander A und da sind wir jetzt wieder in der Ukraine. dahin ist er aus Azerbaijan ja ausgewandert hatte da eben auch eine Freundin Und im Zuge der Recherche stellt Die Polizei fest dass Alexander a ne Vorstrafe hat. Er hat seine damalige Freundin in der Ukraine getötet und auch damals hat er eine Axt benutzt.

Dafür hat er ne Haftstrafe bekommen, ich meine er hätte neun Jahre oder so im Gefängnis gesessen ist dann wieder freigekommen und jahre später freigegommen und innerhalb kürzester Zeit begeht er dann in Deutschland den nächsten Axtmord. Das ist ein zentraler Punkt gewesen, warum das Gericht der Meinung gewesen ist.

Dieser Mann ist gefährlich! Da besteht eine Wiederholungsgefahr und da muss man dann eben die Sicherungsverwahrung verhängen. Wie hat denn das Gerich entschieden was die Vergewaltigung angeht? Das kam natürlich noch mit dazu. Also wenn du jemanden umbringst und dann gleich direkt im Anschluss ungeachtet der Tatsache, dass du da jemanden gerade auf brutalster Art und Weise umgebracht hast die nächste Straftat begehst vor Gericht ist ja sinngemäß die Aussage gewesen dieser Mord wird mehr oder weniger zur Nebensache Wenn man so will.

in erster Linie So wäre da der Eindruck gewesen, sei es um die Vergewaltigung gegangen. Und das ist natürlich einfach mal... Das ist schon richtig, richtig finster! Also das Gericht hat ihr aber geglaubt? Ja ja, natürlich also auch weil die Spurensicherung, das hatte ich ja eingangs gesagt im Badezimmer sehr deutliche Spuren gefunden hat, die eben darauf hingedeutet haben dass diese Vergewaltigung tatsächlich stattgefunden hat.

Alexander A. hat von einvernehmlichem Sex gesprochen, er hat damit dann eben begründet warum das keine Vergewaltung gewesen ist. aber für alle im Gerichtssaal steht natürlich komplett außer Frage... ...dass das kein einvernemlicher Sex gewesen sein kann weil also wenn du wach wirst feststellst dein Partner liegt Erschlagen neben dir, dann nee.

Also ne Punkt! Ich habe auch nur deswegen gefragt weil es wäre ja jetzt nicht das erste Mal dass einer Frau nicht geglaubt wird. gut aber in dem Fall hätte es mich jetzt auch schwer gewundert. die Verteidigung versucht natürlich noch Revision einzulegen. vollkommen klar der Bundesgerichtshof bestätigt des Urteil allerdings Das heißt, das Urteil ist rechtskräftig.

Wir sprechen hier von lebenslangerhaft, von besonderer Schwere der Schuld, von Sicherungsverwahrung. Heftiger Fall! Ich glaube dieser Fall zeigt sehr gut wie intensiv Ermittlungsarbeit in Deutschland funktionieren kann. Ne? Ähm...das is' ich will nicht sagen ne Blaupause aber In diesem Fall hat wirklich einfach vieles gepasst.

Sehr, sehr vieles! Ich will nicht wissen wie viele Überstunden die Polizei und die Staatsanwaltschaft gemacht hat und grundsätzlich einfach mal alle, die irgendwie damit beteiligt gewesen sind... Am Ende steht dass da ein Täter jetzt in Haft sitzt und seine ja gerechte Strafe bekommen hat, wenn man da eben von der gerechten Strafe sprechen will kann und dass dieser Fall am Ende aufgeklärt worden ist.

Aber so sollte es ja auch eigentlich laufen? Ja! Das lassen wir jetzt mal so stehen und sind damit am Ende der Folge angekommen. Und wie vorhin gesagt Es wird noch eine Folge geben in vermutlich vierzehn Tagen Wenn wir das Recherche technisch einhalten können Und dann gehen wir in eine kurze Pause. Wir hoffen aber, ihr seid dann weiterhin mit dabei!

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