- monatlichErscheinungsrhythmus
- 1 h 07typische Länge
- 12. Okt.letzte Folge
Der Theoriepodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Too long, didn’t read – so geht es einigen beim Anblick der Klassiker linker Theorie. Die über zweitausend Seiten langen Gefängnishefte von Antonio Gramsci, die komplizierten Schinken von Marx oder Edward Said – wenn ihr keine Zeit habt, die Bücher alleine durchzuackern oder eine Einführung sucht, dann hört euch den Theoriepodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung an.
Durch den Podcast führt Alex Demirović. Der Professor für Politikwissenschaft an der Uni Frankfurt ist Vertreter der kritischen Theorie und Kenner sämtlicher linker Standardwerke. In jeder Folge stellt Alex Demirović Schlüsselwerke der linken Theorie vor. Es werden die zentralen Thesen der Werke und ihre heutige Relevanz diskutiert. Die Spannbreite liegt dabei vom klassischen Marxismus, Kritischer Theorie, Feminismus, antikoloniale Theorie, Poststrukturalismus bis hin zu Hegemonietheorie und Existenzialismus.
Prof. Alex Demirović gibt euch in kurzen Vorträgen eine Einführung in die Biografie der Theoretiker*innen und fasst die zentralen Thesen zusammen. Anschließend diskutiert Alex Demirović in jeder Folge mit einem Gast über das Werk und seine Relevanz für aktuelle politische Kämpfe.
Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
Folgen
tl;dr #65 Nicos Poulantzas: «Faschismus und Diktatur» | Mit Lea Rahman
Was ist Faschismus? Gerade in Zeiten von autoritären und rechten Regierungen wie denen von Trump oder Meloni, oder von erstarkenden rechtsextremen Parteien in ganz Europa, wird von linken Autor*innen über Faschismus und Faschisierung diskut
tl;dr #64 Mary Wollstonecraft: «Verteidigung der Rechte der Frau» | Mit Franziska Martinsen
Sie hat zu Ende gedacht, was Kant und Rousseau in ihren Theorien nur skizziert haben: Mary Wollstonecraft (1759-1797) hat Universalismus in ihren Schriften auf alle Menschen angewendet – insbesondere Frauen, aber auch Arbeiter*innen und ver
tl;dr #63 Ernst Bloch: «Erbschaft dieser Zeit» | Mit Jan Rehmann
Warum lassen sich Menschen von autoritären Bewegungen begeistern? Welche Rolle spielen Mythen und Hoffnungen dabei? Und weshalb greift eine rein ökonomische Erklärung gesellschaftlicher Krisen oftmals zu kurz? In „Erbschaft dieser Zeit“ (19
tl;dr #62 Jason W. Moore: «Kapitalismus im Lebensnetz» | Mit Oliver Pye
Warum erscheint Natur in modernen Gesellschaften häufig als etwas, das dem Menschen gegenübersteht? In „Kapitalismus im Lebensnetz“ (2015) entwickelt Jason W. Moore eine grundlegende Kritik an der herkömmlichen Trennung zwischen Natur und M
tl;dr #61 Jürgen Habermas: «Strukturwandel der Öffentlichkeit» | Mit Sebastian Sevignani
Wie entstehen öffentliche Meinungen? Woraus setzt sich Öffentlichkeit zusammen? Und wie hat sich diese Sphäre über die Jahrhunderte verändert? In „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962) analysiert Jürgen Habermas den Aufstieg und Niederg
tl;dr #60 Clara Zetkin: «Arbeiterinnen und Frauenfrage» | Mit Christina Engelmann
Clara Zetkin hielt 1889 eine Rede in Paris zur Gründung der zweiten Internationale. Auf dieser Rede beruht ihr Text „Arbeiterinnen und Frauenfrage der Gegenwart“. Zetkin analysiert darin die Entwicklung der Unterdrückung der Frauen: Über Ja
tl;dr #59 Rosa Luxemburg: «Die Akkumulation des Kapitals» | Mit Klaus Dörre
Ihr ökonomisches Hauptwerk „Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ verfasste Rosa Luxemburg im Jahr 1913 innerhalb von nur vier Monaten. Darin knüpft sie an Karl Marx‘ Theorie der ursprüngli
tl;dr #58 Altvater/Mahnkopf: «Grenzen der Globalisierung» | Mit Birgit Mahnkopf
Mit ihrem Buch „Grenzen der Globalisierung“ prägten Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf in den 90er Jahren die Debatte innerhalb der Linken um die neuen Entwicklungen des Kapitalismus. Nach dem Zerfall der Sowjetunion standen neue Konstellat
tl;dr #57 Thomas Paine: «Die Rechte des Menschen» | Mit Axel Rüdiger
Anders als die anderen besprochenen Autor*innen des tl;dr-Podcasts, die an Marx oder die materialistische Tradition anknüpfen, geht es in dieser Folge um Thomas Paine – ein „radikaldemokratischer Reformer“ (E.P. Thompson) des 18. Jahrhunder
tl;dr #56 Paul Lafargue: «Das Recht auf Faulheit» | Mit Stephan Lessenich
Mit „Das Recht auf Faulheit“ hat Paul Lafargue, Schwiegersohn von Karl Marx, ein provokantes Pamphlet geschrieben. In dem kurzen Buch hinterfragt er ironisch die Tradition der Arbeiterklasse und deren Forderung nach Recht auf Arbeit. Gewiss
tl;dr #55 Angela Davis: «Eine Gesellschaft ohne Gefängnisse?» | Mit Vanessa E. Thompson
Die Schriftstellerin, Aktivistin und Philosophin Angela Davis wurde in den 1970er Jahren zur Ikone der Black-Power-Bewegung. Heute zählt sie zu den wichtigsten Vertreter*innen des Abolitionismus – eine Bewegung, die sich für die Überwindung
tl;dr #54 Mao Tse-tung: «5 philosophische Schriften» | mit Felix Wemheuer
Mao Tse-tung prägte die europäische Linke in den 60er und 70er Jahren weitreichend. Angesichts der heutigen Erkenntnisse über ihn und die Auswirkungen seiner Politik, stellt sich die Frage, ob und wie man seine Schriften heute noch lesen ka
tl;dr #53 Herbert Marcuse: «Konterrevolution und Revolte» | mit Peter-Erwin Jansen
In «Konterrevolution und Revolte» von 1972 beschreibt Herbert Marcuse, wie die westlichen Staaten nach den 68er-Protesten mit einer Konterrevolution reagierten, um das kapitalistische System zu restabilisieren. Politische Repression und das
tl;dr #52 Karl Marx: «Das Kapital» Band 2 | mit Christian Schmidt
Im ersten Band des Kapitals hat Karl Marx den Produktionsprozess des Kapitals dargelegt. In dem viel weniger gelesenen Band II geht es um den Zirkulationsprozess des Kapitals. Das Kapital ist in einer kreislaufförmigen Metamorphose: Geldkap
tl;dr #51: Michel Foucaults Gouvernementalität | mit Isabell Lorey
Mit dem Begriff der «Gouvernementalität» bezeichnet Foucault eine spezifische Regierungsweise in der westlichen Spätmoderne, die Macht nicht in erster Linie über Verbote, Gewalt und Sanktionen ausübt, sondern durch «produktive Techniken» –
tl;dr #50: Roland Barthes: «Mythen des Alltags» | mit Eva Geulen
Roland Barthes’ «Mythen des Alltags» beschreibt, wie alltägliche Phänomene und Medienbotschaften als Mythen wirken. Sie lassen menschengemachte, historisch gewachsene Bedeutungen als natürliche, unveränderliche Tatsachen erscheinen. So werd
tl;dr #49: Karl Polanyi: «The Great Transformation» | mit Claus Thomasberger
Wie lässt sich aus der Krise der Marktordnung in den 1920er Jahren die Entstehung des Faschismus verstehen? Der Ökonom Karl Polanyi geht im Exil 1944 auf Spurensuche: Er sieht die Ursache in der großen Umwälzung im Marktsystem und die von i
tl;dr #48: Bertolt Brecht: «Das Buch der Wendungen»
»Ich halte nichts von Mitleid, das sich nur in Hilfsbereitschaft und nicht auch in Zorn verwandelt.« Schreibt Brecht in seinem unvollendeten Buch der Wendungen, das posthum 1965 erschien. Brecht reflektiert dabei unter Rückgriff auf fernöst
tl;dr #47: Simone de Beauvoir: «Das andere Geschlecht»
Simone de Beauvoirs 1949 erstmals veröffentlichtes Werk gilt als Manifest der neuen Frauenbewegung. Es behandelt nicht nur – wie der klassische Feminismus – die rechtliche und politische Gleichstellung, also das Wahlrecht für Frauen oder gl
tl;dr #46: Willi Münzenberg: «Propaganda als Waffe» | mit Brigitte Studer
In seinem 1937 im Exil erschienen Buch «Propaganda als Waffe» beschreibt und analysiert Willi Münzenberg, einer der Gründer der KPD und großer Verleger, zahlreiche Propagandatechniken der nationalsozialistischen Machthaber. Der Nationalsozi
tl;dr #45: Alfred Sohn-Rethel: «Geistige und körperliche Arbeit» | mit Frank Engster
Ein ganzes Leben hat Sohn-Rethel diesem Buch gewidmet. Es ist sein Versuch, die gesamte Philosophie und die mathematisierten Naturwissenschaften marxistisch zu erklären. Kritisch bemängelt er, dass Marx nicht radikal genug gewesen sei und b
tl;dr #44: Fritz Naphtali: «Wirtschaftsdemokratie» | mit Hans-Jürgen Urban
Sozialismus braucht Demokratie – nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich. Fritz Naphtali fordert in seiner Schrift «Wirtschaftsdemokratie», dass die parlamentarische Demokratie, die dem Bürgertum von der Arbeiterbewegung abgerungen
tl;dr #43: Leo Löwenthal: «Falsche Propheten» | mit Simon Strick
Propaganda und Gewalt sind wesentliche Merkmale faschistischer Politik. In dem Text «falsche Propheten» analysiert Leo Löwenthal die rhetorischen Techniken, die Agitatoren in ihren Texten, Flugblättern oder Reden verwenden. Löwenthal war ei
tl;dr #42: Franz Neumann: «Behemoth» | mit Fabian Virchow
«Behemoth – Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933-1944» gilt als ein Standardwerk der Staats- und Faschismustheorie, es erschien 1944 in den USA. Es untersucht die Frage, wie die unterschiedlichen Machtblöcke im NS-Systems zusamm
tl;dr #41: Rancière: «Das Unvernehmen» | mit Ruth Sonderegger
In seinem Buch «Das Unvernehmen» begreift Jacques Rancière Herrschaft als eine Aufteilung des Sinnlichen: In der Ordnung haben alle ihre Funktion, ihren Platz, dass was sie sagen, wird vernommen. Doch es gibt diejenigen, die keinen Anteil h
tl;dr #40: Vološinov: Marxismus und Sprachphilosophie | mit Sylvia Sasse
Wir sprechen. Aber was tun wir, wenn wir sprechen? Drücken wir unser Inneres aus? Wenden wir ein äußeres Sprachsystem an? Sprechen ist eine materielle Praxis, sie ist an Töne, an den Körper und häufig an Medien gebunden. Unser Sprechen ist
tl;dr #39: Wilhelm Reich: Massenpsychologie des Faschismus | mit Helmut Dahmer
Wilhelm Reich lieferte mit dem Buch die erste psychologisch-gesellschaftskritische Analyse des Erfolgs der Nazis. Wie hängen autoritäre Triebunterdrückung und faschistische Ideologie zusammen? Anders als die meisten Vertreter der KPD war Re
tl;dr #38: Leo Trotzki: «Die permanente Revolution» | mit Fabian Lehr
Mit seinem Buch „Die permanente Revolution“ schrieb Leo Trotzki 1929 die theoretische Grundlage, auf der er selbst praktisch als Revolutionär in den Jahren 1905 und 1917 mitgewirkt hatte. Revolution versteht er als einen Prozess, der in der
tl;dr #37: Die feministische Kommunistin Alexandra Kollontai | mit Şeyda Kurt
Alexandra Kollontai war die erste Ministerin und Botschafterin der Welt. Sie setzte als Volkskommissarin für soziale Fürsorge 1917-1918 zahlreiche Verbesserungen im Eherecht und die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs durch. Volksküc
tl;dr #36: Frigga Haug: «Die Vier-in-einem-Perspektive» mit Katja Kipping
Frigga Haug ist eine der bekanntesten marxistischen Feministinnen. Sie analysiert Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse. In vier Bereichen: Ökonomie, Politik, Kultur und in den Möglichkeiten zur Selbstentfaltung werden Frauen